[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 1 – Heldensuche“ (Die Shannara Chroniken)

Vor einigen Tagen habe ich „Heldensuche“, den ersten Teil der „Erben von Shannara“, beendet – insgesamt mein viertes Buch aus Terry Brooks epischem Shannara-Universum. Die Rezensionen der anderen Werke könnt ihr unter folgenden Links nachlesen: „Das Schwert der Elfen„, „Elfensteine„, „Das Lied der Elfen„). Die mir vorliegende Ausgabe erschien 2017 bei Blanvalet, Verlagsgruppe Random House, die Originalausgabe 1990 unter dem Titel „The Scions of Shannara“ bei Del Rey, New York. Das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe stammt aus dem Jahr 1991. Der Roman – und die ganze Reihe – ist dem Genre „High Fantasy“ zuzuordnen, auch wenn gewisse dystopische Elemente und Anklänge an die „Heroic Fantasy“ nicht zu verneinen sind.

512bk8uwzdklHunderte Jahre nach dem Tod Allanons, des letzten Druiden, ist die Magie fast vollständig aus den Vier Landen verschwunden, und jede Nutzung von Magie wird von den Suchern der herrschenden Förderation rigoros geahndet. Da erhält Par Ohmsford von Allanons Schatten den Auftrag, das legendäre Schwert von Shannara zu suchen. Doch auch für Wren Ohmsford und Walker Boh hält der letzte Druide Aufgaben bereit. Denn nur gemeinsam durch die Kraft des Hauses von Shannara kann es gelingen, den Schattenwesen, die die Vier Lande unterwandern, Einhalt zu gebieten.

„Heldensuche“ ist ein gelungener Auftakt in eine neue Trilogie in der Welt von Shannara, auch wenn es sich gelegentlich wie der Mittelteil einer Reihe anfühlt.  Dies liegt allerdings daran, dass, vergleichbar zu „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“, die Handlungsstränge und Quests der einzelnen Auserwählten auseinanderfallen, und die Geschichte dadurch nicht stringent erzählt wird, was einerseits den Lesefluss etwas hemmt und andererseits für wirklich große Cliffhanger sorgt. Schön ist es, dass durch Verweise zu den anderen Büchern, durch Erzählungen, und nicht zuletzt durch die Familienbande zu früheren Protagonisten (z. B. Padishar Weidenkorb und Morgan Leah) die Handlung gut in den Kontext der gesamten Reihe passt, und der Weltenbau und die Entwicklung einheitlich vorangetrieben werden.

Mit dem Roman legt Terry Brooks den Grundstein für weitere Bände, viele Probleme werden nur angerissen, viele Fragen sind noch offen, viele Aufgaben ungelöst. „Heldensuche“ brilliert darin, das epische Finale, den Kampf gegen das Böse vorzubereiten. Dadurch hat es einige Längen, und es fehlt gelegentlich am großen Knall. Dem Autor gelingt es jedoch, alle Protagonisten einzuführen, ihre Besonderheiten und jeweilige Motivation zu erklären, ohne den Leser zu überlasten. Der Roman überzeugt auch dadurch, dass sich die jeweiligen Personen – so unterschiedlich sie auch sein mögen – konsequent weiterentwickeln, Stärken und Schwächen zeigen.

Der Buchsatz ist gelungen, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls. Das Cover besticht durch die hochwertig geprägte Schrift, bietet einen hohen Wiedererkennungswert und fügt sich nahtlos in das Gesamtbild der Reihe ein.

Mein Fazit? „Heldensuche“ ist ein vielversprechender Auftakt in eine neue Trilogie aus Terry Brooks Meisterwerk. Der Roman besticht durch einen tollen Weltenbau und starke Charaktere, lässt aber handlungs- und spannungstechnisch noch Luft nach oben für die Folgebände. Für Liebhaber der High-Fantasy bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Ulla Scheler: „Und wenn die Welt verbrennt“

Ich melde mich aus dem Urlaub zurück – und fülle die Zeit vor der LBM noch mit einigen Rezensionen und Vorbereitungsposts – den Beginn macht heute ein definitives Jahreshighlight.

„Und wenn die Welt verbrennt“ ist nach dem genialen „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ der zweite Roman von Ulla Scheler. Er ist 2017 bei heyne>fliegt, Verlagsgruppe Random House GmbH, erschienen und ist dem Genre Jugendbuch zuzurechnen.

51fxsw4jf3l-_sx328_bo1204203200_„Und wenn die Welt verbrennt“ ist die Geschichte von Felix und Alisa, die sich zufällig in München treffen. Sie, eine Medizinstudentin mit einem dunklen Geheimnis; er, ein Straßenkünstler, der mit Kreidezeichnungen Passanten auf den Asphalt bannt. Gemeinsam, ein unschlagbares Team, das sich perfekt ergänzt. Zusammen scheint alles möglich – bis Alisa schließlich im Lodern eines Feuers von den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt wird.

Wow. Nicht mehr – und nicht weniger – kann ich eigentlich zu diesem Buch sagen. Sollte es, trotz des gelugenen Debüts, noch Zweifler an Ulla Schelers Schreibtalent gegeben haben, sind diese restlos ausgeräumt. „Und wenn die Welt verbrennt“ ist ein leuchtender Stern am Jugendbuch-Himmel – und Ulla Scheler als Jugendbuchautorin so etwas wie das deutsche und weibliche Pendant zu John Green. Sie erschafft Charaktere, die stark und verletzlich zugleich sind, lebensecht aber auch vergänglich.

Ihre Figuren berühren – und man kann sich sofort mit ihnen identifizieren. Ich bin zwar kein Fan mehrerer Ich-Perspektiven, in diesem speziellen Fall kann ich es aber tolerieren, da so die Gedanken und Gefühle, Zweifel und Ängste, sowohl von Felix als auch von Alisa brilliant zum Ausdruck gebracht werden können. Dabei balanciert das Buch die ganze Zeit gekonnt auf der Trennlinie zwischen Liebes- und Schicksalsroman – und ergänzt sich daher zu einem ausgewogenen Jugendbuch, das die Facetten des Lebens anschaulich widerspiegelt. Ulla Schelers Schreibstil ist dabei so intensiv und gefühlvoll, dass er den Leser komplett in seinen Bann zieht.

20171112_223838Unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass der Spannungsbogen die ganze Zeit aufrechterhalten wird. Und auch wenn man einiges vorherahnt, trifft die Wahrheit einen doch unvermittelt und hart – und man leidet mit Alisa, Felix und Adrian. Und trotz der Schatten der Vergangenheit ist „Und wenn die Welt verbrennt“ ein Werk für die Zukunft – ein Weckruf, dass Aufgeben keine Option ist. Denn die Rückkehr in die Normalität beginnt teils mit einem winzigen Schritt – oder wie Ullas Werk beeindruckend darstellt – mit einem Kreidestrich.

Nur am Rande noch kurz ein Lob an die Buchgestaltung, damit deren Arbeit nicht untergeht. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind gelungen, das Cover ist – gerade im Hinblick auf den Inhalt – beeindruckend und intensiv – und hochwertig mit Prägedruck und ausklappbaren Coverinnenseiten gestaltet.

Mein Fazit? „Und wenn die Welt verbrennt“ ist ein brilliantes Jugendbuch, das sich auch vor Genregrößen wie John Green nicht verstecken braucht. Mit beeindruckenden Charakteren und einer intensiv-gefühlvollen Handlung vermag es restlos zu überzeugen. Unbedingt zum empfehlen.

[Buchgedanken] Ulla Scheler: „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“

Heute, an meinem Geburtstag, möchte ich Euch ein Buch vorstellen, das mich regelrecht begeistert und auf den letzten Drücker einen Platz in meinen Jahreshighlights erobert hat. Es handelt sich um den Debütroman der bezaubernden Autorin Ulla Scheler: „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“. Das Buch ist 2016 unter dem Label „heyne>fliegt“ des Wilhelm Heyne Verlags in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Jugendbuch zuzuordnen. Die mir vorliegende Taschenbuchausgabe ist bereits aus der zweiten Auflage.

51klbkb1ipl-_sx328_bo1204203200_„Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ ist die Geschichte von Hanna und dem Graffitikünstler Ben, die Geschichte zweier Menschen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, und die doch so viel verbindet. Nach dem Abitur fahren sie in Bens klapprigem Auto ins Ungewisse und landen am Meer, an einem legendenumrankten Strand. Eine Zeit voller Geschichten, Abenteuer, Mutproben und Überraschungen beginnt, eine intensive  Zeit, die die beiden näher zusammenbringt als jemals zuvor. Bis zu dem Tag, als sich die Ereignisse wiederholen …

Mir fehlen, irgendwie immernoch, die Worte, um dieses Buch auch nur ansatzweise adäquat zu beschreiben, selbst die Kurzzusammenfassung war bereits ein Kampf. „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ ist nicht nur ein Buch, es ist auch ein wahrer Zitateschatz für alle Lebenslagen, ein Buch mit Passagen, so wundervoll, dass mir als Autor der Text ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Das war bereits seit dem Anfang des Buches klar, denn es beginnt mit einem der markantesten ersten Sätze, die ich je gelesen habe:

„Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung.“

Mal behutsam, mal intensiv, aber immer ehrlich und gefühlvoll führt Ulla Scheler den Leser mit zauberhaften Worten in die Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Durch die (glücklich gewählte) Ich-Perspektive von Hanna ist man so nah an der Handlung, leidet, lacht und fühlt mit der Protagonistin. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, und lässt sich gut lesen – ein beeindruckendes Debüt, für das die Autorin zurecht für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war.

20171112_223806Die Handlung ist spannend, bietet unerwartete und überraschende Wendungen. Doch viel wichtiger als die Handlung sind in diesem Fall die eingebundenen Charaktere, nicht nur die Protagonisten Hanna und Ben, sondern auch die überzeugenden Nebencharaktere wie Chloe und Sam. Es ist erstaunlich und umso beeindruckender, dass ein Buch mit so wenig Charakteren auskommt und gleichsam so viel zu erzählen hat.

Auch die Umsetzung der Geschichte in Buchform überzeugt restlos, das Cover ist hochwertig geprägt und hat farbige Coverinnenseiten, der Buchsatz ist innovativ und gelungen, besonders die eingebauten Listen überzeugen. Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls gute Arbeit geleistet.

Mein Fazit? „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ ist ein überragendes Debüt von Ulla Scheler, das sich vor Genregrößen wie John Green nicht zu verstecken braucht. Der Roman punktet mit starken Charakteren und einer gefühlvollen, eindringlichen Sprache. Bedenkenlos zu empfehlen – und für mich eines der Bücher meines Lesejahres. Ich freue mich bereits jetzt auf „Und wenn die Welt verbrennt“, das zweite Buch der Autorin, das ganz oben auf meiner Leseliste für 2018 liegt.

Ps: Ich habe das Gefühl, dass diese Rezension noch nicht ansatzweise ausreicht, mir noch dutzende Gedanken im Kopf herumschwirren. Sofern sich dies weiter aufklart, werde ich vielleicht noch den ein oder anderen Satz ergänzen.

[Buchgedanken] Dan Brown: „Origin“

Nach einer stressbedingten kurzzeitigen Abwesenheit melde ich mich zu den Feiertagen mit neuen Blogposts und Rezensionen zurück :). Den Anfang macht heute Dan Brown mit „Origin“ – dem fünften Band um den Symbologen Robert Langdon, erschienen 2017 bei Bastei Lübbe. Im Original wurde das Buch, ebenfalls unter dem Titel „Origin“, im Jahr 2017 bei Doubleday, Penguin Random House LLC. veröffentlicht und ist am ehesten dem Genre Thriller zuzuordnen.

51uowvfmrxl-_sx328_bo1204203200_Robert Langdon, Professor an der Harvard-Universität, ist eine der bekanntesten Koryphäen auf dem Gebiet der religiösen Symbolik. Umso überraschter ist er von der Einladung seines ehemaligen Schülers, dem Futurologen und Technikgenie Edmond Kirsch, der im Guggenheim Museum für Moderne Kunst in Bilbao eine Präsentation angekündigt hat, um seine neueste Errungenschaft vorzustellen. Aus Verbundenheit zu seinem Freund begibt sich Langdon nach Bilbao, obwohl er der modernen Kunst durchaus skeptisch gegenübersteht. Zu dem Treffen, das die Welt verändern soll …

Dan Brown erschafft … einen typischen Dan Brown (muss man mehr sagen?). „Origin“ ist ein Thriller im Spannungsfeld zwischen Religion und Wissenschaft, Technik und Glauben, ein Roman voller Hass und Vergebung, voller Impulsivität und perfektionistischer Planung – vielleicht der ungewöhnlichste Roman der Langdon-Reihe.

Ein großes Lob verdient natürlich das (allen Büchern der Reihe inhärente) atemberaubende Setting, das bereits jetzt nach einer Verfilmung mit traumhaften Bildern schreit. Das Guggenheim-Museum, die Sagrada Familia, der spanische Königspalast, das Kloster Montserrat und noch viele weitere Locations erfüllen den Roman mit einer ungeheuren Bildgewaltigkeit.

Auch wenn mich das Ende in gewissem Sinne leicht unbefriedigt zurücklässt, gelingt es Dan Brown erneut, den Leser durch ungewohnte Wendungen, unerwartete Ereignisse zu verwirren und auf falsche Fährten zu locken. Der Spannungsbogen wird dadurch die ganze Zeit hochgehalten, bleibt zum Zerreißen gespannt. Im Übrigen treten auch liebgewordene Kleinigkeiten aus den alten Büchern wieder auf.

Erstaunlicherweise gelingt es dem Autor zudem, erneut neue Facetten von Robert Langdon zu zeigen, obwohl man ihn bereits so gut kennt. Die anderen Charaktere des Buches entwickeln sich ebenfalls im Laufe der Zeit, haben Schwächen, Stärken und sind plastisch ausgearbeitet.

Das Buch an und für sich ist sehr hochwertig, ein edler, leicht geprägter Schutzumschlag mit einem tollen Cover umhüllt das Hardcover-Exemplar. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben exzellent gearbeitet.

Mein Fazit? „Origin“ ist ein – erneut, aber gewohnt – brillianter Thriller um Robert Langdon, der mit seinem Setting und der konstant hohen Spannung punktet. Bedenkenlos zu empfehlen – und mit Sicherheit eines meiner Jahreshighlights 2017.

[lit.Love2017] SEP und der letzte Martini

Nachdem ich den wahnsinnig tollen Tag gestern etwas sacken lassen musste, möchte ich Euch jetzt meine Eindrücke des lit.Love-Sonntags präsentieren.

20171112_102504Der Tag startete entspannt mit einem – sehr informativen und gelungenen – Workshop zum Thema „Spannung in Liebesromanen“ von Claudia Winter. Anschaulich und mit Beispielen unterfüttert erklärte sie die verschiedenen Arten von Spannung und wie man einen Spannungsbogen aufrechterhalten kann.

20171112_110717Im Anschluss ging es zur dritten und letzten großen Bühnenveranstaltung des Wochenendes. Die extra aus Amerika angereiste Bestsellerautorin Susan Elizabeth Phillips – oder kurz SEP – gab sich die Ehre und beantwortete die Fragen der Moderatorin und des Publikums. Dabei überraschte sie – mich zumindest – vor allem mit ihrem unglaublichen Humor, der dafür sorgte, dass das ganze Publikum ihr zu Füßen lag. Wenn sie genauso schreibt, reicht das als Erklärung für die Millionenauflagen.20171112_120255

Vor der Mittagspause besuchte ich dann noch eine Lesung von Anne Freytag, die sowohl aus ihrem Buch „Den Mund voll ungesagter Dinge“ las, als auch aus ihrem im März erscheinenden Titel „Nicht weg und nicht da“.

20171112_140850Nach der Pause kam es dann zur großen Siegerehrung des lit.Love-Schreibwettbewerbes, den ich leider nicht gewonnen habe. Okay, das wusste ich bereits vorher – aber ich habe sie mir trotzdem angesehen, da ich gespannt auf den Gewinnertext war. Und ich muss sagen, die Geschichte von Stephi Greger hat mich vollkommen überzeugt, sodass ich zähneknirschend eingestehen musste, dass ich zurecht verloren habe :). Gelesen wurde die Geschichte übrigens vom bekannten Schauspieler Herbert Schäfer (Bild am Beitragsende).

Bereits im Vorfeld hatte ich mir die folgende Veranstaltung dick im Kalender 20171112_150326(0)angestrichen: Ein Talk zu Jane Austen und ihrem Einfluss auch in der heutigen Zeit mit Constanze Wilken, Susanne Goga und Manuela Inusa. Es ist immer spannend zu erfahren, wie eine einzige Autorin ganze Generationen geprägt und auch nach 200 Jahren noch immer hochaktuell ist. Funfact: Neben Manuela Inusas Schreibtisch hängt sogar ein Porträt von Jane.

20171112_160856Danach kam das – unerwartete – absolute Highlight des Tages. Nachdem ich vom Vortag immer noch total geflasht von Ulla Scheler war und mir ihre Bücher besorgt hatte, ließ ich mir diese bei einem Meet & Greet signieren. Die wirklich tollen und kreativ mit den Buchtitel spielenden Signaturen habe ich Euch am Ende des Posts ebenfalls noch angehangen. Dann ging es jedoch zur Lesung von Ulla aus ihrem neuesten Werk „Und wenn die Welt verbrennt“. Ich habe selten eine bessere Lesung erlebt, Ulla hat das Buch nicht gelesen, sondern gelebt. Man spürte förmlich, wie viel Herzblut sie in den Text gesteckt hat, 20171112_172021wie nah ihr jede einzelne Zeile ging. Nun kann ich es kaum erwarten, die Bücher zu lesen.

Zum Tagesabschluss gab es wieder eine offene Martini-Tonic-Bar, an der wir alle noch den ein oder anderen Drink zu uns nahmen, bevor sich die heiligen Verlagshallen nach und nach leerten. Doch nur vorübergehend – denn ich werde 2018 wieder dort sein. Zur dritten lit.Love.

Hier nun noch die versprochenen Bilder :).

[lit.Love2017] Tag 1 – Von Superstars und neuen Gesichtern

Gestern besuchte ich erneut die heiligen Verlagshallen der Random House Verlagsgesellschaft in München, um an der diesjährigen lit.Love teilzunehmen #litlove2017 :). Nachdem ich bereits am Vortag in München angekommen war, startete ich halbwegs ausgeruht und mit genug Puffer in dem Tag, um gemütlich vor den Veranstaltungen noch einen Kaffee trinken und mir die Locations in Erinnerung rufen 20171111_100447zu können.

Gleich zu Anfang kam dann eines meiner geplanten Highlights – ein Talk zu Young-Adult-Büchern mit Anne Freytag, Janet Clark und Ulla Scheler. Anne kannte ich – mit ihrem neuesten Werk – bereits von einer Lesung auf der diesjährigen LBM. Janet und Ulla waren mir aber bis zu diesem Tag kein Begriff, und vor allem letztere begeisterte mich in dem Panel so sehr, dass ich mir direkt im MediaStore ihre Bücher zugelegt habe (Bilder am Ende des Posts) – obwohl ich mir eigentlich ein Buchkaufverbot für die lit.Love verordnet hatte :D.

20171111_110906Im Anschluss gab es dann die erste der beiden großen Bühnenveranstaltungen am Samstag: Bestsellerautorin Anne Jacobs gab sich die Ehre und stellte ihren neuen Roman „Das Gutshaus“ vor – plauderte jedoch vor allem über ihren Werdegang, über ihren Megaerfolg „Die Tuchvilla“ – und stellte sich auch interessierten Fragen.

Als letztes vor der Pause präsentierte Weltstar Lucinda Riley ihr neuenstes Werk „Die 20171111_120846Perlenschwester“, den vierten Band der Reihe „Die sieben Schwestern“ und plauderte über ihr Leben, ihr Werk und über einen Trip nach Los Angeles. Dabei konnte sie direkt verkünden, dass die Filmrechte an der Reihe nunmehr vergeben sind. Zudem las Filmschauspielerin Dennenesch Zoudé einige Passagen aus dem Roman vor.

20171111_150827Nach der Pause ging es en bloc mit zwei Veranstaltungen von und mit Manuela Inusa weiter. In ihrem Meet & Greet ließ ich mir „Der kleine Teeladen zum Glück“, den ersten Teil der fünfbändigen „Valerie Lane“-Reihe signieren. Im Anschluss las Manuela aus dem Roman. Passenderweise gab es dazu leckeren Earl Grey.

Meine letzte Veranstaltung des Tages war das zweite, große Event auf der Bühne. 20171111_161024Lucinda Riley stellte sich dort erneut – nunmehr live auch für User von Lovelybooks und Facebook – den Fragen des Moderators und der Zuschauer. Sie sprach über ihre Schreibgewohnheiten, Lieblingsgetränke (Gin!), und über das Leben an und für sich. Sympathisch, wie sie trotz ihres Megaerfolgs am Boden geblieben ist.

FB_IMG_1510418842737Im Anschluss gönnte ich mir eine kleine Pause, bevor es zum Abschluss des Tages ein gemütliches Get-together im Foyer gab. Martini, einer der Sponsoren der Veranstaltung, servierte verschiedene Martini-Tonic-Drinks. Bei anregenden Gesprächen konnte man so perfekt für noch ein Stündchen den Tag ausklingen lassen.

Meine heutigen Highlights sind unter anderem die Präsentation des Gewinnertextes zum lit.Love-Schreibwettbewerb, die Lesung von Ulla Scheler und ein Talk zu Jane Austen.

Hier nun aber noch die versprochenen Bilder :).

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Magie“

Vor einigen Wochen habe ich endlich mal wieder ein Buch von Trudi Canavan gelesen. „Magie“ ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2012 als Taschenbuch bei cbt erschienen, derzeit wird es von Blanvalet vertrieben (beides Verlage innerhalb der Random House Verlagsgruppe). Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Magician’s Apprentice“ bei Orbit, einem Imprint der Verlagsgruppe Hachette Livre UK. Es handelt sich um eine Vorgeschichte zur Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“, die ich in naher Zukunft auch re-readen werde. Der Roman ist dem Genre High-Fantasy zuzuordnen.

51bd6xzezul-_sx340_bo1204203200_Tessia, die Tochter des Dorfheilers von Mandryn, wünscht sich selbst nichts sehnlicher, als Heilerin zu werden. Als eines Tages durch Zufall offenbart wird, dass sie über magische Kräfte verfügt, nimmt Lord Dakon die junge Frau als seine Meisterschülerin zu sich. In der gefährlichen Welt der Magie muss sie schnell lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren, denn Kyralia steht kurz vor einem Krieg mit dem Nachbarland Sachaka.

Trudi Canavan ist die Queen der High-Fantasy. Mit „Magie“ erschafft sie ein spannendes, fesselndes und hochdramatisches Epos als Vorgeschichte zu ihrer Bestsellertrilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“, mit der ihr international der Durchbruch gelang. Besonders loben möchte ich den gelungenen Weltenbau. So sind die Gegebenheiten und die Geschichte der einzelnen Länder nicht als Prolog vorangestellt, sondern kunstvoll in die Handlung integriert, sodass der Leser zwar nur scheibchenweise davon erfährt, zu keiner Zeit aber mit Informationen überfrachtet wird. Persönlich hätte ich mir noch eine abgedruckte Karte gewünscht, aber das ist optional und vernachlässigbar.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten und der Leser durch unerwartete Wendungen im Unklaren gehalten. Auch die Charaktere sind plastisch und vielschichtig dargestellt, und entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Dies ist meines Erachtens nach besonders bei Jayan, aber auch bei Stara der Fall. Der Autorin gelingt es zudem, verschiedene Handlungsstränge, die weit entfernt sind, zum Ende doch kurzzeitig zusammenzuführen. Trudi Canavans Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, und auch die Erzählperspektive ist unter Berücksichtigung der verschiedenen Handlungsstränge gut gewählt – man kann sich dennoch gut mit den einzelnen Protagonisten identifizieren.

Eine Sache kam mir jedoch etwas zu kurz. Wie die Lyrics des ersten Songs aus dem Musical Aida ausführen („Jede Fabel und Geschichte, jedes Drama, jedes Stück, handelt von demselben Thema: Was ist Liebe? Was ist Glück?“), spielt das Thema „Liebe“ eine zentrale Rolle in Geschichten, ist Motiv und treibt die Handlung voran. Nun könnte ich nachvollziehen, wenn darauf gänzlich verzichtet wird – schließlich hat die Autorin auch einen High-Fantasy-Roman und nicht im Genre Romantasy geschrieben. Das ist allerdings nicht passiert, sondern sie hat es aus meiner Sicht etwas zu halbherzig eingebaut. Hier hätte ich mir mehr gewünscht.

51z2nnk9zpl-_sx339_bo1204203200_Zur Umsetzung des Romans muss man nur wenige Worte verlieren. Cover, Buchsatz, Lektorat und Korrektorat überzeugen, wobei mir das alte cbt-Cover, das ich vorliegen habe, leicht besser gefällt als die aktuelle Blanvalet-Version (die mit den Blanvalet-Ausgaben der anderen Bücher von Trudi Canavan einhergeht) – hier zum Vergleich mal angehängt.

Mein Fazit: „Magie“ ist ein rundum gelungener High-Fantasy Roman von einer der modernen Ikonen des Genres, der durch gelungenen Weltenbau und tolle Charaktere überzeugen kann. Lediglich die eingebaute Liebesgeschichte kam mir etwas zu kurz. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[FBM2017] Tag 3 – Zeit für (F)Eierlikör

Am dritten Messetag kam die Messe schlussendlich richtig ins Rollen. Zwar startete ich gemütlich in den Vormittag, den ich mir größtenteils für Treffen freigehalten habe. Ich habe mich sehr gefreut, zum einen Manuela Schörghofer wiederzutreffen, die ich aus gemeinsamen Projekten im Burgenwelt Verlag kenne, und zum anderen mit Stella Delaney eine ebenfalls supernette Kollegin kennenzulernen, die unter anderem für das Schreibmeer bloggt.

Im Verlauf des Vormittags besuchte ich ebenfalls noch meine – am dritten 20171013_113550Fachbesuchertag zum letzten Mal obligatorische – Weiterbildungsveranstaltung, die sehr interessant war. Sebastian Pirling, Fantasy Lektor bei Random House, referierte für Twentysix zum Thema „Konflikte bei Charakteren“. Quintessenz war: Jeder Charakter ist nur so stark, wie die antagonistischen Kräfte, die er überwinden muss, jede Geschichte nur so stark, wie die Konflikte, die in ihr vorkommen. Ein wirklich rundum gelungener Vortrag mit anschaulichen Beispielen, Lektüreempfehlungen und vielem mehr.

Heute fing ich auch zum ersten Mal an, mir als begeisterter Leser neugekaufte Bücher signieren zu lassen. Den Start machten Nina MacKay und Coverdesignerin Marie Graßhoff für „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“. Nach der Mittagspause ließ ich mir dann noch die neue Anthologie, ebenfalls aus dem Drachenmondverlag, „In Hexenwäldern und Feentürmen“ von neun beteiligten Autoren (unter anderem Christian Handel, Katharina Seck, Julia Adrian und Nina Blazon) und vom Covergott Alexander Kopainski höchstpersönlich signieren. Planmäßig folgen an den nächsten beiden Tagen auch nur noch sechs weitere Bücher (Kerstin Gier, Jennifer L. Armentrout, Caroline Brinkmann und Valentina Fast), es hält sich dieses Jahr daher in Grenzen.

20171013_145128Im Anschluss an die zweite Signierstunde ging es für mich zum Bloggertreffen, zu dem der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ geladen hatte. Dort wurde von der Übersetzerin Dagmar Ploetz die von ihr neubearbeitete Auflage von „Hundert Jahre Einsamkeit“, dem Jahrhundertroman von Gabriel Garcia Marquez, vorgestellt. In zwangloser Runde plauderte sie, moderiert von Ulrike Meier, über das Buch und ihre Arbeit – und zeigte sich auch an der Welt der Buchblogs ehrlich interessiert. Aufgrund des kleinen Kreises mal ein ganz anderes Event, aber nicht minder spannend.

Nach einer kurzen Pause kam dann der Abschluss – und, wenn man die Menschenmassen und den Geräuschpegel beachtet, wohl der Höhepunkt des Tages. Udo Lindenberg spielte auf der Open Stage. Nachdem er kurz das Fotobuch gezeigt hatte, das von seinen Auftritten der letzten vier Jahre entstanden ist, spielte er für eine gute halbe Stunde einige seiner größten Hits. Neben „Cello“, „Hinterm Horizont geht’s weiter“ und „Candy Jane“ durfte natürlich „Ich mach mein Ding“ auch nicht fehlen. Eierlikör trinkend – den Udo kurzerhand zum Feierlikör umtaufte – und Zigarre rauchend tänzelte er gewohnt gelenkig über die Bühne. Neben einigen Bandmitgliedern hatte er auch weitere Teile seines regulären Tourteams dabei. Ein Wahnsinn. Vom Gedränge wahrscheinlich ein guter Ausblick auf die nächsten beiden Tage.

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Apropos Ausblick. Morgen muss ich noch eine Stunde früher das Haus verlassen, da ich um neun nicht an der Messe sein muss, sondern in der Frankfurter Innenstadt. Dort findet nämlich das Leser-Blogger-Frühstück mit Jennifer L. Armentrout statt, zu dem ich eingeladen bin. Ich kann es kaum erwarten. Da Abends allerdings noch die Abendveranstaltung mit Dan Brown ist, wird es ein verdammt harter Tag. Ich bitte bereits jetzt um Nachsicht, dass ich den Tagesbericht dann nachreichen werde, da ich wohl kaum vor Mitternacht, nach etwa achtzehn Stunden, wieder zuhause bin :). In dem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende 🙂

Aktualisierter Messeausblick :)

Da ich mich gestern als Spontankauf zu einer weiteren Veranstaltung habe hinreißen lassen (die ich hoffentlich irgendwie in meinen Alltag unterbringen kann …), hier mal ein aktualisierter Ausblick auf die Messen und Conventions, die ich in diesem Jahr noch besuchen möchte.

  • Love Letter Convention (Berlin) – 20./21.05.2017
  • LitBlog Convention (Köln, Bastei Lübbe) – 10.06.2017
  • Frankfurter Buchmesse – 11.-15.10.2017
  • Lit.Love (München, Random House) 11./12.11.2017

Dazu kommen ggf. noch spontan:

  • Buchmesse Convent (Dreieich, 14.10.2017)
  • BuchBerlin (25./26.11.2017)
  • Buchmesse Schwetzingen (sofern stattfindend)

Ich bin mal gespannt – so voll war ein Messejahr von mir noch nie :). Mal schauen, was ich dort alles tolles erlebe, wen ich treffe. Seid ihr auch auf irgendwelchen Veranstaltungen? Dann ab in die Kommentare damit! =)

[Buchgedanken] Toby Clements: „Krieg der Rosen – Winterpilger“

In der letzten Zeit habe ich den Auftaktroman „Winterpilger“ der historischen Rosenkriege-Saga von Toby Clements gelesen. Das Buch ist in Deutschland 2016 bei Bastei Lübbe erschienen und wurde 2014 unter dem Originaltitel „Kingmaker: Winter Pilgrims“ bei Random House veröffentlicht.

Thomas Everingham ist Mönch im Orden von St. Gilbert. In einer eiskalten Winternacht 516mm7rht0l-_sx334_bo1204203200_rettet er außerhalb der Klostermauern die Nonne Katherine, die von Sir Giles Rivens Männern angegriffen wird. Dabei verletzt Thomas den Sohn des Adligen schwer. Als die Soldaten im Kloster einfallen, müssen Thomas und Katherine fliehen und geraten über Umwege mitten in die Thronstreitigkeiten zwischen Lancaster und York. Und immer, immer wieder kreuzen sich ihre Wege mit denen von Sir Giles Riven…

„Winterpilger“ ist ein solider historischer Roman über meine absolute Lieblingsepoche: das britische Mittelalter, insbesondere die Rosenkriege. Und da ich fast alles verschlinge, was darüber geschrieben wird (Rebecca Gablé, Philippa Gregory etc.), musste ich das Buch einfach kaufen, als ich sah, dass es zudem für Fans von Rebecca Gablé empfohlen wurde. Womit wir auch gleich beim Knackpunkt wären: der Roman von Toby Clements kann schlichtweg mit Rebecca Gablés Meisterwerken nicht mithalten und lässt mich leicht enttäuscht zurück.

Um nicht falsch verstanden zu werden. „Winterpilger“ ist kein schlechtes Buch, aber es hat doch einige kleinere Schwachstellen und schöpft sein Potential nicht vollends aus. Dass ich als Rosenkriege-Fanatiker die Nachfolgebände lesen werde – geschenkt. Aber ich hätte mir mehr erwartet.

Die Ausgangslage ist ähnlich wie bei „Das Lächeln der Fortuna“. Dem Protagonisten ist von einem Adligen Unrecht widerfahren, und er begibt sich in die Unwirren des Krieges, um sein Recht einzufordern. Doch Toby Clements gelingt es nicht, eine starke Bindung zu den Charakteren herzustellen. Was aus meiner Sicht daran liegt, dass das Buch insgesamt zu stark ins Beschreiben abdriftet („Show, don’t tell …“). Dazu kommt, dass die an und für sich interessante und spannende Handlung einige Längen aufweist, die den Spannungsbogen unterbrechen, und kleinere Logikbrüche vorhanden sind. Was mir dahingegen gut gefällt ist die (aber auch selbstverständliche) ausführliche Recherche und die Darstellung der einzelnen Schauplätze, die man zusammen mit den weltfernen Protagonisten Thomas und Katherine erkundet.

Leicht frustriert war ich auch von dem Ende, das nicht nur einige, wirklich zentrale Fragen, die über den ganzen Roman aufgebaut worden sind, unbeantwortet ließ, sondern auch sehr, sehr offen gestaltet ist. Leicht unglücklich fand ich auch, dass der Roman im Präsens erzählt wurde, was aber auch daran liegen kann, dass ich generell mit dieser Erzählzeit nicht warm werde, vor allem bei historischen Romanen.

Begeistert bin ich von der hochwertigen Aufmachung des Romanes. Ein wunderschönes, aufwendig geprägtes und für historische Romane passendes Cover, mit aufklappbaren, illustrierten Coverinnenseiten. Vorangestellt sind eine Karte, Stammbäume und die Dramatis Personae. Leider sind in der Buchkorrektur – ungewöhnlich! – doch einige kleinere Fehler durchgerutscht, die aber den Lesefluss nicht stören.

Mein Fazit? „Krieg der Rosen – Winterpilger“ ist ein solider historischer Roman mit leichten Schwächen. Er überzeugt durch die Recherche, lässt jedoch die Bindung zu den Charakteren vermissen. Für Genrefans dennoch zu empfehlen, an die bahnbrechenden Werke von Rebecca Gablé (und übrigens auch an die von Philippa Gregory) kommt er jedoch nicht heran.