Vor kurzem habe ich auch „Voll verspukt! Monsterferien in Moderberg“ von Judith-Ariane Kleinschmidt und Florian Schwebel gelesen. Das Buch ist 2026 bei Rotfuchs, einem Imprint der Fischer Sauerländer GmbH erschienen und als fantastisches Kinderbuch einzuordnen, für die Illustrationen zeichnet Karsten Teich verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Statt mit seinen Eltern nach Rom zu reisen, soll Tim seine Ferien plötzlich bei seinem verschrobenen Opa Sherry in Moderberg verbringen. Dabei ist es da total unheimlich, und Tim hat nun mal vor allem Angst. Natürlich passieren auch gleich bei seiner Ankunft die merkwürdigsten Dinge: Einwohner verschwinden spurlos, im Supermarkt gibt es Mumienhände zu kaufen, überall sind Katzen – und wieso will Graf Tatsel eigentlich unbedingt in Opas Villa eingeladen werden? Nur gut, dass Tim das Mädchen Eta kennenlernt. Die hat zwar ein Wiesel als Haustier, dafür aber nicht ganz so viel Angst. Gemeinsam finden die beiden heraus, was in Moderberg eigentlich los ist. Und am Ende weiß Tim: Diese Ferien waren seine besten überhaupt. Und er kommt bestimmt bald wieder!
„Voll verspukt! Monsterferien in Moderberg“ ist der erste Band der fantastischen Kinderbuchreihe für Leser:innen ab neun Jahren vom Autor:innen-Duo Judith-Ariane Kleinschmidt und Florian Schwebel – der Folgeband „Voll verspukt! Monsteralarm in Nebelbucht“ ist bereits erschienen. Auch wenn die Reihe als „Grusel-Reihe“ betitelt ist, würde ich es doch bei der Einordnung als fantastisches Kinderbuch belassen, kommt doch auch durch die stark überzeichneten Illustrationen von Karsten Teich nie wirklich Grusel auf, da hier stärker der Humor in den Mittelpunkt gerückt wird.
Die Handlung ist dabei durchaus altersgerecht, abwechslungsreich und spannend, aber in vielen Punkten für die Leser:innen auch vorhersehbar. Sie wird aus der Ich-Perspektive von Tim erzählt – und sorgt gelegentlich für Kopschütteln, wenn offensichtliche Entwicklungen nicht oder viel zu spät erkannt werden – und der ein oder andere Logikbruch versteckt sich hier auch (zumindest werden die Grenzen der Logik stark gedehnt). Dennoch macht die Handlung viel Spaß und eröffnet für die Folgebände diverse Möglichkeiten, erinnert das Museum doch an die magischen Museen der Bücher von Andreas Suchanek. Eingebunden werden durchaus kinder- bzw. jugendtypische Probleme, die in den Folgebänden durchaus noch etwas geschärft werden könnten.
Das Setting ist gelungen – was auch an den Bildern von Karsten Teich liegt, die die Handlung untermalen und fast karikieren. Zwar gibt es gelegentliche Abweichungen zwischen der Beschreibung und den Bildern, aber insgesamt sind die Illustrationen wirklich gelungen und sorgen für viel Freude. Auch die Beschreibung des Settings kann glänzen und präsentiert Moderberg fast als Portal in eine andere Welt, in der Narnia-ähnlich zwar Menschen leben, aber irgendwie alles anderen Regeln und Gesetzen folgt. Hier würde ich mich freuen, in den Folgebänden noch mehr über die Stadt zu erfahren, die irgendwie Teil der Welt, aber irgendwie von dieser auch vergessen ist, sieht man mal von einer halben Polizeistelle ab.
Die einzelnen Figuren sind aufgrund der Kürze noch etwas eindimensional angelegt, aber auch hier kann in den Folgebänden die Figurenentwicklung vorangetrieben werden. Bislang kann vor allem Eta brillieren, aber auch Johanna Konstantin kann glänzen, während Sherry und Tim nicht immer nachvollziehbar handeln. Der Schreibstil der Autor:innen ist altersgerecht, lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz setzt Text und Bild zu einem tollen Gesamtprodukt. Die Kapitelüberschriften sind oftmals alliterativ gestaltet und nur mild spoilernd, der Umschlag ist mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Covermotiv und Coverrückseite werden jeweils zum Buchrücken hin krass unterbrochen, sind sonst aber durchaus ansehnlich, bieten Anklänge zur Handlung und passen gut zu den Folgecovern, sodass ein einheitlicher Gesamteindruck der Reihe mit Wiedererkennungswert entsteht.
Mein Fazit? „Voll verspukt! Monsterferien in Moderberg“ ist ein gelungener Auftakt in die Kinderbuchreihe, der mit einem tollen Setting, viel Humor und wundervollen Illustrationen punktet, in der Handlung aber noch etwas Luft nach oben lässt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von neun Jahren.

