Und auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Noch immer Zeit zu lieben“ ist dabei der neue Liebesroman von Heike Abidi aus dem Penguin Verlag, der die Leser:innen nach Stockholm entführt, während „Astro-Tims Sternstunden“ von Tim Julian Ruster (Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG) eine Reise in die unendlichen Welten des Weltalls unternimmt. Große Gefühle vs. unendliche Weiten – ich bin schon gespannt, was mich mehr begeistert.
Wie stellt Ihr Euch die Zukunft der Raumfahrt vor?
In den nächsten Tagen habe ich wieder einige Neuzugänge und Rezensionen für Euch. Den Anfang machen heute zwei Romane, die mich als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. Während „Heute alles und morgen vielleicht“ von Suza Summer (Kampenwand Verlag) die Leser:innen dabei in ein Chalet in den Schweizer Alpen entführt, reist man in „Die Frauen hinter der Tür“ von Roddy Dole (GOYA Verlag, JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH) erneut mit dem renommierten Booker Prize Gewinner nach Irland. Ich bin mal gespannt, welche Reise mich mehr begeistert.
In welches Land würdet Ihr – real oder literarisch – gern einmal reisen?
In der letzten Zeit habe ich auch „Um jeden Preis“ von Hera Lind gelesen. Der Roman ist 2025 im Knaur Verlag, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG veröffentlicht worden und als (historische) Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
1944 beginnt für die 16-jährige Lydia ein Alptraum, der nicht enden will: Als die Rote Armee auf ihr kleines Dorf bei Odessa in der Ukraine vorrückt, flieht die Familie. Sie schaffen es sogar bis nach Deutschland, doch sie werden zurückgeholt. Mit Mutter und vier Geschwistern wird Lydia bei minus 50 Grad nach Sibirien verschleppt. Zwölf unbarmherzige Jahre lang kämpft sie in einem Gulag ums Überleben und wird Mutter von acht Kindern, von denen sechs überleben. Als man sie endlich aus dem Lager entlässt, ist der eiserne Vorhang dicht. Weitere zwölf Jahre irrt sie mit den Kindern durch die Sowjetunion, immer nur ein Ziel von Augen: um jeden Preis mit ihnen nach Westdeutschland gelangen, auch wenn sie da noch nie war. Denn Deutschland ist ihre Heimat!
„Um jeden Preis“ ist mein erster Roman von Hera Lind – und er lässt sich nicht so einfach einem Genre zuordnen. Beworben als Tatsachenroman, hat das Buch klare biografische Aspekte, beruht die Geschichte doch auf einer wahren Begebenheit. Da aber nicht ganz klar ist, wo hier die Trennlinie zwischen Realität und Fiktion verläuft und wie zuverlässig Erinnerungen an traumatische Erlebnisse sind, habe ich es der Einfachheit halber bei der Eingruppierung als (historische) Familiensaga belassen, wobei die Kategorisierung als Romanbiografie genauso vertretbar gewesen wäre.
In dem Roman begleitet man die Mitglieder der Familie Groß (später größtenteils Judt) in den Jahren von 1927 bis 2021, wobei die Zeit bis 1944 größtenteils ausgespart wird und auch die späten Jahrzehnte größtenteils gerafft werden – hier hätte das ein oder andere Kapitel jeweils noch gut getan, auch wenn man den Roman dann wohl auf zwei Bände hätte strecken müssen. Erzählt wird die Geschichte dabei überwiegend in einer Ich-Perspektive aus Sicht von Lydia, wobei irritierenderweise später weitere Ich-Perspektiven eingestreut werden. Und auch wenn dies im Nachwort durchaus begründet wird, reißen diese Perspektiven doch etwas aus dem Lesefluss und stören die Stringenz, endet damit doch auch die streng chronologische Erzählung der Ereignisse.
Weiterführende Aussagen zur Handlung und zu den Personen verbieten sich aufgrund des starken biografischen Charakters des Romans, auf den Einstieg, der die Entstehungsgeschichte des Romans dargestellt hat, hätte ich jedoch verzichten können – mir hätte das im Nachwort gereicht. Viel lieber wäre ich direkt in Lydias Geschichte eingetaucht, die man noch mit einem Stammbaum oder vielleicht einer Karte, die die unglaublichen Wege der Familie illustriert, hätte versehen können.
Abgesehen davon bietet das Buch anhand des persönlichen Schicksals der Familie einen guten Überblick über die Geschichte der Russlanddeutschen, über die Vertreibung, die Willkür und Grausamkeiten, denen die Kriegsvertriebenen ausgesetzt waren und illustriert an kleinen Beispielen aber auch die Momente der Menschlichkeit, die manchmal den Unterschied zwischen Tod und Leben ausmachen konnten – viel zu sehr ist das teils in Vergessenheit geraten.
Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist konservativ und fehlerfrei. Der Buchumschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das Titelmotiv setzt sich gut über den Buchrücken und die Coverrückseite hinweg, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, das sich von der Gestaltung auch in die Reihe der anderen Tatsachenromane von Hera Lind integriert. Insgesamt ist mir das Covermotiv aber etwas zu beliebig, auch wenn es natürlich Anklänge zur Handlung zeigt – ein Eyecatcher sieht dann doch anders aus.
Mein Fazit? „Um jeden Preis“ ist eine Familiensaga nach einer wahren Begebenheit, die mit aufrüttelnden und berührenden Schicksalen punktet und dabei nur kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen ab 16 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.
In der letzten Zeit erreichten mich auch diese beiden Neuzugänge als Gewinne von Buchverlosungen auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Bach bewegt“ von Knut Elstermann (BeBra Verlag GmbH) ist dabei ein Werk über die Rezeption des großen Komponisten im Film, während „Harry Styles: Hero der Pop-Moderne“ von Annie Zaleski (Verlag Delius Klasing GmbH) einen Superstar der aktuellen Musikszene in einem monumentalen Bildband porträtiert. Moderne gegen Klassik – ich bin auf beide Werke schon unglaublich gespannt.
Welche musikalische Stilrichtung dominiert Eure Playlisten?
Bevor es in den nächsten Tagen mit Rezensionen weitergeht, möchte ich Euch heute erstmal wieder zwei Neuzugänge vorstellen, die mich in der letzten Zeit als Rezensionsexemplare erreicht haben – vielen Dank dafür! „Marmeladensommer“ von Persephone Haasis (Penguin Verlag) kam dabei im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, während „A Curse so Divine – Die Nacht, die uns verschlingt“ von Emily Bähr (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag) auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse an Blogger verteilt wurde – beide Verlage gehören zur Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH. Und während mich in Emilys Buch ein echter, auferstandener Gott erwartet, kann Persephone (die ich übrigens ebenfalls in Leipzig getroffen habe) in ihrem Werk immerhin göttliche Genüsse vorweisen, verspricht der Roman doch auf der Coverrückseite verführerische Marmeladenrezepte. Ich bin daher schon ganz gespannt! 🙂
In den letzten Tagen habe ich auch „Nuria“ von Sigrid Zeevaert gelesen. Das von Eleanor Sommer illustrierte Buch ist 2025 im Tulipan Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als illustriertes Kinderbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Im hektischen Alltag der Eltern ist kaum Platz für die achtjährige Nuria. Sie bemüht sich, nicht anzuecken, auch wenn immer wieder was schief läuft. Und so stimmt sie zu, die Ferien bei ihrer eigensinnigen Oma zu verbringen, die sie seit langem nicht gesehen hat, während ihre Eltern mit einem Urlaub zu zweit ihre Ehe retten wollen. Völlig überraschend nimmt Oma Ella Nuria mit auf ihren alten Lastenkahn, um einen Auftrag zu erledigen. Und so beginnt eine abenteuerliche Reise den Fluss entlang. Auch wenn alles fremd für Nuria ist, ist sie entschlossen, sich zu bewähren. Und ihrer Oma, die ihr nichts zutraut, die Stirn zu bieten. Als ein Unwetter den Kahn in Not bringt, ist Nurias Gelegenheit gekommen, zu beweisen, wozu sie fähig ist.
„Nuria“ ist ein mit sporadischen Illustrationen versehenes Kinderbuch, das seitens des Verlags für Leser:innen ab acht Jahren empfohlen wird, eine durchaus altersgerechte Einschätzung. Es ist mein erstes Buch der Kinderbuchautorin Sigrid Zeevaert, die schon dutzende Titel für junge Leser:innen geschrieben hat. Beworben wird das Werk dabei als Buch „über Mut und Selbstbestimmung, die Begegnung mit der Natur und das Miteinander der Generationen“.
Und während diese Themen durchaus angesprochen werden, ist die Handlung grundsätzlich vorhersehbar aber altersgerecht. Allerdings hätten einige Probleme durchaus noch vertieft, einige Konflikte genauer aufgearbeitet werden können – selbst für eine so junge Leserschaft. Und während auch das Ende nicht völlig überzeugt, gelingt es dem Buch – trotz der kleineren Schwächen – dennoch, gerade in der Fahrt mit dem Kahn das Gefühl eines Roadmovies aufkommen zu lassen – und die Liebe zur Natur zu feiern.
Das Setting kann daher vollends überzeugen und gleiches gilt für die schwarz-weißen Bilder von Eleanor Sommer, die sporadisch eingestreut sind und die Handlung wundervoll illustrieren – davon hätten es durchaus noch ein oder zwei mehr sein können. Dabei bilden die Illustrationen und der Text eine wundervolle Einheit, die auch durch den toll gestalteten Buchsatz ergänzt und vervollständigt wird.
Die einzelnen Figuren sind natürlich sehr schematisch gezeichnet, für wirkliche Detailtiefe fehlt allerdings auch der Platz. Während Ella dabei wenig nachvollziehbar handelt und für Irritationen sorgt, können wichtige Nebencharaktere wie Peter und Charly (ja, der Hund) überzeugen. Sigrid Zeevaerts Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen, ist altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anlaufen, auch im Zusammenspiel mit den Illustrationen.
Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz ist – wie oben schon beschrieben – wunderschön, auf die teils spoilernden Kapitelüberschriften hätte aber verzichtet werden können. Das Covermotiv ist wunderschön, greift den Buchsatz und die Handlung auf, wird aber zum Buchrücken hin krass unterbrochen – genau wie zur Coverrückseite, die sonst ebenfalls toll gestaltet ist.
Mein Fazit? „Nuria“ ist ein illustriertes Kinderbuch für Leser:innen ab acht, das wichtige Themen anspricht, aber etwas an der Oberfläche verbleibt, dafür mit seinen Illustrationen glänzen kann. Für Leser:innen ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter dennoch bedenkenlos zu empfehlen.
In den letzten Tagen habe ich auch „Golden State of Mind“ von Sophie Mauve gelesen. Das Buch ist 2023 im Selfpublishing über epubli veröffentlicht worden und als New Adult Romance einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Sie war auf der Schauspielschule in Los Angeles. Demi weiß, was sie kann. Doch das Glück, auf der großen Leinwand zu strahlen, scheint ihr nicht vergönnt zu sein. Stattdessen verkauft sie im Kino am Hollywood Boulevard nur überteuertes Popcorn. Weil der, ihrer Meinung nach, heißeste Schauspieler aller Zeiten eine neue Hauptrolle übernimmt, bewirbt Demi sich für diesen Film als Komparsin. Sie bekommt den Job. Das heißt, sie darf ihrem Nick näher kommen, als sie je zu träumen gehofft hatte. Doch die Nähe zwischen den beiden entfesselt ein Verhalten in ihr, welches eigentlich hinter Gitter gehört. Hinter Gittern? Ja, da wäre sie nun gern … hinter all den Gittern der eisernen Tore, die die Villen der Hollywood Hills vor Eindringlingen schützen sollen. Für Demi sind sie kein Hindernis. Doch besser wäre, sie würden eins darstellen …
„Golden State of Mind“ ist mein erster Roman von Sophie Mauve, dem Pseudonym einer deutschen Texterin für ihre Fantasy, Romance und Young Adult Bücher. Dabei ist dieses Werk, das im Titel sicherlich an den berühmten Song „New York State of Mind“ erinnern möchte, nicht so einfach zu kategorisieren, wird es doch von der Autorin selbst durchaus als Dark Romance beworben – und auch die Triggerwarnung geht in die Richtung. Doch trotz der dysfunktionalen, kaputten Charaktere reicht es mir dafür nicht ganz, sodass ich es sinnigerweise als New Adult Romance kategorisiert habe – so fühlt es sich zumindest an, auch wenn der Übergang sicherlich fließend ist.
Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich, in Teilen jedoch auch vorhersehbar. Dabei wird diese größtenteils aus der Ich-Perspektive von Demi erzählt, allerdings stoßen irritierenderweise relativ spät im Buch ohne große Ankündigung weitere Erzählperspektiven (auch ein zusätzlicher Ich-Erzähler) hinzu – darauf hätte man gut und gern auch verzichten können, ohne den Handlungsbogen zu beeinträchtigen. Sonst ist die Handlung wie angekündigt dennoch etwas dunkel, sehr erratisch, mit dysfunktionalen Beziehungen auf allen Ebenen – einzig und allein die Freundschaft zwischen Demi und Kalisha ist noch halbwegs normal.
Das Setting kann hingegen auf ganzer Linie brillieren. So entführt uns die Autorin nicht nur nach Los Angeles in die Stadt der Engel, sondern auch an diverse Filmsets, in Castingprozesse und mitten hinein in die Schattenseiten der Filmwelt. Dabei klingt der fiktive „Orion Nebula“ nach einem Film, den ich gern im Kino gesehen hätte – Space Opera vom feinsten, wie eine Mischung aus Firefly und Robin Hood. Unterstützt wird das tolle Setting durch eine wundervolle Playlist, die dem Roman vorangestellt wurde und Songs u.a. von Taylor Swift und Zendaya enthält – was will man mehr?
Die einzelnen Figuren hingegen sind relativ schwierig zu fassen, da sie so kaputt sind – und daher teils doch eher eindimensional. Insbesondere Demi handelt hier obsessiv und wenig nachvollziehbar und auch Nick ist unglaublich wankelmütig, am ehesten können daher noch River und Kalisha überzeugen. Sophie Mauves Schreibstil ist zudem leicht und flüssig zu lesen und lässt – bei dem Thema auch nicht schwer – das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Lektorat/Korrektorat ist durchaus einiges durchgerutscht, was den Lesefluss leicht schmälert, der Buchsatz ist hingegen solide und beginnt – ein Lob dafür – jede Sequenz auf einer ungeraden Buchseite. Das Covermotiv zieht sich gut über Buchrücken und Coverrückseite, sorgt so für ein einheitliches Gesamtbild und ist durchaus ansprechend, auch zusammen mit der Typographie – die Coverrückseite wirkt jedoch etwas überladen.
Mein Fazit? „Golden State of Mind“ ist New Adult Romance, die vor allem mit dem tollen Setting punktet, deren Protagonist:innen aber nicht wirklich überzeugen. Für Leser:innen, die der fließende Übergang zu Dark Romance nicht stört, dennoch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
Vor kurzem habe ich auch „43 Gründe, warum es aus ist“ von Daniel Handler gelesen. Das von Maira Kalman illustrierte und von Birgitt Kollmann übersetzte Jugendbuch ist in der vorliegenden Ausgabe 2025 in der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG erschienen, die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel „Why we broke up“ bei Little Brown & Co., New York, eine erste deutsche Übersetzung 2013, ebenfalls bei Hanser. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de
Der gutaussehende Ed ist der Star der Basketballmannschaft, die 16-jährige Min eine sensible, künstlerisch begabte Filmnärrin, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Als sich beide auf einer Party begegnen, funkt es gewaltig. Doch beim näheren Kennenlernen zeigt sich, wie grundverschieden sie sind. Ihre Beziehung ist kurz, aber heftig – voller Überraschungen und Entdeckungen, voll Bemühen und Enttäuschung. In einem glühenden Brief erklärt Min Ed, warum es aus ist – und gibt ihm all die Dinge zurück, die in ihrer Beziehung eine Rolle gespielt haben.
„43 Gründe, warum es aus ist“ ist mein erster Roman des weltbekannten Autors, aus dessen Feder auch die Megabestseller-Reihe „A Series of Unfortunate Events“ entstammt, die unter dem Pseudonym Lemony Snicket veröffentlicht wurde. Da auch Illustratorin und Übersetzerin hochdekoriert sind, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch – und konnten nicht in Gänze erfüllt werden, doch dazu später mehr. Denn die Genrezuordnung fiel in jedem Fall noch leicht, handelt es sich bei dem Werk doch klar um ein Jugendbuch, das vom Verlag für Leser:innen ab zwölf Jahren empfohlen wird, eine durchaus realistische Alterseinschätzung, die allerdings wirklich die untere Grenze darstellen sollte. Eine geplante Verfilmung des Buches wurde eingestellt.
Die (altersgerechte) Handlung schildert dabei die Geschichte einer gescheiterten Beziehung in 43 Objekten. Und während die Idee durchaus innovativ ist und in Zusammenarbeit mit den Illustrationen von Maira Kalman toll umgesetzt wird, taucht hier bereits das erste Problem auf. Denn durch das vorweggenommene Ende fehlt es an Spannung, die Geschichte wird antiklimaktisch und entwickelt dadurch auch Längen. Hierbei mischt Daniel Handler die atypische Lovestory mit jugendtypischen Themen wie Peer Pressure und familiären Problemen.
Das Setting vermag hingegen zu überzeugen. Eingebettet in ein übliches klein-/mittelstädtisches amerikanisches Setting, spielt sich die Geschichte einmal quer durch die Stadt und macht unter anderen an der High School, in den Kinos und einem teuren Spezialitätenrestaurant halt – um nur einige der Schauplätze zu nennen. Dabei wird durch Mins Liebe zu dem Kino früherer Jahrzehnte nahezu jede Szene mit (fiktiven) filmischen Szenen illustriert, mit Zitaten bestückt, mit Schauspieler:innen und Handlungssträngen abgeglichen – eine tolle Hommage an die alten Zeiten.
Maira Kalmans Bilder illustrieren die titelgebenden 43 Objekte und hauchen ihnen Leben ein, etwas, das den Figuren durchaus teilweise fehlt. So haben Ed und Min tolle Momente, sie handeln aber gelegentlich auch nicht nachvollziehbar, sind – wie auch einige der Nebencharaktere – teils noch etwas schematisch dargestellt. Daniel Handlers Schreibstil lässt dabei in Zusammenarbeit mit den Bildern das Kopfkino durchaus anlaufen und sich größtenteils leicht und flüssig lesen, die Dialoge lassen hierbei aufgrund unklarer Sprecher:innen-Zuordnung den Lesefluss dann aber doch etwas stocken.
Die Buchgestaltung kann größtenteils glänzen. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz überrascht durchaus. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen, aber eintönigen Coverinnenseiten versehen, Cover, Coverrückseite, Buchrücken und Farbschnitt mit den Gegenständen illustriert, die eine Verbindung zur Story herstellen. Insgesamt ist der Umschlag dennoch etwas eintönig und trotz der tollen Aufmachung das Cover eher kein Eyecatcher.
Mein Fazit? „43 Gründe, warum es aus ist“ ist ein ambitioniertes Jugendbuch mit toller Idee und schönem Setting, das aber etwas in der Umsetzung verliert und in den Dialogen nicht gänzlich überzeugt. Für Leser:innen und Filmliebhaber:innen ab zwölf Jahren dennoch noch zu empfehlen.
Bevor es in den nächsten Tagen wieder einige Rezensionen von mir gibt, möchte ich Euch heute noch zwei Kinder-/Jugendbücher vorstellen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Nuria“ von Sigrid Zeevaert (Tulipan Verlag) ist dabei ein von Eleanor Sommer illustriertes Buch für Leser:innen ab acht Jahren, während „Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“ von Fabiola Turan (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag) ab 10 Jahren empfohlen wird. Beide Verlage sind Teil der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH – und entführen mit den Büchern die Protagonist:innen auf ungewöhnliche Verkehrsmittel. So wird Nuria von ihrer Oma auf einen Lastenkahn mitgenommen, während Artemis sich auf der „Dreamcatcher“, einem fliegenden Schiff, wiederfindet.
Mit welchem Verkehrsmittel würdet Ihr gern einmal reisen?
Heute möchte ich Euch noch zwei Neuzugänge zeigen, die auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse als Lese- und/oder Mängelexemplare verteilt worden sind. „BASTARDS“ von J. S. Wonda (Wondaversum) ist dabei die Neuauflage eines Romans aus dem Genre Dark Romance (zuerst 2018 als „BROTHERS: Spiel um Rache“ erschienen), während „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ von Fabio Nola (dtv Verlagsgesellschaft) den Auftakt der Neapel-Krimireihe um den gleichnamigen Commissario darstellt. Unterschiedlicher könnten die Bücher wohl kaum sein – ich bin schon gespannt, welches mir besser gefällt.
Habt Ihr schon ein Buch aus dem Genre „Dark Romance“ gelesen?