[Buchgedanken] Julia Dippel: „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ (Velvet-Dilogie 1)

In den letzten Tagen – auch während der Buchmesse – habe ich „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ von Julia Dippel gelesen. Das Buch ist 2025 bei Loomlight in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und als New Adult Romantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als die Sterne fielen, kehrte die Magie in unsere Welt zurück und mit ihr neue Götter. Seit diesem Tag träumte Velvet von der Aufnahme in einen Hexenzirkel, aber Schicksal und Verrat zwangen ihr einen anderen Weg auf: den einer Dämonenreiterin. Doch dämonische Kräfte sind unberechenbar, und als sie Velvet eines Tages mit Visionen einer brennenden Zukunft fluten, entdeckt sie, dass ein magisches Virus die unsterblichen Götter auszulöschen droht. Um es aufzuhalten, soll sie das Blut der sieben göttlichen Söhne beschaffen. Ein schier unmögliches Unterfangen – würde Velvet nicht zufällig einen der Göttersöhne kennen: Kash, alias Kashmere Sinclair, alias ihr Ex und der Grund für all ihre zerstörten Träume. Ihn um Hilfe zu bitten, reißt nicht nur alte Wunden auf, sondern stürzt Velvet in einen erbitterten Kampf um ihr Herz und die Rettung der Welt.

„Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ ist der Auftaktband in die „Velvet“-Dilogie von Julia Dippel für Loomlight, mein erstes Buch der Autorin (also abgesehen von SuB-Werken). Das Buch lässt sich dabei klar als New Adult Romantasy einordnen, aufgrund des Settings könnte man es aber auch als Urban Fantasy kategorisieren. Empfohlen wird der Roman seitens des Verlags für Leser:innen ab 16 Jahren, aufgrund der sehr spicy Szenen sollte das definitiv auch die Untergrenze darstellen.

Die Handlung ist kurzweilig, actionreich, spannend und sehr spicy, auch wenn sich die Anzahl der Sexszenen durchaus genretypisch in Grenzen hält. Dabei verbleiben diese zudem – im Rahmen – geschmackvoll und nicht zu explizit, sodass man an der Alterseinschätzung festhalten kann. Zum Ende hin wird das Buch etwas hektisch, etwas verworren – und endet in einem Cliffhanger, der es leider nicht ermöglicht, das Buch als Standalone zu lesen. Bis dahin ist es jedoch ein absoluter Pageturner, ein wirklich unglaubliches Leseerlebnis, ein Highlight der letzten Zeit.

Denn auch das Setting ist atemberaubend. So entführt Julia Dippel die Leser:innen nach New Orleans und in die Götterstadt Imperion, nimmt sie mit auf eine Reise quer durch die ganze Welt, zum Beispiel nach Hongkong und in die Nähe von Moskau. Schillernde Partys und High Society wechseln sich hier mit hochgerüsteten Kämpfen ab, Magie und Technologie gehen einher und erschaffen eine Welt, die man gern sehen, fühlen und spüren würde und die – trotz aller Fantasie – nicht auf solche Profanitäten wie Pizza-Lieferdienste verzichtet.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – die immer noch nicht alle aufgedeckt sind. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Monty, Eddie, Cole und Joanne, während Kash nicht wirklich nachvollziehbar handelt. Julia Dippels Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist insbesondere im ersten Teil auch sehr humorvoll und zieht die Leser:innen in die Handlung.

Die Buchgestaltung ist traumhaft. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist wunderschön und setzt nicht nur Chatnachrichten innovativ, sondern überzeugt vor allem durch hübsche Kapitelanfänge. Der Umschlag ist mit Goldfolie veredelt und mit Klappen versehen, das unter dem Umschlag befindliche Buch wunderschön und mit farbigen Coverinnenseiten ausgestattet. Dabei kann das Cover des unter dem Umschlag befindlichen Buches fast noch mehr brillieren als das auch hübsche, eigentliche Cover, das vor allem durch die Farbgestaltung punktet.

Mein Fazit? „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ ist ein wundervoller Auftakt in die Reihe mit tollem Setting, atemberaubender Spannung, knisternder Erotik und nur minimalen Schwächen, die den Lesegenuss nicht im Ansatz schmälern. Für Leser:innen des Genres ab dem vorgeschlagenen Alter von 16+ bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Julia Kuhn: „Moonlight Academy. Feenzauber“

Vor kurzem habe ich auch „Moonlight Academy. Feenzauber“ von Julia Kuhn gelesen. Das Buch ist 2024 in der Carlsen Verlag GmbH erschienen und dem Genre Romantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die Moonlight Academy an der Küste Irlands zählt zu den geheimnisvollsten Orten der Feenwelt. Doch für Elanor bedeutet sie vor allem eins: einen Neuanfang. Dieser gestaltet sich allerdings schwerer als gedacht, denn auf einmal steht ihr wieder Elijah gegenüber – der Junge, der für sie verboten ist. Im Gegensatz zu dem mysteriösen Kylian, der mit seinen Tattoos und der anziehenden Art eine neue Seite in ihr weckt. Fest entschlossen, sich davon nicht ablenken zu lassen, konzentriert sich die Mondfee ganz auf ihre magische Ausbildung. Diese hält jedoch unerwartete Herausforderungen für sie bereit, denn das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse gerät ins Wanken und droht die Feenwelt in ihren Grundfesten zu erschüttern …

„Moonlight Academy. Feenzauber“ ist zwar ein in sich abgeschlossener Einzelband, gleichzeitig jedoch auch ein Spinoff der Dilogie „Ravenhall Acacdemy“, da man hier auf altbekannte Personen aus der Reihe trifft. Dennoch kann man – wie ich – „Moonlight Academy. Feenzauber“ als Standalone lesen, sollte dann aber auf die im Anhang befindlich Bonusgeschichte verzichten. Dabei ist es nicht ganz einfach, den Roman einem Genre zuzuordnen. So ist „Moonlight Academy. Feenzauber“ klar Romantasy und wird ja auch so – etwas sperrig als „Romantische Feen-Fantasy“ – vom Verlag beworben. Jedoch balanciert der Roman dabei knapp auf der Grenze von Young- zu New Adult. Aufgrund der Altersempfehlung und der behandelten Themen würde ich den Roman jedoch eher der Young Adult Romantasy zurechnen, auch wenn das Alter aller Protagonist:innen nicht ganz klar ist, vermutlich teils schon in den NA-Bereich fällt.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn auch teils vorhersehbar und – am Ende sogar – etwas antiklimaktisch. Dabei ist zudem die Schwerpunktsetzung nicht immer ganz gelungen, so dominiert zwischenzeitlich die Liebesgeschichte die Rahmenhandlung völlig und lässt diese fast in der Bedeutungslosigkeit versinken, bevor das Buch zum Ende hin wieder etwas ausgeglichener wird. Dennoch macht diese Geschichte viel Spaß und ist quasi ein Füllhorn an Tropes, die jedoch nie zu sehr ins Klischee abrutschen.

Das Setting überzeugt auf ganzer Linie. So entführt die Autorin die Leser:innen an die Küste Irlands, in einen nur von Feen bewohnten Ort mit magischer Akademie. Und auch wenn einige Teile des Weltenbaus und Magiekonzepts noch etwas unklar verbleiben, vermag die Welt insgesamt zu begeistern und Interesse zu wecken, nun auch an die Ravenhall Academy zu reisen. Julia Kuhn mischt dabei fröhlich jugendtypische Themen mit dem der Fantasy inhärenten Kampf zwischen Gut und Böse – vor einem Akademie-Setting, das aber etwas dadurch unterminiert wird, dass die Familien der (wesentlichen) Protagonisten direkt im gleichen Ort leben.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive (und verrückte Motten :D). Dabei überzeugen vor allem Leona als wichtiger Nebencharakter, Elanor und Elijah, der gerade im letzten Buchdrittel erheblich an Profil gewinnt, während Kylian sehr vorhersehbar verbleibt. Julia Kuhns Schreistil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist atemberaubend. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist jedoch wunderschön und setzt an einer Stelle durchaus innovativ Chatnachrichten. Der Buchumschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen und nicht nur auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken sondern sogar auf den Klappen hochwertig geprägt und mit Glitzerelementen versehen – unglaublich hochwertig. Auch der Farbschnitt ergänzt das brillante Gesamtprodukt, auch wenn man ihn dreiseitig hätte gestalten können – der einzige, minimale Wermutstropfen. Das Covermotiv kann ebenfalls vollends überzeugen, ist ein wahrer Eyecatcher und zieht sich über den kompletten Umschlag, sodass ein traumhaftes Gesamtbild entsteht – einfach wunderschön.

Mein Fazit? „Moonlight Academy. Feenzauber“ ist ein Romantasy-Einzelband, der vor allem mit seinem Setting, tollen Figuren und seiner wunderschönen Ausstattung begeistert, in der Handlung aber etwas vorhersehbar bleibt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 14 Jahren.

[Buchgedanken] Anne Pätzold: „A Night of Shadows and Betrayals“ (A Night of … 2)

Wie versprochen kurz vor Ende des Abends noch die zweite heutige Rezension. Denn vor kurzem habe ich auch „A Night of Shadows and Betrayals“ von Anne Pätzold beendet. Der Roman ist 2023 im LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre Romantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Winnies schlimmster Alptraum ist wahr geworden: Sie hat es nicht geschafft, ihre Schwester Sasha zu beschützen. Das Einzige, was jetzt zählt, ist sie zu finden und zu retten. Doch es wird schnell klar, dass Winnie Hilfe braucht, und zwar ausgerechnet von Jo, die trotz all dem, was zwischen ihnen passiert ist, noch immer ihr Herz höherschlagen lässt. Nur gemeinsam haben sie eine Chance, herauszufinden, was mit Sasha passiert ist – wobei sie nie hätten vorhersehen können, auf welche unfassbaren Geheimnisse sie bei ihrer Suche stoßen würden …

„A Night of Shadows and Betrayals“ ist der zweite Band der „A Night of …“-Trilogie und setzt die Handlung des Vorgängers „A Night of Promises and Blood“ nahtlos fort. Dabei ist das Buch erneut als Romantasy einzuordnen, auch wenn hier eine gehörige Portion Suspense und Thrill mitschwingt. Und auch weiterhin balanciert das Buch auf der Grenze zwischen YA und NA, hat Protagonisten im typischen Alter für New Adult, vermittelt aber eher Young-Adult-Vibes und verzichtet größtenteils auf erotische Szenen.

Die Handlung ist unglaublich spannend, und rasant und kann mit unerwarteten Wendungen aufwarten. Allerdings endet der Band – noch brutaler als im ersten Teil – mit einem heftigen Cliffhanger, hier hätte man durchaus auch ein anderes, früheres oder späteres, Ende wählen können. Abgesehen davon hält „A Night of Shadows and Betrayals“ jedoch die immens hohe Qualität des Vorgängers und sorgt dafür, dass die Reihe sich weiterhin als Jahreshighlight präsentiert.

Das Setting ist – ebenfalls gleichbleibend – stark, entführt Anne Pätzold den Leser doch erneut nach New York City in das urbane Flair der Großstadt, wenn auch die Stadt in diesem Band nicht mehr die zentrale Rolle spielt wie im ersten Teil. Auch ist zugunsten der Fokussierung auf die Spannung jegliches Hintergrundthema wie die Kunst gänzlich abhanden gekommen – was etwas schade ist, nichts aber daran ändert, dass das Buch erneut ein absoluter Pageturner ist.

Die Figuren werden konstant weiterentwickelt, sind weiterhin vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Toll ist es hierbei, dass Blair in diesem Buch eine aktivere Rolle bekommt, während auch Sasha weiterhin brillieren kann und Winnie die starke Identifikationsfigur verbleibt, mit der man lacht und leidet. Anne Pätzolds Schreibstil lässt den Leser erneut durch die Seiten fliegen, lässt sich flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Und auch die Buchgestaltung kann wieder punkten. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist ein unglaublicher Traum, der sich gut in das Gesamtbild der Reihe einfügt und für einen einheitlichen Gesamteindruck mit Wiedererkennungswert sorgt. Und auch das unter dem Umschlag befindliche Buch ist erneut wahnsinnig toll anzusehen.

Mein Fazit? „A Night of Shadows and Betrayals“ setzt Anne Pätzolds Reihe nahtlos und brillant fort und glänzt weiterhin vor allem mit unglaublich starken Charakteren. Für Leser des Genres – wie vom Verlag vorgeschlagen – ab 16 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Anne Pätzold: „A Night of Promises and Blood“ (A Night of … 1)

Heute habe ich gleich zwei Rezensionen für Euch. Den Anfang macht hierbei „A Night of Promises and Blood“ von Anne Pätzold, das ich selbst gekauft und in den letzten Tagen gelesen habe. Das Buch ist 2023 bei LYX in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre Romantasy zuzuordnen.

Als Winnie mit ihrer Schwester Sasha nach New York zog, hatte sie nur ein Ziel: ihren Vater zu finden und zu erfahren, warum er vor vierzehn Jahren plötzlich aus ihrem Leben verschwand. Doch den Mut aufzubringen, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen, ist leichter gesagt als getan, zumal Winnie mehr denn je das Gefühl hat, ein Auge auf ihre jüngere Schwester haben zu müssen. Diese hat sich nämlich mit Jo angefreundet, einer jungen Frau, die vor Kurzem in die Wohnung nebenan eingezogen ist und die Winnie nicht nur wegen ihrer mysteriösen Ausstrahlung, sondern auch mit der Art, wie sie ihr Herz schneller schlagen lässt, gehörig verwirrt. Dabei ahnt Winnie nicht, dass Jo ein Geheimnis hat. Ein Geheimnis, das so unglaublich wie gefährlich ist – und das Winnie alles nehmen könnte, was ihr lieb ist …

„A Night of Promises and Blood“ ist der Auftakt zur „A Night of …“-Reihe von Anne Pätzold, die auf drei Bände angelegt ist. Dabei ist bereits die Genrezuordnung nicht ganz klar, wird das Buch doch unter anderem als „Paranormal Romance“ oder als Vampirroman angepriesen. Ich persönlich würde es jedoch eher als klassische Romantasy einordnen, die an der Grenze zwischen Young- and New Adult balanciert. So ist Winnie zwar schon 22, generell vermittelt das Buch jedoch eher YA-Vibes, die – gelinde gesagt – einfach großartig sind.

Die Handlung ist spannend, abwechslungsreich – und das Buch daher ein wahrer Pageturner und ein frühes Jahreshighlight. Anne Pätzold gelingt es, komplexe Themen, brodelnde Gefühle, Hochspannung und ein fantastisches Setting zu einem dennoch leichten, fast Wohlfühl-Roman zu vermischen, der cozy Gefühle beim Leser weckt, sodass man die brillanten Charaktere direkt ins Herz schließen muss. Einziges, minimales Manko: der Cliffhanger am Ende – und die große Überraschung, die einen packt und gedanklich nicht mehr loslässt. Glücklicherweise kann ich direkt weiterlesen, mir graut es aber bereits jetzt schon vor der Wartezeit auf Band 3.

Das Setting ist ebenfalls gelungen. So entführt Anne Pätzold den Leser für das Urban-Fantasy-Setting in eine der urbansten Regionen der Erde: New York City – eine pulsierende Stadt voller Leben, Verbrechen und Kunst. Letzteres ist eine weitere, spannende Ebene des Romans – hier hätte ich mir fast noch stärkere Exkurse gewünscht, auch wenn dies sicherlich ein schmaler Grat ist, um das Buch nicht mit Fachwissen und Diskussionen dazu zu überfrachten.

Die einzelnen Figuren sind – wie bereits angedeutet – brillant, sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Natürlich überzeugen Winnie und Jo, gerade Winnie ist sehr relatable und unglaublich berührend. Restlos begeistert bin ich jedoch von Sasha und Blair – beide hochspannend, ich hoffe, noch mehr über sie zu erfahren. Und auch Anne Pätzolds Schreibstil glänzt auf ganzer Linie, ist leicht, humorvoll und emotional – und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls – im Wesentlichen – gelungen. Zwar sind Lektorat und Korrektorat Kleinigkeiten durchgerutscht, diese schmälern das Lesevergnügen aber kaum. Der Buchsatz ist sehr schön, das Cover ein absoluter Eyecatcher und der Umschlag auf dem Cover und Buchrücken leicht geprägt. Farbige Coverinnenseiten und – vor allem – ein wunderschönes Buch unter dem Umschlag runden das atemberaubende Gesamtergebnis ab.

Mein Fazit? „A Night of Promises and Blood“ ist ein hochspannender Auftakt in eine Reihe, die mit starken Charakteren glänzt und das Potential hat, ein absolutes Jahreshighlight zu werden. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Katee Robert: „Neon Gods – Hades & Persephone“ (Dark Olympus 1)

Vor kurzem habe ich „Neon Gods – Hades & Persephone“, den Auftaktband der „Dark Olympus“ Reihe von Katee Robert, gelesen. Das Buch wurde 2022 bei LYX in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 2021 unter dem Titel „Neon Gods (Dark Olympus Book 1)“ bei Sourcebooks Casablanca. Der Roman ist der Dark Romantasy zuzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Anika Klüver verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Als ihre Mutter Persephone auf einem Ball überraschend Zeus verspricht, bleibt der jungen Frau keine Wahl: Sie flieht über die Brücke des Styx in die Unterstadt, wo sie plötzlich dem geheimnisvollen Hades gegenübersteht. Seit Jahren hat ihn niemand mehr gesehen, er ist ein Mythos, ein Monster – und ihre einzige Chance, Zeus und ihrer Mutter zu entkommen. Vom ersten Augenblick an übt Hades eine Faszination auf Persephone aus, der sie sich nicht entziehen kann. Und so bietet sie ihm einen Deal an, der ihrer beider Leben für immer verändern wird …

„Neon Gods – Hades & Persephone“ ist der erste Teil der „Dark Olympus“ Reihe, die verschiedene Genre vereint. So sind die Bücher der Phantastik, ja sogar der griechischen Mythologie zuzuordnen, balancieren aber zugleich auf der Grenze zwischen New Adult und Erotik mit einem Schuss Dark Romance. Ich habe dies mal als „Dark Romantasy“ zusammengefasst, etwas, womit die Autorin im Hinblick auf den Reihentitel sicherlich leben kann.

Denn die Handlung ist – und hier liegt ein starker Fokus – einfach heiß – oder neudeutsch spicy. Dabei ist der Band in sich abgeschlossen und kann gut als Standalone gelesen werden, im nächsten Teil geht es dann mit einem weiteren Pärchen aus Olympus weiter. Zwar entsteht teils das Gefühl, dass die Rahmenhandlung hier doch etwas zugunsten der erotischen Szenen vernachlässigt wird, dies ist aber aufgrund der unglaublichen Chemie zwischen Hades & Persephone nicht schlimm, sorgen die einzelnen Aufeinandertreffen doch jeweils für ein, zuweilen auch emotionales, Feuerwerk und ein Knistern, das selbst durch die Buchseiten deutlich zu spüren ist.

Das Setting ist naturgemäß brillant. So entführt die Autorin den Leser in die Stadt Olympus, eine Art Neugestaltung des Olymps auf dem heutigen Stand der Technik – Klatschzeitschriften, Autos und moderne Sicherheitssysteme inklusive. Sie nimmt den Leser mit auf göttliche Partys von Zeus und in die Stadt des Hades – und lässt ihn letztere zusammen mit Persephone durch deren Augen entdecken und lieben lernen. Dabei ist Katee Roberts Schreibstil leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Persephone vor allem ihre Schwestern Psyche und Eurydike sowie Hermes, während Hades noch ein paar Ecken und Kanten mehr vertragen hätte. Daher bin ich umso gespannter auf den nächsten Teil der Reihe, dreht er sich doch um Psyche und ihre legendäre Beziehung zu Eros, der in diesem Teil am Rande ebenfalls bereits auftauchte.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls auf ganzer Linie überzeugend. So sind Lektorat, Korrektorat und Buchsatz solide, der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt, mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten (unter anderem einer Karte der Handlungsorte) versehen – sehr edel. Das Cover ist zwar schlicht, farblich und typografisch aber ein absoluter Traum – und somit ein toller Eyecatcher, der hoffentlich mit den anderen Bänden der Reihe einen einheitlichen Gesamteindruck ergibt.

Mein Fazit? „Neon Gods – Hades & Persephone“ ist Dark Romantasy as its finest – und brilliert mit einem tollen Setting und unglaublich gefühlvollen und heißen Szenen. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – definitiv nicht unter dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 16 Jahren, vielleicht auch erst ein oder zwei Jahre später.

[Buchgedanken] Sara Erb: „Chelsea Stern: Lichtmagie“ (Chelsea Stern 1)

In der letzten Zeit habe ich „Chelsea Stern: Lichtmagie“ von Sara Erb gelesen. Das Buch ist 2021 in der adakia Verlag UG erschienen und der Auftakt zu einer phantastischen Trilogie der Debütautorin. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Verlag und Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de

Als Chelsea durch Gedankenkraft in Italien landet, stößt sie nicht nur auf ihr eigenes Geheimnis, sondern auch auf verborgene Geschehnisse in ihrer Familie. Dass sie in ihrem Universitätskurs Rick kennenlernt, der sie sofort in seinen Bann zieht, ist kein Zufall. Mit dem mysteriösen Mann an ihrer Seite lernt Chelsea eine neue Welt voller Magie kennen, die sie einerseits fasziniert, andererseits jedoch einen großen Tribut fordert: die Liebe. Während sie versucht, das Verlangen zu Rick zurückzuhalten und ihre Gabe zu beherrschen, lauern ihr immer wieder Männer in schwarzen Mänteln auf, die mehr über sie zu wissen schienen als sie selbst. Gerade, als sich das Puzzle aus Geheimnissen zusammenfügt, nimmt die Geschichte für Chelsea eine schreckliche Wendung. Dabei offenbaren sich ihr weitaus diabolischere Pläne: Sie erkennt, dass die Kugel eines Gewehrs weniger tödlich ist als ein Virus.

„Chelsea Stern: Lichtmagie“ ist ein vielversprechender Auftakt in eine phantastische Trilogie – auch wenn mir die Genrezuordnung doch etwas schwerer fällt, als dem Verlag, der das ganze als „Urban Fantasy“ bewirbt. Natürlich hat das Buch ein urbanes Setting, die Bezeichnung ist daher nicht falsch. Aufgrund der doch sehr zentralen Liebesgeschichte, der expliziten Sexszene in Verbindung mit dem Alter der Protagonisten, die sich zudem im universitären Setting kennenlernen, komme ich doch relativ deutlich zu einer Einordnung als (New Adult-) Romantasy.

Die Handlung ist im Wesentlichen spannend – auch wenn der Einstieg etwas geruhsam voranschreitet. Teils ist die Handlung vorhersehbar, teils gelingt es der Autorin aber auch, unerwartete Wendungen einzubauen. Kleinere Logiklücken, ein offenes Ende und fehlende, innere Konflikte sorgen dafür, dass das Potential der Geschichte nicht vollends ausgeschöpft wird. So fehlt mir einerseits der Konflikt in der sehr harmonischen Liebesbeziehung, andererseits ist Chelseas Beherrschung und Akzeptanz der Gabe viel zu einfach; hadern, sich fremd fühlen, Fehlschläge fehlen ganz.

Das Setting hingegen überzeugt auf ganzer Linie. So entführt Sara Erb den Leser in ein London zwischen Pubs und Flagship Stores, zwischen Vorstadtidylle und unterirdischen Welten, lässt den Leser durch die Augen von Rick und Chelsea die Welt erkunden. Dabei sind die beiden Ich-Perspektiven der Protagonisten gut gewählt, die Wechsel lediglich etwas zu häufig auch innerhalb der Kapitel. Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig und leicht lesen, teils wirkt er etwas zu belehrend/predigend.

Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig angelegt, einigen fehlen allerdings Schwächen. Am besten gefallen mir hier noch Emma und Rick. Gerade Joe bleibt als Antagonist noch etwas blass, ich hoffe, in den Folgebänden wird auch seine Zerrissenheit, die Chelsea spürt, noch stärker deutlich.

Die Buchgestaltung ist durchwachsen. Während der Buchumschlag mit einem wunderschönen Cover, hochwertiger Prägung und farbigen Coverinnenseiten (Marie Graßhoff – muss man mehr sagen?) punkten kann, und auch der Satz überzeugt, haben Lektorat und Korrektorat doch einiges durchrutschen lassen – inklusive mehrfach vergessener Namensänderungen bei Chelseas Mutter (was nicht passieren darf).

Mein Fazit: „Chelsea Stern: Lichtmagie“ ist ein vielversprechender Auftakt in eine Fantasytrilogie, der vor allem mit einem grandiosen Setting überzeugt, aber noch Schwächen in der Handlung und Buchgestaltung aufweist und dank einem offenen Ende viele Fragen für die Folgebände aufwirft. Eher nicht als Standalone lesbar, für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.