Bevor ich bald das neue Jahr mit den Jahresrückblicken einleite, möchte ich Euch zum Abschluss des abgelaufenen Jahres noch ein weiteres Buch vorstellen. In den letzten Tagen habe ich „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ von Sophie Oliver gelesen, erstmals erschienen 2018 im Dryas Verlag. Das mir vorliegende Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!) und ist dem Genre historischer Kriminalroman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars auf dem #bookmeetspizza-Bloggertreffen im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2019.
London, 1895: Eine Mordserie erschüttert die Stadt. Die Opfer gehören verschiedenen Gesellschaftsschichten an und werden scheinbar zufällig ausgewählt. So zufällig, dass die Metropolitan Police nicht an einen Einzeltäter glaubt. Ein Fall für die Ermittler des Sebastian Club, eines vornehmen Londoner Herrenclubs, der sich zum Ziel gesetzt hat, Verbrechen aufzuklären, an denen Scotland Yard scheitert. Die Gentlemen entdecken ein Muster hinter den Gräueltaten: Um an ein wertvolles Juwel zu gelangen, setzt der Täter mittelalterliche Foltermethoden ein. Für die Detektive ist die Sache klar: Der Mörder muss schnellstens zur Strecke gebracht werden. Um jeden Preis. Auch mit Hilfe einer schlauen jungen Frau, die sich als Mann verkleidet, um ermitteln zu dürfen.
„Die Gentlemen vom Sebastian Club“ ist ein durchweg unterhaltsames Buch, wenn auch teils etwas vorhersehbar. Trotz des grundsätzlich abgeschlossenen Falls bietet es ärgerlicherweise auch eine Art Cliffhanger, den ich der Autorin etwas verüble. Dabei wird der Spannungsbogen größtenteils gehalten, wenn auch einige Wendungen nicht immer ganz nachvollziehbar sind.
Dahingegen brilliert der Roman durch sein unglaubliches Setting. Das viktorianische England, die krassen Gegensätze zwischen arm und reich, zwischen upper und middle class werden genau und anschaulich präsentiert. Gerüche, Geschmäcker, visuelle Eindrücke – „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ ist ein Buch für alle Sinne, das den Leser auf eine abenteuerliche Zeitreise mitnimmt.
Etwas mehr Wert hätte noch auf die Charakterentwicklung gelegt werden können. Zwar versieht die Autorin alle Charaktere mit einer Hintergrundgeschichte, diese bleibt im Wesentlichen aber oberflächlich. Etwas mehr Tiefe, mehr Ecken und Kanten hätten dafür gesorgt, dass man sich noch besser mit den Protagonisten identifizieren kann. Zudem sorgt der allwissende, teils spoilernde! Erzähler dafür, dass man nicht nah an die Charaktere herankommt.
Die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind alles in allem gelungen, das Cover ist ebenfalls nett anzuschauen, allerdings fehlt mir etwas der Bezug zur Geschichte. Wenn schon ein Edelstein abgebildet wird, hätte dieser auch der Beschreibung im Roman entsprechen sollen – so ist es austauschbar.
Mein Fazit? „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ ist ein historischer Kriminalroman, der vor allem aufgrund des Settings brilliert. Das kurzweilige Lesevergnügen wird durch kleinere Schwächen in Handlung und Figurenentwicklung kaum beeinträchtigt. Für Fans der viktorianischen Epoche bedenkenlos zu empfehlen – aber nicht unter 16 Jahren.
Als Nikolai Oleander erfährt, dass er kein Mensch, sondern ein Bajar ist, der mit magischen Perlen neue Welten erschaffen und bereisen kann, ändert sich sein bisheriges Leben schlagartig. Er verlässt die Erde, um den Umgang mit seinen neu entdeckten Fähigkeiten zu lernen. Während des Studiums findet er nicht nur neue Freunde – sondern gerät auch in eine Verschwörung, die die Existenz von Millionen von Welten bedroht. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn auch die Erde ist in größter Gefahr.
Der dritte Messetag stand gestern für mich ganz im Zeichen der Bloggertreffen. Sehr entspannt begann der Tag mit einem Bloggerfrühstück bei Kiepenheuer & Witsch, bei dem die Autorin Dana von Suffrin zusammen mit dem Lektor ihren Debütroman „Otto“ vorstellte. Sehr pointiert und humorvoll machte dies direkt Lust auf mehr, sodass ich mir ein Rezensionsexemplar mitnahm. Direkt im Anschluss ging es weiter zum Stand des Blanvalet Verlags, an dem Manuela Inusa ein Bloggertreffen veranstaltete. Da ich sie ohnehin schon lang nicht mehr gesehen hatte, freute ich mich sehr darauf – und bin jetzt umso mehr auf ihren neuen Roman „Wintervanille“ gespannt, der dort ebenfalls verteilt wurde. Hoffentlich schaffe ich es, ihn bis zum lit.Love Lesefestival im November zu lesen, da ich dort Manuela wiedersehe.
Am Ende des Vormittags besuchte ich noch kurz eine Buchvorstellung der bekannten Autorin Ildiko von Kürthy, die auf der ARD-Bühne ihr neuestes Werk „Es wird Zeit“ präsentierte. Moderiert wurde die Veranstaltung mit Charme und Humor von der wundervollen Bärbel Schäfer.
Zur Mittagszeit stand erneut eine Preisverleihung an. Mit dem Deutschen Selfpublishing Preis 2019 wurde Monika Augustin für „Das Mucksmäuschen“, ein Bilderbuch für Kinder, in der Kategorie „Belletristik & Kinder- und Jugendbuch“ ausgezeichnet, in der Kategorie „Sachbuch & Ratgeber“ gewann Stephan Goldmann mit dem Schottland-Reiseführer „MyHighlands Isle of Skye“.
Danach kam mein Highlight des Tages – mehr, ein Highlight der ganzen Messe. Zusammen mit seiner Tochter stellte die Reporterlegende Rolf Seelmann-Eggebrecht ein Buch über sein Leben vor und berichtete über das britische Königshaus, den Brexit und seine Anfänge als Journalist in Afrika. Eine beeindruckende Person!