[Buchgedanken] Jennifer L. Armentrout: „Obsidian. Schattendunkel“

Vor der Buchmesse habe ich den ersten Band der Lux-Reihe von Jennifer L. Armentrout gelesen: „Obsidian. Schattendunkel“. Die mir vorliegende Taschenbuchauflage ist 2016 bei Carlsen veröffentlicht worden, die Erstveröffentlichung erfolgte 2011 unter dem Titel „Obsidian. A Lux Novel“ bei Entangled Publishing. Neben dem eigentlichen Roman erhält das Buch zudem noch zwei Bonusgeschichten, die Kapitel der Handlung aus Sicht von Daemon darstellen. Der Roman ist am ehesten dem Genre (Young-Adult) Romantasy zuzuordnen.

51e7ohuly3l-_sy346_In „Obsidian“ verfolgt man die die Geschichte um die junge Buchbloggerin Katy. Nach dem Umzug aus dem sonnigen Florida ins eintönige West-Virginia, beschließt sie, sich bei ihren Nachbarn vorzustellen. Schnell freundet sie sich mit der quirligen Dee Black an, aber mit deren Bruder, Daemon, gerät Katy bei jedem Aufeinandertreffen aneinander. Und doch, irgendwie fühlt sie sich zu ihrem herablassenden, arroganten Nachbarn hingezogen. Sie hätte jedoch nie geahnt, dass diese eine Begegnung, ihr weiteres Schicksal für immer verändern sollte.

Mit „Obsidian“ gelingt Jennifer L. Armentrout ein überzeugender Start in eine phantastische Buchreihe (mein SuB weint bereits, da ich unbedingt weitere Bücher der Autorin lesen möchte). Der Roman ist – glücklicherweise – aus der Sicht von Katy in der Ich-Perspektive erzählt – so kann der Leser direkt in die Handlung eintauchen, sich mit Katy identifizieren und mit ihr die Mysterien um die Familie Black aufdecken. Natürlich wären Einblicke in den Kopf von Daemon, in seine Ich-Perspektive spannend, dennoch ist es richtig, diese für spätere Bücher oder für Bonusgeschichten zu reservieren.

Auch wenn Teile der Handlung durchaus vorhersehbar sind, schafft die Autorin es doch, den Leser immer wieder durch unerwartete Wendungen zu überraschen – und hält damit den Spannungsbogen hoch. Überzeugt hat mich auch das kleinstädtische, ländliche Setting, das typisch amerikanisch ist und das man sich aufgrund der vielen Fernsehserien gut vorstellen kann.

„Obsidian“ ist ein Paradebeispiel im Genre Romantasy / Paranormal Romance, guten Gewissens könnte man das Buch auch noch weiteren Genres zuordnen  (am prominentesten sicher „Jugendbuch“). Trotzdem gelingt es dem Roman, sich aus der breiten Masse an Titeln innerhalb des Genres hervorzuheben. Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und flüssig lesen, er ist gefühlvoll und die Funken zwischen Katy und Daemon sprühen förmlich in jeder Zeile. Generell sind die Protagonisten – und auch die anderen Charaktere – gut ausgearbeitet (mein Favorit: Dee!). Sie alle haben Schwächen und Stärken, man leidet, fühlt und freut sich mit ihnen. Nicht zuletzt der Chemie zwischen den Protagonisten ist es zu verdanken, dass „Obsidian“ und die Lux-Reihe generell mittlerweile Kultstatus erreicht hat, und Millionen Fans weltweit begeistert (und nun weiß ich endlich, warum).

Buchsatz, Lektorat und Korrektorat sind ordentlich erfolgt, auch das Cover kann mit teils ausklappbaren Coverinnenseiten überzeugen. Die Cover der Reihe generell sind einheitlich gestaltet und haben einen hohen Wiederkennungswert.

Mein Fazit? „Obsidian. Schattendunkel“ ist ein gelungener Einstand in eine vielversprechende Buchreihe und muss sich keinesfalls vor den Genregrößen wie beispielhaft Panem oder Twilight verstecken. Der Roman überzeugt durch ein tolles Setting, dreidimensionale Charaktere, und eine spannende und funkensprühende Handlung. Für alle Liebhaber von Jugendbüchern, fantastischen Geschichten, Liebesromanen – ach was sag ich – eigentlich für jeden bedenkenlos zu empfehlen. Jennifer L. Armentrouts Bücher stehen nicht umsonst auf den Bestsellerlisten weltweit. Den Nachfolgeband Onyx habe ich auch bereits gelesen, die Rezension folgt in den nächsten Tagen.

[Buchgedanken] Ava Reed: „Wir fliegen, wenn wir fallen“

Bevor es ab morgen zur Messe geht, fange ich doch mal an, den Rezistapel noch etwas abzuarbeiten. Beginnen möchte ich heute mit einem absoluten Highlight: „Wir fliegen, wenn wir fallen“ von Ava Reed ist ein Jugendbuch aus dem Ueberreuter Verlag und erschien 2017. Mein Exemplar ist bereits aus der zweiten Auflage und ein wundervolles Hardcover. Ich habe es mir nach einer fabelhaften Lesung von Ava auf der Leipziger Buchmesse direkt beim Verlag gekauft und signieren lassen (die Stunde in der Schlange war das locker wert!).

„Wir fliegen, wenn wir fallen“ ist die Geschichte von Yara und Noel, vom Lesemädchen617m2b75rhbl-_sx312_bo1204203200_ und dem Einzelgänger, der bei McDonalds Burger brät. Es ist aber auch etwas die Geschichte von Phil, dem alten Mann, der für beide eine Art Rettungsanker und Halt ist. Nach seinem Tod hinterlässt er ihnen eine Liste mit zehn unerfüllten Wünschen, die sie zusammen erledigen sollen. Eine Reise, zwei unterschiedliche Charaktere, mehrere Kontinente und Länder. Und alles für das Leben. Doch gelingt es beiden, die Schatten der Vergangenheit wirklich abzuwerfen?

„Wir fliegen, wenn wir fallen“ ist ein Jugendbuch, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Es ist eine Ode an das Leben, die Liebe und die Vergänglichkeit. Es ist so intensiv und gefühlvoll, dass ich der Autorin selbst ausnahmsweise mal die zwei „Ich-Perspektiven“ verzeihe, womit ich sonst gewöhnlicherweise nicht klarkomme. Sonst … denn „Wir fliegen, wenn wir fallen“ ist kein gewöhnliches Buch, sondern bereits jetzt (ja, ich weiß, dieses Jahr wird es verdammt eng, so oft wie ich das auslobe) eines meiner Lesehighlights des Jahres.

Der Stil der Autorin ist wunderbar und lässt sich flüssig und leicht lesen, ist gleichzeitig aber intensiv und athmosphärisch. Man ist dicht bei den Figuren, liebt und leidet mit ihnen, lacht und weint. Auch wenn Noel mich anfangs etwas genervt hat, bin ich doch nach und nach mit ihm warmgeworden und konnte ihn besser verstehen. Zu Yara muss nicht mehr gesagt werden, als: Sie ist perfekt!

Zwar sind Teile der Handlung durchaus vorhersehbar – sonst würde die Prämisse auch gar keinen Sinn ergeben. Dennoch gelingt es Ava Reed den Spannungsbogen dauerhaft aufrechtzuerhalten, und immer mal wieder kleine Überraschungen für den Leser einzustreuen. Ganz besonders gefallen hat mir übrigens die zweite 10-Punkte-Liste am Ende des Buches. Gelungen ist auch, dass die Autorin – trotz der teilweise auch schweren Themen – die Balance die ganze Zeit hält und das Jugendbuch nicht zum Schicksalsroman abgleiten lässt.

Das Buch ist wunderbar gesetzt, Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls sauber gearbeitet. Wer sich jedoch wieder selbst übertroffen hat, ist Covergott Alexander Kopainski, der für „Wir fliegen, wenn wir fallen“ eines meiner absoluten Lieblingscover von ihm gezaubert hat.

Mein Fazit: Mit „Wir fliegen, wenn wir fallen“ erschafft Ava Reed ein bezauberndes und überzeugendes Jugendbuch, das vor allem durch tolle Charaktere und einen intensiven, gefühlvollen Schreibstil punktet. Nicht nur für Leser von Jugendbüchern bedenkenlos zu empfehlen.

 

 

[LLC2017] Vorschau auf ein Wochenende voller Liebe

Nachdem ich die ersten sechs Stunden im Zug eher mit – mehr oder minder erholsamem – Dösen verbracht habe, nutze ich die letzte Stunde dazu, eine Vorschau zur Love Letter Convention zu schreiben, die ich dieses Wochenende zum zweiten Mal besuche.

Mich – und alle anderen Besucher – erwartet ein tolles Wochenende mit vielen Lesungen, Workshops, Diskussionen und Meet & Greets. Nationale und internationale Bestsellerautoren aus dem Bereich „Romance“ stellen sich in familiärer Atmosphäre ihren Lesern. Dieses Jahr sind unter anderem Samantha Young, Mona Kasten, Jaqueline Vellguth, Margaret Mallory, Marah Woolf, Poppy J. Anderson und viele weitere dabei. Besonders freue ich mich darauf, dass auch die männliche Autorenwelt Zuwachs bekommen hat, und neben Vanessa Mansini (Michael Meisheit) auch Benne Schröder auf der LLC sein wird.

Zu meinen Programmhighlights zählen unter anderem ein englischsprachiges Panel zum Thema Jugendroman mit Cora Carmack, Ann Aguirre, Kelsey Sutton und Samantha Young am Sonntag, sowie ein Panel zur Phantastischen Romantik mit (auszugsweise) Bianca Iosivoni, Mona Kasten, Marah Woolf und Jacqueline Vellguth am Samstag. Sonst freue ich mich auf viele Lesungen, darauf, neue Bücher zu entdecken, neue Leute kennenzulernen, und alte Freunde wiederzutreffen.

Die LLC ist in diesem Jahr meine zweite Messe/Convention – doch es wird nicht die letzte sein. In meinem bisher produktivsten Messejahr wird noch die FBM, die Litblog Convention, die Lit.Love und vielleicht sogar der Buchmesse Convent folgen. Wie immer werde ich – wie auch voraussichtlich am Montag von dem LLC-Wochenende – ausführlich von den Veranstaltungen berichten.

Eine halbe Stunde und eine Stellwerkstörung später nähere ich mich so langsam Stendal: noch eine Stunde bis Berlin.

Allen ein schönes Wochenende!
Erik