Starke Frauen im Doppelpack | Leserunden-Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. Sowohl „Beethovens Geliebte“ von Claudia Romes (atb) als auch „Verbrechen sind mein Job“ von Karlotta Stahl (Eden Books) stellen dabei starke Frauen in den Mittelpunkt, einmal in Form eines historischen Romans über Babette Koch und einmal in Form eines True Crime Buches, in dem eine von Deutschlands jüngsten Staatsanwältinnen Einblicke in Strafverfahren und Justiz gibt.

Mögt Ihr True Crime? Wenn ja: in welcher Form?

[Buchgedanken] Alex Beer: „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ (Felix Blom 1)

Vor kurzem habe ich „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ gelesen, den ersten Band der neuen Reihe von Alex Beer. Der Roman ist 2022 bei Limes in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als historischer Kirminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines unkorrigierten Vorableseexemplars über die vermittelnde Agentur Buchcontact.

Berlin, 1878: Der Gauner Felix Blom wird nach drei Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Doch in Freiheit ist nichts mehr so, wie es mal war: Sein Hab und Gut gepfändet, seine Verlobte ist mit jemand Neuem liiert. Alle Versuche, an Geld oder Arbeit zu kommen, scheitern. Aber dann hat Blom eine geniale Idee: Warum sich nicht mit der neuen Nachbarin zusammentun? Die ehemalige Prostituierte Mathilde führt eine Privatdetektei, allerdings sind die Aufträge rar, da man ihr als Frau diese Arbeit nicht zutraut. Ihr erster Fall führt die beiden gleich auf die Spur eines mysteriösen Mörders, der seinen Opfern Briefe mit der Botschaft zukommen lässt: „In wenigen Tagen wirst Du eine Leiche sein.“ Als auch Blom eine solche Karte unter seiner Tür durchgeschoben bekommt, wird die Sache persönlich …

„Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ ist ein historischer Kriminalroman, der im Berlin in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach der Reichsgründung spielt und damit beweist, dass preußische Kriminalromane in letzter Zeit immer stärker auf den Buchmarkt drängen. So habe ich ja auch Ralph Knobelsdorfs Bücher über Wilhelm van der Heyden gelesen, die mich ebenfalls ins Polizeigebäude am Molkenmarkt geführt haben – eine tolle Entwicklung, denn die Epoche ist wirklich hochspannend.

Apropos spannend – auch die Handlung des Buches ist hochspannend, abwechsungsreich und kurzweilig und vermag mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung zu überraschen. Dabei ist es interessant, als Ermittler nicht einen Polizisten, sondern einen – mehr oder minder geläuterten – früheren Verbrecher zu begleiten, der zusammen mit einer ehemaligen Prostituierten eine Detektei betreibt – eine skurille, aber auch erfrischende Kombination, die noch viele Entwicklungsmöglichkeiten für die Folgebände lässt, da die beiden zusammen noch nicht annähernd ihr Potential ausgeschöpft haben. Hierbei lässt sich der Roman durchaus – überraschend – auch als Standalone lesen, da die wesentlichen Handlungsstränge aufgelöst werden – nicht selbstverständlich für den Beginn einer Reihe.

Generell überzeugt das Setting auf ganzer Linie. Alex Beer entführt den Leser in ein Berlin auf dem Weg zur Weltstadt, in ein Preußen kurz nach der Gründung des Kaiserreichs. Industrialisierung, politische Unruhen und Umwälzungen, Standesdünkel und ein perfider Racheplan werden hier von der Autorin zu einem tollen Gemisch verwoben, das im Kopf des Lesers – nicht zuletzt auch dank dem flüssig und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin – sofort Bilder heraufbeschwört und die Geschichte vor dem inneren Auge ablaufen lässt.

Die einzelnen Figuren sind dabei im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – auch wenn Alex Beer einen relativ großen Verschleiß an Figuren in diesem Band hat, da diverse Nebenfiguren versterben. Vor allem überzeugen hierbei Mathilde und Bruno, während ich auch sehr lang ein Fan von Cronenberg war – ein Gefühl, das zuletzt doch merklich abgeflaut ist.

Die Buchgestaltung ist – soweit man das beurteilen kann – solide. Da es sich um ein unkorrigiertes Leseexemplar handelt, sind natürlich noch Fehler enthalten – wenn auch einer der Schnitzer ungewöhnlich groß ist. Gleiches gilt für die Umschlaggestaltung, da dies ebenfalls ja nicht dem regulären Exemplar entspricht. Lediglich zum Covermotiv können daher Aussagen getroffen werden, das immerhin einen Bezug zu Berlin auweist, in Gänze aber etwas unscheinbar daherkommt.

Mein Fazit? „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ ist ein vielversprechender Beginn in eine neue historische Krimireihe, der vor allem durch eine abwechslungsreiche und überraschende Handlung punktet und sogar als Standalone lesbar ist. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Warda Moram: „Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ (Liber Bellorum 3)

Vor einiger Zeit habe ich „Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ von Warda Moram gelesen, nach „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ und „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ der abschließende Band der phantastischen Trilogie. Das Buch ist 2022 bei Julos in der Mankau Verlag GmbH erschienen und der High Fantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Ein hinterhältiger Mord bringt das unsichere Bündnis zwischen Allianz und Schattenclan ins Wanken. Als Schattenfürst Kyle der Allianz Rache schwört, schwindet die letzte Hoffnung auf eine diplomatische Lösung. Doch höhere Mächte haben ihre Finger mit im Spiel. Halbvergessene Legenden enthüllen ihren wahren Kern, und eine uralte Prophezeiung droht sich zu erfüllen, als das Land im Krieg versinkt. Lässt das Schicksal noch mit sich verhandeln?

„Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ setzt die Handlung der Vorgängerbände nahtlos fort und schreibt die Erzählung weiter. Im Wesentlichen trifft man dabei auf die altbekannten Charaktere, neue Protagonisten werden kaum angelegt, was aber auch nicht zwingend notwendig ist, ist es doch Ziel eines abschließenden Bandes, möglichst viele bereits angelegte Handlungsstränge zu einem zufriedenstellenden Ende zu führen.

Dies gelingt Warda Moram mit diesem Buch jedoch nur so leidlich. So gut mir die ersten beiden Teile noch gefallen haben, fällt dieser Band doch etwas ab, zumindest in meiner Wahrnehmung. Denn eines muss man der Autorin zugute halten – sie traut sich, ungewöhnliche Pfade einzuschlagen, polarisiert in der Konsequenz, wie sie die Handlung weiterentwickelt – nichts für jedermann, insbesondere zum Abschluss einer Trilogie.

Gleiches gilt für die Charakterentwicklung. Es ist schon fast Kunst, die meisten Charaktere, seien es Haupt- oder Nebenprotagonisten, so konsequent unsympathisch werden zu lassen, egal ob Raven oder Kyle, Sanguis oder Merovan, oder zuletzt sogar Melenis. Einzig Serin vermag in diesem Band noch halbwegs zu überzeugen.

Auch der Weltenbau wirft in diesem Band einige Fragen auf. Während das Magiekonzept weiterhin nicht vollständig erklärt wird, wird dafür die Entstehungsgeschichte der Welt in einem großen Schöpfungsmythos abgehandelt, Dämonen, Götter, Unsterbliche … selbst Nekromanten und Untote tauchen auf, was sehr viel zu verarbeiten und nicht immer nachvollziehbar ist – vielleicht etwas zu ambitioniert.

Dahingegen überzeugt die Buchgestaltung erneut auf voller Linie, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist ebenfalls wieder hochwertig gestaltet mit einer Prägung auf Cover und Buchrücken sowie Klappen und farbigen Coverinnenseiten, die eine (erneut) erweiterte Weltkarte sowie eine Stadtkarte von Necropolis zeigen. Das Titelmotiv ist erneut einfach, aber farblich schön und fügt sich gut in das Gesamtbild der Reihe mit hohem Wiedererkennungswert ein.

Mein Fazit? „Liber Bellorum III: Asche & Phönix“ ist ein ambitionierter Reihenabschluss, der zwar konsequent aber gleichfalls hochpolarisierend ist. Für die Leser der vergangenen Bände dennoch zu empfehlen – auch wenn es den ein oder anderen sicherlich wie mich enttäuscht zurücklässt. Ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren – und nicht, wie vom Verlag angegeben, ab 12.

Von großer Gefahr und noch größerer Liebe | Doppelte Buchpost

Vor und während der Buchmesse erreichten mich diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! Während „EAST – Welt ohne Seele“ von Jens Henrik Jensen (dtv Verlag) als Auftakt in eine Trilogie an Agententhrillern von großer Gefahr durchdrungen ist, geht es in „Everlove – Bis übers Ende dieser Welt hinaus“ vonTanya Byrne (Fischer Sauerländer, S. Fischer Verlage) über Liebe, die selbst den Tod besiegt. Ich bin schon ganz gespannt, welches Gefühl mich schlussendlich mehr abholen und mitnehmen wird – es steht jedenfalls ein abwechslungsreiches Leseprogramm ins Haus.

Worauf hättet Ihr im Moment mehr Lust? Lest Ihr stimmungsabhängig?

[Buchgedanken] Silke Elzner: „Die letzte Fehde an der Havel“

Vor kurzem habe ich „Die letzte Fehde an der Havel“ von Silke Elzner gelesen. Das Buch ist 2022 in der Gmeiner-Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Carls Dorf von Dietrich von Quitzow überfallen wird, gerät sein Leben aus den Fugen: Der Raubritter schändet Carls Jugendliebe, und er selbst wird als Geisel verschleppt. Für Carl beginnt ein neues Leben als Waffenknecht auf Burg Kletzke, doch in ihm wächst ein unstillbarer Wunsch nach Rache. Als sich mit Friedrich von Hohenzollern ein neuer Landesherr ankündigt, sieht Carl die Chance gekommen, sich für all das Leid zu revanchieren …

„Die letzte Fehde an der Havel“ entführt den Leser ins mittelalterliche Brandenburg zu Beginn des 15. Jahrhunderts – eine Art Heimkommen für mich, spielen doch meine Heimatstadt und viele weitere Orte aus der näheren Umgebung eine tragende Rolle im Roman, der sowohl sprachlich authentisch als auch gut recherchiert daherkommt.

Insgesamt vermag das mittelalterliche Setting durchaus zu überzeugen. So beschreibt Silke Elzner in leicht und flüssig zu lesendem Schreibstil eine Zeit mit fließendem Übergang zwischen Fehdewesen und Raubrittertum, eine Zeit enormer Standesunterschiede, aber auch ungewöhnlicher Freundschaften und Bündnisse.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich, wenn auch teilweise mit kleineren Längen versehen. Dabei mischt Silke Elzner genre- und zeittypische Themen wie Freundschaft und Liebe, Rache und Hass, Armut und Reichtum sowie Krankheit, Krieg und Tod zu einem spannenden Konglomerat. Erstaunlicherweise ist es der Autorin hierbei gelungen, mich als Leser zu fesseln, am Buch kleben zu lassen, obwohl mir der Protagonist von Kapitel zu Kapitel unsympathischer geworden ist, sich fast zum Antihelden entwickelt hat, dem man ein Happy-End nicht gönnt.

Insgesamt sind die Protagonisten vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Zwar bin ich mit Carl nicht warm geworden, überzeugt haben mich jedoch wichtige Nebencharaktere wie Rieke und Käthe sowie Dietrich als Antagonist. Gefreut hätte ich mich, wenn die Dramatis Personae der Geschichte nicht nach-, sondern vorangestellt worden wäre. So findet sich vor Beginn der Geschichte nur eine Karte der mittelalterlichen Mark Brandenburg, die das Verständnis dennoch fördert und unterstützt.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist solide, auch wenn die Kapitelanfänge mitten auf der Seite doch etwas irritieren. Das Cover ist farblich und vom Motiv her durchaus ansprechend, ihm fehlt aber klar der Bezug zur Handlung oder zur Region. Der Rest des Buchumschlags ist unauffällig und schlicht.

Mein Fazit? „Die letzte Fehde an der Havel“ ist ein im Wesentlichen überzeugender historischer Roman, der vor allem durch sein Setting und eine spannende Handlung punktet, aber auch einige Längen und einen unsypathischen Protagonisten aufweist. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

[Buchgedanken] Anika Beer: „Succession Game“ (Game 1)

Vor kurzem habe ich „Succession Game“ von Anika Beer gelesen. Das Buch ist 2022 in der Piper Verlag GmbH erschienen und als dystopische Science-Fiction / dystopischer Thriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

2054: Der Klimawandel ist weit fortgeschritten, die Menschen leben auf engstem, hoch technologisierten Raum. Augmented-Reality-Programme erfreuen sich großer Beliebtheit – allen voran das Escape-Room-Spiel »Succession Game«, das in den sozialen Medien von Millionen Fans gefeiert wird. Als die Privatdetektivin Clue als Kandidatin ausgewählt wird, sieht sie ihre Chance, den zwielichtigen Megakonzern hinter dem Spiel von innen aufzumischen. Doch kurz nach Beginn des Spiels stirbt ein Teilnehmer, und Clue begreift, welche Abgründe sich hinter den Kulissen von »Succession Game« verbergen. Plötzlich muss sie selbst um ihr Leben fürchten.

„Succession Game“ ist ein dystopischer Science-Fiction Thriller, der sich bereits sehr früh beim Lesen als absolutes Jahreshighlight herauskristallisiert hat. Dabei vermengt Anika Beer in ihrem Roman neben der Thrillerhandlung Themen wie Neuroinformatik, den Klimawandel oder Virtual Reality und Reality TV zu einem unglaublich innovativen Gesamtgemenge und erschafft dabei eine Mischung aus „Hunger Games“ und „Ready Player One“.

Die Handlung ist hierbei hochspannend und abwechslungsreich – und wartet immer mal wieder auch mit unerwarteten Wendungen auf. Dabei bietet der Roman ein enormes Potential für Folgebände und Prequels – gern bitte mehr davon. Einziges Manko sind die vielleicht etwas zu ausführlich geratenen wissenschaftlichen Passagen, die den Lesefluss eines Normallesers kurzzeitig doch etwas hemmen.

Das Setting begeistert ebenfalls auf ganzer Linie. Anika Beer entführt den Leser in ein Europa, insbesondere ins Berlin des Jahres 2054, in eine hochtechnologisierte Welt zwischen Augmentationen und Insights – sowie in eine als krasses Gegenstück entworfene Spielarena/Spielumgebung, die aber nicht minder aufgerüstet ist – die Hungerspiele lassen auch hier grüßen. In jedem Fall gelingt es der Autorin, beim Leser das Kopfkino sofort anspringen zu lassen – nicht zuletzt auch dank ihres flüssig und gut zu lesenden Schreibstils.

Di einzelnen Protagonisten sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Clue vor allem Yez – und der Théo aus der zweiten Hälfte des Buches. Um spoilerfrei zu bleiben, verrate ich mal nicht, was ihn vom früheren Théo unterscheidet – und welche Spitznamen er deswegen bekommt.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist brillant, differenziert zwischen Ingame und „Realität“ und bildet die technische Komponente des Buches insgesamt gut ab. Das Covermotiv zieht sich gut über den kompletten Umschlag, ist farblich spannend, aber etwas beliebig, der Buchumschlag insgesamt mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Succession Game“ ist ein durchweg überzeugender dystopischer Roman, der vor allem durch sein brillantes Setting und eine hochspannende Handlung punktet und nur minimale Längen zwischendurch hat. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

[Buchgedanken] Warda Moram: „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ (Liber Bellorum 2)

Vor kurzem habe ich den zweiten Band der „Liber Bellorum“-Trilogie von Warda Moram gelesen. „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ ist 2022 bei Julos in der Mankau Verlag GmbH erschienen und als High Fantasy einzuordnen. Vielen Dank erneut für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde zu Teil III auf Lovelybooks.de. Die Besprechung zum ersten Band kann übrigens *hier* abgerufen werden.

Wer ist der wahre Feind? Feuermagier Kyle macht sich auf die Suche nach der Wahrheit: über Gräuel der Vergangenheit und dunkle Bedrohungen in der Zukunft. Wird ein zerbrechliches Bündnis dem ungewiss mächtigen Gegner trotzen können?

„Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ setzt die Handlung des ersten Bandes nahtlos fort und schreibt die Geschichte der beiden Brüder weiter. Durch die Splittung der Handlungsorte in Akademie und Necropolis – die gemeinsame Reise mal ausgenommen – entsteht ein Setting, fast wie in „Die zwei Türme“, was die Aufmerksamkeit des Lesers fordert, die Geschichte nicht immer stringend vorantreibt und daher zuweilen etwas zähflüssig ist.

Trotz der kleineren Längen ist die Handlung weiterhin spannend und immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen versehen. Leider endet das Buch jedoch in einem relativ brutalen Cliffhanger, hier hätte man auch das Ende etwas anders legen können. Warda Morams Schreibstil bleibt dabei weiterhin flüssig und gut lesbar.

Auch der Weltenbau wird in diesem Band etwas vorangetrieben – was auch bereits an der ergänzten und ausgeweiteten Karte ersichtlich ist, die zusammen mit einem Grundriss der Kaserne dieses Mal die Handlung begleitet. Leider beschränkt sich der entwickelte Weltenbau auf die geographischen und politischen Gegebenheiten, ergänzende Informationen zum Magiekonzept fehlen mir weiterhin, um dieses wirklich glaubhaft erscheinen zu lassen.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich ebenfalls fort, neben altbekannten Protagonisten lernt man in diesem Band auch neue Gesichter kennen. Dabei überzeugen in diesem Band neben Melenis, die bereits im ersten Band zu begeistern wusste, auch Serin und Raven, während Kyle sich ebenfalls stark verbessert zeigt.

Die Buchgestaltung brilliert erneut auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön anzusehen, genau wie das Titelbild, das einen hohen Wiedererkennungswert bietet und einen tollen, einheitlichen Gesamteindruck der Reihe erzeugt. Der Buchumschlag ist dabei erneut hochwertig gestaltet, auf dem Cover und Buchrücken geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen – sehr edel.

Mein Fazit? „Liber Bellorum II: Licht & Schatten“ setzt die High Fantasy Trilogie gut fort und punktet mit einer spannenden Handlung, hat aber auch leichte Längen und einen brutalen Cliffhanger. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – erneut ab einem Lesealter von 14 und nicht – wie vom Verlag angegeben – ab 12.

[Buchgedanken] Warda Moram: „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ (Liber Bellorum 1)

Vor kurzem habe ich „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ gelesen, den ersten Band der phantastischen „Liber Bellorum“-Trilogie von Warda Moram. Das Buch ist 2021 bei Julos in der Mankau Verlag GmbH erschienen und als High Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde zu Band III auf Lovelybooks.de.

Zwei Brüder ziehen heimatlos umher: Der verwegene Kyle ist getrieben von seiner dunklen Vergangenheit, während der zurückhaltende Raven an der Impulsivität seines Bruders so manches Mal verzweifelt. Warum müssen sie stets fliehen, warum ständig lügen? Als sie ein Tabu brechen und die Grenze zum Verbotenen Land überschreiten, treten die in ihnen schlummernden magischen Kräfte zutage. Auf der hoch angesehenen Akademie von Lunaris sollen Kyle und Raven lernen, ihre Magie zu kontrollieren und zu nutzen. Doch bald schon beginnt die schöne Fassade zu bröckeln, und düstere Prophezeiungen nehmen Gestalt an …

„Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ ist ein typischer Auftaktband in eine High-Fantasy-Trilogie mit Schwächen und Stärken. So ist das Buch nicht als Standalone lesbar, werden doch kaum relevante Handlungsstränge aufgelöst, endet das Buch doch auch sehr offen. Auch braucht man als Leser einige Zeit, in die Handlung hineinzukommen, geht diese doch relativ gemächlich los, müssen doch erst sowohl die Welt als auch die meisten relevanten Charaktere eingeführt werden.

Insgesamt ist die Handlung dennoch durchaus kurzweilig und abwechslungsreich, auch wenn die handelnden Personen teils unlogisch agieren. Dabei mischt die Autorin genretypische Tropes und Themen wie die Entdeckung eigener Magie, den Tod der Eltern, Liebe, Mchtkämpfe und das Schicksal von Welten zu einem bunten Konglomerat, das durchaus Spaß macht. Spätestens mit den Themen ist dann auch die Genrezuordnung klar, und das Buch nicht – wie teils eingeordnet – als „Sword & Sorcery“ oder „Dark Fantasy“ anzusehen, sondern als relativ klassische High Fantasy.

Der Weltenbau ist dabei durchaus gelungen, auch wenn man anfangs etwas braucht, sich in der von Warda Moram erschaffenen Welt zurechtzufinden. Tolle Unterstützung leisten hier die Karten der Welt und der Akademie auf den Coverinnenseiten sowie das Glossar der einzelnen Magietypen am Ende des Buches. Gerade das Magiekonzept benötigt jedoch, trotz der Typenerklärung, in den weiteren Bänden noch einiges an Hintergrund, um glaubhaft zu funktionieren.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Melenis und Yuri, während insbesondere Kyle noch etwas blass bleibt. Warda Morams Schreibstil ist darüber hinaus leicht und flüssig zu lesen.

Die Buchgestaltung ist exzellent. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön anzusehen. Der Buchumschlag ist sehr hochwertig, mit leichter Prägung auf Titel und Buchrücken versehen und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten ausgestattet. Das Covermotiv ist farblich beeindruckend und bietet einen guten Wiedererkennungswert sowie ein einheitliches Gesamtbild der Reihe mit den weiteren Teilen.

Mein Fazit? „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ ist ein solider Auftakt in eine phantastische Trilogie, der vor allem durch einen gelungenen Weltenbau und eine abwechslungsreiche Handlung punkten kann, allerdings auch kaum Handlungsstränge auflöst. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen, allerdings nicht als Standalone lesbar – und nicht, wie vom Verlag empfohlen, ab einem Lesealter von 12, sondern eher ab 14 Jahren.

[Buchgedanken] Michael Bremmer / Veronika Grüning: „Gangs of Katzenstadt“

Vor kurzem habe ich „Gangs of Katzenstadt“ von Michael Bremmer und Veronika Grüning gelesen. Das Buch ist 2022 in der dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG erschienen und als phantastischer Thriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eine von den Menschen verlassene Stadt, eine leere Fabrik und immer wieder die Straße … In Katzenstadt ereignen sich seltsame Dinge. Zunächst ist es nur ein Gerücht, das Kreise zieht: Katzen sollen verschwunden sein. Dann wird der von allen geliebte Kater Matula verschleppt. Als auch noch Bandini und ihre Gang von einem Glatzkopf und seinen Kampfhunden aus der alten Fabrik vertrieben werden, wachsen Angst und Unruhe. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Jahre zurückliegenden Mord am alten Katzenfutterfabrikanten und den jüngsten Ereignissen? Oder folgt alles einem dunklen Plan?

„Gangs of Katzenstadt“ ist ein sehr innovatives Buch, bei dem bereits die Genrezuordnung schwer fällt. So hat der Roman durchaus Thriller-Elemente, während er ganz klar auch der Urban-Fantasy zugeordnet werden kann. Gleichsam sind auch Anklänge an Fabeln / Tierromane zu finden – eine kunterbunte Mischung, die das Autorenduo da fabriziert hat, dessen Schreibstil man dabei die verschiedenen Autoren nicht anmerkt, liest sich das Buch doch wie aus einem Guss.

Die Handlung ist dabei abwechslungsreich und kurzweilig, wenn auch teils vorhersehbar und bisweilen mit kleineren Logiklücken versehen. Dabei werden durchaus auch menschlich relevante Themen wie Gentrifizierung auf die Katzen heruntergebrochen und so geschickt im Roman verpackt. Aufgrund der Vielzahl an Katzen (mehr als 30) kommt man anfangs jedoch etwas schwer in die Handlung, auch die sehr kurzen und jeweils mit Fettschrift begonnenen Leseabschnitte stören hierbei etwas den Lesefluss, obwohl man sich irgendwann etwas daran gewöhnt, bzw. die Fettschrift einfach überliest.

Das Setting ist gelungen, die Autoren entführen den Leser nach Katzenstadt, in eine größtenteils von Menschen verlassene Ortschaft. Dabei wird es dem Leser durch Illustrationen und einen in die Handlung eingefügten Stadtplan erleichtert, sich selbst ein Bild zu machen und das Kopfkino noch besser anlaufen zu lassen. Insbesondere die Katzen werden durch die der Handlung nachgestellten kurzen Steckbriefe und Illustrationen bildhaft dargestellt.

Die einzelnen Charaktere werden aufgrund der schieren Masse an Protagonisten für ein so kurzes Buch teils nur skizzenhaft angelegt, da sie nur in einzelnen Szenen prominent auftauchen. Inge, die für den Humor im Buch sorgt, und Tiga überzeugen jedoch auf ganzer Linie, während auch Spike und Bonnie für Lichtblicke sorgen.

Die Buchgestaltung ist solide, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz überzeugt mich – wie oben dargestellt – nicht, wartet dafür aber mit wundervollen Illustrationen auf. Das Cover ist, wie auch Buchrücken und Coverrückseite, relativ schlicht und unauffällig.

Mein Fazit? „Gangs of Katzenstadt“ Ist ein kurzweiliges Buch mit spannendem Setting, aber auch kleineren Schwächen in Handlung und Lesbarkeit. Für Leser des Genres und Katzenliebhaber im speziellen dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 14 Jahren.

Vergangenheit und Zukunft | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! Während „Die letzte Fehde an der Havel“ von Silke Elzner (Gmeiner Verlag) den Leser dabei ins Mittelalter mitnimmt, entführt „Succession Game“ von Anika Beer (Piper Verlag) den Leser in eine dystopische Zukunft des Jahres 2054. Ich bin schon gespannt, welcher der Zeitsprünge mir besser gefallen wird.

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