„Liebster Award“ – eine neue Runde

Anfang dieses Jahres hat es mich wieder „erwischt“ – ich wurde von der lieben Autorenkollegin Bianca auf ihrem Sachbuchblog „Mit Pfeil und Feder“ für den „Liebster Award“ nominiert. Die Nominierung und ihre Antworten auf die ihr gestellten Fragen findet ihr hier.

Dann versuche ich mal, die mir gestellten Fragen umfassend zu beantworten 🙂liebsteraward

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Blog zu starten?
– Das hat direkt mit meiner „Autorentätigkeit“ zu tun. Je mehr sich die Veröffentlichungen häuften, je intensiver ich mich um das Schreiben gekümmert hab, desto mehr wuchs in mir der Wunsch, dies mit anderen zu teilen und mich besser zu vernetzen.

Was machst du, wenn du nicht bloggst?
– Schreiben, Lesen, im Internet surfen, Sport (verfolgen ;)), oder auch ins Kino gehen und mich mit Freunden treffen.

Hattest du 2015 ein Lieblingsbuch und was hat Dir daran besonders gut gefallen?
– Einige. Julia Engelmanns „Wir können alles sein, Baby“ hat wie ihr Vorgängerwerk mich wieder begeistert und inspiriert. Sie ist – auch wenn sie das nicht gern hört, die Stimme einer ganzen Generation – der neue lyrische Superstar. Und natürlich kann ich auch Diana Gabaldons „Ein Schatten von Verrat und Liebe“ nicht unerwähnt lassen – den achten Teil einer meiner absoluten Lieblingsbuchreihen.

Welches Buch liest du gerade?
Ich habe gerade „Das Vermächtnis der Hüter 1 – Die Schwelle“ von Isabella Benz beendet, und überlege nun, was ich danach lese. Eventuell „Fallender Himmel – Legend Band 1“ von Marie Lu.

Welche drei Wörter beschreiben dich am besten?
Puh, sowas ist immer schwierig. Vielleicht loyal, traditionell – und auch ein bisschen faul :).

Was war das riskanteste oder verrückteste, das du je in deinem Leben getan hast?
Eine Kurzgeschichte zu einer Ausschreibung geschickt? Wer hätte denn je davon ausgehen können, dass wirklich irgendjemand meine Texte lesen wollen würde *lach*.

Welchen Rat würdest du deinem 18-jährigen Ich geben?
Vielleicht den, nicht Jura zu studieren? Wer weiß… aber wenn, dann das Studium von Anfang an konzentrierter und geordneter zu gestalten.

Wie startest du morgens in deinen Tag?
Da habe ich derzeit wenig Rituale, das ändert sich aber sicherlich, wenn ich meine neue Arbeitsstelle angetreten habe. Später dann sicherlich mit einem Glas Milch (Vollmilch, 3,5% – alles andere ist keine Milch ;)).

Wie sieht dein 1a Wellnesstag aus?
Hm. Ich denke eine schicke Salzgrotte, eine Massage und ein geruhsames Bad in einem Whirlpool wären schonmal ein guter Anfang.

In welches Land, das Du schon besucht hast, würdest du gerne noch einmal reisen und warum?
In die Schweiz (ich liebe das Land) – aber vor allem auch nach Italien. Ich war zwar schon zweimal in Rom, habe aber immer noch nicht alles geschafft, was ich mir dort gerne anschauen würde Es ist eine tolle Stadt, so voller Leben und Geschichte.

Ab in die Zeitmaschine! In welcher Zeit würdest du gerne leben?
Noch eine schwierige Frage. Als Autor historischer Texte liebe ich die Geschichte – vor allem das Mittelalter. Und auch wenn ich dieses gern mal erkunden würde, dort zu leben … mit der geringen Lebenserwartung, der Säuglingssterblichkeit und allem was dazugehört? Vielleicht eher nicht. Eventuell im späten Preußen Ende des 19. Jahrhunderts? Oder ein Abstecher in die goldenen Zwanziger, um die ungetrübte Lebensfreude der damaligen Zeit mitzuerleben?

Nun ist es an mir, neue 11 Fragen aufzustellen und weitere Blogger zu nominieren. Da es kaum noch jemanden gibt, der nicht bereits einmal oder mehrfach in den letzten Monaten nominiert wurde, möchte ich niemanden direkt nominieren und stelle es jedem frei, meine 11 Fragen zu beantworten. Vielleicht hat ja einer von Euch Lust, Neko oder Katharina?

1. Welches ist dein liebstes Fabelwesen?
2. Ganz einfach: Kaffee oder Tee?
3. Würdest du lieber am Meer, in den Bergen oder in einer Stadt wohnen?
4. Welches ist deine schlechteste Eigenschaft?
5. Wenn dein Leben verfilmt werden würde, welcher Schauspieler würde dich spielen?
6. Nenne ein Buch, das du 2016 unbedingt lesen willst.
7. Wovon kannst du nie genug bekommen?
8. Welche Sprache würdest du gern sprechen können?
9. Wie viele Notizbücher besitzt du?
10.Wer ist dein Vorbild (eines)? Und warum?
11. Was sind deine guten Vorsätze für 2016?

Liebe Grüße

Erik

Ps: Der Vollständigkeit halber hier nochmal die offiziellen Regeln zum Nachlesen, an die ich mich nur so halb gehalten habe ;).

Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite. Falls möglich, hinterlasst auf ihrem Blog einen entsprechenden Kommentar, in dem ihr auch für andere sichtbar den Award annehmt.

Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite, so dass der Liebster Award nach außen hin sichtbar ist und bleibt.

Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite.
Wer über die Fragen hinaus Fakten über sich präsentieren möchte, kann dies in einem eigenen Blog: Fakten über mich (bis zu 11 möglich); wer mit den Fragen gar nichts anfangen kann, darf sie ausnahmsweise auch mal gegen Fakten austauschen; sollte das dann aber auch entsprechend begründen.

Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf euren Blog.

Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.

Nominiert zwischen 3 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiter empfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten.
Wer möchte kann sich dabei an die 200er – 3000er Follower / Leser Regel halten, also solche Blogs empfehlen, die unterhalb dieser Zahlen liegen.

Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt. Empfohlen wird dafür die Kommentarfunktion auf den jeweiligen Blogs zu nutzen, falls diese passend ist.

Empfohlen wird auch, die jeweils Nominierten vorab zu fragen, ob sie überhaupt mitmachen wollen, damit sie sich nicht überfallen fühlen.

(Blogstaffel) 10 rules for writing fiction

Ich wünsche allen einen wunderschönen Sonntag.

Vor einiger Zeit flatterte eine Anfrage in mein Postfach, ob ich mich nicht an einer Blogstaffel beteiligen möchte. Im Jahr 2010 veröffentlichte der Guardian einen Artikel, in dem 15 bekannte Autoren jeweils zehn Schreibregeln für fiktionale Werke aufstellten. Den Artikel könnt ihr *hier* nachlesen. Jeder Teilnehmer an der Blogstaffel greift sich dabei die Regeln eines der Autoren heraus und kommentiert diese mit seinen eigenen Gedanken zu dem Thema. Bisher teilgenommen haben:

Für meinen Beitrag habe ich Anne Enright ausgewählt – Kurzgeschichten- und Romanautorin und Gewinnerin des „Booker Prize“.

Nun also zu ihren Regeln 🙂

1 The first 12 years are the worst.

  • Ich neige dazu, ihr hier dem Grunde nach zuzustimmen. Wie in jedem Beruf sind (Ausnahmen gibt es immer) die ersten Jahre schwierig. Erst nach und nach kann man sich einen Ruf aufbauen, die Bibliographie füllen, erste Zusammenarbeiten erfolgreich beenden und darauf aufbauen.

2 The way to write a book is to actually write a book. A pen is useful, typing is also good. Keep putting words on the page.

  • Hemingway sagte bereits: „The first draft of anything is shit.“ Doch um sein Buch irgendwann überarbeiten zu können, muss man erstmal Text produzieren, eine Rohversion schreiben. Sicherlich kann man viel im Voraus planen und plotten – aber irgendwann muss man die Komfortzone verlassen und schreiben, schreiben, schreiben.

3 Only bad writers think that their work is really good.

  • Das beruhigt mich – ich nörgele nämlich immer an meinen Werken rum. Perfekte Texte gibt es eh nicht, wer dies von seinem annimmt, dem fehlt bestenfalls die Sensibilität, seine eigenen Fehler zu bemerken.

4 Description is hard. Remember that all description is an opinion about the world. Find a place to stand.

  • Jede Erkenntnis, die wir heute besitzen, war früher nicht mehr als eine bloße Behauptung. Wie lang haben Leute die Welt als rund beschrieben und wurden bestenfalls verhöhnt. Seid mutig, beschreibt die Welt in euren Büchern, wie ihr und eure Protagonisten sie sehen. Habt keine Angst vor Konventionen und Zwängen. Schon oft war die Literatur ihrer Zeit voraus.

5 Write whatever way you like. Fiction is made of words on a page; reality is made of something else. It doesn’t matter how „real“ your story is, or how „made up“: what matters is its necessity.

  • Diese Regel würde ich leicht abändern in: „Write about the things, that affect you.“ Die Dinge, die einen bewegen, interessieren nähert man sich am Leichtesten – und der Leser spürt das Gefühl, das Herzblut, das in den Text geflossen ist. Natürlich ist gleichermaßen auch ein kritischer Abstand zum Text wichtig.

6 Try to be accurate about stuff.

  • Als Autor historischer Fiktion kann ich diesen Punkt nur dick und fett unterstreichen. Aber auch in allen anderen Genres ist dies sehr wichtig – es gibt wohl wenig, was Leser mehr stört als falsche Fakten. Ob falsche Orte in Regionalkrimis, die der ortskundige Leser verzweifelt sucht, oder historische Ungenauigkeiten – nicht immer bekommt man eine zweite Chance. Daher: be accurate!

7 Imagine that you are dying. If you had a terminal disease would you ­finish this book? Why not? The thing that annoys this 10-weeks-to-live self is the thing that is wrong with the book. So change it. Stop arguing with yourself. Change it. See? Easy. And no one had to die.

  • Ich glaube, es gäbe in den letzten Wochen Wichtigeres, als ein Buch zu beenden. Aber den Sinngehalt der hypothetischen Szenerie kann ich gut nachvollziehen. Wenn man nur begrenzt Zeit hat, warum sollte man die mit etwas alltäglich, trivialem verschwenden. Mach dein Buch zu etwas Besonderem, hebe dich ab, schaffe etwas eigenes, einzigartiges. Sei stolz darauf, was du tust und mache es konsequent.

8 You can also do all that with whiskey.

  • Oder mit Rotwein – was, zumindest wenn man es bei einem Glas am Tag belässt, auch durchaus gesundheitsfördernd sein kann.

9 Have fun.

  • Für die meisten ist Schreiben anfangs ein Hobby, kein Beruf. Und seine Freizeit sollte man nun wirklich damit verbringen, was einem Spaß macht!

10 Remember, if you sit at your desk for 15 or 20 years, every day, not ­counting weekends, it changes you. It just does. It may not improve your temper, but it fixes something else. It makes you more free.

  • Ich glaube, eine kontinuierliche Beschäftigung jeder Art über einen längeren Zeitraum ändert Menschen. Die alltägliche Beschäftigung mit Texten, aber auch das Einfühlen in andere Personen; das Schaffen von Gedanken und eigenen Welten – all dies lässt einen aus meiner Sicht bewusster durchs Leben gehen. Man erkennt Verhaltensmuster, hinterfragt deren Sinn.

Das wars von meiner Seite :). Danke Bianca für die Anfrage und allen anderen Autoren, die sich bereits beteiligt haben. Lust, den Staffelstab weiterzuführen? Dann fühlt euch frei, auch einen Artikel zu den Schreibregeln eines Autoren zu schreiben.

Liebe Grüße
Erik

Ps: In Kürze präsentiere ich euch das Cover zu meinem aktuellen Projekt — in Zusammenarbeit mit dem Wunderwaldverlag und weiteren tollen Autoren. Also bleibt dran!