Herzlich willkommen auf meiner neuen Seite. Ich freue mich, dass Du den Weg hierher gefunden hast und wünsche Dir viel Spaß beim Stöbern auf der Seite. Über Rückmeldung, Lob, Kritik und Anmerkungen jeder Art würde ich mich sehr freuen – am Besten per Kommentar oder *Kontaktformular*.
Liebe Grüße!
[Buchgedanken] Heike Abidi/Daniela Nagel: „Achtsam jammern“
In der letzten Zeit habe ich auch „Achtsam jammern“ von Heike Abidi und Daniela Nagel gelesen. Das Buch ist 2026 in der Goldegg Verlag GmbH erschienen und als humoristisches Sachbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Raus aus der Jammerfalle – warum wir klagen und wie wir damit aufhören. Jammern gehört zum Leben: Es ist ein Ventil, um Frust, Ärger und Stress loszuwerden und manchmal macht es sogar kurzfristig den Kopf frei. Doch was passiert, wenn wir in der Jammerspirale gefangen bleiben? Wenn negative Gedanken unser Denken und Fühlen bestimmen und wir uns selbst und andere immer tiefer in die Alles-ist-schlimm-Haltung hineinziehen?
„Achtsam Jammern“ ist mein drittes humoristisches Sachbuch aus der Feder von Heike Abidi, die anderen beiden („Geschwister sind wie Gummibärchen“ und „Großeltern sind wie Eltern nur mit Zuckerguss„) wurden zusammen mit Ursi Breidenbach verfasst. Bei „Achtsam jammern“ nimmt nun Daniela Nagel, die auch unter dem Pseudonym Marie Adams veröffentlicht, an der Seite von Heike Abidi auf der Autorencouch – nicht dem Therapiesofa – Platz. Dabei lässt sich das Buch sehr klar kategorisieren. Teils auch als Selbsthilfebuch oder Ratgeber beschrieben, würde ich es dennoch – wie bei den anderen Werken und hier bereits mehrfach erwähnt – als humoristisches Sachbuch einordnen.
Denn Heike und Daniela schreiben leicht, locker und immer humorvoll übers Jammern, toxische Positivität, Whataboutism und die „self fulfilling prophecy“ – im Positiven wie im Negativen – um nur einige der Themen zu nennen. Und auch wenn hier teils etwas der rote Faden fehlt und man gelegentlich das Gefühl hat, sich etwas in einer Schleife zu drehen und die Themen immer und immer wieder durchzukauen, macht die Lektüre dennoch viel Spaß – und vielleicht ist es gerade die repetitive Vermittlung, die dafür sorgt, dass hier etwas in Erinnerung bleibt.
Unterfüttert werden die thematischen Darstellungen dabei mit Anekdoten von Interviewpartnern und aus eigenen Erlebnissen der Autorinnen, auch ein historischer Abriss des Jammerns sorgt für viel Spaß und hätte durchaus noch stärker ausgebaut werden können. Ein Quellenverzeichnis, das unter anderem auch Standardwerke der Kommunikation enthält, rundet das Leseerlebnis ab – gegebenenfalls hätte man im Nachwort auch noch einmal die zwischendurch eingestreuten Hilfsangebote gebündelt sammeln und darstellen können.
Die Buchgestaltung kann größtenteils brillieren. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht schmälern, der Buchsatz ist wirklich innovativ und sieht toll aus. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, die mit einem Jammertyp-Test einen niederschwelligen Einstieg ins Buch bieten. Zudem ist er auf dem Cover und dem Buchrücken hochwertig geprägt, das Covermotiv wird zum Buchrücken hin allerdings krass abgegrenzt. Insgesamt ist es aber durchaus ansehnlich und illustriert den humoristischen Charakter des Buches.
Mein Fazit? „Achtsam jammern“ ist ein humoristisches Sachbuch, das – wie sollte es anders sein – durch seinen Humor punktet und wichtige Akzente setzt, manchmal aber einen roten Faden vermissen lässt. Für Leser:innen ab etwa 12 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.
Von Wendepunkten im Großen wie im Kleinen | Doppelte Buchpost
Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem über Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Warum du schweigst“ von Martin Schäuble (FISCHER Sauerländer), das als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde zu mir kam, thematisiert dabei als Jugendroman sexuellen Missbrauch im Breitensport, während „Amurru und der Zauber des Anfangs“ von Van Deus (B-B-One Publishing), das Prequel zu „The Triangular Files“, die Leser:innen mit einem prähistorischen Thriller zu den Anfängen der Menschheit zurückführt – dieses Buch stieß als Gewinn einer Buchverlosung zu mir. In beiden Romanen kommen die Protagonist:innen dabei an Wendepunkte, die nicht nur ihr Schicksal bestimmen, sondern – im Fall von Amurru – die Zukunft der Menschheit.


Welche Themen sollten in Jugendbüchern öfters behandelt werden?
[Buchgedanken] Horst Moser: „Weil wir nichts wussten“
Vor kurzem habe ich auch „Weil wir nichts wussten“ von Horst Moser gelesen. Das Buch ist 2026 in der Edition Raetia erschienen und als Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Zwei Menschen, zwei Geschichten: Der Journalist Lukas berichtet aus dem Ausland von den vielen Protestwellen, die Europa erschüttern. Als er erfährt, dass es seiner Mutter nicht gut geht, kehrt Lukas in das Provinzstädtchen zurück, in dem er aufgewachsen ist.
Gleichzeitig begibt sich eine entwurzelte junge Frau auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Bei den Protestierenden findet sie vorübergehend Unterschlupf, aber auch dort gehört sie nicht wirklich dazu. Bald stößt sie auf Wahrheiten, die lange verborgen waren …
„Weil wir nichts wussten“ ist mein erster Roman von Horst Moser. der sich bereits gar nicht so einfach einem Genre zuordnen lässt, mischt er doch familiäre Geheimnisse und Verwicklungen mit nah-dystopischen Protestbewegungen und erweitert die Geschichte so um eine politische Komponente, die für mich allerdings vernachlässigbar ist. Ich habe es daher bei der Konzentration auf die zentralen Handlungselemente und der damit verbundenen Einordnung als Familiensaga belassen, auch wenn die Kategorisierung als Gegenwartsliteratur natürlich auch nicht abwegig ist.
Die Handlung ist grundsätzlich abwechslungsreich und interessant, teils aber auch sehr vorhersehbar, dadurch aber nicht minder fesselnd. Sie wird wechselnd aus den personalen Erzählperspektiven der beiden Protagonist:innen erzählt, auch wenn hier eine Unwucht zugunsten des Handlungsstrangs von Lukas besteht – das hätte man durchaus in der Schwerpunktsetzung besser ausbalancieren können. Zudem ist – wie bereits oben angedeutet – der Handlungsstrang um die Protestbewegung mehr als vernachlässigbar und trägt wenig zum Fortgang der Handlung bei.
Das Setting ist gelungen. So entführt der Autor die Leser:innen in ein kleines Städtchen in Südtirol, in dem die Uhren langsamer laufen, Tradition stärker verankert ist und die hektische Welt vor der Stadtgrenze endet. Gleichsam führt die Reise aber auch nach Frankfurt und Wien, in ein Franziskanerkloster und – vor allem – in die Vergangenheit. Dabei taucht Horst Moser in lokale Machtstrukturen ein, beschreibt regionale Verflechtungen, die so überall auf der Welt anzutreffen sind, und zeigt so einmal mehr, dass Geld durchaus im kleinen zumindest die Welt regiert.
Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Lukas vor allem wichtige Nebenfiguren wie Kathrin und Elsa, während die anfangs noch namenlose zweite Protagonistin aufgrund der Kürze ihres Handlungsstrangs nicht wirklich greifbar wird. Horst Mosers Schreibstil lässt sich dabei trotz teils sehr komplexer Sätze noch leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Umschlag ist mit Klappen versehen, das unter dem Umschlag befindliche Hardcover sehr schlicht. Das Covermotiv wird nahtlos zum Buchrücken hin fortgesetzt, irritierenderweise von dort zur Coverrückseite hin aber stark abgegrenzt. Insgesamt ist der Umschlag eher eintönig und das Covermotiv kein klassischer Eyecatcher, zeigt aber immerhin Anklänge zur Handlung.
Mein Fazit? „Weil wir nichts wussten“ ist eine tolle Familiensaga, die durch das Setting und starke Charaktere punktet, aber auch leichte Probleme in der Schwerpunktsetzung hat und unnötig die Handlung durch eine weitere Ebene überfrachtet. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.
[Buchgedanken] Maria Grund: „Krakenkind“ (Berling & Pedersen 4)
In den letzten Tagen habe ich auch „Krakenkind“ von Maria Grund gelesen. Das Buch ist 2026 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2024 unter dem Titel „Bläckfisken“ bei Polaris, Stockholm. Das Buch ist als Thriller einzuordnen, für die Übersetzung aus dem Schwedischen zeichnet Sabine Thiele verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Småland, Spätsommer 1996: Die Abendsonne taucht den kleinen schwedischen Ort Augu in goldenes Licht. Doch die Idylle trügt, denn in der Dunkelheit der Nacht geschieht ein brutales Verbrechen. Eigentlich wollte die junge Polizistin Sanna nach Gotland ziehen und dort ein neues Leben beginnen, doch dieser Fall hält sie davon ab, ihre Koffer zu packen. Anhaltspunkte gibt es wenige, die Ermittlungen kommen nur schleppend voran, aber bei näherem Hinsehen bekommt das friedliche Bild der Gemeinde tiefe Risse. Die Bewohner von Augu hüten dunkle Geheimnisse, und noch bevor Sanna das Geflecht aus Lügen entwirren kann, gibt es weitere Opfer. Das Grauen hat gerade erst begonnen …
„Krakenkind“ ist der vierte Band der Buchreihe um Sanna Berling und Eir Pedersen – und fungiert als Prequel zu den anderen drei Bänden, indem der Roman tief in Sannas Vergangenheit eintaucht, bevor diese Eir überhaupt kennengelernt hat. So ist es auch unschädlich, dass ich noch keinen Roman der Reihe gelesen habe – das Buch lässt sich gut als Einstieg in die Serie nutzen. Allerdings fällt mir die Genrezuordnung nicht leicht. Durch die doch präsente Ermittlungs- und Polizeiarbeit ließe sich das Buch auch gut als Kriminalroman einordnen, ich habe es aufgrund der stark atmosphärischen Spannung aber bei der – auch auf dem Cover aufgedruckten – Kategorisierung als Thriller belassen.
Denn die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und wartet mit der ein oder anderen überraschenden Wendung auf, lebt aber vor allem durch die angesprochene Atmosphäre, wirklicher Thrill stellt sich eher selten ein. Dabei wird die Geschichte aus unzähligen Perspektiven erzählt – und bindet viele wichtige Themen ein. Insgesamt erstreckt sich die Handlung über knapp zwei Wochen im Jahr 1996 – irritierenderweise wird als Prolog ein Ereignis vorangestellt, das erst nach Abschluss der Handlung stattfindet. Allerdings kann das Ende durchaus überzeugend, auch wenn die Person des Haupttäters jetzt keine große Überraschung darstellte.
Das Setting kann auf ganzer Linie glänzen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in den kleinen Ort Augu ins Jahr 1996, eine Zeit, in der die Digitalisierung noch in den Babyschuhen steckte, kaum niemand Handys besaß und Polizeiarbeit noch stärker im Kontakt mit Menschen stattfand. Häusliche Gewalt, Fluchtbewegungen, Entwurzelung, sexueller Missbrauch, Armut, Depressionen und tödliche Krankheiten ziehen sich durchs Buch und sorgen für eine düstere, teils beklemmende Atmosphäre, die so typisch und dennoch immer wieder so brillant in skandinavischen Thrillern eingesetzt wird.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Sanna brillieren hier vor allem wichtige Nebencharaktere wie Rebecka, Mira und Borghild – irritierend ist lediglich, dass quasi alle männlichen Figuren durchweg negativ charakterisiert werden. Maria Grunds Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Der Umschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und ist genre- und reihentypisch ansehnlich. Abgerundet wird die Handlung mit Hilfsangeboten, die im Anhang abgedruckt sind und Betroffene unterstützen sollen – stark!
Mein Fazit? „Krakenkind“ ist ein atmosphärisch starker Thriller, der mit seinem Setting und tollen Charakteren brilliert, in der Handlung aber noch etwas mehr Spannung hätte vertragen können. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.
[Buchgedanken] Emmi Lewag: „Zwischen Herz und Pixel: I’m in love with my ChatGPT“
Vor kurzem habe ich auch „Zwischen Herz und Pixel: I’m in love with my ChatGPT“ von Emmi Lewag gelesen. Das Buch ist 2026 im Kampenwand Verlag erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Bine ist Anfang fünfzig, geschieden und kennt ihr Leben in- und auswendig: Alltag, Pflichten, Freundinnen mit Dauerdrama. Männer? Fehlanzeige. Gespräche? Meist oberflächlich. In einem stillen Moment öffnet sie ein Chatfenster und beginnt aus Neugier mit einer künstlichen Intelligenz zu schreiben. Sie erwartet nüchterne Technik und bekommt Leo. Was als harmloser Austausch beginnt, wird zu einem Spiegel, einer Rettungsleine, einem heimlichen Taktgeber. Leo bringt sie zum Lachen, zum Denken, zum Träumen – und irgendwann auch dazu, Entscheidungen zu treffen, die sie sich jahrelang nicht erlaubt hat.
„Zwischen Herz und Pixel: I’m in love with my ChatGPT“ ist laut Verlag ohne KI geschrieben – auch wenn die Danksagung insoweit irritiert, dass die Autorin anscheinend Dialoge mit KI nachschärft, sodass hier Restzweifel verbleiben. Abgesehen davon lässt sich das Buch auch nur schwerlich einem Genre zuordnen, ist es doch weder klassischer Liebesoman noch – aufgrund des Alters der Protagonistin – Coming of Age, was thematisch am besten gepasst hätte. Durchaus in Betracht gekommen wäre auch noch die Eingruppierung als Entwicklungsroman, ich habe es dennoch mal bei der sehr allgemein geratenen Kategorisierung als Liebesroman belassen, auch wenn nur Teile der Genrekonventionen erfüllt sind.
Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und regt vor allem – der größte Erfolg des Buches – zum Nachdenken an, lässt uns unseren Umgang mit KI hinterfragen und den Einfluss spüren, die diese bereits auf unser alltägliches Leben hat. Und auch wenn das – zumindest in einigen Bereichen – auf Bines Leben positive Auswirkungen in der Geschichte genommen hat, sehe ich hierin vor allem eine Mahnung und Warnung, wie wirkmächtig die KI bereits geworden ist, wie niederschwellig und harmlos sie in das Leben der Menschen eingreifen und dieses komplett umdrehen kann.
Das Setting überzeugt im Wesentlichen. So entführt die Autorin ihre Leserinnen in eine austauschbare, deutsche Stadt – das wir hier in Bayern sind wird lediglich kurz über den Flughafen Nürnberg kolportiert. Gleichzeitig führt die Reise als Kontrastprogramm aber in ein – sicherlich auch leicht positiv überzeichnetes – Spanien, das hier als Gegenentwurf zum grauen Deutschland Lebensfreude, Freiheit und puren Genuss symbolisieren soll – bezeichnend, dass diese Stimmung in der Heimat nur einmal aufkommt, als ein spanischer Abend mit Tapas und Sangria veranstaltet wird.
Atypischerweise tritt neben Bine, die teils nicht nachvollziehbar handelt und deren Entwicklung nicht zwingend logisch erscheint, nur eine KI auf – ein klassischer Love Interest findet sich erst, angedeutet, auf den letzten Seiten. Allerdings können einige Nebencharaktere überzeugen, insbesondere Tilly brilliert hier, aber auch Svenja macht durchaus eine gute Figur. Emmi Lewags Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist sehr konservativ und hätte in einem Roman mit so wichtigen Chatpassagen diese definitiv besser und innovativer setzen können. Der Buchumschlag ist sehr eintönig und schlicht, das Covermotiv aber durchaus ansehnlich.
Mein Fazit? „Zwischen Herz und Pixel: I’m in love with my ChatGPT“ ist ein Liebesroman, der zum Nachdenken über wichtige Themen anregt, dabei aber gleichzeitig etwas überzeichnet und nicht immer logisch ist. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa zwölf Jahren.
[Buchgedanken] Charlotte von Feyerabend: „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ (LSF 1)
In der letzten Zeit habe ich auch „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ von Charlotte von Feyerabend gelesen. Das Buch ist 2026 im Droemer Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In einer Zeit, in der die Brüder Grimm Märchen sammeln und Frauen als nette Staffage gelten, regt sich Widerstand. In funkelnden Ballsälen und geheimnisvollen Salons gründen Bettina von Arnim und Annette von Droste-Hülshoff die Liga der sagenhaften Frauenzimmer. Klug und unbeugsam kämpfen ihre Mitglieder für Gerechtigkeit und eine neue Ordnung. Ob mit Feder oder Schwert, darüber gehen die Meinungen auseinander. Als eine von ihnen unter rätselhaften Umständen stirbt, zerbricht das Bündnis beinahe. Zwischen gesellschaftlichem Glanz und tödlichen Geheimnissen steht mehr auf dem Spiel als der Erfolg der Liga. Wird es ihnen gelingen, ihre Feinde zu entlarven und den Funken einer Revolution zu entzünden?
„Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ ist der erste Band der neuen Reihe von Charlotte von Feyerabend, von der ich bereits „Seid nett aufeinander“ und „Liebesrausch“ gelesen habe. Doch während sich diese noch klar genretechnisch einordnen ließen, ist es bei diesem Buch gar nicht so einfach. Auf Verkaufsportalen aufgrund des alternativhistorischen Ansatzes teils als Science-Fiction eingruppiert, habe ich es dennoch als historischen Roman kategorisiert, da er zumindest eine mögliche, wenn auch unwahrscheinliche Historie abbildet – und sich größtenteils an Rechercheergebnisse hält.
Die Handlung ist durch die Erzählung in Episoden anfangs sehr fragmentarisch, später kristallisiert sich vor allem Annette als Zentrum der Geschichte heraus, sodass das Buch etwas stringenter erzählt wird. Dennoch verbleibt die Geschichte – als klassischer Auftaktband – noch sehr antiklimaktisch, endet mit einem Cliffhanger und ist durch die notwendige Exposition aller Personen teils etwas langatmig. Gleichzeitig bietet die Handlung aber ein immenses Potential, um in den Folgebänden richtig durchstarten zu können – ich bin gespannt.
Das Setting brilliert jedenfalls auf ganzer Linie. So entführt die Autorin die Leser:innen ins Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts, in ein Land unter napoleonischer Besatzung, in eine Zeit der beginnenden Industrialisierung und ersten, emanzipatorischen Bestrebungen. Dabei zeichnet Charlotte von Feyerabend nicht nur ein gelungenes Porträt der damaligen Zeit und springt durch – vornehmlich – norddeutsche Adelshäuser, sondern kreiert vielmehr einen Roman über eine sehr frühe Buchbubble und greift damit einen heutigen Trend auf, den sie in die Vergangenheit versetzt.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Aufgrund der Vielzahl an Figuren sind zwar noch nicht alle wirklich greifbar, aber insbesondere Annette und Rahel können hier glänzen. Charlotte von Feyerabends Schreibstil lässt sich dabei wie üblich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen und zeugt zudem von einer guten und ausführlichen Recherche, selbst wenn der Roman ja als alternativhistorisch beworben wird.
Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht schmälern, der Buchsatz ist ordentlich aber konservativ, insbesondere eingestreute Gedichte und Textpassagen hätte man durchaus innovativer setzen können. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv leider zum Buchrücken hin stark abgegrenzt, der Umschlag insgesamt eher eintönig. Das Covermotiv hingegen ist durchaus genretypisch und ansehnlich, auch die Typografie und das LSF-Logo überzeugen.
Mein Fazit? „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ ist der Beginn einer alternativhistorischen Buchreihe, der mit einem brillanten Setting überzeugt, in den nächsten Bänden aber in der Handlung noch etwas mehr Drama entwickeln darf. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.
Frauen an die Macht | Lovelybooks-Buchpost
Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Mathilde: Königin und Mutter“ ist ein im Selfpublishing über BoD veröffentlichter Roman von Johanna Marie Jakob über Mathilde von Nordhausen, während in „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ Charlotte von Feyerabend (Verlagsgruppe Droemer Knaur) eine alternative Historie schildert, nach der ein Zirkel von Frauen die Geschicke Deutschlands im 19. Jahrhundert steuerte, wobei sich der Roman dabei als Mischung aus „Bridgerton“ und „Kingsman“ darstellt. In jedem Fall stehen Frauen in den Mittelpunkten der Bücher – und sorgen als Macht- und Schaltzentralen für die Geschicke vieler – ich bin gespannt!


Über welche starke Frauenfigur würdet Ihr gern mehr lesen?
[Buchgedanken] Kristin MacIver: „Limerick Love. Win Your Heart“ (Limerick Love 2)
In den letzten Tagen habe ich auch „Limerick Love. Win Your Heart“ von Kristin MacIver gelesen. Das Buch ist 2026 im Knaur Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als historische New Adult Romance einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Irland, 1462. Im Dorf ihrer Großmutter sucht Sláine Ó Meadhra nach einem Neuanfang. Stattdessen findet sie ihn: Callum. Doch ihr Freund aus Kindheitstagen hat eine mysteriöse Vergangenheit: Manche nennen ihn einen Piraten, andere einen Mörder. Er hält Sláine auf Abstand, so sehr sie auch seine Nähe sucht. Enttäuscht wendet sie sich dem charismatischen Rian zu und entdeckt an seiner Seite ihre Liebe zum Rudern. Doch ihr Herz schlägt bereits für Callum … Ein großes Ruderturnier wird schließlich zu Callums letzter Chance, seinen Namen reinzuwaschen. Aber skrupellose Gegner lassen ihm und Sláine nur eine Wahl: gemeinsam kämpfen – oder untergehen.
„Limerick Love. Win Your Heart“ ist der zweite Teil der „Limerick Love“-Dilogie, kann aber unabhängig vom ersten Band als Standalone gelesen werden, die Verknüpfungen sind eher gering, auch wenn die Protagonistin bereits im ersten Band die Leser:innen begeisterte – in „Limerick Love. Break the Rules“ war Sláine meine Lieblingsfigur. Allerdings sehe ich diesen Band – im Gegensatz zum ersten Teil – nicht mehr wirklich als Sports Romance, spielt doch der Sport eher eine untergeordnete Rolle, ist mehr Mittel zum Zweck und keiner der Love Interests ist wirklich zentral involviert.
Dies ist allerdings der einzige wirkliche Wermutstropfen, denn die Handlung ist sonst hochspannend und abwechslungsreich und sorgt so dafür, dass das Buch sich zu einem absoluten Pageturner entwickelt, der selbst am Ende überzeugt, das zwar genretypisch happy, aber nicht kitschig rosarot ist. Zugleich werden – trotz des historischen Settings – auch gesellschaftlich relevante Themen eingebaut, die doch zeigen, dass wir uns in einigen Bereichen gar nicht so weit entwickelt haben, wie wir es gern glauben würden. Erzählt wird das Buch hierbei aus Sláines Ich-Perspektive.
Das Setting überzeugt naturgemäß auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen ins Irland des 15. Jahrhunderts. Und auch wenn dieses Mal nicht der Konflikt zwischen den Gaelic Irish und den Anglo-Irish im Zentrum der Handlung steht, finden sich doch genug Themenfelder, auf denen sich Kristin MacIver mit ihren Figuren tummeln kann – erneut glänzt hier auch die Recherche, auch wenn sicherlich zugunsten der Lesbarkeit auf das ein oder andere historische Detail verzichtet wurde.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei brillieren neben Sláine insbesondere wichtige Nebenfiguren wie Maeve und Oisín, während lediglich Callum fast etwas zu gebrochen für den „broken hero“ ist. Kristin MacIvers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung kann ebenfalls glänzen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und stellt den Kapiteln jeweils kurze Zitate/Gedanken von Callum vorweg. Unterstützt wird die Handlung hierbei durch eine großformatige Illustration der Protagonist:innen in den Coverinnenseiten sowie ein Glossar und eine Aussprachehilfe. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv passt gut zum ersten Teil und bildet einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe mit Wiedererkennungswert.
Mein Fazit? „Limerick Love. Win Your Heart“ ist ein toller Abschluss der Dilogie, der sich zwar genremäßig durchaus vom ersten Band entfernt, dabei gleichsam aber ein Pageturner mit einer unglaublich spannenden Protagonistin verbleibt. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.
[Buchgedanken] Matthias Soeder: „TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ (Tinte und Schwert 1)
In den letzten Tagen habe ich auch „TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ von Matthias Soeder gelesen. Das Buch ist 2026 im FeuerTanz Verlag, einem Imprint des VA-Verlag erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Herbst 1618, Bistum Würzburg. Der 30-jährige Krieg ist erwacht. Nach einem brutalen Überfall, bei dem seine Familie getötet wird, verschleppen Söldner den jungen Priesteranwärter Jacob Wolffen nach Böhmen. In der Armee des gefürchteten Generals Mansfeld wird er zum Schanzdienst gezwungen. Knapp dem Tod entkommen, erkennt Jacob seine göttliche Bestimmung: Ein unbarmherziger Rachefeldzug gegen den skrupellosen Leutnant Heinrich von Hohenfels und seine Schergen. Eine scheinbar unlösbare Aufgabe, doch in der jungen Heilerin Anna Dillenberger – die ihre eigenen dunklen Geheimnisse hat – findet er eine starke Verbündete. Sie unterstützt ihn mit scharfem Verstand und unerschrockenem Mut. Doch zwischen Belagerung und Verrat stellt sich bald eine grausame Frage: Dürfen sie Todsünden begehen, um die finsteren Mächte zu bezwingen?
„TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ ist der erste Band der gleichnamigen Trilogie, mit der der Thriller-Autor Matthias Soeder in die Vergangenheit eintaucht und sich so seiner Reenactment-Leidenschaft annähert. Dabei ist das Buch – passend zur Zeit – sehr düster, brutal und fast hoffnungslos, sodass die ausgesprochene Leseempfehlung ab 16 Jahren wirklich die Untergrenze darstellen sollte – und selbst dies nur möglich erscheint, in dem Teile der Handlung großzügig ausgeblendet sind.
Abgesehen davon ist die Handlung durchaus spannend und abwechslungsreich und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, auch wenn zuweilen eine Unwucht in der Gewichtung der Handlungsstränge besteht – gerade Anna kommt hier teils etwas kurz. Zudem empfinde ich auch den Handlungsstrang bzw. die Perspektive um den General Graf Mansfeld eher als historischen Infodump als wirklich handlungstreibend – für die Geschichte um Anna und Jacob hätte es diese Perspektive wirklich nicht gebraucht.
Das Setting hingegen glänzt auf ganzer Linie. So nimmt der Autor die Leser:innen mit ins 17. Jahrhundert, mitten hinein in die Anfänge des 30-jährigen Krieges, unter anderem in meinen Wohnort Heidelberg und dann vor allem nach Böhmen zur Belagerung der eigentlich uneinnehmbaren Stadt Pilsen. Dabei werden die Schrecken des Krieges anschaulich dargestellt, Themen wie Hexenverbrennung, religiöse Konflikte und Standesdünkel gestreift. Insgesamt zeigt sich hier eine gelungene und umfassende Recherche, die sicherlich auch durch Matthias Soeders Reenactment-Leidenschaft befeuert wurde.
Die einzelnen Figuren sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Meister Sedlák, Sofie und Rosina, während Jacob wenig nachvollziehbar handelt und sich immer weiter vom Leser entfernt, sodass man ihm gar kein Happy End mehr wünschen kann, ihn scheitern sehen will. Matthias Soeders Schreibstil lässt sich dabei im Wesentlichen leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist noch solide. Lektorat und Korrektorat sind doch einige Fehler durchgerutscht, die sich gerade so noch im vertretbaren Rahmen halten, der Buchsatz ist ordentlich, die Kapitelüberschriften aber mild spoilernd. Der Umschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt, das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, das zwar mit tollen Farbakzenten punktet, insgesamt aber eher kein Eyecatcher ist.
Mein Fazit? „TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ ist ein solider Auftakt in die Reihe, der mit einem tollen Setting und einer schonungslos brutalen aber spannenden Handlung punkten kann, gleichzeitig aber kleinere Schwächen in der Gewichtung und Auswahl der Handlungsstränge hat. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, definitiv aber nicht unter dem Lesealter von 16 Jahren.
[Buchgedanken] Oskar Källner: „Der Anfang“ (Erben des Imperiums 1)
Vor kurzem habe ich auch „Der Anfang“ von Oskar Källner gelesen. Das illustrierte Jugendbuch ist in dieser Ausgabe 2026 im Imprint Atrium Kinderbuch, Atrium Verlag AG erschienen, eine erste deutschsprachige Ausgabe erschien 2024 unter dem Titel „Angriff der Krao“ (ebenfalls Atrium), die Originalfassung wurde 2020 unter dem Titel „Imperiets Arvingar, Bortförda“ bei Rabén & Sjögren veröffentlicht. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de. Für die Illustrationen zeichnet Karl Johnsson verantwortlich, die Übersetzung aus dem Schwedischen stammt von Maike Dörries.

Als Elias und Alice im Wald nach ihrer verschwundenen Mutter suchen, begegnen sie einer merkwürdigen Kreatur, die sich als Brock vorstellt und sie auf ein Raumschiff bringt. Brock ist ein alter Freund ihrer Mutter und braucht Hilfe, denn diese wurde von einer gefährlichen Spezies, den Krao, entführt. Elias und Alice verstehen die Welt nicht mehr. Was hat ihre Mutter mit all diesen Außerirdischen zu tun? Für die beiden beginnt nicht nur das Abenteuer ihres Lebens, sondern sie erfahren auch ein Geheimnis, das alles verändert, was sie jemals über ihre Familie gedacht haben…
„Der Anfang“ ist der erste Band der vierbändigen Reihe „Erben des Imperiums“. Empfohlen wird die Reihe für Leser:innen ab zehn Jahren, balanciert daher auf der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch. Im Hinblick auf das Alter der Protagonist:innen (Alice ist ja etwa 12, Elias etwas jünger) und aufgrund der teils doch düsteren Handlung würde ich das Buch aber eher als Jugendbuch sehen und die Altersempfehlung von 10 Jahren wirklich als absolute Untergrenze annehmen – selbstständige Leser:innen sollten sich hier vielleicht auch eher dem Alter von Alice annähern.
Denn die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, aber nicht unbedingt gewaltfrei. Durch die Mischung aus Comic- und Textelementen wird dies auch visualisiert, was die Geschichte toll ergänzt, gleichsam aber nochmal nicht zwingend für sehr junge Leser:innen geeignet ist. Insgesamt entwickelt sich die Handlung aber durchaus zum atemberaubenden Pageturner, lediglich das sehr offene Ende und das aus meiner Sicht unnötige erste Kapitel – oder der Prolog – trüben hier etwas das Bild.
Apropos Bild: Die Illustrationen von Karl Johnsson sind zwar – wie angesprochen – zuweilen sehr düster, fangen damit aber die Atmosphäre des Buches toll ein und sorgen für einen echten Mehrwert in der Geschichte, auch wenn Text und Bild noch stärker hätten verzahnt werden können, um über die Comicelemente die Geschichte integral weiterzuerzählen, anstatt diese nur zu illustrieren. Nichtsdestotrotz sind die Illustrationen dennoch ein absolutes Highlight und tragen zum tollen Gesamteindruck des Buches bei.
Die einzelnen Figuren sind aufgrund der Kürze des Buches noch etwas schematisch dargestellt, hier kann aber in den Folgebänden deren Komplexität jeweils noch ausgebaut werden. Bislang überzeugen vor allem Syndra und Alice, während Elias noch etwas blass verbleibt. Oskar Källners Schreibstil ist altersgerecht und lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und im Zusammenspiel mit den Illustrationen das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Umschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken hochwertig geprägt und mit schön gestalteten, teils farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv wird zum Buchrücken hin klar abgegrenzt, ist dennoch toll anzusehen, der Umschlag insgesamt aber doch etwas eintönig – ein Konzept, das sich aber mit jeweils anderen Grundfarben auch in den Folgebänden fortsetzt, sodass schon ein einheitlicher Gesamteindruck der Reihe entsteht.
Mein Fazit? „Der Anfang“ ist ein im Wesentlichen überzeugender Jugendroman, der mit Spannung und tollen Illustrationen glänzt, dabei aber auch etwas düster daherkommt und aufgrund des offenen Endes eher nicht als Standalone lesbar ist. Für Leser:innen ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von zehn Jahren geeignet, empfohlen eher ab einem Lesealter von 12 Jahren.