[Buchgedanken] Emily Bold: „Klang der Gezeiten“

Schon vor einiger Zeit habe ich Emily Bolds „Klang der Gezeiten“ gelesen, komme aber erst jetzt dazu, die Rezension zu verfassen. Das Buch ist – in der lizensierten Auflage – 2017 als Ullstein Taschenbuch erschienen, die Originalveröffentlichung erfolgte 2014. Es ist am ehesten dem Genre Contemporary Romance zuzuordnen.

Wenn das Glück nur Augenblicke währt…51tgjzj16ml-_sx319_bo1204203200_
Bei Arbeiten an ihrem Haus am Strand stirbt Daniel, Pipers Traummann und Vater ihres ungeborenen Kindes. Um die Leere zu verarbeiten und dem Verstorbenen nah zu sein, zieht Piper, gegen den Rat ihrer Freunde, in das unvollendete Haus am Meer.  Doch der Verlust, der attraktive Nachbar Ewan und Kevin, ihr Freund aus der Jugendzeit, stürzen Piper in ein immer stärkeres Gefühlschaos. Untermalt vom Klang der Gezeiten versucht sie, einen Weg zurück in ihr Leben zu finden. Doch darf sie überhaupt neue Gefühle zulassen?

„Klang der Gezeiten“ ist (wie auch bereits „Lichtblaue Sommernächte“ [zur Rezension]) eine Mischung aus Liebesroman und Schicksalsroman. Erneut gelingt es der Autorin gut, die Balance zwischen den verschiedenen Genres zu wahren, sodass der Roman nicht abgleitet. Im Gegensatz zu „Lichtblaue Sommernächte“ wird das Buch jedoch stringenter erzählt, mit gelegentlichen Rückblenden.

Emily Bold überzeugt mit einer gefühlvollen, eindringlichen Sprache, die es dem Leser erlaubt, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird, die den Leser tief in Pipers Gedanken und Gefühle abtauchen lässt.

Auch wenn die Handlung einige unerwartete Wendungen aufweist, ist sie doch – für den objektiven Betrachter – durchaus vorhersehbar. Dies ist jedoch nicht tragisch, da man als Leser mit Piper trauert, lacht und verzweifelt und den Weg zum genretypischen Happy End mit ihr, und den ihr innewohnenden Ängsten, miterlebt. Solang Piper nicht an das Glück glaubt, solang gelingt es auch der Autorin, den angelegten Pfad dorthin für den Leser zweifelhaft erscheinen zu lassen.

Die Protagonisten des Romans sind – wie auch die Nebenfiguren – vielschichtig angelegt und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Zwar hätte ich mir gewünscht, dass der perfekt aussehende Nachbar nicht den klischee- und genretypischen Beruf des Arztes ausübt, kann dies in diesem Fall aber nachvollziehen, da es aufgrund der Arbeit von Piper und Jenna und den damit verbundenen Storylines ausnahmsweise mal wirklich zur Handlung passt.

Eine Chance hat das Buch allerdings etwas verpasst. Neben Polizisten und Krankenschwestern, neben Altenpflegern und Erziehern, gehören Feuerwehrmänner (der Einfachheit halber werden hier nicht-gegenderte Berufsbezeichnungen verwendet), zu den Berufen, die chronisch unterbezahlt sind im Vergleich zu ihrer Opferbereitschaft und den großen Leistungen, die sie für die Gesellschaft erbringen. Zwar wird im Buch ein heldenhafter Einsatz von Daniel angesprochen, das Thema hätte aber noch stärker eingeflochten werden können.

Ein Lob möchte ich an dieser Stelle noch an das Lektorat und Korrektorat aussprechen, die eine wirklich runde und fehlerfreie Geschichte abgeliefert haben. Der Buchsatz ist ebenfalls gelungen, das Cover wunderschön und sowohl auf der Vorderseite, als auch auf der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt.

Mein Fazit? „Klang der Gezeiten“ ist eine wundervolle Mischung aus Liebes- und Schicksalsroman. Das Buch punktet mit gut ausgearbeiteten Charakteren, mit denen man sich sofort identifizieren kann. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[LLC2017] Von reitenden Verlagsleitern und Networking-Erfolgen

Immer noch komplett geschafft, bin ich vor kurzem von der diesjährigen LoveLetter Convention zurückgekehrt. Was. Für. Ein. Wochenende! Tolle, nette Autoren, altbekannte und frisch hinzugestoßene Gesichter, interessante Diskussionen und Veranstaltungen – die LLC hatte wirklich für jeden etwas zu bieten. Nationale und internationale Superstars der Szene gaben sich in diesem Jahr die Ehre. Mein Romance-Fanherz quillt immer noch über von den tollen Begegnungen mit Mona Kasten, Jacqueline Vellguth, Bianca Iosivoni und vielen mehr. Und – ein Random Fact am Rande – Martina Gercke hat nicht nur meinen Namen erkannt, sondern wusste auch, dass ich in diesem Jahr Texte veröffentlicht habe *blush*. Das ließ mich sprachlos zurück und ist das beste Argument für Vernetzung, das man geben kann (Danke WordPress!!!).20170520_162408

Doch wer denkt, das internationale Line-Up um Samantha Young, Cora Carmack, Jay Crownover, Margaret Mallory, Ann Aguirre und Cara Conelly sei nicht zu toppen, liegt falsch. Denn für die LLC 2018 hat bereits ein absoluter Weltstar im Romantasy-Genre zugesagt. Wer? Das verrate ich am Ende des Berichts :).

Nachdem ich die Nacht im Zug verbracht habe, ging es direkt um kurz nach 9 am 20170520_093719Samstagmorgen auf das GLS-Gelände in der Kastanienallee. Dank der pünktlichen Bahn, schaffte ich es auch zum gewünschten, ersten Programmpunkt: Der Lesung von Bianca Iosivoni. Nach einer ausgedehnte Kaffeepause, und den ersten Meet&Greet-Begegnungen besuchte ich dann, wie geplant das Panel zum Thema „Phantastische Romantik“, auf dem neben Bianca Iosivoni (der rote Faden durch den 20170520_110840Vormittag^^) noch Mona Kasten, Johanna Danninger, Inka Loreen Minden, Jacqueline Vellguth und Marah Woolf Platz fanden. Neben angeregten Diskussionen über Genremerkmale und Konventionen in der Romantasy gab es, immer mal wieder, auch interessante persönliche Anekdoten der Autorinnen.

Vor und nach der Mittagspause traf ich dann noch einige weitere Autoren, unter anderem einen meiner neuen Helden: Benne Schröder – ein männlicher Romance-Autor, der nach einigen Veröffentlichungen im Kleinverlag den Sprung zu LYX geschafft hat; der aus der weiblichen Perspektive erzählt und überaus sympathisch, erfrischend und witzig ist, wie sein Auftritt am sonntäglichen Round Table (s. u.) gezeigt hat. Am 20170522_090510Nachmittag verfolgte ich dann noch eine Panel-Diskussion zum Thema „Book Boyfriends & Girlfriends“ mit Ann Aguirre, Samantha Young, Martina Gercke, Monica Murphy und Jay Crownover. Danach ließ ich den Tag gemütlich ausklingen, besuchte noch einige Meet & Greets und traf auch Manuela Inusa wieder, die die LLC diesmal als Gast und nicht als Autorin besuchte.

20170521_132036Der Sonntag begann, ebenfalls gegen 9.30 Uhr, mit dem Meet & Greet von Emily Bold, die den ganzen Sonntag in ihre Gewalt brachte, da sie eine Bull-Riding-Anlage im Garten des Veranstaltungsgeländes aufbauen ließ. Dass von diesem Spektakel niemand die Finger lassen konnte, zeigt das Bild, als unter großem Jubel kurz vor Schluss Simon Decot, Bastei Lübbe Programmchef für LYX und die digitalen Bastei-Label, auf dem Bullen Platz nahm und sich ordentlich schlug.

Zurück am Vormittag nahm Simon Decot, zusammen mit Thorsten Simon von BoD und20170521_110610 den Autoren Michael Meisheit (als Vanessa Mansini) und Benne Schröder an dem Round Table zu männlichen Autoren im Romance-Genre teil, moderiert von Annie Stone. Vor dieser Diskussion besuchte ich noch ein Panel zum Thema Jugendroman mit Cora Carmack, Ann Aguirre, Samantha Young und Kelsey Sutton – die definitiv witzigste Veranstaltung des Tages mit Einblicken in die Jugendzeit der Autorinnen, mit vielen tollen Young-Adult-20170521_100701Buchempfehlungen und vor allem mit tollen Tipps zum Genre generell. Und … Kelsey Sutton … what a Sweetheart! Falls es jemanden interessieren sollte: Cora ist Slytherin, Ann und Kelsey sind Hufflepuff und Samantha ist eine Gryffindor :).

Bevor es dann am späten Nachmittag zum krönenden Abschluss, der Signierstunde kommen konnte, besuchte ich noch eine Lesung von Margaret Mallory, die20170521_140853 aus ihren historischen Romanen las. Doch, kommen wir ohne lange Vorrede, nun zum jährlichen Highlight der LLC, das ich 2016 leider verpasst hatte: die Signierstunde (wobei der Begriff „Stunde“ nicht ganz wörtlich zu nehmen ist, da sie von 16-18 Uhr stattfand).

Nahezu alle Autoren und Autorinnen (36 von 39) signierten dort ihre jeweils aktuellen Bücher. Aufgeteilt in drei Gänge konnte man sich pro Runde einen Gang aussuchen, und erhielt dann insgesamt drei Bücher. Ich hatte zwar etwas Pech mit meinen Gängen – die Wartezeit war immer relativ lang – daher schaffte ich „nur“ drei Durchgänge, während Andere vielleicht 4-5 mal durch die Reihen gingen. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich trotzdem überglücklich. Einerseits hätte ich kaum mehr Bücher in meinen Koffern und Taschen unterbringen können, andererseits habe ich auch – mit Ausnahme eines Buches – alle Bücher bekommen, die ich unbedingt haben wollte (Jacqueline Vellguth, Marah Woolf, Mona 20170522_085310Kasten und Benne Schröder). Als kleines Gimmick gab es auch bereits im Voraus ein Buch von A. L. Jackson als Beigabe in der Conventiontasche – und auch Ann Aguirre und Corinna Bomann schenkten mir jeweils ein weiteres Buch, sodass ich mit … 12 … neuen Büchern das Wochenende verließ (und mit einem weinenden SuB, der immer weiter explodiert). Neben den Büchern habe ich euch auch ein Foto der tollen 20170520_123504Goodies (siehe oben) gemacht. Nach der Zuckerwatte im letzten Jahr gab es dieses Jahr Kaffee, Kugelschreiber, natürlich auch wieder Notizzettel, einen BoD-Block, eine Tasse, viele Beutel u.v.m. Auf dem Bild ist auch der Convention-Katalog zu sehen. In diesem Jahr habe ich dort die Unterschriften von 31 der 39 Autoren sammeln können. Challenge: Wer schafft im nächsten Jahr mehr? :).

Ah, und bevor ich es vergesse, hier noch die Auflösung: Im nächsten Jahr wird Lara Adrian die LLC besuchen. Lara Adrian! Mein Besuch ist damit sicher :). Bis zum nächsten Jahr, Berlin!

Viele Grüße,
Erik

[LLC2017] Vorschau auf ein Wochenende voller Liebe

Nachdem ich die ersten sechs Stunden im Zug eher mit – mehr oder minder erholsamem – Dösen verbracht habe, nutze ich die letzte Stunde dazu, eine Vorschau zur Love Letter Convention zu schreiben, die ich dieses Wochenende zum zweiten Mal besuche.

Mich – und alle anderen Besucher – erwartet ein tolles Wochenende mit vielen Lesungen, Workshops, Diskussionen und Meet & Greets. Nationale und internationale Bestsellerautoren aus dem Bereich „Romance“ stellen sich in familiärer Atmosphäre ihren Lesern. Dieses Jahr sind unter anderem Samantha Young, Mona Kasten, Jaqueline Vellguth, Margaret Mallory, Marah Woolf, Poppy J. Anderson und viele weitere dabei. Besonders freue ich mich darauf, dass auch die männliche Autorenwelt Zuwachs bekommen hat, und neben Vanessa Mansini (Michael Meisheit) auch Benne Schröder auf der LLC sein wird.

Zu meinen Programmhighlights zählen unter anderem ein englischsprachiges Panel zum Thema Jugendroman mit Cora Carmack, Ann Aguirre, Kelsey Sutton und Samantha Young am Sonntag, sowie ein Panel zur Phantastischen Romantik mit (auszugsweise) Bianca Iosivoni, Mona Kasten, Marah Woolf und Jacqueline Vellguth am Samstag. Sonst freue ich mich auf viele Lesungen, darauf, neue Bücher zu entdecken, neue Leute kennenzulernen, und alte Freunde wiederzutreffen.

Die LLC ist in diesem Jahr meine zweite Messe/Convention – doch es wird nicht die letzte sein. In meinem bisher produktivsten Messejahr wird noch die FBM, die Litblog Convention, die Lit.Love und vielleicht sogar der Buchmesse Convent folgen. Wie immer werde ich – wie auch voraussichtlich am Montag von dem LLC-Wochenende – ausführlich von den Veranstaltungen berichten.

Eine halbe Stunde und eine Stellwerkstörung später nähere ich mich so langsam Stendal: noch eine Stunde bis Berlin.

Allen ein schönes Wochenende!
Erik

[Veröffentlichung] Back to the roots!

Bevor ich mich ab morgen einer Rezension und der Vorbereitung auf die LLC widme, heute mal ein kleiner Lichtstreif am Autorenhimmel :).

Wenn es in anderen Bereichen mal nicht so klappt, muss man sich auf seine wilderosencoverKernkompetenzen besinnen. Und so überlasse ich für einen kurzen Moment mal die Fantasy sich selbst, und freue mich, Euch meine nächste Veröffentlichung ankündigen zu können. Im Sommer 2017 bin ich, beziehungsweise ein Beitrag von mir, zum vierten Mal in Folge Teil einer Lyrikanthologie des Sperling Verlags. Das Thema „Sehnsucht“ war natürlich wie gemalt für mich als Romance-Autor :). Und so dauert es nur noch voraussichtlich zwei Monate, bis mein Gedicht „Die Flammen der Liebe“ neben vielen weiteren tollen Gedichten im Sammelband „wilde rosen“ erscheint. Die gesamte Autorenliste und Ankündigung des Verlages könnt Ihr *hier* nachlesen.

Vielleicht klappt es nach diesem kleinen Erfolgserlebnis ja auch mal wieder in der Fantasy 🙂 – einige Ergebnisse stehen zumindest noch aus.

Nachtrag zum Welttag des Buches: Meine Top 5

Inspiriert von Sarahs tollem Beitrag über die Bücherliebe und ihre Top 5-Listen der aktuellen und Allzeit-Lieblinge, möchte ich Euch heute auch meine Top 5 Bücher nachreichen. Einige Plätze sind dabei in Stein gemeißelt, einige schwanken je nach Tagesform. Dennoch möchte ich es mal auf eine Top 5 Liste beschränken. Dabei wird pro Reihe nur ein Buch gesetzt, das dann ggf. auch stellvertretend für die ganze Reihe steht. Wie immer ist die Reihung rein zufällig :).

  • Diana Gabaldon: „Feuer und Stein“ (Die Highland-Saga)

Seit zehntausenden Seiten (ja, ich habe die Bücher mehrfach gelesen^^) begleitet mich die Geschichte von Claire und Jamie. Eine wunderschöne Liebesgeschichte, ein fesselndes Historiendrama mit mystischen Einschlägen – und seit neuestem auch ein Serienhit. Ich liebe es. Ich brauche es. Und ich kann Band 9 gar nicht erwarten :).

  • Rebecca Gablé: „Das Lächeln der Fortuna“ (Die Waringham-Romane)

Ihre Werke zu den Rosenkriegen gehören zu dem Besten, was (nicht nur die deutschsprachige) historische Literatur hervorbringt. Ungemein detailverliebt, strotzend vor historischem Fachwissen und mit einer packenden Geschichte angereichert, kämpft sich die Familie Waringham durch eine meiner liebsten Epochen: die Zeit der Rosenkriege. Auch hier habe ich die Bücher schon mehrfach gelesen – in jeglichen Editionen :).

  • Kiera Cass: „Selection“ (Selection Series, 1-3 und 4-5)

Natürlich darf auch ein Young-Adult-Fantasyroman auf dieser Liste nicht fehlen. Ein neues Buch, das ich erst im letzten Jahr kennen und lieben gelernt habe. Die Geschichte von America Singer, die am Casting teilnimmt, bei dem die Frau des Kronprinzen von Illeá gesucht wird, hat mich regelrecht begeistert. Und diese Cover *hach*.

  • Bernhard Hennen: „Die Elfen“ (Die Elfenromane, Elfenritter-Romane)

Muss ich hier groß etwas zu schreiben? Aus meiner Sicht das Beste, was es an High-Fantasy-Epen derzeit auf dem Markt gibt. Emerelle, Ollowain. Es ist Jahre her und ist mir so prägnant im Gedächtnis geblieben. Ich muss alle 9? Bücher mal wieder lesen (mal abgesehen von den Drachenelfen-Büchern, die irgendwie auch dazugehören, aber die ich hier mal außen vor lasse).

  • John Green „Eine wie Alaska“ („Margos Spuren“, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“)

John Greens Jugendromane strotzen vor Gefühlen. Sie sind Spiegelbilder der Gesellschaft, bilden die Wünsche, Sehnsüchte und Handlungen unserer Generation wieder. Sie sind zudem so toll geschrieben, und weisen faszinierende Protagonisten auf.

 

Damit ist die Top 5 bereits komplett. Ich möchte jedoch noch vier weitere Titel nennen, die ich entweder noch nicht beendet habe, oder die in anderen Kategorien spielen. Im Englischen wären das „honorable mentions“, die streng wörtliche Übersetzung „lobende Erwähnungen“ passt allerdings nicht so recht.

  • Julia Engelmann: „Eines Tages, Baby!“ (und Nachfolgebände)

Die Stimme einer Generation. Julia Engelmann ist ein lyrischer Superstar, ihre Texte eine Mischung aus Poetry-Slam und reiner Lyrik, ihr Schreibstil kraftvoll und bildhaft. Gefühlsstark, voller Wahrheit, wollen ihre Texte aufrütteln, zum Nachdenken anregen, oder einfach ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Wunderschön.

  • Theodor Fontane: „Effie Briest“ / Margaret Mitchell: „Vom Winde verweht“

Den Klassiker-Sonderpreis teile ich mal auf die obigen Werke auf, die mich beide fasziniert haben und die weniger als fünfzig Jahre auseinanderliegen. Scarlett und Effie sind beide stark und doch wankelmütig, sind mutig und schwach. Bilderbuchprotagonisten, tolle Handlungen und Settings – was will man mehr?

  • Julia Adrian: „Die Dreizehnte Fee – Erwachen“

Das Buch, das mich zuletzt in Euphoriestürme versetzt hat. Leider habe ich Teil 2 und 3 noch nicht gelesen, aber wenn das so weitergeht, hat die Märchenadaption auch die Chance, spätere Top-Listen zu knacken. Das Buch, das ich gern selbst geschrieben hätte!

 

Habt Ihr einige der Bücher gelesen? Was haltet Ihr von diesen? Oder habt Ihr eigene Top-Listen? Dann ab damit in die Kommentare! 🙂

 

 

Kostenloses Lesevergnügen

Da sich mittlerweile so einiges angesammelt hat, dachte ich, ich erstelle mal eine Übersicht, was es derzeit alles kostenlos von mir im Internet zu lesen gibt. Vielleicht kann ich dem einen oder anderen ja mit einem der Texte etwas Unterhaltung oder Abwechslung schenken :).

Kostenlos auf dem Blog abrufbar:

  • „Rosenkriege“ (Teen Romance, ehemals erschienen im mittlerweile aufgelösten Oldigor Verlag)

Kostenlos auf externen Blogs abrufbar:

Kostenlose Veröffentlichungen

  • „Die zweite Flasche Bier“ (Young Adult Romance) in dem kostenlosen e-Book „Liebesgeschichten. Shortlist des Lit.Love Schreibwettbewerbs“
  • „Claire“ (Kürzestgeschichte) in der kostenlos downloadbaren Zeitschrift „Bierglaslyrik, Nr. 34, Thema Ratgeber“ – Seite drüü
  • „Auf das Leben!“ (Kürzestgeschichte) in der kostenlos downloadbaren Zeitschrift „Bierglaslyrik, Nr. 35, Thema Abgang“ – Seite vier

Viel Spaß beim Lesen 🙂

 

[Buchgedanken] Ashley Gilmore: „Geller Girls“

Vor einiger Zeit habe ich „Geller Girls“ von Ashley Gilmore gelesen (und bereits auch schon bei der Challenge #DiesesBuchHatEinenHypeVerdient vorgestellt). Das Buch ist 2017 im Selfpublishing erschienen, wurde bei CreateSpace gedruckt und ist eine Mischung aus Liebes- und Familienroman. Ashley Gilmore ist ein Pseudonym einer erfolgreichen Hamburger Hybridautorin.

„Geller Girls“ ist eine Hommage an die erfolgreiche Kult-TV-Serie „Gilmore Girls“. Im 51ea4yw0adl-_sx311_bo1204203200_Roman begleitet man das Mutter-Tochter-Paar Melody und Joanna Geller durch ihr Leben in einer Kleinstadt in Connecticut, erlebt mit ihnen witzige Geschichten aus dem Alltag, lernt die anderen Bewohner Woodburys kennen und lieben. Sei es die erste große Liebe, die Suche nach einer verschwundenen Ratte oder die alljährliche Überraschungsparty zum Geburtstag, Langeweile kennt das impulsive Gespann nicht. Eine Familie, die man einfach gern haben muss!

Mit „Geller Girls“ schafft die Autorin einen vielversprechenden Auftakt ihrer neuen Buchreihe. Mit (mehr oder minder subtilen) Querverweisen gelingt es der Autorin, einen Teil des Charmes des berühmten Vorbilds Stars Hollow auch in das benachbarte Woodbury zu ziehen. Zwar ist es teilweise sehr nah am Vorbild angelegt, gleichwohl hat „Geller Girls“ auch eine ganz eigene Prägung.

Der Roman lebt von seinen vielschichtigen und interessanten Charakteren, zu denen man sofort eine Bindung aufbaut. Die Handlung plätschert dabei episodenhaft vor sich hin, es bleibt daher spannend, ob es der Autorin gelingt, über mehrere Romane hinweg einen roten Faden und eine Spannungskurve zu entwickeln.

Das Cover ist auf den ersten Blick unscheinbar, es bietet jedoch etwas, was mir bei vielen anderen Covern heutzutage fehlt: die Bindung zur Geschichte. Lektorat und Korrektorat (sofern durchgeführt) verfügen leider über leichte Schwächen, seien es Beziehungsfehler, Silbentrennungsfehler oder kleinere stilistische Ungereimtheiten – jedoch nicht in dem Ausmaß, dass der Lesefluss darunter leiden würde.

Mein Fazit? „Geller Girls“ ist ein solider Feel-Good-Familienroman, der durch seine vielschichtigen und verrückten Charaktere punkten kann. Kleinere Schwächen in der Aufmachung des Romanes lassen für die Folgeromane noch etwas Luft nach oben. In jedem Fall ein ordentlicher Reihenauftakt, ich freue mich schon auf die nachfolgenden Bände der Reihe.

[Buchgedanken] Emily Bold: „Ein Kuss in den Highlands“

In den letzten Tage bin ich endlich dazu gekommen, „Ein Kuss in den Highlands“ von Emily Bold zu lesen. Es war das erste Buch, das von ihr auf meinem SuB gelandet war – in der Zwischenzeit habe ich aber immerhin „Lichtblaue Sommernächte“ bereits verschlungen. Der Romance-Roman ist 2014 als Taschenbuch bei BoD veröffentlicht worden, die e-Book-Version erschien beim Ullstein-Imprint „Forever“.

Charlotte hat alles, was man sich wünschen kann. Einen tollen Job in einer Kunstgalerie 51ysuasv45l-_sx314_bo1204203200_und einen Freund, der sich seit dem Tod ihrer Eltern liebevoll um sie kümmert. Als er ihr dann noch spontan einen Antrag macht, und die Hochzeit in der bestmöglichen Location gebucht wird, scheint alles perfekt. Bis zu dem Moment, als Charlottes Tante Helen unerwartet stirbt und ihr ein großes Anwesen in den schottischen Highlands vermacht. Dort angekommen, merkt Charlotte, wie sehr sie sich Schottland und ihrer Tante verbunden fühlt. Kann sie wirklich in ihr altes Leben nach London zurückkehren? Und dann wäre da auch noch Matt, der junge Gutsverwalter, der keine Gelegenheit auslässt, sie zu provozieren …

„Ein Kuss in den Highlands“ ist ein klassischer, zeitgenössischer Liebesroman. Das Ausbrechen aus Konventionen aber auch das Klammern an Altbewährtem; der Reiz von etwas Neuem, aber auch die Erinnerung an frühere Erlebnisse; Schicksalsschläge und schicksalshafte Begegnungen: der Autorin gelingt es, aus all diesen Themen einen gefühlsbetonten und spannenden Feel-Good-Roman zu schreiben.

Der Roman besticht vor allem durch seine Charaktere. Matt und Charlotte sind vielschichtig, entwickeln sich über die Handlung weiter und man lernt immer neue Facetten an ihnen kennen. Die kleinen Nebenrollen sind sehr klischeehaft gehalten, dienen aber auch nur dazu, die Handlung voranzutreiben (der laute, selbstverliebte Fußballstar; der reiche Anwalt, der sich als Kunstkenner aufspielt; der homosexuelle Galeriebesitzer; die oberflächlichen Modelfreundinnen etc.).

Neben den Hauptcharakteren hat mich an dem Buch am meisten begeistert, wie gekonnt hier das Thema Kunst, bzw. Malerei mit eingeflochten worden ist. Untrennbar mit Charlotte und der Liebesgeschichte verbunden, zieht sich das wie ein roter Faden durch den Roman. Man konnte als Leser förmlich spüren, wie Charlotte die Bilder fühlt, wie ihre Finger die Pinselstriche unbekannter Künstler nachfahren. Als absoluter Kunstliebhaber hätte ich mir gewünscht, dass noch etwas tiefer ins Detail gegangen worden wäre, aber das hätte für die breite Masse dann vielleicht zu sehr nach Kunstlehrbuch gewirkt :).

Das Cover des Buches ist gelungen, Buchsatz, Korrektorat und Lektorat haben ordentlich gearbeitet. Alles in allem bleibe ich also von Emilys Büchern begeistert – und als nächstes wird (voraussichtlich) „Klang der Gezeiten“ oder „Wenn Liebe nach Pralinen schmeckt“ auf meinen SuB wandern :).

Mein Fazit: „Ein Kuss in den Highlands“ ist ein überzeugender, zeitgenössischer Liebesroman, der vor allem durch seine Protagonisten und die Verknüpfung mit dem Thema „Malerei“ besticht, auch wenn er nicht ganz an die Brillianz von „Lichtblaue Sommernächte“ heranreicht (für mich ja eines der Highlights 2016). Für Genreliebhaber – oder auch als Urlaubslektüre – bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Emma C. Moore: „Finian Blue Summers“

In den letzten Tagen habe ich einen der Finalisten des diesjährigen „Kindle Storyteller Awards“ gelesen: „Finian Blue Summers“ von Emma C. Moore. Das Buch ist 2016 im Selfpublishing erschienen und eine Mischung aus Liebes- und Schicksalsroman. Bei Emma C. Moore handelt es sich um ein offenes Pseudonym der Autorin Marah Woolf. Auch hier vielen Dank an Amazon für das Presseexemplar im Rahmen der Preisverleihung des „Kindle Storyteller Awards“ auf der Frankfurter Buchmesse.

Die neunzehnjährige Rayne ist eine weltbekannte Violinistin und begeistert Millionen 51c-epkakjl-_sx336_bo1204203200_Menschen mit ihrer Musik. Doch während ihre dominanten Eltern sie von Konzert zu Konzert hetzen und jede Facette von Raynes Leben genau planen, wünscht sie sich doch nur, ihre eigenen Wünsche auch einmal erfüllen zu können. Daher sammelt sie diese heimlich in einem Wunschglas. Als ihre Eltern Rayne dann verweigern, ihre sterbende Großmutter ein letztes Mal zu besuchen, weiß diese sich nicht mehr zu helfen, flüchtet sich ins Schweigen und wird in eine Nobelklinik eingeliefert. Dort lernt sie den charmanten und sympathischen Praktikanten Finian Blue Summers kennen, und ein neues Leben beginnt.

„Finian Blue Summers“ ist ein Roman über das Leben und die Liebe, der vor Gefühlen nur so strotzt. Mit vielen überraschenden Wendungen gelingt es der Autorin, den Leser immer wieder zu packen und bei der Stange zu halten – selten fiel es mir schwerer, eine halbwegs spoilerfreie Rezension zu schreiben. Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd in der Ich-Perspektive aus Sicht von Rayne und Finian erzählt. Auch wenn ich mit mehreren Ich-Erzählern üblicherweise nicht so recht warm werde, hat mir dies hier ausnehmend gut gefallen, konnte man so doch eine Bindung zu beiden Protagonisten aufbauen und mehr über die Beweggründe und Motive der beiden erfahren.

Ohnehin lebt der Roman von seinen toll ausgearbeiteten Charakteren. Nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die Nebenfiguren (egal ob Niam, Cassie oder Sheryl) sind absolute Sympathieträger und bringen die Geschichte voran. Die Protagonisten, mit all ihren Stärken und Schwächen, entwickeln sich während der Handlung weiter und verharren nicht in ihren anfänglichen Verhaltensmustern. Neben den Charakteren überzeugt auch die Handlung, die dem Leser jedoch mit ihren Irrungen, Wirrungen und überraschenden Wendungen viel abverlangt. In diesem Sinne ist „Finian Blue Summers“ (ähnlich wie das bereits besprochene Buch „Lichtblaue Sommernächte„) auch ein ausdrucksstarkes Plädoyer für das Leben, für die Sehnsucht und das Verwirklichen von Träumen und Wünschen.

Das Cover ist gut gelungen, nach dem Lesen der Geschichte erkennt man auch jeweils die Bedeutung der einzelnen Elemente auf dem Cover. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, kleinere Fehler im Text und im Buchsatz sind bei der Endkorrektur aber durchgerutscht, was den Lesefluss und das Lesevergüngen jedoch nicht mindert. Zudem ist der Schreibstil der Autorin flüssig und leicht lesbar.

Mein Fazit? „Finian Blue Summers“ ist ein rundum überzeugender Liebesroman, nicht nur für Leser des Genres zu empfehlen. Ein würdiger Finalist des „Kindle Storyteller Awards“ und – neben Aschenkindel – eine weitere Perle auf dem Selfpublishermarkt.

Verlagsvertrag zum Lutherjahr

Ganz besonders freue ich mich, Euch heute wie versprochen noch eine tolle Neuigkeit von mir verkünden zu dürfen.

Passend zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 habe ich gestern einen weiteren Verlagsvertrag für eine Kurzgeschichte unterschrieben. Voraussichtlich im März 2017 erscheint im Burgenweltverlag die historische Anthologie „Luther – aus dem Leben einer Legende“ mit meiner Geschichte „Heilige Anna, hilf!“. Meine historisch-fantastisch angehauchte Geschichte basiert auf einer weitverbreiteten Legende über den Reformator – umso gespannter bin ich, auch die anderen Geschichten zu lesen, um noch weitere tolle, skurille und besondere Begebenheiten aus seinem Leben kennenzulernen.

Ich freue mich, endlich wieder in meinem Lieblingsgenre zu veröffentlichen. Auch wenn es dieses Mal kein rein historischer Text ist, steckt doch viel Recherche dahinter (vielen Dank an die Universitätsbibliothek Heidelberg für ihren großen Bestand an Lutherbiographien ;)). Vielleicht sollte ich mich in Zukunft auch wieder stärker auf meine Stammgenres Romance und History konzentrieren, nachdem die Ausflüge in die diversen Gattungen der Fantasy in diesem Jahr eher mit durchwachsenem Erfolg gekennzeichnet waren.

In jedem Fall ein versöhnlicher Abschluss für das Jahr 2016 und ein toller Start in die besinnliche Adventszeit. Und wer weiß – vielleicht kommt ja noch ein kleines Weihnachtswunder dazu.

Ich wünsche Euch einen frohen ersten Advent!
Erik