[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Novizin (Die Gilde der Schwarzen Magier 2)“

Nachdem ich bereits vor einigen Wochen den ersten Teil der Trilogie (erneut) gelesen habe, war nun endlich Teil 2 an der Reihe. Die Besprechung zum Vorgänger, „Die Rebellin“, kann *hier* abgerufen werden. *Hier* findet ihr zudem die Besprechung zum Prequel-Band „Magie“

~~~ Hinweis: Die folgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband beinhalten ~~~

„Die Novizin“ erschien in Deutschland erstmals 2006 bei Blanvalet, im Original wurde der Roman unter dem Titel „The Novice. The Black Magician Trilogy Book Two“ 2002 bei Voyager / Harper Collins Australia veröffentlicht. Das mir vorliegende Taschenbuch entstannt mittlerweile der 20. Auflage, und ist – wenn auch sehr schwer – am ehesten dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

41ln9dncn9l-_sx339_bo1204203200_Nachdem Sonea in die Gilde der Magier aufgenommen wurde, beginnt ihre Ausbildung als Novizin. Schnell stellt sich heraus, dass sie weitaus stärker als ihre Mitschüler ist. Dies – und ihre niedere Herkunft – machen sie sofort zum Ziel des Gespötts ihrer Kameraden. Doch ihre eigenen Probleme sind nichts im Vergleich zu dem Geheimnis, das sie, ihr Mentor, und der Administrator der Gilde hüten. Wissen, das so gefährlich ist, dass niemand davon erfahren darf.  Und alles scheint perfekt. Bis zu dem Tag, als der Hohe Lord Akkarin Sonea in seine Obhut nimmt.

„Die Novizin“ schließt direkt an den Vorgänger an und setzt die Handlung nahtlos fort. Man ist sofort mitten im Geschehen und trifft die liebgewonnen Charaktere aus dem ersten Teil wieder. Mir persönlich kommt in „Die Novizin“ Lord Rothen etwas zu kurz, das hat aber mit der Handlung zu tun. Abgesehen davon entwickeln sich die Charaktere konsequent weiter, man erfährt neues über sie und lernt dadurch, die alten Verhaltensweisen aus dem Vorgänger noch besser zu deuten und zu verstehen. Gut gelungen ist auch, dass durch die Reisen des Botschafters Dannyl die einzelnen Völker der magischen Welt stärker vorgestellt werden, was den Weltenbau immens unterstützt und für eine homogene Darstellung der verschiedenen Gesellschaftssysteme sorgt. Gleiches gilt für das immer besser und detaillierter ausgearbeitete Magiesystem.

Der Autorin gelingt es, durch einen flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil und durch den nahezu konsequent gehaltenen Spannungsbogen, den Leser stark am Text zu halten. Durch das Auseinanderfallen der verschiedenen Handlungsstränge und -Orte ist verständlich, dass von einer Ich-Perspektive abgesehen wurde. Hätte man das Buch aber aus der Sicht von Sonea erzählt und mit mehreren personalen Erzählperspektiven verknüpft, hätte der Leser eine noch stärkere Bindung zur Protagonistin haben können.

Im Vergleich zum ersten Teil fällt das Buch aus meiner Sicht marginal ab. Durch die vielen Wechsel der Handlungsorte und -Stränge, durch die dadurch entstehenden Cliffhanger, fehlt mir etwas der innere rote Faden und das Buch hat einige Längen. Nichtsdestotrotz ist es trotzdem ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie, der das hoffentlich gigantische Finale einläutet.

Die Buchgestaltung ist gelungen, insbesondere haben Lektorat, Korrektorat und Buchsatz ordentlich gearbeitet. Das Cover ist ebenfalls gut, hochwertig geprägt, fügt sich in die Reihe ein und schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Nur inhaltlich verstehe ich es nicht ganz. Der eindeutig kriegerische Eindruck der Magierin steht im Widerspruch zu dem Grün der Robe, die den Heilern vorenthalten ist. Daher kann es sich auch nicht um Sonea handeln, deren Robe zudem mit Incals verziert ist.

Mein Fazit: „Die Novizin“ ist ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“. Das Buch kann vor allem mit einem gelungenen Weltenbau und tollen Charakteren punkten, die über leichte Längen bei der Handlung hinwegsehen lassen. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

Ran an den Sub mit Ava 2018 – März

Ein neuer Monat steht bevor, ein neues Thema in der Challenge „Ran an den Sub mit Ava“. Im Februar bin ich mit dem Lesen übrigens gut durchgekommen – allerdings häufen sich nun die Bücher, zu denen ich die Rezensionen noch nachholen muss … und das mit der LBM vor der Tür. Was für ein stressiger Monat :D.

Aber zurück zur Challenge. Das Thema für den März sind wunderschöne Cover. Ich habe es mal etwas weitergehender interpretiert.

Für folgende drei Bücher habe ich mich in diesem Monat entschieden:

  • Daniel Kehlmann: „Tyll“ – ein einzigartiges, bizarres Cover
  • Manuela Inusa: „Der kleine Teeladen zum Glück“ – beschauliche Wohlfühlatmosphäre
  • Bianca Iosivoni: „Was auch immer geschieht“ – Romantik pur.

Da ich jetzt direkt in einen wohlverdienten Ski-Urlaub fahre, belasse ich es bei diesem kurzen Post. Wenn ich daran denke, füge ich im Nachhinein die Cover noch mit ein =).

Viele Grüße – und drückt mir die Daumen, dass ich verletzungsfrei aus Gaschurn zurückkehre. Ein Skiurlaub so kurz vor der LBM, was hat mich da nur geritten :D.

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier 1)“

Bevor ab Morgen hier die Zeit der Jahresrückblicke beginnt, möchte ich heute noch eine Buchbesprechung veröffentlichen – und damit mein Lesejahr 2017 abschließen. „Die Rebellin“ ist der erste Teil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“, und das erste Buch, das ich nach dem zweiten Lesen hier vorstelle, da ich es vor vielen Jahren bereits gelesen habe :). Das Taschenbuchexemplar, das ich vorliegen habe, ist bereits aus der 22. Auflage, die deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 2006 bei Blanvalet. Die Originalausgabe erschien 2001 bei Voyager / HarperCollins Australia unter dem Titel „The Magicians‘ Guild. The Black Magician Trilogy Book One“. Die Zuordnung zu einem fantastischen Untergenre ist nicht ganz einfach, in der Gesamtheit der Reihe würde ich es aber als High-Fantasy betiteln.

41lbpetdwml-_sx339_bo1204203200_Sonea ist ein ganz normales Mädchen, das auf den Straßen der Stadt Imardin ein einfaches Leben fristet. Bis zu dem Tag, als sie voller Zorn ein Mitglied der Magiergilde mit einem Stein verletzt. Aus Angst vor den mächtigen Magiern versteckt sich das Mädchen und sucht Hilfe bei den Dieben, die die Unterwelt Imardins kontrollieren. Doch schnell muss Sonea lernen, dass ihre Magie nicht nur sie selbst bedroht, sondern eine Gefahr für die ganze Stadt ist.  Ein Pulverfass, das mit jedem verstrichenen Augenblick der Explosion näher rückt…

„Die Rebellin“ ist der erste Teil eines mittlerweile größeren Buchuniversums. Zu der Trilogie um „Die Gilde der schwarzen Magier“ existiert mittlerweile eine Sequel-Trilogie (benannt nach der Protagonistin „Sonea“), sowie ein Prequel „Magie“ (das ich bereits besprochen habe). Der Weltenbau ist – gerade im Zusammenspiel der Bücher – beeindruckend. Die Geschichte der einzelnen Länder, die Rassen, Gesellschaftsstrukturen etc. sind plausibel und anschaulich dargestellt. Dem Buch ist auch eine Karte der Stadt Imardin und der Magiergilde vorangestellt, sodass die Gegebenheiten für den Leser noch nachvollziehbarer sind.

Bereits in der oben verlinkten Besprechung zu „Magie“ habe ich Trudi Canavan den Ehrentitel der „Queen der High-Fantasy“ verliehen, an dem ich natürlich festhalten möchte. „Die Rebellin“ ist ein gelungener Reihenauftakt, ein beeindruckendes Debüt, das auch durch den gelugenene Schreibstil punktet. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, unerwartete Wendungen runden das ganze ab. Durch die gewählte Erzählperspektive hat man zudem die Möglichkeit, das Geschehen parallel aus Sicht der Magier, als auch aus Sicht von Sonea zu betrachten, was interessante Vergleiche aufwirft.

Einige Handlungsstränge – wie eine etwaige Liebesgeschichte – werden nur kurz angerissen, einige auch am Ende des Buches nicht aufgelöst oder zusammengeführt. Da es sich um den Auftakt zu einer Trilogie handelt, ist dies jedoch verzeihlich, insbesondere freut es mich, dass das Buch nicht mit einem allzu starken Cliffhanger endet, sondern durchaus abgeschlossen ist. Die Charaktere des Romans entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter, insbesondere Sonea macht natürlich eine erstaunliche Wandlung durch.

Zur Buchgestaltung muss man – glaube ich – bei Blanvalet kaum etwas sagen. Die Cover sind gelungen und bilden – nicht nur für die Reihe, sondern für das gesamte Buchuniversum – einen hohen Wiedererkennungswert. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls überzeugt. Einziges kleines Manko: ich hätte die Kapitel immer auf neuen Seiten begonnen.

Mein Fazit: „Die Rebellin“ ist ein gelungener Auftakt zu einer fantastischen Trilogie – und ein wahrlich überzeugender Debütroman, der vor allem mit gelungenem Weltenbau und einem tollen Schreibstil punktet. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

Ran an den SuB mit Ava 2018 – Januar

Herzlich Willkommen zu: #ranandenSuBmitAva 2018 :). Wie der ein oder andere aufmerksame Besucher bereits auf meiner Challengeseite feststellen konnte, habe ich mich entschlossen, 2018 an einer SuB-Abbau-Challenge teilzunehmen. Ziel ist es, jeden Monat 3-8 vorher nach bestimmten Kriterien ausgewählte Bücher des SuBs zu lesen :).

Daher möchte ich Euch heute meine Auswahl für den Januar vorstellen. Kriterium dieses Mal war, dass die Bücher alle aus verschiedenen Genres stammen, um das Jahr vielfältig 51t1fcqqqtl-_sx335_bo1204203200_zu beginnen. Da ich hier auch noch ein Rezensionsexemplar rumliegen habe, das ich im Januar lesen möchte, habe ich mich daher nur für drei Bücher entschieden.

1. Die Perfekten (Caroline Brinkmann)
Caris Buch lag schon viel zu lang auf meinem SuB. Ich liebe Dystopien, habe auch bereits eine Buchvorstellung und ein Meet-&-Greet von ihr besucht. Das Buch klingt wirklich spannend, und da 2018 Teil 2 erscheint, ist es nun endlich an der Zeit.

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2. Heldensuche – Die Erben von Shannara 1 (Terry Brooks)
Die Shannara-Bücher von Terry Brooks gehören zu absoluten Klassikern der High-Fantasy. Umso mehr freuen mich die neuen, wunderschönen Blanvalet-Ausgaben. Mit dem ersten Teil der „Erben von Shannara“-Reihe ist nunmehr das vierte Buch erschienen, der Nachfolgeband folgt ebenfalls schon Anfang 2018. Zu der Reihe existiert zudem eine bezaubende TV-Serie, deren zweite Staffel 2017 veröffentlicht wurde.

351fxsw4jf3l-_sx328_bo1204203200_. Und wenn die Welt verbrennt (Ulla Scheler)
Nach ihrem Debütroman „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“, der mich komplett begeisterte, bin ich umso gespannter auf Ullas zweites Jugendbuch, zu dem ich ebenfalls bereits eine Lesung und ein Meet-&-Greet besucht habe.

Ich wünsche allen Mitteilnehmern viel Spaß, freue mich bereits auf die Bücher und bin gespannt, ob ich dies das ganze Jahr durchhalte – und dadurch mindestens 36 SuB-Bücher lese :).

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Magie“

Vor einigen Wochen habe ich endlich mal wieder ein Buch von Trudi Canavan gelesen. „Magie“ ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2012 als Taschenbuch bei cbt erschienen, derzeit wird es von Blanvalet vertrieben (beides Verlage innerhalb der Random House Verlagsgruppe). Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Magician’s Apprentice“ bei Orbit, einem Imprint der Verlagsgruppe Hachette Livre UK. Es handelt sich um eine Vorgeschichte zur Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“, die ich in naher Zukunft auch re-readen werde. Der Roman ist dem Genre High-Fantasy zuzuordnen.

51bd6xzezul-_sx340_bo1204203200_Tessia, die Tochter des Dorfheilers von Mandryn, wünscht sich selbst nichts sehnlicher, als Heilerin zu werden. Als eines Tages durch Zufall offenbart wird, dass sie über magische Kräfte verfügt, nimmt Lord Dakon die junge Frau als seine Meisterschülerin zu sich. In der gefährlichen Welt der Magie muss sie schnell lernen, ihre Kräfte zu kontrollieren, denn Kyralia steht kurz vor einem Krieg mit dem Nachbarland Sachaka.

Trudi Canavan ist die Queen der High-Fantasy. Mit „Magie“ erschafft sie ein spannendes, fesselndes und hochdramatisches Epos als Vorgeschichte zu ihrer Bestsellertrilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“, mit der ihr international der Durchbruch gelang. Besonders loben möchte ich den gelungenen Weltenbau. So sind die Gegebenheiten und die Geschichte der einzelnen Länder nicht als Prolog vorangestellt, sondern kunstvoll in die Handlung integriert, sodass der Leser zwar nur scheibchenweise davon erfährt, zu keiner Zeit aber mit Informationen überfrachtet wird. Persönlich hätte ich mir noch eine abgedruckte Karte gewünscht, aber das ist optional und vernachlässigbar.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten und der Leser durch unerwartete Wendungen im Unklaren gehalten. Auch die Charaktere sind plastisch und vielschichtig dargestellt, und entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Dies ist meines Erachtens nach besonders bei Jayan, aber auch bei Stara der Fall. Der Autorin gelingt es zudem, verschiedene Handlungsstränge, die weit entfernt sind, zum Ende doch kurzzeitig zusammenzuführen. Trudi Canavans Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, und auch die Erzählperspektive ist unter Berücksichtigung der verschiedenen Handlungsstränge gut gewählt – man kann sich dennoch gut mit den einzelnen Protagonisten identifizieren.

Eine Sache kam mir jedoch etwas zu kurz. Wie die Lyrics des ersten Songs aus dem Musical Aida ausführen („Jede Fabel und Geschichte, jedes Drama, jedes Stück, handelt von demselben Thema: Was ist Liebe? Was ist Glück?“), spielt das Thema „Liebe“ eine zentrale Rolle in Geschichten, ist Motiv und treibt die Handlung voran. Nun könnte ich nachvollziehen, wenn darauf gänzlich verzichtet wird – schließlich hat die Autorin auch einen High-Fantasy-Roman und nicht im Genre Romantasy geschrieben. Das ist allerdings nicht passiert, sondern sie hat es aus meiner Sicht etwas zu halbherzig eingebaut. Hier hätte ich mir mehr gewünscht.

51z2nnk9zpl-_sx339_bo1204203200_Zur Umsetzung des Romans muss man nur wenige Worte verlieren. Cover, Buchsatz, Lektorat und Korrektorat überzeugen, wobei mir das alte cbt-Cover, das ich vorliegen habe, leicht besser gefällt als die aktuelle Blanvalet-Version (die mit den Blanvalet-Ausgaben der anderen Bücher von Trudi Canavan einhergeht) – hier zum Vergleich mal angehängt.

Mein Fazit: „Magie“ ist ein rundum gelungener High-Fantasy Roman von einer der modernen Ikonen des Genres, der durch gelungenen Weltenbau und tolle Charaktere überzeugen kann. Lediglich die eingebaute Liebesgeschichte kam mir etwas zu kurz. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Manuela Inusa: „Auch donnerstags geschehen Wunder“

Ich nutze mal die Zeit, die mir das frühe Aufwachen beschert hat, um den Rezistapel etwas weiter abzubauen (aktueller Status: noch 4 Bücher zu rezensieren, inklusive diesem). Ziel ist es, ihn auf zwei zu reduzieren, bevor mit Mondschatten das nächste hinzukommt. Glücklicherweise ist das ein dicker Wälzer :D.

Manuela Inusas „Auch donnerstags geschehen Wunder“ ist – wenn ich das recht überblicke – das fünfte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Es ist 2017 bei Blanvalet erschienen, ich besitze ein Taschenbuch der ersten Auflage. Es fällt mir allerdings schwer, „Auch donnerstags geschehen Wunder“ zu einem Genre zuzuordnen. Mit leichten Bauchschmerzen ist es am ehesten wohl ein Liebesroman, wobei man aus meiner Sicht auch gute Gründe finden würde, es dem Genre „Romantasy“ zuzuschreiben.

51aumintcal-_sx314_bo1204203200_Marianne lebt und arbeitet in Hamburg – und hat sich frisch von ihrem Freund getrennt. Ihre Leidenschaft ist das Backen, sie arbeitet im Café Wallenstein als Kellnerin und verkauft dort auch einen Teil ihrer Kekse. Als sie eines Tages mit ihrer besten Freundin Tasha über den Hamburger Dom schlendert, überredet diese die skeptische Marianne, das Zelt einer Wahrsagerin aufzusuchen. Diese erkennt sofort, dass Marianne mit ihrem ehemaligen Freund Martin nicht glücklich werden konnte, da mehr als zwei Buchstaben ihrer Vornamen übereinstimmen. Ihre wahre Liebe jedoch, würde in Schottland auf Marianne warten.

Auch wenn es schon einige Zeit her ist, dass ich „Auch donnerstags geschehen Wunder“ gelesen habe, bin ich mir immer noch nicht restlos sicher, wie ich genau zu dem Roman stehe. Das Setting – sowohl Hamburg als auch Schottland – ist traumhaft gewählt und toll beschrieben, und auch die Charaktere können im großen und ganzen überzeugen, auch wenn einige Nebenfiguren etwas zu überzeichnet sind. Insbesondere mit Colin und Marianne kann man sich gut identifizieren, sie entwickeln sich auch im Laufe der Geschichte(n) weiter.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht und locker, teils witzig und lässt sich flüssig lesen. Natürlich gefällt mir als Gabaldon-Fan auch, dass Manuela Inusa öfters mal die Liebe der Hauptfigur zur Highland-Saga im Roman anklingen lässt.

Ich habe jedoch ein kleines Problem mit … – wie nenne ich es am besten? Mit dem „Was-wäre-wenn-Szenario“? Mit den alternierenden, parallelen Zeitlinien? Mit den verschiedenen Realitäten, Paralleluniversen? Als das zum ersten Mal auftrat, habe ich nach wenigen Zeilen pausiert, mehrmals vor und zurück geblättert, habe mich gefragt, ob ich das einfach nicht verstehe, oder ob dem Lektorat so ein Bock durchgerutscht ist. Erst als ich mich dann durchgerungen hatte, weiterzulesen, habe ich erkannt, worauf die Autorin abzielt. Beide Geschichten sind an und für sich spannend, haben an und für sich ihre eigenen Höhepunkte, auch wenn der dauernde Wechsel nicht ganz leicht war. Zudem fehlt es mir persönlich auch an einer echten Auflösung am Ende des Romanes – sodass ich mit dem grundsätzlichen Ausgang der Geschichte(n) zwar sehr zufrieden war, mir aber die parallelen Geschichten nicht gut genug zusammengebracht worden sind.

Lektorat und Korrektorat haben – wie üblich – überzeugt, der Buchsatz ist ebenfalls fehlerfrei. Auch das Cover ist gelungen und farbenfroh, ich hätte mir jedoch eher Marmeladenkekse auf dem Titel gewünscht als Macarons, da diese einen noch stärkeren Bezug zur Geschichte und zu Marianne besitzen würden.

Mein Fazit? „Auch donnerstags geschehen Wunder“ ist ein guter Liebesroman, der vor allem durch seine gelungenen Hauptcharaktere und ein fabelhaftes Setting zu überzeugen weiß. Ich hatte allerdings kleinere Probleme mit den parallelen Geschichten und deren Auflösung am Ende. Allein wegen Edinburgh für Schottland-Fans dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

Seit zwei Tagen ist übrigens Manuela Inusas neuer Blanvalet-Roman, „Der kleine Teeladen zum Glück“ erschienen – der dann sicherlich zur Lit.Love 2017 auch in meinen Besitz wandert :).

[Buchgedanken] Terry Brooks „Das Lied der Elfen“ (Die Shannara Chroniken)

In der letzten Zeit habe ich „Das Lied der Elfen“ von Terry Brooks gelesen, den dritten Band der neuaufgelegten Reihe „Die Shannara Chroniken“, deren zweiter Band auch erfolgreich als TV-Serie unter dem Titel „Shannara“ verfilmt worden ist. Das Buch ist in der Neuauflage 2017 bei Blanvalet erschienen und bereits 1986 in geteilter Form unter den Titeln „Das Zauberlied von Shannara“, „Der König von Shannara“ und „Die Erlösung von Shannara“ bei Goldmann und Blanvalet veröffentlicht worden. Die Originalausgabe wurde 1985 unter dem Titel „The Wishsong of Shannara“ bei Ballantine Books, New York, veröffentlicht. Der Roman ist am ehesten als dystopische High-Fantasy einzuordnen. Hier findet Ihr meine Rezenzionen zu Band 1 und Band 2.

In „Das Lied der Elfen“ begleitet man eine neue Generation der Ohmsfords auf ihrem 51qpnkqxdgl-_sx332_bo1204203200_Quest gegen das Böse. Erneut werden die Lande von Shannara von uralten Mächten bedroht, die sich die Rassen durch schwarze Magie untertan machen wollen. Und wieder legt der Druide Allanon das Schicksal der Welt in die Hände der Nachkommen von Shannara: Brin und Jair Ohmsford. Nur die Kinder von Wil Ohmsford, dem Protagonisten aus „Elfensteine“, vermögen es dank der elfischen Magie in ihren Körpern, die Welt vor der Zerstörung zu bewahren. Doch nur wenn es ihnen gelingt, die gewaltigen Kräfte zu bändigen und sich dabei selbst nicht zu verlieren, besteht noch Hoffnung für die verschiedenen Rassen.

„Das Lied der Elfen“ knüpft gut an die Vorgängerbände an. Es spielt eine Generation nach „Elfensteine“ – und auch die von dort bekannten Protagonisten Wil Ohmsford und Eretria haben in diesem Buch wieder einen Gastauftritt – und der omnipräsente Allanon lenkt auch in diesem Band natürlich erneut die Geschicke der vier Lande. Gut gefallen hat mir, dass nicht nur die nächste Generation der Ohmsfords auftaucht, sondern auch die Familien Leah und Elessedil wieder eine Rolle spielen, in Gestalt von Rone, dem jüngsten Prinzen von Leah, und des Elfenprinzen Edain Elessedil.

Während Brin sich nur mit kleiner Begleitung auf ihr Abenteuer macht, lässt sich im Handlungsstrang von Jair eine Paralelle zu Tolkiens „Herr der Ringe“ nicht verhehlen. So kann die Welt nur gerettet werden, wenn er im tiefsten Feindesland zauberhaften Sand in eine Bergquelle wirft. In einer Ratssitzung wird beschlossen, das Unternehmen zu unterstützen, es wird eine Gruppe von Freiwilligen gesucht, die zum Schluss aus einem Zwerg, einem Elf, einem Gnom und drei Menschen besteht. Ich bin sicher nicht der erste, der sich hier an die Gefährten auf ihrer schicksalhaften Reise nach Mordor erinnert führt. Abgesehen davon braucht Terry Brooks den Vergleich mit Tolkien aber auch nicht zu scheuen: Die Bücher der Shannara Chroniken sind exzellente High-Fantasy-Romane, auch wenn das Setting in einer dystopischen Welt nach einem Vernichtungskrieg liegt.

Terry Brooks punktet erneut mit bildgewaltigen Beschreibungen, die in dieser Länge nur noch in der High-Fantasy erlaubt, sogar erwünscht sind. Die Geschichte ist, trotz des auktorial-anmutenden Erzählers, sehr atmosphärisch und man bleibt nah an den Protagonisten, fühlt ihre Ängste, Zweifel und das Leid. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit aufrechterhalten und viele unerwartete Wendungen lassen ein positives Ende zweifelhaft erscheinen. Lediglich die Schwerpunktsetzung hätte ich mir etwas anders gewünscht. Zum Ende hin ging alles rasend schnell, während anfangs die Handlung doch etwas zähflüssig vonstatten ging.

Zentrales Element in diesen Heldenreisen ist die Charakterentwicklung, die hier spürbar ist und gut umgesetzt wurde. Nicht nur die Hauptprotagonisten, sondern auch die Nebencharaktere entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter und man lernt mehr über ihre Ziele, Motivation und ihre Beweggründe.

Das Cover orientiert sich an den Vorgängerbänden, ist sehr schön und hochwertig geprägt. Korrektorat, Lektorat und Buchsatz haben ebenfalls ordentlich gearbeitet.

Mein Fazit? „Das Lied der Elfen“ ist eine gelungene Fortsetzung einer der besten High-Fantasy-Reihen. Das Buch punktet durch tolle Beschreibungen und plastische Charaktere, lediglich die Schwerpunktsetzung hätte besser sein können. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

DiesesBuchHatEinenHypeVerdient – Thema: Humor

Willkommen zur vierten Woche der Aktion #DiesesBuchHatEinenHypeVerdient :). Das Thema in dieser Woche lautet: „Humor“, und dieses Mal fiel mir die Wahl nicht ganz so leicht. Alles, was mir spontan zu dem Thema eingefallen ist, erfüllt bei Weitem nicht die Kriterien, um es hier vorstellen zu können, sei es humoristische Fantasy von Terry Pratchett oder Ben Aaronovitch oder die Situationskomik in Manuela Inusas Blanvalet-Debüt „Jane Austen bleibt zum Frühstück“.

Doch dann habe ich mich an eines meiner ersten Rezensionsexemplare erinnert: „Hund 51wgm-ruool-_sx322_bo1204203200_Couture“ von Hasso Longnose. Auch wenn mich das Ende des Buches nicht restlos überzeugt hat (wie ich auch in meiner Rezension angemerkt habe), ist das Buch um den zukünftigen Stardesigner Hasso Longnose und seine tierischen Freunde doch ein humoristischer Leckerbissen Witzige Charaktere, absurde Situationen und ein flüssiger, von Wortspielen gespickter Schreibstil sorgen in jedem Fall für ein Lesevergnügen, bei dem man auch verschmerzen kann, dass der Autor vielleicht das ein oder andere Mal etwas übers Ziel hinausgeschossen ist. Auf jeden Fall eine willkommene Überraschung im Lesejahr 2016: Dieses Buch hat einen Hype verdient!

Wie immer gibt es alle Informationen zur Aktion und den Sammelpost *hier*.

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Elfensteine“ (Die Shannara Chroniken)

In der letzten Zeit habe ich „Elfensteine“ gelesen, die Fortsetzung von Terry Brooks „Das Schwert der Elfen“. Das Buch ist 2016 bei Blanvalet erschienen und heißt im englischen Original „The Elfstones of Shannara“, veröffentlicht bei Ballantine Books. Das Buch setzt sich aus den bereits 1982 bei Goldmann und Blanvalet erschienenen Büchern „Die Elfensteine von Shannara“, „Der Druide von Shannara“ und „Die Dämonen von Shannara“ zusammen. Es ist am ehesten dem Genre High-Fantasy zuzuordnen, auch wenn es in einer dystopischen Welt spielt. Die Handlung des Buches ist auch Gegenstand der ersten Staffel der erfolgreichen und überzeugenden Fernsehserie „The Shannara Chronicles“. Eine zweite Staffel befindet sich derzeit in der Produktion.

In „Elfensteine“ begleitet man den Talbewohner Wil Ohmsford (der Enkel des51kz6emlwgl-_sx333_bo1204203200_ Protagonisten aus „Das Schwert der Elfen“) und Amberle Elessedil, eine Enkelin des berühmten Elfenkönigs Eventine Elessedil, auf ihrer Suche nach dem Blutfeuer. Nur, wenn es ihnen gelingt, das Samenkorn des Ellcrys, des heiligen Baumes der Elfen, in das Feuer einzutauchen, kann der Baum wiedergeboren und die Welt vor der Vernichtung durch die Dämonen gerettet werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Denn mit jedem Tag verliert der Ellcrys weiter an Lebenskraft und immer mehr Dämonen können sich aus der Verbannung befreien. Doch auch Wil Ohmsford ist nicht ganz ohne Schutz. Ihm steht eine Waffe zur Verfügung, über die bereits sein Großvater geboten hat: die legendären Elfensteine von Shannara.

„Elfensteine“ ist eine gelungene Fortsetzung zu „Das Schwert der Elfen“. Terry Brooks gelingt es, trotz des großen Zeitsprungs zwischen den Handlungen, nahtlos an das Geschehen anzuknüpfen und vertraute Protagonisten und Charaktere in die Handlung einzuflechten. Zudem wird die Geschichte der Völker und Rassen weiterentwickelt, Lücken aus den vorigen Büchern geschlossen und die Welt weiter ausgebaut. Ihm gelingt es dabei, ein widerspruchsfreies Universum zu erschaffen, in dem noch dutzende, weitere Bücher angesiedelt sind, die sich hoffentlich ebenfalls nahtlos in die Geschichte einfügen.

Als großen Fan der Serie stören mich natürlich die vielen, gravierenden Unterschiede in der Handlung. Dennoch kann auch das Buch überzeugen. Die – teils ausufernden – Beschreibungen und die etwas ungewohnte Sprache des Buches stören dabei kaum den Lesefluss, sondern geben einem das Gefühl, tief in die Welt von Shannara einzutauchen.

Die Protagonisten dess Romans sind vielschichtig und lebendig ausgearbeitet und entwickeln ich im Laufe der Handlung weiter. Vor allem Amberle Elessedil überzeugt hier als Charakter mit ihren Stärken, Schwächen, Zweifeln und Träumen. Dem Autor gelingt es ebenfalls, auch den Charakteren, die bereits aus „Das Schwert der Elfen“ bekannt sind, neue Seiten zu geben, ohne dass sie dem Leser, trotz des großen Zeitsprunges (etwa 50 Jahre?), fremd werden.

Das Cover des Buches ist der Serie entsprungen und passt daher nicht so recht zum etwas abgewandelten Charakter des Romans. Dennoch ist es ein tolles Cover und ein absoluter Eyecatcher. Der Buchsatz ist gelungen, Lektorat und Korrektorat haben im Text sehr gut gearbeitet. Jedoch ist Blanvalet hier ein unglaublicher Fehler unterlaufen. Im Klappentext auf der Rückseite ist – immerhin konsequent – vom Elcrys die Rede, während im Buch (auch konsequent) der heilige Baum der Elfen den Namen Ellcrys trägt.

Auch die Aufteilung des Buches habe ich nicht als ganz ideal empfunden. Während der Auftakt zur eigentlichen Suche nach dem Blutfeuer über hunderte Seiten beschrieben wird, kommt die eigentliche Suche und – vor allem das Ende – sehr kurz und überraschend. Dies liegt allerdings wohl daran, dass sich „Elfensteine“ aus drei kurzen Romanen zusammensetzt.

Mein Fazit? „Elfensteine“ ist ein klassischer High-Fantasy Roman, der vor allem mit seinen dreidimensionalen Charakteren überzeugen kann. Er fügt sich nahtlos an das Vorgngerbuch an und kann die Welt von Shannara ausbauen und mit mehr Leben füllen. Für Liebhaber des Genres bedingungslos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Das Schwert der Elfen“ (Die Shannara Chroniken)

In den letzten Wochen habe ich mir endlich die Zeit genommen, eine Buchreihe zu beginnen, auf die ich mich schon lange freue. Seitdem ich die erste Folge der beeindruckenden Fernsehserie „Die Shannara Chroniken“ gesehen habe, wollte ich unbedingt auch das zugrundeliegende Material lesen. Terry Brooks hat in den vergangenen Jahrzehnten mehrere dutzend Bücher aus dem Shannara-Universum geschrieben – begonnen habe ich mit dem neuaufgelegten „Das Schwert der Elfen“, das die ersten drei alten Bücher „Das Schwert von Shannara“, „Der Sohn von Shannara“ und „Der Erbe von Shannara“ vereint und eine Vorgeschichte zu der Fernsehserie ist.

„Das Schwert der Elfen“ erschien im März 2016 als Taschenbuch bei Blanvalet. Die deutschen Erstausgaben der darin enthaltenen Titel wurden 1978 bei Goldmann und bei Blanvalet veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 1977 bei Ballantine Books. „Das Schwert der Elfen“ spielt zwar mehr oder minder in einer dystopischen Zukunft unserer Welt, ich würde es dennoch als klassischen High-Fantasy-Roman einordnen.

Der Roman beschreibt die Geschichte des jungen Dorfbewohn51v1g4uwf0l-_sx332_bo1204203200_ers Shea Ohmsford, dessen ruhiges und beschauliches Leben auf einen Schlag endet, als der Druide Allanon in sein Leben tritt. Zusammen mit einer kleinen Gruppe Gefährten aller Völker macht sich Shea auf den Weg, das legendäre Schwert von Shannara zu finden und die bekannte Welt vor dem Untergang zu bewahren. Einzig die Macht des Schwertes kann den bösen Hexenmeister Brona vernichten, dessen Armeen alle Völker der Welt bedrohen – und nur einer kann diese legendäre Waffe führen : Shea Ohmsford.

Bereits aus dieser Kurzbeschreibung ergeben sich erstaunliche Parallelen zur Geschichte „Herr der Ringe“, die sich im Laufe der Zeit auch fortsetzen. Eine kleine Gruppe Gefährten, zusammengewürfelt aus allen Völkern (Menschen, Zwerge, Elfen) wird von einem Magier durch die Lande geführt, um die Bedrohung von finsteren Armeen aufzuhalten, die von einer dunklen Macht gesteuert wird, mehr tot als lebendig. Diese Parallelen ziehen sich, mal stärker, mal schwächer, durchs gesamte Buch, stören aber keinesfalls – spätestens mit dem nächsten Roman, dessen Handlung ich von der Serie ja bereits kenne, löst sich Terry Brooks auch von der Geschichte und verleiht der Welt von Shannara eine neue, komplexe Struktur. Ohnehin kann Terry Brooks‘ „Das Schwert der Elfen“ problemlos mit Tolkiens Meisterwerk mithalten.

Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben, was mich (erstaunlicherweise) nicht gestört hat. So gelang es dem Autor im Laufe des Romans, allen Protagonisten Tiefe und Vielschichtigkeit zu verleihen, sodass sich der Leser mit jedem einzelnen von ihnen identifizieren konnte. Einziger Kritikpunkt dieses Vorgehens ist für mich, dass mit dem schnellen und abruptem Ende zwar alle Handlungsstränge grob aufgelöst werden, sich jedoch hier nicht die Zeit genommen wird, das Schicksal aller Charaktere, die man beim Lesen liebgewonnen hat, ausführlich zu beleuchten.

Der Stil des Autors lässt sich flüssig lesen, wobei ich nicht weiß, wieviel nach der Übersetzung ins deutsche und der vollständigen Neuüberarbeitung noch wirklich direkt den Worten von Terry Brooks entspringt. Die eingestreuten, ausführlichen und bildgewaltigen Landschaftsbeschreibungen entschleunigen das Geschehen zwar ab und an, sorgen jedoch dafür, dass der Leser ein immer besseres Bild von der Welt bekommt, wie sie sich zum Zeitpunkt des Geschehens präsentiert. Gelungen ist auch, dass die Geschichte der Welt nicht vorangestellt wird, sondern nach und nach im Laufe des Romans scheibchenweise eingeflochten wird und man mit den Protagonisten zusammen die dunkle Vergangenheit kennenlernt.

Das Cover ist wunderschön gestaltet und aufwendig geprägt, der Satz ist gut gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls nah an der Grenze zur Perfektion gearbeitet.

Was bleibt mir noch zu sagen, außer dass ich mich bereits jetzt auf den Folgeband „Elfensteine“ freue, der die Geschichte der Elfenprinzessin Amberle Elessedil erzählt – was Staffel 1 der Fernsehserie entspricht, die für mich – wie die Bücher – ebenfalls Maßstäbe gesetzt hat und zu dem Besten gehört, was das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Ich wäre nicht verwundert, wenn sich mit der Zeit „Die Shannara Chroniken“ zu einem ebensogroßen Massenphänomen entwickeln würden, wie es „Der Herr der Ringe“ heutzutage ist. Das Potential dazu haben die Geschichten von Terry Brooks allemal.

Mein Fazit? „Das Schwert der Elfen“ ist ein rundum gelungener und überzeugender High-Fantasy-Roman, der Parallelen zu „Der Herr der Ringe“ aufweist, den Vergleich mit dem Klassiker von Tolkien aber keineswegs scheuen muss, und den Grundstein für viele weitere Geschichten legt.

Vielleicht noch zum Ende eine kleine Vorschau, was voraussichtlich die nächsten Titel sind, die ich vorstellen möchte:

  • Mikaela Sandberg: Schweig Still
  • Terry Brooks: Elfensteine (Die Shannara Chroniken)
  • Kiera Cass: Die Kronprinzessin (Selection 4)
  • Kiera Cass: Die Krone (Selection 5)
  • J. K. Rowling: Harry Potter und das verwunschene Kind
  • Emily Bold: Lichtblaue Sommernächte
  • u.v.m.

 

Empfehlungen, was man unbedingt gelesen haben muss?
Dann ab damit in die Kommentare :).

Liebe Grüße,
Erik.