[FBM2025] Tag 1 – Ein Auftakt (fast) nach Maß

Gestern startete die Frankfurter Buchmesse – für mich mit einem entspannten Tag mit: Daniel Donskoy, Caroline Wahl, Bijan Moini, Cécile Schortmann, Jo Schück, Dorothee Elmiger, Susanne Führer, Michaela Harich (Alea Libris Verlag), I. C. Carter, Carolin Reif und Sarah Lippasson.

Den Anfang machte dabei eine traurige Nachricht. Ava Reed musste ihren gestrigen Messebesuch aus gesundheitlichen Gründen leider absagen – gute Besserung an dieser Stelle. Vielleicht klappt es ja an einem der anderen Tage noch. Somit startete mein Programm traditionell mit der Trägerin des Deutschen Buchpreises 2025 auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat. Im Gespräch mit Cécile Schortmann präsentierte die Buchpreisträgerin Dorothee Elmiger ihren prämierten Roman „Die Holländerinnen“ (Hanser) und beantwortete Fragen zu ihrem Schreiben.

Danach ging es an gleicher Stelle mit einem hochinteressanten Thema weiter. Im Gespräch mit Jo Schück stellte der Jurist und Autor Bijan Moini seinen neuen Thriller „2033“ (erschienen im Atrium Verlag) vor. In dem dystopischen near-future Roman wird die Situation Deutschlands nach dem Wahlgewinn einer rechtsextremen Partei beschrieben – und der Kampf einer mutigen Juristin auf Basis des Grundgesetzes, auch gegen die Kanzlerin der rechtsextremen Partei. Ein nicht ganz auszuschließendes, glücklicherweise aber immer noch sehr entferntes Szenario.

Im Anschluss – und eigentlich immer in den Pausen – erkundete ich etwas die Hallen und nutze die Gelegenheit, in die am Mittwoch traditionell noch etwas leereren Stände zu schauen, bevor ab Freitag der reguläre Publikumsverkehr zugelassen ist. Dabei traf ich auch zufällig den Schauspieler, Sänger und – mittlerweile – Autor Daniel Donskoy, der sich sogar die Zeit für ein gemeinsames Foto nahm – sehr sympathisch! Auch schaute ich kurz beim Bloggertreffen des „House of Romance“ vorbei – vielen Dank für die leckere Schokoladentorte (Bild unten).

Am Nachmittag stand dann nochmal ein Veranstaltungsblock auf dem Plan. Den Anfang machte hier ein doch etwas einseitig diskutierendes Panel um Michaela Harich (Alea Libris), I. C. Carter, Carolin Reif und Sarah Lippasson, die sich zum Thema „Kann Dark Romance auch ohne toxische Inhalte auskommen?“ unterhielten. Ein durchaus spannendes Thema, bei dem ich mir ein meinungstechnisch etwas diverser besetztes Panel gewünscht hätte – und vielleicht etwas weniger Bashing von Männern und Andersdenkenden und -Schreibenden.

Mein Programm endete danach mit einem kleinen, verwirrenden Highlight. Denn aus Interesse – fast mehr an der Autorin als am Buch – besuchte ich eine Buchvorstellung von „Die Assistentin“ von Caroline Wahl am Stand von Deutschlandfunk Kultur. Allerdings driftete das Gespräch auch durch die teils sehr provokanten Fragen von Susanne Führer sehr regelmäßig weg vom Buch zur Person Caroline Wahl, die sich durchaus gut verteidigte und im Publikum viele Sympathien weckte. Da sie in Schriesheim aufgewachsen ist, muss ich ihr ja fast allein schon aus Lokalpatriotismus ebenfalls zur Seite stehen ;).

Am heutigen Donnerstag steht für mich ebenfalls ein weiterer, eher ruhiger Tag mit kleineren Programmpunkten an – ich berichte später natürlich drüber. Doch jetzt noch das versprochene Bild vom Kuchenanschnitt ;).

[Buchgedanken] Sophie Mauve: „Golden State of Mind“

In den letzten Tagen habe ich auch „Golden State of Mind“ von Sophie Mauve gelesen. Das Buch ist 2023 im Selfpublishing über epubli veröffentlicht worden und als New Adult Romance einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Sie war auf der Schauspielschule in Los Angeles. Demi weiß, was sie kann. Doch das Glück, auf der großen Leinwand zu strahlen, scheint ihr nicht vergönnt zu sein. Stattdessen verkauft sie im Kino am Hollywood Boulevard nur überteuertes Popcorn. Weil der, ihrer Meinung nach, heißeste Schauspieler aller Zeiten eine neue Hauptrolle übernimmt, bewirbt Demi sich für diesen Film als Komparsin. Sie bekommt den Job. Das heißt, sie darf ihrem Nick näher kommen, als sie je zu träumen gehofft hatte. Doch die Nähe zwischen den beiden entfesselt ein Verhalten in ihr, welches eigentlich hinter Gitter gehört. Hinter Gittern? Ja, da wäre sie nun gern … hinter all den Gittern der eisernen Tore, die die Villen der Hollywood Hills vor Eindringlingen schützen sollen. Für Demi sind sie kein Hindernis. Doch besser wäre, sie würden eins darstellen …

„Golden State of Mind“ ist mein erster Roman von Sophie Mauve, dem Pseudonym einer deutschen Texterin für ihre Fantasy, Romance und Young Adult Bücher. Dabei ist dieses Werk, das im Titel sicherlich an den berühmten Song „New York State of Mind“ erinnern möchte, nicht so einfach zu kategorisieren, wird es doch von der Autorin selbst durchaus als Dark Romance beworben – und auch die Triggerwarnung geht in die Richtung. Doch trotz der dysfunktionalen, kaputten Charaktere reicht es mir dafür nicht ganz, sodass ich es sinnigerweise als New Adult Romance kategorisiert habe – so fühlt es sich zumindest an, auch wenn der Übergang sicherlich fließend ist.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich, in Teilen jedoch auch vorhersehbar. Dabei wird diese größtenteils aus der Ich-Perspektive von Demi erzählt, allerdings stoßen irritierenderweise relativ spät im Buch ohne große Ankündigung weitere Erzählperspektiven (auch ein zusätzlicher Ich-Erzähler) hinzu – darauf hätte man gut und gern auch verzichten können, ohne den Handlungsbogen zu beeinträchtigen. Sonst ist die Handlung wie angekündigt dennoch etwas dunkel, sehr erratisch, mit dysfunktionalen Beziehungen auf allen Ebenen – einzig und allein die Freundschaft zwischen Demi und Kalisha ist noch halbwegs normal.

Das Setting kann hingegen auf ganzer Linie brillieren. So entführt uns die Autorin nicht nur nach Los Angeles in die Stadt der Engel, sondern auch an diverse Filmsets, in Castingprozesse und mitten hinein in die Schattenseiten der Filmwelt. Dabei klingt der fiktive „Orion Nebula“ nach einem Film, den ich gern im Kino gesehen hätte – Space Opera vom feinsten, wie eine Mischung aus Firefly und Robin Hood. Unterstützt wird das tolle Setting durch eine wundervolle Playlist, die dem Roman vorangestellt wurde und Songs u.a. von Taylor Swift und Zendaya enthält – was will man mehr?

Die einzelnen Figuren hingegen sind relativ schwierig zu fassen, da sie so kaputt sind – und daher teils doch eher eindimensional. Insbesondere Demi handelt hier obsessiv und wenig nachvollziehbar und auch Nick ist unglaublich wankelmütig, am ehesten können daher noch River und Kalisha überzeugen. Sophie Mauves Schreibstil ist zudem leicht und flüssig zu lesen und lässt – bei dem Thema auch nicht schwer – das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Lektorat/Korrektorat ist durchaus einiges durchgerutscht, was den Lesefluss leicht schmälert, der Buchsatz ist hingegen solide und beginnt – ein Lob dafür – jede Sequenz auf einer ungeraden Buchseite. Das Covermotiv zieht sich gut über Buchrücken und Coverrückseite, sorgt so für ein einheitliches Gesamtbild und ist durchaus ansprechend, auch zusammen mit der Typographie – die Coverrückseite wirkt jedoch etwas überladen.

Mein Fazit? „Golden State of Mind“ ist New Adult Romance, die vor allem mit dem tollen Setting punktet, deren Protagonist:innen aber nicht wirklich überzeugen. Für Leser:innen, die der fließende Übergang zu Dark Romance nicht stört, dennoch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Buchmesse-Leseexemplare im Doppelpack

Heute möchte ich Euch noch zwei Neuzugänge zeigen, die auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse als Lese- und/oder Mängelexemplare verteilt worden sind. „BASTARDS“ von J. S. Wonda (Wondaversum) ist dabei die Neuauflage eines Romans aus dem Genre Dark Romance (zuerst 2018 als „BROTHERS: Spiel um Rache“ erschienen), während „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ von Fabio Nola (dtv Verlagsgesellschaft) den Auftakt der Neapel-Krimireihe um den gleichnamigen Commissario darstellt. Unterschiedlicher könnten die Bücher wohl kaum sein – ich bin schon gespannt, welches mir besser gefällt.

Habt Ihr schon ein Buch aus dem Genre „Dark Romance“ gelesen?

It’s getting hot | Romantisch-erotische Reihenauftakte

Und auch diese beiden tollen Bücher waren in dem wundervollen Adventskalenderpäckchen der Autoren-WG enthalten, zusammen mit den Postkarten, Lesezeichen und noch vielen anderen Goodies. Dabei sind sowohl „Kiss me! Athan“ als auch „Tjara – Erwählte des Schattens“ von Faye Bilgett im Selfpublishing über Books on Demand veröffentlicht worden und begründen jeweils eine Buchreihe. Basierend auf den Klappentexten und Covern und nach einer – wenig zielführenden – Kurzrecherche würde ich vermuten, dass mich hier Erotik oder Dark Romance und Romantasy erwarten – ich lasse mich aber gern auch überraschen. Klar sollte in jedem Fall aber sein: It’s getting hot!

Mögt Ihr Bücher mit Sexszenen?

[Buchgedanken] Katee Robert: „Neon Gods – Hades & Persephone“ (Dark Olympus 1)

Vor kurzem habe ich „Neon Gods – Hades & Persephone“, den Auftaktband der „Dark Olympus“ Reihe von Katee Robert, gelesen. Das Buch wurde 2022 bei LYX in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 2021 unter dem Titel „Neon Gods (Dark Olympus Book 1)“ bei Sourcebooks Casablanca. Der Roman ist der Dark Romantasy zuzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Anika Klüver verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Als ihre Mutter Persephone auf einem Ball überraschend Zeus verspricht, bleibt der jungen Frau keine Wahl: Sie flieht über die Brücke des Styx in die Unterstadt, wo sie plötzlich dem geheimnisvollen Hades gegenübersteht. Seit Jahren hat ihn niemand mehr gesehen, er ist ein Mythos, ein Monster – und ihre einzige Chance, Zeus und ihrer Mutter zu entkommen. Vom ersten Augenblick an übt Hades eine Faszination auf Persephone aus, der sie sich nicht entziehen kann. Und so bietet sie ihm einen Deal an, der ihrer beider Leben für immer verändern wird …

„Neon Gods – Hades & Persephone“ ist der erste Teil der „Dark Olympus“ Reihe, die verschiedene Genre vereint. So sind die Bücher der Phantastik, ja sogar der griechischen Mythologie zuzuordnen, balancieren aber zugleich auf der Grenze zwischen New Adult und Erotik mit einem Schuss Dark Romance. Ich habe dies mal als „Dark Romantasy“ zusammengefasst, etwas, womit die Autorin im Hinblick auf den Reihentitel sicherlich leben kann.

Denn die Handlung ist – und hier liegt ein starker Fokus – einfach heiß – oder neudeutsch spicy. Dabei ist der Band in sich abgeschlossen und kann gut als Standalone gelesen werden, im nächsten Teil geht es dann mit einem weiteren Pärchen aus Olympus weiter. Zwar entsteht teils das Gefühl, dass die Rahmenhandlung hier doch etwas zugunsten der erotischen Szenen vernachlässigt wird, dies ist aber aufgrund der unglaublichen Chemie zwischen Hades & Persephone nicht schlimm, sorgen die einzelnen Aufeinandertreffen doch jeweils für ein, zuweilen auch emotionales, Feuerwerk und ein Knistern, das selbst durch die Buchseiten deutlich zu spüren ist.

Das Setting ist naturgemäß brillant. So entführt die Autorin den Leser in die Stadt Olympus, eine Art Neugestaltung des Olymps auf dem heutigen Stand der Technik – Klatschzeitschriften, Autos und moderne Sicherheitssysteme inklusive. Sie nimmt den Leser mit auf göttliche Partys von Zeus und in die Stadt des Hades – und lässt ihn letztere zusammen mit Persephone durch deren Augen entdecken und lieben lernen. Dabei ist Katee Roberts Schreibstil leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Persephone vor allem ihre Schwestern Psyche und Eurydike sowie Hermes, während Hades noch ein paar Ecken und Kanten mehr vertragen hätte. Daher bin ich umso gespannter auf den nächsten Teil der Reihe, dreht er sich doch um Psyche und ihre legendäre Beziehung zu Eros, der in diesem Teil am Rande ebenfalls bereits auftauchte.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls auf ganzer Linie überzeugend. So sind Lektorat, Korrektorat und Buchsatz solide, der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt, mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten (unter anderem einer Karte der Handlungsorte) versehen – sehr edel. Das Cover ist zwar schlicht, farblich und typografisch aber ein absoluter Traum – und somit ein toller Eyecatcher, der hoffentlich mit den anderen Bänden der Reihe einen einheitlichen Gesamteindruck ergibt.

Mein Fazit? „Neon Gods – Hades & Persephone“ ist Dark Romantasy as its finest – und brilliert mit einem tollen Setting und unglaublich gefühlvollen und heißen Szenen. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – definitiv nicht unter dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 16 Jahren, vielleicht auch erst ein oder zwei Jahre später.

[Buchgedanken] Alisha Rai: „Wenn deine Hand mich hält“ (Forbidden Hearts 2)

In der letzten Zeit habe ich „Wenn deine Hand mich hält“ von Alisha Rai gelesen, den zweiten Teil der „Forbidden Hearts“-Reihe. Das Buch ist 2021 bei Lübbe, Bastei Lübbe AG, erschienen, die Originalausgabe wurde 2017 unter dem Titel „Wrong to Need You“ bei Avon Books, einem Imprint von HarperCollins Publishers veröffentlicht. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Vor zehn Jahren wurde Jackson Kane eines Verbrechens bezichtigt, das er nicht begangen hatte. Nun ist er zurück: älter, weiser und reicher. Und er trifft auf die Frau, die er nie aufgehört hat zu lieben, selbst als sie seinen Bruder heiratete. Auch Sadia fühlt sich zu ihm hingezogen. Allerdings wehrt sie sich mit aller Macht gegen die Gefühle, die ihr geheimnisvoller Ex-Schwager in ihr weckt. Eine gemeinsame Zukunft ist eigentlich unmöglich, aber die gegenseitige Anziehung ist übermächtig. Sadia und Jackson müssen entscheiden: Sind sie stark genug, sich der Vergangenheit zu stellen?

Ungeachtet der Reihe kann „Wenn deine Hand mich hält“ als Standalone gelesen werden – auch mir fehlt der erste Teil, was dem Verständnis der Handlung keinen allzugroßen Abbruch tut, da die dort geschilderte Beziehung von Nicholas und Livvy zwar vorkommt, allerdings nur am Rande auftaucht. Jedoch fiel es mir schwer, die komplizierten Familien- und Verwandtschaftsverhältnisse immer präsent zu haben – ich hätte mir hier einen Stammbaum der Familien gewünscht. Sicherlich wäre mir dies bei einer mehrbändigen Beschäftigung mit den Figuren leichter gefallen.

Eine Genrezuordnung habe ich – wie vielleicht dem ein oder anderen aufgefallen ist – oben unterlassen, denn „Wenn deine Hand mich hält“ balanciert auf der Grenze zwischen Liebesroman und Erotik, die Protagonisten sind leicht zu alt für New Adult, die Beziehung trotz erotischer Dominanz nicht dunkel genug für Dark Romance, sodass wohl ein erotischer Liebesroman vorliegt, der im erstern Teil mehr Liebes-, im zweitel Teil mehr Erotikroman ist.

Das Setting brilliert erwartbar auf ganzer Linie. Amerikanisches Kleinstadtflair trifft auf familiäre Intrigen, High Society trifft auf gesellschaftliche Aussteiger, sexuelle Selbstbstimmung auf Panikattacken und Minderwertigkeitskomplexe – Alisha Rai nimmt den Leser auf eine Reise mit, die quer durch die Gesellschaft tief ins Innere der einzelnen Protagonisten führt – hochspannend und hochemotional.

Die Handlung überzeugt im Wesentlichen, ist spannend und abwechslungsreich, teils aber auch vorhersehbar. Die eingebauten erotischen Szenen dominieren zwar im zweiten Teil, unterstützen jedoch die Handlung, sind emotional und gut geschrieben, ohne ins pornografische abzugleiten. Dabei gelingt es Alisha Rai, die Anziehung zwischen den Protagonisten greifbar, das Knistern durch die Buchseiten spürbar zu machen. Meine Lieblingsszene? Die hocherotische Situation vor der Bar auf den Seiten 226-233.

Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem die Nebencharaktere wie Jia, John und Kareem, dessen kindliche Freude und Unbedarftheit alle begeistert. Alisha Rais Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen.

Die Buchgestaltung glänzt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist wunderschön gestaltet – ein wahrer Eyecatcher. Eine hochwertige Prägung auf Titel, Buchrücken und der Coverrückseite sowie Klappen und tolle, farbige Coverinnenseiten runden den wunderbaren Gesamteindruck ab.

Mein Fazit? „Wenn deine Hand mich hält“ ist ein erotischer Liebesroman, der durch sein wundervolles Setting und starke Gefühle punkten kann, wenn auch die Handlung teils vorhersehbar ist und die familiären Verwicklungen teils verwirrend sind. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 17 Jahren.

[Buchgedanken] Kenzie H. Taft: „Bis nächsten Monat, Prinzessin – Band 2“

In der letzten Zeit habe ich den zweiten Band von „Bis nächsten Monat, Prinzessin“ von Kenzie H. Taft gelesen. Das Buch ist 2020 im Selfpublishing veröffentlicht worden und dem Genre Dark Romance zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares, die Besprechung des ersten Bandes findet Ihr *hier*.

~~~ Achtung: Die folgende Besprechung enthält Spoiler zum Vorgängerband! ~~~

51LXsOw7z3LNachdem sie erfahren hat, dass Chris verheiratet ist, trennt sich Johanna von ihm. Da sie in der gleichen Firma arbeiten, ist der weitere Kontakt jedoch unvermeidlich, daran ändert selbst ein dreimonatiger beruflicher Trip nach China nichts. Und so, Stück für Stück, erliegt Johanna wieder dem Charme des verheirateten Abteilungsleiters. Im Teufelskreis zwischen Liebe und Hass, Glück und Verzweiflung, droht Johanna, sich selbst zu verlieren. Bis sie eine folgenschwere Entscheidung trifft …

Der zweite Band knüpft nahtlos und unmittelbar an die Handlung des Vorgängerbandes an und bietet erneut eine explosive und gefühlvolle Mischung, versetzt mit deftiger Sprache und expliziten Liebesszenen. Durch die gewählte Erzählperspektiv, die Ich-Perspektive aus der Sicht von Johanna, erlebt man als Leser hautnah die Wut und Verzweiflung, die Abhängigkeit, die schockiert, ängstigt und bestürzt – sodass ich mir erneut weiterführende Informationen zu toxischen Beziehungen gewünscht hätte.

Das Setting ist in diesem Band etwas reduzierter, viel mehr spielt sich in den Wohnungen und auf der Arbeit der Protagonisten ab. Dies führt aber nicht zu einem Abfall an Spannung, sondern verdichtet diese. Mit der Einführung von Elena als zusätzlichem Akteur wird zudem weiteres Konfliktpotential geschaffen, auch wenn Johannas Verhalten in diesem Fall nicht dazu beiträgt, sie zur Sympathieträgerin zu machen. Ohnehin ist ihr Verhalten nur teils nachvollziehbar, teils abstrus und teils hochgradig schockierend – die schon oben erwähnten zusätzlichen Informationen zum Krankheitsbild hätten hier dafür gesorgt, dass man sie besser verstehen kann.

Das Ende, das viel zu schnell kommt, läuft mir zu glatt. Hier wird einiges an Potential verschenkt, und der letzte Absatz lässt mich etwas ratlos zurück – soll das wirklich die Message sein, mit der das Buch endet? Mehr möchte ich hier nicht verraten, ohne zu spoilern – nur soviel, dass hier viel, viel mehr möglich gewesen wäre – und dass auch der Bogen zum Prolog des ersten Bandes nicht hinreichend geschlossen wird.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen vergleichbar mit dem Vorgänger. Lektorat und Korrektorat sind – sofern durchgeführt – etwas besser geglückt, da weniger durchgerutscht ist, der Buchsatz ist, mit Ausnahme des Kapitelbeginns auf ungeraden Seiten erneut durchwachsen und dem unauffälligen Cover fehlt etwas der Bezug zur Handlung. Hier hätte etwas mehr Mut (und die Beauftragung eines Coverdesigners) schon einen gravierenden Unterschied machen können.

Mein Fazit? „Bis nächsten Monat, Prinzessin – Band 2“ ist spannend, hochexplosiv und gefühlvoll und schließt die Handlung um Johanna und Chris ab – allerdings mit einer etwas fragwürdigen Message. Leichte Schwächen in der Buchgestaltung sind vorhanden, dennoch kann das Buch Liebhabern des Genres empfohlen werden – allerdings erneut nicht unter 18 Jahren.

[Buchgedanken] Kenzie H. Taft: „Bis nächsten Monat, Prinzessin – Band 1“

In den letzten Tagen habe ich den ersten Band der Dilogie „Bis nächsten Monat, Prinzessin“ von Kenzie H. Taft gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Der Roman ist 2020 im Selfpublishing veröffentlicht worden und wohl am ehesten dem Genre Dark Romance zuzuordnen.

51m6C2YqaUL._SX311_BO1204203200_Johanna lernt den deutlich älteren Chris bei einer Firmenfeier kennen. Zunächst ist sie von ihm alles andere als angetan, doch mit der Zeit bauen sie eine lockere Freundschaft voll zweideutiger Scherze auf und verbringen viel Zeit miteinander. Aus der kollegialen Bekanntschaft entwickelt sich ein prickelndes, leidenschaftliches Verhältnis. Johanna verliebt sich schließlich in Chris, der in vielerlei Hinsicht sehr erfahren ist und ihr aufzeigt, wie man das Leben in vollen Zügen genießen kann. Ein- bis zweimal im Monat hat sie ihn für sich allein und lebt nur für diese Zeit mit ihm. Doch warum will Chris partout keine Beziehung mit Johanna? Als sie den Grund erfährt, warum er sie immer wieder auf den nächsten Monat vertröstet, bricht Johanna zusammen.

„Bis nächsten Monat Prinzessin – Band 1“ ist ein solider Auftakt in eine Buchreihe, der den Leser nicht kalt lässt. Aufgrund der gewählten Erzählperspektive, der Erzählung in Ich-Perspektive aus der Sicht von Johanna, ist man nah an der Protagonistin und leidet, lacht und liebt mit ihr zusammen. Dabei gelingt es der Autorin, das Gefühlschaos, den Spagat zwischen Verzweiflung und Liebe greifbar und für den Leser spürbar zu machen.

Genrebedingt wartet das Buch mit teils deftiger Sprache, expliziten Sexszenen und Abhängigkeitsverhältnissen bis hin zu vergewaltigungsähnlichen Szenen auf, insgesamt aber noch so dosiert, dass der Roman knapp an der Grenze zwischen Romance und Erotik balanciert und diese nicht einreißt. Das durch die emotionale Abhängigkeit hervorgerufene, teils irrationale Verhalten der Protagonistin wird glaubhaft und eindringlich geschildert. An diesem Punkt hätte ich mir aber durchaus auch einige Punkte gewünscht. Einer Triggerwarnung bedarf es m.E.n. nicht, aber am Ende, gern auch in der Danksagung, hätte man auf weiterführende Informationen und Hilfsangebote zu diesem Problemkreis verweisen können.

Das Setting ist schön, allerdings etwas austauschbar. Die Wohnung, die Umgebung – all das wird toll beschrieben, von der Waldwanderung bis hin zu den kleinen idyllischen Dörfern – hier hätte man durch das Einstreuen von konkreten Ortsnamen (sofern ich sie nicht überlesen habe) noch mehr Authentizität erzeugen und dem Leser ein noch klareres Bild vermitteln können.

Die Handlung ist spannend, ein wahres Auf und Ab, eine Gefühlsachterbahn, die in einem allerdings moderaten Cliffhanger kulminiert, für den sich die Autorin nicht hätte entschuldigen müssen – das geht deutlich schlimmer. Allerdings erschließt sich mir der Sinn des Prologes (noch) nicht so recht. Es kann sein, dass sich das mit Teil 2 jedoch noch ändert.

Die Buchgestaltung ist hingegen insgesamt durchwachsen. Während das Korrektorat noch solide ist, hat das Lektorat – sofern durchgeführt – einige Schwächen, die leicht ausgemerzt hätten werden können. Auch der Buchsatz überzeugt nur teilweise. Positiv ist zu erwähnen, dass jedes Kapitel, jeder Monat, auf einer ungeraden Buchseite anfängt. Dahingegen ist durch den Verzicht auf die Silbentrennung am Zeilenende das Satzbild sehr unregelmäßig. Zudem ist auch – dafür kann die Autorin allerdings wohl eher nichts – die Druckqualität nicht sehr hoch. Das Cover ist unauffällig – hier wäre mit mehr Bezug zur Handlung noch deutlich mehr rauszuholen gewesen.

Mein Fazit? „Bis nächsten Monat Prinzessin – Band 1“ ist ein im Wesentlichen gelungener Einstieg in eine Dark-Romance-Dilogie, die den Leser schockt, aber auch mitreißt – schonungslos und brutal, aber auch sehr gefühlvoll. Für Leser des Genres – trotz Schwächen in der Buchgestaltung – bedenkenlos zu empfehlen, allerdings erst ab 18 Jahren.