Bereits in der letzten Woche habe ich die Lektüre von „Lichtblaue Sommernächte“, einem Roman von Emily Bold beendet, und bin immer noch zutiefst beeindruckt. Das Buch der bekannten Hybridautorin erschien 2015 bei Ullstein Taschenbuch und ist wohl am ehesten noch als romantischer Schicksalsroman einzuordnen. Nachdem ich mir das Buch zur FBM 2015 gekauft hatte, lag es viel zu lang auf meinem SuB. Um eines vorwegzunehmen: Es wird nicht mein letzter Roman von Emily Bold bleiben (auf meinem SuB liegt auch schon seit längerem „Ein Kuss in den Highlands“, nach „Lichtblaue Sommernächte“ werden nun aber viele weitere folgen).
Als die Kunststudentin Lauren zum ersten Mal in einem Diner auf Tim Parker trifft, fühlt
sie sich sogleich zu ihm hingezogen. Nachdem sie Tim bereits kurze Zeit später in der Kanzlei ihres Vaters wiedersieht, beginnen die beiden, eine Beziehung zueinander aufzubauen, die ein abruptes Ende findet, als Lauren zurück zum Studium nach Maine geht, und Tim nach New York versetzt wird. Als Lauren feststellt, dass sie von Tim schwanger ist, bricht für sie eine Welt zusammen. Wird sie es schaffen, das Kind allein zu erziehen, oder gibt es vielleicht doch eine gemeinsame Zukunft mit Tim?
Mit „Lichtblaue Sommernächte“ hat die Autorin einen Roman geschaffen, der zu Tränen rührt. Einzelne Szenen waren so mit Gefühlen überflutet, dass ich die Lektüre im Zug unterbrechen musste, um mich zu sammeln (man denke nur an Alyssa und den Hamsterhimmel oder an die rebellische Mia, die zuletzt doch ihren Gefühlen freien Lauf lässt). Das Buch ist einfühlsam geschrieben. Die Gefühle werden durch den gekonnten Aufbau des Buches mit der Rahmenhandlung und der „lichtblauen Sommernacht“, in der die gesamte Geschichte erzählt wird, noch verstärkt.
Auch wenn der Aufbau der Geschichte bereits Teile der Handlung vorwegnimmt oder bereits stark darauf anspielt, hätte ich mir doch gewünscht, den Klappentext etwas offener zu halten. Die kurze Zusammenfassung auf dem Buchrücken spoilert nahezu die komplette Handlung und das Ende – was die Qualität des Buches in keinster Weise mindert, zusammen mit dem Aufbau jedoch jegliche alternativen Enden wegfallen lässt.
Das war aber bereits der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen kann. „Lichtblaue Sommernächte“ überzeugt auf der ganzen Linie. Der flüssige Schreibstil und die tolle Handlung ziehen den Leser sofort in das Geschehen. Die einzelnen Charaktere sind – mit all ihren Stärken und Schwächen – detailreich dargestellt und entwickeln sich im Laufe des Buches weiter. Vor allem Tim und Mia machen hier enorme Entwicklungen durch. Der Leser kann mit allen Protagonisten mitfiebern, mitleiden und mitfühlen. Der Autorin gelingt zudem der Spagat zwischen den ernsten Themen und der zugrundeliegenden Liebegeschichte sehr gut.
Mit der episodenhaften Darstellung von Laurens Leben erschafft die Autorin den Eindruck, man würde durch ein Fotoalbum aller wichtiger Situationen im Leben der Protagonisten blättern. Dabei gelingt es ihr, den einzelnen Szenen so viel Kraft, Authentizität und Leben einzuhauchen, dass man sich wünscht, noch tiefer in Laurens Leben eintauchen zu können, um jedes Detail mitzuerleben. Trotz der Zeitsprünge bleibt man dabei immer dicht am Geschehen und verliert nie den Kontakt zur Handlung.
Ein besonderes Augenmerk möchte ich auch noch auf das Cover legen, das nicht nur toll gestaltet, sondern auch hochwertig geprägt ist und mit teils farbigen Coverinnenseiten noch ein besonderes Extra bereit hält. Die Prägung setzt sich auch auf dem Buchrücken und der Coverrückseite fort und sorgt, zusammen mit dem exzellenten Buchsatz, für ein wunderschön anzusehendes Gesamtpaket. Bei solchen Werken bin ich immer wieder froh darüber, dass es noch Printbücher gibt. Auch wenn es bei einem Publikumsverlag eigentlich selbstverständlich sein sollte, möchte ich dennoch kurz erwähnen, dass auch Lektorat und Korrektorat auf ganzer Linie sauber gearbeitet haben.
Mein Fazit? „Lichtblaue Sommernächte“ ist ein gefühlsstarker, mitreißender Roman, der mit tollen Charakteren und einer atmosphärischen Handlung punktet. Ich kann dieses Buch bedenkenlos allen, nicht nur Liebhabern von Liebesromanen, ans Herz legen. Es lohnt sich.
Da ich bereits im Laufe der Woche fast alles gesehen hatte, habe ich mir den Sonntagvormittag freigehalten. Zuerst traf ich mich mit der ohneohrigen Verlagskollegin Veronika Lackerbauer, deren bayrische Krimi-Geschichtensammlungen „Hugo & Leberkäs“ und „Sushi & Weißbier“ am BoD-Stand ausgestellt waren. Im Anschluss kam ich mit Michaela Stadelmann (vielen mittlerweile als Mikaela Sandberg bekannt) und ihrer Familie zusammen. Ich kenne Michaela bereits seit mehr als 2 Jahren, sie war die Verlegerin des, leider mittlerweile aufgelösten, Wunderwaldverlages, in dem ich insgesamt fünf
Kurzgeschichten veröffentlichen durfte. Auf dem Weg zu unserer gemeinsamen Mittagspause stießen wir dabei auf diese Cosplaygruppe, die uns so gut gefallen hat, dass wir das direkt als Foto festhalten mussten :).
Im Rahmenprogramm wurden fast alle bisherigen Gewinner der DCM nochmals präsentiert und das Team hinter den Kulissen vorgestellt. Zudem wurde der DCM vom japanischen Außenministerium eine Urkunde für die Verdienste um die deutsch-japanische Freundschaft und den gegenseitigen Kulturaustausch überreicht. In der Einzelkategorie wurde dieses Jahr ein Cosplay aus dem Kurzfilm „Frozen Fever“ gekrönt. Es machte einen sehr authentischen Eindruck und die Teilnehmerin überzeugte auf ganzer Linie mit einer tollen Performance.
Alles in allem fand ich die Qualität dieses Jahr, vor allem auch bei den Auftritten, sehr hoch. Im ersten Bild sind zentral die Gewinnerin des Einzelwettbewerbes und die Gewinner des Paarwettbewerbes zu sehen, im zweiten Bild alle Preisträger (Platz 1-5 der jeweiligen Kategorie) als Gruppenfoto.
anderen Ländern angesehen und bin dabei, unter anderem, über diese makabre Illustration aus einem mexikanischen oder spanischen Kinderbuch gestoßen, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Auch die Präsentation der Niederlande und Flanderns habe ich besucht, aber auch dieses Jahr konnte mich das Gastland nicht restlos überzeugen.
Literatur, Kinder- und Jugendbuch, Kochbuch, Reisebuch, Kunstbuch etc.), die sich dann auf der FBM der Bewertung der Messebesucher stellten. Den Dreikampf um die meisten Stimmen entschied dabei (entgegen meiner Wertung^^) das Buch „Die 100 wichtigsten Dinge“ aus dem Hatje Cantz Verlag.
aus dem Fairyland, bekommt sie die Aufgabe, vor der Krönung ein halbes Jahr in der realen Welt zu verbringen, um dort Liebe und den Glauben an Märchen zu verbreiten. Dabei verschlägt es sie nach New York. Getrennt von ihrer Familie, ihren Freundinnen und allem, was sie bisher kannte, eröffnet sich für sie eine gänzlich neue Welt. Wird sie in New York ihren Märchenprinz finden?
Vor der Mittagspause ging es dann zu einer Veranstaltung von Prof. Werner Meyer über die Burg Krak des Chevaliers in Syrien, die ganz informativ war und einige spannende Bilder enthielt und vor allem vor dem Hintergrund interessant war, dass die Burg im Rahmen des schrecklichen Krieges teilweise zerstört wurde, durch die zentimetergetreue vorherige Vermessung und Dokumentation jedoch wieder aufgebaut werden könnte.
Doch damit nicht genug der Schreibwettbewerbe. Um 17 Uhr wurde eine weitere Shortlist präsentiert: die Shortlist des Schreibwettbewerbes zur lit.lo
ve 2016 in Kooperation mit dem Magazin Jolie und Twentysix, dem Selfpublishing-Distributor von Random House. Aus mehreren hundert eingesandten Kurzgeschichten wählte die Jury eine Shortlist von fünf Titeln, die alle Freikarten zur lit.love und kostenlose Veröffentlichungen bei Twentysix gewannen. Alle Shortlist-geschichten werden zudem als kostenfreies e-Book veröffentlicht. Der erste Platz wird am 04.11.2016 bekannt gegeben und erhält zusätzlich bezahlte Unterkunft, An- und Abreise zur lit.love, sowie die Veröffentlichung der Gewinnergeschichte in einer Ausgabe des Magazins Jolie! Hier nun die Shortlist in aller Pracht:

bevor ich um 10 Uhr die Buchvorstellung von Stefan Aust zu seiner Biographie über den Journalisten Konrad Heiden, laut Titel „Hitlers erster Feind“, besuchte. Konrad Heiden war ab den 20er Jahren Journalist und betrachtete, aber vor allem beschrieb, den Aufstieg des Nationalsozialismus aus nächster Nähe. Dabei war er einer der wenigen und vielleicht der erste überhaupt, der die große Gefahr erkannte, in die das Land und die Gesellschaft steuerte. Austs Buch enthält zur Illustration seines Lebensweges daher auch viele Texte aus der Feder Heidens, die das Zeitgeschehen mit einem brillianten, fast sarkastischen Ton beschreiben.
Vor der Mittagspause besuchte ich dann noch ein Interview für den Spiegel mit der Autorin Sibylle Lewitscharoff, die ihr neuestes Buch „Das Pfingstwunder“ vorstellte. Das hochinteressante Gespräch drehte sich dabei um Themen wie die Bedeutung von Dantes „Göttlicher Komödie“ und Höllenvorstellungen in der heutigen Zeit. Bisher die ansprechendste Buchdiskussion, die ich in diesem Jahr auf der Messe besucht habe – ich werde mir den Roman direkt mal vormerken.
Kindle Storyteller Awards 2016. Von 1.900 eingereichten Romanen hatten es fünf durch die Wahl der Kindle-Leser auf die Shortlist geschafft, aus denen eine Jury um Astrid Korten und Poppy J. Anderson dann den Preisträger ermittelte, der nicht nur mit 10.000 Euro, einem gigantischen Marketingpaket von 20.000 Euro, sondern vor allem auch mit einem HarperCollins-Verlagsvertrag nach Hause fahren durfte. Gewonnen hat Halo Summer mit „Aschenkindel – das wahre Märchen“, was mich besonders gefreut hat, da das Cover wunderschön ist und „Märchen“ als Buchgenre oftmals nicht genug an Beachtung finden. Da Amazon zudem für Pressevertreter Belegexemplare aller Shortlist-Titel verteilt hat (da hat sich die Pressekarte mal richtig gelohnt :)), werde ich „Aschenkindel“ auch hier auf meinem Blog besprechen, und eventuell auch noch den ein oder anderen der vier „unterlegenen“ Romane vorstellen.
iner kurzen Spontanlesung vom Gewinner des Aspekte Literaturpreises 2016: Philipp Winkler (für den besten Debütroman: „Hool“, der auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 stand). Im Interview für Deutschlandradio-Kultur gewährte er interessante Einblicke in seinen Schaffensprozess und seinen Werdegang. Spannend fand ich vor allem, dass es ihm gar nicht darauf ankam, irgendwas selbst in den Text zu legen, sondern dass er ihn geschrieben hat, damit jeder Leser für sich individuell die Schlüsse daraus ziehen kann.
es für mich dann zu Bodo Kirchhoff, der für seine Novelle „Widerfahrnis“, erschienen in der Franfurter Verlagsanstalt, den Deutschen Buchpreis 2016 verliehen bekommen hat. Im Gespräch für den Spiegel sprach er vor allem über die Themen und Hintergründe der Novelle, eigene Erlebnisse – sowie auch über die Enttäuschung bei der Buchpreisverleihung 2012, als er die Shortlist verfehlte.
ide Veranstaltungen waren gut besucht, aber dennoch hat man gemerkt, dass erst Mittwoch ist. Man konnte sitzen, gut sehen, und hatte nicht das Gefühl zu ersticken. Doch ab 14.30 bekam ich dann einen Vorgeschmack, wie sich das Wochenende anfühlen wird. Für einen Bilderband lotste der Taschen Verlag einen der renommiertesten Künstler der heutigen Zeit nach Frankfurt: den Maler David Hockney, dessen Bilder zu siebenstelligen Summen auf dem Kunstmarkt gehandelt werden, und der Mitglied der Royal Academy of Arts ist. Vor dem – zugegebenermaßen auch nicht ideal gestalteten Veranstaltungsort – drängelten sich bereits dutzende Menschen, sodass man anfangs fast nichts sehen und auch fast nichts hören konnte. Doch nach und nach verließen einige Menschen die Präsentation, sodass ich weiter vorrücken konnte und schlussendlich in der zweiten Hälfte gut hören und sehen konnte, wie der Maler seine Bilder erklärte. David Hockney war eloquent, humorvoll – und wurde unter tosenden Beifallsstürmen verabschiedet, nachdem er eine ganze Stunde stehend an einem Pult hunderte Bilder gezeigt hat. Wer mit 79 Jahren noch körperlich und geistig so fit ist, verdient allein dafür auch schon nochmal Respekt. Da ich allein von dieser Veranstaltung etwa 200 Fotos geschossen hatte (sonst bin ich nicht so, von Bodo Kirchhoff waren es vielleicht 10!), gab mein Handy dann seinen Geist auf.
