Liebe liegt in der Luft | Lovelybooks-Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür! „Sommerwind in der Toskana“ ist dabei ein Liebesroman von Karin Seemayer (Aufbau Taschenbuch, Aufbau Verlage), während „Limerick Love. Win Your Heart“ eine in Irland spielende, historische Sports Romance von Kristin MacIver ist (Knaur Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG). Beide Romane drehen sich trotz der unterschiedlichen Zeiten und Settings um das selbe Thema – die Liebe. Könnte es schöneres geben?

Habt Ihr bereits ein Buch der Autorinnen gelesen? Von Kristin ist das – wie man dem Bild entnehmen kann – ja nicht mein erstes Werk :).

Deutschlandreise | Doppelte Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Das Ende vom Lied“ von Michael Wildenhain (Klett-Cotta) entführt die Leser:innen dabei ins Westberlin der späten 60er-Jahre, während „Die weiße Dame“ von Yngra Wieland (Edition M) die Leser:innen mit nach München nimmt, um zusammen mit der Psychotherapeutin Salome Liebeskind den ersten Kriminalfall der Reihe zu lösen. Ich bin auf beide Reisen schon sehr gespannt und freue mich vor allem, von Yngra, die ich aus dem Burgenwelt Verlag kenne, mal etwas aus einem anderen Genre zu lesen.

Krimi oder Gegenwartsliteratur an der Grenze zum historischen Roman: Wonach würdet Ihr zuerst greifen?

[Buchgedanken] Petra Felsner: „Castle MacLyal: Der Pfad“ (Castle MacLyal 1)

In den letzten Tagen habe ich auch „Castle MacLyal: Der Pfad“ von Petra Felsner gelesen. Das Buch ist 2025 im Kampenwand Verlag erschienen und als Jugendfantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die 15-jährige Mia überquert während eines Ausflugs versehentlich die Grenze zu einer geheimnisvollen magischen Welt, die sich jenseits des Dickichts des „Fairy Trails“ befindet. Sie landet in einer therapeutischen Schule für Wesen mit magischen Defekten, und gerät in einen uralten Konflikt, der die magische Welt bedroht. Je tiefer sie in diese fremde Realität eintaucht, desto klarer wird: Hier geht es nicht nur um Magie. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Mut – und darum, wer Mia wirklich ist.

„Castle MacLyal: Der Pfad“ ist der erste Band der neuen Buchreihe der Kinder- und Jugendbuchautorin Petra Felsner. Dabei lässt sich der Roman klar der Jugendfantasy zuordnen, nicht nur aufgrund des Alters der Protagonistin, sondern auch aufgrund der zutreffenden Leseempfehlung des Verlags für Leser:innen ab 12 Jahren, die die untere Grenze darstellen sollte. Idealerweise sollten Leser:innen sich vielleicht eher am Alter von Mia (15 Jahre) orientieren.

Denn die Handlung ist durchaus spannend, abwechslungsreich und altersgerecht, thematisiert sie doch viele jugendtypische Probleme wie Neuanfänge, Freundschaft, erste Liebe und die Suche nach der eigenen Identität. Leider endet der Roman in einem eher unnötigen Cliffhanger, auf den Epilog hätte man m.E. gut verzichten können, stört er doch etwas das sonst runde Ende, das ohnehin genug offene Fragestellungen für die Folgebände lässt. Auch gibt es zwischenzeitlich mal kleinere Längen, während die Konflikte dann doch teils eher antiklimaktisch verlaufen.

Das Setting ist größtenteils gelungen. So entführt die Autorin die Leser:innen ins reale und magische Schottland, in eine Welt der keltischen Mythen und Fabelwesen, in der ich mir gern noch ein paar Beschreibungen mehr gewünscht hätte – und auch beim Weltenbau bleiben kleinere Fragen offen, die gegebenenfalls ja in den Folgebänden noch geklärt werden können. Unterstützt wird das Setting durch eine wundervolle Karte in den Coverinnenseiten sowie eine reingezoomte Darstellung des Castle MacLyal.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben aufgrund der Masse an Figuren und der Kürze des Buches noch einen eher schematischen Anstrich, die Folgebände können hier aber die Komplexität der Charaktere durchaus noch festigen. Hierbei überzeugen vor allem Feon, Liuk und Kenu als wichtige Nebenfiguren, während Mia und Reed durchaus noch etwas zulegen können und dürfen. Petra Felsners Schreibstil ist dabei altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist noch solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Fehler durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich, auf die leicht spoilernden Kapitelüberschriften hätte man allerdings verzichten können. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das durchaus ansehnliche Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt für ein tolles Gesamtbild, das aber etwas konstruiert wirkt, dennoch ein wirklicher Eyecatcher ist, der hoffentlich mit den Folgebänden auch für einen Wiedererkennungswert der Reihe sorgt.

Mein Fazit? „Castle MacLyal: Der Pfad“ ist ein gelungener Auftaktband in die Jugendfantasy-Reihe mit durchaus abwechslungsreicher Handlung aber auch noch mit Potential für die Folgebände, insbesondere beim Weltenbau aber auch bei den Protagonist:innen. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 12 Jahren.

Abenteuer für Groß und Klein | Lovelybooks-Buchpost

Zum Sonntag habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Little Miss Frankenstein – Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama!“ von Astrid Göpfrich ist dabei im Magellan Verlag erschienen und von Laura Borio illustriert, während „Im Zeichen der Kobra – Der Raub der Totenmaske“ von Fabian Lenk im Knesebeck Verlag veröffentlicht wurde und mit Illustrationen von Thilo Krapp aufwartet. Bei beiden Romanen handelt es sich um die jeweiligen Auftaktbände in spannende und abenteuerreiche Kinder-/Jugendbuchreihen für Leser:innen ab einem Alter von zehn bzw. elf Jahren. Ich bin schon ganz gespannt!

In welche mythologische oder fantastische Welt würdet Ihr gern einmal eintauchen?

[Buchgedanken] Wolfram Benisch: „BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ (Benski 1)

In den letzten Tagen habe ich „BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ von Wolfram Benisch gelesen. Das Buch ist 2025 im Selfpublishing (Literatur- und Medienverlag Wolfram Benisch) veröffentlicht worden und als Mysterythriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Autor für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Privatdetektiv Jack Benski einen scheinbar harmlosen Undercover-Auftrag übernimmt, ahnt er nicht, dass er sich schon bald in einem Netz aus Verschwörungen, geheimen Forschungen und uralten Mythen wiederfindet. Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhalten die Nachfahren einer deutschen Bomberbesatzung eine rätselhafte Nachricht: Ein verschlüsselter Lageplan soll sie zum Wrack des abgestürzten Bombers führen – angeblich voll beladen mit Gold und Raubgut aus den letzten Kriegstagen. Doch was sich tatsächlich an Bord befindet, sprengt jede Vorstellung. Benski wird in die Gruppe eingeschleust und lernt dort Katharina kennen – sie weiß mehr, als sie zugibt. Schon bald geraten sie ins Visier skrupelloser Verschwörer und fanatischer Altnazis. Eine tödliche Jagd beginnt – während im Schatten ein weiterer Player einen teuflischen Plan verfolgt. Kann Benski ihn stoppen, bevor es zu spät ist?

„BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ ist der Debütroman von Wolfram Benisch und der Auftakt in eine potentielle Buchreihe um Privatdetektiv Jack Benski, der irritierenderweise online teils auch unter dem Titel „BENSKI – Der letzte Flug der Hugin“ auffindbar ist. Dabei lässt sich der Roman gar nicht so einfach einem Genre zuordnen. Während er auf dem Cover der mir vorliegenden Ausgabe noch als „Thriller“ bezeichnet wird, ist das Cover online bereits (wie oben ersichtlich) aktualisiert und konkretisiert das Buch als „Abenteuer-Mystery-Thriller“. Ich persönlich habe mich für die Eingruppierung als Mysterythriller entschieden, allerdings zeigt das Buch auch starke Anklänge an die Science-Fiction.

Die Handlung ist hierbei gerade anfangs sehr fragmentarisch durch unzählige Perspektiven, Handlungsstränge, ein Auseinanderfallen von Handlungsorten, was das Buch nur schleppend starten lässt. In der zweiten Hälfte zieht der Roman hier aber durchaus an und kann zum Ende hin sogar punkten, wenn man sich auch den Cliffhanger ganz am Schluss hätte sparen können. Auch kann die eingestreute Liebesgeschichte nicht wirklich überzeugen, und es sind auch kleinere Logikfehler/Logikbrüche vorhanden – alles in allem wird die Handlung der tollen Prämisse leider nicht vollständig gerecht, was auch an unergründlichen Zeitsprüngen liegt, die die Handlung plötzlich an einen anderen Punkt führen. Zugleich stocken Handlung und Lesefluss auch durch die oftmals unnötig detaillierten Benennungen von Waffensystemen und Kalibergrößen.

Und auch das Setting hat Stärken und Schwächen. So nimmt der Autor die Leser:innen mit auf eine Reise quer durch Deutschland und die Welt, begeben wir uns doch mit den Protagonist:innen nach Norwegen, Südamerika, Rumänien und Frankreich – und das waren sicherlich noch nicht alle Handlungsorte. Zugleich werden diverse populäre Mythen und Verschwörungstheorien in die Geschichte eingebaut – hier hätte man durchaus auf den ein oder anderen Schlenker verzichten können, um die Handlung etwas fokussierter zu halten und vertiefter auf die Themen eingehen zu können, ohne sie jeweils nur am Rande zu streifen.

Die einzelnen Figuren haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, die teils undurchschaubar bleiben – auch verschwinden Figuren sang- und klanglos. Am stärksten überzeugen hier noch Nebencharaktere wie Chris, Boris und Tanja, während Benski quasi dauerhaft fremdgesteuert ist und insbesondere die Liebesgeschichte in der Charakterentwicklung nicht wirklich deutlich wird. Wolfram Benischs Schreibstil lässt sich dabei im Wesentlichen flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Lektorat und Korrektorat sind – soweit durchgeführt – durchaus vermehrt Fehler durchgerutscht, und auch der Buchsatz überzeugt nicht vollends, von den milde spoilernden Kapitelüberschriften und der Einbindung von Handlungsort und -Zeit in den Fließtext mal abgesehen. Allerdings kann das Cover im Wesentlichen glänzen, setzt es sich doch nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt so für ein einheitliches Gesamtbild, das zudem auch Anklänge an die Handlung zeigt und duchaus ansehnlich ist (die leichte Abweichung vom Print zum nun online verfügbaren Cover irritiert jedoch leicht). Lediglich auf die Darstellung des Menschen hätte man hier verzichten können.

Mein Fazit? „BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ ist ein Mysterythriller mit vielversprechenden Ansätzen, der aufgrund diverser Fehler und einer teils unnötig aufgebauschten Handlung sein Potential nicht vollends ausschöpft. Für Leser:innen, die der sehr bunte Genremix nicht stört und die über so etwas hinwegsehen können, noch geeignet – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Von fremden Kulturen und vergangenen Zeiten | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem. „Das Haus in Charlottenburg“ von Beate Sauer (Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) kam dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, während „Hidden Japan“ von Chiara Terzuolo (Knesebeck Verlag, mit Illustrationen von Justine Wong) mir versehentlich zugesandt wurde – ich werde es aber trotzdem auch bei Lovelybooks besprechen. Beide Bücher nehmen die Leser:innen dabei auf Reisen mit, einmal in das Deutsche Kaiserreich Ende des 19. Jahrhunderts, einmal nach Japan, auf eine Entdeckungstour der wundervollen Kultur fernab breitgetretener Touristenpfade. Ich bin auf beide Werke schon sehr gespannt – und freue mich auch darüber, mal wieder ein Buch von Beate zu lesen :).

Wart Ihr schon einmal in Japan?

Männer und Frauen auf gefährlicher Mission | Doppelte Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch. Während in „Tinte und Schwert: Verwandlung“ von Matthias Soeder (Feuertanz Verlag, VA-Verlag), das mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de erreichte, Jacob – unterstützt von Anna – einen unbarmherzigen Rachefeldzug vor dem Hintergrund des 30-jährigen Krieges unternimmt, gehen in „M VS F“ von Johannes Ulbricht (Blond Verlag) Venni und Isabella auf eine Reise nach Ruhm, bei der die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Letzteres Buch kam dabei als Rezensionsexemplar nach einem Rezensionsangebot auf Social Media zu mir – vielen Dank jeweils. Ich bin auf beide Geschichten schon sehr gespannt und freue mich darauf, die Protagonist:innen auf ihren gefährlichen, eskapistischen und sicherlich immer spannenden Reisen zu begleiten.

Wohin seid Ihr zuletzt gereist?

[Buchgedanken] Nataša Dragnić: „Affenliebe“

Vor kurzem habe ich auch „Affenliebe“ von Nataša Dragnić gelesen. Das Buch ist 2025 im Selfpublishing über tredition im Label MORE books veröffentlicht worden und der Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Maximilian Kaiser, ein 64-jähriger Berliner Literaturprofessor, eines Tages Post von einer Monika Wimmer erhält, beginnt eine obsessive, phantasiegeladene E-Mail-Korrespondenz. Ihr erstes Treffen ist stürmisch, verstörend und voller unausgesprochener Sehnsüchte und verwirrender Gespräche. Doch so leidenschaftlich alles beginnt, so abrupt und unerklärlich endet es. Auf der Suche nach Antworten reist Maximilian samt seiner katzentötenden Neugierde in die eigene Vergangenheit und begibt sich auf Spurensuche: zu seinem Vater, zu seiner Kindheit, zu den Geheimnissen seiner Mutter – und zu Monika nach Bremen, wo alles begonnen hat. Um eine Wahrheit zu entdecken, die er nie erwartet hätte.

„Affenliebe“ ist mein erster Roman von Nataša Dragnić – und mit Sicherheit das speziellste Buch, das ich bislang in diesem Jahr gelesen habe. Dabei lässt sich der Roman bereits nicht so einfach kategorisieren, wird er doch als literarischer Liebesroman beworben – und teils skurril auf Verkaufsplattformen eingruppiert. Ich habe das Buch jedoch – obwohl die Liebe ein zentrales Thema ist – der Gegenwartsliteratur zugerechnet, da mir persönlich viele Eigenschaften klassischer Liebesromane fehlen.

Die Handlung dreht sich nämlich zwar – wie bereits festgestellt – durchaus um Liebe, um Verlangen, zugleich aber auch um Obsession, Selbstaufgabe und Wahn. Denn der Professor steigert sich eskapistisch in einen Fiebertraum, der zuweilen Realität und Fiktion durchmischt und immer und immer wieder auf das übergeordnete Thema „Affe“ zurückgeht, das sich durch Generationen der Familie des Professors zieht, für die Leser:innen aber nicht immer greifbar und teils verwirrend bleibt. Dennoch kann vor allem das Ende mit einem positiven Ausblick glänzen.

Auch das Setting überzeugt größtenteils. Zwar sind Berlin und Bremen als Handlungsorte (und die Wege dazwischen) mehr oder weniger austauschbar, jedoch schafft die Autorin mit der Komparatistikprofessur des Protagonisten eine faszinierende Grundlage, um immer wieder Stendhal-Zitate in den Roman einzubringen und Vergleiche zu anderen großartigen Autor:innen zu ziehen (die Porträts an den Bürowänden lassen grüßen). Gleichsam wird durch den Mail-Wechsel hier innovativ über einen längeren Zeitraum ein virtuelles Kennenlernen dargestellt – als absolutes Neuland für den analog lebenden Professor.

Aufgrund der geringen Anzahl an handelnden Charakteren – eigentlich tritt fast nur der Professor wirklich regelmäßig auf -, lässt sich sehr wenig zu den Figuren im Roman sagen. Die marginal eingestreuten Nebencharaktere wie Hamdi und Fiona können zwar überzeugen, sind aber jeweils nur Stütze für den Professor, der sich in Gegenwart und Vergangenheit verliert und irgendwie nicht so richtig greifbar für die Leser:innen verbleibt – vermutlich sind oftmals die Lebenswelten einfach zu verschieden. Nataša Dragnićs Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich und verdient ein Lob für den Start der Kapitel auf ungeraden Buchseiten, hätte aber auch die Mail-Verläufe innovativer setzen können. Das Cover und die Coverrückseite werden zum Buchrücken hin stark unterbrochen, sind durchaus aber ansehnlich und ungewöhnlich, wenn auch kein klassischer Eyecatcher aufgrund der eher eintönigen Farbgebung.

Mein Fazit? „Affenliebe“ ist ein durchaus ungewöhnliches Buch, das vor allem durch seine innovative Idee und deren Umsetzung punktet, aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen von Romanen der Gegenwartsliteratur bedenkenlos zu empfehlen.

Spannung im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich zwei Fortsetzungen von Krimireihen für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Branderbe“ ist hierbei schon der dritte, im Selfpublishing veröffentliche, Band um das Frankfurter Duo Sebastian Buck und Maike Lange von Lou Sandberg („Mainblüte“ kenne ich bereits), während „Der Tod wischt mit“ (Wilhelm Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) die Reihe um Tilly Blich von Andreas Suchanek als zweiter Band fortsetzt. Ich bin schon ganz gespannt darauf zu erfahren, wie sich die Charaktere in Lous Buch weiterentwickelt haben – und freue mich schon darauf, mit Tilly – Inhaberin einer Reinigungsfirma – eine mal ganz andere Ermittlerin kennenzulernen.

Was mögt Ihr an Krimis?

[Buchgedanken] Manuela Schörghofer: „Schatten über dem Kloster“ (Isabella Falk 1)

Vor kurzem habe ich auch „Schatten über dem Kloster“ von Manuela Schörghofer gelesen. Das Buch ist 2025 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Allgäu 1376: In den rußgeschwärzten Ruinen des Klosters Weißenfels wird die Leiche des Bürgermeisters entdeckt – doch schnell stellt sich heraus, dass er bereits vor dem verheerenden Brand ermordet wurde. Der zuständige Richter von Füssen erkrankt, und kurz vor seinem Tod setzt er seine Frau Isabella Falk als Erbin ein unter der Bedingung, den Mord an seinem Freund aufzuklären. Gemeinsam mit dem charismatischen Gerichtsschreiber Leonhard folgt Isabella einer Fährte aus Verrat und dunklen Machenschaften – und gerät dabei selbst in tödliche Gefahr.

„Schatten über dem Kloster“ ist mein fünftes Buch von Manuela Schörghofer – und der erste Band der neuen Reihe um Isabella Falk, die Witwe des Stadtrichters. Dabei wird das Buch auf dem Cover als historischer Roman bezeichnet, gleichzeitig aber als historischer Krimi beworben. Insbesondere im Hinblick darauf, dass das Buch hier eine Reihe um Isabella begründen soll, kann ich mir vorstellen, dass die nächsten Bände noch stärker in Richtung Krimi driften, vor allem, wenn aus Isabella, Leo und Magnus ein noch stärker zusammengeschweißtes Trio wird.

Die Handlung ist hierbei spannend und abwechslungsreich und wird aus vielen verschiedenen (fast zu vielen) Perspektiven erzählt. Etwas krimiuntypisch werden hier die Täter schon früh sowohl den Leser:innen als auch den Protagonist:innen präsentiert, aber auch die Suche nach Beweisen sorgt für ausreichend Spannung. Leider wird am Ende als Cliffhanger noch ein Ausblick auf den nächsten Band präsentiert, auf den man gut hätte verzichten können, um das Ende runder zu gestalten. So oder so bleiben aus dem Buch ohnehin noch genug Handlungsstränge für den Folgeband offen.

Vor allem das Setting kann naturgemäß wieder überzeugen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen ins Füssen des 14. Jahrhunderts, ins ausgehende Mittelalter zwischen ersten städtischen Bestrebungen um mehr Unabhängigkeit und der weiterhin, gerade im Alltag dominanten, Kirche. Dabei mischt Manuela Schörghofer Themen wie die Rolle der Frau und sogar ein zartes, angedeutetes Love Triangle in die Krimihandlung mit ein zu einem interessanten Gesamtpaket, das auch wieder dank einer wirklich tollen Recherche punkten kann, auch wenn zugunsten der Lesbarkeit sicherlich auf das ein oder andere historische oder lokale Detail verzichtet wurde – wie zum Beispiel den sicherlich breiten Dialekt im Allgäu.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere (wichtige) Nebencharaktere wie Bruder Gregorius, Odine, Dietbrand Högl und – aus dem Trio – am ehesten Magnus, während Isabella noch etwas wankelmütig ist und nicht immer nachvollziehbar handelt, im nächsten Band aber noch stärker geprägt werden kann. Manuela Schörghofers Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Der Geschichte wird eine Dramatis Personae und ein Glossar vorangestellt, bei der Karte hätte ich mir etwas mehr Detailtiefe und Bezug zur Handlung gewünscht. Das Covermotiv wird zum Buchrücken hin krass unterbrochen und lässt etwas den Bezug zur Handlung vermissen, ist dafür aber wirklich ansehnlich und ein schöner Eyecatcher – es bleibt abzuwarten, ob es mit den Folgebänden harmonisiert und sich ein einheitliches Reihenlayout mit Wiedererkennungswert einstellt.

Mein Fazit? „Schatten über dem Kloster“ ist ein sehr solider Einstieg in die Reihe, der vor allem mit seinem Setting und einer tollen Recherche punktet, aber auch noch Luft nach oben für den Folgeband lässt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren..