[Buchgedanken] Anja Janotta: „Krawall im Klassenzimmer – Hitzefrei für alle!“ (Krawall im Klassenzimmer 1)

Vor kurzem habe ich auch „Krawall im Klassenzimmer – Hitzefrei für alle!“ von Anja Janotta gelesen. Das Buch ist 2025 bei Gulliver in der Verlagsgruppe Beltz erschienen und als illustriertes Kinderbuch einzuordnen – für die Illustrationen zeichnet Julia Weinmann verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Kurz vor den Sommerferien, die ganze Schule schwitzt. Und Fritzi ist stinksauer: Gerade hat ihre 5d ein Turnier gegen die 5a verloren. Diese Streber können was erleben! Fritzi legt mit einem fiesen Streich los. Nils und seine Freunde aus der 5a nehmen die Herausforderung an. Bald steht die Schule kopf und keiner ist mehr vor dem nächsten Streich sicher! Beim Streiche-Wettstreit zwischen den Klassen bleibt kein Auge trocken! Witzig, rasant und mittendrin im Schulalltag.

„Krawall im Klassenzimmer – Hitzefrei für alle!“ ist der erste Band der neuen Reihe „Krawall im Klassenzimmer“ von Anja Janotta, die als Teil von „READy“ niederschwellig Begeisterung fürs Lesen wecken soll. Empfohlen wird das Buch vom Verlag für Leser:innen ab 10 Jahren und balanciert damit gerade auf der Grenze zwischen Kinder- und Jugendbuch. Aufgrund der doch sehr einfachen Sprache und Thematik würde ich es jedoch noch als Kinderbuch einordnen, auch, weil man das Buch meines Erachtens als aufgeweckte Leser:in vielleicht auch ein Jahr früher lesen kann.

Die Handlung ist durchaus altersgerecht und kurzweilig, lediglich kurz vor dem Finale, als das Buch durchatmet, gibt es kleinere Längen. Mehr oder weniger verfolgt man kapitelweise abwechselnd aus den Perspektiven von Fritzi und Nils die Aktionen der einzelnen Klassen – zwischengeschaltet ist jeweils (sehr gelungen) ein Social-Media-Post einer Art Schülerzeitung („Das Blaue Auge“), wodurch eine weitere Ebene geschaffen, ein objektiver Blick auf die Geschehnisse ermöglicht wird, was im besten Sinne an „Gossip Girl“ oder „Lady Whistledown“ aus „Bridgerton“ erinnert – nur halt kindgerecht.

Unterstützt wird die Handlung dabei von den tollen Illustrationen von Julia Weinmann, die vereinzelt eingestreut sind und die Geschichte toll visualisieren. Teils sind diese natürlich etwas überspitzt, um den Charakteren auch die Eigenschaften direkt mitzugeben, was vor allem auf dem Cover sehr deutlich wird, sie machen dennoch viel Spaß und wirken toll mit dem Text zusammen. Gleichsam sind auch die Streiche ab und an etwas weitgehend, etwas drastisch und gesundheitsgefährdend, was aber eher an dem Fehlverhalten des Aufsichtspersonals liegt als an den Schüler:innen, denen man hier wirklich nichts unterstellen sollte.

Die einzelnen Figuren haben durchaus eigene Ziele und Motive, sind aufgrund der Kürze des Buches und der Vielzahl der handelnden Personen aber noch etwas eindimensional, insbesondere bei den Antagonist:innen Frau Strewisch und Herr Novak. Überzeugen können hingegen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Schirin, Lila und Titus – insgesamt kann hier aber im Folgeband das Profil von allen durchaus noch geschärft werden. Anja Janottas Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, ist altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anspringen, gerade im Zusammenspiel mit den Illustrationen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht schmälern, der Buchsatz setzt Text und Bild zu einem ordentlichen Gesamtprodukt, auch wenn man die Beiträge des „Blauen Auges“ vielleicht etwas innovativer hätte abbilden können. Das Cover, der Buchumschlag generell, ist genretypisch, das Covermotiv bietet zudem Anklänge an die Handlung und ist farblich sehr auffällig. Abzuwarten bleibt, ob mit dem Folgeband ein einheitliches Erscheinungsbild der Reihe mit Wiedererkennungswert geschaffen werden kann.

Mein Fazit? „Krawall im Klassenzimmer – Hitzefrei für alle!“ ist ein vielversprechender Auftakt in die Kinderbuchreihe von Anja Janotta, der vor allem durch die kurzweilige und interessante Handlung glänzt, an kleineren Punkten aber auch noch Luft nach oben für die Folgebände lässt. Für Leser:innen ab zehn Jahren bedenkenlos zu empfehlen, bei aufgeweckten Kindern vielleicht auch ein Jahr früher.

Es wird laut | krawallige Buchpost im Doppelpack

Auch heute habe ich nochmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ ist dabei ein literarisches Selbstporträt von Marco Wanda, dem Frontmann der Band „Wanda“, im Paul Zsolnay Verlag, während „Krawall im Klassenzimmer – Hitzefrei für alle!“ den Auftakt in eine neue Kinderbuchreihe von Anja Janotta für Gulliver (Verlagsgruppe Beltz) darstellt. Beide Bücher versprechen dabei viel Krawall und laute Töne, aber sicherlich auch den ein oder anderen zarten, stilleren Moment. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, vor allem, da ich von Anja auch bereits „Die coolste Klasse des Planeten“ lesen durfte.

Welche Musik läuft bei Euch rauf und runter? Kennt Ihr Wanda?

[Buchgedanken] Anja Janotta: „Die coolste Klasse des Planeten“

In den nächsten Tagen habe ich wieder einige Rezensionen für Euch. Denn vor kurzem habe ich unter anderem „Die coolste Klasse des Planeten“ von Anja Janotta gelesen. Hierbei handelt es sich um ein von Ulla Mersmeyer illustriertes Kinderbuch, das 2024 bei Gulliver in der Verlagsgruppe Beltz erschienen ist. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Der große Musik-Wettbewerb steht an. Schulbands aus allen deutschen Großstädten treten gegeneinander an. Als Gewinn winkt ein Auftritt im Fernsehen! Für die Robert-Mayer-Schule geht die 6c mit ihrer Gruppe „Baba Gold“ ins Rennen. In der Vorrunde feiern sie mit ihrem Sänger Idris einen ersten Erfolg! Doch die Konkurrenz ist hart und neidisch. Plötzlich verschwinden Kostüme und Gitarren sind verstimmt … Jetzt muss „Baba Gold“ ganz cool bleiben.

„Die coolste Klasse des Planeten“ ist ein Titel aus der Reihe „super lesbar“, die leicht lesbare Geschichten für ein niedriges Leseniveau anbietet. So wird das Buch laut Verlag für Leser:innen ab 11 Jahren empfohlen, befindet sich aber auf dem Leseniveau für 9-Jährige. Dadurch balanciert der Titel genau an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch. Da man ihn meines Erachtens aber auch schon mit neun oder zehn Jahren lesen kann, habe ich ihn als (illustriertes) Kinderbuch eingruppiert.

Denn die Handlung ist auch hier noch altersgerecht. Zwar sind die Protagonist:innen elf oder zwölf Jahre alt, mit der Geschichte können sich aber durchaus auch marginal jüngere Leser:innen noch identifizieren, geht es doch um jugendtypische Probleme wie familiäre Erwartungen, Zugehörigkeitsgefühl und Peer Pressure bzw. die bereits bei Kindern auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich. Dabei wird der Roman im Interviewformat erzählt – etwas ungewöhnlich, aber durchaus nicht unangebracht, entstehen so doch kurze Sinnabschnitte, was die weiter leichte Lesbarkeit fördert.

Die gelegentlich eingestreuten schwarz-weiß-Illustrationen sind zwar schön anzusehen, wiederholen sich aber, sodass der Fundus eher gering ist – hier hätten ein paar Illustrationen mehr für ein noch schöneres Ergebnis gesorgt. Auch ist es etwas schade, dass die „gegnerische“ Klasse hier sehr stereotyp gezeichnet wird, insbesondere in der Figur von Pauline hätte hier eine komplexere Darstellung die ganze Geschichte abrunden und realistischer gestalten können. Alles in allem kann aber zum Beispiel das Ende dennoch überzeugen. Anja Janottas Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und im Zusammenspiel mit den Illustrationen von Ulla Mersmeyer das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz setzt Bild und Text zu einem schön anzusehenden Gesamtpaket, auf die teils spoilernden Kapitelüberschriften hätte man aber verzichten können. Das Covermotiv wird zum Buchrücken hin unterbrochen, ist aber durchaus ansehnlich und passt zur Geschichte. Buchrücken und Coverrückseite sind hingegen eher eintönig.

Mein Fazit? „Die coolste Klasse des Planeten“ ist ein abwechslungsreiches, illustriertes Kinderbuch, das von seiner durchaus guten Idee lebt, dabei aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen ab etwa 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.