[Buchgedanken] Lou Sandberg: „Branderbe“ (Buck und Lange 3)

Und noch eine weitere Rezension habe ich frisch von der Leipziger Buchmesse für Euch. Denn in den letzten Tagen habe ich auch „Branderbe“ von Lou Sandberg gelesen. Das Buch ist 2025 im Selfpublishing über Books on Demand (BoD) erschienen und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Bei einem Wohnungsbrand im Frankfurter Nordend kommt ein alter Mann ums Leben. War es ein tragischer Unfall oder steckt mehr dahinter? Für Kriminalhauptkommissar Sebastian Buck und seine Kollegin Maike Lange scheint der Fall schnell klar. Sie ahnen nicht, dass ein weiterer Mensch in Lebensgefahr schwebt.

„Branderbe“ ist nach „Mainblüte“ mein zweiter, und insgesamt der dritte Roman um das Ermittelnden-Duo Maike Lange und Sebastian Buck. Dabei lässt sich der Roman gut als Standalone lesen. Zwar ist das Vorwissen aus dem Vorgängerband sicherlich hilfreich, zentrale Wendepunkte in den Leben der Ermittler:innen werden aber von der Autorin auch in diesem Band wieder ausgeführt, um deren Handeln nachvollziehbarer zu gestalten. Und auch die Genrezuordnung verbleibt relativ klar, wird das Buch doch auf dem Cover – zutreffend – bereits als Kriminalroman gelabelt.

Die Handlung ist durchaus kurzweilig und spannend, wenn auch atypisch, sind doch alle Täter bereits relativ früh bekannt. Apropos alle Täter: Irritierend ist auch, dass der eigentliche Kriminalfall relativ schnell von einem viel größeren, spannenderen und brenzligeren Fall überlagert wird, der die Handlung dominiert und viel mehr Raum einnimmt. Dabei werden auch in diesem Roman wieder eine Bandbreite an gesellschaftlichen Themen angerissen, im Gegensatz zu Band zwei fehlt es hier aber leider an der Auflistung entsprechender Hilfsangebote für Betroffene. Auch über Content Notes hätte man wieder nachdenken können.

Das Setting bleibt unverändert. So entführt die Autorin die Leser:innen erneut nach Frankfurt, auch wenn dieses Mal durchaus andere Seiten der Stadt gezeigt werden und – wie oben bereits angerissen – andere Themen besprochen werden, geht es doch dieses Mal um Mietwucher, Demenz, häusliche Gewalt und Pflege. Dabei kommen die Ermittelnden fast etwas zu kurz, ihre im Vorband noch präsenteren eigenen Lebenskrisen und -Probleme treten dieses Mal gänzlich in den Hintergrund – zumindest bis zum Epilog, der einen milden, aber durchaus interessanten Cliffhanger präsentiert.

So entwickeln sich auch die Figuren – zumindest bei den Ermittler:innen – nur bedingt weiter, am ehesten kann hier dieses Mal Maike überzeugen, sodass das Buch insgesamt einmal mehr im Nebencast glänzt, der mit Alma und Dr. Bruckner zwei durchaus tolle Charaktere vorzuweisen hat. Lou Sandbergs Schreibstil lässt sich – erneut – leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, ist zwar kein Eyecatcher, aber durchaus genretypisch und bildet mit den Covern der vorherigen Bände ein einheitliches Erscheinungsbild für die komplette Reihe.

Mein Fazit? „Branderbe“ ist eine gelungene Fortsetzung, die als Standalone funktioniert und wichtige Themen anspricht, dabei aber atypisch zu einem anderen Fall switcht und die Ermittler:innen etwas vernachlässigt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

[Buchgedanken] Fabian Lenk: „Im Zeichen der Kobra: Der Raub der Totenmaske“ (Im Zeichen der Kobra 1)

Frisch von der Leipziger Buchmesse habe ich heute noch eine Buchbesprechung für Euch. Denn in den letzten Tagen habe ich auch „Im Zeichen der Kobra: Der Raub der Totenmaske“ von Fabian Lenk gelesen. Das Buch ist 2026 in der Knesebeck GmbH & Co. Verlag KG erschienen und als illustriertes Jugendbuch einzuordnen, für die Illustrationen zeichnet dabei Thilo Krapp verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Ein spannender Sommer in Ägypten: Die Zwillinge Yana und Yamon (12) reisen mit ihrer Schwester Anouk, einer schlagfertigen Archäologiestudentin, und ihrem Onkel Professor Klawitter ins Tal der Könige. Dort entdecken sie eine bisher unentdeckte Grabkammer – und darin eine magische Formel, mit der sie sich in heilige Tiere verwandeln: Bastet die Katze, Horus den Falken und Anubis den Hund. Als sie beim Besuch im Ägyptischen Museum Zeugen eines Raubüberfalls werden, bei dem unter anderem Tutanchamuns Maske und eine Mumie entwendet werden, kommt es zu einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd. Und der Drahtzieher kennt das Geheimnis der magischen Formel! Wird es den drei Geschwistern gelingen, die historischen Schätze zurückzuholen?

„Im Zeichen der Kobra: Der Raub der Totenmaske“ ist der erste Band der gleichnamigen Buchreihe, die im Herbst 2026 mit „Im Zeichen der Kobra: Der Schatz im versunkenen Palast“ fortgesetzt wird – eine Vorschau dazu befindet sich bereits am Ende dieses Buches. Empfohlen wird das Buch – in etwa analog zum Alter der jüngeren Protagonist:innen – für Leser:innen ab 11 Jahren und balanciert daher auf der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, wobei ich es eher als Jugendbuch sehen würde. Da hier mehrere Untergenres gemixt werden – Jugendfantasy, -Abenteuer, -Detektivroman – um nur einige zu nennen habe ich es bei der allgemeinen Kategorisierung als (illustriertes) Jugendbuch belassen.

Die Handlung ist hierbei kurzweilig, spannend und altersgerecht, spielen neben dem Kriminalfall doch auch leichte jugendtypische Probleme eine Rolle – etwas, das in den nächsten Bänden aber noch ausgebaut werden kann, um die Dynamik innerhalb der Geschwister noch zu verstärken. Auch erscheint die Handlung nicht immer logisch, die Ermittler“bande“ ist an Dilettantismus kaum zu überbieten. Unterstützt wird die Geschichte dabei von den gelegentlich eingestreuten und toll anzusehenden Illustrationen von Thilo Krapp.

Das Setting vermag naturgemäß zu überzeugen. So entführt der Autor uns ins Ägypten der Jetztzeit, nimmt uns mit auf eine Reise zu Ausgrabungen, nach Kairo und ins Museum. Dabei zeugt die große Sachkenntnis – nicht nur der ägyptischen Mythologie und Geschichte, sondern auch der aktuellen Verhältnisse vor Ort – von einem fundierten breiten Wissen oder einer alternativ exzellenten Recherche – ich bin mal gespannt, wie sich das über die Folgebände entwickelt, wenn dann auch andere Regionen der Welt von den Geschwistern bereist werden.

Die einzelnen Figuren sind teils noch etwas eindimensional, gerade im Bereich der Antagonisten, insgesamt bestehen hier noch Entwicklungspotentiale für die Folgebände. Am stärksten überzeugen hier bislang Yana, Anouk und Hugo, während Yamon für mich noch nicht so richtig greifbar wird. Fabian Lenks Schreibstil ist altersgerecht eher einfach gehalten und lässt sich daher leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Umschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt und mit farbigen, aber eintönigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv und die Coverrückseite werden zum Buchrücken hin krass unterbrochen, insgesamt sind diese aber sehr ansehnlich, das Covermotiv zwar genretypisch, dennoch durchaus ein Eyecatcher und durch die ungewöhnliche Prägung haptisch einfach traumhaft. Abzuwarten bleibt, ob mit den Folgebänden hier ein Wiedererkennungswert für die gesamte Reihe geschaffen werden kann.

Mein Fazit? „Im Zeichen der Kobra: Der Raub der Totenmaske“ ist ein gelungener Auftakt in die Jugendbuchreihe mit tollem Setting und kurzweiliger Handlung, aber auch noch mit leichten Nachholbedarfen bei einzelnen Charakteren. Für Leser:innen ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von 11 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Gefühlschaos | Doppelte Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Zwischen Herz und Pixel“ von Emmi Lewag (Kampenwand Verlag) handelt dabei davon, ob man sich in eine KI verlieben kann, während sich „Achtsam Jammern“ von Heike Abidi und Daniela Nagel (Goldegg Verlag) darum dreht, wie man – wie der Titel schon sagt – achtsam jammert ;). So oder so – egal ob Roman oder Sachbuch – sind hier in beiden Büchern sicherlich widerstreitende Gefühle vorprogrammiert. Ich bin daher schon sehr gespannt!

Worüber könnt Ihr derzeit jammern?

[Buchgedanken] Yngra Wieland: „Die weiße Dame“ (Salome Liebeskind 1)

In den letzten Tagen habe ich auch „Die weiße Dame“ von Yngra Wieland gelesen. Das Buch ist 2026 in der Edition M, Amazon Media EU S.à r.l. (Amazon Publishing) erschienen und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Psychotherapeutin Salome Liebeskind kommt sich vor wie eine Figur in einem Schachspiel: Da ist die schwierige Beziehung zu ihren Eltern in Israel, ihre verlorene Liebe – und jetzt auch noch ein Tötungsdelikt. Denn in Salomes Gemeinschaftspraxis wurde ihre Kollegin Eva brutal ermordet. War es eine Beziehungstat? War einer der Patienten der Täter? Der ermittelnde Hauptkommissar Julian Christ hält Salome für verdächtig, und sie beginnt selbst nachzuforschen. Dabei entdeckt sie, dass Eva keineswegs so korrekt war, wie es den Anschein machte. Als auch der Pfarrer und der Bürgermeister des Münchner Vorortes ermordet werden, zieht sich für Salome die Schlinge zu. Sie muss ihr ganzes psychologisches Können einsetzen, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Diese scheint so undurchdringlich wie die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele …

„Die weiße Dame“ ist der Auftaktband in die Buchreihe um die Psychotherapeutin Salome Liebeskind und mein erster Roman aus der Feder von Yngra Wieland, die ich bereits aus dem Burgenwelt Verlag kenne. Das Buch lässt sich dabei klar als Kriminalroman einordnen – was auch die Platzierung im Label „Edition M“ bereits andeutet, handelt es sich doch um das Verlagsimprint von Amazon Publishing für deutschsprachige Krimis und Thriller. Atypisch wird der Fall dabei parallel von den Protagonist:innen bearbeitet, eine wirkliche Zusammenarbeit findet eigentlich nicht statt.

Dabei ist die Handlung durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn auch anfangs mit kleineren Längen versehen. Interessant ist hierbei die Mischung des Kriminalfalls mit psychologischen Ansätzen, ist Salome doch praktizierende Psychotherapeutin und versucht, hinter die Fassade der Menschen zu blicken – als Anhängerin Jungs, die ihre Katze nach dem bekannten Psychiater benannt hat. Vor allem das Ende vermag vorliegend zu überzeugen, kommt es doch – obwohl es ein Reihenauftakt ist – ohne Cliffhanger aus, sodass das Buch gut als Standalone zu lesen ist.

Das Setting ist gelungen, aber auch etwas austauschbar, entführt die Autorin doch die Leser:innen in einen Münchener Vorort – Stammtisch, Kirche und politisches Geklüngel inklusive. Abgesehen von den typisch bayrischen Gerichten in der Wirtschaft fehlt es jedoch etwas an Lokalkolorit – ein bisschen Dialekt hätte hier gerade bei den Stammtischgesprächen nicht geschadet und für ein noch runderes Leseerlebnis gesorgt. Auch hätte ich mich gefreut, noch tiefer in psychologische Thematiken einzusteigen.

Die einzelnen Figuren sind durchaus vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – auch wenn aufgrund der Kürze des Buches durchaus in den Folgebänden die Komplexität der Charaktere noch ausgebaut werden kann. Bislang überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Benno, Ciggy, aber auch Julian kann glänzen, während Salome nicht immer nachvollziehbar handelt. Yngra Wielands Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern. Das Covermotiv wird teils zum Buchrücken hin unterbrochen, der sich dann aber zur Coverrückseite hin fortsetzt. Abgesehen davon ist das Covermotiv eher einfach gehalten, kein Eyecatcher und genreatypisch, zeigt aber durchaus Anklänge zur Handlung. Abzuwarten bleibt zudem, ob es gelingt, mit den Covern der Folgebände einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe mit Wiedererkennungswert zu erzeugen.

Mein Fazit? „Die weiße Dame“ ist ein gelungener Auftaktband, der durch die spannende und interessante Mischung aus Krimi und Psychologie brilliert, bei den Charakteren aber auch noch Luft nach oben für die Folgebände lässt. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Liebe liegt in der Luft | Lovelybooks-Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür! „Sommerwind in der Toskana“ ist dabei ein Liebesroman von Karin Seemayer (Aufbau Taschenbuch, Aufbau Verlage), während „Limerick Love. Win Your Heart“ eine in Irland spielende, historische Sports Romance von Kristin MacIver ist (Knaur Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG). Beide Romane drehen sich trotz der unterschiedlichen Zeiten und Settings um das selbe Thema – die Liebe. Könnte es schöneres geben?

Habt Ihr bereits ein Buch der Autorinnen gelesen? Von Kristin ist das – wie man dem Bild entnehmen kann – ja nicht mein erstes Werk :).

Deutschlandreise | Doppelte Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Das Ende vom Lied“ von Michael Wildenhain (Klett-Cotta) entführt die Leser:innen dabei ins Westberlin der späten 60er-Jahre, während „Die weiße Dame“ von Yngra Wieland (Edition M) die Leser:innen mit nach München nimmt, um zusammen mit der Psychotherapeutin Salome Liebeskind den ersten Kriminalfall der Reihe zu lösen. Ich bin auf beide Reisen schon sehr gespannt und freue mich vor allem, von Yngra, die ich aus dem Burgenwelt Verlag kenne, mal etwas aus einem anderen Genre zu lesen.

Krimi oder Gegenwartsliteratur an der Grenze zum historischen Roman: Wonach würdet Ihr zuerst greifen?

[Buchgedanken] Petra Felsner: „Castle MacLyal: Der Pfad“ (Castle MacLyal 1)

In den letzten Tagen habe ich auch „Castle MacLyal: Der Pfad“ von Petra Felsner gelesen. Das Buch ist 2025 im Kampenwand Verlag erschienen und als Jugendfantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die 15-jährige Mia überquert während eines Ausflugs versehentlich die Grenze zu einer geheimnisvollen magischen Welt, die sich jenseits des Dickichts des „Fairy Trails“ befindet. Sie landet in einer therapeutischen Schule für Wesen mit magischen Defekten, und gerät in einen uralten Konflikt, der die magische Welt bedroht. Je tiefer sie in diese fremde Realität eintaucht, desto klarer wird: Hier geht es nicht nur um Magie. Es geht um Freundschaft, Vertrauen, Mut – und darum, wer Mia wirklich ist.

„Castle MacLyal: Der Pfad“ ist der erste Band der neuen Buchreihe der Kinder- und Jugendbuchautorin Petra Felsner. Dabei lässt sich der Roman klar der Jugendfantasy zuordnen, nicht nur aufgrund des Alters der Protagonistin, sondern auch aufgrund der zutreffenden Leseempfehlung des Verlags für Leser:innen ab 12 Jahren, die die untere Grenze darstellen sollte. Idealerweise sollten Leser:innen sich vielleicht eher am Alter von Mia (15 Jahre) orientieren.

Denn die Handlung ist durchaus spannend, abwechslungsreich und altersgerecht, thematisiert sie doch viele jugendtypische Probleme wie Neuanfänge, Freundschaft, erste Liebe und die Suche nach der eigenen Identität. Leider endet der Roman in einem eher unnötigen Cliffhanger, auf den Epilog hätte man m.E. gut verzichten können, stört er doch etwas das sonst runde Ende, das ohnehin genug offene Fragestellungen für die Folgebände lässt. Auch gibt es zwischenzeitlich mal kleinere Längen, während die Konflikte dann doch teils eher antiklimaktisch verlaufen.

Das Setting ist größtenteils gelungen. So entführt die Autorin die Leser:innen ins reale und magische Schottland, in eine Welt der keltischen Mythen und Fabelwesen, in der ich mir gern noch ein paar Beschreibungen mehr gewünscht hätte – und auch beim Weltenbau bleiben kleinere Fragen offen, die gegebenenfalls ja in den Folgebänden noch geklärt werden können. Unterstützt wird das Setting durch eine wundervolle Karte in den Coverinnenseiten sowie eine reingezoomte Darstellung des Castle MacLyal.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben aufgrund der Masse an Figuren und der Kürze des Buches noch einen eher schematischen Anstrich, die Folgebände können hier aber die Komplexität der Charaktere durchaus noch festigen. Hierbei überzeugen vor allem Feon, Liuk und Kenu als wichtige Nebenfiguren, während Mia und Reed durchaus noch etwas zulegen können und dürfen. Petra Felsners Schreibstil ist dabei altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist noch solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Fehler durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich, auf die leicht spoilernden Kapitelüberschriften hätte man allerdings verzichten können. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das durchaus ansehnliche Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt für ein tolles Gesamtbild, das aber etwas konstruiert wirkt, dennoch ein wirklicher Eyecatcher ist, der hoffentlich mit den Folgebänden auch für einen Wiedererkennungswert der Reihe sorgt.

Mein Fazit? „Castle MacLyal: Der Pfad“ ist ein gelungener Auftaktband in die Jugendfantasy-Reihe mit durchaus abwechslungsreicher Handlung aber auch noch mit Potential für die Folgebände, insbesondere beim Weltenbau aber auch bei den Protagonist:innen. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 12 Jahren.

Abenteuer für Groß und Klein | Lovelybooks-Buchpost

Zum Sonntag habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Little Miss Frankenstein – Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama!“ von Astrid Göpfrich ist dabei im Magellan Verlag erschienen und von Laura Borio illustriert, während „Im Zeichen der Kobra – Der Raub der Totenmaske“ von Fabian Lenk im Knesebeck Verlag veröffentlicht wurde und mit Illustrationen von Thilo Krapp aufwartet. Bei beiden Romanen handelt es sich um die jeweiligen Auftaktbände in spannende und abenteuerreiche Kinder-/Jugendbuchreihen für Leser:innen ab einem Alter von zehn bzw. elf Jahren. Ich bin schon ganz gespannt!

In welche mythologische oder fantastische Welt würdet Ihr gern einmal eintauchen?

[Buchgedanken] Wolfram Benisch: „BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ (Benski 1)

In den letzten Tagen habe ich „BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ von Wolfram Benisch gelesen. Das Buch ist 2025 im Selfpublishing (Literatur- und Medienverlag Wolfram Benisch) veröffentlicht worden und als Mysterythriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Autor für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Privatdetektiv Jack Benski einen scheinbar harmlosen Undercover-Auftrag übernimmt, ahnt er nicht, dass er sich schon bald in einem Netz aus Verschwörungen, geheimen Forschungen und uralten Mythen wiederfindet. Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhalten die Nachfahren einer deutschen Bomberbesatzung eine rätselhafte Nachricht: Ein verschlüsselter Lageplan soll sie zum Wrack des abgestürzten Bombers führen – angeblich voll beladen mit Gold und Raubgut aus den letzten Kriegstagen. Doch was sich tatsächlich an Bord befindet, sprengt jede Vorstellung. Benski wird in die Gruppe eingeschleust und lernt dort Katharina kennen – sie weiß mehr, als sie zugibt. Schon bald geraten sie ins Visier skrupelloser Verschwörer und fanatischer Altnazis. Eine tödliche Jagd beginnt – während im Schatten ein weiterer Player einen teuflischen Plan verfolgt. Kann Benski ihn stoppen, bevor es zu spät ist?

„BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ ist der Debütroman von Wolfram Benisch und der Auftakt in eine potentielle Buchreihe um Privatdetektiv Jack Benski, der irritierenderweise online teils auch unter dem Titel „BENSKI – Der letzte Flug der Hugin“ auffindbar ist. Dabei lässt sich der Roman gar nicht so einfach einem Genre zuordnen. Während er auf dem Cover der mir vorliegenden Ausgabe noch als „Thriller“ bezeichnet wird, ist das Cover online bereits (wie oben ersichtlich) aktualisiert und konkretisiert das Buch als „Abenteuer-Mystery-Thriller“. Ich persönlich habe mich für die Eingruppierung als Mysterythriller entschieden, allerdings zeigt das Buch auch starke Anklänge an die Science-Fiction.

Die Handlung ist hierbei gerade anfangs sehr fragmentarisch durch unzählige Perspektiven, Handlungsstränge, ein Auseinanderfallen von Handlungsorten, was das Buch nur schleppend starten lässt. In der zweiten Hälfte zieht der Roman hier aber durchaus an und kann zum Ende hin sogar punkten, wenn man sich auch den Cliffhanger ganz am Schluss hätte sparen können. Auch kann die eingestreute Liebesgeschichte nicht wirklich überzeugen, und es sind auch kleinere Logikfehler/Logikbrüche vorhanden – alles in allem wird die Handlung der tollen Prämisse leider nicht vollständig gerecht, was auch an unergründlichen Zeitsprüngen liegt, die die Handlung plötzlich an einen anderen Punkt führen. Zugleich stocken Handlung und Lesefluss auch durch die oftmals unnötig detaillierten Benennungen von Waffensystemen und Kalibergrößen.

Und auch das Setting hat Stärken und Schwächen. So nimmt der Autor die Leser:innen mit auf eine Reise quer durch Deutschland und die Welt, begeben wir uns doch mit den Protagonist:innen nach Norwegen, Südamerika, Rumänien und Frankreich – und das waren sicherlich noch nicht alle Handlungsorte. Zugleich werden diverse populäre Mythen und Verschwörungstheorien in die Geschichte eingebaut – hier hätte man durchaus auf den ein oder anderen Schlenker verzichten können, um die Handlung etwas fokussierter zu halten und vertiefter auf die Themen eingehen zu können, ohne sie jeweils nur am Rande zu streifen.

Die einzelnen Figuren haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, die teils undurchschaubar bleiben – auch verschwinden Figuren sang- und klanglos. Am stärksten überzeugen hier noch Nebencharaktere wie Chris, Boris und Tanja, während Benski quasi dauerhaft fremdgesteuert ist und insbesondere die Liebesgeschichte in der Charakterentwicklung nicht wirklich deutlich wird. Wolfram Benischs Schreibstil lässt sich dabei im Wesentlichen flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Lektorat und Korrektorat sind – soweit durchgeführt – durchaus vermehrt Fehler durchgerutscht, und auch der Buchsatz überzeugt nicht vollends, von den milde spoilernden Kapitelüberschriften und der Einbindung von Handlungsort und -Zeit in den Fließtext mal abgesehen. Allerdings kann das Cover im Wesentlichen glänzen, setzt es sich doch nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort und sorgt so für ein einheitliches Gesamtbild, das zudem auch Anklänge an die Handlung zeigt und duchaus ansehnlich ist (die leichte Abweichung vom Print zum nun online verfügbaren Cover irritiert jedoch leicht). Lediglich auf die Darstellung des Menschen hätte man hier verzichten können.

Mein Fazit? „BENSKI – Die Jagd nach dem Artefakt“ ist ein Mysterythriller mit vielversprechenden Ansätzen, der aufgrund diverser Fehler und einer teils unnötig aufgebauschten Handlung sein Potential nicht vollends ausschöpft. Für Leser:innen, die der sehr bunte Genremix nicht stört und die über so etwas hinwegsehen können, noch geeignet – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Von fremden Kulturen und vergangenen Zeiten | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem. „Das Haus in Charlottenburg“ von Beate Sauer (Heyne Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) kam dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, während „Hidden Japan“ von Chiara Terzuolo (Knesebeck Verlag, mit Illustrationen von Justine Wong) mir versehentlich zugesandt wurde – ich werde es aber trotzdem auch bei Lovelybooks besprechen. Beide Bücher nehmen die Leser:innen dabei auf Reisen mit, einmal in das Deutsche Kaiserreich Ende des 19. Jahrhunderts, einmal nach Japan, auf eine Entdeckungstour der wundervollen Kultur fernab breitgetretener Touristenpfade. Ich bin auf beide Werke schon sehr gespannt – und freue mich auch darüber, mal wieder ein Buch von Beate zu lesen :).

Wart Ihr schon einmal in Japan?