[Buchgedanken] Warda Moram: „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ (Liber Bellorum 1)

Vor kurzem habe ich „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ gelesen, den ersten Band der phantastischen „Liber Bellorum“-Trilogie von Warda Moram. Das Buch ist 2021 bei Julos in der Mankau Verlag GmbH erschienen und als High Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde zu Band III auf Lovelybooks.de.

Zwei Brüder ziehen heimatlos umher: Der verwegene Kyle ist getrieben von seiner dunklen Vergangenheit, während der zurückhaltende Raven an der Impulsivität seines Bruders so manches Mal verzweifelt. Warum müssen sie stets fliehen, warum ständig lügen? Als sie ein Tabu brechen und die Grenze zum Verbotenen Land überschreiten, treten die in ihnen schlummernden magischen Kräfte zutage. Auf der hoch angesehenen Akademie von Lunaris sollen Kyle und Raven lernen, ihre Magie zu kontrollieren und zu nutzen. Doch bald schon beginnt die schöne Fassade zu bröckeln, und düstere Prophezeiungen nehmen Gestalt an …

„Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ ist ein typischer Auftaktband in eine High-Fantasy-Trilogie mit Schwächen und Stärken. So ist das Buch nicht als Standalone lesbar, werden doch kaum relevante Handlungsstränge aufgelöst, endet das Buch doch auch sehr offen. Auch braucht man als Leser einige Zeit, in die Handlung hineinzukommen, geht diese doch relativ gemächlich los, müssen doch erst sowohl die Welt als auch die meisten relevanten Charaktere eingeführt werden.

Insgesamt ist die Handlung dennoch durchaus kurzweilig und abwechslungsreich, auch wenn die handelnden Personen teils unlogisch agieren. Dabei mischt die Autorin genretypische Tropes und Themen wie die Entdeckung eigener Magie, den Tod der Eltern, Liebe, Mchtkämpfe und das Schicksal von Welten zu einem bunten Konglomerat, das durchaus Spaß macht. Spätestens mit den Themen ist dann auch die Genrezuordnung klar, und das Buch nicht – wie teils eingeordnet – als „Sword & Sorcery“ oder „Dark Fantasy“ anzusehen, sondern als relativ klassische High Fantasy.

Der Weltenbau ist dabei durchaus gelungen, auch wenn man anfangs etwas braucht, sich in der von Warda Moram erschaffenen Welt zurechtzufinden. Tolle Unterstützung leisten hier die Karten der Welt und der Akademie auf den Coverinnenseiten sowie das Glossar der einzelnen Magietypen am Ende des Buches. Gerade das Magiekonzept benötigt jedoch, trotz der Typenerklärung, in den weiteren Bänden noch einiges an Hintergrund, um glaubhaft zu funktionieren.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Melenis und Yuri, während insbesondere Kyle noch etwas blass bleibt. Warda Morams Schreibstil ist darüber hinaus leicht und flüssig zu lesen.

Die Buchgestaltung ist exzellent. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön anzusehen. Der Buchumschlag ist sehr hochwertig, mit leichter Prägung auf Titel und Buchrücken versehen und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten ausgestattet. Das Covermotiv ist farblich beeindruckend und bietet einen guten Wiedererkennungswert sowie ein einheitliches Gesamtbild der Reihe mit den weiteren Teilen.

Mein Fazit? „Liber Bellorum I: Blut & Feuer“ ist ein solider Auftakt in eine phantastische Trilogie, der vor allem durch einen gelungenen Weltenbau und eine abwechslungsreiche Handlung punkten kann, allerdings auch kaum Handlungsstränge auflöst. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen, allerdings nicht als Standalone lesbar – und nicht, wie vom Verlag empfohlen, ab einem Lesealter von 12, sondern eher ab 14 Jahren.

[Buchgedanken] Michael Peinkofer: „Die Welt der Orks“ (Die Orks 6)

Vor kurzem habe ich „Die Welt der Orks“ von Michael Peinkofer gelesen, den sechsten Band der Reihe um „Die Orks“. Das Buch ist 2022 bei Knaur HC, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als High-Fantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Übersendung der Presseinformationen und die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

So anstrengend hatten Balbok und Rammar sich ihr Leben als Könige der Fernen Gestade nicht vorgestellt: Ein unnatürlich heftiger Sturm, gefolgt von einem mächtigen Beben, erschüttert die gesamte Insel, und es geht das Gerücht, dass „Kuruls Keule“ vom Himmel gefallen sei. Als die Orks der Sache nachgehen, entdecken sie einen riesigen Krater nebst etlicher grässlich entstellter Leichen, die sich beim besten Willen keiner Erdwelt-Rasse mehr zuordnen lassen – und einen kleinen Orkling, der den Absturz von Was-auch-immer wie durch ein Wunder überlebt hat. Balbok würde diesem verflixten Rätsel ja gerne auf den Grund gehen, aber Rammar bekommt mal wieder den asar nicht hoch. Allerdings kann auch er nicht verhindern, dass der Orkling sich klammheimlich in sein dunkles Herz schleicht. Nur warum scheint der Kleine von keinem der bekannten Clans abzustammen? Und was hat es mit seiner seltsamen Anziehungskraft auf Krähen auf sich?

„Die Welt der Orks“ ist zwar der sechste Band der Reihe um die grünhäutigen Fabelwesen. lässt sich aber laut Verlagsangaben gut als Standalone und als Einstieg in die Reihe lesen. Dies kann ich im Wesentlichen bestätigen. Zwar wird natürlich auch teils Bezug auf alte Abenteuer und bekannte Personen genommen – und natürlich ist der orkische Wortschatz umfangreich geworden, dennoch ist die Geschichte auch ohne Vorwissen verständlich.

Denn – neben den „aktuellen“ Geschehnissen – behandelt der Roman auch die Erschaffung der Orks, ihren Ursprung vor unzähligen Umläufen. Dabei wird die Geschichte in verschiedenen Zeitebenen und – nicht genauer erklärt – verschiedenen Dimensionen / Wirklichkeiten? dargestellt, was anfangs durchaus verwirrend ist, hat man doch drei zentrale Handlungsstränge.

Auch der verstärkte Gebrauch der orkischen Sprache hemmt jedoch etwas den Lesefluss. So ist diese zwar ungemein spannend und es ist interessant, wie man nach und nach Regeln und Worte verinnerlicht, dennoch lässt das regelmäßige Nachschlagen im Glossar den Lesefluss doch, gerade anfangs, erheblich stocken und sorgt dafür, dass man öfters das Buch zur Seite legt.

Dabei ist die Handlung – wenn man sich einmal einen Überblick verschafft hat – durchaus spannend und abwechslungsreich. Hierbei brilliert vor allem der Handlungsstrang um Margok und Curran, während Balbok und Rammar für den nötigen Humor sorgen. Lediglich der Handlungsstrang in Anwar bleibt im Vergleich dazu etwas blass.

Hingegen ist der Weltenbau insgesamt sehr gelungen – wenn auch (aus den obigen Ausführungen) herausfordernd. Michael Peinkofers Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, ist humorvoll und phantastisch. Da man, insbesondere, Anwar durch die Augen der Charaktere mit diesen gemeinsam neu kennenlernt, fehlt es auch nicht an Beschreibungen, die das Kopfkino anspringen lassen.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Umschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und wunderschön gestalteten, farbigen Coverinnenseiten versehen. Auch das Covermotiv ist ein wahrer Eyecatcher.

Mein Fazit? „Die Welt der Orks“ ist ein im Wesentlichen gelungener High-Fantasy Roman, der vor allem durch den Weltenau und eine interessante Handlung brilliert, den Leser durchaus aber auch fordert. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Einstieg in die Reihe, auch wenn ich persönlich die Lektüre der anderen Ork-Titel zuvor nahelegen würde.

Es lebe die Abwechslung! | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplar – vielen Dank dafür an die Verlage! „Die Welt der Orks“ von Michael Peinkofer (Knaur Verlag) und „Breaking Through“ von Caitlyn Young (Elysion Books – über eine Leserunde bei Lovelybooks) könnten unterschiedlicher nicht sein, handelt es sich doch um klassische High-Fantasy und eine Girl-on-Girl-Romance – aber gerade in der Abwechslung liegt ja auch der Reiz. Ich bin schon ganz gespannt, welches der Bücher mich schlussendlich mehr überzeugt.

[Buchgedanken] Akram El-Bahay: „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ (Fabula 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ von Akram El-Bahay gelesen. Das Buch ist 2022 im Baumhaus Verlag, Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als phantastisches Kinderbuch ab 10 Jahren einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Bei einem Schulausflug in den Central Park machen die Zwillinge Will und Charlotte eine unglaubliche Entdeckung: Um einen Baum mit silbernen Blättern schwirrt ein kleines Wesen mit fast durchsichtigen Flügeln – eine Elfe, wie sich bald herausstellt. Als dann auch noch eine Furie bei ihnen zu Hause auftaucht und sich der Baum als Portal entpuppt, folgen die Geschwister der Elfe in die fantastische Welt von Fabula. Doch die Heimat der Fabelwesen ist in Gefahr. Und Charlotte und Will sind die Einzigen, die sie retten können. Denn auch in ihnen schlummern ungeahnte magische Kräfte …

„Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastischer Roman an der Grenze vom Kinder- hin zum Jugendbuch. So wird das Lesealter vom Verlag mit 10+ angegeben; eine Alterseinschätzung, die ich sowohl im Bezug auf die Handlung als auch auf die Sprache teile. Das Buch mischt dabei Elemente der Low Fantasy mit solchen der High Fantasy, entführt der Autor den Leser doch nach Fabula, eine Welt voller Magie, die jedoch mit der realen Welt untrennbar verknüpft ist.

DIe Handlung ist abwechslungsreich und spannend, teils aber auch vorhersehbar. Dabei kulminiert die Geschichte in einem sehr offenen Ende, das Raum für Folgebände lässt, die bislang aber zumindest noch nicht absehbar sind. Dabei ist der Schreibstil des Autors altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen.

Das Setting ist gelungen und erlaubt es dem Leser durch die sehr bildhafte Sprache, sich nach Fabula zu träumen. Hier hätte ich mir jedoch einen noch stärkeren Fokus auf die Entstehung und Verflechtung von Fabula mit der realen Welt und eine stärkere Erläuterung des Herrschafts- und Magiekonzepts von Fabula gewünscht – hier bleibt doch einiges im Dunklen.

Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig angelegt, in der Komplexität jedoch noch ausbaubar. Hierbei überzeugen vor allem Charlotte, Hoin, Thel und Side, während Will und auch Orion eher blass bleiben – auch das könnte in einem Folgeband noch aufgefangen werden.

Die Buchgestaltung ist gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Der Buchumschlag ist auf Cover, Buchrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt und wirklich schön anzusehen, das Titelmotiv ein absoluter Eyecatcher. Abgerundet wird der wunderschöne Gesamteindruck mit farbigen Coverinnenseiten.

Mein Fazit? „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastisches Kinderbuch, das vor allem mit liebenswerten Charakteren und einer interessanten Handlung glänzt, aber auch ein sehr offenes Ende bietet, das eigentlich zwingend Folgebände verlangt. Für Leser ab 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Markus Heitz: „Die Rückkehr der Zwerge 2“ (Zwerge 6.2)

Um den Jahreswechsel habe ich „Die Rückkehr der Zwerge 2“ von Markus Heitz gelesen, nach *Band 1* der zweite Teil der Dilogie „Die Rückkehr der Zwerge“, die zusammen den 6. Teil der Zwerge-Reihe darstellt. Das Buch ist 2021 im Knaur Verlag, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG veröffentlicht worden und dem Genre High Fantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

~~~ Achtung! Die folgende Rezension könnte milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

Goïmron, Zwerg und Gemmenschneider, hat sich mit einigen Gefährten auf die Suche nach dem legendären Helden Tungdil Goldhand gemacht – und ist dabei mitten hinein in das größte Abenteuer seines Lebens geraten. Denn das Geborgene Land muss sich einer übermächtigen Bedrohung aus Orks, Menschen und Albae stellen. Während die Zwerge und ihre Verbündeten unter Führung der zwergischen Kriegerin Gata die Festung Brigantia belagern, versucht die Albae-Hexe Ascatoîa im Gebiet der Wunder zwei Drachengeschwister mit magischen Mitteln unter ihren Einfluss zu zwingen. Sollte ihr das gelingen, bräche eine finstere Zeit im Geborgenen Land an. Nur Goïmron, in dem unerwartete Kräfte schlummern, ist vielleicht in der Lage, das Schlimmste noch zu verhindern. Dabei braucht er unbedingt die Hilfe seiner Freunde und eines geheimnisvollen Artefakts, mit dem ausschließlich er kommunizieren kann. Aber was vermag das Artefakt noch anzurichten – und lässt es sich dauerhaft kontrollieren?

„Die Rückkehr der Zwerge 2“ knüpft nahtlos an die Handlung des ersten Bandes an und führt diese fort. Man folgt den Geschichten der altbekannten Charaktere, lernt aber auch neue kennen, sodass sich die Masse an Handlungssträngen eher erweitert, als zum Ende des Buches hin kleiner zu werden. Und – der einzige, größere Kritikpunkt am Buch bzw. der Dilogie – davon werden zu wenige aufgelöst, viele Handlungsstränge bleiben offen und sorgen dafür, dass man etwas unbefriedigt zurück bleibt.

Abgesehen davon ist die Handlung sehr abwechslungsreich und spannend, weiterhin sehr fragmentarisch und durch die velen Wechsel entschleunigt. Durch den – natürlich bei dem Reihentitel sinnigen – Fokus auf den Handlungsstrang um Goïmron, dauert es teilweise sehr lang, bis andere Handlungsstränge wieder aufgegriffen werden. So geht einer der interessantesten, der um Stémna, zum Beispiel völlig unter.

Der Weltenbau und das Setting bleiben weiterhin die Highlights des Romanes, man reist an bislang unbekannte Ecken der Reiche und lernt so nach und nach mehr über die Hintergründe der gesamten Welt von Markus Heitz kennen. Auch wenn es etwas dauert, bis man die ganzen Orte, Reiche und Völker zuordnen kann, bekommt man doch irgendwann einen guten, stimmigen Überblick.

Die einzelnen Charaktere werden im Wesentlichen konsequent weiterentwickelt. Neben Stémna, Klaey, Rodana, Xanomir und Brûgar, die ich bereits in Buch 1 als stärkste Charaktere erwähnt habe und die weiterhin überzeugen, begeistert mich in Band 2 zusätzlich Gata, die sich gut entwickelt hat. Goïmron bleibt weiterhin etwas blass – und auch von Goldhand hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Die Buchgestaltung ist erneut auf ganzer Linie gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Titel und Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Cover bildet mit Teil 1 ein zusammenhängendes Titelbild und sorgt so für einen gelungenen Gesamteindruck der Reihe.

Mein Fazit? „Die Rückkehr der Zwerge 2“ führt die Dilogie zu einem würdigen Abschluss und sorgt für eine gelungene Rückkehr in die Welt der Zwerge. Dabei brilliert das Buch dank toller Charaktere und einem gelungenen Setting, löst aber leider zu wenige Handlungsstränge auf. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – aber nicht losgelöst vom ersten Band.

[Buchgedanken] Markus Heitz: „Die Rückkehr der Zwerge 1“ (Zwerge 6.1)

In der letzten Zeit habe ich den ersten Band der Dilogie „Die Rückkehr der Zwerge“ von Markus Heitz gelesen, die zusammen Teil 6 der Buchreihe um die Zwerge darstellt. Das Buch ist 2021 im Knaur Verlag, einem Imprint der Droemer Knaur GmbH & Co. KG, erschienen und dem Genre High Fantasy zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Hunderte Zyklen vergingen im Geborgenen Land. Der Zwerg Goïmron arbeitet als Gemmenschnitzer in der Stadt Malleniaswacht. Ihn faszinieren vor allem die alten Zeiten, die großen Zeiten der fünf Zwerge-Stämme, und so sucht er auf den Märkten immer wieder nach Aufzeichnungen und Artefakten, die ihm Hinweise auf die stolze Geschichte geben.
Dabei gerät Goïmron überraschend an ein Buch, das handschriftlich und auf Zwergisch verfasst wurde. Aufgrund der Fülle von Details gibt es keinerlei Zweifel: Das Buch muss vom heldenhaften Tungdil Goldhand selbst stammen – doch der gilt seit Hunderten von Zyklen nach einem verheerenden Beben im Grauen Gebirge als verschollen. Aber der letzte Eintrag ist nicht lange her – wie kann das sein? Als Goïmron sich nichtsahnend auf die Suche nach dem legendären Zwerg macht, geraten er und seine Gefährtentruppe schon bald mitten hinein in uralte Intrigen und brutale Machtkämpfe von skrupellosen Menschen, geheimnisvollen Albae – und Drachen!

„Die Rückkehr der Zwerge 1“ führt den Leser zurück in die Welt der Zwerge, Menschen, Elben, Orks und Albae, Eine Welt, die jahrelang die deutsche Fantasy geprägt – und mich auch in Jugendjahren verzaubert – hat. Umso erfreuter bin ich, endlich wieder in altbekannte Gefilde zurückzukehren. Dabei ist „Die Rückkehr der Zwerge“ auch gut ohne Vorkenntnisse lesbar – schließlich fehlen mir auch einige der Teile -, aber nicht als Standalone ohne den zweiten Band der Dilogie, da wesentliche Handlungsstränge nicht aufgelöst werden, vielmehr der (durchaus gewollte) Eindruck entsteht, es handle sich bei Teil 1 und 2 um ein einziges Buch, das wegen der Länge in zwei Hälften gesplittet wurde.

So endet der erste Band auch in einem – etwas unschönen – Cliffhanger, hier hätte man ggf. besser stoppen können. Abgesehen davon ist die Handlung spannend, abwechslungsreich, aber auch sehr fragmentarisch, da so viele Handlungsstränge angelegt werden, dass durchaus einige (Lese-)Zeit vergeht, bevor man zu einem zurückkehrt – was es einem oftmals schwer macht, den Überblick über alles zu wahren. Auch sind leider relevante Handlungsorte nicht auf der wunderschönen Karte eingezeichnet.

Der Weltenbau hingegen überzeugt im Großen und Ganzen. Die geschichtlichen Hintergründe und politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten werden immer mal wieder in kleinen Dosierungen in die Handlung eingeflochten, sodass man nach und nach einen Überblick gewinnt – auch wenn man von den ausführlichen Dramatis Personae und Begriffserklärungen vor der Geschichte etwas erschlagen wird. Markus Heitz‘ Schreibstil ist dabei (erwartbar) leicht und flüssig lesbar – lediglich die teils exotischen Namen führen anfangs bei Häufung zu kleineren Abstrichen in der Lesbarkeit.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen ordentlich ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Besonders überzeugen hier Stémna, Klaey und Rodana, während bei den Zwergen am ehesten noch Brûgar und Xanomir in eher kleineren Rollen brillieren.

Die Buchgestaltung ist auf ganzer Linie gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, das Cover ist – gerade im Zusammenspiel mit Band II – ein wahrer Eyecatcher, der Buchumschlag insgesamt hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen – sehr edel!

Mein Fazit? „Die Rückkehr der Zwerge 1“ ist ein gelungener Auftakt in die Dilogie – und eine willkommene Rückkehr in die Welt der Zwerge, die durch eine abwechslungsreiche Handlung und einen tollen Weltenbau brilliert, vom Leser aber auch Aufmerksamkeit und viel Geduld verlangt. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos (auch als Reiheneinstieg) zu empfehlen – allerdings nicht als Standalone ohne Teil 2 lesbar.

[Buchgedanken] Laura Ventur: „Whalea“ (Whalea 1)

In der letzten Zeit habe ich „Whalea“ von Laura Ventur gelesen. Das Buch ist 2021 im Selfpublishing über epubli erschienen und dem Genre Fantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die vermittelnde Agentur Literaturtest.

Zwei Leben, zwei Welten. Strikt voneinander getrennt und dennoch untrennbar miteinander verwoben durch die Zeit. Obwohl Rosa, Wächterin in Whalea, überzeugt ist, ihr lang gehütetes Geheimnis in den Tiefen ihrer fantastischen Dimension unauffindbar versteckt zu haben, spült das Schicksal ihr die Vergangenheit vor die Füße: Ben. Doch als der Frankfurter Banker Ben von Thalau unfreiwillig in Whalea auftaucht, stellt das nicht nur ihr Leben auf den Kopf. Denn Menschen sind in ihrer Welt strengstens verboten. Und er hat alle Hände voll zu tun, in der whaleanischen Realität nicht den Verstand zu verlieren. Für Rosa und ihre Gefährten beginnt ein beispielloser Spießrutenlauf. Sie müssen den Fremden wieder nach Hause bringen, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Dafür ist Rosa bereit, alle Tabus zu brechen. Nur so kann sie ihr Geheimnis bewahren. Allerdings hat sie die Rechnung ohne Ben gemacht. Der hat ganz andere Pläne.

„Whalea“ ist – trotz des sehr kindlichen Covers – ein Fantasyroman für jugendliche und erwachsene Leser, kombiniert er doch in einem bunten Genremix aus Urban-, High- und historical Fantasy erwachsenere Themen wie Gesellschaftskritik und Hexenvebrennung mit einer Fantasywelt, die eher für junge Leser gezeichnet ist. Anzumerken ist dabei zwingend, dass „Whalea“ – wenn auch nirgends angegeben – nur Auftakt zu einer Buchreihe sein kann, da es als eigenständiger Roman nicht wirklich funtioniert.

Denn zum Ende hin werden kaum Handlungsstränge aufgelöst, nahezu alle Probleme bleiben offen und das Buch endet in diversen Cliffhangern, was einen als Leser etwas ratlos und unbefriedigt zurücklässt. Abgesehen davon ist die Handlung jedoch durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn auch – zumindest in der Gegenwart – die ganz großen Konflikte fehlen, wohingegen die Vergangenheitsebene auf ganzer Linie überzeugt.

Das Setting in Whalea wird im Wesentlichen anschaulich beschrieben, insgesamt lässt der Bau einer komplexen Fantasyswelt aber noch Luft nach oben – was bei der Dünne des Buches nicht verwundert. Ich hoffe daher, dass in den Folgebänden (so es sie geben wird) die Hintergrundgeschichte von Whalea, die einzelnen Rassen und Völker und das Magiekonzept noch etwas weiter ausgearbeitet werden, man nach und nach mehr über die Welt erfährt

Die einzelnen Protagonisten sind im Wesentlichen vielschichtig ausgearbeitet, wenn auch die Handlungsmotive, insbesondere von Rosa und ihren Gefährten, nicht immer klar aufgeklärt und ersichtlich sind. Dennoch überzeugen hier vorallem die – teils auch humorvoll angelegten – Nebenfiguren, insbesondere Olivia und Rasmus.

Dem Lektorat und Korrektorat sind nur kleinere Fehler durchgerutscht, die das Lesevergnügen nicht wesentlich schmälern, der Buchsatz ist gelungen und wird mit tollen Illustrationen unterstützt und aufgewertet, wenn auch die der Geschichte vorangestellte Karte dazu im Vergleich blass bleibt. Das Covermotiv kommt jedoch sehr kindlich rüber und vermag auch – trotz der abgebildeten Protagonisten – keinen wirklichen Bezug zur Handlung herstellen, auch die Coverrückseite kann nicht überzeugen.

Mein Fazit: „Whalea“ ist ein im Wesentlichen gelungener Debütroman, der allerdings nur als Reihenauftakt Sinn macht und nicht als Standalone gelesen werden kann und sollte, da er kaum Handlungsstränge auflöst. Das Buch vermag dabei durch eine grundsätzlich interessante und abwechslungsreiche Handlung zu überzeugen, deren Schwächen hoffentlich im Rahmen der nächsten Bände angegangen werden. Mit Veröffentlichung weiterer Teile bedenkenlos zu empfehlen – sollte das unterbleiben besteht Frustgefahr.

[Buchgedanken] Chris Colfer: „Tale of Magic: Die Legende der Magie 1 – Eine geheime Akademie“

In der letzten Zeit habe ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de „Tale of Magic: Die Legende der Magie 1 – Eine geheime Akademie“ von Chris Colfer gelesen. Das Buch ist 2021 bei FISCHER Sauerländer, Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag GmbH erschienen, die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „A Tale of Magic“ bei Little, Brown and Company, New York, veröffentlicht. Dabei ist das Werk als High-Fantasy Roman für junge Leser bzw. als phantastisches Jugendbuch einzugruppieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Leserunde.

Brystal Evergreen liebt Bücher. Aber im Südlichen Königreich, wo sie lebt, ist Lesen für sie verboten. Als sie trotzdem an ein geheimnisvolles Buch gerät, ändert sich ihr Leben für immer: Brystal erfährt, dass sie magische Fähigkeiten besitzt! Sie wird an einer geheimen Akademie aufgenommen, wo sie zusammen mit anderen Schülern in guter Magie ausgebildet wird. Doch die magische Gemeinschaft kennt nicht nur gute, sondern auch böse Magie. Brystal, die zu Erstaunlichem bestimmt ist, findet sich mit ihren Freunden plötzlich inmitten eines Kampfs gegen finsterste Hexenkraft wieder. Und nicht nur die Zukunft der Akademie ist in Gefahr – sondern das Schicksal der ganzen Welt.

„Die geheime Akademie“ ist ein gelungener Auftakt in eine High-Fantasy-Reihe für junge Leser. Chris Colfer, den ich bereits seit seiner Zeit als Schauspieler für die Rolle in „Glee“ bewundere, erschafft mit den vier Königreichen und dem Dazwischenwald eine kleine, fantastische Welt, die der Leser ohne großen Infodump zusammen mit Brystal kennenlernt. Dabei erfährt der Leser – geschickt gelöst – auch über das Lernen von Brystal zusammen mit ihrem Bruder einiges über Geschichte und Entwicklung der Reiche.

Die Handlung ist altersgerecht und abwechslungsreich, teils aber mit kleineren Logiklücken behaftet. Gerade das Ende läuft mir zudem zu reibungslos, zu konfliktarm ab – die einzelnen Protagonisten sind schlicht zu mächtig geraten. Mir ist dabei durchaus bewusst, dass sich das Buch primär an junge Leser richtet, aber auch für das Zielpublikum ab 11 Jahren hätten hier einige zusätzliche Komplikationen im Handlungsverlauf ein stimmigeres, glaubhafteres Bild abgegeben.

Unter den Protagonisten sticht vor allem Lucy heraus, die frisch und glaubhaft, rebellisch und authentisch daherkommt, während Brystal als Hauptprotagonistin fast zu perfekt angelegt ist und wenig Reibungspunkte bietet. Auch von Rosetta würde ich gern in Zukunft mehr erfahren, zudem von Brystals Familie, die zum Ende hin leider keine Rolle mehr spielte. Insgesamt bietet das Buch somit noch viele mögliche Handlungsstränge für die Folgebände, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Dahingegen glänzt das Buch mit einem tollen Setting. Die einzelnen Handlungsorte sind bildhaft beschrieben und sorgen direkt für ein anspringendes Kopfkino. Gleiches gilt für den leicht und flüssig lesbaren Schreibstil von Chris Colfer, der ebenfalls altersgerecht, aber keinesfalls kindlich daherkommt.

Auch die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher. Auch die farbigen Coverinnenseiten und die kleinen Illustrationen von Brandon Dorman sind zauberhaft und runden den tollen optischen Gesamteindruck ab.

Mein Fazit: „Die Legende der Magie 1 – Die geheime Akademie“ ist ein gelungener Auftakt in eine fantastische Reihe, der vor allem durch ein tolles Setting und eine wunderschöne Buchgestaltung glänzt und nur kleine Schwächen in der Handlung bietet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 11 Jahren.