Die Flucht in fremde Welten | High-Fantasy Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich auch diese beiden Neuzugänge als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Serera: Erstes Buch: Die zwei Welten“ und „Serera: Zweites Buch: Die zwei Kriege“ von Bruno Hof, erschienen bei Calderan, einem Imprint der Kraterleuchten GmbH, entführen die Leser:innen als Dilogie in die Parallelwelt Serera, in der Gedanken und Handlungen zu lebendigen Wesen werden – ich bin gespannt!

Mit welchem Buch verbringt Ihr die letzten Tage vor Weihnachten?

Kinder an die Macht | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Die coolste Klasse des Planeten“ von Anja Janotta aus dem Gulliver Verlag (Beltz & Gelberg) ist dabei ein von Ulla Mersmeyer illustriertes, super lesbares Kinderbuch über eine Schulband, während „Paddy Clarke Ha Ha Ha“ von Roddy Doyle (Goya Verlag, JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH) die Geschichte des zehnjährigen Paddy im Irland der späten 60er Jahre erzählt. Zudem handelt es sich bei dem Roman um die von Alexandra Rak neu übersetzte Fassung des bereits 1993 erschienenen und mit dem Booker Prize ausgezeichneten Werkes. Bücher für und über Kinder – ich bin schon ganz gespannt auf die unterschiedlichen Ansätze.

Welches Kinderbuch hat Euch geprägt?

[Buchgedanken] Jeehyung Lee: „Gumaa 1: Ihr Ursprung“ (Gumaa 1)

Vor kurzem habe ich auch „Gumaa 1: Ihr Ursprung“ von Jeehyung Lee gelesen. Die Graphic Novel ist 2024 im Cross Cult Verlag erschienen, die Originalausgabe wurde ebenfalls 2024 bei Titan Comics, Titan Publishing Group, Ltd. veröffentlicht. Neben Jeehyung Lee wirkte auch Nabetse Zitro als Illustrator an dem Buch mit, für die Übersetzung zeichnet Denis Martynov verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die junge Khalida flieht vor einem Drogensyndikat und entdeckt in einem längst verlassenen Tempel eine uralte Klinge. Mit deren Macht wird sie zur Göttin der Stadt und kontrolliert die Bürger durch dunkle Magie und Schrecken. Doch die Ereignisse werden aus dem Schatten heraus gegen sie manipuliert und Khalida wird selbst zur Zielscheibe. Eine actiongeladene Konfrontation wird das Gleichgewicht der Kräfte zwischen Himmel und Hölle für immer verändern und den uralten Krieg wiedererwecken …

„Gumaa 1: Ihr Ursprung“ ist mein erstes Werk von Jeehyung Lee und/oder Nabetse Zitro – und sorgt bereits vor dem Lesen für Verwirrung, wird es doch konsequent, unter anderem auf Verkaufsportalen oder bei Lovelybooks, teils als „Gumaa 1: Der Ursprung von ihr“ betitelt – ich habe es dennoch hier mal bei dem auf dem Cover befindlichen Aufdruck belassen (auf den frühen Coverbildern – siehe oben – fehlt generell die Bezeichnung des Bandes). Das Werk lässt sich dabei relativ deutlich als Graphic Novel einordnen, wenn man es genauer kategorisieren will, bietet sich auch die Eingruppierung als Paranormal Suspense oder als dystopische Fantasy, als Fantasy Thriller Noir an. So oder so – es ist jedenfalls düster.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, sehr rasant, teils aber auch etwas verwirrend und oberflächlich. Dabei werden zudem die beiden Zeitebenen, in denen die Geschichte hier erzählt wird, nicht immer klar abgegrenzt und sofort angezeigt, was ebenfalls zu kleineren Unsicherheiten führt. Sonst bietet der Auftaktband eine Handlung, die durchaus nach mehr lechzt. Aufgrund der relativ düsteren, relativ brutalen und schonungslosen Darstellung, ist hier allerdings auch zwingend der Altersempfehlung des Verlags zu folgen, die die Graphic Novel für Leser:innen ab 16 Jahren empfiehlt.

Das Setting ist – erwartbar – düster. So entführt Jeehyung Lee die Leser:innen nach Melanfield, eine nicht näher lokalisierte Metropole in den Jahren 1984 und 1999, die wechselseitig von einem Drogenclan und einer religiösen Heilsgemeinschaft beherrscht und unterdrückt wird. Gerade beim Weltenbau, beim Magiekonzept, bei der zugrundeliegenden Mythologie besteht hier aus meiner Sicht aber noch großer Nachholbedarf – das muss sich in den nächsten Bänden noch bessern. Auch sind die Figuren relativ schematisch, fast holzschnittartig angelegt – auch hier kann diesen in den nächsten Folgen noch mehr Tiefe verliehen werden.

Die Illustrationen, die Zeichnungen von Jeehyung Lee und Nabetse Zitro hauchen der Geschichte hier Leben ein, sorgen für eindrucksvolle Impressionen und wirken nach, sind teils aber auch – gerade in Zusammenhang mit der Geschichte – hektisch und verwaschen. Etwas irritierend sind auch die hier gesetzten Soundeffekte/Lautmalereien/Onomatopoesien, die fast zu vielseitig, fast zu kreativ einfach wild in rauer Menge gebildet werden und dadurch fast etwas vom Rest ablenken.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist teils etwas hektisch, insgesamt ist die Kombination aus Bild und Text aber wunderschön. Der Umschlag ist mit farbigen Coverinnenseiten versehen, der Kontrast zwischen dem Cover und der Coverrückseite, die sich auch krass vom Buchrücken absetzt, allerdings sehr ungewöhnlich. Auch ist das Cover sehr düster und eher kein Eyecatcher, einige der hinten gezeigten Cover(-entwürfe?) sind da deutlich aufsehenerregender. Toll jedoch, dass im Nachgang zur Geschichte noch weitere Entwürfe und Skizzen gezeigt werden, die die Leser:innen am Entstehungsprozess der Graphic Novel teilhaben lassen.

Mein Fazit? „Gumaa 1: Ihr Ursprung“ ist eine ambitionierte, sehr düstere Graphic Novel, die mit tollen Zeichnungen und einer spannenden Handlung glänzen kann, teils dabei aber etwas den Faden und die Übersicht verliert und noch Nachholbedarfe beim Weltenbau und bei den Figuren besitzt. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von nicht unter 16 Jahren.

London Calling | Doppelte Buchpost

In den nächsten Tagen habe ich wieder einige Rezensionen und Buchneuzugänge für Euch. Den Anfang machen heute „Love at First Knight“ von Megan Clawson (Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH), das mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de erreichte, und „May Morrigans mysteriöse Morde“ von Katherine Black (Lübbe in der Bastei Lübbe AG), das als Rezensionsexemplar über die verlagseigene Bloggerjury zu mir kam – vielen Dank jeweils dafür! Beide Romane entführen die Leser dabei nach bzw. in die Nähe von London und spielen mit urbritischen Themen. Ich kann es daher kaum erwarten, mit Spannung und Liebe in eines meiner absoluten Lieblingssettings zurückzukehren, denn: London is calling!

Wart Ihr schon einmal in London?

[Buchgedanken] Andreas Völlinger: „Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ (Leo 1)

Vor kurzem habe ich auch „Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ von Andreas Völlinger gelesen. Das Kinderbuch für Erstleser:innen ist in der vorliegenden Auflage 2024 im Südpol Verlag erschienen, für die farbenfrohen Illustrationen zeichnet Pascal Nöldner verantwortlich. Eine frühere lediglich schwarz-weiß illustrierte Ausgabe des Buches erschien unter gleichem Titel bereits 2016, ebenfalls bei Südpol. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Leo soll in der Schule einen Vortrag über sein Lieblingstier halten. Aber wie kann er einen Apatosaurus beobachten, der längst ausgestorben ist? Zum Glück gibt es seine Erfinder-Tante Agnetha, die nicht nur Haushaltsroboter, sondern auch eine Zeitmaschine konstruiert hat, mit der sie in die Jura-Zeit reisen können. Dumm nur, dass nach ihrer Rückkehr plötzlich ein riesiger Dinosaurier in Tante Agnethas Garten steht …

„Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ ist der erste Band der dreibändigen Reihe um Leo und – wie könnte es anders sein – seine Abenteuer. Empfohlen wird das Buch seitens des Verlages für Leser:innen zwischen sechs und neun Jahren, eine Alterseinschätzung, die ich für realistisch halte, auch wenn es natürlich große Dinofans nicht davon abhalten sollte, ebenfalls Zeit mit dem Apatosaurus Klemens zu verbringen. Dabei handelt es sich bei dem Buch um ein illustriertes Kinderbuch, man könnte es genauso gut jedoch auch als Kinderabenteuerroman bezeichnen – oder als (illustriertes) Kinderbuch für Erstleser:innen – um die Altersspanne noch etwas genauer abzustecken. Ich persönlich habe mich für die letzte Eingruppierung entschieden, deckt sie sich doch im Wesentlichen auch mit der Bewerbung durch den Verlag.

Die Handlung ist abwechslungsreich, interessant und altersgerecht, endet jedoch auch abrupt und sehr früh, sodass durchaus ein offenes Ende verbleibt. Aufgrund der Kürze der Handlung kommen auch kindertypische Themen etwas kurz – vielleicht bieten die nächsten Bände hier ja noch die Möglichkeit, richtige Konflikte oder Probleme, zum Beispiel in der Freundschaft oder Familie, mit einzubauen. Leicht problematisch fand ich zudem den Umgang mit den Klingmanns, denen schlussendlich durch Leo und Agnetha doch übel mitgespielt wurde – obwohl sie sich zumindest in einigen Situationen gänzlich korrekt verhalten haben.

Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig, sie illustrieren nicht nur die Geschichte, sondern ergänzen sie und sind ein absolutes Highlight des Buches. Etwas schade ist hierbei, dass das Zusammenspiel zwischen Illustration und Textteilen nicht immer ganz gelungen erscheint, wird doch durch großflächige Illustrationen teils die Handlung vorweggenommen und der Überraschungseffekt so verringert, bevor die Darstellung der Handlung in Textform das Gesehene wiederholt.

Die Figuren sind aufgrund der gebotenen Kürze der Handlung auf ein absolutes Mindestmaß beschränkt – und treten mit Ausnahme von Leo und Agnetha nur ganz sporadisch in Erscheinung – gegebenenfalls wird der Cast ja in den nächsten Bänden noch etwas ausgebaut und Leos Freunde übernehmen auch wichtige Rollen. Aufgrund der kurzen Einsätze sind die Figuren sehr schematisch angelegt, insbesondere die Polizisten aber auch die Klingmanns wirken derzeit noch hölzern. Andreas Völlingers Schreibstil lässt sich dabei wunderbar leicht und flüssig lesen, ist zielgruppenorientiert und altersgerecht.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben – mit Ausnahme der teils spoilernden Anordnung von Bild und Text fehlerfrei gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover, der Coverrückseite und dem Buchrücken leicht geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Cover und Coverrückseite werden zwar zum Buchrücken abrupt unterbrochen, sind insgesamt aber farblich toll gestaltet und spiegeln den Illustrationsstil des Buches wieder, wenn auch die konkret abgebildete Szene (zumindest auf dem Cover) gar nicht in der Handlung vorkommt, was dann doch etwas irritiert.

Mein Fazit? „Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ ist ein gelungener Auftakt in die Buchreihe für Erstleser:innen, die vor allem von den tollen Illustrationen und der interessanten Thematik lebt, aber auch noch etwas Luft nach oben besitzt. Für Leser:innen ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von sechs Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Der Zauber der Illustration | Lovelybooks-Buchpost

Heute möchte ich Euch zwei Bücher vorstellen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür! „Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ von Andreas Völlinger aus dem Südpol Verlag ist hierbei ein von Pascal Nöldner illustriertes Kinderbuch für Erstleser:innen, während „Gumaa 1 – Ihr Ursprung“ eine von Jeehyung Lee (im Zusammenwirken mit Nabetse Zitro) verfasste Graphic Novel aus dem Cross Cult Verlag ist, die für Leser:innen ab 15 Jahren empfohlen wird. Zwei Werke voller Illustrationen, die dennoch kaum unterschiedlicher sein könnten – vom Urban Fantasy Thriller Noir hin zum Erstleser:innen-Abenteuerbuch wird hier fast die komplette Bandbreite illustrierter Bücher abgedeckt. Ich bin schon ganz gespannt darauf, welche Geschichte mich schlussendlich mehr überzeugt.

Mögt Ihr Illustrationen in Büchern?

[Buchgedanken] Viktoria Etzel: „Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ (Karma Drama 1)

Vor kurzem habe ich auch „Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ von Viktoria Etzel gelesen. Der Roman ist 2024 in der Verlag Friedrich Oetinger GmbH erschienen und als phantastisches Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Livia steht vor einer scheinbar unüberwindbaren Aufgabe: Sie muss unter allen Umständen die Olympiade an ihrer Schule gewinnen. Ihre einzige Chance sieht Livia in einem Deal mit dem mysteriösen Dämon Kasimir. Er soll ihr zum Sieg verhelfen und bekommt dafür im Austausch genug Karma-Punkte, um seine eigene Prüfung an der Dämonen-Academy zu meistern. Schnell bemerken die beiden, dass viel gefährlichere Dämonen als Kasimir ihr Unwesen treiben. Wird es Livia und Kasimir gelingen, den teuflischen Plan zu vereiteln, der die ganze Stadt gefährdet?

„Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ ist der erste Band der phantastischen Buchreihe, die für Leser:innen ab 10 Jahren empfohlen wird und somit an der Grenze zwischen Kinder- und Jugendfantasy anzuordnen ist. Im Hinblick auch auf das leicht höhere Alter der Protagonist:innen (12-13) habe ich das Buch daher als phantastisches Jugendbuch eingeordnet, wobei der Fantasy-Teil hier der Urban Fantasy zuzuordnen ist. Bei dem Roman handelt es sich zudem um mein erstes Buch von Viktoria Etzel, die ich erst vor kurzem auch auf der Frankfurter Buchmesse treffen konnte.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und spannend, teils allerdings auch vorhersehbar. Dabei wird die phantastische Handlung mit jugendtypischen (und altersgerechten) Problemen angereichert, beispielhaft Cliquenbildung und Freundschaft, getrennte Elternhäuser, schulische Probleme und eine drohende Entwurzelung aus der gewohnten Umgebung. Zwar ist das Ende sehr offen, dies wäre im Hinblick auf den Reihenauftakt und das Potential für die Folgebände durchaus jedoch noch zu tolerieren. Etwas schade ist es jedoch, dass darüber hinaus noch ein Cliffhanger eingebaut wurde, der unnötig erscheint – man hätte das Buch hier auch etwas früher (oder ggf. später) enden lassen können.

Das Setting ist im Wesentlichen gelungen. So entführt Viktoria Etzel die Leser:innen an einen nicht näher benannte Ort, der das Flair einer mittelgroßen Stadt versprüht, verfügt sie doch immerhin über mehrere Schulen, Stadtviertel und Nahverkehrsangebote. Mangels der genauen Verortung ist die Stadt jedoch auch etwas austauschbar und beliebig. Darüber hinaus ist durchaus einiges an Arbeit in das Magiekonzept geflossen – ich würde mich freuen, wenn dies im nächsten Band noch etwas ausgebaut und ergänzt werden könnte, um hier wirklich ein vollumfänglich rundes Gesamtbild abliefern zu können.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen neben den Gargoyles vor allem wichtige Nebenfiguren wie Cora und die Großtante Pearl, während Livia teils noch etwas wankelmütig erscheint und nicht immer nachvollziehbar gehandelt hat. Viktoria Etzels Schreibstil ist zudem altersgerecht, lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, die Karmapunktblasen am Rand lockern das Schriftbild etwas auf, auch die Chats sind durchaus innovativ gesetzt – da geht aber sicherlich noch mehr. Leicht irritierend ist jedoch, dass das erste Kapitel später im Text wortgleich nochmal aufgegriffen wird. Das Covermotiv setzt sich auf dem Buchrücken und der Coverrückseite fort, sodass ein tolles Gesamtbild über den, mit farbigen Coverinnenseiten versehenen, Umschlag entsteht. Auch passt das Covermotiv gut zur Handlung, etwas schade ist jedoch, dass bei der Erstellung des Covers auch KI verwendet wurde.

Mein Fazit? „Karma Drama 1. Dämonische Prüfung“ ist ein durchaus gelungener Auftakt in die phantastische Jugendbuchreihe, der mit seiner spannenden Handlung und interessanten Charakteren punkten kann, beim Ende aber auch etwas schwächelt, was jedoch Potential für Folgebände bietet. Für Leser:innen ab 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Elif Shafak: „Am Himmel die Flüsse“

In der letzten Zeit habe ich auch „Am Himmel die Flüsse“ von Elif Shafak gelesen. Der Roman ist 2024 in der Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG erschienen, die Originalausgabe wurde 2024 unter dem Titel „There are Rivers in the Sky“ bei Viking, Penguin UK veröffentlicht. Das Buch ist der Gegenwartsliteratur zuzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Michaela Grabinger verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Narin ist neun, als in dem yezidischen Dorf am Tigris Planierraupen auftauchen. Ihre Heimat soll einem Dammbauprojekt der türkischen Regierung weichen. Die Großmutter, fest entschlossen, die Enkelin an einem ungestörten Ort taufen zu lassen, bereitet alles für die Reise ins heilige Lalisch-Tal vor. Kurz vor Aufbruch stößt Narin auf das Grab eines gewissen Arthur – direkt neben dem ihrer Ururgroßmutter Leila. Wer war dieser „König der Abwasserkanäle und Elendsquartiere“, der Junge aus dem viktorianischen London, von den Ufern der verschmutzten Themse? Und was hat er mit Narins eigener Vertreibung zu tun?

„Am Himmel die Flüsse“ ist mein erster Roman von der weltweit gefeierten Autorin Elif Shafak – und zeigt mir beeindruckend, warum sie mit Preisen überhäuft wird. Etwas irritierend auf Verkaufsplattformen teils als Coming-of-Age eingruppiert, würde ich den Roman vielmehr der Gegenwartsliteratur zuordnen, spricht er doch – trotz der auch historischen Aspekte – wichtige gesellschaftliche Themen und Problemkreise an und zeigt Parallelen zur Vergangenheit auf – alles vor dem Hintergrund der Klimakrise und der Geschichte des Wassers.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn auch teils mit kleineren Längen versehen. Dabei wird die Geschichte im Wesentlichen in drei verschiedenen Handlungssträngen erzählt – den vierten, prologartigen, kann man hierbei vernachlässigen. Auch spielt die Handlung im Wesentlichen in zwei Zeitebenen, im viktorianischen England und – mehr oder weniger – in der Gegenwart 2014 bzw. 2018 und bildet nicht nur vergangene Ereignisse sondern auch wesentliche Entwicklungen der Jetztzeit ab. Elif Shafak mischt dabei gesellschaftlich wichtige Themen wie Organhandel, moderne Sklaverei, religiöse und ethnische Verfolgung und psychische Erkrankungen mit der Geschichte des Wassers und der Klimakrise zu einem gelungenen, monumentalen Gesamtkonstrukt.

Und auch das Setting kann dabei glänzen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen in das heutige und das viktorianische London und in das gegenwärtige und vergangene Mesopotamien, genauer gesagt ins irakische Ninive und in die türkischen Gebiete am Tigris – inklusive eines kurzen Ausflugs ins Königreich von Assurbanipal. Dabei zeugen die Beschreibungen der Orte von einer ausführlichen Recherche, auch wenn Arthurs Reise fast noch präsenter, fast noch detaillierter hätte dargestellt werden können, um seine Eindrücke als Leser:in noch intensiver fühlen zu können.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei brillieren insbesondere Zaleekhah, Besma und Nen, während Arthur teils etwas blass verbleibt. Elif Shafaks Schreibstil ist hierbei unglaublich poetisch (ein Lob auch an die Übersetzung von Michaela Grabinger), lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Auch die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die das Lesevergnügen kaum schmälern, der Buchsatz ist gelungen und wartet teils mit kleineren Abbildungen/Illustrationen auf. Eine Übersicht über die Reise eines Wassertropfens und umfangreiche Anmerkungen der Autorin runden die Geschichte ab – gern hätte ich mir hier auch noch eine Karte von Mesopotamien gewünscht. Das Covermotiv zieht sich gut über den kompletten Buchumschlag, der darüber hinaus auch noch mit farbigen, aber eintönigen Coverinnenseiten versehen ist. Allerdings ist das Covermotiv insgesamt zwar farblich stark, aber etwas zu simpel, um ein richtiger Eyecatcher zu sein.

Mein Fazit? „Am Himmel die Flüsse“ ist ein poetisch und atmosphärisch starker Roman der Gegenwartsliteratur, der wichtige Themen anspricht, dabei nur minimale Längen hat und somit Elif Shafaks Platz im Literaturolymp zementiert. Für Leser:innen ab 16 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Patricia Schröder: „Jungs braucht echt keiner! … und trotzdem klopft das blöde Herz“ (Hannah 2)

Vor kurzem habe ich auch „Jungs braucht echt keiner! … und trotzdem klopft das blöde Herz“ von Patricia Schröder gelesen. Das Buch ist 2024 im KARIBU Verlag in der Edel Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Jugendbuch für Leser:innen ab 10 Jahren einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Hannah hat von Jungs echt die Nase voll! Sie kann nicht verstehen, wieso Elias seit ihrem letzten Treffen nicht mehr durch den Schrank zu ihr gereist ist. Dabei hatte sie gerade angefangen, ihn irgendwie zu mögen. Dann eben nicht! Auch Hannahs beste Freundinnen sind keine Hilfe, denn sie denken, dass Elias nur ausgedacht ist und Hannah eigentlich nur einen Freund will. Und natürlich taucht Elias gerade dann wieder auf, als Hannah Hals über Kopf im Chaos steckt. Wie soll sie ihm nur erklären, dass er ihr ganz und gar nicht egal ist?

„Jungs braucht echt keiner! … und trotzdem klopft das blöde Herz“ ist nach „Jungs müssen draußen bleiben! … und trotzdem zieht das Chaos ein“ der zweite und wohl abschließende Band der Reihe um Hannah, Elias und das Schrankreisen. Den Vorgänger habe ich ja noch als phantastisches Jugendbuch bezeichnet, dieses Mal habe ich es – auch auf Anregung der Autorin – bei der allgemeinen Kategorisierung als „Jugendbuch“ belassen, auch wenn dieses vom Verlag selbst als „magisch“ beworben wird – der phantastische Anteil/Twist bleibt weiterhin unleugbar. Auch finde ich es weiterhin schade, dass der Verlag auch diesen Band „für Mädchen ab 10“ empfiehlt – hier hat man die Chance vertan, die fehlende Ansprache an jugendliche Leser zu korrigieren, obwohl viele Jungen sich sicherlich gut mit Elias und dessen Schüchternheit identifizieren könnten.

Die Handlung hingegen vermag auch weiterhin zu überzeugen, bleibt abwechslungsreich und spannend, wenn auch in diesem Teil der innovative Aspekt bereits bekannt ist und daher etwas die Überraschung fehlt. Dabei setzt die Handlung relativ zeitnah nach Ende des ersten Bandes ein und spannt den Bogen nahtlos fort, bleibt altersgerecht und spricht jugendtypische Probleme an – dieses Mal vor allem Konflikte innerhalb der Freundschaft. Hierbei bleiben die Konflikte – trotz aller Tränen – weiterhin in einem Bereich, der das Feel-Good-Leseerlebnis nie erheblich schmälert, dafür sorgen auch die insbesondere durch Lilly und Karlchen eingestreuten humorvollen Szenen. Auch das Ende fügt sich organisch in die Handlung ein, ist hierbei aber fast zu kitschig rosarot.

Das Setting bleibt weiterhin etwas austauschbar, so entführt die Autorin die Leser:innen nach Hamburg, nach München und auf ein Hausboot, wobei die Städte bloße Kulisse sind und der Roman auch in allen anderen, weit auseinanderliegenden Orten hätte spielen können. Auch fehlt mir weiterhin ein schlüssiges Konzept für den magischen Twist, wenn auch einige Erklärungsansätze zumindest geliefert werden.

Die einzelnen Figuren werden konsequent weiterentwickelt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Gefühle. Hierbei brilliert Lilly als heimlicher Star des Buches, aber auch Elif und – mit kleinen Abstrichen – Elias können durchaus überzeugen, während Hannah nicht immer nachvollziehbar handelt. Patricia Schröders Schreibstil lässt sich dahingegen weiterhin leicht und flüssig lesen, ist humorvoll und altersgerecht und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls im Wesentlichen glänzen. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht – und über die Häufigkeit der Worte „Käfigklappenklackgeräusch“ und „Staubsaugerkabeleinziehgeräusch“ kann man phasenweise auch reden. Der Buchsatz ist fehlerfrei und setzt gerade die Kapitelanfänge wunderschön, die Chatnachrichten hätten jedoch innovativer abgebildet werden können. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt und mit farbigen, aber eintönigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv passt sich gut in die Reihe ein und sorgt für Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Jungs braucht echt keiner! … und trotzdem klopft das blöde Herz“ ist eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes, die vor allem mit der Weiterentwicklung der Charaktere und einer starken Prise Humor punktet, dabei aber weiterhin auch kleinere Schwächen besitzt. Für Leser:innen (jedes Geschlechts) ab 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Von dystopischen Settings und fantastischen Twists | Doppelte Buchpost

Bevor es ab Morgen wieder mit einigen Buchbesprechungen weitergeht, habe ich heute noch einmal zwei Rezensionsexemplare für Euch, die mich jeweils nach Rezensionsangeboten seitens der Autoren erreichten – vielen Dank dafür! „Exzess & Vernunft“ von Julian Niedermeier (Selfpublishing, Books on Demand) ist hierbei ein dystopischer Science-Fiction-Roman, während sich „Der Fall der Fantasie“ von Markus Grundtner (edition keiper) als Justizroman mit fantastischem Twist präsentiert – insbesondere auf das Rollenspielelement bin ich hier schon ganz gespannt!

Lest Ihr gern Romane, die Realität und Fantasie miteinander vermischen?