[Buchgedanken] Davide Morosinotto: „Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten“

Vor kurzem habe ich auch „Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten“ von Davide Morosinotto gelesen. Das Buch ist 2025 bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH veröffentlicht worden, eine italienische Originalausgabe war nicht auffindbar. Das Buch ist dabei als historischer Jugendkrimi einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Dr. Cornelia Panzacchi verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Nürnberg 1829. Greta hastet durch dunkle Gassen. Sie muss Kaspar Hauser treffen, den mysteriösen Fremden, der allen ein großes Rätsel aufgibt. Wurde er als Kind tatsächlich viele Jahre lang in einem Keller gefangen gehalten, wie er behauptet? Gemeinsam mit ihrem Vater, dem berühmten Meisterdetektiv Dr. Grimaldi, stößt Greta auf ein immer größeres Dickicht aus Täuschungen und Geheimnissen …

„Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten“ ist mein erstes Buch des hochdekorierten Kinder- und Jugendbuchautoren Davide Morosinotto. Bei dem Buch handelt es sich nach derzeitigen Kenntnissen um einen Einzelband, auch wenn hier durchaus Potential für eine ganze Reihe bestünde. Dabei lässt sich das Buch gar nicht so einfach einem Genre zuordnen, ist zuvorderst ein Jugendroman, der ein historisches Setting besitzt. Zugleich ist es aber auch ein Detektivroman, ein Krimi und ein bisschen auch Märchen und Volkssage, ist das Phänomen Kaspar Hauser doch ein mittlerweile Jahrhunderte altes Mysterium.

Die Handlung ist abwechslungsreich, kurzweilig und spannend und wird aus der Sicht der 14-jährigen Greta Grimaldi erzählt, die mit ihrem Vater die Drohungen gegen Kaspar Hauser untersucht. Das Ende ist hierbei leicht antiklimaktisch, ein Epilog führt jedoch nochmal zu einem Twist, der die Geschichte abrundet. Insgesamt ist die Handlung durchaus altersgerecht, wenn auch eher ab einem Lesealter ähnlich zu Gretas und nicht bereits ab elf Jahren, wie teils empfohlen.

Das Setting kann auf ganzer Linie glänzen. So entführt der Autor die Leser:innen ins Nürnberg des 19. Jahrhunderts, mitten hinein in eines der größten Rätsel der deutschen Geschichte. Dabei verknüpft Davide Morosinotto das Mysterium Kaspar Hauser mit jugendlichem Coming of Age, spinnt den Kriminalfall weiter und verzahnt diesen sogar mit einer zarten Liebesgeschichte. Unterstützt wird die Erzählung hier von brillanten Illustrationen aus der Feder von formlabor, die großflächig eingebunden sind und das Lesevergnügen nochmals maßgeblich steigern.

Die einzelnen Figuren sind – im Wesentlichen – vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben der titelgebenden Greta vor allem die Darstellung von Kaspar Hauser und Dr. Grimaldi, während Martha und Oskar teils nicht nachvollziehbar handeln. Davide Morosinottos Schreibstil ist dabei altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen, gerade auch gemeinsam mit den Illustrationen von formlabor.

Die Buchgestaltung brilliert ebenfalls. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ein tolles Zusammenspiel zwischen Text und Bild. Der Buchumschlag ist mit gold-glänzenden Elementen und mit farbigen Coverinnenseiten versehen, insgesamt durchaus ein Eyecatcher. Das Cover ist dabei durchaus genretypisch, farblich toll gestaltet und weist Anklänge an die Handlung auf. Unterstützt wird die Handlung hierbei noch durch die tollen Karten von Nürnberg in den Coverinnenseiten, gegebenenfalls hätte man am Ende noch einen Zeitstrahl einfügen können.

Mein Fazit? „Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten“ ist ein faszinierendes Jugendbuch über Kaspar Hauser, das vor allem mit seinem Setting und einer spannenden Protagonistin brilliert und dabei nur kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

[Buchgedanken] Karen Finch: „Was früher blüht, ist länger tot“ (Helen & Ben 1)

In den letzten Tagen habe ich auch „Was früher blüht, ist länger tot“ von Karen Finch gelesen. Das Buch ist 2025 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH veröffentlicht worden und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

„Humbleham soll schöner werden!“ Der Ort im Herzen von Rutland will unbedingt den begehrten Preis „Rutland in Bloom“ für das schönste Dorf im County gewinnen. Doch unmittelbar vor dem Besuch der Jury kommt der Wirt des örtlichen Pubs bei einem schrecklichen Unfall ums Leben. Während Dorfpolizistin Helen Franklin noch klärt, wie es dazu kommen konnte, wird ein Jurymitglied auf offener Straße erschossen. Das ruft Scotland Yard auf den Plan: Ausgerechnet Ben Baxter, mit dem Helen einmal liiert war, soll den Mord an dem Politiker aufklären. Und es ist nicht der letzte Todesfall inmitten der blühenden Pracht – offenbar will jemand den Sieg Humblehams um jeden Preis verhindern. Erst als sich Helen und Ben zusammenraufen, kommen sie einer perfiden Verschwörung auf die Spur, die sie zurück in die Vergangenheit führt …

„Was früher blüht ist länger tot“ ist der neue Roman von Karen Finch, einem Pseudonym der Autorin Karin Uhlig, die auch als Carine Bernard und als Karina Ewald Bücher veröffentlicht hat. Es handelt sich potentiell um den Beginn einer Buchreihe um Helen Franklin und Ben Baxter – ein Fortsetzungsband ist meines Wissens nach bereits geplant. Dabei lässt sich der Roman klar als Kriminalroman einordnen, zeigt zugleich aber auch Elemente von Cosy Crime, allerdings lassen die Ermittelnden und die Anzahl der Opfer eher auf einen klassisch angelegten Krimi schließen.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn sich auch die Auflösung in Teilen durchaus relativ früh absehen lässt. Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin dennoch, die Leser:innen die ganze Zeit bei der Stange zu halten, auch durch den durchaus fein eingestreuten Humor, der gerade zu Anfang des Buches überzeugt. Zwar verbleiben im Hinblick auf die Arbeit der Polizei einige Fragen offen – aber insgesamt sorgt die Handlung doch für viel Spaß und angenehme Lesestunden. Gleichzeitig bietet die Geschichte auch viel Potential für Folgebände, insbesondere, was die persönliche Beziehung zwischen Helen und Ben angeht.

Das Setting ist naturgemäß gelungen. So entführt die Autorin die Leser:innen ins fiktive Örtchen Humbleham und andere Orte der Grafschaft Rutland, die idyllisch in den East Midlands liegt. Mit ganz viel Lokalkolorit und fast klischeehaften Vorstellungen wird der Leser ins englische Landleben geworfen, das von Dartturnieren, Reitausflügen, Teestunden und einem unglaublichen Zusammenhalt der Dorfbevölkerung geprägt ist. Nur am Rande werden hier weitere Themen wie die Situation von Flüchtlingen oder auch die von LGBTIQ+-Personen eingemengt, diese verbleiben aber sehr niederschwellig und treten fast vollends hinter der eigentlichen Handlung zurück.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – auch wenn aufgrund der schieren Fülle an Personen nicht alle in Gänze ausgearbeitet werden konnten – da kann im Folgeband dann noch nachgelegt werden. Begeistert haben vor allem Nebencharaktere wie Marian, Janet, Jill und Jeremy, während Helen teils nicht nachvollziehbar handelt und insbesondere in der Beziehung zu Ben noch sehr blockiert ist. Karen Finchs Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen ordentlich gearbeitet, das Covermotiv ist genretypisch – wenn man das Buch als Cosy Crime sieht. Nichtsdestotrotz fehlt dem Cover dann doch der Bezug zur Handlung und es ist – wie der ganze Umschlag – eher etwas eintönig und kein Eyecatcher. Es bleibt abzuwarten, ob es mit einem etwaigen Folgeband harmonisiert und für einen Wiedererkennungswert der Reihe als ganzes sorgen kann.

Mein Fazit? „Was früher blüht, ist länger tot“ ist ein vielversprechender Auftakt in die leicht cosy angelegte Krimireihe um Helen und Ben, der mit seinem Humor und dem tollen Setting punkten kann, die Auflösung aber bereits etwas zu früh andeutet. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

[Buchgedanken] Heike Abidi: „Noch immer Zeit zu lieben“

In der letzten Zeit habe ich auch „Noch immer Zeit zu lieben“ von Heike Abidi gelesen. Das Buch ist 2025 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Isabel, Ende 40, hat die letzten Jahre ihre Mutter gepflegt und steht nun nach deren Tod vor einem Neuanfang. Sie will endlich wieder als Fotografin voll durchstarten. Ihr erster großer Auftrag führt sie ausgerechnet nach Stockholm – dabei hatte sie sich geschworen, nie wieder schwedischen Boden zu betreten. Der Verlust ihres Verlobten Oscar, der vor 25 Jahren bei einer dummen Wette ertrank, schmerzt noch zu sehr. Doch das lukrative Projekt in einem schicken Stockholmer Hotel kann sie nicht ablehnen. Die malerische Gamla Stan und die sommerliche Idylle der Schären verzaubern sie sofort wieder. Dass sie sich dort ausgerechnet in Hotelchef Lennart verliebt, war so nicht geplant. Isabels Gefühle für ihn sind stärker als ihr Widerstand. Doch dann erfährt sie etwas über ihn, was alles ändert und ihr neues Glück aufs Spiel stellt …

„Noch immer Zeit zu lieben“ ist nach „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ und „Liebe M. – Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ mein dritter Roman von Heike Abidi, von der ich auch schon mehrere, gemeinsam mit Ursi Breidenbach verfasste Sachbücher gelesen habe. Dabei lässt sich das Buch relativ leicht einem Genre zuordnen. Während es als Sommerroman beworben und auf Verkaufsportalen teils als Gegenwartsliteratur eingruppiert wird, handelt es sich bei dem Buch doch klar um einen sehr klassischen (Feel-Good-) Liebesroman.

Denn die Handlung, die aus der Ich-Perspektive von Isabel erzählt wird, stellt die Lovestory zwischen ihr und dem männlichen Love Interest Lennart sehr stark in den Fokus, der Rest der Handlung unterstützt dabei lediglich. Dennoch bleibt die Handlung durchaus abwechslungsreich, wenn auch in Teilen naturgemäß vorhersehbar – aber das bringt das Genre in der Regel ja mit sich. Auch kann mich das Ende leider nicht vollends überzeugen, wenn es auch erfrischend offen gehalten ist und Platz für die Fantasie der Leser:innen lässt.

Das Setting ist natürlich traumhaft. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur in meinen Wohnort Heidelberg, sondern auch ins gleichsam malerische Stockholm und an andere, landschaftlich wunderschöne Ecken Schwedens. Und was wünscht man sich zudem mehr, als ein traumhaftes Luxushotel als Kulisse? Dabei mischt Heike Abidi mühelos gesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit und familiengeführte Unternehmen mit ein, die auch von schweren Themen wie Trauer, Demenz und Schuld begleitet werden, die aber alle eher oberflächlich verbleiben und nie wirklich von der Lovestory ablenken, sodass die Feel-Good-Atmosphäre erhalten bleibt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei brillieren insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Emilia und Olivia, während gerade Isabel und Lennart teils nicht nachvollziehbar handeln. Heike Abidis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist sauber und versucht zumindest, Briefe und Chatnachrichten vom regulären Text abzusetzen, hier hätte man aber vielleicht noch etwas mutiger sein können. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein tolles, einheitliches Gesamtbild entsteht, ist durchaus auch schön anzusehen und genretypisch, aber kein klassischer Eyecatcher.

Mein Fazit? „Noch immer Zeit zu lieben“ ist ein Liebesroman mit wunderbarem Setting und Feel-Good-Garantie, der vor allem in den ersten zwei Dritteln viel Spaß macht. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

[Buchgedanken] Megan Clawson: „Love at First Knight“

Zum Start ins neue Jahr habe ich eine Buchbesprechung für Euch. Denn vor kurzem habe ich „Love at First Knight“ von Megan Clawson beendet. Das Buch ist 2024 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen, die gleichnamige Originalausgabe wurde 2024 bei AVON, einem Imprint von HarperCollins Publishers, veröffentlicht. Das Buch ist als humorvoller Liebesroman einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Ira Panic verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die 23-jährige Daisy Hastings ist schüchtern, hat Angst vor der Welt und gibt sich gern ihren Träumen hin. Daher nimmt sie nur zögerlich die Stelle im Tower of London an, wo sie Kindern das Ritterleben näherbringen soll. Ihr arroganter Kollegen Theodore macht ihr außerdem das Leben schwer. Teddy hat nichts anderes im Sinn, als Unruhe zu stiften, weshalb Daisy immer wieder durch ihn in Schwierigkeiten gerät. Doch schon bald merken sowohl Daisy als auch Teddy, dass sie auf die Hilfe des anderen angewiesen sind. Und wenn aus Feinden möglicherweise Freunde und noch mehr werden könnte – dann hat Daisy am Ende womöglich ihren Prinz fürs Leben gefunden.

„Love at First Knight“ ist – wie der Untertitel sagt – „eine königliche Liebeskomödie“, also mehr oder weniger eine RomCom in Romanform, wobei der Fokus schon klar auf der Liebesgeschichte liegt, sogar ein Love Triangle beinhaltet. Dabei handelt es sich um den zweiten Roman der Autorin, die mit „Falling Hard for the Royal Guard“ bereits das gleiche Genre bedient hat, und dessen Protagonist:innen aus dem ersten Buch in diesem Band ebenfalls kurz auftauchen – aufgrund der doch starken Trennung der Geschichten würde ich hier aber nicht von einer Fortsetzung sprechen, „Love at First Knight“ lässt sich jedenfalls perfekt als Standalone lesen.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und interessant, genrebedingt aber auch vorhersehbar. Hierbei brilliert die Autorin vor allem dann, wenn die Figuren ins Nerd-Universum abtauchen – und auch der Tower kommt natürlich nicht zu kurz, der Humor hingegen schon etwas. Und auch das Ende kann mich nicht restlos überzeugen, so wird das Happy-End auf sehr altmodisch konservative Weise erzeugt – in der modernen Welt hätte man hier vielleicht doch den ein oder anderen Weg zum Ziel wählen können.

Das Setting hingegen brilliert auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen nicht nur nach London in den Tower und nach Windsor, sondern auch in ein kleines Örtchen in Lincolnshire – und auf ein großes LARP-Festival. Zudem thematisiert Megan Clawson unterschwellig psychische Erkrankungen, legt viel Liebe in nerdige Details und mischt das ganze mit einer filmreifen Liebesgeschichte zu einem tollen Gesamtpaket, das die Leser:innen bestens unterhält. Zur bildlichen Unterstützung hätte man aber durchaus der Geschichte noch einen Grundriss des Towers voranstellen können – gern auch auf den etwas lieblosen Coverinnenseiten.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Daisy kann hier vor allem Marigold glänzen, von der ich gern noch viel mehr erfahren hätte – und auch Bobbles, Erin und Daisys Vater überzeugen, während Teddy teils etwas blass verbleibt. Megan Clawsons Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist humor- und gefühlvoll.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht wesentlich schmälern, der Buchsatz ist einfach, aber fehlerfrei. Der Buchumschlag ist farblich auffällig, aber eher eintönig, das Covermotiv ist comichaft stilisiert und kein wirklicher Eyecatcher – etwas mehr Bezug zur Handlung hätte hier durchaus gut getan.

Mein Fazit? „Love at First Knight“ ist ein humorvoller Liebesroman, der vor allem durch sein Setting und seine spannenden Themen und Figuren punkten kann, gerade zum Ende hin aber leicht schwächelt. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

Phantastische Neuzugänge | Doppelter Buchkauf

Und auch diese beiden wundervollen Bücher zogen vor kurzem bei mir ein. „Chaos Witches – Die falsche Auserwählte“ ist hierbei das neue (und unglaublich wunderschöne) Buch von Caroline Brinkmann aus dem dtv Verlag, während „Dark Sigils – Wen das Schicksal betrügt“ bereits der dritte Band der gleichnamigen Reihe von Anna Benning aus dem Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag, S. Fischer Verlage ist. Beide Bücher sind dabei der Jugendfantasy zuzuordnen und für ganz ähnliche Altersgruppen vorgesehen. So wird Caris Buch für Leser:innen ab 13 Jahren empfohlen, Annas Buch für Leser:innen ab 14. So oder so: Wenn die Inhalte auch nur annähernd mit dem tollen Design mithalten können, stehen mir in beiden Fällen hier bezaubernde Lesestunden ins Haus. Zudem freue ich mich, hoffentlich beide Autorinnen auch in Leipzig treffen zu können, um mir die wunderschönen Bücher auch noch signieren zu lassen.

Welchen Fantasyroman habt Ihr zuletzt gelesen?

[Buchgedanken] Corinna Wieja: „Herzenssachen – Sternenzelt & Sommerträume“

Vor kurzem habe ich auch „Herzenssachen – Sternenzelt & Sommerträume“ von Corinna Wieja gelesen. Das Buch ist 2023 bei One in der Bastei Lübbe AG erschienen und als Mitmachbuch einzuordnen. Für die wundervollen Illustrationen und auch für Aufmachung und Buchsatz zeichnet Laura Rosendorfer verantwortlich, die somit maßgeblichen Anteil an diesem tollen Produkt hat. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Die 15-jährige Fee ist eigentlich eine Stadtpflanze. Deshalb freut sie sich sehr auf ihre Ferien in einem französischen Nationalpark. Drei Wochen Natur erleben, Zelten und Lagerfeuer gemeinsam mit ihrer besten Freundin Merle. Wäre da nur nicht Eric, der auf dem Campingplatz arbeitet. Er wirbelt regelmäßig Fees Gedanken durcheinander und bringt ihr Herz zum Klopfen …

„Herzenssachen – Sternenzelt & Sommerträume“ setzt sich aus einem Kurzroman und einem Mitmachteil zusammen, der aus Tests, Listen, Rezepten, Achtsamkeitstipps und DIYs besteht. Der Kurzroman kann dabei dem Genre Jugendbuch zugeordnet oder auch als Teen Romance klassifiziert werden an der Grenze zu Young Adult. Aufgrund der Verknüpfung des Romane mit dem Mitmachteil, aufgrund der thematischen Einbindung des Textes in das Gesamtkonzept habe ich mich jedoch insgesamt für die Eingruppierung als Mitmachbuch entschieden.

Die Handlung ist kurzweilig, wenn auch genrebedingt durchaus vorhersehbar und sehr cosy. Probleme, Schwierigkeiten kommen nur am Rande vor, insgesamt ist die Story eine mit Feel-Good-Garantie, aber auch etwas seicht und nicht allzu anspruchsvoll – selbst für die Zielgruppe kann man hier in einem Kurzroman gegebenenfalls etwas tiefer einsteigen. Der Mitmachteil hingegen rundet die Geschichte gut ab, ist sehr umfangreich und bietet für jeden etwas, auch wenn sicherlich niemand sich hier für alle Punkte begeistern kann – ein buntes Potpourri.

Das Setting des Kurzromans ist natürlich wunderschön. Ein Naturpark in Frankreich, ein Jugendcamp, Wasserfall, Eselgehege und Aussichtsfelsen inklusive – so stellt man sich ein gelungenes Feriencamp als Jugendlicher vor – und das alles auch noch im Namen des Naturschutzes als Work, Travel and Fun. Dabei wird der Roman aus der Ich-Perspektive von Fee erzählt – man lernt quasi alles mit ihr zusammen kennen.

Die einzelnen Figuren sind aufgrund des Kurzromans relativ schematisch angelegt – die meisten Nebenfiguren spielen auch auch kaum eine Rolle. Am stärksten begeistern können hierbei noch Merle und der Esel Stella, aber auch Fee und Eric als Love Interest sind wirklich zuckersüß. Corinna Wiejas Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, zielgruppen- und altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung brilliert auf ganzer Linie. Zwar sind dem Lektorat und Korrektorat Kleinigkeiten durchgerutscht, diese schmälern aber nicht das Lesevergnügen. Der Buchsatz hingegen ist einfach wunderschön, genau wie der Umschlag, der auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen ist. Auch das Titelmotiv überzeugt und lässt den Mitmachcharakter direkt erahnen.

Mein Fazit? „Herzenssachen – Sternenzelt & Sommerträume“ ist ein Mitmachbuch mit tollen Aktionen und einem Kurzroman, der zuckersüß und kurzweilig ist, aber auch etwas mehr Tiefe hätte vertragen können. Für Leser ab dem vom Verlag angegebenen Lesealter von 13 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Katie Henry: „Gideon Green – Das Leben ist nicht schwarz-weiß“

Vor kurzem habe ich „Gideon Green – Das Leben ist nicht schwarz-weiß“ von Katie Henry gelesen. Das Buch ist 2023 im Magellan Verlag, Magellan GmbH & Co. KG erschienen, die Originalausgabe wurde 2022 unter dem Titel „Gideon Green in Black and White“ bei Katherine Tegen Books veröffentlicht. Der Roman ist als Jugendbuch einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Anne Emmert verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eigentlich hat Gideon seine Karriere als Detektiv ja längst an den Nagel gehängt. Damals, nach den Vorkommnissen auf dem Schuldach. Doch dann steht plötzlich Lily vor der Tür, die mal sowas wie seine beste Freundin war. Sie ist da einer Sache auf der Spur und dafür braucht sie Gideons Hilfe. Und weil eben niemand so ein gutes Gespür hat für Verbrechen wie Gideon, kann er quasi nicht Nein sagen. Aber mit wem haben sie sich da angelegt? Als es schließlich um einen echten Mord geht und Gideon eine Verschwörung bis in die höchsten Kreise der Stadt wittert, muss er feststellen, dass das Leben so gar nichts mit einem Film noir zu tun hat.

„Gideon Green – Das Leben ist nicht schwarz-weiß“ wird vom Verlag als Jugendkriminalroman beworben, als Coming-of-Age Geschichte für Leser ab 13 Jahren. Da der Roman zudem jugendtypische Probleme thematisiert wie Freundschaft, Mobbing, Probleme mit den Eltern und die erste Liebe, sehe ich den Roman eher als klassisches Jugendbuch, sind doch beide Handlungsstränge für mich gleichwertig. Dabei ist der Roman soweit ich es sehe als Einzelband angelegt, er hätte jedoch durchaus auch das Potential eine Reihe zu begründen – ich würde mich zumindest über weitere Titel über Gideon und seine Freunde sehr freuen.

Die Handlung ist kurzweilig und abwechslungsreich, der Spannungsfaktor eher im moderaten Bereich, nahe eines Cozy Crime Titels – alles in allem also durchaus altersgerecht. Dabei werden die einzelnen Handlungsstränge gut ausbalanciert, sodass auch Gideons persönlich Entwicklung, die man durch die intelligent gewählte Ich-Perspektive hautnah miterleben darf, nicht zu kurz kommt. Obwohl alle wesentlichen Handlungsstränge aufgelöst werden, verbleib dennoch genug Potential für Folgebände – sowohl in kriminalistischer als auch in romantischer Richtung – hoffen darf man ja mal.

Das Setting ist gelungen, aber unspektakulär und austauschbar. So entführt der Roman den Leser in eine typische kalifornische Stadt – Strand und Highschool inklusive. Dabei spielt der Roman mit seinem Setting, durch Gideons Augen erlebt man die Handlungsorte einmal real und in einer Film noir Version, die er sich vorstellt. Besonderes Highlight? Der durch Gideons Vater ermöglichte Einblick ins Gastrogewerbe.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Gideon kann hier durch seine Mischung aus Intelligenz und Unsicherheit durchaus punkten und überzeugen, aber die Show wird ihm von Tess gestohlen, die auf ganzer Linie brilliert und sich vom ersten Moment an in die Herzen aller Leser gespielt hat – gern würde ich auch Spinoff-Romane von ihrer Collegezeit lesen. Katie Henrys Schreistil ist hierbei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich, hätte aber noch etwas mutiger, innovativer sein können. Der Buchdeckel bietet ein einheitliches Design und ist mit gestalteten Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv kann gleichsam überzeugen, auch wenn auf Cover und Coverrückseite die Typografie ebenfalls etwas stärker ans Thema Film hätte angepasst werden können.

Mein Fazit? „Gideon Green – Das Leben ist nicht schwarz-weiß“ ist ein überzeugendes Jugendbuch, der vor allem durch faszinierende Charaktere und eine abwechslungsreiche Handlung brilliert und nach mehr davon schreit. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 13 Jahren.

[Buchgedanken] Theresa Czerny: „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ (Valerie 1)

Vor kurzem habe ich „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ von Theresa Czerny gelesen. Das Buch ist 2023 im Magellan Verlag, Magellan GmbH & Co.KG erschienen und als Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Valerie ihren Bruder im englischen Lake District besucht, will sie nur eines: eine Pause von Pferden. Wie hätte sie auch ahnen können, dass ihr hier in den Hügeln auf Schritt und Tritt wild lebende Ponys begegnen? Gegen ihren Willen ist Valerie fasziniert – von den Tieren und von Ben, dem Eigenbrötler, für den nichts zählt außer die Sicherheit seiner Pferde. Valerie hält seine Vorsicht für übertrieben, bis unerklärliche Ereignisse sie ins Grübeln bringen. Was – oder wer – steckt hinter den Unfällen von Bens Ponys? Wieso ranken sich um die wilden Herde so viele unheimliche Geschichten? Während der Sommer vergeht, erkennt Valerie: Wenn sie Ben helfen will, das Geheimnis der wilden Herde zu lüften, muss sie die Schatten der Vergangenheit abschütteln und neu anfangen.

„Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ ist der Auftakt in eine vierbändige Buchreihe. Dabei lässt sich das Buch gleich mehreren Genres zuordnen. So ist es zwar unzweifelhaft ein Jugendbuch, hat aber auch phantastisch-mystische Aspekte, eine Young-Adult-Lovestory und ist – nicht zuletzt – ein Pferderoman. Der Einfachheit halber habe ich es aber bei der Kategorisierung als Jugendbuch belassen, da „Young-Adult Romantasy“ hier sicherlich falsche Vorstellungen und Erwartungen bei den Lesern wecken würde.

Die Handlung ist abwechslungsreich und durchaus mit unerwarteten Wendungen versehen, bleibt aber teils etwas komplikationslos und spannungsarm – etwas mehr Drama und Konflikte hätte man hier der Zielgruppe schon zumuten können. Die doch vorhandenen Probleme sind dafür altersgerecht. Leider werden zum Ende – das immerhin nicht in einem richtigen Cliffhanger besteht – nicht allzu viele Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst, sodass das Buch nicht als Standalone gelesen werden kann oder zumindest sollte.

Das Setting ist hingegen brillant – aber das war hier auch zu erwarten. So entführt Theresa Czerny den Leser in den englischen Lake District, eine malerische Landschaft geprägt von Hügeln, Wäldern, kleinen Dörfern, Gehöften und – natürlich – einer Art von Wildpferden. Dabei ist die Liebe zur Natur, der Wert der Entschleunigung in der hektischen Gesellschaft auf jeder Seite zu spüren, wenn auch unter Berücksichtigung des Alters der Protagonisten die Lebensweise – abgesehen von dem ein oder anderen Videotelefonat – ungewöhnlich analog ist.

Die einzelnen Figuren sind im wesentlichen vielschichtig angelegt, teils aber noch etwas schematisch, was aber nicht tragisch ist, bleiben der Autorin doch noch drei weitere Bände, diese konsequent weiterzuentwickeln. Daher überzeugen derzeit vor allem Nebenfiguren wie Emmy, Sarah, Roger und Georgie. Theresa Czernys Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung glänzt auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchdeckel ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen, das wunderschöne Covermotiv zieht sich ebenfalls über Buchrücken und Coverrückseite und sorgt so für ein tolles Gesamtbild, lediglich der Klappentext auf der Coverrückseite wirkt etwas gedrängt. Es bleibt zudem abzuwarten, ob die weiteren Bände der Reihe dazu passend für einen hohen Wiedererkennungswert und einen einheitlichen Gesamteindruck sorgen.

Mein Fazit? „Die wilden Pferde von Rydal Hill – Leuchtende Hügel“ ist ein gelungener Start in die Buchreihe mit tollem Setting und einer abwechslungsreichen, wenn auch etwas konfliktarmen Handlung. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag angegebenen Lesealter von 13 Jahren.

[Buchgedanken] Xia Da: „Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern – Band 1“ (Bu Tian Ge 1)

Vor kurzem habe ich den ersten Band von „Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern“ gelesen. Xia Da zeichnet dabei sowohl für Text als auch für die Illustrationen verantwortlich, die Übersetzung ist von Marc Hermann. Das Buch ist 2022 bei Chinabooks erschienen und als Manhua / chinesischer Manga einzuordnen, die Originalausgabe wurde 2019 in der Beijing Xiron Culture Group Co, Ltd. veröffentlicht. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die kaiserliche Konkubine höchsten Ranges Jing gebärt unter den Strahlen der Abendsonne Zwillinge: einen Jungen und ein Mädchen. Der kleine Prinz wird mit einem zinnoberroten Muttermal auf der Stirn geboren, die kleine Prinzessin kommt mit sechs Fingern zur Welt. Glückverheissende Vorzeichen gehen mit unglückverheissenden Omen einher. Die beiden Geschwister, die im selben Mutterleib herangereift sind, treten in der Folge vollkommen unterschiedlichen Schicksalen entgegen, und sie werden dadurch von ihren nächsten Verwandten getrennt. Ein grosses Verhängnis naht drohend heran. Wird es zu einer Wiederbegegnung zwischen den beiden Geschwistern kommen, die von Geburt an voneinander getrennt waren? Und wie werden die beiden mit ihrem Schicksal ringen?

„Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern – Band 1“ ist – nach einigen Graphic Novels und früheren Mangas – mein erster Manhua, der in parallelen Handlungssträngen die Geschichte der Zwillinge Quchen und Ating erzählt. Dabei ist das Buch nicht als Standalone lesbar, da leider kaum Handlungsstränge aufgelöst werden, das Buch in einem sehr offenen Ende kulminiert.

Die Handlung generell ist spannend, aber teils auch vorhersehbar. So werden vor Kapitelbeginn einige der relevanten Geschehnisse bereits in einem Fließtext zusammengefasst, was durchaus spoilert und dessen Sinn sich mir nicht erschließt. Auch besitzt die Handlung durch das Auseinanderfallen in zwei parallel laufende Handlungsstränge einige Längen und geht, gerade in den Kapiteln 2 bis 4, relativ zäh voran.

Im Gegensatz zur Handlung brillieren die Illustrationen auf ganzer Linie. So sind Xia Das Zeichnungen unglaublich hochwertig und edel, atmosphärisch und detailreich, insgesamt wunderschön anzusehen und stellen den Text in den Schatten, tragen die Handlung deutlich besser.

Auch das Setting überzeugt im Wesentlichen. So verschlägt es den Leser in die Zeit einer fiktiven chinesischen Dynastie. Er besucht neben dem Hof mythische Orte, Dörfer und Zwischenwelten und lernt viel über chinesische Tradition, Kultur und Legenden.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind gelungen, allerdings sind die der Geschichte angehängten Informationen im Vergleich zur doch sehr kurzen Handlung etwas zu umfangreich. Der Buchumschlag und das darunter liegende Buch sind hochwertig gestaltet und dank des Covermotivs ein wahrer Eyecatcher – farbige Coverinnenseiten hätten hier das sehr edle Produkt noch abrunden können.

Mein Fazit? „Bu Tian Ge – Die Ballade von den Himmelsstürmern – Band 1“ ist ein gelungener Auftakt in die Manhua-Reihe, der vor allem dank brillanter Zeichnungen glänzt, aber auch Schwächen in der Handlung hat und kaum Handlungsstränge auflöst. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

[Buchgedanken] Frauke Scheunemann: „Der Tote im Netz“ (Usedomkrimi 1)

In der letzten Zeit habe ich „Der Tote im Netz“ von Frauke Scheunemann gelesen, den ersten Teil ihrer Usedom-Krimi-Reihe um Franziska Mai und Kay Lorenz. Das Buch ist 2022 bei FISCHER Scherz, S. Fischer Verlag GmbH, erschienen und als Regionalkrimi einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Im Seebad Heringsdorf auf Usedom herrscht Aufruhr: Bäderland-Radio, der kleine Ostsee-Lokalsender, soll von einem größeren Konkurrenten geschluckt werden. Radioreporterin Franziska Mai ist zwar der Liebe wegen auf die Insel gezogen, aber nun gilt es, ihren Job zu retten. Ihre Idee: ein neues Format, bei dem die Usedomer alles auf den Tisch bringen können, was ihnen unter den Nägeln brennt. Und Franziska versucht zu helfen. Aber bald geht es nicht mehr um Nachbarschaftsstreitigkeiten, sondern um den Mord an einem Fischer, der tot in sein eigenes Netz gewickelt im Hafen von Zeglin gefunden wird – in seine Brust das Wort »Rache« eingeritzt. Franziska wittert ihre Chance und mischt sich in die Ermittlungen ein. Und kommt nicht nur Kommissar Kay Lorenz ins Gehege, sondern auch dem Mörder gefährlich nahe.

„Der Tote im Netz“ ist ein vielversprechender Reihenauftakt, der Elemente klassischer Regionalkrimis mit Eigenschaften des Genres Cosy Crime mischt und so eine humorvolle und locker-leichte Lektüre kreiert. Gewaltszenen werden im Wesentlichen ausgespart und der Fokus stärker auf die Beziehung zwischen den Protagonisten gelegt.

Die Handlung ist abwechslungsreich, gelegentlich aber auch voraussehbar. Gerade zum Ende hin verschwimmt teils die Schwerpunktsetzung zwischen dem Haupthandlungsstrang und einem Nebenhandlungsstrang, der zudem nie aufgelöst wird. So vermag auch das Ende an und für sich nur in Teilen zu überzeugen, bietet dafür aber Ansatzpunkte für die Folgebände.

Das Setting ist ländlich-idyllisch und entführt den Leser nach Usedom, in eine Welt zwischen Provinzradio und Hafenkneipe. Und auch wenn der Hauptteil der Handlung leider in einem ausgedachten Ort spielt, gelingt es der Autorin doch, das Flair der Küste und die Eigenart der Insulaner einzufangen, sodass das Kopfkino sofort anspringt – auch dank dem leicht und flüssig zu lesenden Schreibstil von Frauke Scheunemann.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, besonders überzeugen bislang aber die Nebencharaktere. So sind Greta und Janis absolute Sympathieträger des Romans, während bei Kay und Franzi noch etwas Luft nach oben ist, die die Folgebände aber gut ausfüllen kann. Lediglich die Antagonisten bleiben bislang etwas blass.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls überzeugen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Umschlag ist auf dem Titel und Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv ist schön anzusehen, aber etwas belanglos und lässt Bezug zur Handlung vermissen. Zudem gehen Buchrücken und Coverrückseite harmonisch ineinander über, zwischen Cover und Buchrücken ist jedoch ein harter Bruch.

Mein Fazit? „Der Tote im Netz“ ist ein gelungener Auftakt in die Krimireihe, der vor allem durch sein Setting und mit Humor punkten kann, gerade zum Ende hin aber auch noch kleinere Schwächen hat, die jedoch im Folgeband ausgeräumt werden können. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen, etwa ab einem Lesealter von 13 Jahren.