[Buchgedanken] Anna Fischer: „Herz in Reparatur“

Pünktlich zum dritten Advent habe ich heute eine neue Buchvorstellung für euch! In den letzten Tagen habe ich den Liebesroman „Herz in Reparatur“ von Anna Fischer gelesen. Die Neuauflage des Buches ist 2018 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien unter dem gleichen Titel 2017 im Selfpublishing. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Leseexemplares.

41rYCEGrCZL._SX337_BO1204203200_Nachdem die ehrgeizige TV-Redakteurin Emma von Carl verlassen wurde, plagt sie der Liebeskummer. Als ihr Chefredakteur dann auch noch ihr Konzept für eine Literatursendung ablehnt, und stattdessen verlangt, dass sie den ehemaligen Baseball-Star Matt MacKenzie das Einmaleins des Journalismus lehrt, gerät Emmas Leben völlig aus den Fugen. Lieber würde sie einem Affen das Sprechen beibringen wollen, als für diesen selbstverliebten Macho den Babysitter zu spielen. Doch da der Sender auf ihre Hilfe angewiesen ist, schließt sie mit Matt einen Deal: Im Gegenzug für das Journalismuscoaching bringt er Emma bei, was Männer wirklich wollen, damit sie Carls Herz zurückerobern kann.

„Herz in Reparatur“ ist ein zauberhaftes Feel-Good-Buch mit einigen unerwarteten Twists, die den Leser immer mal wieder vom, genrebedingt vorhersehbaren, Handlungsablauf abbringen. Auch wenn das (malerische) Setting in Kalifornien eher sommerlich wirkt, ist der Roman auch ein idealer Begleiter für die Weihnachtszeit. Freundschaft, Liebe und die Rückbesinnung auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind die zentralen Motive, die die Hauptfigur Emma nicht nur wiederfinden, sondern erst lernen und verinnerlichen muss.

Durch die perfekt gewählte Erzählperspektive (der Roman wird ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Emma erzählt), gelingt es der Autorin, dass der Leser sich gut mit Emma identifizieren kann, sich mit ihr freut, mit ihr leidet – und ja, sie auch gelegentlich mal durchrütteln möchte. Ohnehin sind die Figuren vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen und entwickeln sich – insbesondere Emma – im Laufe des Romanes weiter. Meine heimlichen Favoriten sind Burke und Victoria, beim etwas zu perfekten Matt MacKenzie hätte ich mir allerdings ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht.

Anna Fischers Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen. Er transportiert die Gefühle zum Leser und sorgt dafür, dass man in die Geschichte gezogen wird. Gerade in den Dialogen findet sich dann auch die ein oder andere humorvolle Situation, die die Handlung auflockert. Erfrischend fand ich auch, dass mit Emma eine Protagonistin für den Roman gewählt wurde, die das dreißigste Lebensjahr bereits überschritten hat, die fest im Beruf verankert ist und über einiges an Lebenserfahrung verfügt.

Auch die Schwerpunktsetzung hat mich überrascht. Im Gegensatz zu dem immer stärker werdenden Trend in New-Adult- und Liebesromanen, wurden hier der komplette Fokus auf die Gefühle der Protagonisten gelegt und erotische Szenen lediglich vage angedeutet und komplett ausgeblendet – was mir ausnehmend gut gefallen und ideal in die Geschichte gepasst hat.

Die Buchgestaltung ist insgesamt gelungen. Lektorat und Korrektorat haben überzeugend gearbeitet, lediglich der Satz hat minimale Schwächen, die aber auch eher dem persönlichen Geschmack geschuldet sind. Das Cover ist hübsch, ich hätte mir aber etwas mehr Kreativität, etwas mehr Bezug zum Inhalt gewünscht.

Mein Fazit? „Herz in Reparatur“ ist ein überwiegend gelungener Liebesroman, der durch das malerische Setting und tolle Charaktere begeistert. Ein idealer Begleiter für den Urlaub oder für die Weihnachtszeit mit Feel-Good-Garantie – für Liebesromanleser bedenkenlos zu empfehlen.

Ran an den SuB mit Ava 2018 – Dezember

Etwas verspätet, hier mein Beitrag zum letzten Challenge-Monat. Ein ausführlicher Rückblick mit den Ergebnissen und Highlights der Challenge folgt dann im Januar :).

Im Dezember sollten Bücher gewählt werden, die entweder ein blaues Cover haben, oder sich um die Themen Winter, Schnee oder Weihnachten drehen.

Ich habe mich dabei für folgende drei Bücher entschieden – die alle das Potential zu absoluten Highlights haben und auf die ich mich schon sehr, sehr freue.

  • Ava Reed: „Mondprinzessin“
  • Ava Reed: „Mondlichtkrieger“
  • Ella Zeiss: „Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms“

Natürlich möchte ich Euch auch die Cover nicht vorenthalten. Vorhang auf!

Erste Schritte ins Messejahr 2019

Langsam, ganz langsam, nimmt mein Messejahr für 2019 konkret Gestalt an. Und auch wenn der Plan schon länger stand, bin ich doch froh, heute wieder eine wichtige Hürde genommen zu haben. Denn *trommelwirbel* heute habe ich erneut meine Akkreditierung für die Leipziger Buchmesse erhalten! 🙂

Ein Hotel ist schon lange gebucht, und auch ein Ticket für die LoveLetter-Convention ist bereits gekauft. Das Messefrühjahr kann endlich kommen! Zur Einstimmung hier noch ein paar Bilder von der letzten LBM :).

[Buchgedanken] Ilka Sommer: „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“

In den letzten Tagen habe ich „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ von Ilka Sommer gelesen. Das Buch ist 2018 im Selfpublishing erschienen, die mir vorliegende Ausgabe entstammt der ersten Auflage. Vielen Dank an dieser Stelle der Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Eine Genreeinordnung ist jedoch gar nicht einfach. Auch wenn der Roman auf der Coverrückseite als „gesellschaftskritischer Roman“ betitelt wird, würde ich ihn doch eher als esoterisch-spirituellen Roman mit fantastischen Einflüssen sehen.

51GTKclXKFLNach einer kurzen Begegnung auf der Jagd mit einem Wolf gerät Jans Leben völlig aus den Fugen. Seine Arbeit als Banker, seine Beziehung, seine Freundschaften – alles steht auf dem Prüfstand. Bis er für sich den mystischen Weg der Tierkommunikation entdeckt, und damit auch den Weg zu sich selbst. Auf der Suche nach dem Krafttier und seiner neuen Bestimmung wird er von der Tierkommunikatorin Miriam unterstützt. Schritt für Schritt legt Jan dabei seine Ängste ab und erlebt Unglaubliches.

„Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ ist mal ein ganz anderes Buch – ich habe bislang nicht allzuviel vergleichbares gelesen und bin in dem Genre nicht zuhause. Und so ganz schlau geworden, bin ich aus dem Roman auch nicht, da die Grenzen zwischen Traum und Geschehen, zwischen Realität und Fiktion in den ganzen Erlebnissen verschwimmen.

Dennoch bin ich froh darüber, es gelesen zu haben – man nimmt aus der Lektüre etwas mit. Und sei es nur, dass man sich selbst auch mit dem Gedanken an Tierkommunikation auseinandersetzt und etwas darüber lernt. Dabei ist es aus meiner Sicht sogar durchaus wahrscheinlich, dass man in gewissen Grenzen mit Tieren kommunizieren kann – allerdings von Angesicht zu Angesicht. Dass man über Bilder Kontakt zu Tieren aufnehmen kann, die man nie gesehen hat und die sich weit entfernt aufhalten, überzeugt mich weiterhin nicht – und auch der Sprachgebrauch der Tiere, insbesondere von Penelope, hat mich sehr irritiert.

Bei „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ handelt es sich – wie bereits oben erwähnt – aus meiner Sicht auch nicht um einen gesellschaftskritischen Roman – schließlich finden in der Gesellschaft alle ihren Platz – und werden mit einem zauberhaften Happy-End belohnt (auch wenn ich mich der Lektorin da anschließe: ein Liebes-Happy-End hat mir ebenfalls gefehlt). Es ist aber ein Buch, das die Entschleunigung propagiert, die Liebe zur und das Leben in Einklang mit der Natur. Es ist ein Buch, das Toleranz einfordert und die Rückbesinnung auf ein harmonisches, selbstbestimmtes Leben im Gegensatz zum allgegenwärtigen „Höher, Schneller, Weiter“.

Die Handlung ist zwar insgesamt – dem Genre geschuldet – vorhersehbar, die Figuren sind aber interessant gestaltet, gerade von Mike bin ich völlig überzeugt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut und flüssig lesen, insbesondere die Beschreibungen gefallen mir sehr gut und hätten noch mehr und dichter sein können. Zudem hätte ich es spannend gefunden, diese Persönlichkeitsentwicklung, diese Erfahrungen in dem doch sehr auf den Hauptcharakter zentrierten Buch aus dessen persönlicher Ich-Erzählperspektive geschildert zu bekommen. Dies hätte vielleicht für eine noch stärkere Bindung und Identifikation der Leser mit dem Protagonisten gesorgt.

Die Buchgestaltung ist – im Großen und Ganzen – gelungen, und in jedem Fall überdurchschnittlich für ein Selfpublishing-Werk. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, die noch vorhandenen Fehler halten sich in einem absolut akzeptablem Rahmen und stören nicht den Lesefluss. Das Cover ist schön anzusehen – hier hätte es aber durchaus auch noch Raum für mehr Kreativität gegeben. Gleichsam finde ich auch den Buchsatz etwas uninspiriert und sehr nüchtern.

Mein Fazit? Auch wenn ich nicht vom Konzept der Tierkommunikation überzeugt bin, ist „Der Weg zu mir: Wolfsbruder“ ein interessantes Buch für alle, die mal über den Tellerrand hinausschauen wollen. Ob man ihn nun spirituell oder fantastisch, esoterisch oder philosophisch nennt, der Roman nimmt einen mit auf eine Reise in die Welt der Wölfe und lässt einen über das Leben und die Gesellschaft nachdenken.

Doppelte Buchpost

In der letzten Zeit erreichte mich erneut doppelte Buchpost, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Dabei könnten die Bücher unterschiedlicher nicht sein. Mit „Herz in Reparatur“, das neu von Montlake Romance übernommen und heute veröffentlicht wurde, legt Anna Fischer einen romantisch-frechen Liebesroman mit Herz, Seele und Humor vor. Dagegen erwartet einen bei „Der Weg zu mir – Wolfsbruder“ von Ilka Sommer ein gesellschaftskritischer, spiritueller Roman über Tierkommunikation und die Entschleunigung des Lebens, die Rückbesinnung auf die Natur. Vielen Dank an beide Autorinnen, und an Montlake Romance, für den Versand der Rezensionsexemplare. Die dazugehörenden Buchbesprechungen sollten noch diese, respektive nächste Woche folgen – ich bin schon ganz gespannt!

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[Buchgedanken] Nina MacKay: „Teenie Voodoo Queen“

Pünktlich zum ersten Advent habe ich eine neue Buchbesprechung für euch. In den letzten Tagen habe ich „Teenie Voodoo Queen“ von Nina MacKay gelesen. Das Buch ist 2018 bei ivi, einem Imprint der Piper Verlag GmbH, München, erschienen und dem Genre Young-Adult Urban-/Contemporary-Fantasy zuzurechnen. Es ist bereits mein drittes Buch der Autorin (zwei weitere liegen schon auf dem SuB), ihr Roman „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ landete sogar auf Platz drei meiner Jahreshighlights 2017.

512fUoo2Bo2L._SX328_BO1204203200_Dawn Decent ist die wohl untalentierteste Hexe der Voodoo-Abendschule von New Orleans. Umso überraschter ist sie, als sie gemeinsam mit einer Mitschülerin ausgewählt wird, ihre Heimatstadt vor einer verheerenden Katastrophe zu retten. Zusammen mit einem Ex-Alligator und einem vorübergehend sterblichen Götterwesen stellt sie sich der Gefahr. Ein schier aussichtsloser Kampf, bei dem Dawn nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Herz riskiert.

„Teenie Voodoo Queen“ ist etwas ernster als die Märchenwald-Reihe. Auch wenn es natürlich ebenfalls humorvolle Stellen enthält, so steht doch der allumfassende Konflikt zwischen dem Guten und dem Bösen im Vordergrund. Obwohl dieser, existentielle, Konflikt zwischen der Rettung und Vernichtung eher ein Element in High-Fantasy-Romanen ist, gelingt es Nina MacKay, diesen in der realen, alltäglichen Welt zu verankern und in den Charakteren widerzuspiegeln. Dabei lernt der Leser nicht nur etwas über den Voodoo-Glauben, sondern taucht tief in das malerische Setting von New Orleans ein.

Auch wenn ich der Autorin das Ende bis in alle Ewigkeit übel nehmen werde (okay, zumindest solang, bis sie mich mit ihrem nächsten Buch besänftigt), überzeugt die Handlung doch insgesamt. Viele, teils krasse unerwartete Wendungen führen den Leser immer wieder in die Irre, und sorgen dafür, dass der Spannungsbogen dauerhaft hochgehalten wird.

Dabei lebt das Buch vor allem auch von seinen hochinteressanten Charakteren. Egal ob Protagonist oder Nebencharakter, egal ob Love Interest oder Antagonist, Nina MacKay versorgt alle mit Stärken und Schwächen, individuellen Motiven und Zielen. Durch die gewählte Haupterzählperspektive (Ich-Perspektive aus der Sicht von Dawn) gelingt es der Autorin, sie nah an den Leser zu bringen, der sich mit der Protagonistin identifizieren kann – auch wenn das einen ganz schön an die Frustrationsgrenze bringt, wenn sich mal wieder etwas in eine Zuckerrübe oder einen Frosch verwandelt :D. Andere notwendige Erzählstränge werden in personaler Erzählperspektive geschildert, wobei sie – sozusagen als Service für den Leser – mit der Person überschrieben sind, aus deren Sicht erzählt wird. Auf die ein oder andere Szene hätte man hierbei aber aus meiner Sicht auch gut verzichten können, um den Fluss der Handlung nicht allzusehr zu stoppen.

Die Buchgestaltung ist sehr gelungen. Das Buch ist toll gesetzt, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls. Restlos begeistert bin ich allerdings von dem traumhaften Cover und dem tollen Buchrücken, die nicht nur wunderschön aussehen, sondern auch ganz leicht hochwertig geprägt sind und sich toll in der Hand anfühlen. Ein wahrer Eyecatcher – traumhaft!

Mein Fazit? „Teenie Voodoo Queen“ ist ein überzeugender Fantasy-Roman, der den Leser nicht nur an die Seiten fesselt, sondern ihm auch die geheimnisvolle Voodoo-Kultur etwas näherbringt. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Halo Summer: „Froschröschen – Das wahre Märchen“

In den letzten Tagen habe ich „Froschröschen – Das wahre Märchen“ von Halo Summer gelesen. Das Buch ist 2018 im Selfpublishing erschienen, zuerst über Create Space, in der mir vorliegenden zweiten Auflage dann bei BoD. Es ist dem Genre Märchenadaption zuzurechnen, und mein zweites Buch der Autorin nach dem Storyteller-Award-Siegertitel „Aschenkindel – Das wahre Märchen„, einem meiner Jahreshighlights 2016.

51ZkMfRwMkL._SX311_BO1204203200_Rosalie von Rosalee lebt isoliert und streng behütet im Schloss ihrer Eltern, fern von allen spitzen Gegenständen, die die vefluchte Prinzessin noch vor ihrem 17. Geburtstag mit dem ganzen Schloss in einen hundertjährigen Schlaf versetzen sollen. Als eines Tages ein Frosch in ihr einsames Gefängnis einbricht, stürzt sich Rosalie in ein Abenteuer, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Denn das kleine, grüne und harmlose Tier ist niemand geringeres, als Pendrazaphier, der Bruder der Fee, die Rosalie verflucht hat. Selbst mit einem Bann belegt, versucht der dunkle Prinz alles, um gegen seine Schwester zu bestehen. Doch als die Tage bis zu Rosalies Geburtstag immer schneller verstreichen, beginnt für beide ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit.

„Froschröschen – Das wahre Märchen“ ist – wie nicht anders zu erwarten – ein würdiger Nachfolger von „Aschenkindel“ und begeistert mich erneut. Als moderne Märchenadaption ist der Roman frech und ungezwungen – und mischt aus den zugrundeliegenden Stoffen eine spannende und unverbrauchte Geschichte. Besser hätte ich mir die Rückkehr nach Amuylett kaum ausmalen können.

Humorvoll und spannend zugleich gelingt es Halo Summer, den Leser an die Seiten zu fesseln. Neben dem malerischen Setting, ist dies vor allen den tollen Charakteren zu verdanken. Dabei überzeugen nicht nur Rosalee als starke, weibliche Hauptfigur, sondern auch die Nebencharaktere – allen voran die humoristischen Sidekicks. Egal ob Humbolg, Kristyan, Bambi oder Isolde – sie alle werden von der Autorin mit eigenen Stärken, Schwächen, Zielen und Motiven versorgt. Durch das doch sehr begrenzte Setting wird der Roman jedoch keinesfalls überfrachtet, sondern ist in sich stimmig.

Halo Summers Schreibstil ist dabei frisch, frech und ausdrucksstark. Die Dialoge sprühen vor Wortwitz, der Spannungsbogen wird dauerhaft gehalten. Durch die zusätzlichen gefühlvollen Szenen wird der Leser auf allen Ebenen unterhalten – ein gelungener Spagat der Autorin zwischen Humor, Spannung und Liebe.

Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht ist die etwas komprimierte Zusammenfassung längerer Zeiträume. Hier hätte durchaus, auch im Sinne eines noch stärkeren Weltenbaus, noch Potential für ein oder zwei weitere Kapitel bestanden – aber im Zweifel ist es für Autoren kein schlechtes Zeichen, wenn man noch mehr und immer mehr aus ihrer Welt lesen will.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Dem Satz, Lektorat und Korrektorat sind kleinere Fehler durchgerutscht, die sich aber noch im akzeptablem Rahmen halten. Auch das Cover überzeugt, reicht aus meiner Sicht allerdings nicht an das Ausnahmecover von „Aschenkindel“ heran. Ebenfalls wurde aus meiner Sicht die Chance vertan, für ein einheitliches Gesamtbild zu sorgen – zwar sind die Bücher Einzelbände, als Märchen aus der gemeinsamen Welt hätte man jedoch für einen höheren Wiedererkennungswert sorgen können.

Mein Fazit? „Froschröschen – Das wahre Märchen“ ist eine gänzlich überzeugende Märchenadaption, die vor allem durch tolle Charaktere und eine humorvolle und spannende Handlung begeistert. Auch wenn es nicht ganz an das noch brilliantere „Aschenkindel“ heranreicht, ist Halo Summer ein erneuter Platz in meinen Jahreshighlights wohl kaum zu nehmen. Sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin.

 

Lovelybooks Leserpreis 2018 – mein Voting-Sheet

Derzeit läuft ja wieder die Wahl zum Lovelybooks-Leserpreis, bei der Nutzer der Plattform in 15 Kategorien über die begehrten Awards abstimmen dürfen. Nachdem ich die Nominierungsrunde traditionell ausgesetzt habe, habe ich es mir nicht nehmen lassen, in der Endrunde mitzustimmen. Bevor ich Euch meine komplette Wahlliste zeige, möchte ich folgende Autoren wärmstens empfehlen: Ava Reed (3 Stimmen von mir), Julia Engelmann (2), Bianca Iosivoni (2), Manuela Inusa (1), Emily Bold (1) und Nina MacKay (1).

Und nun zu den einzelnen Kategorien:

  • Romane
    • Kate Morton: „Die Tochter des Uhrmachers“
    • Manuela Inusa: „Der zauberhafte Trödelladen“
    • Juli Zeh: „Neujahr“
  • Krimi & Thriller
    • Romy Fölck: „Bluthaus“
    • Jessica Fellowes: „Die Schwestern von Midford Manor – Unter Verdacht“
    • Karen Rose: „Dornenherz“
  • Fantasy & Science-Fiction
    • Nina MacKay: „Dämonentage“
    • Liza Grimm: „Die Götter von Asgard“
    • Laura Kneidl: „Die Krone der Dunkelheit“
  • Jugendbücher
  • Kinderbücher
    • Katja Brandis: „Woodwalkers – Fremde Wildnis“
    • Tanya Stewner: „Alea Aquarius – Die Macht der Gezeiten“
    • Kelly Barnhill: „Das Mädchen, das den Mond trank“
  • Liebesromane
    • Mona Kasten: „Save me“
    • Rosie Walsh: „Ohne ein einziges Wort“
    • Bianca Iosivoni: „Die letzte erste Nacht“
  • Erotische Romane
    • Pepper Winters: „Tears of Tess – Buch 1“
    • Lara Adrian: „For 100 Reasons – Enthüllung“
    • Jennifer L. Armentrout: „The Dead List“
  • Historische Romane
    • Ella Zeiss: „Wie Gräser im Wind“
    • Petra Durst-Benning: „Die Fotografin – Am Anfang des Weges“
    • Sabrina Qunaj: „Die Fremde Prinzessin“
  • Humor
    • Rebekka Gohla: „Beziehungsstatus: Ich mag Kekse“
    • Anna Koch: „‚Immer noch betrunken?‘ – ‚Vier'“
    • Friedrich Kalpenstein: „Gruppentherapie“
  • Sachbuch und Ratgeber
    • Julia Engelmann: „Keine Ahnung, ob das Liebe ist“
    • Bettina Hennig: „Das magische Lexikon der Einhörner“
    • Hape Kerkeling: „Frisch hapeziert“
  • Hörbuch
    • Julia Engelmann: „Keine Ahnung, ob das Liebe ist“
    • Erin Beaty: „Kampf um Demora 1 – Vertrauen und Verrat“
    • Volker Klüpfel, Michael Kobr: „Kluftinger“
  • E-Book only
    • Marlene May: „Die Märchenjägerin“
    • Erika Swyler: „Das Wassermädchen: Shortstory“
    • Jennifer Alice Jager: „Blutrote Dornen – Der verzauberte Kuss“
  • Buchtitel
  • Buchcover
  • Das Beste aus 10 Jahren
    • Kerstin Gier: „Saphirblau“
    • Diana Gabaldon: „Outlander – Ein Schatten von Verrat und Liebe“
    • Rebecca Gablé: „Der Dunkle Thron“

So viele Bücher – in manchen Kategorien fiel mir die Auswahl echt schwer. Meine Stimmen setzen sich dabei aus gelesenen Büchern, Wunschlisten- und SuB-Büchern und Büchern, in die ich mich schockverliebt habe, zusammen. Die größten Probleme hatte ich in den Kategorien „Jugendbuch“, „Historische Romane“ und „Das Beste aus 10 Jahren“.

Was sind Eure Favoriten des Jahres, für wen habt Ihr gestimmt? Wie immer: rein damit in die Kommentare :D.

Auslosung des Gewinnspiels

Um es für alle kurz und schmerzlos zu machen. Das Glück der Losfee fiel dieses Mal auf Franziska Becker (Teilnahme über Facebook) :). Herzlichen Glückwunsch! Ich wünsche dir viel Spaß mit den Goodies, und vor allem mit dem Buch.

Und für alle, die dieses Mal leider nicht von der Losfee bedacht worden sind – in Kürze gibt es sicherlich noch das ein oder andere Gewinnspiel – vielleicht ja schon im Advent :).

[Buchgedanken] J. Vellguth: „Zauberhaftes Aschenputtel“

In der letzten Zeit habe ich „Zauberhaftes Aschenputtel“ von J. Vellguth gelesen. Das Buch ist 2015 im Selfpublishing erschienen und als Märchenadaption einzuordnen. Es ist mein bisher drittes Buch der Autorin (ein weiteres wartet schon auf dem SuB), ihr Roman „Das Päckchen“ schaffte es sogar auf den dritten Rang meiner Lesehighlights 2017.

51q1DwVkW2L._SX326_BO1204203200_Seit frühester Kindheit träumen Anna und ihre Mutter davon, dass das Mädchen einst den Prinzen heiraten wird. Doch als ihre Mutter stirbt, und sich ihr Vater eine neue Frau mit zwei Töchtern wählt, wird Annas Leben zum Albtraum. Nur der geheimnisvolle Wald hinter dem Haus erlaubt es ihr, den Schikanen und Boshaftigkeiten der neuen Familie für einige Augenblicke zu entfliehen und neuen Lebensmut zu schöpfen. Dort trifft sie nicht nur auf Feen, sondern auch auf Leo. Obwohl der Jäger nicht standesgemäß ist, verfällt sie ihm von Treffen zu Treffen immer mehr. Bis schließlich eine Balleinladung die Familie erreicht – und Anna endlich die Möglichkeit sieht, den letzten Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen.

„Zauberhaftes Aschenputtel“ ist eine sehr klassisch gehaltene Märchenadaption, die nah am ursprünglichen Geschehen bleibt. Daher bleiben auch große Überraschungen aus – die Handlung ist und bleibt (dem Genre geschuldet) leicht vorhersehbar. Dennoch gelingt es der Autorin, den Leser an den Text zu fesseln, und ihn für einige, kostbare Momente aus der Realität in die Welt der Märchen zu entführen. Dabei vermag vor allem das Setting zu begeistern – sei es der geheimnisvolle Wald, das zauberhafte Schloss oder die malerischen Kleider.

Was mich persönlich etwas stört, sind die Perspektivwechsel und Sprünge innerhalb der Kapitel. Zwar kann ich die Intention dahinter verstehen, dennoch sorgen sie aus meiner Sicht für Unruhe und stören den Lesefluss. Trotzdem gelingt es J. Vellguth, dem Leser eine Bindung zu Anna zu vermitteln – obwohl man weiß, was geschehen wird, freut man sich und leidet mit ihr.

J. Vellguths Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, die Gefühle und Zerrissenheit der Protagonistin werden gut transportiert. Auch die Charaktere sind überzeugend entwickelt, besitzen jeweils eigene Motive, Stärken und Schwächen. Insbesondere Bernadette hat mich als Nebencharakter hier überzeugt.

Das Cover ist wunderschön, ich hätte mir lediglich gewünscht, dass das zentrale Motiv etwas größer ist, damit es noch besser zur Geltung kommt. Lektorat und Korrektorat sind – sofern durchgeführt – einige, kleinere Fehler durchgerutscht, die sich aber noch auf eine akzeptablem Niveau bewegen, sodass das Lesevergnügen nicht geschmälert wird. Der Buchsatz ist grundsätzlich gelungen, allerdings unterbrechen die vielen Sprünge das Bild und sorgen für einen unheitlichen Gesamteindruck.

Mein Fazit? „Zauberhaftes Aschenputtel“ ist eine gelungene Märchenadaption, die den Leser aus der Realität entführt. Kleinere Schwächen und fehlende Überraschungen vermögen dabei nicht, den guten Gesamteindruck zu schmälern. Für Märchenfans bedenkenlos zu empfehlen.