Kurze Namen – oder der Fluch des Kürzens

Wenn aus Franzi Lea wird, Christoph sich in Tim verwandelt und Johnathan zu John verkommt – und selbst Julia nicht verschont wird und sich in Pia ändert, bedeutet das üblicherweise eines: Ich muss kürzen.

Einzig meinem Protagonisten habe ich einen Namen mit mehr als 4 Buchstaben vergönnt – aber da Linus eh nur 1x im Text erwähnt wird, ist das wohl noch akzeptabel.

Bleibt die Frage: Ist es überhaupt möglich, einen Text von knapp über 9.000 Zeichen auf weniger als 6.000 herunterzudrücken, ohne allzuviel elementare Handlungselemente aufzugeben? Ich weiß es nicht. Der erste Kürzungsdurchgang hat immerhin etwas mehr als 1.000 Zeichen gebracht, aber es fehlen immer noch weitere 2.000. Selbst wenn ich mein ultra-kitschiges Ende (ich liebe es – aber da bin ich ohnehin wohl einer der wenigen *g*) aufgebe und den Schlussstrich ein kleines bisschen früher ziehe, bringt mir das nur 600 Zeichen. Es ist zum Verzweifeln. Aber wann findet man schon einmal zwei thematisch komplett identische Ausschreibungen … – verdammt. Ich glaube, ich belasse es für heute erstmal damit und setze mich morgen nochmal daran. Vielleicht kann ich dann wieder 1.000 Zeichen verkraften …

Bibliotheksbummel 2.0

Mal wieder habe ich unsere Unibibliothek geplündert, und mir neben einigen Büchern vom letzten Mal, die ich nicht geschafft hatte durchzuarbeiten, auch einige neue Titel mit nach Hause genommen :).

Insgesamt habe ich mir 3 Schreibratgeber, sowie Bücher zu zwei Recherchethemen ausgeliehen. Wer errät die Themen? Mit dem folgenden Bild ist das sicherlich nicht allzu schwer :).bücherbücher

Liebe Grüße
Erik

Ps: In letzter Zeit war es hier auffällig still – ich war mit Ausschreibungen und dem Camp bis über beide Ohren beschäftigt – aber bald, ganz bald kann ich hoffentlich wieder einige Neuigkeiten verkünden. Am nächsten Wochenende gehts zumindest mal zur LLC – ein Bericht folgt dann. Versprochen!

Interessanter Artikel zum Plagiatsskandal

Vor kurzem erschütterte ja ein neuer Plagiatsskandal die Autorenszene – die erfolgreiche Selfpublisherin Katja Piel (auch: Cathy Peel) gab zu, zwei ihrer Werke komplett abgeschrieben zu haben.

Dazu bin  ich vor kurzem über folgenden, zweiteiligen Blogbeitrag gestolpert, den ich zwar nicht rebloggen kann, Euch aber dennoch nicht vorenthalten möchte.

Ich setze mich nun erstmal wieder an eine Kurzgeschichte, die bis heute Abend fertig sein muss. Drückt mir die Daumen, dass mich die Muse küsst ;).

Euch wünsche ich allen noch einen schönen Sonntag!

Erik

Über die Notwendigkeit eines Lektorats

Aus aktuellem Anlass möchte ich auf einen Blogbeitrag einer Kollegin eingehen, die ein professionelles Lektorat nicht als Qualitätsmerkmal für einen Text ansieht und bewusst darauf verzichtet.

Den Beitrag könnt ihr hier finden: http://www.anja-bagus.de/2016/01/25/ich-weigere-mich/

Mein Kommentar dazu, der auch im Ausgangspost zu finden ist, lautet wie folgt:

„Ich stimme der Autorin insoweit zu, dass natürlich die Qualität der Textvorlage durch den Autoren entscheidend ist, ob ein Buch gut wird, oder nicht. Das Lektorat ist kein Zauberwerk, sondern Handwerk. Und wie ja bereits im Beitrag gesagt wird: „Oder anders gesagt: Ein Text wird nicht durch ein Lektorat gut! Er wird vielleicht besser, aber … „

Hier möchte ich aber einhaken. Das Lektorat beseitigt nunmal die letzten kleineren Logikfehler an soliden Texten, es beseitigt unnötigen Ballast und holt das letzte aus dem Text heraus. Darauf zu verzichten ist für mich keine Option. Als Leser erwarte ich, dass ein Autor das bestmögliche für die Geschichte getan hat, und nicht, aus der Laune heraus oder aus übertriebener Sparsamkeit, ein unfertiges Produkt auf den Markt geworfen hat. Und ja, es können Texte auch ohne Lektorat sogar nahe an der Perfektion sein – aber in aller Regel merkt man ein fehlendes Lektorat doch. Und wenn ich sowas bemerke, stört es mich und ich kaufe in Zukunft halt lieber Bücher von anderen Autoren.“

Für mich ist also ein Lektorat immer notwendig – ich würde lieber nicht, als unlektoriert veröffentlichen, und rate jedem, der mich fragt, dringend zu einem Lektorat. In Zeiten der Digitalisierung, der vielen freien Lektoren, lässt sich dieses heute auch schneller, unkomplizierter und günstiger durchführen, als vielleicht noch vor einigen Jahren. Was denkt ihr zu diesem Thema?

Lg Erik

Schneeflöckchen, Weißröckchen…

Um gleich mal mit Missverständnissen aufzuräumen: Nein, hier schneit es nicht ;). Überhaupt hatten wir noch keinen wirklichen Frost – erst am 15.01. soll die Temperatur mal auf 0° Celsius fallen. Es hat schon seine Vorteile, im südtropischen Heidelberg zu leben ;).

Was soll also diese Überschrift? Nun, eigentlich nur galant dazu überleiten, dass ich mein nächstes Projekt (das ich mal ganz keck, da das ja derzeit in Mode ist, als „Geheimprojekt-1“ bezeichne) mal mit der Schneeflockenmethode angehen möchte. Jeder, der damit nicht vertraut ist, findet Informationen dazu zum Beispiel hier. Ich werde vorerst nur (auch das wird ja lange genug dauern) die ersten 7 Schritte durchführen, bevor ich mich dann daran setze, ein Exposé zu dem Projekt zu gestalten und es einem Verlag anzubieten.

Da bei der Schneeflockenmethode der Plot ja von Stufe zu Stufe im Fluss ist und nachträglich ausgebessert wird, werde ich vorerst keine Informationen zum Plot an und für sich geben – auch, um einer möglichen Verlagsentscheidung nicht vorzugreifen. Aber um Euch nicht gänzlich im Dunkeln tappen zu lassen, kann ich zumindest mal das geplante Genre verraten. Im Gegensatz zu meiner sonstigen Kernzielgruppe möchte ich mich dieses mal an einer Geschichte im Bereich New-Adult-Romance versuchen. So klein der Unterschied zwischen Young-Adult und New-Adult auch klingt, ist es doch ein großer Sprung. Drückt mir die Daumen, dass ich das meistern kann!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Erik

(Blogstaffel) 10 rules for writing fiction

Ich wünsche allen einen wunderschönen Sonntag.

Vor einiger Zeit flatterte eine Anfrage in mein Postfach, ob ich mich nicht an einer Blogstaffel beteiligen möchte. Im Jahr 2010 veröffentlichte der Guardian einen Artikel, in dem 15 bekannte Autoren jeweils zehn Schreibregeln für fiktionale Werke aufstellten. Den Artikel könnt ihr *hier* nachlesen. Jeder Teilnehmer an der Blogstaffel greift sich dabei die Regeln eines der Autoren heraus und kommentiert diese mit seinen eigenen Gedanken zu dem Thema. Bisher teilgenommen haben:

Für meinen Beitrag habe ich Anne Enright ausgewählt – Kurzgeschichten- und Romanautorin und Gewinnerin des „Booker Prize“.

Nun also zu ihren Regeln 🙂

1 The first 12 years are the worst.

  • Ich neige dazu, ihr hier dem Grunde nach zuzustimmen. Wie in jedem Beruf sind (Ausnahmen gibt es immer) die ersten Jahre schwierig. Erst nach und nach kann man sich einen Ruf aufbauen, die Bibliographie füllen, erste Zusammenarbeiten erfolgreich beenden und darauf aufbauen.

2 The way to write a book is to actually write a book. A pen is useful, typing is also good. Keep putting words on the page.

  • Hemingway sagte bereits: „The first draft of anything is shit.“ Doch um sein Buch irgendwann überarbeiten zu können, muss man erstmal Text produzieren, eine Rohversion schreiben. Sicherlich kann man viel im Voraus planen und plotten – aber irgendwann muss man die Komfortzone verlassen und schreiben, schreiben, schreiben.

3 Only bad writers think that their work is really good.

  • Das beruhigt mich – ich nörgele nämlich immer an meinen Werken rum. Perfekte Texte gibt es eh nicht, wer dies von seinem annimmt, dem fehlt bestenfalls die Sensibilität, seine eigenen Fehler zu bemerken.

4 Description is hard. Remember that all description is an opinion about the world. Find a place to stand.

  • Jede Erkenntnis, die wir heute besitzen, war früher nicht mehr als eine bloße Behauptung. Wie lang haben Leute die Welt als rund beschrieben und wurden bestenfalls verhöhnt. Seid mutig, beschreibt die Welt in euren Büchern, wie ihr und eure Protagonisten sie sehen. Habt keine Angst vor Konventionen und Zwängen. Schon oft war die Literatur ihrer Zeit voraus.

5 Write whatever way you like. Fiction is made of words on a page; reality is made of something else. It doesn’t matter how „real“ your story is, or how „made up“: what matters is its necessity.

  • Diese Regel würde ich leicht abändern in: „Write about the things, that affect you.“ Die Dinge, die einen bewegen, interessieren nähert man sich am Leichtesten – und der Leser spürt das Gefühl, das Herzblut, das in den Text geflossen ist. Natürlich ist gleichermaßen auch ein kritischer Abstand zum Text wichtig.

6 Try to be accurate about stuff.

  • Als Autor historischer Fiktion kann ich diesen Punkt nur dick und fett unterstreichen. Aber auch in allen anderen Genres ist dies sehr wichtig – es gibt wohl wenig, was Leser mehr stört als falsche Fakten. Ob falsche Orte in Regionalkrimis, die der ortskundige Leser verzweifelt sucht, oder historische Ungenauigkeiten – nicht immer bekommt man eine zweite Chance. Daher: be accurate!

7 Imagine that you are dying. If you had a terminal disease would you ­finish this book? Why not? The thing that annoys this 10-weeks-to-live self is the thing that is wrong with the book. So change it. Stop arguing with yourself. Change it. See? Easy. And no one had to die.

  • Ich glaube, es gäbe in den letzten Wochen Wichtigeres, als ein Buch zu beenden. Aber den Sinngehalt der hypothetischen Szenerie kann ich gut nachvollziehen. Wenn man nur begrenzt Zeit hat, warum sollte man die mit etwas alltäglich, trivialem verschwenden. Mach dein Buch zu etwas Besonderem, hebe dich ab, schaffe etwas eigenes, einzigartiges. Sei stolz darauf, was du tust und mache es konsequent.

8 You can also do all that with whiskey.

  • Oder mit Rotwein – was, zumindest wenn man es bei einem Glas am Tag belässt, auch durchaus gesundheitsfördernd sein kann.

9 Have fun.

  • Für die meisten ist Schreiben anfangs ein Hobby, kein Beruf. Und seine Freizeit sollte man nun wirklich damit verbringen, was einem Spaß macht!

10 Remember, if you sit at your desk for 15 or 20 years, every day, not ­counting weekends, it changes you. It just does. It may not improve your temper, but it fixes something else. It makes you more free.

  • Ich glaube, eine kontinuierliche Beschäftigung jeder Art über einen längeren Zeitraum ändert Menschen. Die alltägliche Beschäftigung mit Texten, aber auch das Einfühlen in andere Personen; das Schaffen von Gedanken und eigenen Welten – all dies lässt einen aus meiner Sicht bewusster durchs Leben gehen. Man erkennt Verhaltensmuster, hinterfragt deren Sinn.

Das wars von meiner Seite :). Danke Bianca für die Anfrage und allen anderen Autoren, die sich bereits beteiligt haben. Lust, den Staffelstab weiterzuführen? Dann fühlt euch frei, auch einen Artikel zu den Schreibregeln eines Autoren zu schreiben.

Liebe Grüße
Erik

Ps: In Kürze präsentiere ich euch das Cover zu meinem aktuellen Projekt — in Zusammenarbeit mit dem Wunderwaldverlag und weiteren tollen Autoren. Also bleibt dran!