[Buchgedanken] Yara Hauch: „Begrabene Liebe: Liz Bach“ (Liz Bach 1)

In der letzten Zeit habe ich auch „Begrabene Liebe: Liz Bach“ von Yara Hauch gelesen. Das Buch ist 2026 im Verlag Plastyggnuss erschienen und als Liebesroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Liz Bach hat gerade ihren ersten Archäologie-Job nach dem Studium begonnen – und kämpft direkt mit Zeitdruck, weirden Kollegen und einer Beziehung, die sich mittlerweile nicht mehr echt anfühlt. Als sie auf der Grabung ein altes Kettchen mit Herzgravur findet, lässt sie der Fund nicht mehr los – besonders, als sich eine Verbindung zur Familie des Auftraggebers abzeichnet. Während Liz auf eigene Faust zu graben beginnt – in der Erde und in der Vergangenheit -, gerät auch ihr Privatleben in Bewegung: Zwischen dem kumpelhaften Kobe, dem bodenständigen Sebastian und dem zurückhaltenden Tristan merkt sie, dass Nähe viele Formen haben kann. Und dass manche Antworten nicht unter der Oberfläche liegen, sondern in der Entscheidung, wie man weitergeht.

„Begrabene Liebe: Liz Bach“ ist der Debütroman von Yara Hauch und der Auftaktband in die Buchreihe um die junge Archäologin Liz Bach. Dabei lässt sich das Buch schwerlich einem Genre zuordnen. So geht es nicht nur um Liz‘ Leben als Archäologin, um ihre Funde, sondern auch um ihr Privatleben, ihr Liebesleben, das sich hier nicht nur als Love Triangle, sondern als Liebesquartett darstellt – eine Frau, gefangen zwischen drei Männern. Daher habe ich das Buch – analog zu den meisten auffindbaren Zuschreibungen – als Liebesroman eingruppiert, auch Kategorisierungen als Entwicklungsroman oder, wenn sich die Reihe so entwickelt, als Coming of Age wären denkbar.

Die Handlung ist abwechslungsreich und kurzweilig, bleibt aber vor allem beim Thema Archäologie auch noch sehr an der Oberfläche – bei der Kürze des Buches nicht wirklich schlimm, aber spätestens die Folgebände sollten hier liefern. Denn zumindest in diesem Band haben die Liebesgeschichten von Liz überproportional Raum eingenommen und alles andere eher in den Hintergrund gerückt, auch wenn gerade zum Ende hin nochmal die Rahmenhandlung an Fahrt aufnahm und einen durchaus interessanten Ausgang genommen hat. Gleichsam lässt das generell offene Ende viel Potential für die Folgebände, um Liz‘ Geschichte nahtlos fortzuschreiben.

Das Setting ist – im Großen und Ganzen – gelungen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in die Eifel, nimmt sie mit in eine ländliche Region zwischen Großgrundbauern und kleinen Dörfern, die eher verschlafen als pulsierende Lebensadern sind. Eingebettet in die Archäologie als übergeordnetes Thema (die – wie angeführt – hier noch etwas kurz kommt), wird die Frage aufgeworfen, welchen Einfluss die Vergangenheit auf die Gegenwart hat. Überzeugen kann hier vor allem das kleine Team, in dem Liz ihren ersten Job wahrnimmt, auch wenn das sicherlich leicht überzeichnet ist, sorgt es doch für Humor.

Denn die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, auch wenn viele der Charaktere aufgrund der Kürze noch etwas holzschnittartig verbleiben. Dennoch überzeugen vor allem wichtige Nebenfiguren wie Rosi, Bruno, Kobe und Heike, während Liz nicht immer nachvollziehbar handelt und sich teils auch nicht so ganz korrekt verhält. Yara Hauchs Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung hat kleinere Schwächen. Lektorat und Korrektorat sind durchaus einige Fehler durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht erheblich schmälern, der Buchsatz setzt die Chatnachrichten zwar vom regulären Text ab, hier gibt es aber durchaus noch Verbesserungspotentiale. Das Covermotiv ist zwar ansehnlich und wird auf dem Buchrücken fortgesetzt, zur Coverrückseite dann aber krass abgeschnitten – und der Schnitt ist hier auch nicht auf der Kante, generell wirkt es so, als sei hier auf der Coverrückseite formattechnisch einiges schief gelaufen.

Mein Fazit? „Begrabene Liebe: Liz Bach“ ist ein Debütroman und Auftaktpotential, der durch sein Setting und spannende (Neben-)Charaktere lebt, in den Folgebänden aber noch für Tiefe und eine ausgeglichenere Schwerpunktsetzung sorgen kann. Für Leser:innen des Genres noch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Von fremden Welten und vergangenen Zeiten | Doppelte Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür! „Begrabene Liebe“ ist dabei der erste Roman um Liz Bach aus der Feder von Yara Hauch (Plastyggnuss), während „Die Flamme der Rache“ als Auftaktband in die Weltenspiegel-Chronik von Darius A. Harwardt (veröffentlicht im Selfpublishing) fungiert. Beide Romane begründen daher Reihen – und nehmen die Leser:innen auf Reisen mit in die Archäologie – und in ganz fremde Welten: ich bin gespannt!

Interessiert Ihr Euch für Archäologie?