[Buchgedanken] Frida Jacobsen: „Herbstleuchten über dem Möwenhof“ (Möwenhof 2)

In der letzten Zeit habe ich auch „Herbstleuchten über dem Möwenhof“ von Frida Jacobsen gelesen. Das Buch ist 2026 als Aufbau Taschenbuch in der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Ole Paulsen weiß nicht mehr weiter: Sein Pfahlrestaurant in St. Peter-Ording steht kurz vor dem Aus, und privat läuft ebenfalls alles schief. Als Ole wider Willen bei einer Fernsehkochshow antritt, gerät seine Welt vollends ins Wanken – und sein Herz gleich mit. Während die Kameras laufen und der Herbstwind über den Möwenhof fegt, muss Ole sich fragen, was im Leben und in der Liebe wirklich zählt.

„Herbstleuchten über dem Möwenhof“ ist nach „Sommerhimmel über dem Möwenhof“ der zweite Band der Möwenhof-Reihe aus der Feder von Frida Jacobsen, einem Pseudonym von Frieda Bergmann, die auch Teil des Autorinnen-Quartetts Hannah Conrad ist. Wie beim ersten Teil lässt sich der Roman klar als klassischer Liebesroman einordnen, auch Kategorisierungen wie Küsten- oder Nordseeroman sind möglich, entfernt erinnert die Serie auch an eine Familiensaga, auch wenn man Ole dann mehr oder weniger in diesem Fall als „adoptiertes“ Familienmitglied sehen müsste. Der Roman lässt sich gut als Standalone lesen, zur Figurenentwicklung empfehle ich vorher aber die Lektüre des ersten Bandes.

Die Handlung ist abwechslungsreich und interessant, genrebedingt natürlich auch vorhersehbar. Sie setzt nahtlos die Geschichte aus Band 1 fort und wird erneut aus den beiden Ich-Perspektiven der Love Interests erzählt – der Wechsel erfolgt kapitelweise und ist durch die Kapitelüberschrift angekündigt. Dabei trifft man liebgewonnene Charaktere wieder – der Möwenhof ist über die beiden Bände fast schon wie ein Zuhause auch für die Leser:innen geworden, sodass auch für weitere Folgebände noch genug Charaktere übrig bleiben würden, die auch noch eine Geschichte verdienen.

Das Setting brilliert erneut. Wieder geht es für die Leser:innen nach Sankt Peter-Ording, aber dieses Mal auch nach Schottland und Hamburg – Ole hat sich einen kosmopolitischen Love Interest verdient. Der Lokalkolorit kommt erneut durch den Dialekt durch – auch wenn er anteilig etwas hinter Band 1 zurücksteht. Wieder werden zudem niederschwellig wichtige Themen eingebaut wie Existenzängste, Scham oder die Verdrängung kleinerer Betriebe durch Ketten (eine Hommage an Band 1), die Feel-Good-Atmosphäre wird aber nie beeinträchtigt, das Happy End gerät nie wirklich in Gefahr.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – und werden konsequent aus dem Vorgängerband weiterentwickelt. Dabei überzeugt erneut allen voran Nele, aber auch andere wichtige Nebencharaktere wie Levke oder Esther können glänzen – genau wie in diesem Band auch die Protagonist:innen Allegra und Ole, der ja im ersten Band schon einer meiner Favoriten war. Frida Jacobsens Schreibstil lässt sich erneut leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Auch die Buchgestaltung ist wieder ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die sich aber noch im vertretbaren Rahmen halten, der Buchsatz ist solide. Der Umschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt, das Covermotiv setzt sich auf Buchrücken und Coverrückseite nahtlos fort und erzeugt so ein tolles Gesamtbild, das sich zudem gut ins Gefüge der Reihe einpasst. Generell ist das Covermotiv auch ansehnlich, auch wenn mir erneut der Bezug zur Handlung fehlt. Abgerundet wird die Geschichte zudem mit einer kurzen Playlist, die unüblich hintangestellt ist.

Mein Fazit? „Herbstleuchten über dem Möwenhof“ ist eine tolle Fortsetzung, die altbekannte Charaktere weiterentwickelt und in eine erneut tolle Story packt, die wirklich viel Spaß macht. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 13 Jahren.

[Buchgedanken] Frida Jacobsen: „Sommerhimmel über dem Möwenhof“ (Möwenhof 1)

In der letzten Zeit habe ich auch „Sommerhimmel über dem Möwenhof“ von Frida Jacobsen gelesen. Das Buch ist 2025 als Aufbau Taschenbuch in der Aufbau Verlage GmbH & Co. KG veröffentlicht worden und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Für einen Neuanfang zieht Maren mit ihren Kindern zurück an die Nordseeküste, wo ihre Familie auf dem Möwenhof ein gemütliches Bed & Breakfast betreibt. Als sich Maren Hals über Kopf in den Bootsbauer Henning verliebt, könnte ihr Glück perfekt sein. Doch gerade jetzt plant ihr Onkel, das idyllische Kleinod zu verkaufen. Die Frauen vom Möwenhof geben nicht auf und setzen alles daran, ihn umzustimmen. Marens Beziehung zu Henning wird dabei auf eine harte Probe gestellt. Kann sie auf seine Unterstützung vertrauen und ihr Zuhause retten?

„Sommerhimmel über dem Möwenhof“ ist der erste Band der Möwenhof-Reihe von Frida Jacobsen, einem Pseudonym von Frieda Bergmann, die zudem Teil des Autorinnen-Quartetts ist, das unter dem Namen Hannah Conrad veröffentlicht. Da alle Bücher sich um die Liebe drehen, ähnliche Genres bedienen, ist es hier das Setting, das die einzelnen Pseudonyme voneinander abgrenzt – in diesem Fall das Küstenflair der Nordsee, sodass das Buch von Frida selbst gern auch als Küstenroman bezeichnet wird. Der Vollständigkeit halber kategorisiere ich es dennoch mal als klassischen (Feel-Good) Liebesroman ein.

Die Handlung ist abwechslungsreich und interessant, genrebedingt aber teils durchaus vorhersehbar. Insbesondere die Liebesgeschichte zwischen Maren und Henning lässt hier nie Zweifel an dem erwartbaren Happy End aufkommen, der große Konflikt zwischen beiden entpuppt sich eher als Stolpersteinchen, sodass die Feel-Good-Atmosphäre nie gestört wird. Lediglich in der Rahmenhandlung, die die Lovestory wunderschön abrundet, kommt hier größere Spannung auf. Erzählt wird die Geschichte aus zwei Ich-Perspektiven, die in der Regel kapitelweise wechseln und dankenswerterweise mit dem jeweils handelnden Akteur überschrieben sind. Lediglich ein Wechsel fand innerhalb des Kapitels statt – mangels Überschrift irritierte dieser doch etwas.

Das Setting brilliert auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen an die Nordseeküste nach Sankt Peter-Ording – und hier vor allem auf den Möwenhof, eine idyllisch-pittoreske und in der Zeit stehengebliebene Bed & Breakfast-Pension voller Charme und Wärme. Insgesamt ist die verschlafene Nordseegesellschaft traumhaft und bietet neben dem Dialekt tolles Lokalkolorit – und einen fast märchenhaften Kampf Gut gegen Böse – strahlender Ritter inklusive. Dabei werden durchaus gesellschaftlich relevante Themen wie die Verdrängung kleiner Höfe durch große Gesellschaften, familiäre Vernachlässigung und – generell – fast jede denkbare Familienkonstellation eingebaut – ohne dass es jedoch aufgesetzt und gewollt wirkt.

Auch die einzelnen Charaktere können größtenteils glänzen, sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Nele, Abena, Noah und Ole – ich freue mich über Band 2 mit ihm. Henning und Maren handeln zwar nicht immer nachvollziehbar, aber sieht man von der Überdramatisierung des Konflikts ab, machen sie ebenfalls viel Spaß. Frida Jacobsens Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen – man träumt sich direkt selbst an die Nordsee.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich. Das Covermotiv wird toll auf Buchrücken und Coverrückseite fortgesetzt, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, das sich zudem gut in die Reihe einfügt. Der Umschlag ist ferner auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt. Generell ist das Covermotiv sehr ansehnlich und genretypisch, auch wenn mir etwas der Bezug zur Handlung fehlt.

Mein Fazit? „Sommerhimmel über dem Möwenhof“ ist ein toller Start in die Reihe mit wundervollem Setting und spannenden Figuren, die Lust auf den zweiten Band machen. Minimale Schwächen fallen dabei kaum ins Gewicht. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 13 Jahren.

Eine Reise ans Meer | Doppelte Buchpost

Heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem über Lovelybooks.de erreicht haben. „Und am Ende das Meer“ von Thorsten Dörp (PMLakeman Verlag) kam dabei als Gewinn einer Buchverlosung zu mir, „Herbstleuchten über dem Möwenhof“ von Frida Jacobsen (atb, Aufbau Verlage) als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde – vielen Dank dafür jeweils. Beide Bücher verbindet dabei das Meer als Sehnsuchtsort, als Ort der Heilung und Gelassenheit. Ich bin daher auf beide Geschichten schon sehr gespannt!

Wann seid Ihr zuletzt am Meer gewesen?

Neuzugänge im Doppelpack | Buchpost

Heute habe ich wieder einmal zwei tolle Neuzugänge für Euch, die mich in den letzten Tagen erreichten. „Hinters Licht“ von Asa Avdic (Arche Verlag in der Atrium Verlag AG) erreichte mich dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de, „Sommerhimmel über dem Möwenhof“ von Frida Jacobsen (Aufbau Taschenbuch, Aufbau Verlage GmbH & Co. KG) als Leseexemplar direkt von der Autorin mit einem wundervollen Beutel – vielen Dank jeweils dafür. „Hinters Licht“, ein von Stefanie Werner aus dem Schwedischen übersetzter Roman, spielt hierbei im Grenzbereich zwischen Wissenschaft und Spiritualität und versucht, die gegensätzlichen Pole zu verbinden, während „Sommerhimmel über dem Möwenhof“ der erste Roman von Frieda Bergmann unter dem neuen Pseudonym bei den Aufbau Verlagen ist und die Leser:innen nach Sankt Peter-Ording entführt. Ich bin auf beide Romane gleichermaßen gespannt und freue mich schon auf die gedanklichen Lesereisen.

Wohin würdet Ihr gern – gedanklich oder in echt – reisen?