[Buchgedanken] Fabian Navarro: „Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ (Miez Marple 3)

Vor kurzem habe ich auch „Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ von Fabian Navarro gelesen. Das Buch ist 2025 unter dem Label HaymonKrimi in der Haymon Verlag Ges.m.b.H. erschienen und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Katzendetektivin Miez Marple checkt im Tierhotel Bellagio ein! Und findet sich damit in der wohl luxuriösesten Unterkunft am Rand der Großstadt wieder. Eigentlich wollte sie ein paar Tage einen ruhigen Wollball schieben – aber nix da! Mit dem Tod einer Schnurrhaar-Diva kommen Geheimnisse ans Licht wie Mäuse aus ihren Löchern. Und der Mörder oder die Mörderin scheint direkt aus der Gemeinschaft der top gestylten und mit Gourmetleckereien vollgefressenen Haustiere zu kommen. Oder etwa doch aus dem tiefen, dunklen Wald nebenan?

„Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ ist der dritte Teil der Buchreihe um die flauschige Detektivin Miez Marple, deren ersten beiden Bände noch bei Goldmann erschienen sind. Dabei lässt sich das Buch gar nicht so einfach einem Genre zuordnen, ist ein tierischer Kriminalroman, der durchaus in Teilen auch cosy (oder wie vom Verlag benannt cuddly) ist. Gleichsam ist er auch in bester Agatha-Christie-Manier größtenteils ein Kammerspiel, ist der Kreis der Personen und der Handlungsort doch stark begrenzt. Der Einfachheit halber habe ich es dennoch bei der groben Einordnung als Kriminalroman belassen.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und spannend, wenn auch zwischenzeitlich mit kleineren Längen versehen. Dabei lässt sich das Buch, das aus Miez Marples personaler Erzählperspektive erzählt wird, gut als Standalone lesen, wenn auch die Lektüre der vorherigen Bände insbesondere Miez Marples Beziehung zu einigen anderen Charakteren sicherlich noch vertieft beleuchtet hätte. Etwas schade ist auch, dass der Epilog bereits den nächsten Fall anteasert – ein klarerer Schnitt hätte hier für ein noch runderes Leseerlebnis gesorgt.

Das Setting ist gelungen. So entführt der Autor die Leser:innen größtenteils in eine luxuriöse Tierpension, in der – unüblich – alle möglichen Tiere zusammenleben. Dabei ist die tierische Welt gespickt mit Anspielungen an die Welt der Menschen – egal ob Sprichwörter, Fernsehprogramme oder Kryptowährungen. Und auch wenn das ganze manchmal sogar etwas zu weit geht, macht das doch einen Großteil des Charmes des Buches aus und sorgt für humorvolle Momente. Hierbei gelingt es Fabian Navarro, in den Krimi durchaus auch kleine, gesellschaftskritische bzw. gesellschaftlich relevante Themen und Aspekte unterzubringen.

Die einzelnen Figuren haben eigene Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, sind teils aber etwas eindimensional gestaltet. Hierbei überzeugen insbesondere noch wichtige Nebencharaktere wie Meredith, Florian und Gina, während Cookie und insbesondere Gabriel eher eindimensional verbleiben und Miez Marple nicht immer nachvollziehbar handelt. Fabian Navarros Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen, toll gestalteten Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv und die Coverrückseite werden zum Buchrücken leider jeweils krass unterbrochen. Generell ist die Farbgebung des Umschlags sehr ansehnlich und das Covermotiv ein Eyecatcher, das Design weicht jedoch von den früheren Bänden der Reihe ab und bricht so etwas den Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ ist ein im Wesentlichen gelungener, tierischer Kriminalroman, der vor allem mit seinem Setting und Wortwitz überzeugt, aber auch kleinere Längen und Schwächen hat. Für Leser:innen des Genres – und insbesondere für Katzenfreunde – bedenkenlos zu empfehlen.

Tierische Neuzugänge | Doppelte Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür! „Affenliebe“ ist hierbei der neue, im Selfpublishing veröffentlichte Roman von Natasa Dragnic, während „Miez Marple und die Tatze der Verdammnis“ bereits der dritte Band der Reihe um die flauschige Ermittlerin von Fabian Navarro ist. Erschienen ist er unter dem Label Haymonkrimi in der Haymon Verlag Ges.m.b.H., nachdem die ersten beiden Teile noch im Goldmann Verlag veröffentlicht wurden. Egal ob Liebe, Lust und Leidenschaft oder doch Cosy Crime – in jedem Fall wird es mit den beiden Bänden sicherlich tierisch! Ich kann es daher kaum erwarten, in die Geschichten einzutauchen.

Mögt Ihr Romane, in denen Tiere als Protagonist:innen fungieren?

[Buchgedanken] Tatjana Kruse: „Mumien morden mittwochs nie“

Vor kurzem habe ich auch „Mumien morden mittwochs nie“ von Tatjana Kruse gelesen. Das Buch ist 2025 unter dem Label Haymonkrimi in der Haymon Verlag Ges.m.b.H. veröffentlicht worden und als humoristischer Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Polly kann es nicht fassen! Der wohl wichtigste Augenblick in ihrer bisherigen Karriere entpuppt sich als absolute Katastrophe. Der Museumsdirektor hat die Ausstellung mit verloren geglaubten Artefakten aus der siebten Dynastie zu einer Entertainmentveranstaltung gemacht. Und zu allem Überfluss muss Polly sich auch noch wahnwitzige Theorien zu einem angeblichen Fluch der Mumie anhören. Als allerdings ein Museumsangestellter nach dem anderen spektakulär zu Tode kommt, muss sich plötzlich auch Polly fragen, ob hier etwas Paranormales im Gange ist …

„Mumien morden mittwochs nie“ ist mein erster Roman der Autorin Tatjana Kruse, die als Markenzeichen Krimis mit Komödien verknüpft. Daher wird das Buch auf dem Cover auch konsequenterweise vom Verlag als Krimödie betitelt, in der Genrezuordnung habe ich es dennoch bei einem humoristischen Kriminalroman belassen, wobei das Buch im besten Stile an Kammerspiele von Agatha Christie erinnert – nur viel schwarzhumoriger. Zugleich bietet der Roman – als Standalone angelegt – viel Potential für Folgebände.

Denn die Handlung kann vor allem dank der abstrusen Szenen glänzen. Auch wenn es anfangs hierbei noch kleinere Längen gibt, entwickelt sich der Roman spätestens in der zweiten Hälfte zum absoluten Pageturner, ist hierbei abwechslungsreich, spannend und kurzweilig. Und auch das Ende vermag zu überraschen – lediglich auf den nachgeschobenen Epilog hätte man meines Erachtens verzichten können. Gleichsam ist die Handlung durchaus schonungslos brutal – auch wenn der Großteil der Gewalt nicht live miterlebt wird.

Auch das Setting kann brillieren. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in ein futuristisch-entworfenes Design-Museum, das an das Guggenheim-Museum in Bilbao erinnert – und trotz des kammerspielartigen Settings, bei dem das Gebäude nicht verlassen wird, daher dennoch viele verschiedenen Schauplätze bietet. Dabei gelingt es Tatjana Kruse, nicht nur den Krimi mit archäologischem und geschichtlichem Wissen zu bereichern, sondern am Rande auch Themen wie Stigmatisierung, Beutekunst, Hochstapelei und noch viele weitere in den Roman mit einzubinden.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugt neben Polly vor allem der absolute Leser:innen-Liebling Daphne, von der ich gern weitere Geschichten lesen würde, während Timothee etwas blass und eindimensional verbleibt. Tatjana Kruses Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist humorvoll und wortgewaltig.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist solide und wartet mit interessanten Kapiteleinleitungen auf. Der Umschlag ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite leicht geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv wird irritierenderweise nur partiell zum Buchrücken hin unterbrochen, ist sonst farblich zwar auffällig, insgesamt aber eher eintönig und kein klassischer Eyecatcher. Allerdings kann die Typografie überzeugen.

Mein Fazit? „Mumien morden mittwochs nie“ ist ein unglaublich abstruser, schwarzhumoriger Kriminalroman, der mit seinem tollen Setting, starken Protagonist:innen und vor allem mit dem genretypischen Humor punkten kann. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Hochspannung garantiert | Krimi-Buchpost

Heute habe ich erneut zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Mainblüte“ von Lou Sandberg ist der zweite, im Selfpublishing veröffentlichte Kriminalroman um die Ermittler Sebastian Buck und Maike Lange, während „Mumien morden mittwochs nie“ von Tatjana Kruse eine Krimödie für Haymon Krimi (Haymon Verlag Ges.m.b.H.) ist. Ich bin schon gespannt darauf, ob mich der humoristische Ansatz oder der durchaus mit ernsten Themen behaftete Ermittler:innen-Roman mehr überzeugt. So oder so ist in jedem Fall Hochspannung garantiert!

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