Und auch diese beiden Reihenfortsetzungen erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Der Mut der Lady Leaf“ von Kristin MacIver (Verlagsgruppe Droemer Knaur) ist der dritte Band der „Celtic Dreams“-Reihe und greift die Geschichte meiner Lieblingsschwester Leaf MacKay auf, während „Jungs braucht echt keiner! … und trotzdem klopft das blöde Herz“ von Patricia Schröder (Karibu Verlag) die Story um Hannah, Elias und das Schrankreisen aus „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ fortsetzt. Ich bin schon ganz gespannt darauf, welches Buch mich schneller wieder in die Handlung zieht! Vielen Dank auch noch an das beiligende, signierte Exlibris und die Charakterkarten zu Kristins Buch – und an Patricia Schröder, dass sie das Buch direkt signiert hat.
Auf die Fortsetzung welcher Buchreihe wartet Ihr sehnsüchtig?
Vor kurzem habe ich auch „Seid nett aufeinander“ von Charlotte von Feyerabend gelesen. Das Buch ist 2024 im Droemer Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als Romanbiografie einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Schon als Kind träumt Beate vom Fliegen – und lernt von ihrem Vater, dass sie alles erreichen kann, wenn sie es nur wirklich will. Mit achtzehn macht sie ihren Pilotenschein und trifft ihre große Liebe. Doch die Idylle währt nur kurz, denn ihr Mann, ebenfalls Pilot, wird im 2. Weltkrieg abgeschossen. Im Deutschland der Nachkriegszeit steht Beate Uhse mit ihrem kleinen Sohn ohne alles da und muss als Handelsreisende durch das ganze Land tingeln, um zu überleben. Dabei wird sie auf die Sorgen der Frauen aufmerksam, die in dieser elenden Zeit nicht schwanger werden wollen. Als Tochter einer der ersten Ärztinnen Deutschlands beschließt Beate, ihnen zu helfen. Für ein paar Pfennige verkauft sie eine Aufklärungsschrift, die sie bald mit Artikeln für die „Ehehygiene“ ergänzt. Denn Beate Uhse hat einen Traum: Jede Frau soll das Recht auf einen Orgasmus haben!
„Seid nett aufeinander“ ist eine Romanbiografie über das abenteuerliche Leben von Beate Uhse – oder zumindest über den ersten Teil davon bis ins Jahr 1972, was ich durchaus schade finde – gerade die letzten Jahre hätten hier durchaus noch einmal für etwas Abwechslung gesorgt. Garniert wird die Geschichte mit (etwas zu umfangreichen) Zusatzinformationen; also mit Fußnoten, Literaturtipps, einem Dialektglossar, Rezepten, einer Danksagung, einer Einordnung der Autorin und der Bewerbung weiterer Romane von ihr – im Vergleich zur Länge der Geschichte schlicht etwas überdimensioniert.
Die Handlung ist generell spannend und abwechslungsreich, beleuchtet bekannte und unbekannte Episoden aus Beates Leben, wobei ich mir teils an einigen Stellen eine andere Schwerpunktsetzung gewünscht hätte. Dabei spart der Roman auch schwierige Episoden nicht aus und erzählt erfrischenderweise sehr stringent und chronologisch, sodass man zu jeder Zeit dem roten Faden folgen kann. Die einzelnen Kapitel werden hierbei mit Zitaten berühmter Persönlichkeiten eingeleitet, um das Flair des folgenden Abschnitts zu charakterisieren – noch spannender hätte ich mir zum Beispiel Bilder oder Textdokumente von oder über Beate als historische Zeitzeugen vorstellen können.
Das Setting ist – naturgemäß – gelungen, entspricht es doch bei biografischen Romanen genau der realen Welt. Dabei entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur nach Flensburg, sondern auch nach Rangsdorf, in Beates ostpreußische Heimat, oder auch nach Juist an die Schule am Meer. Dadurch werden nebenbei noch spannende Themen wie z.B. die Reformpädagogik angerissen – was durch die Verlagerung von Zusatzinformationen auf die Fußnoten dennoch gut lesbar verbleibt und somit nicht allzu sehr ins Sachbuchhafte abrutscht.
Viel zu den Figuren zu sagen, verbietet sich eigentlich bei biografischen Romanen. Daher nur so viel, dass ich Hanna durchaus ins Herz geschlossen habe und gern noch mehr über sie erfahren hätte – auch Elfriede hat ein tolles Standing im Buch. Und auch Beate überzeugt – natürlich -, auch wenn durch die letzten, hier ausgesparten Jahre noch ein runderes Bild hätte geschaffen werden können. Charlotte von Feyerabends Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, hält dabei gut die Waage zwischen Lesbarkeit und historischer und sprachlicher Authentizität.
Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben solide gearbeitet, der Buchdeckel ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, wobei die Klappen farblich krass zur sonstigen Gestaltung des Buches kontrastieren. Das Covermotiv ist sehr stilisiert und lässt jedoch eher auf eine Liebeskomödie als auf einen autobiografischen Roman schließen – insgesamt ist der gesamte Umschlag eher schlicht gehalten und kein Eyecatcher.
Mein Fazit? „Seid nett aufeinander“ ist eine Romanbiografie, die gleichsam spannend und informativ ist und dabei gut unterhält – lediglich die Schwerpunktsetzung und der Verzicht auf die letzten Jahre trüben hier das Gesamtbild leicht. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen.
In der letzten Zeit erreichten mich auch diese beiden Rezensionsexemplare, die jeweils starke Protagonistinnen in den Mittelpunkt rücken. „Seid nett aufeinander“ von Charlotte von Feyerabend (Droemer Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG) kam dabei im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, „Zeit der Schwestern – Kirschsommer“ von Tanja Huthmacher (Lübbe Verlag, Bastei Lübbe AG) über die verlagseigene Bloggerjury – vielen Dank jeweils dafür. Während sich in Charlottes Buch alles um das aufregende Leben von Beate Uhse dreht, ist Tanjas Buch der zweite Band einer Trilogie um drei Schwestern am Bodensee. Frauenpower ist also in jedem Fall garantiert!
Welche weibliche Protagonistin hat Euch zuletzt so richtig überzeugen können?
Vor kurzem habe ich auch „Der Traum der Lady Flower“ von Kristin MacIver gelesen. Das Buch ist 2024 im Knaur Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, erschienen und als historischer Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars nach Rezensionsanfrage.
Schottland, 1485: Lady Flower, die älteste Tochter von Gregor MacKay träumt davon, bei einer Tierheilerin im entfernten Dorf Portskerra das Heilen zu lernen, um die Hochlandrinder ihres Clans zu versorgen. Ihre Eltern haben jedoch andere Pläne für die fürsorgliche Tochter: Sie soll einen Lord heiraten. Ausgerechnet Flowers heimliche Jugendliebe Cailan Sinclair, ein Frauenheld mit unentrinnbarer Vergangenheit, soll einen Ehemann für sie finden. Obwohl es zwischen Flower und Cailan knistert und funkt, weicht Flowers Traum von Cailans Pflichten als Clanerbe so weit ab, dass eine gemeinsame Zukunft für sie undenkbar ist. Bis ein verheißungsvoller Kuss alles verändert und sich die junge Frau fragen muss: Wie viel ist sie bereit, für die wahre Liebe aufzugeben?
„Der Traum der Lady Flower“ ist der Auftaktband der Trilogie „Celtic Dreams“ um die MacKay-Schwestern Flower, River und Leaf – und der Debütroman von Kristin MacIver. Dabei lässt sich das Buch als Standalone lesen – jeder Roman behandelt die Geschichte der jeweiligen Schwester abschließend, auch wenn es sicherlich Überschneidungen gibt und ich daher empfehlen würde, auch dieses Buch zu lesen, bevor man sich den Folgebänden widmet. Der Roman lässt sich jedoch nicht direkt einem Genre zuordnen – balanciert er doch für mich auf der Grenze zwischen historischem Liebesroman und Historical Romance – auch wenn diese Differenzierung für den ein oder anderen akademisch erscheinen mag. Schlussendlich habe ich mich jedoch für die Einstufung als historischen Liebesroman erschienen, da zumindest einige Sexszenen ausgeblendet wurden und das Buch auch so vom Verlag beworben wird.
Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich. Auch wenn mich der Anfang nicht ganz überzeugte, nahm das Buch schnell an Fahrt auf und faszinierte mich mit dem Fortgang der Handlung immer stärker. Dabei reichert Kristin MacIver die historische Liebesgeschichte mit dem Thema Rollenklischees im Mittelalter an und streut auch das Thema Posttraumatischer Belastungsstörung und Flashbacks mit ein. Positiv ist hier zu erwähnen, dass im Nachwort – bei der nachgestellten Triggerwarnung – auch explizit auf Hilfsangebote verwiesen wird.
Das Setting ist naturgemäß brillant, entführt uns die Autorin doch in die schottischen Highlands im ausklingenden Mittelalter und zeigt ein Leben zwischen Rinderweiden, Clanstrukturen und dynastischer Politik. Dabei verwischt Kristin MacIver insbesondere in den Figuren Finley und Hailey die damaligen Standesunterschiede und lässt auch ganz am Rand die schottische Geschichte der letzten Jahrhunderte anklingen – hier hätte ich mir noch einen stärkeren Fokus, ein stärkeres schottisches Selbstbewusstsein gewünscht.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Leaf (ich freue mich so auf ihren Band!), Rhona und Artair, während gerade Cailan etwas blass verblieb – und man ihm nicht wirklich ein Happy End wünschte. Nur Finleys eigenes Glück sorgt dafür, dass man als Leser:in Cailans‘ mit Flower toleriert. Kristin MacIvers Schreibstil ist zudem leicht und flüssig zu lesen, balanciert mehr auf der Seite der Lesbarkeit in Abwägung zur historischen Authentizität und lässt das Kopfkino sofort anspringen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind einige Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen aber nicht wesentlich schmälern. Der Buchumschlag ist mit Klappen und toll gestalteten Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv ist wunderschön anzusehen, auch wenn etwas der Bezug zur Handlung fehlt und es leider drastisch zum Buchrücken hin unterbrochen wird. Insgesamt bilden die einzelnen Bände aber immerhin einen tollen Gesamteindruck mit Wiedererkennungswert.
Mein Fazit? „Der Traum der Lady Flower“ ist ein gelungener Auftakt in die Liebesromanreihe, der vor allem mit seinem Setting und tollen Nebencharakteren überzeugt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
Vor kurzem trudelten zwei historische Romane als Rezensionsexemplare bei mir ein. „Der Traum der Lady Flower“ von Kristin MacIver kam dabei nach Rezensionsanfrage über den Knaur Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG zu mir, während mich „Eddas Aufbruch“ von Beate Rösler (Aufbau Taschenbuch, Aufbau Verlage GmbH & Co. KG) im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de erreichte. Beide Romane entführen den Leser dabei in frühere Zeiten – einmal in die nahe (1960er), einmal in die ferne (1485) Vergangenheit. Ich bin schon ganz auf die Reisen in die vergangenen Epochen gespannt!
In welche Zeit würdet Ihr gern einmal (gedanklich) reisen?
Vor kurzem habe ich auch „Wie ein Stern in mondloser Nacht“ von Marie Sand gelesen. Das Buch ist 2023 als Droemer Taschenbuch im Droemer Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG veröffentlicht worden und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Immer größer wird die Schere zwischen Arm und Reich im Berlin der 50er-Jahre. Das sieht auch die Hebamme Henni Bartholdy mit wachsender Sorge. Wie kann es sein, dass im Deutschland des Wirtschaftswunders verzweifelte Mütter ihre ungewollten Babys aus Scham und schierer Not aussetzen oder gar töten? Als auch Hennis große Liebe, der Arzt Ed von Rothenburg, keine Antwort weiß, handelt sie. Kurzerhand stellt sie eine Apfelsinenkiste in den Hinterhof ihres Geburtsraumes auf. Bis tatsächlich das erste Findelkind in der Klappe liegt – und lebt!
„Wie ein Stern in mondloser Nacht“ ist der zweite Roman von Marie Sand über eine „heimliche Heldin“ der deutschen Geschichte, die so nicht in den Lehrbüchern steht. Persönlich fällt mir hier schon eine Genrezuordnung schwer – aufgrund der verschiedenen Handlungsstränge in den 50ern und den 2000ern könnte man über eine Familiensaga nachdenken, auch eine historische Romanbiografie wäre denkbar oder auch ein zeitgenössischer Roman, da die Vergangenheit noch nicht allzu weit entfernt ist. Schlussendlich habe ich mich aufgrund des Hauptschwerpunkts der Handlung in den 50er Jahren jedoch für die Eingruppierung als historischer Roman entschieden.
Die Handlung ist kurzweilig und abwechslungsreich, wenn auch teils vorhersehbar, auch durch den Prolog und die zweite, nah an der Jetztzeit spielende, Handlungsebene – auf diesen Zeitstrang hätte man meines Erachtens auch verzichten können, da er wenig zur Handlung beiträgt. Abgesehen davon ist es jedoch wichtig, dass Marie Sand dieses doch eher unterrepräsentierte Thema deutscher Geschichte mit dem Roman in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt hat – erschreckend, wie wenig sich hier über Jahrzehnte getan hatte. Auch wenn Hennis Weg sicherlich nicht der ideale war, ist ihr Mut doch zu bewundern.
Das Setting ist naturgemäß gelungen – etwas anderes würde bei historischen Romanen auch irritieren. So entführt Marie Sand den Leser ins Berlin der (im Wesentlichen) 50er Jahre, lässt den Gegensatz zwischen den Gesellschaftsschichten im Nachkriegsdeutschland deutlich werden, sodass die Beklemmung, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der handelnden Personen für den Leser durchaus spürbar wird, man mit den Charakteren leidet.
Die einzelnen Figuren sind – im Wesentlichen – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Marta und Mol, während Henni nicht immer nachvollziehbar handelt und Liv sich unfair gegenüber ihrer Mutter verhält. Marie Sands Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, trotz einer durchaus vorhandenen Authentizität, die für eine hinreichende Recherche spricht.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten (gerade am Ende) durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht allzu sehr mindern. Der Buchsatz überzeugt, nicht zuletzt auch durch den Beginn jedes größeren Sinnabschnitts auf einer ungeraden Seite. Der Buchumschlag ist mit Klappen und toll gestalteten, farbigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv eindringlich, wenn auch die abgebildeten Personen künstlich ins Bild gesetzt scheinen. Auch irritiert der krass abgesetzte Buchrücken, der einen starken Kontrast zum restlichen Buchdesign bildet.
Mein Fazit? „Wie ein Stern in mondloser Nacht“ ist ein gelungener historischer Roman über ein wichtiges, zu oft vernachlässigtes Thema, das den modernen Handlungsstrang aber nicht gebraucht hätte. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
Vor kurzem besuchte ich ja eine Lesung von Stella Tack im Osiander Speyer – und heute möchte ich Euch noch die Bücher zeigen, die ich mir spontan vor Ort gekauft habe, um sie mir neben „Ever & After – Der schlafende Prinz“ von Stella signieren zu lassen. „Light it up“ und „Love it up“ (Verlagsgruppe Droemer Knaur) sind Band 2 und 3 der „Stars and Lovers“-Trilogie und komplettieren meine Sammlung an Stellas Büchern <3. Ich bin schon ganz auf die Geschichten von Rosie und Xander sowie Ethan und Payton gespannt.
Während der letzten Woche erreichten mich diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Wie ein Stern in mondloser Nacht“ von Marie Sand (Droemer Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur) beschreibt dabei das Leben der heimlichen Heldin Henni Bartholdy, während „Schatten – Der Pakt“ von Timo Parvela (illustriert von Pasi Pitkänen, erschienen im Verlag arsEdition) den 13-jährigen Pete begleitet, der im Tausch für die Gesundheit seiner besten Freundin seinen Schatten weggegeben hat. Das klingt beides hochspannend – ich kann es kaum erwarten, in die Geschichten einzutauchen!
Vor kurzem habe ich auch „Die Weltenseglerin“ von Nadja Raiser gelesen. Das Buch ist 2023 im Knaur Verlag, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Portugal, 1519: Um der Ehe mit einem gewalttätigen Trinker zu entgehen, flüchtet sich die junge Mariella Alvaro als Mann verkleidet auf die Concepción – eines der fünf Schiffe, mit denen ihr Onkel Fernando Magellan den westlichen Seeweg von Spanien zu den Gewürzinseln Indonesiens erkunden will. Als Mariellas Tarnung schließlich auffliegt, muss sie sich nicht nur gegen zermürbende Flauten und lebensbedrohliche Stürme behaupten: Die Matrosen begegnen ihr entweder mit offener Feindseligkeit, weil sie überzeugt sind, eine Frau an Bord würde Unglück bringen; oder sie werfen ihr Blicke zu, die Mariella als mindestens ebenso gefährlich empfindet. In die größte Gefahr bringt Mariella jedoch ihr eigenes Herz, das sie ausgerechnet an den ehemaligen Kapitän Juan Sebastián de Elcano verliert …
„Die Weltenseglerin“ ist ein klassischer historischer Roman, der ein prägendes Ereignis der Weltgeschichte, die erste Weltumsegelung durch Ferdinand Magellan (im Roman wird die im Deutschen auch gebräuchliche, aber unüblichere und an das Spanische angelehnte Version Fernando Magellan genutzt) bzw. dessen Expedition, ins Zentrum der Handlung rückt und erlebbar macht. Dabei werden die bekannten Schicksale historischer Persönlichkeiten mit denen fiktiver Protagonistinnen verknüpft und zu einem größtenteils authentischen historischen Roman gesponnen.
Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, teils aber anfangs mit Längen versehen, später dafür mit größeren Zeitsprüngen und Aussparungen an interessanten Stellen – hier hätte die Schwerpunktsetzung etwas feinjustiert werden können. Auch ist der Beginn sehr konstruiert, spätestens aber nach dem ersten Drittel ist dies vergessen und die Handlung, eine Mischung aus Abenteuerroman und sehr abenteuerlicher (und sehr präsenter) Liebesgeschichte, zieht einen vollends in seinen Bann.
Das Setting vermag naturgemäß zu überzeugen. So entführt die Autorin den Leser nicht nur ins beginnende 16. Jahrhundert, sondern nimmt ihn noch mit auf eine Reise um die Welt, unter anderem mit Stationen in Brasilien oder auf den Philippinen. Dabei zeugt der Roman von guter Recherche, historische Ungenauigkeiten werden im Nachwort (größtenteils) angesprochen, lediglich der Lebenswandel von Juan Sebastián de Elcano wird hier ausgespart, lässt sich dieser doch auch nicht zwingend mit dem Bild eines lebenslang treuen Ehemannes in Einklang bringen.
Die einzelnen Figuren sind – zumindest, was die größeren Rollen angeht – im Wesentlichen vielschichtig angelegt, unwichtigere Charaktere verbleiben aufgrund der schieren Masse an Figuren teils holzschnittartig und eindimensional. Hierbei können vor allem prominente Nebencharaktere wie Simon und Hernando überzeugen, während Juan teils wenig nachvollziehbar handelt. Nadja Raisers Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, balanciert dabei Authentizität und Lesbarkeit gut aus und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung brilliert auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist mit Klappen und toll gestalteten, farbigen Coverinnenseiten versehen. Titelbild, Buchrücken und Coverrückseite sind zudem wunderschön gestaltet, ein wahres Gesamtkunstwerk und ein wirklicher Eyecatcher. Lediglich in die, der Handlung vorangestellte, Dramatis Personae hätte man noch etwas Ordnung bringen können.
Mein Fazit? „Die Weltenseglerin“ ist ein im Großen und Ganzen toller historischer Roman mit einem unglaublich spannenden Thema, einem brillanten Setting und nur kleineren Schwächen in der Schwerpunktsetzung. Für Liebhaber des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! Sowohl „Blumental – Leeres Land“ von Viktoria Bolle aus dem Kampenwand Verlag als auch „Die Weltenseglerin“ von Nadja Raiser (Knaur) entführt den Leser dabei in die Vergangenheit und lässt ihn jeweils am schweren Schicksal einer starken Protagonistin teilhaben. Ich bin schon ganz auf die Reisen ins 16. und 20. Jahrhundert gespannt.