[Buchgedanken] Kristin MacIver: „Der Traum der Lady Flower“ (Celtic Dreams 1)

Vor kurzem habe ich auch „Der Traum der Lady Flower“ von Kristin MacIver gelesen. Das Buch ist 2024 im Knaur Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, erschienen und als historischer Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars nach Rezensionsanfrage.

Schottland, 1485: Lady Flower, die älteste Tochter von Gregor MacKay träumt davon, bei einer Tierheilerin im entfernten Dorf Portskerra das Heilen zu lernen, um die Hochlandrinder ihres Clans zu versorgen. Ihre Eltern haben jedoch andere Pläne für die fürsorgliche Tochter: Sie soll einen Lord heiraten. Ausgerechnet Flowers heimliche Jugendliebe Cailan Sinclair, ein Frauenheld mit unentrinnbarer Vergangenheit, soll einen Ehemann für sie finden. Obwohl es zwischen Flower und Cailan knistert und funkt, weicht Flowers Traum von Cailans Pflichten als Clanerbe so weit ab, dass eine gemeinsame Zukunft für sie undenkbar ist. Bis ein verheißungsvoller Kuss alles verändert und sich die junge Frau fragen muss: Wie viel ist sie bereit, für die wahre Liebe aufzugeben?

„Der Traum der Lady Flower“ ist der Auftaktband der Trilogie „Celtic Dreams“ um die MacKay-Schwestern Flower, River und Leaf – und der Debütroman von Kristin MacIver. Dabei lässt sich das Buch als Standalone lesen – jeder Roman behandelt die Geschichte der jeweiligen Schwester abschließend, auch wenn es sicherlich Überschneidungen gibt und ich daher empfehlen würde, auch dieses Buch zu lesen, bevor man sich den Folgebänden widmet. Der Roman lässt sich jedoch nicht direkt einem Genre zuordnen – balanciert er doch für mich auf der Grenze zwischen historischem Liebesroman und Historical Romance – auch wenn diese Differenzierung für den ein oder anderen akademisch erscheinen mag. Schlussendlich habe ich mich jedoch für die Einstufung als historischen Liebesroman erschienen, da zumindest einige Sexszenen ausgeblendet wurden und das Buch auch so vom Verlag beworben wird.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich. Auch wenn mich der Anfang nicht ganz überzeugte, nahm das Buch schnell an Fahrt auf und faszinierte mich mit dem Fortgang der Handlung immer stärker. Dabei reichert Kristin MacIver die historische Liebesgeschichte mit dem Thema Rollenklischees im Mittelalter an und streut auch das Thema Posttraumatischer Belastungsstörung und Flashbacks mit ein. Positiv ist hier zu erwähnen, dass im Nachwort – bei der nachgestellten Triggerwarnung – auch explizit auf Hilfsangebote verwiesen wird.

Das Setting ist naturgemäß brillant, entführt uns die Autorin doch in die schottischen Highlands im ausklingenden Mittelalter und zeigt ein Leben zwischen Rinderweiden, Clanstrukturen und dynastischer Politik. Dabei verwischt Kristin MacIver insbesondere in den Figuren Finley und Hailey die damaligen Standesunterschiede und lässt auch ganz am Rand die schottische Geschichte der letzten Jahrhunderte anklingen – hier hätte ich mir noch einen stärkeren Fokus, ein stärkeres schottisches Selbstbewusstsein gewünscht.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Leaf (ich freue mich so auf ihren Band!), Rhona und Artair, während gerade Cailan etwas blass verblieb – und man ihm nicht wirklich ein Happy End wünschte. Nur Finleys eigenes Glück sorgt dafür, dass man als Leser:in Cailans‘ mit Flower toleriert. Kristin MacIvers Schreibstil ist zudem leicht und flüssig zu lesen, balanciert mehr auf der Seite der Lesbarkeit in Abwägung zur historischen Authentizität und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind einige Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen aber nicht wesentlich schmälern. Der Buchumschlag ist mit Klappen und toll gestalteten Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv ist wunderschön anzusehen, auch wenn etwas der Bezug zur Handlung fehlt und es leider drastisch zum Buchrücken hin unterbrochen wird. Insgesamt bilden die einzelnen Bände aber immerhin einen tollen Gesamteindruck mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Der Traum der Lady Flower“ ist ein gelungener Auftakt in die Liebesromanreihe, der vor allem mit seinem Setting und tollen Nebencharakteren überzeugt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Petra Schier: „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ (Weihnachtshund 8)

Nachdem die letzte Zeit etwas stressig war, habe ich heute und in den nächsten Tagen wieder einige Rezensionen und Neuzugänge für Euch. Den Anfang macht hierbei „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ von Petra Schier. Das Buch ist 2023 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Seit Melissa ihren gewalttätigen Ex-Mann verlassen hat, lebt sie in ständiger Angst. Als sie dann dem Sicherheitsexperten Lennart und seiner jungen Boxerdame Sissy begegnet, will sie instinktiv auf Abstand gehen. Zu groß ist Melissas Angst vor Nähe, und sie hat sich geschworen, ihren kleinen Sohn Andy vor jeglicher Gefahr zu schützen, koste es, was es wolle. Doch Lennart ist so ganz anders als ihr Ex und setzt sanft alles daran, sie näher kennenzulernen. Bald schon kann sie sich ihrer Gefühle für ihn kaum noch erwehren. Doch dann überschlagen die Ereignisse sich, und Santa Claus und seine Crew haben alle Hände voll damit zu tun, das Weihnachtsfest doch noch zum Fest der Liebe zu machen.

„Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ist bereits der achte Weihnachtshund-Roman von Petra Schier, von der ich bislang eher historische Romane wie „Das Geheimnis des Pilgers“ und „Die Liebe des Pilgers“ gelesen habe. Dabei ist „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ein bunter Genremix mit märchenhaft-fantastischen Elementen, ist zugleich Hunde-, Weihnachts- und Liebesroman – wobei ich letzteres aufgrund der starken Dominanz der Liebesgeschichte als für mich relevantes Genre übernommen habe.

Die Handlung ist abwechslungsreich und – gerade für Neueinsteiger in die Reihe – sehr überraschend aufgrund der verschiedenen Perspektiven, der Darstellung der Gedanken des Hundes, der fantastischen Elemente und – ja – auch einer unerwarteten Sexszene. Dabei mischt Petra Schier weihnachtliches Flair mit schweren Themen, wie in diesem Band toxische Beziehungen und häusliche Gewalt. Dennoch verbleibt das Buch manchmal etwas an der Oberfläche – und bietet am Ende auch einen etwas unnötigen Cliffhanger zum (vermutlich) nächsten Band.

Das Setting ist – wie sollte es bei einem Weihnachtsroman auch anders sein? – gelungen. So entführt die Autorin den Leser in eine Kleinstadt zur Vorweihnachtszeit mit malerischem Weihnachtsmarkt und einer Ferienhaussiedlung mit traumhaften Blockhäusern (auch wenn es weiterhin sehr irritiert, dass Melissa auf der Flucht in so ein abgelegenes Blockhaus zieht – das hat fast etwas von der Irrationalität in Horrorfilmen). Schön auch, dass hier das Setting vergangener Bände aufgegriffen und so die Geschichte mit altbekannten, wenn auch mir neuen, Protagonisten fortgesetzt wird.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenrollen wie Lena, Ellie und Oliver, während insbesondere Melissa teils nicht nachvollziehbar agiert. Petra Schiers Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, allerdings hätte ich mir zur Abrundung des Buches in einem Nachwort noch Anlaufstellen für Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt gewünscht. Das Cover setzt sich nahtlos zum Buchrücken hin fort, wird allerdings etwas einfallslos einfach auf der Coverrückseite nochmals abgebildet. Insgesamt ist das Motiv zwar passend, aber auch etwas beliebig.

Mein Fazit: „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ ist ein abwechslungsreicher und überraschender Liebesroman mit nur kleineren Schwächen. Für Liebhaber des Genres – und von Hunden – bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Monika Mansour: „Der Himmel über den Alpen“

Vor kurzem habe ich „Der Himmel über den Alpen“ von Monika Mansour gelesen. Das Buch ist 2023 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

In einem Sanatorium in den Berner Alpen lassen sich vermögende Patienten mit psychischen Problemen diskret behandeln. Die quirlige Sunshine leidet unter der Misshandlung ihrer italienischen Mafiafamilie. Rainman, erfolgreicher koreanischer Popstar, ist mit einem tragischen Geheimnis belastet. Beide lassen sich am selben Tag einliefern – und entdecken hier, in ihrer Heimat, wo sie als Kinder glücklich waren, nicht nur eine neue Liebe, sondern finden auch die Kraft, ihre Zukunft neu zu schreiben.

„Der Himmel über den Alpen“ ist der erste Roman fernab des Krimigenres von Monika Mansour – und so ganz kann sie ihre Krimileidenschaft dann doch nicht verbergen. Zwar habe ich das Buch als (klassischen) Liebesroman eingeordnet, es zeigt jedoch durchaus auch Ansätze eines Thrillers oder Krimis – und hätte mit Fug und Recht auch als Schicksalsroman eingeordnet werden können, wenn die Perspektive etwas stärker auf eine der Figuren fokussiert gewesen und/oder Rainmans Geheimnis früher aufgedeckt worden wäre.

Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend, wenn in Teilen allerdings auch vorhersehbar. Insbesondere loben möchte ich, dass der Prolog relativ früh im Buch wiederaufgegriffen wird und die Handlung insgesamt sehr stringent erzählt wird, da nur wenige Handlungsstränge vorhanden sind. Auch ist die Kombination von Mafia und K-Pop elektrisierend und neu, allerdings sind gerade diese Erzählstränge außerhalb der Lovestory auch etwas überzeichnet und hollywoodlike.

Das Setting ist naturgemäß traumhaft, entführt die Autorin den Leser doch ins Berner Oberland – und auf Ausflüge nach Kalabrien und Busan. Dabei gelingt es Monika Mansour, die besonderen Gegebenheiten der Orte herauszustellen und so für den Leser zum Leben zu erwecken – insbesondere das schweizerische Alpenpanorama. Apropos Schweiz: Auch hier hat sich das ein oder andere dialektische und im Hochdeutschen unbekannte Wort in den allgemeinen Text geschmuggelt – glücklicherweise ließ es sich jeweils aus dem Kontext erschließen.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenrollen wie Sophie, Dr. Tribelhorn und Tony, während Rainman etwa blass verbleibt und nicht immer nachvollziehbar handelt. Monika Mansours Schreibstil lässt sich hingegen leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt. Das Titelmotiv ist schön anzusehen aber auch etwas beliebig und wird leider zum Buchrücken hin abrupt unterbrochen. Buchrücken und Coverrückseite bilden zudem einen irritierenden farblichen Gegensatz – ein Tausch der Farben bei einem der beiden hätte hier für fließende und einheitliche Übergänge gesorgt.

Mein Fazit? „Der Himmel über den Alpen“ ist ein weitgehend überzeugender Liebesroman, der vor allem mit seinem Setting brilliert und nur kleinere Schwächen in der Handlung aufweist. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 15 Jahren.

[Buchgedanken] Margrit Cantieni: „1941. Liebe in herzlosen Zeiten“

Vor kurzem habe ich auch „1941. Liebe in herzlosen Zeiten“ von Margrit Cantieni gelesen. Das Buch ist 2023 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als historischer Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Sommer 1941. Tausende polnische Soldaten werden auf der Flucht vor der deutschen Wehrmacht in der Schweiz interniert und von den Einheimischen als Helden gefeiert. Doch bald schon kippt die Stimmung, und die zuvor willkommenen Flüchtlinge werden zur vermeintlichen Bedrohung. So auch Marek, der im Arbeitslager auf die junge Sofia trifft. Es ist Liebe auf den ersten Blick, aber je länger der Krieg dauert, desto unerwünschter wird ihre Beziehung. Schaffen sie es, sich den Regeln der Gesellschaft zu widersetzen und ihr gemeinsames Glück zu finden?

„1941. Liebe in herzlosen Zeiten“ ist mein erstes Buch der schweizerischen Autorin Margrit Cantieni – und diese Herkunft merkt man dem Buch auch an, das schweizerische Lektorat hat hier sicherlich auch dazu beigetragen. Denn das Buch ist gespickt mit schweizerischen Begriffen, auch außerhalb von Dialogen, und ignoriert teils die gängige deutsche Rechtschreibung, was bei mir als Leser durchaus für Irritationen sorgt.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und kurzweilig, allerdings auch etwas spannungsarm – was bei einem Buch, das größtenteils zur Zeit des zweiten Weltkriegs spielt, doch etwas verwundert. Teils gravierende Zeitsprünge und ein sehr antiklimaktisches Ende sorgen für ein doch sehr angenehmes aber auch etwas eintöniges Leseerlebnis. Dabei werden neben der Liebesgeschichte jedoch spannende historische Fakten über die Schweiz zu dieser Zeit vermittelt, die gerade hier doch eher unbekannt sind.

Das Setting ist gelungen. So entführt die Autorin den Leser nach Graubünden zur Zeit des zweiten Weltkrieges, insbesondere in das kleine Dorf Rodels, das seit 2015 keine eigene Gemeinde mehr ist, im Buch aber deutlich größer vorkommt als die weniger als 200 Einwohner, die das Dorf wohl zu dieser Zeit hatte – die Internierten nicht mitgezählt. Dabei gelingt es der Autorin gut, die damalige Stimmung und die Spannungen innerhalb der Gesellschaft einzufangen – und atmosphärisch für den Leser greifbar zu machen.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem (wichtige) Nebenfiguren wie Leonora und der Lehrer Lorenz, während gerade Marek teils nicht wirklich nachvollziehbar handelt. Margrit Cantienis Schreibstil lässt sich dabei, trotz der Authentizität, leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls solide. Lektorat und Korrektorat haben – im Wesentlichen – sauber gearbeitet, der Buchsatz ist simpel, aber fehlerfrei, auch wenn ich mir eine Karte von Graubünden zur Unterstützung noch gut hätte vorstellen können. Das Covermotiv ist etwas beliebig, aber schön anzusehen – und zieht sich toll über Buchrücken und Coverrückseite, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht.

Mein Fazit? „1941. Liebe in herzlosen Zeiten“ ist ein unterhaltsamer historischer Liebesroman, der eher unbekannte Aspekte des zweiten Weltkrieges in den Mittelpunkt rückt, dabei teils aber etwas ereignisarm daherkommt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 14 Jahren.

[Buchgedanken] Patricia Schröder: „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ (Hannah 1)

Vor kurzem habe ich auch „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ von Patricia Schröder gelesen. Das Buch ist 2023 im KARIBU Verlag in der Edel Verlagsgruppe GmbH erschienen und als phantastisches Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eigentlich ist die 13-jährige Hannah mit ihrem Leben ganz zufrieden: Mit ihren zwei besten Freundinnen Elif und Sophie wird es in der Schule nie langweilig, und auch ihre kleine Schwester nervt bloß ein bisschen. Wären nur die Jungs in ihrer Klasse nicht so furchtbar doof! Als dann auch noch ein fremder Junge in Hannahs Kleiderschrank auftaucht und behauptet, ihr Zimmer wäre seines, ist es mit ihrer Geduld vorbei. Wie soll Hannah Elias bloß wieder loswerden? Und will sie das überhaupt?

„Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ ist der Auftakt in eine neue Buchreihe von Patricia Schröder. Dabei lässt sich das Buch gar nicht so leicht kategorisieren, ist es doch eine Mischung aus Liebesroman, Fantasy und Mystery – und das alles an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, wird der Roman doch ab 10 Jahren empfohlen. Leider laut Bewerbung auf Verkaufsportalen für „Mädchen ab 10“, eine Einschätzung, die ich ausdrücklich nicht teile, kann er doch genauso gut und mit gleicher Lesefreude von Jungen gelesen werden – schließlich geht das Thema „Erste Liebe“ jeden etwas an :).

Die Handlung ist kurzweilig, spannend und abwechslungsreich – und zumindest in gewissem Maße abgeschlossen, sodass das Buch durchaus als Standalone gelesen werden kann, auch wenn noch genug Fragen und Handlungsstränge offen bleiben, um Lust auf die Fortsetzung zu machen. Dabei werden altersgerechte Themen angesprochen: Erste Liebe, Mobbing, Entwurzelung und Streit zwischen und mit den Eltern – um hier nur einige zu nennen. Diese werden aber zielgruppenorientiert nicht in der Tiefe erörtert, sodass eine leichte Lektüre verbleibt und die Grundstimmung nie zu negativ wird – Feel-Good-Garantie für Leser:innen jedes Alters.

Das Setting vermag bislang jedoch noch nicht komplett zu überzeugen. So entführt die Autorin den Leser mindestens mal nach Hamburg und München, in ein Urban-Fantasy-Setting in der realen Welt. Hierbei wird jedoch der fantastische Part bislang nicht zufriedenstellend erklärt, ein schlüssiges „Magiekonzept“ ist nicht ersichtlich – dies muss und kann sich aber in den nächsten Bänden noch ändern.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, auch wenn bei einigen Charakteren durchaus noch Entwicklungspotential für die Folgebände besteht. Am stärksten überzeugen können bislang Lilly, Karlchen, Hannah und Sophie, während Hannahs Vater bisweilen nicht nachvollziehbar handelt. Patricia Schröders Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls glänzen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und verdient sich auch ein Lob dafür, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen. Der Buchdeckel ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt und mit farbigen, allerdings eintönigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv ist sehr kleinteilig, greift die Handlung aber gut auf und illustriert diese. Abzuwarten bleibt, ob die Folgebände hier für einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe sorgen können.

Mein Fazit? „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ ist ein kurzweiliges, phantastisches Jugendbuch mit spannender Handlung, aber noch Nachholbedarf beim Magiekonzept. Für Leser ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Von Bären und Hunden | Lovelybooks-Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Triumph der himmelblauen Nacht“ von Lisa Brenk (Diederichs Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) ist hierbei eine Erzählung „über die Suche nach dem, was uns ausmacht“, „Weihnachtszauber und Hundepfoten“ von Petra Schier (HarperCollins in der HarperCollins Deutschland GmbH) ein tierisch-weihnachtlicher Liebesroman. Ich freue mich schon auf die Ausflüge in die Weihnachtszeit und die Welt der Bären.

Seid Ihr schon in Weihnachtsstimmung?

[Buchgedanken] Heike Abidi: „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“

Vor kurzem habe ich auch „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ von Heike Abidi gelesen. Das Buch ist 2023 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über ein Rezensionsangebot auf Instagram.

Eine Agentur fürs Zuhören! Diese Idee hat Floriane, 50, nachdem sie innerhalb von 24 Stunden aus ihrem gemütlichen Leben gestoßen wurde. Zuerst hat ihr Ehemann sie wegen einer Dreißigjährigen verlassen, und dann wurde ihr auch noch der Job gekündigt. Erstmal hat Floriane keine Ahnung, was sie nun tun soll. Doch dann besinnt sie sich auf ihr größtes Talent, das Zuhören. Schon bald nach der Gründung ihrer Agentur bemerkt sie überrascht, wie viele Menschen dringend jemanden zum Reden brauchen. Als sie sich auf einmal zwischen zwei Männern entscheiden muss, stellt sie fest, dass das Zuhören auch ihr gutgetan hat. Können die Lebensgeschichten anderer Floriane helfen, ihren Weg zu finden?

„Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ ist ein klassischer Liebesroman, der, für das Genre ungewohnt, Protagonistinnen jenseits der 50 oder zumindest um die 50 in den Mittelpunkt stellt – mal erfrischend anders, nicht immer über die erste große, sondern eine spätere Liebe zu lesen. Auch eröffnet dies die Möglichkeit, aufgrund der Lebenserfahrung den Charakteren ganz andere Steine in den Weg zu legen, andere Probleme im Hintergrund hervortreten zu lassen – wovon der Roman aber eher wenig Gebrauch macht, hier bleibt die Geschichte etwas seicht und konfliktarm.

Die Handlung generell ist durchaus abwechslungsreich und kurzweilig, genrebedingt natürlich aber auch zumindest teils vorhersehbar – insgesamt eher ein Feel-Good-Liebesroman als einer, der an der Grenze zum Schicksalsroman kratzt. Kleinere Logikfehler tun der guten Stimmung hier eher keinen Abbruch. Allerdings kann das Ende nur bedingt überzeugen, wartet mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf, hat aber auch leichte Schwächen.

Das Setting ist etwas beliebig und austauschbar, so könnte der Roman in jeder mittelgroßen bis großen Stadt im Einzugsgebiet eines Flughafens spielen – eine stärkere lokale Fokussierung hätte hier noch eine weitere Nuance hinzufügen können. Für die Handlung ist das Setting allerdings auch nicht wirklich wichtig, ist in diesem Buch eher Beiwerk als Handlungstreiber, da es doch sehr zentral auf die Beziehung der Protagonisten untereinander ankommt.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere Rena, Ilse und Alfred als wichtige Nebencharaktere, während Floriane nicht immer nachvollziehbar handelt und einige der kleineren Nebencharaktere etwas überzeichnet sind. Heike Abidis Schreibstil lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen, ist humorvoll und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben solide gearbeitet, insbesondere der Satz punktet dadurch, die Chatnachrichten etwas innovativer einzubauen, auch wenn hier sicherlich noch lange nicht das Optimum erreicht ist. Der Umschlag ist auf Cover und Buchrücken hochwertig geprägt, das florale, ansehnliche Titelbild zieht sich gut auch über den Buchrücken und die Coverrückseite, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht. Zudem ist der Umschlag mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, die allerdings nicht so recht zum Design passen und eher eintönig sind. Etwas mehr Vielfalt hier und eine Prägung auch auf der Coverrücksite hätten so für ein noch runderes Gesamtprodukt gesorgt.

Mein Fazit? „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ ist ein im Wesentlichen gelungener Feel-Good-Liebesroman, der vor allem durch starke Nebencharaktere und tolle Ideen punktet, aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch schon leicht vor dem vom Verlag angegebenen Lesealter (16+), nämlich ab etwa 14 Jahren.

Ganz in Pink – zumindest fast | Lovelybooks-Buchpost

Vor der Frankfurter Buchmesse stapeln sich die Rezensionen und Neuzugänge auf meinem Tisch – und zwei der kürzlich eingetroffenen Rezensionsexemplare über Leserunden auf Lovelybooks.de (vielen Dank dafür!) möchte ich Euch heute zeigen. „Der Himmel über den Alpen“ von Monika Mansour (Emons Verlag GmbH) ist dabei ein Liebesroman zwischen einem K-Pop-Star und einer Mafiatochter, „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ von Patricia Schröder (Karibu Verlag, Edel Verlagsgruppe GmbH) ein Jugendbuch über die erste Liebe für Leser ab 10 Jahren – da sind in beiden Fällen große Gefühle vorprogrammiert! Ich als Blink freue mich jedenfalls schon sehr auf den K-Pop-Flair und bin immer noch begeistert von der tollen Karte, die Patricias Buch beilag <3. Das kann nur toll werden!

Welchen Liebesroman habt Ihr zuletzt gelesen?

[Buchgedanken] Ellen Ertelt: „Leih mir dein Herz für immer“

Vor kurzem habe ich „Leih mir dein Herz für immer“ von der Heidelberger Autorin Ellen Ertelt gelesen. Das Buch ist 2023 in der Piper Verlag GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Es ist Hochsommer, als der Start-up-Unternehmer Micha für ein langes Wochenende nach Heidelberg reist. Zufällig landet er vor dem „Borrowland“, einem kleinen Leihgeschäft in der Altstadt, wo man Sonnenhüte und Regenschirme mieten kann. Zwischen der umwelt­bewussten Inhaberin Susanne und dem charmanten Micha entsteht sofort eine Verbindung. Während sie ihm das roman­tische Heidelberg zeigt, kommen sich die beiden immer näher. Doch Susanne hat schlechte Erfahrungen beim Dating gemacht, daher verschweigt sie Micha die Existenz ihrer kleinen Tochter. Und auch Micha hält Dinge zurück, aus Angst, erneut verletzt zu werden. Bedeuten diese Geheimnisse etwa das Ende ihrer Liebe, bevor sie überhaupt begonnen hat?

„Leih mir dein Herz für immer“ wird als nachhaltiger Liebesroman angepriesen – und diese Beschreibung passt auch, ist das Buch doch nicht nur nachhaltig und klimaneutral produziert, sondern stellt auch neben der Liebesgeschichte das Thema Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der Handlung, ohne hierbei aber zu militant, zu belehrend zu werden – ein schmaler Grat in der heutigen Zeit.

Die Handlung ist dabei kurzweilig und wird wechselnd kapitelweise aus der Sicht der beiden Protagonistinnen erzählt – ungewöhnlicherweise aber jeweils aus der personalen Erzählperspektive, die Dopplung ist doch eher bei Ich-Perspektiven üblich. Zudem werden einige im Buch verwandte, handlungstreibende Motive etwas totgeritten – während sie anfangs noch überzeugten und innovativ waren, sorgt irgendwann die dutzendfache Wiederholung fürs genaue Gegenteil.

Das Setting kann natürlich brillieren. So entführt die Autorin den Leser ins malerische Heidelberg, eine der schönsten Städte Deutschlands (ich bin hier als Heidelberger natürlich parteiisch :D), nimmt ihn mit aufs Schloss, zur Schlossbeleuchtung, den berühmten Schlossfestspielen,, zu vielen Sehenswürdigkeiten und in die engen Gassen der Altstadt – ein Traum, der den Wunsch weckt, die einzelnen Handlungsorte wieder zu besuchen.

Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Während jedoch sowohl Micha als auch Susanne hier nicht immer nachvollziehbar handeln, können vor allem wichtige Nebencharaktere wie Emma und Chrissy glänzen. Ellen Ertelts Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchdeckel ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt. Allerdings vermag das Titelmotiv auf dem Cover nicht zu überzeugen, fehlt ihm doch der Bezug zur Handlung – und es ist zudem insgesamt sehr eintönig wie der komplette Umschlag.

Mein Fazit? „Leih mir dein Herz für immer“ ist ein Liebesroman, der mit seinem Setting und einer spannenden Thematik überzeugt, aber auch kleineren Schwächen hat. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Von abgrundtiefem Hass und klimaneutraler Liebe | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Leih mir dein Herz für immer“ von Ellen Ertelt (Piper Verlag GmbH) ist dabei ein in meiner Heimatstadt Heidelberg spielender Liebesroman, der sich auch mit Themen wie Klimaneutralität und Umweltbewusstsein beschäftigt, während „Ich bringe dich zum Schweigen“ von Sarah Nisi (btb Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) ein in London spielender Psychothriller über den abgrundtiefen Hass zwischen zwei Schwestern ist. Unterschiedlicher könnten die Bücher wohl kaum sein ;).

Mögt Ihr Romane, die in Eurer Heimatstadt spielen? Gibt es solche überhaupt?