[Buchgedanken] Anne Barns: „Eisblumenwinter“

In der letzten Zeit habe ich „Eisblumenwinter“ von Anne Barns gelesen. Das Buch ist 2020 bei HarperCollins in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und als Roman, der zwischen Familienroman, Inselroman, Gegenwartsliteratur und Liebesroman wandelt, zu klassifizieren. Es ist mein drittes Buch von der Autorin nach „Kirschkuchen am Meer“ und nach dem Kinderbuch „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ Vielen Dank auch an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Mit ihrer Karamellwerkstatt auf Rügen lebt Pia erfolgreich ihren Traum. Und doch ist sie nicht glücklich. Denn Paul, der Mann, den sie liebt, lebt gut fünfhundert Kilometer entfernt auf der Insel Juist. Als ihre Großmutter sie bittet, sie auf eine Reise zu den Orten ihrer Kindheit zu begleiten, sagt Pia zu. Eine Auszeit mit ihrer Oma ist genau das, was sie jetzt braucht. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Dabei entdecken sie eine Liebesgeschichte, die Zeit und Grenzen überdauert hat – und bis heute nachwirkt.

„Eisblumenwinter“ ist – wie es von Anne Barns zu erwarten war – romantisch, familiär und idyllisch; ein Roman, für die ganze Familie, geprägt von Gefühlen und Geheimnissen. Vor dem malerischen Setting der Ostsee erzählt die Autorin die Geschichte einer Familie, die sich verloren und gefunden hat – trotz der auch leicht angerissenen schweren Themen ein wahrer Feel-Good-Roman und idealer Urlaubsbegleiter.

Dabei trifft der Leser, der mit den anderen Inseromanen von Anne Barns vertraut ist, bekannte Charaktere wieder, lernt aber auch neue spannende Figuren kennen. Dabei werden die einzelnen Leben der Personen immer weiter verknüpft, bis am Ende ein familiäres Kokon entsteht – mit Happy-End-Garantie.

Die Handlung ist spannend und immer mal wieder aufgrund unerwarteter Wendungen überraschend, aber insgesamt doch sehr harmonisch. Etwas mehr Konflikt hätte hier noch für Würze sorgen können, gleichsam aber auch etwas die durchgängige Feel-Good-Stimmung vielleicht beeinträchtigt.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover entspringt einer neuen Edition, die auch alle anderen Anne Barns Bücher erhalten. Und auch wenn die alten Cover einzeln isoliert schöner aussahen, sorgt das neue doch für einen einheitlichen Gesamteindruck, einen hohen Wiedererkennungswert und hebt sich von den doch sehr üblichen Covern ab. Abgerundet wird das schöne Buch natülich erneut mit einer Rezeptsammlung, die an die Geschichte angehängt ist.

Mein Fazit: „Eisblumenwinter“ von Anne Barns ist ein idealer Feel-Good-Roman für entspannte Urlaubstage am Meer, der vor allem durch Harmonie und ein wunderschönes Setting punktet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Anne Barns/Christin-Marie Below: „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ (Mirella 1)

In der letzten Zeit habe ich „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ von Anne Barns und Christin-Marie Below gelesen. Das Buch, der erste Teil der Mirella-Manusch-Reihe, ist 2020 bei Schneiderbuch in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und dem Genre fantastisches Kinderbuch zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorinnen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Mein Name ist Mirella, Mirella Manusch. Ich bin fast zehn Jahre alt und habe gerade erst einen neuen Eckzahn bekommen. Seitdem weiß ich: Ich bin ein Vampirmädchen. Ja, echt! Wenn die Sonne untergegangen ist, kann ich mich in eine Fledermaus verwandeln und fliegen. Außerdem habe ich einen eigenen Beschützer, meinen Kater Langstrumpf, der eigentlich Lancelot heißt. Und das Allercoolste: Ich kann die Sprache der Tiere verstehen, von Kleinkram wie Spinnen und Motten mal abgesehen. Abgefahren, oder? So kommt es auch, dass ich die Sorgen der Tiere in unserem Zoo kennenlerne. Ist doch klar, dass ich da helfen will, oder? Nur das mit der Geheimhaltung ist manchmal verflixt kompliziert …

„Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein Kinderbuch, das gute Laune versprüht. Mit kindgerechter Sprache gelingt es den beiden Autorinnen (übrigens Mutter und Tochter) Bilder in die Köpfe der Leser zu zaubern und ihnen Mirella, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, näherzubringen. Dabei glänzt das Buch vor allem durch die tollen Charaktere, allen voran Langstrumpf/Sir Lancelot, und natürlich Mirella, die in dieser kurzen Zeit bereits eine beeindruckende Entwicklung durchmacht.

Die Handlung ist ebenfalls altersgerecht und spannend, bleibt aber insgesamt etwas zu seicht und kratzt nur an der Konfliktoberfläche. Dies liegt aber im Zweifel daran, dass durch die notwendige Charaktervorstellung schlicht im ersten Band etwas zu wenig Platz übrig blieb. Ich bin gespannt, ob die Folgebände hier etwas mehr in die Tiefe gehen und wichtige, aktuelle Fragen kindgerecht aufarbeiten.

Die Buchgestaltung hingegen ist absolut perfekt. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und der Buchsatz, mit teils schwarzen Seiten, ist ein wahrer Traum. Unterstützt wird der tolle Buchsatz durch wundervolle Illustrationen von Anastasia Braun. Das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher, hochwertig geprägt auf dem Titel und Buchrücken.

Mein Fazit? „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein wundervolles und wunderschönes Kinderbuch, das mit sympathischen Figuren, kindgerechter Sprache und einer tollen Aufmachung punktet. Für Kinder – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von acht Jahren – bedenkenlos zu empfehlen.

Buchpost und Shopping Spree

In den letzten Tagen erreichte mich wieder einiges an Buchpost – zudem habe ich mir zwei absolute Wunschbücher selbst gekauft. Mit dabei sind dieses Mal Werke von Stella Tack, Laura Kneidl, Bianca Iosivoni, Anne Barns, Christin-Marie Below und Guido Raschke. Doch jetzt möchte ich Euch die Fotos nicht länger vorenthalten. Sehen sie nicht toll aus?

Bei „Kiss me twice“ handelt es sich um den Nachfolger von „Kiss me once„, das auch in meinen Jahreshighlights 2019 platziert war. In eben diesen Jahreshighlights fanden sich gleich mehrere Bücher von einer absoluten Lieblingsautorin, Bianca Iosivoni, die mit Laura Kneidl zusammen in den letzten Tagen den Auftakt zur Buchreihe „Midnight Chroncles“ veröffentlichte. Sehr erfreut bin ich auch darüber, nach „Kirschkuchen am Meer“ erneut als Blogger Bücher von Anne Barns besprechen zu dürfen. „Mirella Manusch“ hat sie dabei zusammen mit Christin-Marie Below veröffentlicht – vielen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare. Beim letzten Werk handelt es sich um etwas fürs Auge – „Topmodels 2020“ ist ein Bildband einiger der Teilnehmer der letzten Staffel von „Germanys Next Topmodel“, fotografiert und herausgegeben von Guido Raschke.

[Buchgedanken] Sophie Oliver: „Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ (Schwarzenberg 1)

In der letzten Zeit habe ich den ersten Teil von „Grandhotel Schwarzenberg“ von Sophie Oliver gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Verlag, Autorin und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. „Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ ist 2020 in der Bastei Lübbe AG erschienen, zuerst als e-Book bei beHEARTBEAT, in der mir vorliegenden Ausgabe als Taschenbuch bei Lübbe. Der Roman ist als historische Familiensaga einzuordnen. Es ist mein zweites Buch der Autorin nach „Die Gentlemen vom Sebastian Club“.

51YykWXQZxL._SX334_BO1204203200_Bad Reichenhall, 1905. In dem exklusiven Kurort in den bayerischen Alpen verliebt sich die junge Anna Gmeiner in den Salzsieder Michael. Beide wünschen sich ein besseres Leben. Michael beschließt, sein Glück in der Ferne zu suchen und Anna nachzuholen. Doch dann geschieht ein schreckliches Verbrechen und Anna ist gezwungen, einen anderen Mann zu heiraten. Zwischen Salzbaronen, Hoteliers und reichen Kurgästen aus aller Welt muss sie sich ihren Platz im mondänen Bad Reichenhall erkämpfen.

„Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ schildert die Geschichte von Anna im Bad Reichenhall kurz nach der Jahrhundertwende. Dabei bezaubert das Buch mit einem malerischen Setting. Caféhäuser und Hotels, Burgen, ärmliche Bauten und Wirtschaftsgebäude – der Autorin gelingt es, den Flair der Jahre für den Leser anschaulich zu machen und ihn in die Zeit zu versetzen. Dies wird auch durch eine hervorragende Recherche und eine sehr authentische Sprache unterstützt.

Die Handlung vermag ebenfalls im Wesentlichen zu überzeugend, ist spannend, wenn auch aufgrund des Buchtitels teils vorhersehbar. Dennoch werden auf dem Weg zum Ende immer mal wieder unvorhergesehene Wendungen eingestreut. Apropos Ende – im Gegensatz zu vielen anderen Reihenauftakten bietet „Der Weg des Schicksals“ ein durchaus abgeschlossenes Ende mit einem nur milden Cliffhanger, sodass das Buch sogar als Standalone gelesen werden kann. Die mehreren Handlungsstränge greifen gut ineinander und werden im Verlauf der Handlung zusammengeführt, lassen aber für die Folgebände genug Fragen offen.

Die einzelnen Charaktere werden plastisch und dreidimensional dargestellt, haben eigene Stärken und Schwächen, Ziele und Motive und entwickeln sich auch im Lauf der Handlung weiter. Insbesondere Katharina, aber auch Anna und Leo überzeugen hierbei und erlauben es den Lesern, sich mit ihnen zu identifizieren, mit ihnen zu leiden und zu lachen. Dabei ist Sophie Olivers Schreibstil (neben der oben bereits erwähnten authentischen Sprache) leicht und flüssig lesbar.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls auf ganzer Linie gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, der Text wird mit einer Figurenübersicht und einem Glossar umschlossen. Das Cover ist farblich ein wahrer Eyecatcher und hochwertig auf dem Titel und dem Buchrücken geprägt. Auch die Coverrückseite sieht toll aus und sorgt für einen insgesamt wunderschönen Buchumschlag.

Mein Fazit: „Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ ist ein in nahezu allen Punkten überzeugender Auftakt in eine Familiensaga, der vor allem dank seines tollen Settings und der historischen Authentizität punkten kann und Lust auf mehr macht. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Nika S. Daveron: „Fine Line – Create Your Character“ (Fine Line 1)

In der letzten Zeit habe ich „Fine Line – Create Your Character“ von Nika S. Daveron gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Das Buch ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2019 im Selfpublishing erschienen, die Erstausgabe wurde 2015 veröffentlicht. „Fine Line – Create Your Character“ ist als Fantasy-Roman einzuordnen, kann aber auch mit Thriller-Elementen aufwarten.

41tLeXKYJxLElayne ist ganz besessen von dem Spiel Fine Line, einem eigentlich typischen Onlinespiel. Doch bald stellt sie fest, dass an Fine Line eigentlich gar nichts normal ist, nachdem sie der Gilde Xanadu beitritt. Denn die Gilde hat durch eine spezielle Technologie die Möglichkeit, in den Körper ihrer Avatare einzutauchen. Anfangs gefällt Elayne dieses phänomenale Spielgefühl, doch schon bald entbrennt ein Kampf um Leben und Tod, als jemand versucht, diese Technologie zu stehlen.

„Fine Line – Create Your Character“ ist der Auftakt zu einer Buchreihe um das Computerspiel „Fine Line“ und greift das klassische Motiv auf, dass Menschen mit ihren Avataren verschmelzen, wenn auch auf eher ungewohnte Weise über einen technischen Ansatz. Da es diesem – zumindest noch – an Plausibilität fehlt, ist „Fine Line“ als Fantasyroman und nicht als Science Fiction einzuordnen. Dies kann sich aber durchaus im Verlauf der Reihe noch drehen.

Die Handlung ist spannend und durch den Wechsel zwischen realer und fiktiver Welt abwechslungsreich. Zudem gelingt es Nika S. Daveron auch, durch unvorhergesehene Wendungen immer mal wieder an der Spannungsschraube zu drehen. Zwar bietet der Roman – wie üblich in einer Reihe – leider am Ende einen Cliffhanger, dieser ist erfrischenderweise aber sehr mild ausgeprägt. Dennoch kann der Roman nicht wirklich als Standalone gelesen werden, da zum Ende hin kaum Handlungsstränge ausreichend aufgelöst sind.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut und flüssig lesen, ist vor allem authentisch an der Gamer-Szene orientiert, was für einen durchschnittlichen Leser allerdings auch erstmal eine Umstellung sein kann. Da jedoch Elayne auch erst in die Szene hineinwächst, werden Begriffe wie TeamSpeak und Tank geduldig erklärt, sodass der Leser mit ihr zusammen die Gamingwelt kennenlernen kann – was auch dadurch erleichtert wird, dass man aufgrund der Ich-Perspektive von Elayne sich gut mit ihr identifizieren kann.

Das Setting überzeugt im Wesentlichen, die einzelnen Welten im Spiel hätten allerdings noch bildgewaltiger beschrieben werden können, um den Leser noch mehr mit auf die Reise zu nehmen, um das Kopfkino zu erleichtern. Lobend erwähnen möchte ich zudem die Lösung, die die Autorin im Bereich der Triggerwarnung gewählt hat. Zwar bin ich weiterhin der Überzeugung, dass man in den meisten Fällen auf sie verzichten kann und vielmehr Hilfsangebote für Betroffene in den Mittelpunkt stellen sollte, aber mit einem Hinweis, dass man für mögliche Triggerwarnungen Kontakt mit der Autorin vorab aufnehmen soll, kann ich mich ebenfalls anfreunden.

Da relativ viele Charaktere in dem Roman angelegt und eingeführt werden, ist es nachvollziehbar, dass die Entwicklung der einzelnen Charaktere noch etwas im Hintergrund bleibt. Dies ist für eine Reihe aber nicht unüblich, und daher hoffe ich, dass in den nächsten Bänden die Motive, Stärken und Schwächen der vielen Charaktere noch stärker herausgearbeitet werden. Dass sich gerade Elayne hier teils auch unlogisch und nicht nachvollziehbar verhält, liegt nunmal auch an der Krankheit (über die man sicher in den Triggerwarnungen informiert worden wäre).

Die Buchgestaltung hat hingegen leichte Schwächen zu bieten. So sind dem Lektorat und Korrektorat kleinere Fehler durchgerutscht, die sich aber noch im Rahmen halten und den Lesefluss nicht beeinträchtigen. Der Buchsatz verzichtet leider auf die automatische Silbentrennung am Zeilenende, sodass ein uneinheitliches Zeilenbild entsteht. Das Cover passt gut zur Geschichte und bietet ein durchaus ansprechendes Titelbild. Farblich ist es jedoch eher unauffällig und relativ einfach gedruckt. Insgesamt ergibt es aber mit dem zweiten Teil ein einheitliches Reihenbild.

Mein Fazit: „Fine Line – Create Your Character“ ist ein im Wesentlichen gelungener Auftakt in die phantastische Buchreihe über das Computerspiel „Fine Line“. Der Roman punktet im Wesentlichen mit einer spannenden Handlung und einer authentischen Sprache, kleinere Schwächen in der Logik, Charakterentwicklung und Buchgestaltung fallen dagegen nicht so sehr ins Gewicht. Für Liebhaber des Genres oder von Rollenspielen bedenkenlos zu empfehlen.

Buchige Neuzugänge

Heute am Sonntag möchte ich mal wieder die Gelegenheit nutzen, Euch zu zeigen, welche Bücher zuletzt bei mir eingezogen sind. „Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals“ von Sophie Oliver erreichte mich als Rezensionsexemplar. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin, den Verlag Bastei Lübbe und die vermittelnde Agentur Literaturtest. Zudem erstand ich Halo Summers „Aschenkindel – Der wahre Prinz“ signiert über den Drachenmond Verlag. Dies ist der Nachfolger zu „Aschenkindel – Das wahre Märchen“, Platz 2 meiner Jahreshighlights 2016.

Doch nun möchte ich Euch die Bilder der Bücher nicht länger vorenthalten. Wer kennt sie schon? Wie fandet Ihr sie?

[Buchgedanken] Laini Taylor: „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ (Muse 1, Strange 3)

In der letzten Zeit habe ich „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Der Roman ist 2020 im One Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre High-Fantasy zuzuordnen. Die Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel „Muse of Nightmares“ bei Little, Brown and Company, Hachette Book Group. Er bildet den Auftakt der „Muse of Nightmares“-Dilogie, stellt gleichzeitig aber auch eine Fortsetzung der „Strange the Dreamer“-Dilogie dar, sodass er insgesamt auch als dritter Teil dieser Reihe gelten kann.

51YWG8WThzL._SX327_BO1204203200_Sarai ist die Muse der Albträume. Seit sie denken kann, quält sie die Bewohner von Weep mit ihren schlimmsten Ängsten. Sie ist sich sicher, dass sie jede noch so furchtbare Grausamkeit gesehen hat. Doch damit liegt sie falsch. Unendlich falsch. Denn plötzlich findet sich Sarai selbst in einem Albtraum wieder, aus dem sie nicht aufwachen kann. Ihre Liebe, ihr Leben und das aller Bewohner von Weep stehen auf dem Spiel …

„Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ ist ein klassischer Auftaktband – und kann definitiv nicht als Standalone gelesen werden, da keine der Handlungslinien zum Ende hin wirklich aufgelöst wird, was viel Potential für den nachfolgenden Teil eröffnet, für den Leser bisweilen aber etwas unbefriedigend sein kann. Auch empfiehlt es sich – was ich nicht getan habe – vorher in jedem Fall „Strange the Dreamer“ zu lesen, da es den Anschein macht, dass Welt und Vorgeschichte vorausgesetzt werden und nur noch wenig erklärt wird. Ich würde das Buch daher auch als dritten Teil dieser Reihe sehen, und nicht als eigenständige Dilogie. Dadurch fiel es mir teils schwer, der Handlung flüssig zu folgen, dies kann dem Buch aber nicht angelastet werden.

Die Handlung insgesamt überzeugt im Wesentlichen, hat aber Längen, da relativ wenig passiert. Auch kann es bisweilen anstrengend sein, dass permanent zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin- und hergewechselt wird. Brillant hingegen ist das Setting. Die Welt, die Laini Taylor erschafft, ist fantastisch und bildgewaltig, und doch sehr fragil und ausgewogen. Erinnerungen und Träume, Götterwesen und Götterschlächter, die Autorin beschreibt anschaulich und mit einem leicht lesbaren Schreibstil und erlaubt es dem Leser so, sich nach Weep und in die Zitadelle zu träumen.

Trotz der Vielzahl an Charakteren entwickelt Laini Taylor diese gut und legt sie dreidimensional, mit eigenen Stärken, Schwächen und Motiven an. Insbesondere Minya überzeugt hier auf ganzer Linie – und erhält durch die Reise in ihre Träume eine ganz andere Tiefe. Ich bin gespannt, ob diese Entwicklung im Folgeband konsequent weitergeführt wird.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover ist wunderschön, ein wahrer Eyecatcher, und passt sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein. Allerdings hätte es noch etwas hochwertiger ausgearbeitet und geprägt sein können, sodass das Buch sich insgesamt etwas edler anfühlen würde. Dabei ist allerdings zu beachten, dass im Gegenzug der Preis für ein Hardcover auch deutlich am unteren Ende angesetzt ist.

Mein Fazit? „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ ist ein vielversprechender Auftakt, der zwar Schwächen in der Handlung hat, aber durch tolle Charaktere und ein brillantes Setting punkten kann. Da er viele Fragen für den nächsten Teil offen lässt allerdings nicht als Standalone lesbar – und idealerweise nach „Strange the Dreamer“. Für Liebhaber des Phantastischen bedenkenlos zu empfehlen.

Eine bunte Vielfalt – Buchpost im Dreierpack

Auch in den letzten Tagen erreichten mich wieder einige Bücher – und die Vielfalt könnte kaum größer sein. So reichen die Genres von Science-Fiction über Romantasy bis hin zum historischen Roman. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Manuela Schörghofer und Nika S. Daveron für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare zu „Fine Line – Create your Character“ und „Die Sündenbraut“, dem zweiten Roman der Autorin nach „Die Klosterbraut„. Und muss ich zu Emily Bold noch etwas sagen? Ihre Romane begleiten mich seit Jahren, „Stolen: Verwoben in Liebe“ ist mein elftes Buch von ihr. Ist der Buchschnitt nicht wunderschön?

[Buchgedanken] A. J. Marini: „stromLos: odyssee“ (stromLos 2)

Vor kurzem habe ich „stromLos: odyssee“, den Abschluss der stromLos-Dilogie von A. J. Marini, beendet. Das Buch ist 2016 in der Pagina Verlag GmbH erschienen und – wie auch schon der Vorgänger – als Dystopie oder Science-Fiction-/Endzeit-Thriller anzusehen. Meine Besprechung des ersten Bandes kann *hier* abgerufen werden. Vielen Dank an dieser Stelle erneut an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

~~~ Achtung! Die Besprechung kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten. ~~~

515uYcDwGUL._SX353_BO1204203200_2039. Der Planet stöhnt unter unbarmherziger Hitze. Rätselhafte Krankheiten haben sich ausgebreitet, gewaltige Sterberaten dezimieren die Erdbevölkerung. Emi Boulder und Ben Bates, gegensätzlich wie Feuer und Wasser, sind in einer globalen Katastrophe gestrandet: Elektrizität funktioniert nicht mehr! Tag um Tag vergeht ohne Strom. In gnadenloser Hitze werden die Umstände immer alptraumhafter, alles bricht rasant zusammen, es geht bald ums nackte Überleben. Die Katastrophe konfrontiert Ben schonungslos mit sich selbst, zugleich wächst in ihm eine zarte und unbeholfene Liebe für Emi. Emi weiß, warum es zu dem globalen Ausfall von Elektrizität gekommen ist, und dass der Strom nicht mehr zurückkehren wird. Sie fasst einen abenteuerlichen Plan, wie sie aus dem kollabierten Großstadtmoloch entkommen können. Doch Ben hat gute Gründe, der schönen, wie geheimnisvollen Emi zu misstrauen. Trotz aller Anziehung, die diese Frau auf ihn ausübt, nagen Zweifel und Ängste an ihm. Da geschieht das Unerwartete …

„stromLos: odyssee“ knüpft direkt an die Handlung des Vorgängerbandes an und setzt diese nahtlos fort. Teils werden Erklärungen in die Geschichte eingebaut, die Handlungsstränge aus dem ersten Band zusammenfassen, sodass „odyssee“ wohl auch als Standalone gelesen werden kann – empfehlen würde ich es aber nicht.

Während die Handlung im Vorgänger noch eher Züge eines Politthrillers aufwies, wechselt Teil Zwei endgültig in das dystopische Endzeitszenario und fokussiert sich auf das reine Überleben der Protagonisten. Menschliche Urinstinkte, der Zusammenbruch jedes gesellschaftlichen Lebens und der Verfall aller Normen – „stromLos: odyssee“ bietet eine erschreckende Zukunftsvision, der es aber auch etwas an Realität fehlt – auch wenn versucht wird, eine wissenschaftliche Untermalung anzubieten, die aber nicht zuletzt durch das sehr esoterisch anmutende Ende etwas konterkariert wird.

Abgesehen davon bleibt die Handlung aber dauerhaft spannend und wird stringend vorangetrieben. Die einzelnen Charaktere entwickeln sich weiter und zeigen ganz eigene Stärken und Schwächen. Besonders gefreut habe ich mich, in diesem Band noch mehr von Gwen und Poona zu erfahren, leider tauchen andere Charaktere dafür gar nicht mehr auf.

Nicht ganz warmgeworden bin ich weiterhin mit dem kruden Mix der Erzählperspektiven. So wird sowohl aus der Ich-Perpektive von Ben, als auch personal aus der Sicht von Emi, allerdings mit auktorialen Einschüben erzählt. Eine stärkere Fokussierung auf die beiden Protagonisten und ihre Gedanken und Gefühle hätte hier eine noch intensivere Bindung zwischen dem Leser und den Charakteren ermöglicht. Gleiches gilt im Übrigen für den etwas zu beschreibenden Schreibstil des Autors – etwas mehr „Show, don’t tell“ hätte den Lesefluss noch verstärken können. Das Setting hingegen überzeugt auf ganzer Linie und ermöglicht es dem Leser, sich in die dystopische Umgebung zu versetzen.

Die Buchgestaltung zeigt sich leicht verbessert zum Vorgängerband. Zwar sind Lektorat, Korrektorat und Buchsatz weiterhin kleinere Fehler durchgerutscht, allerdings nicht in der Häufigkeit des ersten Bandes. Das Covermotiv ist ähnlich und sorgt für einen Wiedererkennungswert der Reihe, insgesamt ist der Buchumschlag allerdings unauffällig und verschenkt Potential, insbesondere auf der Coverrückseite und den Coverinnenseiten.

Mein Fazit? „stromLos: odyssee“ ist ein im Wesentlichen gelungener Abschluss der dystopischen Dilogie, der sich leicht verbessert zum ersten Band zeigt und vor allem durch das endzeitliche Setting und eine spannende Handlung punkten kann. Kleinere Schwächen in der Erzählperspektive und dem Schreibstil trüben das Lesevergnügen nur leicht. Für alle Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab etwa 16 Jahren.

[Buchgedanken] A. J. Marini: „stromLos: cumulonimbus“ (stromLos 1)

In den letzten Tagen habe ich „stromLos: cumulonimbus“ gelesen, den Auftakt der „stromLos“-Dilogie aus der Feder von A. J. Marini. Das Buch ist 2014 in der Pagina Verlag GmbH erschienen und dem Genre Dystopie zuzurechnen, wobei sich auch gute Argumente für die Klassifizierung als Science-Fiction-Thriller finden lassen. Das mir vorliegende Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!). Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

61w6KSCKC8L._SX348_BO1204203200_2039. Der Planet stöhnt unter unbarmherziger Hitze. Rätselhafte Krankheiten haben sich ausgebreitet, nie dagewesene Mortalitätsraten dezimieren die Erdbevölkerung. Zwei Menschen, gegensätzlich wie Feuer und Wasser, treffen aufeinander und stranden in einer globalen Katastrophe. Emi Boulder, Biologin, 30, die bezaubernd hübsche Tochter des Physik-Nobelpreisträgers Tim Boulder, ist getrieben von einem Wunsch: Die Menschheit zu retten. Sie steht kurz vor ihrem größten Erfolg, der Entdeckung einer neuen Wunderheilpflanze im südamerikanischen Regenwald. Ben Bates, der trink- und spielsüchtige Senkrechtstarter bei der Finanzheuschrecke WhiteWater, 33, schert sich einen Dreck um die Menschheit. Genau dort, wo Emi forscht, will sein Investmentkonzern das unglaublichste Bauvorhaben starten, das je in Angriff genommen wurde. Ein intrigenreicher Kampf um das wertvolle Stück Urwald entbrennt, bis die Ereignisse eskalieren …

„stromLos: cumulonimbus“ ist – trotz seines Alters – ein hochaktuelles Buch. Überbevölkerung, Pandemien, Klimaschutz – der Autor verwebt viele Themen und Herausforderungen der modernen Zeit zu einem spannenden und brisanten Buch, das Verschwörungstheoretiker und Umweltschützer gleichermaßen anspricht. Daher ist auch noch einmal festzuhalten, dass es sich hierbei trotz des realistisch gehaltenen Szenarios und den Anspielungen auf reale Personen/Firmen um reine Fiktion handelt.

Der Einstieg in das Buch fällt recht mühsam aus – und wäre aus meiner Sicht so auch nicht zwingend notwendig gewesen, genau wie die Fülle an wissenschaftlich anmutenden Details und Erklärungen zwischendurch oder die exzessiven Szenen, die in Darkraven spielen. Wenn man sich jedoch durchkämpft und am Ball bleibt, wird man als Leser, gerade in der zweiten Hälfte, mit einer spannenden und sich immer besser entwickelnden Handlung belohnt.

Dabei balanciert das Setting an der Grenze zwischen futuristisch und realistisch, hält sich teils im Rahmen des Vorstellbaren. Insgesamt ist es anschaulich beschrieben und lässt beim Leser Bilder im Kopf entstehen. Der Schreibstil des Autors ist sehr informationslastig – etwas mehr „Show, don’t tell“ hätte hier den Leser noch stärker ins Boot geholt, ihn noch mehr am Geschehen teilhaben lassen. Diese Informationsflut wird auch durch die Wahl der Erzählperspektive, sowohl eine Ich-Erzählung aus der Sicht von Ben, als auch eine auktoriale Erzählperspektive begünstigt.

Durch die sich immer steigernde Handlung wird der Spannungsbogen größtenteils gehalten und man fiebert dem Folgeband entgegen, der aber auch zwingend gelesen werden muss, da Band 1 als Standalone mangels Ende nicht funktioniert. Zum Glück liegt „stromLos: odyssee“ bereits neben mir, sodass ich heute damit beginnen kann.

Kleinere Schwächen finden sich in der Buchgestaltung. Lektorat und Korrektorat (so durchgeführt) und Buchsatz sind kleinere Fehler durchgerutscht, die sich gerade noch so im Rahmen halten. Das Titelbild ist ansprechend und das Cover verfügt über Klappen, die Coverrückseite ist allerdings einfallslos. Über farbige Coverinnenseiten oder einen Gesamtentwurf für einen Buchumschlag hätte hier noch ein deutlich ansprechenderer Gesamteindruck geschaffen werden können.

Mein Fazit? „stromLos: cumulonimbus“ ist ein solider dystopischer Roman, dessen Setting brandaktuell ist und der vor allem durch eine spannende, hochdramatische Handlung punktet. Kleinere Schwächen, gerade zu Beginn, und in der Buchgestaltung schmälern das Lesevergnügen nur gering. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.