Bevor ich mit den Messeberichten fortsetze, möchte ich Euch heute erst einmal das Buch vorstellen, das ich während der Messe beendet habe. „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist der neue Roman von Andreas Suchanek. Das Buch ist 2025 in der dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG erschienen und als Urban Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Liam hat es nicht leicht. Aufgewachsen in eher ärmlichen Verhältnissen, hält er sich in London als Fahrradkurier über Wasser. Als er ein Paket zu einem Privatmuseum liefert, wird er dort Zeuge eines Überfalls. Er kann nichts mehr für den sterbenden Kurator tun, doch dieser überträgt ihm ein Symbol aus schwarzer Tinte auf seine Haut – und macht ihn somit zum neuen Siegelwahrer des Museums. Liam wird in die Welt eines international agierenden Museumsnetzwerks katapultiert, welches magische Artefakte sicher verwahrt – denn mit diesen lassen sich gefährliche Kräfte kanalisieren. Doch die Museen werden von einem gefährlichen Gegner bedroht und schnell wird klar: Liams eigene Vergangenheit ist eng mit den Geschehnissen verknüpft.
„Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist der Auftaktband der neuen Urban-Fantasy-Reihe von Andreas Suchanek und mein erstes Buch des Autors. Vom Verlag wird es für Fans von Ben Aaronovitch beworben, was sicherlich noch zu große Fußstapfen sind – aber wer weiß: kleinere Parallelen sind zumindest da. Das Buch ist dabei als klassische Urban Fantasy einzuordnen, zeigt darüber hinaus aber auch kleinere Elemente eines Detektivromans – und ist aufgrund der Zeitsprünge und Artefakte zuweilen sogar ganz leicht historisch angehaucht.
Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich und wartet durchaus mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf. Dabei gelingt es dem Autor, insbesondere zu Beginn den Leser direkt in die Handlung zu ziehen, nicht zuletzt durch die humorvollen Szenen. Leider endet der Roman mit einem relativ starken Cliffhanger, der es fast nicht ermöglicht, das Buch als Standalone zu lesen und auch das Magiekonzept überzeugt noch nicht völlig- hier können aber die nächsten Bände noch nachliefern.
Denn das Setting ist sonst wirklich brillant. So entführt der Autor die Leser:innen nach London, Berlin und Paris, erschafft gut getarnte Museen und nimmt den Leser durch die Artefakte auch mit auf eine Reise durch Kunst, Mythologie und Wissenschaft – hier hätte ich mir fast noch mehr Nerdwissen gewünscht. Dabei klingen am Rande durchaus auch mal gesellschaftlich relevante Themen und Probleme an – der Fokus liegt aber klar auf der phantastischen Quest der Held:innen.
Die Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Shakespeare, Ava und Harry, während Liam nicht immer nachvollziehbar handelt und Julia noch zu geheimnisvoll verbleibt. Andreas Suchaneks Schreibstil ist humorvoll und lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich, die Kapitelüberschriften nur milde spoilernd. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv ist genretypisch und kein klassischer Eyecatcher, die Farbgebung des Buches insgesamt jedoch sehr gelungen und ansehnlich. Schön ist zudem, dass auch Coverrückseite und Buchrücken mit kleinen Details aufwarten, die Anspielungen auf die Handlung enthalten.
Mein Fazit? „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ ist ein Auftaktband, der Lust auf mehr macht und die Leser:innen in eine wirklich tolle Welt entführt, leider jedoch mit einem Cliffhanger endet. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.




























