[Buchgedanken] Thorsten Steffens: „Klugscheißer Royale“

Zu Beginn des neuen Jahres habe ich „Klugscheißer Royale“ von Thorsten Steffens gelesen – vielen Dank an den Autor für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Der Roman ist 2018 bei Piper Humorvoll in der Piper Verlag GmbH, München, veröffentlicht worden und am ehesten dem Genre humorvolle Literatur / Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Der Nachfolgeband, „Klugscheißer Deluxe“, ist im letzten Monat als e-Book erschienen.

41fj5UJdx4L._SX314_BO1204203200_Timo Seidel ist 28 Jahre alt und führt ein Leben ohne jegliche Ambitionen. Anstatt wie seine Freunde Karriere zu machen, ist er in seinem Studentenjob hängengeblieben. Dement­sprechend uninspiriert führt er seine Arbeit aus, so dass er fristlos entlassen wird. Zu allem Überfluss hat seine Freundin Cleo beschlossen, sich von ihm zu trennen. Nun steht er also da: Ohne Freundin, ohne Job, ohne Geld und ohne Perspektive. Aus heiterem Himmel bietet sich ihm jedoch eine außergewöhnliche Offerte: Er bekommt einen befristeten Arbeitsvertrag als Lehrer. Nun ist es also offiziell: Für die kommenden sechs Monate darf Timo staatlich beauftragter Klugscheißer sein. Im öffentlichen Dienst! Vom Staat angeheuert wie James Bond! Quasi 007 Klugscheißer Royale! Schnell muss er allerdings feststellen, dass der Lehrerberuf doch ein wenig schwieriger ist als ursprünglich gedacht…

„Klugscheißer Royale“ ist nicht mehr – aber auch nicht weniger – als kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch. Locker und humorvoll, und dabei leicht und flüssig zu lesen, zeichnet der Autor ein Porträt eines Mannes, der sich pleite, verlassen und arbeitlos zurück ins Leben zu kämpfen versucht.

Die Handlung kommt dabei etwas kurz, ist teils übertrieben, unrealistisch und bietet kaum große Höhepunkte. Darauf kommt es aber auch nicht an, denn vielmehr als mit einem durchgezogenen Spannungsbogen punktet der Roman mit der Aneinanderreihung von Alltagssituationen, die Timo auf humorvolle Weise mal besser, mal schlechter meistert.

Dabei entwickelt sich der Hauptprotagonist im Verlauf der Handlung durchaus weiter, ist generell dreidimensional und vielschichtig angelegt – mit Stärken und Schwächen. Durch die gewählte Erzählperspektive (Ich-Erzählung aus der Sicht von Timo) und die durchaus etwas tiefergehenden, selbstreflektierenden Momente, kann man sich gut mit dem Protagonisten identifizieren.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, insbesondere die Einbindung der Neologismen lockert den Text zusätzlich auf. Das Cover hingegen, vor allem auch die sehr eintönige Coverrückseite sind farblich ein Eyecatcher, mir aber fast zu kindlich und spiegeln die Handlung des Buches nicht wirklich wieder.

Mein Fazit? „Klugscheißer Royale“ ist kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch – sehr humorvoll, nie langweilig, aber auch ohne große Höhepunkte. Für Liebhaber humoristischer Literatur bedenkenlos zu empfehlen, auch ideal als Urlaubslektüre.

[Buchgedanken] Dana von Suffrin: „Otto“

In der letzten Zeit habe ich „Otto“ gelesen, den Debütroman von Dana von Suffrin. Das Buch ist 2019 im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen und dem Genre Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares im Rahmen des Bloggerfrühstücks auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

313TXgrqFML._SX303_BO1204203200_Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte.

„Otto“ ist speziell. Manchmal anrührend, oft komisch, teils bedrückend. „Otto“ ist die um den Vater zentrierte Familiengeschichte, die einzelne Anekdoten aus dem Leben von Otto, Timna und Babi aufgreift, ein Potpourri von Vergangenem und Gegenwärtigen – und ein Ausblick auf die Zukunft. Und „Otto“ ist auch ein geschichtlicher Abriss, eine Darstellung der Geschichte jüdischer Menschen eingebettet in den Mikrokosmos einer einzelnen Familie.

Dabei überzeugt der Roman vor allem durch die brillante Sprache und Erzählstimme. Dana von Suffrin schreibt unglaublich humorvoll, sehr pointiert, präzise – und mit einer gut lesbaren Sprachmelodie. Dabei spiegelt, insbesondere die Figur von Otto, die Sprache der Siebenbürger Sachsen wieder (auch wenn er sich selbst als Siebenbürger Jude bezeichnet). Inwieweit das authentisch gelungen ist, kann ich nicht beurteilen, aber der ganz eigene Stil verleiht dem Buch eine einzigartige Note.

Gleichsam beeindruckend ist das Setting. München, Haifa, Krankenhäuser oder ein Skiurlaub im Wohnwagen. Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Welt und durch die Zeit. Dabei werden die vielen schweren Themen, die das Buch nicht ausspart – und die vom Großen (Nationalsozialismus) bis hin zum Individuell-Kleinen (Krankheit) reichen – immer mal wieder durch sehr humorvolle Anekdoten aufgelockert.

Allerdings fehlt es dadurch auch etwas an der Stringenz, etwas am roten Faden. Und so unglaublich interessant die Reise oftmals auch sein mag, bleibt der Leser teils ratlos zurück, da sich die Geschichte im Kreis zu drehen scheint. Etwas enttäuscht bin ich zudem von dem leicht antiklimatischen Ende.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag mit dem Cover ist gelungen, insgesamt aber etwas zu unauffällig. Auch ist irritierend, dass das eine „O“, das eine Auge, über den Übergang zur ausklappbaren Coverinnenseite hinausgeht und dort abgeschlossen wird, während das andere abrupt beendet wird und sich nicht auf den Buchrücken erstreckt.

Mein Fazit: „Otto“ ist ein sprachlich brillanter Roman, der den Leser mit auf eine Reise nimmt, die ihn berührt, zuweilen aber auch ratlos zurücklässt. Dabei punktet das Buch auch durch ein tolles Setting und ganz viel Humor. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – und ein sehr starkes Debüt. Ich hoffe auf mehr!

[Buchgedanken] Emily Bold: „Hearts on Fire – Leo“ (HoF 5)

In den letzten Tagen habe ich „Hearts on Fire – Leo“ von Emily Bold gelesen, den abschließenden Band der fünfteiligen Serie um die Wache 21. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung einer wunderbaren Buchbox. „Hearts on Fire – Leo“ ist 2019 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. veröffentlicht worden und dem Genre Romance zuzuordnen. Die anderen vier Bände der Reihe wurden von Johanna Danninger, Greta Milán, Friedrich Kalpenstein und Frieda Lamberti verfasst. „Hearts on Fire – Leo“ ist bereits mein achtes Buch von Emily (und es warten noch einige andere), ihre Romane „Lichtblaue Sommernächte“ und die „Silberschwingen“-Dilogie (Band 1, Band 2) schafften es sogar in meine Jahreshighlights 2016 und 2018.

51qk4792x5L._SX337_BO1204203200_Bei seinen Kollegen der Wache 21 gilt der attraktive Leonhard Rindisbacher als Womanizer des Trupps. Der sportliche Blondschopf macht einen großen Bogen um feste Beziehungen, lässt aber ansonsten nichts anbrennen. Auch als Leo auf die ehrgeizige Journalistin Caro trifft, die leichtsinnigerweise an den Brandorten auftaucht, um über den Brandstifter zu berichten, der München seit geraumer Zeit in Angst und Schrecken versetzt, fliegen die Funken. Die Jagd nach der Story des Jahres bringt Caro dabei nicht nur dem verführerischen Leo näher, sondern weckt auch die Aufmerksamkeit des Feuerdämons und bringt sie in tödliche Gefahr …

„Hearts on Fire – Leo“ ist – wie auch so vom Verlag beworben – unabhängig von den anderen Bänden der Reihe lesbar. Die Geschichte, insbesondere die Love Story, ist in sich abgeschlossen, allerdings sind durchaus – was in Bezug auf die handelnden Personen auch gar nicht anders geht – Querverbindungen und Bezüge zu den vorherigen Bänden vorhanden, mit denen man sich auch spoilern könnte. Daher würde ich schon empfehlen, wenn möglich, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Das Setting in der Münchener Feuerwache mit den einzelnen Brandorten ist stimmig und zeugt von umfassender Recherche, zu der die Autorin auch im Rahmen der Danksagung etwas berichtet. Zudem ist die Handlung spannend und rasant, zugleich aber auch witzig und emotional – Emily Bold nimmt den Leser mit auf eine Gefühlsachterbahn, die ihn an das Buch fesselt. Dabei sorgt auch der flüssige, leichte und humorvolle Schreibstil der Autorin dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Das Buch wird aus den personalen Erzählperspektiven von Leo und Caro erzählt. Auch wenn ich mir eine Ich-Perspektive gewünscht hätte, ist man dennoch nah genug an den Protagonisten, um zu ihnen eine Bindung aufzubauen, sich mit ihnen identifizieren zu können. Dabei entwickeln sie sich auch im Laufe der Zeit weiter, haben Stärken und Schwächen und sind vielschichtig angelegt. Durch die anderen Bände der Reihe hat man zudem die Möglichkeit, über einige der interessanten Nebencharaktere mehr zu erfahren.

Naturgemäß treten in einem Buch über eine Feuerwache im Einsatz auch schwere Themen auf. Der Autorin gelingt es jedoch, diese nicht überhand nehmen zu lassen. So wird die Balance gut gehalten und der Fokus nie von der Liebesgeschichte weggerückt, obwohl in diesem Teil die alle Bände umfassende Kriminalgeschichte ihren Höhepunkt findet.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Satz haben sauber gearbeitet und das Cover ist farblich wunderschön und passt sich gut in das Gesamtgefüge der Reihe ein, das einen hohen Wiedererkennungswert und ein einheitliches Gesamtbild bietet.

Mein Fazit? „Hearts on Fire: Leo“ ist ein in allen Punkten überzeugender Liebesroman, der vor allem durch seine spannende und humorvolle Handlung und ein tolles Setting überzeugt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Standalone, allerdings würde ich den Lesern die ganze Serie in der richtigen Reihenfolge ans Herz legen.

[Buchgedanken] Lars Mielke: „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ (Perlen 1)

In der letzten Zeit habe ich „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ von Lars Mielke gelesen, den Auftakt einer auf sechs Bände angelegten Buchreihe. Der Roman ist 2017 im Chaospony Verlag veröffentlicht worden und die mir voliegende Ausgabe entstammt bereits der zweiten Auflage. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars auf der Frankfurter Buchmesse 2019, beziehungsweise dem anschließenden Bloggerevent #bookmeetspizza.

410Rg62yp6L._SX327_BO1204203200_Als Nikolai Oleander erfährt, dass er kein Mensch, sondern ein Bajar ist, der mit magischen Perlen neue Welten erschaffen und bereisen kann, ändert sich sein bisheriges Leben schlagartig. Er verlässt die Erde, um den Umgang mit seinen neu entdeckten Fähigkeiten zu lernen. Während des Studiums findet er nicht nur neue Freunde – sondern gerät auch in eine Verschwörung, die die Existenz von Millionen von Welten bedroht. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn auch die Erde ist in größter Gefahr.

Alles in allem ist „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ ein gelungener Auftakt in die fantastische Buchreihe, der nicht nur ein abgeschlossenes Ende (kein Cliffhanger!) bietet, sondern auch genug Fragen für die weiteren Teile offen lässt. Allerdings fällt mir die Einordnung in ein Genre nicht leicht. Während der Roman seitens des Verlages klar als „Urban Fantasy“ betitelt und beworben wird, kann ich dem nicht so ganz folgen, da das urbane Setting fehlt, wenn 95% der Handlung in dünnbesiedelten Fantasiewelten spielt. Zudem wird hier maßgeblich an der Geschichte der Erde herumgeschraubt. Da auch die Einstufung als „High Fantasy“ etwas zu kurz greift, obwohl sehr viele Elemente des Untergenres vorliegen (Kampf gegen den Weltuntergang, klare Kategorisierung in Gut und Böse, viele Fantasiewelten, eigenes „Magie“-Konzept), bleibt mir nichts anderes übrig, als den Roman schlichweg als „Fantasy“ zu kategorisieren.

Die Handlung ist durchweg spannend, wenn auch einige Elemente etwas vorhersehbar sind. Der Weltenbau und das – der Einfachheit halber von mir so benannte – Magiekonzept überzeugen weitgehend mit innovatien Ideen, lassen aber einige Logiklücken offen. Dahingegen begeistert das Setting auf ganzer Linie und lässt den Leser wundersame Welten zusammen mit den Protagonisten entdecken und erschaffen.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter, sind insgesamt aber etwas zu einseitig konzipiert. So ist Nick lernwillig und hilfsbereit, loyal, opferbereit und tolerant. Ein Familienmensch, klug und begabt – und überaus schüchtern in Liebesdingen. Die ein oder andere negative Eigenschaft hätte hier durchaus zu einem noch runderen Protagonisten geführt, mit dem man sich noch besser hätte identifizieren können.

Neben der fantasievollen Handlung klingen in dem Roman durchaus gesellschaftskritische Aspekte durch. Sei es die thematisch schon aus „Harry Potter“ bekannte Ablehnung von Menschlingen durch Reinblüter oder das Ungleichgewicht von Welten, das Naturkatastrophen hervorruft: Der Autor nimmt sich viel Platz und Gewicht für die phantastische Behandlung von Klimawandel und Fremdenhass (wie auch in der Vita angesprochen). Und auch wenn er es nicht holzhammermäßig vermittelt, sondern versucht in die Handlung einzubauen, hätten die Themen hier durchaus auch etwas weniger, etwas punktueller eingesetzt werden können, um den Effekt nicht abzumildern.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, insbesondere ist positiv anzumerken, dass jedes Kapitel auf einer ungeraden Buchseite beginnt. Vom Cover bin ich allerdings nicht überzeugt, auch wenn klar der Bezug zum Buch erkennbar ist, fehlt dem gesamten Buchrücken etwas, das das Buchcover aus der Masse heraushebt und es zu einem Eyecatcher werden lässt.

Mein Fazit? „Die Perlen der Bajar: Die Verbotene Abteilung“ ist ein solider Auftakt in eine vielversprechende Buchreihe, der als Standalone gelesen werden kann, aber auch noch Potential für weitere Titel bildet. Das Buch begeistert vor allem durch ein schönes Setting und einen im Wesentlichen gelungenen Weltenbau, leichtere Schwächen befinden sich in der Charaktergestaltung und der etwas dominanten Gesellschaftskritik. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14 Jahren.

 

[Buchgedanken] Manuela Inusa: „Wintervanille“ (Kalifornische Träume 1)

In der letzten Zeit habe ich „Wintervanille“ von Manuela Inusa gelesen, den Auftaktroman ihrer dreibändigen (aber jeweils unabhängig voneinander lesbaren) Reihe „Kalifornische Träume“. Das Buch ist 2019 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bei dem Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse. „Wintervanille“ ist das 7. Buch, das ich von Manuela lese, mit „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ gelang ihr sogar der Sprung in meine Jahreshighlights 2016.

51KEGTXyJlL._SX332_BO1204203200_Mit viel Liebe führt Cecilia ihre Vanillefarm im kalifornischen Napa Valley. Sie handelt aber nicht nur mit dem Gewürz, sondern stellt auch leidenschaftlich gern köstliche Produkte damit her. Leider lässt ihre Passion Cecilia kaum Zeit für ihre beste Freundin Julia, geschweige denn für ein Liebesleben. Ein TV-Bericht über Cecilias Plantage und ihre besonderen Vanillekreationen weckt das Interesse von Richard Banks, dem Inhaber eines luxuriösen Hotels, der sie prompt einlädt, dort an einem Gewürzseminar teilzunehmen und selbst Vorträge zu halten. Cecilia ist begeistert, denn das Resort liegt am verschneiten Lake Tahoe – die perfekte Gelegenheit, echte Winterstimmung zu erleben! Sie ahnt nicht, dass Richard nicht nur ihre Vanillekekse zuckersüß findet …

„Wintervanille“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der perfekt zur anbrechenden Weihnachtszeit passt. Mit viel Gefühl, aber auch einer gehörigen Portion Humor schenkt Manuela Inusa den Lesern einige unbeschwerte Lesestunden. Dabei umschifft sie größtenteils schwere Themen, die nur am Rand in der Kindheit der jeweiligen Charaktere auftauchen. Hier hätten durchaus noch einige äußere Konflikte zu den Beziehungsdramen der Protagonisten hinzustoßen können, um die, genrebedingt teils vorhersehbare, Handlung noch runder, noch spannender zu halten.

Das Setting hingegen ist – erwartbar – brillant. Das sonnige Napa Valley, die verschneite Gegend des Lake Tahoe und das ganz eigene Flair von San Francisco – Kalifornien bietet dem Leser atemberaubend schöne Regionen und sorgt dafür, dass dieser sich an das andere Ende der Welt träumen kann.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich durchaus im Roman auch weiter, sind mir aber etwas zu glatt geraten und hätten noch die ein oder andere Schwäche, die ein oder andere dunkle Seite vertragen können, um dem Leser eine noch bessere Identifikation zu ermöglichen.

Die Buchgestaltung überzeugt dafür auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet und das wunderschöne Cover ist mit ausklappbaren, farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild passt gut zur Geschichte, und erschafft zusammen mit den Folgebänden ein einheitliches, rundes Gesamtbild mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Wintervanille“ ist ein überzeugender Feel-Good-Roman, der ideal zur Weihnachtszeit passt und mit einem grandiosen Setting brilliert, auch wenn ich mir etwas mehr Ecken und Kanten bei der Handlung und den Protagonisten gewünscht hätte. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

 

Höllisch heiße Buchpost

Gestern erreichte mich erneut Buchpost – vielen Dank an dieser Stelle an die großartige Emily Bold und den Verlag Montlake Romance! Diese Gelegenheit nutzte ich direkt, um eine neue Bild-App zur Aufbereitung des Photos auszuprobieren. Was dabei herausgekommen ist – und was im Paket enthalten war, sehr ihr hier :).

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Natürlich möchte ich Euch auch das Aussehen des hübschen Paketes nicht vorenthalten – zusammen mit dem unbearbeiteten Photo.

Jetzt bin ich schon sehr auf „Leo“ gespannt – und werde das Buch natürlich dann auch noch genauer hier vorstellen. Wer von Euch kennt es schon?

[Buchgedanken] Olivia Kleinknecht: „Der Regisseur“

In der letzten Zeit habe ich „Der Regisseur“ von Olivia Kleinknecht gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Das Buch ist in der vorliegenden Ausgabe 2019 im Selfpublishing erschienen und am ehesten dem Genre Thriller zuzurechnen.

41wuxnSsFnLDer Regisseur Vittorio Angelotti ist ein Machtmensch, der ohne Skrupel manipuliert und erpresst. Gerade das übt auf andere einen morbiden Reiz aus. Liegt im Leiden nicht die wahre Lust? Er inszeniert sein Leben wie seine Filme. Ihn interessiert nur eins: sein erotisches Vergnügen, die Suche nach dem ultimativen Glückskick. Doch dann überschreitet Angelotti bei seinem »Spiel« die Grenze zum Verbrechen und gerät in eine Mordintrige. Hält er wirklich noch alle Fäden in der Hand? Oder ist er vom Handelnden längst zum Spielball geworden?

„Der Regisseur“ ist ein etwas anderes Buch. Szenisch aufgebaut, verzichtet es auf die Einteilung in Kapitel oder andere konventionelle Sinnabschnitte, und reiht dahingegen kurze, fragmentarische Szenen/Schnitte aneinander – wie einzelne Cuts im Film. Dadurch wird die Handlung sehr schnelllebig, es fällt aber aufgrund den raschen Sprüngen auch nicht ganz einfach, den einzelnen Charakterern immer zu folgen.

Die Handlung ist morbide, ekelhaft und verstörend – und passt daher gut ins Gesamtbild. Die vielen einzelnen Handlungsstränge werden schlussendlich gut zusammengeführt und aufgelöst, der Spannungsbogen durchaus die größte Zeit gehalten. Etwas ermüdend sind lediglich die leicht zu lang geratenen, eingestreuten Szenen aus Angelottis „Il Papa“.

Die einzelnen Charaktere zeigen verschiedenste Facetten, entwickeln sich aber nur am Rande weiter. Etwas schade fand ich dabei, dass Mia, eine der faszinierendsten Personen, nur so wenig Auftrittszeit bekam. Dahingegen überzeugt das Setting auf ganzer Linie und zeigt Rom sowohl von seinen schönen, als auch von seinen schlechten Seiten.

Die Buchgestaltung kann mit der durchaus überzeugenden Handlung nicht ganz mithalten. Während das Cover noch gelungen ist und gut die Stimmung des Buches aufgreift, sind Lektorat, Korrektorat und Buchsatz doch einige Schnitzer unterlaufen. Die Fehlerquote hält sich dabei noch in einem tolerablen Rahmen und beeinträchtigt den Lesefluss nicht wesentlich, die teils unterschiedlichen Zeilenabstände irritieren jedoch.

Mein Fazit? „Der Regisseur“ ist ein im Großen und Ganzen guter und verstörender Thriller, der vor allem durch sein Setting und seine spannende Handlung überzeugt, aber auch leichte Schwächen in der Verarbeitung aufweist. Für Liebhaber des Genres dennoch zu empfehlen, allerdings nicht unter 18 Jahren.

Sehnsüchtig erwartete Buchpost

Gestern, pünktlich vor der heutigen Abreise nach München, erreichte mich eine neue Buchpost, die ich schon fieberhaft erwartet hatte. Vielen Dank an die liebe Anna von „Welt aus Tinte und Papier“ für die Übersendung ihres Debütromans „Wellensang“, der vor wenigen Tagen im Burgenwelt Verlag erschienen ist. Ich bin schon ganz gespannt auf die Geschichte und kann es kaum erwarten, das Buch zu lesen! Und vielen Dank auch für die Luftpolsterfolie – so macht Auspacken Spaß! 🙂

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[Buchgedanken] Anna Fischer: „Herz im Schneegestöber“

In der letzten Zeit habe ich „Herz im Schneegestöber“ von Anna Fischer gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Das Buch ist 2019 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. erschienen und dem Genre Liebesroman zuzurechnen. Das Buch ist der vierte Band der – nicht zusammenhängenden und jeweils eigenständig lesbaren – Herz-Romane von Anna Fischer. Bereits erschienen sind: „Herz in Reparatur“, „Herz sucht Callboy“ und „Herz trifft Prinz“.

51t357jQSkLWie jedes Jahr will Umweltaktivistin Josie Weihnachten bei ihrer Familie in den USA verbringen. Auf dem Weg dorthin macht sie unfreiwillig Bekanntschaft mit dem gut aussehenden, aber arroganten Finanzmanager Adam Harper. Sehr schnell prallen ihre Weltanschauungen aufeinander. Dann legt auch noch ein Jahrhundert-Schneesturm den gesamten Flugverkehr lahm. Weil Josie es zu Weihnachten nach Hause schaffen und Adam zu seinem wichtigen Geschäftstermin kommen will, schließt das ungleiche Paar notgedrungen Waffenstillstand und begibt sich auf einen abenteuerlichen Roadtrip. Und plötzlich kommen bei beiden wider Erwarten mitten im Schneegestöber Frühlingsgefühle auf …

„Herz im Schneegestöber“ ist der ideale Begleiter für die anbrechende Weihnachtszeit. Ein Feel-Good-Roman mit Tiefgang, der sich nicht scheut, auch schwierige Themen anzusprechen. Dabei verliert er jedoch nie den auf die Beziehung der Protagonisten gerichteten Fokus. Auch wenn mir das Buch dabei an manchen Stellen fast zu moralisch, fast zu belehrend daherkommt, ist es doch wichtig, gerade in der heutigen Zeit, über das Thema Umwelt zu schreiben – elegant verpackt in der Figur von Josie – und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen.

Dagegen punktet der Roman vor allem durch das malerische Setting. So erlaubt es das Buch dem Leser, durch Nordamerika zu reisen, verschiedenste Städte, Plätze und Menschen kennenzulernen. So abstrus die Wendungen teils auch sein mögen, so gelungen porträtiert die Autorin die Begleiter, die Josie und Adam auf ihrer Reise treffen – sinnbildlich für die vielschichtige Gesellschaft.

Die Figuren der Handlung sind mehrdimensional angelegt und entwickeln sich konsequent weiter. Auch wenn mir das fast zu schnell geht, ist dies im Zweifel der Extremsituation geschuldet – und dem erwartbaren Ende, auf das der Roman unweigerlich zusteuern muss. Insbesondere gefallen mir daher die Nebenfiguren, die mit viel Liebe zum Detail dargestellt werden.

Die Buchgestaltung überzeugt weitgehend. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Auch das Cover und der Buchrücken sind schön angesehen, wenn mir auch erneut etwas der Bezug zur Handlung fehlt, auf die man hier noch stärker hätte eingehen können. Insgesamt fügt sich das Cover jedoch gut in die Reihe ein und sorgt somit für einen hohen Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Herz im Schneegestöber“ ist ein gelungener Liebesroman – und ein idealer Begleiter für die Weihnachtszeit. Dabei kann das Buch vor allem mit einem zauberhaften Setting punkten, das es dem Leser ermöglicht, sich wegzuträumen. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

Neue Buchpost – Teil 1

Noch während der Messe erreichte mich gleich doppelte Buchpost. Heute möchte ich Euch den ersten Teil davon vorstellen: „Herz im Schneegestöber“ von Anna Fischer. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag Montlake Romance für das Rezensionsexemplar.

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„Herz im Schneegestöber“ ist der vierte und abschließende Band der „Herz“-Reihe der Autorin – jeder Band kann hier eigenständig gelesen werden. Die anderen drei Bände, „Herz in Reparatur„, „Herz sucht Callboy“ und „Herz trifft Prinz„, gefielen mir ausnehmend gut. Daher bin ich schon ganz gespannt, welche tolle, weihnachtliche Feel-Good-Story mich in „Herz im Schneegestöber“ erwartet.