[Buchgedanken] Emily Bold: „Lichtblaue Sommernächte“

Bereits in der letzten Woche habe ich die Lektüre von „Lichtblaue Sommernächte“, einem Roman von Emily Bold beendet, und bin immer noch zutiefst beeindruckt. Das Buch der bekannten Hybridautorin erschien 2015 bei Ullstein Taschenbuch und ist wohl am ehesten noch als romantischer Schicksalsroman einzuordnen. Nachdem ich mir das Buch zur FBM 2015 gekauft hatte, lag es viel zu lang auf meinem SuB. Um eines vorwegzunehmen: Es wird nicht mein letzter Roman von Emily Bold bleiben (auf meinem SuB liegt auch schon seit längerem „Ein Kuss in den Highlands“, nach „Lichtblaue Sommernächte“ werden nun aber viele weitere folgen).

Als die Kunststudentin Lauren zum ersten Mal in einem Diner auf Tim Parker trifft, fühlt51sxljnkcml-_sx319_bo1204203200_ sie sich sogleich zu ihm hingezogen. Nachdem sie Tim bereits kurze Zeit später in der Kanzlei ihres Vaters wiedersieht, beginnen die beiden, eine Beziehung zueinander aufzubauen, die ein abruptes Ende findet, als Lauren zurück zum Studium nach Maine geht, und Tim nach New York versetzt wird. Als Lauren feststellt, dass sie von Tim schwanger ist, bricht für sie eine Welt zusammen. Wird sie es schaffen, das Kind allein zu erziehen, oder gibt es vielleicht doch eine gemeinsame Zukunft mit Tim?

Mit „Lichtblaue Sommernächte“ hat die Autorin einen Roman geschaffen, der zu Tränen rührt. Einzelne Szenen waren so mit Gefühlen überflutet, dass ich die Lektüre im Zug unterbrechen musste, um mich zu sammeln (man denke nur an Alyssa und den Hamsterhimmel oder an die rebellische Mia, die zuletzt doch ihren Gefühlen freien Lauf lässt). Das Buch ist einfühlsam geschrieben. Die Gefühle werden durch den gekonnten Aufbau des Buches mit der Rahmenhandlung und der „lichtblauen Sommernacht“, in der die gesamte Geschichte erzählt wird, noch verstärkt.

Auch wenn der Aufbau der Geschichte bereits Teile der Handlung vorwegnimmt oder bereits stark darauf anspielt, hätte ich mir doch gewünscht, den Klappentext etwas offener zu halten. Die kurze Zusammenfassung auf dem Buchrücken spoilert nahezu die komplette Handlung und das Ende – was die Qualität des Buches in keinster Weise mindert, zusammen mit dem Aufbau jedoch jegliche alternativen Enden wegfallen lässt.

Das war aber bereits der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen kann. „Lichtblaue Sommernächte“ überzeugt auf der ganzen Linie. Der flüssige Schreibstil und die tolle Handlung ziehen den Leser sofort in das Geschehen. Die einzelnen Charaktere sind – mit all ihren Stärken und Schwächen – detailreich dargestellt und entwickeln sich im Laufe des Buches weiter. Vor allem Tim und Mia machen hier enorme Entwicklungen durch. Der Leser kann mit allen Protagonisten mitfiebern, mitleiden und mitfühlen. Der Autorin gelingt zudem der Spagat zwischen den ernsten Themen und der zugrundeliegenden Liebegeschichte sehr gut.

Mit der episodenhaften Darstellung von Laurens Leben erschafft die Autorin den Eindruck, man würde durch ein Fotoalbum aller wichtiger Situationen im Leben der Protagonisten blättern. Dabei gelingt es ihr, den einzelnen Szenen so viel Kraft, Authentizität und Leben einzuhauchen, dass man sich wünscht, noch tiefer in Laurens Leben eintauchen zu können, um jedes Detail mitzuerleben. Trotz der Zeitsprünge bleibt man dabei immer dicht am Geschehen und verliert nie den Kontakt zur Handlung.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich auch noch auf das Cover legen, das nicht nur toll gestaltet, sondern auch hochwertig geprägt ist und mit teils farbigen Coverinnenseiten noch ein besonderes Extra bereit hält. Die Prägung setzt sich auch auf dem Buchrücken und der Coverrückseite fort und sorgt, zusammen mit dem exzellenten Buchsatz, für ein wunderschön anzusehendes Gesamtpaket. Bei solchen Werken bin ich immer wieder froh darüber, dass es noch Printbücher gibt. Auch wenn es bei einem Publikumsverlag eigentlich selbstverständlich sein sollte, möchte ich dennoch kurz erwähnen, dass auch Lektorat und Korrektorat auf ganzer Linie sauber gearbeitet haben.

Mein Fazit? „Lichtblaue Sommernächte“ ist ein gefühlsstarker, mitreißender Roman, der mit tollen Charakteren und einer atmosphärischen Handlung punktet. Ich kann dieses Buch bedenkenlos allen, nicht nur Liebhabern von Liebesromanen, ans Herz legen. Es lohnt sich.

[Blogstatistiken] Meilenstein!

Gerade eben hat meine Website / mein Blog für das Kalenderjahr 2016 die Marke von 2.500 Aufrufen durchbrochen. Viele erreichen solche Zahlen sicherlich in einem Monat oder sogar pro Woche, aber da 2016 mein erstes vollständiges Kalenderjahr als Autoren- und Buchblogger ist (der Relaunch auf WordPress erfolgte ja im Sommer 2015), bin ich mit der Entwicklung soweit ganz zufrieden und wollte daher mal kurz die Gelegenheit nutzen, Euch allen zu danken! Ich freue mich jedes Mal, wenn Ihr einen Beitrag lest, er Euch gefällt oder Ihr ihn kommentiert! Ohne Eure Unterstützung wäre die Entwicklung nie möglich gewesen!

Vielen, Vielen Dank! Solltet Ihr Wünsche, Anmerkungen oder Vorschläge haben, was Ihr in Zukunft vielleicht noch öfters lesen wollen würdet, rein damit in die Kommentare! 🙂

Liebe Grüße 🙂
Erik

[FBM2016] Ein krönender Abschluss (Tag 5)

Wie geplant ließ ich den Messesonntag ruhig angehen. 20161023_1120020Da ich bereits im Laufe der Woche fast alles gesehen hatte, habe ich mir den Sonntagvormittag freigehalten. Zuerst traf ich mich mit der ohneohrigen Verlagskollegin Veronika Lackerbauer, deren bayrische Krimi-Geschichtensammlungen „Hugo & Leberkäs“ und „Sushi & Weißbier“ am BoD-Stand ausgestellt waren. Im Anschluss kam ich mit Michaela Stadelmann (vielen mittlerweile als Mikaela Sandberg bekannt) und ihrer Familie zusammen. Ich kenne Michaela  bereits seit mehr als 2 Jahren, sie war die Verlegerin des, leider mittlerweile aufgelösten, Wunderwaldverlages, in dem ich insgesamt fünf 20161023_120824Kurzgeschichten veröffentlichen durfte. Auf dem Weg zu unserer gemeinsamen Mittagspause stießen wir dabei auf diese Cosplaygruppe, die uns so gut gefallen hat, dass wir das direkt als Foto festhalten mussten :).

Der Nachmittag war, wie in den letzten Jahren bereits zur Tradition geworden, der Deutschen Cosplay Meisterschaft (DCM) vorenthalten. Diese feierte in diesem Jahr ihr 10. Jubiläum, daher wurde sowohl eine Einzel-, als auch eine Paarmeisterschaft ausgetragen. 20161023_1705590Im Rahmenprogramm wurden fast alle bisherigen Gewinner der DCM nochmals präsentiert und das Team hinter den Kulissen vorgestellt. Zudem wurde der DCM vom japanischen Außenministerium eine Urkunde für die Verdienste um die deutsch-japanische Freundschaft und den gegenseitigen Kulturaustausch überreicht. In der Einzelkategorie wurde dieses Jahr ein Cosplay aus dem Kurzfilm „Frozen Fever“ gekrönt. Es machte einen sehr authentischen Eindruck und die Teilnehmerin überzeugte auf ganzer Linie mit einer tollen Performance. 20161023_170857Alles in allem fand ich die Qualität dieses Jahr, vor allem auch bei den Auftritten, sehr hoch. Im ersten Bild sind zentral die Gewinnerin des Einzelwettbewerbes und die Gewinner des Paarwettbewerbes zu sehen, im zweiten Bild alle Preisträger (Platz 1-5 der jeweiligen Kategorie) als Gruppenfoto.

Auf dem Rückweg durch die Cosplayhalle habe ich dann noch kurz gesündigt, und mir (passend zum Thema), meine dritte Funko-Pop-Figur gekauft. Es wurde *trommelwirbel* Elsa im Krönungsoutfit. Neben Rey (Star Wars) und Claire Elisabeth Beauchamp Randall Fraser (Outlander) ist sie die dritte weibliche Heldin meiner Sammlung. Damit das nicht so einseitig ausfällt, muss als nächstes endlich ein Mann dazustoßen. Ich bin nur unschlüssig, wer. Momentan gehen meine Gedanken am ehesten zu Malcolm Reynolds (Firefly) und Fox Mulder (Akte-X). Wer gehört aus Eurer Sicht unbedingt in eine Funko-Pop-Sammlung? Habt Ihr Vorschläge? Dann rein damit in die Kommentare :).

Lg Erik

[FBM2016] Schönheit liegt im Auge des Betrachters (Tag 4)

Nachdem ich etwas angeschlagen in den Tag gegangen bin, habe ich den Messesamstag etwas ruhiger angehen lassen (sofern man davon sprechen kann, da jeder gute Vorsatz von den Menschenmassen zunichte und der Tag stressig gemacht wurde). Am Vormittag war ich bei einem Meet & Greet der Autorin Ashley Gilmore, deren Buch „Lizzy (Princess in love 1)“ ich ja gestern auch auf dem Blog besprochen habe. Das Bild dazu wird in Kürze nachgereicht :). Die Signierstunde von Laura Newman, die ich im Anschluss geplant hatte, ließ ich dann ausfallen, da der Stand so belagert war, dass die Wartezeit sicherlich locker eine Stunde betragen hätte.

In der Mittagspause traf ich mich dann mit der Autorin Anna Eichenbach. Es ist immer toll, die Gesichter und Persönlichkeiten zu den Autoren und Autorinnen kennen zu lernen, mit denen man zusammen zwischen Buchdeckeln steckt :).

Am Nachmittag bin ich dann durch die Hallen gestreift, habe mir Kinderbücher aus 20161022_121506anderen Ländern angesehen und bin dabei, unter anderem, über diese makabre Illustration aus einem mexikanischen oder spanischen Kinderbuch gestoßen, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Auch die Präsentation der Niederlande und Flanderns habe ich besucht, aber auch dieses Jahr konnte mich das Gastland nicht restlos überzeugen.

Später war ich dann auch bei der Verleihung des „Beauty and the Book“-Awards 2016. Von über 600 Einreichung war in 10 Kategorien durch ein Online-Voting jeweils ein Sieger ermittelt worden (u.a. Allgemeine 20161022_165453Literatur, Kinder- und Jugendbuch, Kochbuch, Reisebuch, Kunstbuch etc.), die sich dann auf der FBM der Bewertung der Messebesucher stellten. Den Dreikampf um die meisten Stimmen entschied dabei (entgegen meiner Wertung^^) das Buch „Die 100 wichtigsten Dinge“ aus dem Hatje Cantz Verlag.

Auch am Sonntag werde ich es geruhsam angehen lassen, mich mit einigen Kollegen treffen und am Nachmittag (hoffentlich) die DCM besuchen.

Liebe Grüße
Erik

Ps: Vielen Dank, dass Ihr die Messeberichte so toll annehmt!

[Buchgedanken] Ashley Gilmore: „Lizzy (Princess in Love 1)“

Als offizieller Pressevertreter auf der FBM sollte ich natürlich auch direkt einen Beitrag aus dem Pressecenter tippen – hier ist er nun! 🙂

In den letzten Tagen habe ich, pünktlich zum heutigen Meet & Greet mit der Autorin, den Kurzroman „Lizzy (Princess in love 1)“ von Ashley Gilmore gelesen. Die Autorin hat ihn unter Pseudonym im Selfpublishing herausgebracht. Er ist dem Genre Romance zuzuordnen und hat 159 Seiten.

Lizzy ist die Tochter von Cinderella und Prinz Charming. Wie alle anderen Prinzessinen51-up4p52bbl-_sx311_bo1204203200_ aus dem Fairyland, bekommt sie die Aufgabe, vor der Krönung ein halbes Jahr in der realen Welt zu verbringen, um dort Liebe und den Glauben an Märchen zu verbreiten. Dabei verschlägt es sie nach New York. Getrennt von ihrer Familie, ihren Freundinnen und allem, was sie bisher kannte, eröffnet sich für sie eine gänzlich neue Welt. Wird sie in New York ihren Märchenprinz finden?

„Lizzy“ ist der erste Band der, mittlerweile siebenteiligen, Reihe „Princess in Love“, in der die Geschichten verschiedener Märchenprinzessinen während ihres „Magicals“ in der realen Welt erzählt werden. Der Einstieg in die Reihe ist dabei durchaus gelungen und macht Lust auf mehr.

Trotz des märchenhaften Settings ist dieses Buch jedoch kein Märchen, sondern eher ein klassischer Romance-Kurzroman. Er lässt sich leicht und flüssig lesen und die Autorin überrascht durchaus immer wieder mit interessanten Plottwists. Etwas gestört hat mich jedoch die Aufteilung des Buches. Mehr als die Hälfte des Buches wird für die Zeit im Märchenland und die ersten paar Tage in New York verwandt, während dann ein krasser viermonatiger Zeitsprung folgt. Bei einer Handlung, die ohnehin nur einen begrenzten Zeitraum von knapp mehr als 6 Monaten abdeckt, hätte ich damit nicht gerechnet und bedauere etwas, dass dadurch der Spannungsbogen etwas kaputt gemacht wurde. Etwas Entschleunigung und ein paar dutzend zusätzliche Seiten, hätten hier gut getan und den Effekt abgemildert.

Lizzy, die Protagonistin des Romanes, ist etwas überzeichnet, dennoch ein herzensguter, fröhlicher Mensch, den man sofort in sein Herz schließt und mit ihm mitfiebert. Da stören die Klischees nicht, sondern sie dienen eher zur Unterstreichung des krassen Gegensatzes zwischen „Fairyland“ und der „realen“ Welt. Besonders die Szene im Spielzeugladen überzeugt mich dabei vollends.

Ebenfalls gut gefällt mir das Cover, auch wenn es nicht mein liebstes Cover der Reihe ist. Kleinere Fehler sind auch vorhanden (teils sicherlich auch wegen Formatverschiebungen), sie stören jedoch den Lesefluss nicht. Das Buch ist ordentlich gesetzt, der Wechsel der Handlungsorte ebenfalls gut dargestelt.

Alles in allem freue ich mich bereits auf die weiteren Teile der Reihe, da das Konzept, Kinder von Märchenfiguren vorzustellen, vollends überzeugt. Das hat auch Disney bereits erkannt und mit „The Descendants“ die Nachkommen berühmter Disney-Bösewichte vorgestellt.

Mein Fazit? „Lizzy“ ist ein gelungener Start in die Reihe „Princess in love“. Lediglich der große Zeitsprung stört etwas, vermag jedoch das märchenhafte Feeling nicht zu zerstören. Für Märchenfans und Liebhaber romantischer Bücher zu empfehlen.

[FBM2016] Shortlist!!! (Tag 3)

Was für ein Tag! Dieser Tag war Balsam für die Autorenseele – doch dazu später mehr :). Zur Überbrückung ein Foto mit einem Pandabär!20161021_102232

Zuerst begann der dritte Messetag ganz geruhsam damit, dass ich erneut beim „Zauber zwischen Zeilen“-Stand vorbeischaute, um mir die Anthologie von Julia Adrian signieren zu lassen. Anschließend habe ich beim Drachenmond Verlag dann noch die Anthologie „Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln“ gekauft, und sie mir ebenfalls, unter anderem von Julia Adrian und Alexander Kopainski, der Covergott höchstpersönlich, signieren lassen. Ich war dann auch noch kurz beim Stand des Kunstanstifer Verlags und habe mir dort ein wunderschön illustriertes Buch gekauft mit dem Titel „Hundebraten Süßsauer“.

20161021_120744Vor der Mittagspause ging es dann zu einer Veranstaltung von Prof. Werner Meyer über die Burg Krak des Chevaliers in Syrien, die ganz informativ war und einige spannende Bilder enthielt und vor allem vor dem Hintergrund interessant war, dass die Burg im Rahmen des schrecklichen Krieges teilweise zerstört wurde, durch die zentimetergetreue vorherige Vermessung und Dokumentation jedoch wieder aufgebaut werden könnte.20161021_142002

Nach der Pause hörte ich mir zur Entspannung jeweils Teile der Vorträge über Newsletter-Marketing und das Schreibprogramm „Papyrus Autor“ an, bevor er zum eigentlichen Hauptevent des Nachmittages kam: der Prämierung des Siegertitels vom Schreibwettbewerb von tolino und Carlsen Impress. Gewonnen hat Laura Kuhn mit „We could be Heroes“, der Titel erscheint im März 2017 als e-Book und Taschenbuch bei Carlsen Impress. Auch die Plätze zwei und drei gewannen e-Book Veröffentlichungen bei Carlsen und Marketingpakete von tolino.

20161021_164633Doch damit nicht genug der Schreibwettbewerbe. Um 17 Uhr wurde eine weitere Shortlist präsentiert: die Shortlist des Schreibwettbewerbes zur lit.lo20161021_170147ve 2016 in Kooperation mit dem Magazin Jolie und Twentysix, dem Selfpublishing-Distributor von Random House. Aus mehreren hundert eingesandten Kurzgeschichten wählte die Jury eine Shortlist von fünf Titeln, die alle Freikarten zur lit.love und kostenlose Veröffentlichungen bei Twentysix gewannen. Alle Shortlist-geschichten werden zudem als kostenfreies e-Book veröffentlicht. Der erste Platz wird am 04.11.2016 bekannt gegeben und erhält zusätzlich bezahlte Unterkunft, An- und Abreise zur lit.love, sowie die Veröffentlichung der Gewinnergeschichte in einer Ausgabe des Magazins Jolie! Hier nun die Shortlist in aller Pracht:

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Wem hier ein Name bekannt vorkommt, der hat Recht! Da stehe wirklich ich! Ich musste mich heute auch oftmals kneifen, als ich davon erfahren habe. Gerade auch vor dem Hintergrund einiger Absagen tut es besonders gut, wenn eine eigene Geschichte wertgeschätzt wird – und wenn einen dann noch das Random House-Team nett betreut und die Geschichte lobt, ist der Tag perfekt. Und dass das auch noch komplett unerwartet kam (wie hätte man bei etwa 500 Einsendungen und einer Shortlist aus 5 Titeln schon auch nur im Ansatz daran denken können), macht das ganze umso schöner. Jetzt gilt es, die Daumen zu drücken. Es wäre nämlich ein noch größerer Wahnsinn, sollte meine Geschichte es schaffen, in der Jolie zu erscheinen. So oder so – ich bin glücklich und froh, einer weiteren Geschichte eine Heimat gegeben zu haben – und werde dann mal beizeiten die Kategorie Schreibwettbewerbe/Literaturpreise auf meiner Website einführen *lach*.20161021_170510

Nachdem sich der ganze Trubel bis Morgen hoffentlich etwas gelegt hat, werde ich Morgen einen eher veranstaltungsarmen Tag in Frankfurt verbringen, mir lediglich ein Buch signieren lassen und zu einem Meet & Greet gehen.

Liebe Grüße
Erik

[FBM2016] Märchen an die Macht! (Tag 2)

Auch in den zweiten Messetag startete ich pünktlich um neun Uhr, ließ es aber sehr ruhig angehen. Anfangs ließ ich mich etwas durch die Hallen treiben, 20161020_101901.jpgbevor ich um 10 Uhr die Buchvorstellung von Stefan Aust zu seiner Biographie über den Journalisten Konrad Heiden, laut Titel „Hitlers erster Feind“, besuchte. Konrad Heiden war ab den 20er Jahren Journalist und betrachtete, aber vor allem beschrieb, den Aufstieg des Nationalsozialismus aus nächster Nähe. Dabei war er einer der wenigen und vielleicht der erste überhaupt, der die große Gefahr erkannte, in die das Land und die Gesellschaft steuerte. Austs Buch enthält zur Illustration seines Lebensweges daher auch viele Texte aus der Feder Heidens, die das Zeitgeschehen mit einem brillianten, fast sarkastischen Ton beschreiben.

Im Anschluss besuchte ich zwei interessante Vorträge in der Selfpublishing-Area zum Thema „Beziehungen zwischen Bloggern und Autoren“ und „Die eigene Stimme finden – Tipps aus dem Lektorat“. Für letzteres hatte der mit Random House verbundene Distributor twentysix einen Lektor aus dem Heyne Verlag aufgeboten, der viele verschiedene, aber oftmals auch bereits allgemein bekannte Hilfestellungen gab, wie man an seinen Texten arbeiten und diese verbessern kann.

20161020_121626.jpgVor der Mittagspause besuchte ich dann noch ein Interview für den Spiegel mit der Autorin Sibylle Lewitscharoff, die ihr neuestes Buch „Das Pfingstwunder“ vorstellte. Das hochinteressante Gespräch drehte sich dabei um Themen wie die Bedeutung von Dantes „Göttlicher Komödie“ und Höllenvorstellungen in der heutigen Zeit. Bisher die ansprechendste Buchdiskussion, die ich in diesem Jahr auf der Messe besucht habe – ich werde mir den Roman direkt mal vormerken.

Nach der Pause stand das Highlight des Tages auf dem Programm: Die Verleihung des 51m6od6ktbl-_sx311_bo1204203200_Kindle Storyteller Awards 2016. Von 1.900 eingereichten Romanen hatten es fünf durch die Wahl der Kindle-Leser auf die Shortlist geschafft, aus denen eine Jury um Astrid Korten und Poppy J. Anderson dann den Preisträger ermittelte, der nicht nur mit 10.000 Euro, einem gigantischen Marketingpaket von 20.000 Euro, sondern vor allem auch mit einem HarperCollins-Verlagsvertrag nach Hause fahren durfte. Gewonnen hat Halo Summer mit „Aschenkindel – das wahre Märchen“, was mich besonders gefreut hat, da das Cover wunderschön ist und „Märchen“ als Buchgenre oftmals nicht genug an Beachtung finden. Da Amazon zudem für Pressevertreter Belegexemplare aller Shortlist-Titel verteilt hat (da hat sich die Pressekarte mal richtig gelohnt :)), werde ich „Aschenkindel“ auch hier auf meinem Blog besprechen, und eventuell auch noch den ein oder anderen der vier „unterlegenen“ Romane vorstellen.20161020_140144.jpg

Abschließend schlenderte ich noch etwas über die Messe, besuchte nochmal den Stand der „Zauber zwischen Zeilen“-Autorinnen und holte mir erste Impressionen aus der Vorstellung des Gastlandes Niederlande/Flandern. Da ich dann mit leichten Kopfschmerzen kämpfte, beendete ich auch den Donnerstag ungeplant bereits eine Stunde vor Messeende.

Alles in allem also eher ein ruhiger Tag, was auch für den Freitag geplant ist, bevor ab Samstag jedwede Ruhe schon durch die Menschenmassen der Publikumstage unmöglich wird.

[FBM2016] Von Buchpreisträgern und lebenden Legenden (Tag 1)

So plötzlich die Messe über mich hereingebrochen ist (man sollte es nicht glauben, die Termine stehen ja schon lange fest^^), so schnell war der erste Tag auch bereits vorbei.

Der Messemittwoch stand dabei für mich ganz unter dem Zeichen der Hochkultur :). Pünktlich um 9 betrat ich das Gelände und machte mich auf den (leider weiten) Weg zum Pressecorner, um mich mit einer Kartenhülle und den neuesten Presseinformationen einzudecken. Dann ging es weiter zu einem Treffen mit einigen befreundeten Autoren aus dem Autoren_Netzwerk, bevor ich mir dann mein erstes Buch kaufte. Bereits seit langem stand die Anthologie der „Zauber zwischen Zeilen“-Autoren auf meiner Wunschliste, und auf der Messe nutzte ich direkt die Gelegenheit, sie nicht nur zu kaufen, sondern mir auch von den bekannten Autorinnen Farina de Waard, Marie Graßhoff, Jasmin Romana Welsch, Maya Shepherd und C.M. Spoerri signieren zu lassen.

Um 11 startete dann mein Kulturprogramm mit einem Interview und e20161019_112801iner kurzen Spontanlesung vom Gewinner des Aspekte Literaturpreises 2016: Philipp Winkler (für den besten Debütroman: „Hool“, der auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 stand). Im Interview für Deutschlandradio-Kultur gewährte er interessante Einblicke in seinen Schaffensprozess und seinen Werdegang. Spannend fand ich vor allem, dass es ihm gar nicht darauf ankam, irgendwas selbst in den Text zu legen, sondern dass er ihn geschrieben hat, damit jeder Leser für sich individuell die Schlüsse daraus ziehen kann.

Direkt im Anschluss ging20161019_120041 es für mich dann zu Bodo Kirchhoff, der für seine Novelle „Widerfahrnis“, erschienen in der Franfurter Verlagsanstalt, den Deutschen Buchpreis 2016 verliehen bekommen hat. Im Gespräch für den Spiegel sprach er vor allem über die Themen und Hintergründe der Novelle, eigene Erlebnisse – sowie auch über die Enttäuschung bei der Buchpreisverleihung 2012, als er die Shortlist verfehlte.

Doch wer sich gedacht hat, das wäre alles, hat weit, weit gefehlt :). Be20161019_150312ide Veranstaltungen waren gut besucht, aber dennoch hat man gemerkt, dass erst Mittwoch ist. Man konnte sitzen, gut sehen, und hatte nicht das Gefühl zu ersticken. Doch ab 14.30 bekam ich dann einen Vorgeschmack, wie sich das Wochenende anfühlen wird. Für einen Bilderband lotste der Taschen Verlag einen der renommiertesten Künstler der heutigen Zeit nach Frankfurt: den Maler David Hockney, dessen Bilder zu siebenstelligen Summen auf dem Kunstmarkt gehandelt werden, und der Mitglied der Royal Academy of Arts ist. Vor dem – zugegebenermaßen auch nicht ideal gestalteten Veranstaltungsort – drängelten sich bereits dutzende Menschen, sodass man anfangs fast nichts sehen und auch fast nichts hören konnte. Doch nach und nach verließen einige Menschen die Präsentation, sodass ich weiter vorrücken konnte und schlussendlich in der zweiten Hälfte gut hören und sehen konnte, wie der Maler seine Bilder erklärte. David Hockney war eloquent, humorvoll – und wurde unter tosenden Beifallsstürmen verabschiedet, nachdem er eine ganze Stunde stehend an einem Pult hunderte Bilder gezeigt hat. Wer mit 79 Jahren noch körperlich und geistig so fit ist, verdient allein dafür auch schon nochmal Respekt. Da ich allein von dieser Veranstaltung etwa 200 Fotos geschossen hatte (sonst bin ich nicht so, von Bodo Kirchhoff waren es vielleicht 10!), gab mein Handy dann seinen Geist auf.

Dankenswerterweise befindet sich an vielen der Wifi-Ecken mittlerweile auch eine Ladestation, sodass ich mit meinem (vorsichtshalter mitgeführten) Kabel mein Handy neu laden konnte. Da sich die Ladestation zudem in der SP-Ecke befand, nahm ich da direkt noch Vorträge zur Gründung des „Netzwerkes Autorenrechte“ und zu alternativen Vertriebswegen wie „Fortschrift.net“ mit.

Damit neigte sich der Messetag auch bereits dem Ende entgegen. Bevor ich die Messe verließ,schlenderte ich noch einmal ausführlich durch Halle 3.1,wo bereits viele Verlage die Sektkorken knallen ließen und dutzende Empfänge stattfanden. Am Stand des Landes Thüringen, aß ich dann noch ein kleines Stück landestypische Pastete? (oder war es ein Fleischkuchen?), bevor ich mich dann etwa 45 Minuten vor dem offiziellen Messeende auf den Weg zur S-Bahn machte. Man muss es ja nicht gleich am ersten Tag übertreiben – knappe 9 Stunden auf der Messe müssen auch einmal reichen :).

Morgen steht dann eher ein ruhigerer Tag an, ich werde spontan vielleicht die ein oder andere Veranstaltung mitnehmen und erneut nochmal bei „Zauber zwischen Zeilen“ und den „Herzblutautoren“ vorbeischauen.

Liebe Grüße!
Erik (erschöpft!)

Ps: Anbei noch zwei Werke von David Hockney, die auch in dem Band „David Hockney Sumo“ vertreten sind.

[FBM2016] – Messecountdown

Ab morgen beginnt sie wieder: die Frankfurter Buchmesse! Kaum zu glauben, dass seit dem letzten Besuch bereits wieder ein Jahr vergangen ist.

Auch dieses Mal werde ich wieder die ganze Messewoche vor Ort sein. Auch wenn der Messeurlaub denkbar ungünstig mit einer Verlagsabsage für eine Kurzgeschichte gestartet ist (die ich allerdings erwartet habe, viel mehr nagt die vorige an mir), kommt so langsam doch die Vorfreude auf, und die Planung beginnt in vollen Zügen.

Die Pressekarte ist ausgedruckt und bereitgelegt, eine Wochenkarte für den Zug nach Frankfurt und zurück ist auch gekauft. Nun gilt es nur noch, die Tage mit tollen Veranstaltungen und Treffen mit Freunden und Kollegen zu verplanen :). Morgen werde ich zum Beispiel versuchen, eine Veranstaltung mit Bodo Kirchhoff zu besuchen. Zudem werde ich an den Ständen der Herzblutautoren und den Autoren von „Zauber zwischen Zeilen“ vorbeischauen und am Nachmittag eventuell noch den „Promifaktor“ genießen, wenn Fredi Bobic und Thorsten Schäfer-Gümbel zusammen eine Veranstaltung abhalten, sowie einen Vortrag zum Thema „Software für Autoren“ besuchen.

Ganz besonders freue ich mich jedoch darauf, im Laufe der Woche viele tolle Menschen wiederzusehen oder neu kennenzulernen :). Sollte noch jemand Lust auf einen Kaffee oder ein Treffen haben, ab damit in die Kommentare oder per Mail/Kontaktformular melden :).

Natürlich versuche ich wieder tagesaktuell von der Messe zu berichten – aber seht es mir nach, sollten ein oder zwei Berichte erst verspätet erscheinen, da die Pendelei auch einiges an Zeit frisst und die Tage ohnehin sehr lang sind :). Zudem hoffe ich, zur Buchmesse noch zwei Buchgedanken veröffentlichen zu können – einmal zu Emily Bolds „Lichtblaue Sommernächte“, und pünktlich zum samstäglichen Meet&Greet mit der Autorin zum ersten Band „Lizzy“ der „Princess in love“-Reihe von Ashley Gilmore.

Liebe Grüße
Erik