[Buchgedanken] Susanna Tamaro: „Geschichte einer großen Liebe“

Bevor ich mit meinen Berichten aus Leipzig weitermache, möchte ich Euch heute erst einmal „Geschichte einer großen Liebe“ von Susanna Tamaro vorstellen, das ich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen habe – vielen Dank dafür an HarperCollins, Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH, wo das Buch 2022 erschienen ist. Die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „Una grande storia d’amore“ bei Solferino veröffentlicht, für die Übersetzung zeichnet Barbara Kleiner verantwortlich. Das Buch ist der Gegenwartsliteratur zuzuordnen.

1978: Auf einer Überfahrt von Venedig nach Piräus begegnen sich Edith und Andrea; sie, die gerade Abitur gemacht hat, er, Kapitän des Schiffes. Andrea ist von Ediths rebellischer Art fasziniert. Er löst seine Verlobung. Doch Edith gibt ihm keinerlei Sicherheit, und als Andrea ihr einen Heiratsantrag macht, weist sie ihn schroff zurück. Ihre Wege trennen sich. Doch das unsichtbare Band des Lebens führt sie wieder zusammen. Jahre später begegnen sie sich erneut, zunächst verbunden durch eine innige Freundschaft, die bald in eine tiefe Liebe mündet. Eine Liebe, die unerwartetes Glück schenkt und ebenso einen traumatischen Schicksalsschlag verkraften muss.  

„Geschichte einer großen Liebe“ ist mein erstes Buch von Susanna Tamaro. Es ist ein Roman, der zwischen Liebes- und Schicksalsroman pendelt, aufgrund des literarischen Anspruchs aber durchaus der Gegenwartsliteratur zugerechnet werden kann. Dabei besticht der Roman vor allem durch seine poetische Sprache.

Die Handlung ist sehr gefühlvoll und emotional, durch die Vorwegnahme des Endes jedoch auch sehr antiklimaktisch und vorhersehbar, kommt ohne größere Überraschungen aus. Zudem fällt auch der Einstieg in die Handlung schwer, ist am Anfang doch für einige Seiten unklar, wer die Geschichte erzählt.

Das Setting vermag hingegen auf ganzer Linie zu überzeugen. So entführt Susanna Tamaro den Leser in ein Italien zwischen 1950 und der Moderne, in ein Land zwischen Konservatismus und Hippie-Bewegung – und auf die hohe See zwischen Fährhäfen und Kreuzfahrten nach Bali.

Da die Geschichte ja aus Andreas Sicht in Rückblenden erzählt wird, ist es schwer, die Charaktere zu beurteilen, sind die Erinnerungen an diese doch durch die Sicht von Andrea verfälscht. Er hingegen ist emotional, handelt aber nicht immer nachvollziehbar – und ist daher perfekt in seiner Fehlerhaftigkeit. Susanna Tamaros Schreibstil lässt sich darüber hinaus einfach und flüssig lesen, lediglich die vielen Zeitsprünge sorgen gelegentlich für Verwirrung.

Die Buchgestaltung ist solide, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover ist schön, aber eher belanglos und austauschbar, der Buchumschlag insgesamt eher schlicht, genau wie das Buch unter dem Umschlag.

Mein Fazit? „Geschichte einer großen Liebe“ ist ein unglaublich poetischer und gefühlvoller aber auch antiklimaktischer Roman der Gegenwartsliteratur, der den Leser in das Italien der Moderne entführt. Für Liebhaber der Gegenwartsliteratur bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Laetitia Colombani: „Das Mädchen mit dem Drachen“

Vor kurzem habe ich „Das Mädchen mit dem Drachen“ von Laetitia Colombani gelesen. Der Roman ist 2022 in der S. Fischer Verlag GmbH veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2021 unter dem Titel „Le Cerf-volant“ bei Éditions Grasset & Fasquelle, Paris. Das Buch ist als Gegenwartsliteratur zu klassifizieren, für die Übersetzung zeichnet Claudia Marquardt verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Am Golf von Bengalen will Léna ihr Leben in Frankreich vergessen. Jeden Morgen beobachtet sie das indische Mädchen Lalita, das seinen Drachen fliegen lässt. Als Léna von einer Ozeanwelle fortgerissen wird, holt Lalita Hilfe bei Preeti, der furchtlosen Anführerin einer Selbstverteidigungsgruppe für junge Frauen. Léna überlebt und zusammen mit Preeti schmiedet sie einen Plan, der nicht nur Lalitas Leben grundlegend verändern wird.

„Das Mädchen mit dem Drachen“ lässt mich, auch Tage nach dem Beenden der Lektüre, noch immer etwas ratlos zurück. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen auf der Welt, ist das Buch unglaublich wichtig und wertvoll, propagiert es doch den unermüdlichen Kampf für eine friedliche Welt frei von Herkunft und Religion und – in diesem Fall – Kasten, für Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen. Und doch gelingt es dem Funken nicht, gänzlich überzuspringen, mich komplett für das Buch einzunehmen.

Dies liegt vor allem an dem Schreib-/Erzählstil von Laetitia Colombani. So erzählt die Autorin die Geschichte mit einer großen Distanz, lässt den Leser nie allzu nah an die Figuren. Und auch wenn man aufgrund des großen Leids, der schweren Themen, darin einen gewissen Schutz für den Leser sehen mag, fehlt mir doch die emotionale Bindung zu den Protagonistinnen, deren Handlungen und Empfindungen man nicht im Sinne von „Show, don’t tell“ erleben darf, sondern die einem in Gänze beschrieben werden.

Das Setting hingegen überzeugt auf ganzer Linie. Laetitia Colombani nimmt den Leser mit auf eine Reise nach Indien, lässt ihn die Küste in Tamil Nadu und die Orte fernab touristischer Hotspots erkunden. Und auch wenn einige Handlungsteile – gerade das Ende – doch eher unrealistisch sind, beschönigt Colombani nicht und zeigt auch die dunklen Seiten Indiens.

Die Handlung ist im wesentlichen spannend und abwechslungsreich, und nimmt gerade zum Ende hin etwas Fahrt auf. Dabei konzentriert sich das Buch sehr stark auf das Wesentliche und spart z.B. viele organisatorische Fragen in Zusammenhang mit den Indienaufenthalten und der Schulgründung aus – was auch etwas die Kürze des Buches erklärt. Ich hätte mir hier noch ein paar Hintergrundinformationen mehr gewünscht.

Die Buchgestaltung ist solide, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Der Buchumschlag glänzt durch die goldenen Elemente, ist darüber hinaus aber doch wie auch das unter dem Umschlag befindliche Hardcover relativ eintönig und simpel gestaltet, passt sich aber gut an die anderen Bücher der Autorin an und sorgt so zumindest für einen gewissen Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Das Mädchen mit dem Drachen“ ist ein gerade derzeit unglaublich relevantes Buch, das vor allem mit einem grandiosen Setting und einer spannenden Handlung punkten kann, aber auch mit großer Distanz zum Geschehen erzählt wird – insgesamt bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Jessica Lind: „Mama“

In der letzten Zeit habe ich „Mama“ von Jessica Lind gelesen. Das Buch ist 2021 in der Verlag Kremayr & Scheriau GmbH & Co. KG, Wien, erschienen und als Gegenwartsliteratur einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die vermittelnde Agentur Buchcontact.

Amira wünscht sich ein Kind. Als sie schwanger wird, gesellen sich Ängste und Sorgen zu ihrer Vorfreude. Wie wird sie die Mutterschaft verändern? Ein Ausflug zur abgelegenen Waldhütte ihres Partners Josef bringt nicht die ersehnte Entspannung: Rätselhafte Begegnungen häufen sich, Raum und Zeit scheinen außer Kraft und Amira weiß nicht, ob sie ihrer Wahrnehmung noch trauen kann. Was ist Traum, was Realität? Zwischen tiefer Verunsicherung und inniger Mutterliebe beginnt ein Ringen um Selbstbehauptung und Unabhängigkeit – denn der Wald scheint seine Gäste ungern wieder freizugeben …

„Mama“ von Jessica Lind ist alles, außer gewöhnlich. Es ist ein literarisches Werk, der Genregrenzen sprengt, zwischen einem Roman und Psychothriller wandelt, und den Leser durchaus im Dunklen lässt – was dem Lesevergnügen aber keinesfalls einen Abbruch tut.

So ist die Handlung spannend, aber ungewiss, und schraubt sich in immer höhere Eskalationsspiralen. Erleben, Wahn und Traum fließen nahtlos ineinander – und erschaffen ein Psychogramm der Protagonistin, das vor Liebe und Angst, vor Grauen und Freude nur so strotzt. Dabei wird die Handlung perfekt durch das Setting der Hütte im geheimnisvollen Wald unterstützt.

Durch den Charakter eines Kammerspiels und durch die verschwimmenden Grenzen zwischen Fiktion und Realität, lassen sich kaum weitere Aussagen zu der Handlung oder Charakterentwicklung treffen. Jessica Linds Schreibstil jedoch ist hochemotional, präzise und gewaltig, lässt Bilder beim Leser entstehen, und sich doch gleichsam flüssig und schnell lesen – hier merkt man die Herkunft der Autorin aus dem dramaturgischen Bereich.

Die Buchgestaltung ist überwiegend gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sehr sauber gearbeitet, das Buch unter dem Umschlag ist wunderschön und mit leicht farbigen Coverinnenseiten versehen. Der Buchumschlag ist auffällig, Titelbild und Coverrückseite harmonieren gut, werden leider jedoch durch den kontrastären Buchrücken unterbrochen.

Mein Fazit? „Mama“ ist Gegenwartsliteratur zwischen Roman und Psychothriller, ist mehr Psychogramm als Handlung. Das Buch brilliert durch die bildgewaltige Vermischung von Realität und Fiktion – für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

[Buchgedanken] Hanno Millesi: „Der Charme der langen Wege“

Vor einiger Zeit habe ich „Der Charme der langen Wege“ von Hanno Millesi gelesen. Das Buch ist 2021 bei Edition Atelier, Wien, erschienen, und dem Genre des Romans / der Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Geräusche sind seine Welt. Früher war Lambert ein Virtuose auf dem Gebiet des Sound-Designs, bekannt für seine Inszenierung von Schritten der verschiedensten Spielarten. Dann tritt das für ihn Undenkbare ein: Sein Gehör lässt im Stich! Wann, fragt er sich, gab es in seinem Leben schon ähnliche Situationen? Und wer konnte ihm dereinst helfen? Also macht er sich auf in seine Vergangenheit. Über die langen Wege der Erinnerung kehrt er schließlich in die letzte Häuslichkeit ein – bei sich selbst.

„Der Charme der langen Wege“ ist ein ungewöhnliches Buch – obwohl ich das Buch schon vor einiger Zeit beendet habe, bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Gespickt mit kleinen, eingestreuten Illustrationen des Autors selbst, schildert Hanno Millesi die Geschichte von Lambert/Bert größtenteils in Rückblicken bzw. Erinnerungen, die sich ins Gedächtnis des Protagonisten schleichen, während dieser seiner letzten Reise entgegengeht.

Die grundsätzliche Handlung ist dabei so simpel wie ereignislos, der Protagonist begibt sich nach einem Hörverlust auf eine beschwerliche Reise in die Stadt, um seinen alten Tontechniker zu suchen, mit dem er im Streit auseinandergegangen ist – eine alte Aufnahmemaschine im Gepäck, um die Wogen zu glätten. Mit jedem Schritt erinnert er sich stärker an sein altes Leben, geht gedanklich zurück in die gute alte Zeit, in der er als Teil von „Sindy & Bert“ (netter Wortwitz) Maßstäbe bei der klanglichen Untermalung von Filmen setzte.

„Der Charme der langen Wege“ ist daher mehr als ein Roman eine Hommage an alte Zeiten und vergessene Künste, eine Ode an die Vorreiter der Tontechnik, die Geräuschemacher der alten Schule – als noch Menschen die Arbeit verrichteten, die heute eine Sounddatenbank am Computer übernimmt. Und so ist das Buch – so einfach in der Handlung – doch so gewaltig in Sprache und Inhalt. Hanno Millesi spielt mit dem Leser, lässt ihn durch die Beschreibungen von Lambert die Geräusche nachfühlen und nachspüren, die dieser in seiner Küche oder mit einem alten Kinderwagen erzeugt.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, die eingestreuten Illustrationen des Autors sind gelungen und untermalen die Handlung, hätten durchaus aber noch intensiver eingesetzt werden können. Das Covermotiv zieht sich gut über den gesamten Buchumschlag, ist zwar unscheinbar, spiegelt jedoch gut die Verworrenheit der Wege des Protagonisten wieder – und wird, überraschend, auch nochmal auf dem Buch unterhalb des Umschlags aufgegriffen.

Mein Fazit?“ Der Charme der langen Wege“ ist ein ungewöhnlicher Roman, der trotz der Einfachheit der Handlung mit einer klangvollen Sprache punktet – und den Lesern eine längst vergessene Kunst wieder ins Bewusstsein ruft. Für Leser des Genres, insbesondere aber auch für Liebhaber alter Filme, bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Emma Stonex: „Die Leuchtturmwärter“

In den letzten Tagen habe ich „Die Leuchtturmwärter“ von Emma Stonex gelesen. Der Debütroman der Autorin erscheint am 25.08.2021 in der S. Fischer Verlag GmbH, die Originalausgabe wurde 2021 unter dem Titel „The Lamplighters“ bei Picador, einem Imprint von Pan Macmillan veröffentlicht. Das Buch ist als Gegenwartsliteratur anzusehen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die S. Fischer Verlage für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage – des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung.

„Die Leuchtturmwärter“ ist ein sehr ambitionierter Debütroman, der im großen und ganzen überzeugt, sich teils aber etwas übernimmt. So fällt bereits die Genrezuordnung schwer. vereint die Geschichte doch mystische, historische und schicksalshafte Elemente mit Thrillerkomponenten, sodass ich es der Einfachheit selber – auch aufgrund des literarischen Anspruchs – als Gegenwartsliteratur eingruppiert habe.

Der Roman brilliert dabei vor allem durch sein unglaublich atmosphärisches Setting. So werden die Naturgewalt des Meeres, die Diskrepanz der Einsamkeit und Gemeinschaft auf dem Leuchtturm und das Leben in den Cottages an der Küste gut beschrieben, sodass man sich als Leser gut nach Cornwall träumen kann. Dahingegen bietet die Handlung jedoch einige Schwächen, verschwimmen die Grenzen zwischen Realem und Irrealem doch, werden mystische Effekte nicht aufgeklärt – und der Leser mit einem etwas kitschbehafteten und wenig nachvollziehbaren Ende überrascht.

Die einzelnen Charaktere bekommen dabei jeweils genug Kapitel, um sich als Leser ein gutes Bild von den Personen zu machen, wenn auch die Identifizierung mit den Protagonisten dem Leser sicherlich in aller Regel schwerfällt – am stärksten überzeugen hier noch Arthur und Michelle. Der Schreibstil von Emma Stonex ist – wie bereits erwähnt – ambitionirt, aber teils zu gewollt literarisch. So gelingt es ihr zwar, die Rauheit des Meeres gut einzufangen, interessante Psychogramme der Charaktere zu präsentieren und die Handlung voranzutreiben, gleichsam irritieren aber vor allem die Gespräche der Frauen mit dem Autor Dan Sharp, bei denen Emma Stonex gänzlich auf Dialoge verzichtet, was zulasten der Lesbarkeit geht, und vor allem dessen Sinn sich nicht erschließt.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist farblich stark, aber doch etwas unauffällig, wartet dafür aber mit einem auch unter dem Schutzumschlag schönen Buch mit illustrierten Coverinnenseiten auf.

Mein Fazit? „Die Leuchtturmwärter“ ist ein solider Debütroman, der durch ein brillantes Setting punktet, aber auch Schwächen in der Handlung aufweist und teils zu ambitioniert ist – auch sprachlich. Für Liebhaber literarischer Werke dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Renate Silberer: „Hotel Weitblick“

In den letzten Tagen habe ich „Hotel Weitblick“ von Renate Silberer gelesen. Der Roman ist 2021 in der Verlag Kremayr & Scheriau GmbH & Co. KG erschienen und als Kammerspiel dem Genre „Gegenwartsliteratur“ zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die vermittelnde Agentur Buchcontact für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Vier Führungskräfte einer Werbeagentur, ein Wochenende in einem abgelegenen Hotel: Wer den Geschäftsführer-Posten bekommen soll, entscheidet der von Selbstzweifeln geplagte Consulter Marius Tankwart. Seine Auswahlseminare sind berühmt, doch der erbitterte Kampf der Manager untereinander macht eine gemeinsame Lösung unmöglich, und als er im Verhalten der Teilnehmer schließlich die Erziehungsmethoden einer Nazi-Pädagogin wiedererkennt, muss er eine Entscheidung treffen, von der sein eigenes Überleben abhängt.

„Hotel Weitblick“ ist der Debütroman der prämierten Lyrikerin und Prosaistin Renate Silberer und wurde über mehrere Projekt- und Arbeitsstipendien gefördert. Dabei spürt man die fachliche Grundlage der Autorin auf jeder Seite, ist doch kein Wort zuviel, kein unnötiges Beiwerk im Text vorhanden. Sätze werden unbeendet gelassen auf wörtliche Rede wird ganz verzichtet – Renate Silberer schreibt ungemein verdichtet, was das Lesen erschwert, dem Leser aber einen intensiven, zielgerichteten Einblick in die Psyche der einzelnen Protagonisten erlaubt.

Dabei liegt der Fokus auch klar auf der immer stärkeren Eskalationsspirale im Verhalten der Protagonisten. Als Kammerspiel mit begrenzten Personen und einem einzigen Handlungsort angelegt, steigert sich der Wahn der Charaktere ins Absurde, wird das selbstzerstörerische Verhalten jedes einzelnen Seminarteilnehmers – die nach außen durchaus normale und erfolgreiche Leben führen – sichtbar und erschreckend real. Die von der Autorin hiermit beabsichtigte Kritik an der kapitalistischen Leistungsgesellschaft verpufft jedoch etwas vor dem Hintergrund, dass weder Lösungsansätze noch Auswege präsentiert werden, berücksichtigt man doch, dass der Hauptprotagonist trotz Ausbruch aus dem Käfig der Leistungszwänge nicht minder verwirrt, unsicher und eskapistisch daherkommt, ja in seiner eigens auferlegten Mission nicht einmal merkt, welchen Schaden er anrichtet.

Darüber hinaus fordert – und verdient – „Hotel Weitblick“ die ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers, fällt es doch bei den schnellen Perspektivwechseln, dem Fließtext und der ungemein verdichteten Sprache schwer, der – zugegebenermaßen nicht sehr ausführlichen – Handlung jeweils aus der richtigen Perspektive zu folgen, die jeweiligen Gedanken dem jeweils richtigen wirren Geist zuzuordnen. Kein Buch für nebenbei – aber eines, das zum Nachdenken anregt.

Die Buchgestaltung hingegen übereugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist stilistisch schön und sehr hochwertig geprägt. Darüber hinaus macht der ganze Buchumschlag einen sehr gelungenen Eindruck und das Buch an und für sich macht auch ohne Umschlag eine tolle Figur.

Mein Fazit? „Hotel Weitblick“ ist ein gelungener Debütroman, der mit der sprachlichen Präzision einer Lyrikerin das Seelenleben der Protagonisten auf eindrucksvolle Weise seziert, den Leser aber auch etwas ratlos und nachdenklich zurücklässt. Für Leser, die anspruchsvolle Texte nicht scheuen, bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16.

[Buchgedanken] Claudia Casanova: „Albas Sommer“

In der letzten Zeit habe ich „Albas Sommer“ von Claudia Casanova gelesen. Das Buch ist 2020 beim Eichborn Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen, die Originalausgabe wurde 2019 unter dem Titel „Historia de una flor“ bei Penguin Random House Grupo Editorial veröffentlicht . Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Spanien 1875. Alba liebt die langen Sommer im Valle de Valcabriel am Fuße der Pyrenäen. Hier kann sie ausgiebig durch die Natur streifen und sich ganz ihrer Leidenschaft widmen: dem Studium von Pflanzen. Als sie den bekannten deutschen Botaniker Heinrich Willkomm kennenlernt, der eine von Alba entdeckte Pflanze nach ihr benennt und auf der Pariser Weltausstellung präsentieren will, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch dann muss sie eine harte Entscheidung treffen, die ihr Leben verändern wird.

„Albas Sommer“ ist historischer Roman, Familiensaga und Entwicklungsroman in einem – und ja, irgendwie trotz des historischen Settings auch Gegenwartsliteratur, sind doch die angesprochenen Themen auch in der heutigen Zeit duchaus noch aktuell. So ist das Buch – neben allem anderen – auch eine Hommage an die mutigen Frauen der Geschichte, an Entdeckerinnen, Forscherinnen und Wissenschaftlerinnen, deren vielfältigste Leistungen oft nicht den ihnen eigentich zustehenden Ruhm erhielten.

Der Roman erzählt auf eine leichte, leise und einfühlsame Weise das Leben von Alba in kurzen Episoden. Dabei erschafft die Autorin filigrane, zerbrechliche Bilder, die trotzdem kraftvoll strahlen und den Balanceakt Albas zwischen gesellschaftlichen Konventionen und eigenem Entdeckerdrang perfekt porträtieren.

Eingebettet in ein wundervolles Setting klingt in jedem Kapitel die Liebe zur Natur durch, die Alba – und auch Heinrich – antreibt. Eine gemeinsame Leidenschaft aus der eine zarte, aber nie übertriebene oder zu präsente Liebesgeschichte erwächst, deren Ende aber leider durch das erste Kapitel schon vorweggenommen worden ist – wie auch ein weiteres, elementares Ereignis, was die Spannung etwas mindert, der Unterhaltung schlussendlich jedoch keinen Abbruch tut.

Die Buchgestaltung bezaubert hingegen auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist wunderschön und hält sich als eines der wenigen Bücher noch an alte Traditionen, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen. Auch das Cover vermag in der einfachen Natürlichkeit mit den wundervollen Abbildungen zu überzeugen.

Mein Fazit? „Albas Sommer“ ist ein leichtes, fragiles Buch über die Natur und die Liebe, eine Hommage an all die vergessenen Frauen der Wissenschaft – und kann vor allem dank eines tollen Settings und wunderschön erzeugten Bildern punkten. Bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Luca Rohleder: „Die Suche nach Gott“

In der letzten Zeit habe ich „Die Suche nach Gott“ von Luca Rohleder gelesen. Das Buch ist 2020 in der dielus edition erschienen und wurde mir als unkorrigiertes Leseexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür!

Nachdem ihre Hündin von einem LKW überfahren und ihr Internetbusiness lahmgelegt wurde, schlittert die Bloggerin Lucy in eine schwere Lebenskrise. Mithilfe der Wissenschaft macht sie sich auf eine abenteuerliche Suche nach Gott. Dabei lässt sie sich auf viele Gespräche und Liebesabenteuer mit Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen ein, mit deren Hilfe sie den physikalischen Beweis für die Existenz Gottes findet. Sie kommt dem geheimnisvollen Wirken göttlicher Spielregeln auf die Spur, und erkennt den höheren Sinn hinter allem. Und schließlich entdeckt sie am Ende ihrer Reise etwas, mit dem sie niemals gerechnet hätte …

„Die Suche nach Gott“ ist kein typischer Roman, vermischt er doch wissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse mit einer fiktiven Handlung. Daher fällt es bereits schwer, überhaupt ein Genre festzulegen. Während das Buch online teils unter dem Label der Gegenwartsliteratur geführt wird sowie von mir bei der Vorstellung untechnisch als quantenphilosophischer Roman betitelt wurde, würde ich es nach der Lekture als Entwicklungsroman sehen, wobei aufgrund des Epiloges auch noch ein anderes Genre zur Auswahl stünde, das ich hier aber nicht erwähnen werde, um nicht zu spoilern.

Dabei balanciert das Buch die ganze Zeit auf der Grenze zwischen Wissenschaft und Esoterik, vermengt Wissen, Gefühle und Spiritualität. Und auch wenn die 10 Handlungsempfehlungen / „göttlichen“ Spielregeln – eine nette Anspielung auf die 10 Gebote – sicherlich teils ihre Berechtigung haben und auf viele Situationen anwendbar sind, ist die Allgemeingültigkeit, mit der diese propagiert werden, vielleicht etwas übertrieben. Auch finden Stimmen, die den teils durchaus diskutablen wissenschaftlichen Begründungen widersprechen, kaum Gehör – aber dies ist verschmerzbar, wenn man sich während des Lesens dauerhaft bewusst macht, dass es sich um meinen Roman und somit um Fiktion, und gerade keine wissenschaftliche Abhandlung oder ein Sachbuch, handelt.

Aussagen zum Setting, zum Spannungsbogen oder zur Handlung können vorliegend nicht getroffen werden, da – rein äußerlich – nicht viel passiert, sich das Buch auf Lucys Entwicklung, ihre Gedanken und Gefühle konzentriert. Hierbei muss man aber dem Autor zugute halten, dass das Ende sehr überraschend kam und gänzlich unerwartet war.

„Die Suche nach Gott“ ist ein bisschen wie „Sofies Welt“ für Erwachsene, bei dem an die Stelle der grundlegenden philosophischen Konzepte eine neue, wissenschaftlich angehauchte Philosophie tritt – ein Buch, das bildet und unterhält, und dabei die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert – mit einem ungeahnt hohen Erotikanteil.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Aussagen zum Korrektorat verbieten sich, da die Schlusskorrektur noch aussteht. Lektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist schlicht aber gelungen, der Buchrücken aus meiner Sicht etwas textlastig/überlastet.

Mein Fazit: „Die Suche nach Gott“ ist – wenn man sich darauf einlässt – ein Roman, der einem auf durchaus unterhaltsame Weise wissenschaftliche und philosophische Ansätze vermittelt, die durchaus hilfreich sein können. Für Leser, denen die Fiktion der Handlung bewusst ist, und die sich offen, aber auch krtisch, damit auseinandersetzen wollen, bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 17.

[Buchgedanken] Thorsten Steffens: „Klugscheißer Royale“

Zu Beginn des neuen Jahres habe ich „Klugscheißer Royale“ von Thorsten Steffens gelesen – vielen Dank an den Autor für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Der Roman ist 2018 bei Piper Humorvoll in der Piper Verlag GmbH, München, veröffentlicht worden und am ehesten dem Genre humorvolle Literatur / Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Der Nachfolgeband, „Klugscheißer Deluxe“, ist im letzten Monat als e-Book erschienen.

41fj5UJdx4L._SX314_BO1204203200_Timo Seidel ist 28 Jahre alt und führt ein Leben ohne jegliche Ambitionen. Anstatt wie seine Freunde Karriere zu machen, ist er in seinem Studentenjob hängengeblieben. Dement­sprechend uninspiriert führt er seine Arbeit aus, so dass er fristlos entlassen wird. Zu allem Überfluss hat seine Freundin Cleo beschlossen, sich von ihm zu trennen. Nun steht er also da: Ohne Freundin, ohne Job, ohne Geld und ohne Perspektive. Aus heiterem Himmel bietet sich ihm jedoch eine außergewöhnliche Offerte: Er bekommt einen befristeten Arbeitsvertrag als Lehrer. Nun ist es also offiziell: Für die kommenden sechs Monate darf Timo staatlich beauftragter Klugscheißer sein. Im öffentlichen Dienst! Vom Staat angeheuert wie James Bond! Quasi 007 Klugscheißer Royale! Schnell muss er allerdings feststellen, dass der Lehrerberuf doch ein wenig schwieriger ist als ursprünglich gedacht…

„Klugscheißer Royale“ ist nicht mehr – aber auch nicht weniger – als kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Locker und humorvoll, und dabei leicht und flüssig zu lesen, zeichnet der Autor ein Porträt eines Mannes, der sich pleite, verlassen und arbeitlos zurück ins Leben zu kämpfen versucht.

Die Handlung kommt dabei etwas kurz, ist teils übertrieben, unrealistisch und bietet kaum große Höhepunkte. Darauf kommt es aber auch nicht an, denn vielmehr als mit einem durchgezogenen Spannungsbogen punktet der Roman mit der Aneinanderreihung von Alltagssituationen, die Timo auf humorvolle Weise mal besser, mal schlechter meistert.

Dabei entwickelt sich der Hauptprotagonist im Verlauf der Handlung durchaus weiter, ist generell dreidimensional und vielschichtig angelegt – mit Stärken und Schwächen. Durch die gewählte Erzählperspektive (Ich-Erzählung aus der Sicht von Timo) und die durchaus etwas tiefergehenden, selbstreflektierenden Momente, kann man sich gut mit dem Protagonisten identifizieren.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, insbesondere die Einbindung der Neologismen lockert den Text zusätzlich auf. Das Cover hingegen, vor allem auch die sehr eintönige Coverrückseite sind farblich ein Eyecatcher, mir aber fast zu kindlich und spiegeln die Handlung des Buches nicht wirklich wieder.

Mein Fazit? „Klugscheißer Royale“ ist kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch – sehr humorvoll, nie langweilig, aber auch ohne große Höhepunkte. Für Liebhaber humoristischer Literatur bedenkenlos zu empfehlen, auch ideal als Urlaubslektüre.

[Buchgedanken] Dana von Suffrin: „Otto“

In der letzten Zeit habe ich „Otto“ gelesen, den Debütroman von Dana von Suffrin. Das Buch ist 2019 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen und dem Genre Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares im Rahmen des Bloggerfrühstücks auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

313TXgrqFML._SX303_BO1204203200_Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte.

„Otto“ ist speziell. Manchmal anrührend, oft komisch, teils bedrückend. „Otto“ ist die um den Vater zentrierte Familiengeschichte, die einzelne Anekdoten aus dem Leben von Otto, Timna und Babi aufgreift, ein Potpourri von Vergangenem und Gegenwärtigen – und ein Ausblick auf die Zukunft. Und „Otto“ ist auch ein geschichtlicher Abriss, eine Darstellung der Geschichte jüdischer Menschen eingebettet in den Mikrokosmos einer einzelnen Familie.

Dabei überzeugt der Roman vor allem durch die brillante Sprache und Erzählstimme. Dana von Suffrin schreibt unglaublich humorvoll, sehr pointiert, präzise – und mit einer gut lesbaren Sprachmelodie. Dabei spiegelt, insbesondere die Figur von Otto, die Sprache der Siebenbürger Sachsen wieder (auch wenn er sich selbst als Siebenbürger Jude bezeichnet). Inwieweit das authentisch gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, aber der ganz eigene Stil verleiht dem Buch eine einzigartige Note.

Gleichsam beeindruckend ist das Setting. München, Haifa, Krankenhäuser oder ein Skiurlaub im Wohnwagen. Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Welt und durch die Zeit. Dabei werden die vielen schweren Themen, die das Buch nicht ausspart – und die vom Großen (Nationalsozialismus) bis hin zum Individuell-Kleinen (Krankheit) reichen – immer mal wieder durch sehr humorvolle Anekdoten aufgelockert.

Allerdings fehlt es dadurch auch etwas an der Stringenz, etwas am roten Faden. Und so unglaublich interessant die Reise oftmals auch sein mag, bleibt der Leser teils ratlos zurück, da sich die Geschichte im Kreis zu drehen scheint. Etwas enttäuscht bin ich zudem von dem leicht antiklimatischen Ende.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag mit dem Cover ist gelungen, insgesamt aber etwas zu unauffällig. Auch ist irritierend, dass das eine „O“, das eine Auge, über den Übergang zur ausklappbaren Coverinnenseite hinausgeht und dort abgeschlossen wird, während das andere abrupt beendet wird und sich nicht auf den Buchrücken erstreckt.

Mein Fazit: „Otto“ ist ein sprachlich brillanter Roman, der den Leser mit auf eine Reise nimmt, die ihn berührt, zuweilen aber auch ratlos zurücklässt. Dabei punktet das Buch auch durch ein tolles Setting und ganz viel Humor. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – und ein sehr starkes Debüt. Ich hoffe auf mehr!