[Buchgedanken] Alexandra Kui: „Was hast du nur getan?“

Vor kurzem habe ich auch „Was hast du nur getan?“ von Alexandra Kui gelesen. Das Buch ist 2025 als cbt Taschenbuch im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Jugendthriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Arthur Otto Falkenberg ist tot. Tot liegt er auf dem Schulhof unter einer Decke, damit man das Blut nicht sieht. Während die Polizei von einem Selbstmord ausgeht, werden Cassidy und ihre Clique von der Schulleiterin gebeten, sich um die anderen Schüler zu kümmern und die Ohren offen zu halten, um einen Skandal an ihrer Schule zu vermeiden. Doch bald häufen sich die Hinweise, dass mehr hinter Arthurs Tod steckt. Wie passen Drogenkäufe in das Image des Musterschülers? Wie viele Tränen der Schüler sind eigentlich Freudentränen? Während Cassidy selbst die Ermittlungen aufnimmt, geraten sie und ihre Clique ins Visier der Polizei. Denn eine von ihnen kannte den Toten besser, als sie zugibt.

„Was hast du nur getan?“ ist mein erster Roman der Krimi- und Thrillerautorin Alexandra Kui. Dabei lässt sich der Roman relativ leicht einem Genre zuordnen. Während das Buch teils als Schulthriller beworben wird – wohl ein noch tieferes Subgenre – würde ich das Buch als Jugendthriller einordnen. Zudem zeigt das Buch ganz leichte Elemente eines Entwicklungsromans und von Coming of Age, da die Protagonist:innen doch starke Wandlungen durchleben. Der Fokus liegt jedoch klar auf der Krimi- bzw. Thrillerhandlung, sodass jegliche andere Kategorisierung aus meiner Sicht ausgeschlossen sein sollte.

Denn die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich – und altersgerecht, wird der Roman doch seitens des Verlags für Leser:innen ab 14 Jahren empfohlen, ein relativ hohes (Mindest-)Alter für einen Jugendthriller. Und so spart der Roman auch nicht an körperlicher und psychischer Gewalt sowie einer Vielzahl an dysfunktionalen Beziehungen – sowohl zwischen Gleichaltrigen als auch innerhalb der Familien. Allerdings kann das Ende dann doch nicht ganz mithalten, löst zwar den Todesfall auf, lässt aber sonst vieles vermissen und wirft neue Fragen und Probleme auf, sodass ein leicht schaler Beigeschmack verbleibt.

Das Setting ist naturgemäß gelungen, aber austauschbar. So entführt uns die Autorin in ein urbanes norddeutsches Idyll, in eine Stadt mit Villenviertel, Schule, Freibad, Skaterpark und Tennisplätzen in der Nähe von Hamburg – die Geschichte hätte aber genau so gut an nahezu jedem anderen Ort funktioniert. Zentraler Ort des Geschehens ist hier die (ebenfalls sehr dysfunktionale) Schule. Jugendtypische Probleme wie Freundschaft, erste Liebe, Mobbing, Statusdenken, Cliquenbildung und familiäre Vernachlässigung werden hier mit der Thrillerhandlung zu einem Gesamtkonstrukt verflochten, das doch etwas überladen ist – und da sind die beiläufig eingestreuten Themen wie Fluchterfahrung, aufenthaltsrechtliche Probleme, Drogenkonsum und latenter Rassismus noch gar nicht mit eingerechnet.

Die einzelnen Figuren sind teils doch sehr schematisch angelegt, und handeln – vor allem, was die erwachsenen Charaktere betrifft – gelegentlich sehr abstrus und wenig nachvollziehbar. Frau Sturm, Herr Nowak, Monas Vater und Nadja sorgen für permanentes Kopfschütteln, lediglich einige der „jüngeren“ Protagonist:innen können hier punkten – vor allem Leo und Mona überzeugen. Alexandra Kuis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen, ist altersgerecht, aber nicht aufdringlich jugendsprachlich, und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und startet die größeren Sinnabschnitte auf ungeraden Seiten. Der Buchumschlag ist genretypisch gestaltet, das Covermotiv setzt sich mit den Blutspritzern nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht. Das Covermotiv ist jedoch austauschbar und eher belanglos, es fehlt hier der konkrete Bezug zur Handlung.

Mein Fazit? „Was hast du nur getan?“ ist ein solider Jugendthriller, der vor allem mit seiner Spannung und Kurzweil punktet, aber auch in den Charakteren und zum Ende hin etwas schwächelt. Für Leser:innen ab dem vom Verlag vorgegebenen Alter von 14 Jahren dennoch zu empfehlen.

[LBM2025] Tag 4 – Ein gelungener Abschluss

Am späten Sonntagabend möchte ich nun auch noch den letzten Tag der Leipziger Buchmesse, die vor genau einer Woche endete, Revue passieren lassen. Und es war ein wirklich gelungener Abschluss, denn ich verbrachte den Messesonntag mit Bianca Iosivoni, Holly Renee, Emily Bähr, Lea Kaib und Julia (@heybookbird).

Mein Programm begann dabei – wie am Vortag – mit einer Veranstaltung im Bloggerroom. An dieser Stelle auch ein großes Lob an die Buchmesse für die tolle Organisation der Veranstaltungen dort! Bianca Iosivoni und ihre Lektorin bei Penguin stellten dabei im Gespräch mit Julia von @heybookbird Biancas neuesten Roman „Bad Vibes. Deine Geheimnisse sterben nie“ vor – und Bianca signierte im Anschluss noch fleißig. Ebenfalls angekündigt war auch Josi Wismar zu dem Termin, die dann doch nicht da war – aber mein Fokus lag eh auf Bianca, der ich schon unzählige Jahre folge :).

Den nächsten Termin nahm ich relativ spontan ins Programm. Denn beim Stöbern durch die Hallen entdeckte ich die amerikanische Bestsellerautorin Holly Renee bei einer mehr oder weniger unangekündigten Signierstunde – dementsprechend war niemand mehr in der Schlange. Und so nutzte ich die Gelegenheit, kaufte mir das wunderschöne „The Veiled Kingdom“, ließ es mir gleich signieren und dankte Holly für die Reise nach Deutschland – immer wieder toll, wenn jemand die weite Strecke für die Buchmesse auf sich nimmt!

Im Anschluss stand noch ein kleiner Lesungsblock auf meinem Programm. Den Anfang machte hier die Bloggerin und Autorin Lea Kaib (liberiarium), die aus ihrem neuen Roman „30 Days, 10 Dates & 1 Drama“ las und etwas über den Inhalt, ihren Schreibprozess und den Alltag als Autorin plauderte. Unglaublich interessant – sowohl das Buch als auch ihr Werdegang! Bestimmt wird auch mal der ein oder andere Roman von ihr auf meiner Leseliste landen, humortechnisch sollte das in jedem Fall passen.

Danach stellte Emily Bähr ihren neuen Roman „A Curse so Divine“ vor und las ebenfalls aus dem Buch. Die Geschichte klang dabei so spannend, dass ich im Anschluss noch zu Emilys Signierstunde blieb, auf der sie für Blogger das Buch als Rezensionsexemplar verteilte – zusammen mit einem Rätsel. Ich bin auf die Geschichte und das Rätsel schon sehr gespannt und freue mich schon darauf, in die Geschichte um Ligeia einzusteigen – das wird sicherlich göttlich.

Die restliche Zeit des Sonntags nutzte ich, um durch die Messehallen zu schlendern und nahm mir auch noch mal die Zeit, die Halle der Manga Comic Con abzulaufen und bei einigen der Künstler:innen ein Print zu kaufen, um die tollen Arbeiten zu würdigen. Der dtv Verlag verteilte zudem noch Leseexemplare zu „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ von Fabio Nola – auch auf diesen Neapel-Krimi und die gedankliche Reise nach Italien bin ich bereits schon sehr gespannt. Damit endete dann auch die Buchmesse für mich und die anderen 295.999 Besucher (eine Rekordzahl!). Jetzt setzt der Messeblues so langsam wirklich ein – wen von Euch sehe ich denn spätestens in Frankfurt wieder?

[LBM2025] Ein Start nach Maß

Gestern startete die Leipziger Buchmesse mit dem ersten richtigen Messetag – und was war das für ein unglaublicher Beginn – mit unerwartet vollen Messehallen für einen Donnerstag. Mein Tag umfasste dabei Veranstaltungen mit Maja Lunde, Marc Raabe, Luisa Neubauer, Kristine Bilkau, Irina Rastorgueva, Thomas Weiler, Laila Stenseng und Astrid Böhmisch.

Dabei besuchte ich zum ersten Mal die offizielle Eröffnung des Gastlandstandes von Norwegen, da in diesem Jahr royaler Besuch angekündigt worden ist. Und obwohl – eine kleine Enttäuschung – Mette Marit ihre Messeteilnahme schlussendlich doch gesundheitsbedingt absagen musste, eröffneten Astrid Böhmisch als Direktorin der Leipziger Buchmesse und die norwegische Botschafterin Laila Stenseng (rechts abgebildet) den Stand – und die Messe – mit tollen Worten. So sprachen sie über die Wichtigkeit der Literatur und nahmen dabei auch Bezug auf den „Traum im Frühling“, das diesjährige Motto des Gastlandes.

Im Anschluss schlenderte ich durch die Hallen, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen, bevor es am Mittag für mich mit einem passenden norwegischen Highlight weiterging. Denn im BL:OOM (BloggerRoom) stellte Maja Lunde im Gespräch mit Ilke Sayan (@buch.geschichten) ihren Roman „Für immer“ vor. Dabei erzählte die Autorin der Bestsellerromane um das Klimaquartett von ihren Erlebnissen mit dem Älterwerden, der Motivation für den Roman und stand auch im Anschluss für Fotos, Fragen und Signaturen zur Verfügung – ein rundum gelungenes Event und eine tolle Einweihung der Veranstaltungsreihe im BL:OOM, in den es mich am Samstag und Sonntag ebenfalls nochmal verschlagen wird.

Am Nachmittag besuchte ich dann zur Abrundung des Programms auch eine Lesung. Auf der Bühne der Hugendubel Messebuchhandlung nahm Marc Raabe Platz und präsentierte zusammen mit seiner Lektorin seinen neuesten Thriller „Die Nacht“, Band drei der Reihe um Art Mayer. Zudem las er einige Stellen aus dem Roman – teils auch mehrfach, da es kleinere Tonprobleme gab. Aber auch für Hugendubel war es schließlich der erste Messetag. Da ich nachher vermutlich ebenfalls nochmal an einer Veranstaltung dort teilnehme, bin ich mal gespannt, wie es heute klappt.

Am Abend rundeten zwei Veranstaltungen auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat meinen ersten Messetag ab. Den Anfang machte hierbei die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die im Gespräch mit Katty Salié ihr Buch „Was wäre, wenn wir mutig sind?“ vorstellte und darüber sprach, wie jeder inspirierend für andere Menschen kleine Schritte in Richtung einer gerechteren und klimafreundlicheren Gesellschaft tun kann – und wie sie es endlich geschafft hat, nun auch im Bücherregal ihrer Großmutter zu stehen.

Zum Abschluss erfolgte dann traditionell die Vorstellung der Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse. Dies waren in diesem Jahr Thomas Weiler (Übersetzung), Irina Rastorgueva (Sachbuch) und Kristine Bilkau, die für ihren Roman „Halbinsel“ (Luchterhand Literaturverlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) den renommierten Preis in der Kategorie Belletristik gewann. Kristine Bilkau war mit ihrem Roman „Nebenan“ ebenfalls bereits für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Damit endete mein erster Messetag – und das war erst der Anfang, aber definitiv ein Start nach Maß. Als heutige Highlights stehen unter anderem die Signierstunde von Valentina Fast auf dem Plan und das Pen-&-Paper-Rollenspiel mit Anabelle Stehl und Mikkel Robrahn. Doch dazu dann später oder morgen mehr.

[Buchgedanken] Andreas Hüging: „Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ (Football-Freunde 1)

Vor kurzem habe ich auch „Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ von Andreas Hüging gelesen. Das von Dominik Rupp illustrierte Kinderbuch ist 2025 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die Grasdorf Rebels verbindet eins: Die Liebe zum American Football. Als die Condors aus dem Nachbarort die Jungs zu einem Feindschaftsspiel herausfordern, wollen sie allen zeigen, dass mehr als nur ein Nachwuchstrupp in ihnen steckt. Doch um ihre Gegner schlagen zu können, muss das Team zusammenhalten. Und das nicht nur auf dem Feld, sondern auch als ihrem Quarterback Jimmy wegen eines vergurkten Mathetest ein Footballverbot droht, Artem von einem wütenden Kaufhausdetektiv verfolgt wird oder ein stinkender Hund ihren allergiegeplagten Trainer verjagt.

„Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ ist der Auftaktband einer neuen Kinderbuchreihe, die sich um die titelgebende Jugendfootballmannschaft dreht. Dabei kann das Buch mit viel Football-Expertise aufweisen, ist es doch mit einem Vorwort von Football-Superstar Sebastian Vollmer versehen und mit der Hilfe von Personen aus dem Umkreis der Potsdam Royals erstellt worden. Empfohlen wird die Reihe vom Verlag für Leser:innen ab acht Jahren, eine Alterseinschätzung, die ich hier durchaus teilen kann.

Denn die Handlung ist altersgerecht und wartet mit kinder- bzw. jugendtypischen Problemen auf, geht es doch um Freundschaft, Zusammenhalt sowie schulische und familiäre Konflikte. Aufgrund der Kürze des Buches und der notwendigen Vorstellung aller Figuren, die am Anfang etwas als Infodump daherkommt, bleibt die Handlung allerdings noch etwas auf der Strecke und wird insbesondere zum Ende hin schnell und auffällig komplikationsarm aufgelöst. Hier kann es in den Folgebänden – auch für die Zielgruppe – etwas konflikt- und spannungsreicher werden, auch im Hinblick auf die brisante Lage von Kilian.

Das Setting kann ebenfalls größtenteils überzeugen. So entführt Andreas Hüning die Leser:innen in eine fiktive Kleinstadt – mit Dönerladen, Beautysalon und einem Football-Trainingsplatz. In das sportliche Setting, das mit durchaus unerwartet vielen Fachbegriffen einhergeht, die aber im Glossar für Neulinge erklärt werden, mischt der Autor gesellschaftlich relevante Themen wie den Angriffskrieg auf die Ukraine, Flucht, Armut und Ghettoisierung mit ein, verbleibt hier aber sehr an der Oberfläche.

Dominik Rupps Illustrationen sind ein kleines Highlight des Buches und illustrieren die Geschichte wunderbar. So gelingt es ihm, den einzelnen Charakteren Leben einzuhauchen und ihnen Wiedererkennungswert zu verschaffen – gern mehr davon! Andreas Hünings Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und in Zusammenspiel mit den Illustrationen das Kopfkino sofort anlaufen. Ferner ist der Schreibstil altersgerecht, was in fast bizarr anmutenden jugendsprachlichen Eskapaden von Amon gipfelt, die vielleicht minimal drüber sind.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht schmälern, der Buchsatz ist im Zusammenspiel mit den Illustrationen sehr gelungen, lediglich die Chatnachrichten hätten etwas besser gesetzt und abgegrenzt werden können. Cover und Coverrückseite sind toll gestaltet, werden aber durch den Buchrücken relativ stark unterbrochen, der Umschlag ist zudem mit wunderschönen, in Grautönen gehaltenen, Coverinnenseiten versehen. Abzuwarten bleibt, ob das Buch mit den Folgebänden für einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe sorgt.

Mein Fazit? „Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ ist ein gelungener Auftakt in die Buchreihe, der mit einem tollen Football-Setting glänzt, in der Handlung aber noch Potential für die Folgebände offen lässt. Für Leser:innen ab acht Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Jugendbuchliebe | Doppelte Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Was hast du nur getan?“ von Alexandra Kui aus dem cbj Kinder- und Jugendbuchverlag (Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) ist dabei als Jugendthriller einzuordnen, während „43 Gründe, warum es aus ist“ von Daniel Handler (Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG) ein von Maira Kalman illustriertes und von Birgitt Kollmann übersetztes Jugendbuch ist, das anhand von 43 Objekten eine schnelle, intensive Liebesbeziehung nachzeichnet. Als riesengroßer Jugendbuchfan bin ich auf beide Romane daher schon sehr gespannt – und kann es kaum erwarten, in die Geschichten der Protagonist:innen einzutauchen.

Welches Jugendbuch hat Euch durch Eure Kindheit begleitet?

Neuzugänge im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich in der letzten Zeit als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Brennendes Watt“ von Fynn Jacob (einem Pseudonym von Christian Kuhn) aus dem Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH ist dabei der dritte Band einer deutsch-niederländischen Krimireihe, während Dr. Andreas Mäckler für den Verlag des Biographiezentrums mit „Hans Zimmer. Werkbiografische Betrachtungen“ eine Werkbiografie des bedeutenden Filmmusikkomponisten vorlegt. Ich bin auf beide Bücher schon ganz gespannt!

Wessen Biografie würdet Ihr gern einmal lesen?

Schmetterlinge im Doppelpack | Buchpost

Bevor es morgen wohl mit einer Rezension weitergeht, möchte ich Euch heute diese beiden Neuzugänge zeigen, die mich vor kurzem von der Bücherbüchse erreichten. „Red Umbrella Society – Der Kuss des Schmetterlings“ (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) und „Der Kampf um Tokito – Aufstieg des Schmetterlings“ (Leaf Verlag) entstammen beide der Feder von Caroline Brinkmann – und haben lustigerweise beide das possierliche Wort „Schmetterling“ im Untertitel :). Bei ersterem handelt es sich um den Auftakt in eine Urban-Fantasy-Dilogie, letzteres ist die langerwartete Fortsetzung von „Die Clans von Tokito“. Sehen sie nicht wundervoll aus?

Welche Tiere sind Euch schon in Buchtiteln begegnet?

Die Messe naht | Neuzugänge im Doppelpack

Diesen Monat steht ja bereits die Leipziger Buchmesse an – und in diesem Zusammenhang habe ich heute zwei selbstgekaufte Neuzugänge für Euch. „Bad Vibes. Deine Geheimnisse sterben nie“ von Bianca Iosivoni (Penguin Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) zog dabei pünktlich zum Release bei mir ein, „Die Elite von Ashriver – Hidden Secrets“ von Valentina Fast (One Verlag in der Bastei Lübbe AG) bereits vor einigen Monaten. Beide Bücher stammen aus den Federn absoluter Lieblingsautorinnen – und daher freue ich mich auch sehr, beide auf der LBM bei Signierstunden und Blogger:innentreffen wiederzusehen und mir die Bücher signieren zu lassen. Sehen sie nicht toll aus?

Welches Buch ist zuletzt bei Euch eingezogen?

Ein Februar der Superlative | Doppelte Buchpost

In den letzten Tagen und Wochen erreichten mich auch diese beiden Neuzugänge, die jeweils Ereignisse des Februars begleiten. „Du hast die Wahl“ von Marc Rascshke (Pinguletta Verlag) kam dabei als Gewinn einer Buchverlosung zu mir, „Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ von Andreas Hüning (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde – jeweils über Lovelybooks.de, vielen Dank dafür! Andreas Hünings illustriertes Kinderbuch ist dabei der ideale Begleiter für den Supberbowl, während das Sachbuch von Marc Raschke die Entscheidung der morgigen Bundestagswahl erleichtern möchte. Ich bin schon ganz gespannt!

Welches Buch ist zuletzt bei Euch neu eingezogen?

[Buchgedanken] Salih Jamal: „Das perfekte Grau“

In der letzten Zeit habe ich auch „Das perfekte Grau“ von Salih Jamal gelesen. Der Roman ist der Gegenwartsliteratur zuzuordnen und in der mir vorliegenden Ausgabe 2024 im btb Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen, zuvor wurde das Buch bereits 2021 unter gleichem Titel im Septime Verlag veröffentlicht. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eine junge Frau, eine ältere Dame, ein afrikanischer Flüchtling und ein Tagedieb treffen in einem heruntergekommenen Hotel an der Ostsee aufeinander. Sie sind wie das Hotel renovierungsbedürftig und versuchen ihre Risse zu kaschieren. Und alle sind sie auf die eine oder andere Weise auf der Flucht, vor den inneren Dämonen oder der Polizei. Als sie sich tatsächlich gemeinsam auf eine Reise ins Ungewisse begeben, offenbaren sich ihre Geheimnisse. Aus dem gegenseitigen Mitgefühl entsteht Fürsorge und letztendlich Freundschaft.

„Das perfekte Grau“ stand 2021 auf der Hotlist der besten Neuerscheinungen der unabhängigen Verlage. Dabei lässt sich der Roman eher schwierig einem Genre zuordnen, ist er doch – wie auch auf dem (neuen) Cover beworben – ein literarisches Road Movie. Gleichermaßen ist er irgendwie aber auch, trotz des fortgeschrittenen Alters, Coming of Age, ist Entwicklungs- und Schicksalsroman. Zusammenfassend würde ich das Buch daher der Gegenwartsliteratur zuschlagen, eine Eingruppierung, die sich auch auf Verkaufsportalen finden lässt.

Die Handlung ist durchaus spannend und komplex, verknüpft der Roman doch vier verschiedene, schwierige Schicksale miteinander. Allerdings kommt der Roman hier nur sehr langsam ins Rollen, ein leicht späterer Start hätte hier sicherlich gut getan. Und auch das Ende vermag nicht zu überzeugen, endet der Roman doch völlig offen und schließt keine Handlungsstränge ab, sieht man mal – mit Wohlwollen – von Mimis ab. Erzählt wird der Roman aus der Ich-Perspektive von Dante, was durchaus gelungen ist – auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, auch in Novelles Kopf schauen zu können, um eine noch innigere Bindung zur stärksten Figur des Romans herstellen zu können.

Das Setting überzeugt im Wesentlichen. So nimmt der Autor die Leser:innen mit auf einen Roadtrip von der Küste bis hin nach Österreich, über Erdbeerfelder, durch Seen und Sümpfe – mit Zwischen- und Endstopps in Berlin und Altötting. Und auch wenn es Salih Jamal hier gelingt, durchaus wichtige gesellschaftliche Themen anzusprechen – egal ob Flucht, Arbeitsausbeutung in der Saisonarbeit oder die Verdrängung kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe -, fehlt es schlussendlich jedoch an einem moralischen Kompass, an einem Korrektiv, zieht das Protagonist:innenquartett doch einem Verbrechersyndikat ähnlich durch die Lande, nur um Straftat nach Straftat zu begehen – die allesamt ungesühnt bleiben.

Die einzelnen Figuren sind dabei im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, sind sie alle doch mit einer Hintergrundgeschichte versehen, die jeweils so problematisch ist, dass dies den Roman sogar – bei dessen Kürze – überfrachtet. Am stärksten begeistert hier noch Novelle. Salih Jamals Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und – nach kurzen Startschwierigkeiten am Anfang – das Kopfkino dann auch anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen aber nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist einfach aber fehlerfrei – auch wenn man auf die Kapitelüberschriften hätte verzichten können, die meistens aber spoilerfrei bleiben. Das Covermotiv ist unauffällig und beliebig und wird leider zum Buchrücken hin unterbrochen, der ganze Buchumschlag ist hierbei kein Eyecatcher, allerdings dennoch eine Verbesserung zum Cover der Erstveröffentlichung.

Mein Fazit? „Das perfekte Grau“ ist ein durchaus spannendes, literarisches Roadmovie, das leider jedoch viel zu offen endet und dem etwas die moralische Einordnung fehlt. Für Leser:innen des Genres, die offene Enden tolerieren, dennoch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.