[Jahresrückblick] 2016 als Autor

Nachdem ich vor einigen Tagen bereits aus Lesersicht auf das Jahr 2016 zurückgeblickt habe, möchte ich dies heute aus Autorensicht tun.

Abgesehen von der Durststrecke in der Fantasy verlief das Jahr eigentlich ganz solide, sodass ich halbwegs optimistisch ins Jahr 2017 starten kann. Insgesamt sind in 2016 acht Kurzgeschichten und ein Gedicht von mir in verschiedenen Verlags-, SP- und Zeitschriftenpublikationen erschienen. Zudem wurde noch eine weitere Kurzgeschichte von mir angenommen, die allerdings erst 2017 das Licht der Welt erblicken wird. Hierbei muss aber auch berücksichtigt werden, dass für zwei der in diesem Jahr veröffentlichten Kurzgeschichten bereits 2015 der Verlagsvertrag unterzeichnet wurde.

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich 2016 wieder zwei Texte für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen konnte, unterstützt werden mit den jeweiligen Anthologien die „Stiftung Lesen“ und „Aktion Deutschland hilft“. Drei Texte konnte ich in Literaturzeitschriften unterbringen, zwei Verlagsverträge wurden unterzeichnet (davon 1 Gedicht) und ein Text wurde – worauf ich ein bisschen stolz bin – von einer Fachjury aus hunderten Einsendungen auf die fünfköpfige Shortlist des Schreibwettbewerbes zur „Lit.Love 2016“ gesetzt.

Spannend war es, in diesem Jahr neue Genres auszuprobieren (u.a. Steampunk, politische & zeitgenössische Prosa, Fabeln etc.) und sich auch an neue Themen heranzuwagen (dafür sind Ausschreibungen ja auch da!). Zudem habe ich zum ersten Mal einen Text geschrieben, der eine reale, historische Person als Protagonisten aufweist.

Abschließend waren natürlich auch die ganzen Messen und Conventions ein absolutes Highlight. Besucht habe ich die LBM (4 Tage), die LLC (1 Tag), die FBM (5 Tage) und die Lit.Love (1 Tag) – und dabei viele alte Bekannte wiedergesehen und neue Leute kennengelernt :). Ich freue mich bereits jetzt auf das Messejahr 2017 – und werde versuchen, zumindest die vier obigen Veranstaltungen auch wieder in meinen Kalender einzubauen – eventuell kommt auch noch die BuchBerlin hinzu :).

Bevor dieser Beitrag jetzt noch viel länger wird, möchte ich es für heute dabei bewenden lassen – nicht allerdings, ohne darauf hinzuweisen, dass in einigen Tagen dann noch der finale Jahresrückblick aus Bloggersicht folgt :).

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein tolles und erfolgreiches 2017!
Erik

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich möchte mich auf diesem Wege auch noch einmal bei allen Lesern, Kollegen und Freunden bedanken, die 2016 mit wunderbaren Erlebnissen geprägt haben – auf ein mindestens genauso tolles 2017!

Erik

Ps: Stay strong, Carrie! May the force be always with you.

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Krone“

In den letzten Tagen habe ich den abschließenden fünften Roman der Selection-Reihe verschlungen. „Die Kronprinzessin“ ist 2016 bei FISCHER Sauerländer als Hardcover veröffentlicht worden und erschien in der Originalausgabe, ebenfalls 2016, unter dem Titel „The Crown“ bei HarperTeen, New York. Das Buch ist ein klassisches Jugendbuch mit dystopischen Elementen.61ash7-epil-_sx324_bo1204203200_

Wie bereits im Vorgängerband „Die Kronprinzessin“ dreht sich im fünften Teil alles um Prinzessin Eadlyn und das historische Casting, bei dem zum ersten Mal ein Prinzgemahl gesucht wird. Obwohl die Prinzessin es nicht für möglich gehalten hatte, gelingt es einigen Bewerbern, einen Platz in ihrem Herzen zu ergattern. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Last der Krone und unvorhergesehene Ereignisse zwingen Eadlyn dazu, eine folgenschwere Wahl zu treffen. Wird sie dennoch ihrem Herzen folgen?

„Die Krone“ ist ein wahrhaft königlicher Abschluss einer der besten Buchreihen der letzten Jahre. Mit unerwarteten Plottwists gelingt es der Autorin, die Leser bis zuletzt nah an der Handlung zu halten, lässt sie mit Eadlyn und den Bewerbern lachen und weinen. Dabei überzeugen vor allem, die konsequent weiterentwickelten und vielschichtigen Charaktere, bis in die Nebenrollen hinein (man denke nur an Josie, Henri, Lady Brice oder Hale und Ean). Trotz der vielen Handlungsstränge und Figuren werden diese am Ende kunstvoll zusammengeführt und aufgelöst – auch wenn die Welt von Illeá natürlich noch Platz für viele weitere Geschichten bietet (einiger Figuren hat sich Kiera Cass ja auch in den Selection Stories angenommen – ich freue mich bereits jetzt darauf, sie zu lesen).

Ebenso wie der dritte Band („Der Erwählte“) ist auch „Die Krone“ eine Spur politischer als der Vorgängerband. Dennoch gelingt es hier ebenfalls, im Gegensatz zur „Panem“-Buchreihe, dies nicht überhand nehmen zu lassen und die eigentliche Liebesgeschichte damit zu stützen. Gleichsam begeistert es mich immer noch, wie es Kiera Cass gelungen ist, hier fünf gleichwertige Bücher zu schaffen und nicht Stück für Stück während der Reihe an Qualität abzubauen.

Es müsste eigentlich keine Erwähnung mehr finden, aber der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht lesbar, das Cover erneut eine wahre Augenweide und sehr gelungen. Das Lektorat hat gut gearbeitet, und im Vergleich zum Vorgängerteil ist hier auch die Fehlerquote wieder minimiert worden – ein exzellentes Korrektorat.

Mein Fazit? „Die Kronprinzessin“ ist ein würdiger Abschluss einer der besten Jugendbuchreihen, zumindest mal der letzten Jahre. Der Roman besticht mit sympathischen, vielschichtigen Charakteren und einer tollen, überraschenden und spannenden Handlung. Ein absolutes Muss für Jugendbuch- oder Dystopiefans. Über Kiera Cass wird man sicherlich noch viele, viele Jahre reden – auf meinen SuB wandert jetzt zumindest vorerst mal automatisch jedes weitere Buch von ihr.

[Jahresrückblick] Lesehighlights 2016

Langsam aber sicher neigt sich 2016 dem Ende zu. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, Euch meine Lesehighlights des Jahres zu präsentieren. Eigentlich wollte ich die Liste auf drei Bücher beschränken, aber nach reiflicher Überlegung habe ich die Zahl auf fünf erhöht, da ich mich sonst nicht hätte entscheiden können. Mit dabei: Kiera Cass, Manuela Inusa, Emily Bold, Halo Summer und Alexandra Kleeman.

Im vergangenen Jahr habe ich rund 35-40 Bücher gelesen, was ich von der Menge her ganz okay finde. Für 2017 hoffe ich, auch wenigstens 26 Bücher lesen zu können, damit es hier auf dem Blog nicht allzu langweilig wird ;).

Aber nun genug der Vorrede – auf zu den Platzierungen :).

Mein absolutes Lesehighlight 2016 ist die Selection-Reihe von Kiera Cass. Ich habe die Bände 1-4 gelesen und den fünften nahezu beendet. Die Reihe hat mich begeistert, amüsiert und zu Tränen gerührt. Kiera Cass ist es gelungen, über alle Bände hinaus durchweg exzellente Jugendbücher zu schreiben, die zu den Besten gehören, die das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Meine Besprechungen der ersten vier Bände können hier abgerufen werden: Band1, Band2, Band3, Band4.

Auf einem geteilten zweiten Rang stehen Halo Summers „Aschenkindel“ (Rezension) und Alexandra Kleemans „A wie B und C“ (Rezension). „Aschenkindel“ gelingt es, dem Märchengenre einen modernen Glanz zu verleihen. Eine charmant-freche Handlung kombiniert mit einem tollen Schreibstil sorgen dafür, dass der „Kindle-Storyteller-Award“ 2016 zurecht an Halo Summer ging – ein absoluter Stern am SP-Himmel. „A wie B und C“ ist das Debüt von Alexandra Kleeman, einer amerikanischen Autorin. Es ist bizarr, sprengt alle Konventionen und verfolgt einen in den Träumen. Die unangepasste, dystopische und gesellschaftskritische Story ist vielleicht das ungewöhnlichste Buch, das ich je gelesen habe – aber mit Sicherheit auch eines der Werke, das mir am Längsten in Erinnerung bleiben wird.

Und auf den geteilten dritten Platz möchte ich zwei Bücher von Hybridautorinnen setzen, die vor Gefühlen nur so strotzen. Emily Bolds „Lichtblaue Sommernächte“ (Rezension) ist eine Ode an das Leben, gefühlsstark, romantisch und traurig zugleich. Der Schicksalsroman beeindruckt mit einer atmosphärischen Handlung, die den Leser packt, nicht mehr loslässt und zu Tränen rührt. Ganz anders Manuela Inusas „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ (Rezension). Der Feel-Good-Roman um Penny Lane Rogers und Jane Austen überzeugt mit toll herausgearbeiteten gegensätzlichen Charakteren und unerwartet-humorvollen Szenen. Zusammen mit einer umfassenden Recherche und einem überzeugenden Ende hat mich auch Manuela Inusas Blanvalet-Debüt überzeugt.

Was waren Eure Lesehighlights 2016? Was hat Euch begeistert, fasziniert – oder vielleicht auch enttäuscht? Habt Ihr die obigen Bücher auch gelesen? Dann ab damit in die Kommentare! 🙂

Ich wünsche jedenfalls jetzt schonmal ein frohes Weihnachtsfest! 🙂
Erik

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Selection – Die Kronprinzessin“

In den letzten Tagen hab ich den vierten Band des weltweiten Phänomens „Selection“ gelesen. „Die Kronprinzessin“, erschienen in der zweiten Auflage als Hardcoverausgabe August 2015 bei FISCHER Sauerländer, wurde ursprünglich unter dem Titel „The Heir“ 2015 bei HarperTeen, New York, veröffentlicht. Das Buch ist am ehesten dem Genre „Jugendbuch“ zuzuordnen und spielt in einer dystopischen Zukunft.

Während man in der ursprünglichen Selection-Trilogie noch das Leben von America51m2b2idzw3l-_sx324_bo1204203200_ Singer, Casting-Teilnehmerin und später Königin von Illeá, verfolgte, erhält man im vierten Band einen Einblick in das Leben ihrer Tochter, Prinzessin Eadlyn.
Trotz der Abschaffung des Kastensystems ist in Illeá keine Ruhe eingekehrt. Immer wieder bilden sich in einigen Landesteilen Krisenherde und es wird offen gegen die Monarchie rebelliert. König Maxon weiß sich daher nicht anders zu helfen, als erneut ein Casting abzuhalten. Nur zögerlich stimmt Eadlyn dem Vorschlag zu, glaubt sie doch nicht an die große Liebe. Doch als dann die 35 jungen Bewerber im Palast einziehen, ändert sich ihr Leben schlagartig. Wird es einer der Männer vielleicht doch schaffen, ihr Herz zu erobern?

„Die Kronprinzessin“ ist eine gelungene Fortsetzung, der eigentlich beendeten Selection-Reihe. Kiera Cass gelingt es dabei vor allem, nahtlos an das Geschehen anzuknüpfen und den Zauber der ersten drei Bände aufrechtzuerhalten, sei es durch die Wiederkehr liebgewonnener Charaktere oder die konsequente Weiterentwicklung der Geschichte Illeás. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, hier einen nutzlos nachgeschobenen Band zu lesen, vielmehr schafft es die Autorin, offene Fragen der ursprünglichen Trilogie aufzulösen und die Geschichten miteinander zu verweben. Gleichsam ist die Geschichte um Prinzessin Eadlyn auch keine bloße Kopie des alten Castings, sondern gänzlich anders. Eigene Konflikte und Motive, vielschichtige und interessante Charaktere sorgen für eine Handlung, die einen nicht mehr loslässt und mich teils amüsiert, teils zu Tränen gerührt hat.

Ich stecke bereits mitten im fünften Band und so langsam gehen mir die Worte aus, zu beschreiben, wie sehr ich von Selection überrascht und begeistert wurde (und wenn ich mir vorstelle, dass auch noch die beiden Selection-Stories-Bände bereits hier liegen, bin ich einerseits froh, dass ich Illeá noch nicht so bald verlassen muss, andererseits besorgt, da mir langsam die Superlative ausgehen).

Wie nicht anders zu erwarten war, hat auch bei „Die Kronprinzessin“ der flüssige und leicht lesbare Schreibstil der Autorin überzeugt. Das Cover ist – erneut – exzellent gelungen und ein wahres Meisterwerk. Auch das Lektorat hat gut gearbeitet. Als einziger Kritikpunkt sind (im Gegensatz zu den Vorgängerbänden) dem Korrektorat hier doch ein paar mehr Fehler durchgerutscht, zumindest in der mir vorliegenden Auflage. Dies jedoch immer noch in einer Seltenheit, die dem Lesevergnügen absolut keinen Abbruch tut.

Mein Fazit? „Selection – Die Kronprinzessin“ ist ein toller Jugendroman, der nahtlos an die „Selection“-Trilogie anknüpft. Perfekt ausgearbeitete Charaktere und eine spannende und unterhaltsame Handlung sorgen dafür, dass der neuerliche Ausflug nach Illeá zu einem tollen Erlebnis führt. Bedenkenlos – nicht nur für Jugendbuchleser – zu empfehlen.

In den nächsten Tagen werde ich dann noch Band 5 vorstellen, und als Jahresabschluss meine Lesehighlights 2016 einordnen. Es überrascht nach dieser Rezension wohl niemanden, dass auch die Selection-Reihe dort vertreten sein wird.

[Buchgedanken] Emma C. Moore: „Finian Blue Summers“

In den letzten Tagen habe ich einen der Finalisten des diesjährigen „Kindle Storyteller Awards“ gelesen: „Finian Blue Summers“ von Emma C. Moore. Das Buch ist 2016 im Selfpublishing erschienen und eine Mischung aus Liebes- und Schicksalsroman. Bei Emma C. Moore handelt es sich um ein offenes Pseudonym der Autorin Marah Woolf. Auch hier vielen Dank an Amazon für das Presseexemplar im Rahmen der Preisverleihung des „Kindle Storyteller Awards“ auf der Frankfurter Buchmesse.

Die neunzehnjährige Rayne ist eine weltbekannte Violinistin und begeistert Millionen 51c-epkakjl-_sx336_bo1204203200_Menschen mit ihrer Musik. Doch während ihre dominanten Eltern sie von Konzert zu Konzert hetzen und jede Facette von Raynes Leben genau planen, wünscht sie sich doch nur, ihre eigenen Wünsche auch einmal erfüllen zu können. Daher sammelt sie diese heimlich in einem Wunschglas. Als ihre Eltern Rayne dann verweigern, ihre sterbende Großmutter ein letztes Mal zu besuchen, weiß diese sich nicht mehr zu helfen, flüchtet sich ins Schweigen und wird in eine Nobelklinik eingeliefert. Dort lernt sie den charmanten und sympathischen Praktikanten Finian Blue Summers kennen, und ein neues Leben beginnt.

„Finian Blue Summers“ ist ein Roman über das Leben und die Liebe, der vor Gefühlen nur so strotzt. Mit vielen überraschenden Wendungen gelingt es der Autorin, den Leser immer wieder zu packen und bei der Stange zu halten – selten fiel es mir schwerer, eine halbwegs spoilerfreie Rezension zu schreiben. Die Geschichte wird kapitelweise abwechselnd in der Ich-Perspektive aus Sicht von Rayne und Finian erzählt. Auch wenn ich mit mehreren Ich-Erzählern üblicherweise nicht so recht warm werde, hat mir dies hier ausnehmend gut gefallen, konnte man so doch eine Bindung zu beiden Protagonisten aufbauen und mehr über die Beweggründe und Motive der beiden erfahren.

Ohnehin lebt der Roman von seinen toll ausgearbeiteten Charakteren. Nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch die Nebenfiguren (egal ob Niam, Cassie oder Sheryl) sind absolute Sympathieträger und bringen die Geschichte voran. Die Protagonisten, mit all ihren Stärken und Schwächen, entwickeln sich während der Handlung weiter und verharren nicht in ihren anfänglichen Verhaltensmustern. Neben den Charakteren überzeugt auch die Handlung, die dem Leser jedoch mit ihren Irrungen, Wirrungen und überraschenden Wendungen viel abverlangt. In diesem Sinne ist „Finian Blue Summers“ (ähnlich wie das bereits besprochene Buch „Lichtblaue Sommernächte„) auch ein ausdrucksstarkes Plädoyer für das Leben, für die Sehnsucht und das Verwirklichen von Träumen und Wünschen.

Das Cover ist gut gelungen, nach dem Lesen der Geschichte erkennt man auch jeweils die Bedeutung der einzelnen Elemente auf dem Cover. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, kleinere Fehler im Text und im Buchsatz sind bei der Endkorrektur aber durchgerutscht, was den Lesefluss und das Lesevergüngen jedoch nicht mindert. Zudem ist der Schreibstil der Autorin flüssig und leicht lesbar.

Mein Fazit? „Finian Blue Summers“ ist ein rundum überzeugender Liebesroman, nicht nur für Leser des Genres zu empfehlen. Ein würdiger Finalist des „Kindle Storyteller Awards“ und – neben Aschenkindel – eine weitere Perle auf dem Selfpublishermarkt.