Neuzugänge voller Spannung | Doppelte Buchpost

Vor meinem Urlaub erreichten mich noch diese beiden, tollen Neuzugänge, die Spannung und aufregende Lesestunden versprechen. Der Politthriller „Die letzte Wahl“ von Eric Sander fand als Rezensionsexemplar über die Bloggerjury zu mir, Emma Stonex‘ „Die Leuchtturmwärter“ im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de. Vielen Dank an Bastei Lübbe und die S. Fischer Verlage für die Bereistellung der Rezensionsexemplare. Ich bin schon ganz auf die Ausflüge nach Cornwall und in die menschlichen Abgründe gespannt.

[Buchgedanken] Catherine Aurel: „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ (Töchter Italiens 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Bella Donna Die Schöne von Florenz“ von Catherine Aurel gelesen, den ersten Teil der historischen Reihe um die „Töchter Italiens“. Das Buch ist 2021 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Florenz, 1469. Die Zeiten, als Cosima Bellani von Männern umschwärmt wurde, sind vorbei. Die Schönheit der alternden Kurtisane beginnt zu schwinden – und sie fürchtet um ihre Zukunft. Als die junge Adlige Simonetta sie in Liebesdingen um Rat bittet, hat Cosima eine verheißungsvolle Geschäftsidee: Sie will fortan Kosmetik herstellen, denn der Handel mit Pulver und Salben, Bleiweiß und Lippenrot floriert. Simonetta wird mit ihrer Hilfe zur schönsten Frau von Florenz – nicht nur der einflussreiche Giuliano de Medici, auch der aufstrebende Maler Sandro Botticelli liegen ihr zu Füßen. Doch dann bricht ein erbitterter Machtkampf um die Stadt aus und Cosima und Simonetta werden in eine Intrige verwickelt. Bald handeln sie nicht nur mit erlesenen Schönheitsrezepturen, sondern auch mit Geheimnissen …

„Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ ist ein im wesentlichen gelungener Auftakt in die historische Reihe um die „Töchter Italiens“, der zwar viel Potential für Folgebände bietet, die Handlung dieses Bandes aber auch unwiederbringlich abschließt, sodass man das Buch auch gut als Standalone lesen kann.

Dabei überzeugt vor allem das brillante Setting des spätmittelalterlichen Florenz, der aufstrebenden Künstlerstadt voller illustrer Persönlichkeiten wie Sandro Botticelli und Leonardo da Vinci. Die Handlung hingegen ist zwar spannend, abwechslungsreich und hält die ein oder andere unerwartete Wendung für den Leser bereit, bleibt insgesamt aber hinter den Erwartungen zurück. So verliert die Autorin hier etwas die Schwerpunktsetzung, führt viel zu lang in die Geschichte ein, während die im Klappentext prominent dargestellte Intrige, der Machtkampf um die Stadt kaum Bedeutung gewinnt, teils einfach per Zeitsprung übersprungen wird. Gerade die stärkere Einbindung in den historischen Kontext, eine stärkere Konzentration auf die spannenden, politischen Vorgänge hätte hier das Buch noch besser und zu einem absoluten Highlight gemacht, das sich positiv aus der Masse abgehoben hätte.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem Sandro als Sympathieträger des Romanes und Fioretta, während Simonetta anfangs etwas blass bleibt – und Marco sehr schnell gar keine Rolle mehr spielt.

Die Buchgestaltung überzeugt hingegen auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Covermotiv zieht sich über den ganzen Buchumschlag und ergibt ein tolles Gesamtbild. Dabei ist das Cover zudem hochwertig geprägt, mit Klappen und farbigen, toll aussehenden Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ ist ein gelungener Reihenauftakt, der vor allem durch ein tolles Setting punkten kann, aber auch leichte Schwächen und Längen in der Handlung aufweist. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Standalone lesbar.

Familien im Fokus | Doppelte Buchpost

In den nächsten Tagen werde ich Euch wieder einige Neuzugänge und Buchbesprechungen präsentieren. Den Anfang machen heute zwei Romane, die mich im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de als Rezensionsexemplare erreichten – vielen Dank dafür! Dies ist zum einen Hanni Münzers „Solange es Liebe gibt“, eine Familiensaga aus dem Tinte & Feder Verlag, und zum anderen „Hundstage für Beck“ von Tom Voss, das ich bereits *hier* besprochen habe. Wenn man die Cover betrachtet, könnten sie sowohl von den Farben als auch von der Stimmung her kaum unterschiedlicher sein – aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an :). Kennt Ihr eines der Bücher oder die Autoren bereits?

[Buchgedanken] Tom Voss: „Hundstage für Beck“ (Nick Beck 1)

In der letzten Zeit habe ich „Hundstage für Beck“ von Tom Voss gelesen, den ersten Band einer Reihe um den Ermittler Nick Beck. Der Roman ist 2021 bei FISCHER Taschenbuch, S. Fischer Verlag GmbH, veröffentlicht worden und als Kriminalroman einzugruppieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks. Bei Tom Voss handelt es sich um ein neues Pseudonym des Autors Sven Koch, der auch bereits als Pierre Lagrange Krimis für die S. Fischer Verlage veröffentlicht hat.

Nordbek – der kleine Ort im Hamburger Norden hat außer Natur und Einsamkeit nicht viel zu bieten. Genau der richtige Ort für den gefallenen LKA-Ermittler Nick Beck, der sich nach einem traumatischen Einsatz in die Provinz versetzen lässt. Hier ertränkt er allabendlich seinen Frust in Alkohol. Als er eines Nachts auf einer einsamen Landstraße eine junge Frau überfährt, die nur mit einem BH bekleidet war, lässt er die Leiche in Panik verschwinden. Doch bald wird ihm klar, dass die Schäden an seinem Auto nicht darauf hindeuten, dass er die Frau wirklich überfahren hat. Sie muss schon tot auf der Straße gelegen haben. Nur was ist passiert? Kurzerhand platziert Beck die Leiche so, dass sie gefunden wird. Zusammen mit Cleo Torner vom LKA Hamburg, die ihn bei den Ermittlungen unterstützen soll, versucht Nick Beck dem Verbrechen auf die Spur zu kommen. Dabei stößt er auf menschliche Abgründe, die tiefer sind, als er sich hätte vorstellen können.

„Hundstage für Beck“ ist ein klassischer Auftakt in eine Krimireihe. Ein Ermittler versetzt an einen neuen Einsatzort, eine Tote, ländliche Idylle und viel Lokalkolorit. Was „Hundstage für Beck“ jedoch von vergleichbaren Büchern unterscheidet, ist, dass Nick Beck bereits am Anfang sämtliche Sympathien verliert. Durch seine Sucht fällt er von einer Katastrophe in die nächste, und ist vielmehr damit beschäftigt, sich selbst vor (gerechtfertigten) Konsequenzen zu retten, als eigentlich wirklich zu ermitteln, verletzt er doch unzählige Gesetze und quasi alle Regeln vernünftiger Polizeiarbeit.

Nichtsdestotrotz ist die Handlung natürlich dennoch spannend, abwechslungsreich und hält auch immer mal wieder einige unerwartete Wendungen für den Leser bereit, wenn auch Teile zumindest vorhersehbar sind. Dabei wird die Spannung vor allem dadurch ergänzt, dass man als Leser nicht nur dem Täter, sondern auch dem Protagonisten am Ende eine gerechte Strafe wünscht.

Das Setting brilliert auf ganzer Linie, dörfliche Idylle, High-Society und mafiöse Strukturen wechseln sich mit nüchternen Ermittlungsräumen und hierarchischen Polizeistrukturen ab. Abgründe des Landlebens, organisierte Kriminalität und Machtvakuen – der Autor erschafft hier eine Kulisse, die die Spannung bereits regelrecht garantiert.

Dabei wird die Geschichte aus diversen Perspektiven erzählt, um immer mehr Puzzlestücke aufzudecken. Die einzelnen Perspektiven wechseln meist kapitelweise, teils aber auch innerhalb eines Kapitels, was nicht immer zur Übersicht beiträgt. Dennoch gelingt es dem Leser gut, den einzelnen Handlungssträngen zu folgen, sich in die Figuren hineinzuspüren – auch wenn man das, insbesondere bei Nick, gar nicht so wirklich will. Etwas kurz kommt mir hierbei die Jugendclique um Fee, Morten, Marie und Rasmus, die noch so viel mehr Drama, so viel mehr Gewicht hätte haben können, sind doch gerade die Verwicklungen der Personen untereinander unglaublich spannend.

Die einzelnen Figuren sind dabei durchaus gut angelegt, insbesondere überzeugen Cleo, Marie und Morten. Nick bleibt hingegen – auch dank seiner Sucht – etwas eindimensional. Während es Tom Voss gelingt, die einzelnen Handlungsstücke rund um den Fall gut aufzulösen, bleibt dies jedoch leider gerade hinsichtlich der einzelnen Charaktere aus. So wird weder Cleos und Chris‘ Beziehung geklärt, noch Nicks Zukunft, was den Leser etwas enttäuscht zurücklässt.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist eindrucksvoll, zieht sich über den gesamten Buchumschlag und gibt die Stimmung des Buches gut wieder. Mir fehlt hier jedoch etwas der Bezug zur Geschichte, wenn man bedenkt, dass der Unfall auf der Straße im Dunklen geschehen ist – und es ist eindeutig klargestellt, dass es nur einen kleinen Blutfleck auf der Straße gab, während auf dem Cover doch eine größere Lache zu sehen ist.

Mein Fazit? „Hundstage für Beck“ ist ein gelungener Kriminalroman, der vor allem durch eine spannende Handlung und ein brillantes Setting überzeugt, bei der Figur des Ermittlers aber noch Luft nach oben lässt und nicht alle Handlungsstränge zufriedenstellend auflöst. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Lilli Beck: „Wenn die Hoffnung erwacht“

Vor kurzem habe ich „Wenn die Hoffnung erwacht“ von Lilli Beck gelesen. Das Buch ist 2021 bei Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe veröffentlicht worden und als historischer Roman einzugruppieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Deutschland 1947: Nora wird von ihrer Freundin zu einer deutsch-amerikanischen Silvesterfeier eingeladen und ist überwältigt, als sie dort den attraktiven US-Officer William kennenlernt. Lange versucht sie, die frisch entflammte Liebe vor ihrem Vater geheim zu halten, doch als sie ein Kind erwartet und William in die USA zurückbeordert wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Farbe zu bekennen. Ihr Vater ist außer sich, hat aber bald eine Lösung parat, die Nora zu einer wohlhabenden Frau werden ließe und für die Familie finanzielle Vorteile hätte. Nora, die nicht daran denkt, in den Plan einzuwilligen, flieht mit ihrem Sohn nach München, wo ihr auf der Straße eine fiebrige, verwirrte wirkende junge Frau begegnet. Sie begleitet Celia nach Hause, zur Villa der wohlhabenden Wagners, und ahnt nicht, dass ihr Schicksal eine überraschende Wendung nehmen wird …

„Wenn die Hoffnung erwacht“ porträtiert die deutsche Nachkriegszeit, beziehungsweise das Leben im von amerikanischen Truppen besetzten Bayern zwischen 1947 und 1951 anhand des Schicksals zweier Familien, deren Schicksale im Verlauf der Handlung zusammenführen. Dabei werden die damals besonders ausgeprägten Kontraste zwischen arm und reich, zwischen Besatzern und Besetzten, aber auch zwischen Männern und Frauen drastisch und eindringlich dargestellt.

Während der Roman durch sein wunderbares Setting zu brillieren weiß, hätte ich mir teils noch ausführlichere, teils noch plastischere Beschreibungen gewünscht, um das Kopfkino – was unzweifelhaft zum Laufen kam – noch zu unterstützen, um die Atmosphäre noch greifbarer, dichter zu machen. Die Handlung ist im Wesentlichen spannend, teils aber vorhersehbar – und teils ist das Verhalten einzelner Charaktere nicht nachvollziehbar.

Dies sorgt auch dafür, dass bei mir die meisten Sympathien auf den wirklich gelungen angelegten Nebencharakteren liegt – vor allem bei Marlene und Luis, während Nora teils etwas blass bleibt – was aber nicht schlimm ist, denn der eigentliche Star des Buches ist nicht Noras Werdegang, sondern die gravierenden Umwälzungen der Geschichte, die runtergebrochen werden auf den Mikrokosmos einer – bzw. zwei – Familien. So wird Geschichte durch die Figuren lebendig, das Gefühl einer Generation auf die heutigen Leser transportiert, sodass ich es auch verschmerzen kann, dass am Ende nicht gänzlich alle Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst worden sind.

Dabei lässt sich Lilli Becks Schreibstil schnell und flüssig lesen, ist authentisch und der Zeit angepasst, hätte aber – wie bereits erwähnt – mehr beschreiben, den Leser im Sinne von „Show, don’t tell“ noch stärker in die Geschichte ziehen können. Als Service übrigens wunderbar gelöst: Direkt in der ersten Zeile des Kapitels wird die jeweils handelnde Person erwähnt, um dem Leser den Einstieg in die Abschnitte zu erleichtern.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig bedruckt, das darunterliegende Buch nüchtern und schmucklos. Das Covermotiv zieht sich über den gesamten Umschlag und ist – gerade in dem Mangel an Farben – farblich gelungen, fängt die Stimmung des Buches ein. Allerdings fehlt mir etwas der Bezug des Motivs zur Handlung.

Mein Fazit? „Wenn die Hoffnung erwacht“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting punktet und das Leben im besetzten Bayern der Nachkriegszeit anschaulich und nachdrücklich porträtiert, sodass kleinere Schwächen in der Handlung verschmerzt werden können und das Lesevergnügen kaum mindern. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Historische Leserunden im Doppelpack | Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich wieder einige Bücher, von denen ich Euch heute zwei zeigen möchte. Sowohl „Wenn die Hofnung erwacht“ von Lilli Beck als auch Catherine Aurels „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ wurden mir im Rahmen von Leserunden auf Lovelyooks.de von den Verlagen Blanvalet und Penguin zur Verfügung gestellt. Und obwohl beide Bücher historische Romane sind, könnte das Setting doch nicht unterschiedlicher sein, spielen sie doch im zerstörten Deutschland der Nachkriegszeit und im dekadenten, eskapistischen Florenz der Medici-Ära. Ich bin schon ganz gespannt darauf, in diese unterschiedlichen Welten einzutauchen.

Neues von britischen Idolen | Doppelte Buchpost

Heute möchte ich Euch zwei Bücher zeigen, die mich in der letzten Zeit erreichten – dieses Mal ganz ohne Rezensionsexemplare :D. Die beiden wundervollen Hardcover stammen von britischen Superstars, die ich beide schon mehrfach auf Messen und Lesungen persönlich erleben durfte. Es handelt sich um „Besuch aus ferner Zeit“ von Katherine Webb, das ich im Rahmen einer Verlosung auf Lovelybooks.de gewinnen konnte, und „Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“ von Ken Follett, das mich privat als Geschenk erreichte, und die Reihe um den Weltbestseller „Die Säulen der Erde“ fortsetzt. Habt Ihr schon Bücher der Autoren gelesen?

Von „echten“ Göttern und Göttern in Weiß | Doppelte Buchpost

In der letzten Zeit erreichten mich wieder einige tolle Bücher, von denen ich Euch heute noch zwei zeigen möchte. „Die Götter müssen sterben“ von Nora Bendzko, heute bei Droemer Knaur erschienen, ist ein mythologischer Fantasyroman, auf den ich mich schon seit langem gefreut habe und der mich heute als Rezensionsexemplar erreichte – vielen Dank dafür an den Verlag! „Das Inselkrankenhaus: Sommerstürme“ von Liv Helland, bei Rowohlt veröffentlicht, kam dank einer Buchverlosung auf Lovelybooks zu mir – auch dafür vielen Dank. Sehen sie nicht beide toll aus?

[Buchgedanken] Christiane Dieckerhoff: „Verfehlt: Ein Spreewald-Krimi“ (Spreewald 2)

Vor einigen Tagen habe ich im Rahmen einer Leserunde „Verfehlt: Ein Spreewald-Krimi“ von Christiane Dieckerhoff gelesen. Das Buch ist 2021 in der Aufbau Verlag GmbH und Co. KG erschienen und als Regionalkrimi einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin, den Verlag und Lovelybooks.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Tod auf dem Spreewaldfest. Kommissarin Klaudia Wagner und ihr Team sind auf dem Spreewaldfest darauf eingestellt, Betrunkene aus dem Verkehr zu ziehen und Streitigkeiten zu schlichten, doch dann fällt der Schützenkönig ermordet ins Hafenbecken. Während die Rettungskräfte noch damit beschäftigt sind, die Leiche zu bergen, verfehlt ein Wurfmesser den alten Schiebschick, Klaudias väterlichen Freund. Es gibt sogar eine Beschreibung des Täters: eine Gestalt in einem Gurkenkostüm. Als Klaudia Wagner mit ihrem Freund reden will, findet sie ihn mit einem Messer im Rücken lebensgefährlich verletzt. Ganz Lübbenau ist in Aufruhr. Ist das der Beginn einer Mordserie?

„Verfehlt“ ist nach „Vermisst“ der zweite Teil der Spreewald-Krimi-Reihe von Christiane Dieckerhoff um die sympathische Ermittlerin Klaudia Wagner. Trotz einiger Anspielungen auf den ersten Band ist dabei „Verfehlt“ durchaus als Standalone lesbar, ohne dass die einzelnen Figuren und Entwicklungen nicht nachvollzogen werden können, wobei ich natürlich, wenn man die Wahl hat, empfehlen würde, mit dem ersten Band einzusteigen.

Dabei überzeugt der Roman vor allem durch ein gelungenes und authentisches Setting mit viel Lokalkolorit. Als gebürtiger Brandenburger – wenn auch nicht aus dem Spreewald – fühlte ich mich sofort im Buch heimisch. Zudem verhehlt die Autorin auch die Probleme ländlicher bzw. kleinstädtischer Regionen nicht, seien es Integrationsmängel in den letzten Jahrzehnten, wenig durchlässige Gesellschaften oder auch die Diskrepanz zwischen Stadt und Land.

Auch die Handlung vermag im Großen und Ganzen zu überzeugen, wenn man auch aufgrund der Vielzahl an Figuren einen relativ schweren Einstieg in die Geschichte hat. Nach einigen Seiten wird man dann jedoch mit einer spannenden Handlung belohnt, die leider in der Mitte einige Längen hat und in einem eher unnötigen Cliffhanger endet. Abgesehen davon gelingt es der Autorin jedoch, mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung beim Leser für Spannung zu sorgen.

Christiane Dieckerhoffs Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen. Auch die Protagonisten sind im Wesentlichen dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem die Nebencharaktere um Demel, Meinert und Jones, während Klaudias Überfordertheit zwar durchaus nachvollziehbar ist, dennoch beim Lesen manchmal nervt.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sehr sauber gearbeitet. Das Cover vermittelt gut die Grundstimmung des Romanes, wobei sich das Titelbild über den gesamten Buchumschlag zieht und einen tollen Gesamteindruck erweckt. Lediglich die vorangestellte Dramatis Personae ist – inhaltlich – zu ausführlich und gibt dem Leser bereits Bilder der handelnden Personen vor, die er so nicht selbst entdecken kann.

Mein Fazit: „Verfehlt: Ein Spreewald-Krimi“ ist ein im Wesentlichen überzeugender Regionalkrimi, der vor allem mit einem tollen Setting und einem locker-leichten Schreibstil glänzt, aber auch kleinere Schwächen in der Handlung aufweist. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Von London nach Lübbenau | Kulturschock und Buchpost im Doppelpack

In den letzten Tagen erreichten mich wieder einige tolle Bücher, die ich Euch zeigen möchte, bevor es dann in der nächsten Woche mit Rezensionen und – nicht zu vergessen – der Leipziger Buchmesse losgeht. Heute beginne ich mit zwei Rezensionsexemplaren, die zwar beide in Europa, aber an gänzlich unterschiedlichen Orten spielen: „Verfehlt“ von Christiane Dieckerhoff und „London’s Lost“ von L.A. Gunn – vielen Dank auch jeweils an alle Beteiligten für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare (im Falle von „Verfehlt“ über eine Leserunde auf Lovelybooks). Ich bin schon ganz auf die Ausflüge nach London und in die Nähe meiner alten Heimat, nach Lübbenau, gespannt. Welche Schauplätze lest Ihr in Büchern am Liebsten?