[Buchgedanken] 2F: „Secret Playlist 1“

In der letzten Zeit habe ich auch „Secret Playlist 1“ von 2F gelesen. Das Buch ist 2026 bei Manhwa Cult, Cross Cult Entertainment GmbH in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen, die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „Play, PLII“ als Naver Webtoon veröffentlicht. Das Buch ist als Manhwa einzuordnen, für die Übersetzung aus dem Koreanischen zeichnet Denise Hedrich verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die introvertierte Studentin Han-ju hat ein Geheimnis, von dem niemand erfahren darf: Als begnadete Hobby-Sängerin PLII verzaubert sie mit ihren gefühlvollen Cover-Songs regelmäßig die Online-Welt. Ihre Stimme zieht nicht nur eine wachsende Fangemeinde in ihren Bann, sondern weckt auch das Interesse des berühmten K-Pop-Idols Levi. In seiner wachsenden Faszination für die geheimnisvolle Sängerin setzt Levi alles daran, mit PLII in Kontakt zu treten und eine musikalische Zusammenarbeit zu erwirken. Doch Han-ju hat ihre ganz eigenen Gründe, sich von der glitzernden Welt der Musikindustrie fernzuhalten …

„Secret Playlist 1“ ist – offensichtlich – der Auftaktband in die Manhwa-Reihe von 2F – seitens des Verlages gelabelt als „Romance ab 15“, eine durchaus realistische Einschätzung, auch wenn naturgemäß im ersten Band der Romance-Anteil noch etwas kurz kommt. Leider kann man den Band eher nicht als Standalone lesen, da das Ende sehr offen ist und quasi keinen einzigen Handlungsstrang auch nur annähernd auflöst.

Abgesehen davon ist die Handlung abwechslungsreich und spannend, ein wahrer Pageturner, auch wenn sie immer mal wieder durch eine Reihe abstruser Zufälle befeuert und vorangetrieben wird. Insgesamt macht die Geschichte aber viel Spaß und ist nicht nur etwas für K-Pop-Liebhaber, bietet sie doch einen niederschwelligen Zugang zum Thema und einen Blick in die Mentalität und Kultur des Landes. Dabei ist die Handlung durchaus altersgerecht aufgearbeitet, gegebenenfalls kann man den Manhwa auch schon leicht früher mit 13, 14 Jahren lesen.

Das Buch brilliert darüber hinaus vor allem aber durch die unglaublich tollen Zeichnungen, die durchgängig farbig, teils ganzseitig die Handlung weitererzählen und illustrieren und einfach wahnsinnig toll anzusehen sind – ein absolutes Highlight. Insbesondere die anfänglichen musikalischen Szenen, die tolle Darstellung der Chatnachrichten und die intensiven Gespräche können hier punkten und sind ein visuelles Highlight.

Generell kann die Buchgestaltung glänzen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz setzt Text und Bilder zu einem tollen Gesamtprodukt. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt, das Covermotiv zum Buchrücken allerdings etwas stark abgegrenzt. Insgesamt können aber Cover, Coverrückseite und Buchrücken punkten und sind absolute Eyecatcher, die einen direkt zum Buch ziehen und dort verbleiben lassen.

Mein Fazit? „Secret Playlist 1“ ist ein visuell brillanter Manhwa mit toller Handlung, die zwar etwas offen endet aber nichtsdestotrotz viel Spaß macht. Für Leser:innen ab 15 daher bedenkenlos zu empfehlen – ein Jahreshighlight, nicht nur für K-Pop-Fans.

[Buchgedanken] Monika Mansour: „Der Himmel über den Alpen“

Vor kurzem habe ich „Der Himmel über den Alpen“ von Monika Mansour gelesen. Das Buch ist 2023 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

In einem Sanatorium in den Berner Alpen lassen sich vermögende Patienten mit psychischen Problemen diskret behandeln. Die quirlige Sunshine leidet unter der Misshandlung ihrer italienischen Mafiafamilie. Rainman, erfolgreicher koreanischer Popstar, ist mit einem tragischen Geheimnis belastet. Beide lassen sich am selben Tag einliefern – und entdecken hier, in ihrer Heimat, wo sie als Kinder glücklich waren, nicht nur eine neue Liebe, sondern finden auch die Kraft, ihre Zukunft neu zu schreiben.

„Der Himmel über den Alpen“ ist der erste Roman fernab des Krimigenres von Monika Mansour – und so ganz kann sie ihre Krimileidenschaft dann doch nicht verbergen. Zwar habe ich das Buch als (klassischen) Liebesroman eingeordnet, es zeigt jedoch durchaus auch Ansätze eines Thrillers oder Krimis – und hätte mit Fug und Recht auch als Schicksalsroman eingeordnet werden können, wenn die Perspektive etwas stärker auf eine der Figuren fokussiert gewesen und/oder Rainmans Geheimnis früher aufgedeckt worden wäre.

Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend, wenn in Teilen allerdings auch vorhersehbar. Insbesondere loben möchte ich, dass der Prolog relativ früh im Buch wiederaufgegriffen wird und die Handlung insgesamt sehr stringent erzählt wird, da nur wenige Handlungsstränge vorhanden sind. Auch ist die Kombination von Mafia und K-Pop elektrisierend und neu, allerdings sind gerade diese Erzählstränge außerhalb der Lovestory auch etwas überzeichnet und hollywoodlike.

Das Setting ist naturgemäß traumhaft, entführt die Autorin den Leser doch ins Berner Oberland – und auf Ausflüge nach Kalabrien und Busan. Dabei gelingt es Monika Mansour, die besonderen Gegebenheiten der Orte herauszustellen und so für den Leser zum Leben zu erwecken – insbesondere das schweizerische Alpenpanorama. Apropos Schweiz: Auch hier hat sich das ein oder andere dialektische und im Hochdeutschen unbekannte Wort in den allgemeinen Text geschmuggelt – glücklicherweise ließ es sich jeweils aus dem Kontext erschließen.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenrollen wie Sophie, Dr. Tribelhorn und Tony, während Rainman etwa blass verbleibt und nicht immer nachvollziehbar handelt. Monika Mansours Schreibstil lässt sich hingegen leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt. Das Titelmotiv ist schön anzusehen aber auch etwas beliebig und wird leider zum Buchrücken hin abrupt unterbrochen. Buchrücken und Coverrückseite bilden zudem einen irritierenden farblichen Gegensatz – ein Tausch der Farben bei einem der beiden hätte hier für fließende und einheitliche Übergänge gesorgt.

Mein Fazit? „Der Himmel über den Alpen“ ist ein weitgehend überzeugender Liebesroman, der vor allem mit seinem Setting brilliert und nur kleinere Schwächen in der Handlung aufweist. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 15 Jahren.

Ganz in Pink – zumindest fast | Lovelybooks-Buchpost

Vor der Frankfurter Buchmesse stapeln sich die Rezensionen und Neuzugänge auf meinem Tisch – und zwei der kürzlich eingetroffenen Rezensionsexemplare über Leserunden auf Lovelybooks.de (vielen Dank dafür!) möchte ich Euch heute zeigen. „Der Himmel über den Alpen“ von Monika Mansour (Emons Verlag GmbH) ist dabei ein Liebesroman zwischen einem K-Pop-Star und einer Mafiatochter, „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ von Patricia Schröder (Karibu Verlag, Edel Verlagsgruppe GmbH) ein Jugendbuch über die erste Liebe für Leser ab 10 Jahren – da sind in beiden Fällen große Gefühle vorprogrammiert! Ich als Blink freue mich jedenfalls schon sehr auf den K-Pop-Flair und bin immer noch begeistert von der tollen Karte, die Patricias Buch beilag <3. Das kann nur toll werden!

Welchen Liebesroman habt Ihr zuletzt gelesen?

Von großen Gefühlen und weltweiten Hypes | Neuzugänge im Doppelpack

Aus dem Zug in die Osterferien möchte ich Euch heute noch zwei Bücher zeigen, die in den letzten Wochen bei mir eingezogen sind. „K-Universe“ von Dennis Kubek und Bielle Kim aus dem Conbook Verlag ist dabei ein Sachbuch über den medialen Hype zu Korea und kam als verspätetes Geburtstagsgeschenk zu mir, während mich der Bodensee-Liebesroman „Vier Herzen am See“ von Tina Schlegel (Emons Verlag) als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de erreichte – vielen Dank jeweils dafür!

Mögt Ihr K-Pop oder K-Dramen?

[LBM2021] Tag 3: „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“

Gestern stand auch schon der vorletzte Messetag an – und das Goethe-Zitat im Titel beschreibt gut die gegensätzlichen Stimmungen, die mich über den Tag in den Veranstaltungen erwarteten.

Dabei begann der Tag ganz entspannt mit einer Verlosung beim LYX Verlag, bevor ich erneut einer Diskussion und Gesprächsrunde lauschte, die von der HTWK Leipzig organisiert wurde. Moderiert von einer Studentin plauderte Nina MacKay über ihre Bücher, kommende Projekte und über das Autorensein an sich. Wie immer ein absolutes Highlight. Auch im Anschluss ging es um das Autorensein, denn April Dawson und Kara Atkin schilderten in den Instagram-Stories des LYX Verlags ihre Anfänge als Autor, ihre ersten Erfolge und ihre ultimativen Schreibtipps.

Am späten Nachmittag stand jedoch das eine emotionale Extrem an. Die gefeierte und prämierte Krimiautorin Zoë Beck stellte ihr neuestes Buch, einen Titel bei Reclam, namens „Depression. 100 Seiten“ vor. Dabei berichtete sie eindrücklich im Gespräch auf dem Blauen Sofa von ihren eigenen Erfahrungen, ihrer Erkrankung und den Folgen, die dies auf ihr berufliches und privates Leben und Umfeld ausübt. Sehr emotional – und viel zu selten beleuchtet. Und so ist es nur zu begrüßen, dass das ZDF, einer der Mitinitiatoren des Blauen Sofas, im Zuge des Gesprächs durch den Moderator auch eine Sondersendung des „Aspekte“-Formats zum Thema Depression ankündigte.

Zum Abschluss des Tages dann das andere Extrem. Im Livestream für den LYX Verlag sprach Anne Pätzold zwar auch über ihre Bücher, aber genauso häufig über ihre große Liebe zu K-Pop, zu Manga, Anime und allem, was damit zusammenhängt. Marketingtechnisch vielleicht nicht ideal, aber unglaublich sympathisch und authentisch – wobei ich mir aber zumindest einen kleinen Leseabschnitt gewünscht hätte. Damit endete auch bereits der Samstag – und das Ende der Messe ist in Sicht. Was ich am heutigen Sonntag erlebt habe – oder noch erlebe – darüber dann morgen mehr :).