[Buchgedanken] Nike Sellberg: „Forever Starts Tomorrow“

In der letzten Zeit habe ich auch „Forever Starts Tomorrow“ von Nike Sellberg gelesen. Das Buch ist 2026 bei Atlantik, einem Imprint der Hoffmann und Campe Verlag 1781 GmbH erschienen und als Romcom einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitsstellung eines Rezensionsexemplares im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Annas Leben steht plötzlich Kopf, als ihr Partner sie ohne Vorwarnung sitzen lässt. Zeit für Liebeskummer nimmt sie sich nicht, stattdessen zieht sie kurz entschlossen in einen alten Leuchtturm an der Ostsee – in der Hoffnung auf einen Neuanfang. Doch statt eines Meeresidylls erwarten sie bröckelnde Wände, ein Schuppen voller Antiquitäten, ein improvisiertes Café – und eine ziemlich eigensinnige Schafherde. Zum Glück gibt es Henk, ihren wortkargen, ständig schlecht gelaunten Nachbarn, der sich überraschend als Hilfe entpuppt. Doch dann holt Anna ihre Vergangenheit ein – und stellt sie vor die Frage, was es wirklich braucht, um ein gebrochenes Herz zu heilen.

„Forever Starts Tomorrow“ ist das Debüt von Nike Sellberg, einem Pseudonym der Kinder- und Jugendbuchautorin Sandra Nenninger – und bereits die Genrezuordnung fällt mir hier schwer. Während die Handlung nach einem klassischen Liebesoman (mit cosy Setting) klingt, wird das Buch doch als Romcom beworben – und die durchaus überraschenden, aber nicht unwillkommenen spicy Szenen rücken den Roman nah an New Adult, auch wenn dafür die Protagonist:innen gegebenenfalls etwas zu alt sind. Da das Buch aber vor allem durch die Leichtigkeit, den Humor geprägt ist, habe ich mich schlussendlich der Bewerbung des Buches angeschlossen und das Werk als Romcom kategorisiert.

Denn die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und gefühlvoll, besticht aber auch durch humorvolle Szenen und tolle Sidekicks, die die Handlung an sich reißen und sich gefühlt sogar mit in den Vordergrund spielen. Neben der eigentlich im Zentrum stehenden Liebesgeschichte werden somit munter weitere Charaktere verpartnert – und so ganz nebenbei auch die familiäre Vergangenheit eines der Protagonist:innen aufgedeckt. Dabei entwickelt sich das Buch zuweilen zum Pageturner, kleinere Logikbrüche und ein nicht so ganz überzeugendes Ende fallen hierbei nicht allzu sehr ins Gewicht.

Das Setting vermag hingegen auf ganzer Linie zu überzeugen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen ins fiktive Dörfchen Sandorf, an der Ostsee zwischen Lübeck und Fehmarn gelegen, malerische Küste, baufälliger Leuchtturm und kleine, verschlafene Geschäfte inklusive. Dabei werden durchaus auch gesellschaftliche Themen wie der Strukturwandel von Landschaften gestreift – genau wie die persönlichen Probleme der Protagonist:innen verbleiben diese aber eher an der Oberfläche und lassen so den Feel-Good-Charakter des Romans unberührt, der maßgeblich auch durch die Schafe herbeigeführt wird – cosier geht es ja kaum.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Wiebke, Isolde, Aike und Peer (die Liste könnte man bedenkenlos noch fortsetzen), während gerade Henk und Anna sich doch einige Schnitzer leisten, die die Identifikation mit ihnen erschweren und die nicht wirklich nachvollziehbar sind. Nike Sellbergs Schreibstil ist dahingegen humorvoll, lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist größtenteils gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, auch die Chatnachrichten werden zumindest wechselseitig bündig gesetzt. Der Umschlag ist mit Klappen versehen, das Covermotiv wird auf der Coverrückseite etwas ausgeblasst wieder aufgegriffen, leider zum Buchrücken hin jeweils doch stark abgegrenzt. Insgesamt ist das Covermotiv farblich auch ansprechend, mir fehlt jedoch etwas der Bezug zur Handlung und auch in der Darstellung der Protagonist:innen hätte man andere Wege finden können.

Mein Fazit? „Forever Starts Tomorrow“ ist ein humorvoller Roman, der mit tollen Charakteren und einem malerischen Setting punkten kann und sonst nur kleinere Schwächen aufweist. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

Fortsetzung meets Neuanfang | Lovelybooks-Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür! „Forever Starts Tomorrow“ von Nike Sellberg (Sandra Nenninger) aus dem Atlantik Verlag beschreibt dabei einen Neuanfang an der Ostseeküste, während Jagdfieber von Yngra Wieland die Krimireihe um Salome Liebeskind in der Editon M (Amazon Publishing) fortsetzt – ich bin gespannt!

Nach München oder an die Ostsee: Wohin würdet Ihr aktuell lieber reisen?

[FBM2025] Tag 3 – Neue und alte Bekanntschaften

Gestern stand bereits der dritte Tag der diesjährigen Frankfurter Buchmesse an – ein Tag, der für mich im Zeichen von neuen und alten Bekanntschaften stand, mit: Alexander Oetker, Daniel Donskoy, Josi Wismar, Anabelle Stehl, Lea Pietsch, Andreas Suchanek, Anja Janotta und Betty Taube.

Ab 10 Uhr fluteten gestern auch die übrigen Zuschauer die Messehallen, was diese sofort füllte, und die Ruhe der letzten Tage vertrieb. Wer für 10 Uhr angekündigt wurde, aber nicht dort war, war jedoch der Krimi-Autor Alexander Oetker. Glücklicherweise gelang es mir, ihn später im Verlauf des Tages am Stand von Hoffmann & Campe noch zwischenzuschieben – und mir von ihm „Zara & Zoe – Rache in Marseille“ signieren zu lassen. Eine tolle Begegnung – nur etwas mangelhaft in der Kommunikation der Messetermine.

Danach besuchte ich eine Lesung und Buchvorstellung des Debütromans „Brennen“ von Daniel Donskoy, den ich bereits am Mittwoch kurz treffen durfte. Im Gespräch mit der SZ las Daniel kurze Auszüge und sprach nicht nur über seine Vergangenheit, sondern auch davon, wie man sich in der Welt zurechtfindet, wie man seinen Platz in den Katastrophen und Kriegen finden kann, von denen man betroffen ist. Dabei fand er auch wichtige und richtige Worte zum aktuellen Gaza-Konflikt, plädierte für ein friedliches Zusammenleben und dafür, sich seiner Entscheidungen bewusst zu werden und in die Gefühle hineinzuhorchen und diese zu kanalisieren, was ihm mit dem Buch gelungen ist.

Im Anschluss stand der erste Fan-Moment (von vielen auf der diesjährigen Buchmesse) für mich auf dem Plan. Am Stand des EMF Verlags präsentierte die Influencerin Lea Pietsch, zu deren 1,3 Millionen Followern auf Instagram ich auch schon bereits seit Jahren gehören, ihr Vision Board Set „Dear Future Me“, und nahm sich Zeit für Fotos und Signaturen für ihre Fans. Ein unglaublich sympathisches Treffen – und genau so, wie man es bei ihrem tollen und nahbaren Instagram-Account auch erwartet hätte.

Weiter ging es dann für mich mit einer weiteren Buchpräsentation. In der 30-Minuten-WG von Stern und Penguin Random House stellte Josi Wismar den Auftaktband „Fractured Fates“ ihrer neuen Romantic Suspense Dilogie „Fallen Grace“ vor und sprach über das Schreiben, ihre Schauplätze und ihre sonstigen Hobbies – und natürlich ganz viel über das Buch, das so unglaublich klingt, dass es bei mir schon einziehen durfte. Umso mehr freue ich mich daher auch, am Sonntag Josi noch bei einer Signierstunde treffen zu dürfen – das wird toll!

Am Nachmittag dann ein fast obligatorischer Messe-Termin – zumindest war dies bestimmt bei den letzten vier, fünf Buchmessen immer ein absoluter Fixpunkt: Die Signierstunde von Anabelle Stehl für den LYX Verlag – das fühlt sich mittlerweile fast wie Heimkommen an. Von Anabelle ließ ich mir „Novel Haven – Match of Fate“ sowie die Taylor Swift basierte Anthologie „Love Poets Society“ signieren, wertete mit ihr „The Life of a Showgirl“ aus (was wir – offensichtlich – beide mögen) und machte natürlich erneut ein Foto. Ich denke mal, wir sehen uns dann in Leipzig.

Vor meinem nächsten Termin traf ich noch Anja Janotta und Andreas Suchanek, die mir bereitwillig die mitgebrachten Bücher signierten (vielen Dank!), bevor zum Tagesabschluss ein weiterer, absoluter Fan-Moment anstand. Denn für Bastei Lübbe signierte Betty Taube ihr Buch „Sag, die blauen Flecke kommen vom Spielen“. Betty folge ich bereits seit ihrer Zeit bei GNTM – und so freute es mich wirklich, sie endlich auch mal live treffen zu dürfen.

Heute steht vor allem endlich mal wieder ein Treffen mit Mona Kasten auf dem Plan – und ganz viele weitere tolle Begegnungen mit Julia Engelmann, Caroline Brinkmann und noch so vielen mehr. Der Bericht dazu folgt – vermutlich – morgen :).