[Buchgedanken] Anja Janotta: „Die coolste Klasse des Planeten“

In den nächsten Tagen habe ich wieder einige Rezensionen für Euch. Denn vor kurzem habe ich unter anderem „Die coolste Klasse des Planeten“ von Anja Janotta gelesen. Hierbei handelt es sich um ein von Ulla Mersmeyer illustriertes Kinderbuch, das 2024 bei Gulliver in der Verlagsgruppe Beltz erschienen ist. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Der große Musik-Wettbewerb steht an. Schulbands aus allen deutschen Großstädten treten gegeneinander an. Als Gewinn winkt ein Auftritt im Fernsehen! Für die Robert-Mayer-Schule geht die 6c mit ihrer Gruppe „Baba Gold“ ins Rennen. In der Vorrunde feiern sie mit ihrem Sänger Idris einen ersten Erfolg! Doch die Konkurrenz ist hart und neidisch. Plötzlich verschwinden Kostüme und Gitarren sind verstimmt … Jetzt muss „Baba Gold“ ganz cool bleiben.

„Die coolste Klasse des Planeten“ ist ein Titel aus der Reihe „super lesbar“, die leicht lesbare Geschichten für ein niedriges Leseniveau anbietet. So wird das Buch laut Verlag für Leser:innen ab 11 Jahren empfohlen, befindet sich aber auf dem Leseniveau für 9-Jährige. Dadurch balanciert der Titel genau an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch. Da man ihn meines Erachtens aber auch schon mit neun oder zehn Jahren lesen kann, habe ich ihn als (illustriertes) Kinderbuch eingruppiert.

Denn die Handlung ist auch hier noch altersgerecht. Zwar sind die Protagonist:innen elf oder zwölf Jahre alt, mit der Geschichte können sich aber durchaus auch marginal jüngere Leser:innen noch identifizieren, geht es doch um jugendtypische Probleme wie familiäre Erwartungen, Zugehörigkeitsgefühl und Peer Pressure bzw. die bereits bei Kindern auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich. Dabei wird der Roman im Interviewformat erzählt – etwas ungewöhnlich, aber durchaus nicht unangebracht, entstehen so doch kurze Sinnabschnitte, was die weiter leichte Lesbarkeit fördert.

Die gelegentlich eingestreuten schwarz-weiß-Illustrationen sind zwar schön anzusehen, wiederholen sich aber, sodass der Fundus eher gering ist – hier hätten ein paar Illustrationen mehr für ein noch schöneres Ergebnis gesorgt. Auch ist es etwas schade, dass die „gegnerische“ Klasse hier sehr stereotyp gezeichnet wird, insbesondere in der Figur von Pauline hätte hier eine komplexere Darstellung die ganze Geschichte abrunden und realistischer gestalten können. Alles in allem kann aber zum Beispiel das Ende dennoch überzeugen. Anja Janottas Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und im Zusammenspiel mit den Illustrationen von Ulla Mersmeyer das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz setzt Bild und Text zu einem schön anzusehenden Gesamtpaket, auf die teils spoilernden Kapitelüberschriften hätte man aber verzichten können. Das Covermotiv wird zum Buchrücken hin unterbrochen, ist aber durchaus ansehnlich und passt zur Geschichte. Buchrücken und Coverrückseite sind hingegen eher eintönig.

Mein Fazit? „Die coolste Klasse des Planeten“ ist ein abwechslungsreiches, illustriertes Kinderbuch, das von seiner durchaus guten Idee lebt, dabei aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen ab etwa 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Kinder an die Macht | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Die coolste Klasse des Planeten“ von Anja Janotta aus dem Gulliver Verlag (Beltz & Gelberg) ist dabei ein von Ulla Mersmeyer illustriertes, super lesbares Kinderbuch über eine Schulband, während „Paddy Clarke Ha Ha Ha“ von Roddy Doyle (Goya Verlag, JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH) die Geschichte des zehnjährigen Paddy im Irland der späten 60er Jahre erzählt. Zudem handelt es sich bei dem Roman um die von Alexandra Rak neu übersetzte Fassung des bereits 1993 erschienenen und mit dem Booker Prize ausgezeichneten Werkes. Bücher für und über Kinder – ich bin schon ganz gespannt auf die unterschiedlichen Ansätze.

Welches Kinderbuch hat Euch geprägt?

[FBM2017] Tag 1 – Ein entspannter Tag

Schon ist Tag eins der Buchmesse vorbei und – zumindest heute – möchte ich auch direkt noch hochmotiviert am selben Tag meine Messeeindrücke mit Bildern für Euch festhalten. Insgesamt habe ich vier Veranstaltungen besucht, und die restliche Zeit genutzt, einige der Hallen (vor allem 3.0 und 3.1) zu erkunden, mir das Pressezentrum anzusehen und nicht zu viel Kraft zu verschwenden :D.20171011_104011

Los ging es am Vormittag mit dem obligatorischen Gespräch auf dem Blauen Sofa mit dem diesjährigen Buchpreisträger. Auch wenn ich – rein nach den Buchpräsentationen und Shortlistvorstellungen – immer noch leicht enttäuscht bin, dass es nicht Marion Poschmann geworden ist, so hat sich die Veranstaltung mit Robert Menasse um sein Buch „Die Hauptstadt“ doch auch gelohnt. Ein Plädoyer für ein vereintes Europa, der erste EU-Roman aus Brüssel.

20171011_121452(1)An dieser Stelle ein großes Lob an den Beltz Verlag! An ihrem Stand haben sie in diesem Jahr eine Bloggerlounge eingerichtet, wo man sich ausruhen, sein Handy aufladen kann, und sogar von eifrigen Beltz-Mitarbeitern mit Getränken versorgt wird und mit diesen ins Gespräch kommt. Ein tolles und vorbildliches Konzept – bitte nachmachen! Dort habe ich mich dann ebenfalls etwas ausgeruht, bevor es weiter zur nächsten Veranstaltung ging.

Natürlich durfte heute auch ein Weiterbildungsworkshop nicht fehlen. Hannes Riffel, der Programmbereichsleiter Science Fiction / Fantasy von FISCHER Tor sprach für neobooks und epubli über Anschreiben an Verlage, das ideale Exposé und die 20171011_124546_001Zusammenarbeit mit Verlagslektoraten. Informativ, auch weil er selbstkritisch ebenfalls anmerkte, dass durchaus für einige Autoren und einige Werke das Selfpublishing mittlerweile wirklich der bessere Weg ist.

Nach der Mittagspause besuchte ich dann 20171011_154539(0)die Buchvorstellung von Marion Poschmann, die auch als Lyrikerin bekannt ist. In ihrem Buch „Die Kieferninseln“ mischen sich daher auch Lyrik und Prosa, europäische und asiatische Kultur, Realität und Einbildung. Das Buch klang wirklich spannend, ich werde es mit Sicherheit auch irgendwann einmal lesen.

Meine letzte Veranstaltung des Tages war ein Gespräch mit Ulrich Wickert für die ARD über sein neues Buch „Frankreich muss man lieben, um es zu verstehen“. Charmant, eloquent und mit köstlichen Anekdoten aus seinem Leben in Frankreich hatte der Autor das Publikum komplett im Griff.

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Damit endete auch bereits mein Messetag. Ich möchte die Gelegenheit aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, Euch hier noch einige Impressionen der Messe anzuhängen. Wer genau hinschaut, erennt, dass auch Konrad und Luise mich zur Messe begleitet haben, und dort auf ihre großen Verwandten getroffen sind. Reinschauen lohnt sich! 😀