Schnapszahl-Alarm :)

Und nein – das ist kein Aprilscherz! Mit der letzten Veröffentlichung habe ich – wenn ich es richtig aufaddiert und nichts übersehen habe – genau 33 Texte als Autor veröffentlicht. Davon entfallen 28 auf Kurz- und Kürzestgeschichten und 5 auf Gedichte. Nicht miteinberechnet sind kleinere Texte, die ich ganz früh für die Schülerzeitung geschrieben habe, sondern nur solche ab 2013 :).

Erschienen sind diese Texte in 32 Publikationen. Die Differenz rührt daher, dass in zwei Werken jeweils zwei Geschichten von mir erschienen sind. Zudem ist ein Text in zwei verschiedenen Werken veröffentlicht worden. Die Publikationen reichen dabei von Verlagsanthologien über Autorengemeinschaftsprojekte bis hin zu Literaturzeitschriften und der Sammlung von Wettbewerbsbeiträgen.

Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Genres wieder, die (auszugshaft) von Teen Romance über Fantasy und History bis hin zu Science-Fiction und Horror reichen, oder auch bei Lyrik von klassischen Gedichten bis hin zu Haikus.

Doch bei den 33 soll es nicht bleiben! Weitere Texte, sowohl Geschichten als auch Gedichte befinden sich bereits in der Pipeline und wer weiß, vielleicht kommt ja auch mal ein Roman hinzu – passenderweise hat heute ja das April-Camp vom NaNoWriMo angefangen. Es bleibt also spannend!

[Buchgedanken] Sophie Oliver: „Die Gentlemen vom Sebastian Club“

Bevor ich bald das neue Jahr mit den Jahresrückblicken einleite, möchte ich Euch zum Abschluss des abgelaufenen Jahres noch ein weiteres Buch vorstellen. In den letzten Tagen habe ich „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ von Sophie Oliver gelesen, erstmals erschienen 2018 im Dryas Verlag. Das mir vorliegende Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!) und ist dem Genre historischer Kriminalroman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars auf dem #bookmeetspizza-Bloggertreffen im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2019.

51IW8nosnPL._SX315_BO1204203200_London, 1895: Eine Mordserie erschüttert die Stadt. Die Opfer gehören verschiedenen Gesellschaftsschichten an und werden scheinbar zufällig ausgewählt. So zufällig, dass die Metropolitan Police nicht an einen Einzeltäter glaubt. Ein Fall für die Ermittler des Sebastian Club, eines vornehmen Londoner Herrenclubs, der sich zum Ziel gesetzt hat, Verbrechen aufzuklären, an denen Scotland Yard scheitert. Die Gentlemen entdecken ein Muster hinter den Gräueltaten: Um an ein wertvolles Juwel zu gelangen, setzt der Täter mittelalterliche Foltermethoden ein. Für die Detektive ist die Sache klar: Der Mörder muss schnellstens zur Strecke gebracht werden. Um jeden Preis. Auch mit Hilfe einer schlauen jungen Frau, die sich als Mann verkleidet, um ermitteln zu dürfen.

„Die Gentlemen vom Sebastian Club“ ist ein durchweg unterhaltsames Buch, wenn auch teils etwas vorhersehbar. Trotz des grundsätzlich abgeschlossenen Falls bietet es ärgerlicherweise auch eine Art Cliffhanger, den ich der Autorin etwas verüble. Dabei wird der Spannungsbogen größtenteils gehalten, wenn auch einige Wendungen nicht immer ganz nachvollziehbar sind.

Dahingegen brilliert der Roman durch sein unglaubliches Setting. Das viktorianische England, die krassen Gegensätze zwischen arm und reich, zwischen upper und middle class werden genau und anschaulich präsentiert. Gerüche, Geschmäcker, visuelle Eindrücke – „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ ist ein Buch für alle Sinne, das den Leser auf eine abenteuerliche Zeitreise mitnimmt.

Etwas mehr Wert hätte noch auf die Charakterentwicklung gelegt werden können. Zwar versieht die Autorin alle Charaktere mit einer Hintergrundgeschichte, diese bleibt im Wesentlichen aber oberflächlich. Etwas mehr Tiefe, mehr Ecken und Kanten hätten dafür gesorgt, dass man sich noch besser mit den Protagonisten identifizieren kann. Zudem sorgt der allwissende, teils spoilernde! Erzähler dafür, dass man nicht nah an die Charaktere herankommt.

Die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind alles in allem gelungen, das Cover ist ebenfalls nett anzuschauen, allerdings fehlt mir etwas der Bezug zur Geschichte. Wenn schon ein Edelstein abgebildet wird, hätte dieser auch der Beschreibung im Roman entsprechen sollen – so ist es austauschbar.

Mein Fazit? „Die Gentlemen vom Sebastian Club“ ist ein historischer Kriminalroman, der vor allem aufgrund des Settings brilliert. Das kurzweilige Lesevergnügen wird durch kleinere Schwächen in Handlung und Figurenentwicklung kaum beeinträchtigt. Für Fans der viktorianischen Epoche bedenkenlos zu empfehlen – aber nicht unter 16 Jahren.

 

 

[Buchgedanken] Anna Eichenbach: „Wellensang: Eine Limfjord-Saga“

Vor Weihnachten habe ich Anna Eichenbachs Debütroman „Wellensang: Eine Limfjord-Saga“ gelesen. Das Buch ist 2019 im Burgenwelt Verlag erschienen und dem Genre „Historische Romane“ zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin (bloggt auf „Welt aus Tinte und Papier„) für das Leseexemplar.

51CdHi3PcLL._SX335_BO1204203200_Ende des 8. Jahrhunderts in Nordjütland: Als Zeichen der Freundschaft zwischen Dorsteinn und Limgard wird die Jarlstochter Turid in die alte Heimat ihrer Mutter gesandt. Nur widerwillig verzichtet sie dort auf ihre gewohnten Freiheiten. Im Dorf zu bleiben und zu weben, während die Männer auf Raubzug ziehen, widerspricht gänzlich dem Leben, das sie vom Hof ihres Vaters kennt. Dennoch zögert sie, als sich ihr die Gelegenheit zur Rückkehr nach Hause bietet: Längst hält sie mehr in Limgard, als sie sich eingestehen möchte. Ausgerechnet die Limgarder Rorik und Svein, die einander näher stehen als Brüder, verlieben sich in Turid. Aus Gefährten werden Konkurrenten. Bis ihr gemeinsamer Freund Hakon sie zu einem anderen Abenteuer lockt. Angespornt durch Gerüchte über eine Insel voller Reichtümer, brechen die drei Männer an Bord der in die Jahre gekommenen Meereswolf zu einer Víking auf. Ihr Ziel: England – und ein Platz in den Liedern der Skalden. Doch die Unternehmung soll anders verlaufen, als erhofft …

„Wellensang“ ist ein gelungenes Debüt, das Hoffnung auf mehr erweckt. Der Roman bemüht sich, ein akkurates Portrait der damaligen Zeit zu zeichnen. Ohne zu glorifizieren, zeigt er auch die dunklen Seiten der Wikinger, die Normalität von Beutefrauen sowie die brutale Gewissenlosigkeit mit der gegen Einheimische vorgegangen wird. Dabei zeugen sowohl die Erzählsprache als auch die Handlung von Authentizität, von gelungener und ausgiebiger Recherche.

Das frühmittelalterliche, nordische Setting überzeugt ebenso wie die größtenteils gelungene Charakterentwicklung, auch wenn einige Entscheidungen der Protagonisten fragwürdig bleiben. Dabei entwickeln sich die Charaktere jedoch durchaus weiter – insbesondere Turid, die eine atypische, besonders starke Rolle als Frau einnimmt. Dadurch liegt der Roman voll im Trend der letzten Jahre – gefühlt kommt man kaum mehr ohne eine starke weibliche Hauptfigur aus, die die Geschlechtergrenzen sprengt.

Die Handlung ist spannend und voller unerwarteter Wendungen. Etwas schwer getan habe ich mich allerdings mit dem Zeitsprung mitten in der Handlung und der Schwerpunktsetzung – für mich nimmt der Handlungsstrang um Heather, so spannend er auch ist, zu viel Platz ein. Der Leser wird somit immer wieder aus der eigentlichen Geschichte gerissen. Zwar werden die Handlungsstränge zum Ende hin kunstvoll verwoben, dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Handlungsstrang in England zwar wichtig, schlichtweg aber deutlich untergeordnet ist.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, auch wenn ich nicht der Freund von Kapitelüberschriften bin. Dahingegen sorgen das Glossar und das historische Nachwort für einen runden Abschluss. Auch das Cover ist wirklich gelungen und sorgt für ein stimmiges Bild, lediglich die Cover-Rückseite ist etwas textlastig mit einem aus meiner Sicht zu langen Klappentext.

Mein Fazit? „Wellensang“ ist ein bravouröses Debüt, und damit definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin. Der Roman brilliert durch authentische Sprache, ein tolles Setting und eine spannende Handlung, lässt an kleinen Stellschrauben aber auch noch Luft nach oben. Für – erwachsene – Leser historischer Romane bedenkenlos zu empfehlen.

Buchpost zu Pfingsten

Pünktlich zum langen Wochenende erreichte mich gestern erneut Buchpost, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Es handelt sich um „Schlüssel der Zeit 1“ von Tanja Bruske. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den mainbook Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares noch vor dem Publikationsdatum am 10.06.2019. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Autoren – und daher schon ganz gespannt auf diese lokal-historisch-fantastische Serie.

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Wie mir das Buch gefallen hat, könnt Ihr dann in wenigen Wochen hier auf dem Blog nachlesen. Bis dahin – Euch allen ein frohes Pfingstwochenende!

[Veröffentlichung] „Der Schatten des Schwarzen Todes“ – nun vorbestellbar!

In 5 Wochen, am 20.03.2019, und damit pünktlich zur Leizpiger Buchmesse, erscheint im Burgenwelt Verlag die nächste historische Anthologie: „Der Schatten des Schwarzen Todes: 13 Pestgeschichten“. Einer der dreizehn Beiträge entstammt meiner Feder und trägt den, hochdramatischen, Titel: „Das blutige Skalpell“. Unter den anderen Autoren tummeln sich sowohl bekannte Gesichter wie Alvar Borgan, Anna Eichenbach und Anton Vogel, als auch neue Kollegen, die ich hoffentlich in Leipzig kennenlernen werde.

Da der Veröffentlichungstermin in großen Schritten näher rückt, möchte ich Euch heute das Cover in ganzer Pracht präsentieren :).

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Übrigens kann das Buch seit gestern auch vorbestellt werden, unter anderem *hier*. Herausgegeben wird die Sammlung von Regine D. Ritter und Jana Hoffhenke. Ich kann es kaum erwarten, endlich die fertigen Bücher in Händen zu halten.

[Buchgedanken] Manuela Schörghofer: „Die Klosterbraut“

Bevor ich in Kürze ganz tolle Neuigkeiten für Euch habe, möchte ich Euch heute noch den Debütroman von Manuela Schörghofer vorstellen. „Die Klosterbraut“ ist 2019 bei MIRA Taschenbuch in der HarperCollins Germany GmbH, Hamburg, erschienen und dem Genre historischer Roman zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

51YoIpok-OL._SX334_BO1204203200_Es ist Frankas Bestimmung, nach der Hochzeit ihrer wunderschönen Schwester den väterlichen Rittersitz zu verlassen, um in ein Kloster einzutreten. Doch vorher möchte sie noch ein letztes Mal auf dem Rücken ihres Pferdes die Freiheit des Waldes, den Wind in ihren Haaren spüren und schleicht sich heimlich aus der Burg. Im Wald stolpert sie einem jungen Ritter in die Arme. Überwältigt von seiner Anziehungskraft und den Gefühlen, die er in ihr auslöst, beginnt Franka, ihre Zukunft in Frage zu stellen. Bis zu dem Moment, als sie erkennt, dass es sich bei dem Fremden um Wulf vom Röllberg, den Verlobten ihrer Schwester, handelt.

„Die Klosterbraut“ ist ein gelungener Debütroman, der vieles richtig macht. Eingebettet in ein tolles Setting, wirft der Roman die essentiellen Fragen der Zeit auf, handelt von Leben und Tod, Glaube, Liebe und Schicksal. Sprachlich sauber zieht die Autorin den Leser sofort mitten ins Geschehen – und in den Bann von Franka, einer Protagonistin, mit der man sich sofort identifizieren kann.

Mit unerwarteten Wendungen gelingt es der Autorin, den Leser immer wieder vom – zugegebenermaßen erwartbaren – Ende abzubringen, ihn zu überraschen und mit neuen Problemen zu konfrontieren. Die größte Stärke des Romanes liegt jedoch in der Figurenentwicklung. Protagonisten und Nebencharaktere sind sorgsam ausgearbeitet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte auch organisch weiter – lediglich Melindas Wandlung habe ich ihr nicht gänzlich abgenommen.

Manuela Schörghofers Schreibstil lässt sich – trotz der gelungenen Sprache – leicht und flüssig lesen, ist nicht belehrend und hält die Balance zwischen historischer Authentizität und modernen Leseansprüchen. Auch wenn ich mir einige Beschreibungen mehr gewünscht hätte – das Buch hätte sicherlich 50 Seiten mehr vertragen können – erschafft die Autorin in der Gesamtheit ein sehr rundes, gerade auch für Genreanfänger gut geeignetes Werk.

Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, die wenigen, vorhandenen Fehler stören kaum den Lesefluss. Der Buchsatz ist gelungen, aber unauffällig. Ein Pluspunkt ist das vorhandene Glossar und die Dramatis Personae, die man aber noch etwas gekonnter hätte in Szene setzen können. Wie üblich hätte ich mich auch über eine Karte und ggf. einen Stammbaum gefreut, letzterer kann hier aber eher vernachlässigt werden, da die familiären Verstrickungen nicht allzu kompliziert sind. Begeistert bin ich jedoch vom Cover, das nicht nur hochwertig geprägt ist, sondern auch von der Motivwahl sehr edel anmutet. Noch eine Schachfigur als Gimmick und es würde nahe an die Perfektion rutschen.

Mein Fazit? „Die Klosterbraut“ ist ein gelungenes und überzeugendes historisches Debüt, das vor allem durch tolle Charaktere und ein authentisches Setting punkten kann. Für Fans des Genres bedenkenlos zu empfehlen – und auch für Leser, die gern mal in das Genre hineinschnuppern wollen.

 

 

 

[Buchgedanken] Ella Zeiss: „Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms“ (Band 1)

Als letztes Buch des Jahres möchte ich heute „Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms“ vorstellen. Das Buch ist von Elvira Zeißler unter dem Pseudonym Ella Zeiss im Selfpublishing veröffentlicht worden und als historischer Roman / Familiensaga einzuordnen. Mit dem Roman gewann die Autorin 2018 den Kindle Storyteller Award – vielen Dank an dieser Stelle auch an Kindle Direct Publishing / Amazon Media für die Bereitstellung eines Leseexemplars auf der Frankfurter Buchmesse.

51BVUnGWpDL._SX322_BO1204203200_In „Tage des Sturms“ begleitet man zwei deutschstämmige Familien auf ihrem Schicksalsweg durch die Gebiete der Sowjetunion. In den 30er Jahren wütet das Regime mit Enteignungen und Verhaftungen in den wohlhabenden Dörfern auf der Krim. Nachdem sich Wilhelm Scholz weigert, seinen letzten Grundbesitz an den Staat zu überschreiben, wird er mit seiner Frau und den Kindern mitten in der Nacht von Bewaffneten aus dem Haus gezerrt. Zu Baumfällarbeiten eingeteilt, kämpft die Familie inmitten von Krankheit, Kälte und Hunger ums Überleben. Samuel Pfeiffer entgeht einem ähnlichen Schicksal nur durch seine rechtzeitige Flucht. Doch als deutscher Lehrer wird er immer wieder verfolgt und denunziert. Und so beginnt für ihn und seine Familie eine Odyssee von der Krim bis nach Baku.

„Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms“ ist ein würdiger Gewinner des Storyteller Awards und ganz anders als die Siegertitel der letzten Jahre. Der Roman beleuchtet ein bislang eher vernachlässigtes Kapitel der europäischen Geschichte und bringt dieses auf anschauliche und eindringliche Weise an den Leser. Der Roman wirkt umso authentischer und beklemmender, als dass er auf wahren Begebenheiten, auf der Familiengeschichte der Großeltern der Autorin basieren soll.

Durch die Dopplung der Geschichte, durch die Beschreibung der Erlebnisse zweier Familien (die im Folgeband dann wohl verbunden werden), ist der Roman etwas sprunghaft, handelt von vielen Personen. Auch wenn dieser Wechsel nicht immer ganz einfach fällt, wenn eine stärkere Trennung vielleicht sinnvoller gewesen wäre, gelingt es der Autorin doch, den Leser an beide Familien zu binden, ihn mit allen Protagonisten leiden und mitfühlen zu lassen. Dabei nimmt sich die Autorin zurück und lässt die Handlungen wirken, lässt die Angst, Sorge und Verzweiflung der Protagonisten durch die Zeilen auf den Leser übergreifen. Niemals belehrend nimmt Ella Zeiss den Leser an die Hand und führt ihn durch die Geschichte, hinein in die aufziehenden Gewitterwolken, die über ganz Europa hängen und ihre Schatten bereits auf die Handlung werfen.

Dabei wird die Spannung dauerhaft gehalten, lässt den Leser kaum durchatmen und die ganze Zeit Schlimmes fürchten. Auch wenn das Buch bereits sehr bildhaft gehalten ist, hätte ich mir teils noch detailliertere Beschreibungen, teils noch stärkere Bilder gewünscht, um die krassen Gegensätze noch intensiver für den Leser spürbar zu machen, um das beklemmende Setting noch realer in den Köpfen zum Leben zu erwecken.

Die Buchgestaltung ist sehr überzeugend, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet. Der ordentliche Buchsatz ist von der Storyteller-X-Award-Gewinnerin Corinna Rindlisbacher, das ausdrucksstarke Cover von der erfolgreichen Selfpublisherin Laura Newman – geballte Kompetenz!

Mein Fazit? „Wie Gräser im Wind: Tage des Sturms“ ist ein überzeugender historischer Roman, der vor allem durch seine eindringliche und ausdrucksstarke Schilderung der historischen Ereignisse überzeugt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen!

In Feierlaune: Das historische Quartett ist voll!

Es gibt endlich mal wieder positive Nachrichten zu verkünden. Gestern habe ich mal wieder eine Zusage für eine Kurzgeschichte erhalten – und freue mich riesig darüber, erneut im Burgenwelt Verlag veröffentlichen zu dürfen (schon das vierte Mal!). Damit hat sich der Verlag auch am bisherigen Spitzenreiter, dem ehemaligen Wunderwald Verlag, vorbeigeschoben, bei dem ich bislang in drei Büchern vertreten war :).

Ich kann die Arbeit an der Anthologie kaum abwarten, die bisherigen Bücher sind alle wahnsinnig schön geworden. Daher freue ich mich umso mehr, dass ich mit vielen altbekannten und liebgewordenen Kollegen auch am neuen Buch mitwirken darf.

Die komplette Autorenliste könnt ihr auf der Facebook-Seite des Verlags einsehen, wo es übrigens auch schon eine Covervorschau gibt :). Wenn das keine Motivation für die nächsten Schreibaufgaben gibt, weiß ich auch nicht :). Bald kann sich das Büchlein dann zu den anderen gesellen, die es schon sehnsüchtig erwarten – wann ist das Regalbrett voll? 🙂

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[Jahresrückblick] Mein Jahr als Autor

Nach meinen Jahresrückblicken als Leser und als Blogger möchte ich nun, zuletzt, auf das Jahr 2017 aus Autorensicht zurückblicken, bevor ich mich ab morgen dann mit neuen Beiträgen dem Jahr 2018 widme :).

20246157_1511196258939631_3011318163153962450_nAlles in allem, denke ich, kann ich mit 2017 durchaus zufrieden sein, auch wenn es durchwachsener war als die vergangenen Jahre. Relativ zu Beginn des Jahres konnte ich endlich meine Fantasy-Durststrecke überwinden, und erhielt zwei Zusagen des Drachenstern Verlags für Geschichten aus den Genres Fantasy und Science-Fiction (letzteres für mich eine Premiere). Die dazugehörigen Anthologien erscheinen voraussichtlich im Februar 2018. Zudem konnte ich auch in einem weiteren, für mich gänzlich neuen Genre, einen Verlagsvertrag an Land ziehen. Wer hätte gedacht, dass ich jemals eine Horror-Geschichte schreibe? 😀

Neben der Anthologie zur Horror-Geschichte, erschien auch pünktlich zum Reformationsjubiläum die Luther-Anthologie, jeweils im Burgenwelt Verlag, zu der ich ebenfalls eine Kurzgeschichte beigesteuert habe.

41mq0ygoqil-_sx320_bo1204203200_Aber auch in meinem „Parade“-Genre konnte ich etwas veröffentlichen. Sowohl ein Liebesgedicht (im Sperling Verlag) als auch eine romantische Kurzgeschichte (für die Schreibgruppe-Prosa) wurden in diesem Jahr angenommen und veröffentlicht. Ferner erschien auch endlich die Printausgabe zur femtastischen Anthologie „Heimchen am Schwert“, die eine meiner Lieblingsgeschichten aus meiner Feder enthält (Verlag Ohneohren).

Ich glaube, das wars – sofern ich etwas vergessen habe, reiche ich es nach. Leider habe ich in diesem Jahr weniger geschrieben, ich hoffe, das bessert sich im nächsten Jahr wieder =).

[Buchgedanken] Veronika Lackerbauer: „Licht & Schatten“ (Band 2)

In den letzten Tagen habe ich den zweiten Band von Veronika Lackerbauers Dilogie „Licht & Schatten. Eine Erzählung aus 100 Jahren deutscher Geschichte“ gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Das Buch ist 2017 im Selfpublishing als Hardcover über BoD erschienen. Eine Genrezuordnung ist schwierig, ich würde es am ehesten als Familiensaga deklarieren. Meine Rezension zum Vorgängerband kann *hier* nachgelesen werden.

41qz8agq5yl-_sx314_bo1204203200_Im zweiten Band der Reihe begleitet man die Geschicke von Louise Herbst (ehemals von Konsigny) und ihrer Familie in den Wirren des Nachkriegsdeutschlands von 1945 bis ins Jahr 2000. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der Charly die Tagebücher ihrer verstorbenen Großmutter Louise liest, erlebt man die historischen Ereignisse hautnah mit der Familie. Sei es die Teilung Deutschlands, der beispiellose Terror der RAF oder die Wiedervereinigung – selbst im beschaulichen München ist die Familie Herbst davon direkt betroffen. Doch öffnen Louises Tagebücher ihrer Enkelin endlich die Augen? Gelingt es Charly, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen?

Erneut schafft es die Autorin, eine sachlich-anschauliche Erzählung zu schreiben, die dem Leser die verschiedenen Kapitel der deutschen Geschichte anhand von persönlichen Ereignissen näherbringt. Dabei sind die jeweiligen Kapiteleinführungen knapp und informativ gehalten und erläutern in Kürze das Weltgeschehen der jeweiligen Zeit. Auch wenn ich auf sie hätte verzichten können, da es einen doch etwas aus der familiären Geschichte reißt, sehe ich auch die Intention der Autorin, ein allumfassendes Spiegelbild der geschichtlichen Entwicklung zu liefern.

Wie bereits beim Vorgängerband hätte ich mir die einzelnen Episoden länger gewünscht, auch auf die Gefahr hin, dass aus der Dilogie ein mehrbändiges Werk hätte werden müssen. Trotz der Kürze gelingt es der Autorin jedoch, den einzelnen Charakteren Tiefe zu geben und plastische Protagonisten mit Stärken und Schwächen zu schaffen, mit denen der Leser mitfiebert. Liebgewonnene Charaktere aus dem ersten Band tauchen genauso wieder auf, wie neue Familienmitglieder der nächsten Generationen. Insgesamt überzeugt Veronika Lackebauers Werk dadurch, dass durch die Bindung an die Familie ein dauerhafter roter Faden die Gesamthandlung überspannt. Einziges kleines inhaltliches Manko: Ich finde es leicht unrealistisch, dass in der Familie fast jede denkbare gesellschaftliche und politische Strömung, jede Beziehungsrichtung, viele Krankheitsbilder etc. vertreten sind. Klar ist dies für die Entwicklung der familiären Konflikte wichtig, ein oder zwei weniger hätten jedoch nicht geschadet, wenn man sich den anderen dann noch umfassender hätte widmen können.

Das Cover entspricht – mit Ausnahme der Farbe – dem des ersten Bandes und sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild der Reihe. Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls gut gearbeitet und sich im Vergleich zu Band 1 noch gesteigert, da mir beim Lesen nur ein kleiner Logikfehler aufgefallen ist, der sogar eher dem sonst gelungenen Buchsatz zuzuordnen ist. Natürlich hätte ich mich erneut mit einer Dramatis Personae oder einem Stammbaum noch etwas wohler gefühlt – gerade unter Berücksichtigung des zentralen Anknüpfungspunkt der Familie Von Konsigny / Herbst, aber da es sich ja nicht um einen klassischen Roman handelt, ist dies ebenfalls verzeihbar.

Mein Fazit? Mit dem zweiten Band von „Licht & Schatten“ knüpft die Autorin nahtlos an den Vorgänger an und schafft ein beeindruckendes Spiegelbild der deutschen Nachkriegsgeschichte anhand des Lebens einer Familie. Der rasante Geschehensablauf geht mir fast zu schnell und hätte mehr Platz haben können, ermöglicht dem Leser aber einen komprimierten Überblick. Für Liebhaber deutscher Geschichte oder großer Familiensagen bedenkenlos zu empfehlen.