Heute habe ich mal wieder zwei selbstgekaufte Neuzugänge für Euch. „Infinity Falling – Change My Mind“ von Sarah Sprinz (LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG) kaufte ich mir dabei spontan im Buchhandel, während mich „Golden Bay – How it feels“ von Bianca Iosivoni (Penguin Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) mit der wundervollen Charakterkarte über eine Signieraktion der Buchhandlung Graff erreichte – vielen Dank dafür. Sarahs Buch setzt dabei die „Infinity Falling“-Reihe fort (und stieg erwartbar wieder auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste ein), Biancas Buch hingegen begründet eine neue Trilogie (und wird sich sicherlich in der nächsten Woche ebenfalls weit oben platzieren). Beides vollkommen zurecht – sehen die Bücher nicht unglaublich aus? Sarah treffe ich übrigens auch auf der LBM in wenigen Wochen – um mir das Buch auch frisch signieren zu lassen.
Habt Ihr schon Bücher von Bianca oder Sarah gelesen?
Diese beiden wunderschönen Fortsetzungen zogen vor kurzem bei mir ein. „Belladaire Academy of Athletes – Rivals“ von Maren Vivien Haase (Blanvalet Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) kaufte ich mir dieses Mal in der richtigen (Exklusiv-)Ausgabe bei Thalia, „Water’s War“ von Elise Kova (Carlsen Verlag) erstand ich im Rahmen einer Signieraktion bei der Buchhandlung Graff – vielen Dank dafür. „Water’s War“ ist dabei schon der vierte Band der „Chroniken von Solaris“ – ich kann es kaum erwarten, nach dem finalen Band die Reihe endlich zu lesen :).
Was wie ein Romance-Trope klingt, ist die Zusammenfassung meiner Neuzugänge :). Denn vor kurzem zogen „Splitter“ von Julia Engelmann (CD und Taschenbuch, Universal Music) und „Blackwell Palace. Wanting it all“ von Ayla Dade (Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) bei mir ein und bilden eine wunderschöne Mischung aus Pomp und Poesie. New Adult Romance aus der High Society trifft zerbrechliche Lyrik der bekanntesten Poetry Slammerin Deutschlands – wenn das mal keine tolle Kombination ist. Wunderschöne Farbschnitte bei Aylas Trilogie und eine Signatur von Julia auf ihrem Buch runden die wundervollen Gesamtpakete ab.
Vor kurzem habe ich auch „Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“ von Heike Abidi und Ursi Breidenbach gelesen. Das Buch ist 2023 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als (erzählendes) Sachbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Auf Oma und Opa ist Verlass. Sie sehen die Welt mit anderen Augen, ihr Erfahrungsschatz ist unermesslich. Daher lassen sie sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Ob beim Kuchenbacken, Schiffchenbauen, Vorlesen oder Zuhören: Sie sind da, wenn man sie braucht. Springen als Babysitter ein, verwöhnen die Enkelkinder, stehen mit Rat und Tat zur Seite. Was für ein Glück, Großeltern zu haben! Und was für ein Glück, Großeltern sein zu dürfen!
„Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“ ist nach „Geschwister sind wie Gummibärchen“ mein zweites Buch des Autorinnenduos, von Heike habe ich zudem den Roman „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ gelesen. Dabei ist das Buch – wenig überraschend – ein Buch über Großeltern, oder – wie der Untertitel sagt – ein Buch „vom großen Glück, Oma und Opa zu haben, zu sein oder zu werden“. Das Buch ist hierbei als (erzählendes) Sachbuch einzuordnen, die Bewerbung des Werkes durch den Verlag als Geschenkbuch verkennt etwas den doch umfassenden und wissenschaftlich untermauerten Aufbau.
Das Buch setzt hierbei in bewährter Weise auf eine Kombination aus Anekdoten der Autorinnen, auf Auszüge aus Interviews mit Gesprächspartnern und auf kurze wissenschaftliche und erklärende Einschübe. Dabei ist das Buch am besten, wenn es in den Interviews direkt einen Zugang zu den Lebenswirklichkeiten der Personen bietet, allen voran hier die gefühlvollen Briefe einer Enkelin an ihre leicht gebrechliche Großmutter – sehr berührend!
Aufgrund der Fülle an Themen, den unzähligen Beispielen (u.a. prominenter Enkel-Großeltern-Paare) werden die vielen Punkte nur sehr oberflächlich angesprochen, eine etwas stärkere, fokussierte Darstellung hätte hier für mehr Tiefe sorgen können – natürlich ein Balanceakt, damit das Buch nicht seine Frische und seinen Humor verliert. In jedem Fall bleibt das Buch jedoch eines, das Erinnerungen weckt, Vorfreude schürt und die Wichtigkeit familiärer Bande ins Zentrum rückt.
Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelmotiv ist gelungen, greift auf humorvolle Weise das Thema auf und passt sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein.
Mein Fazit? „Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“ ist ein zuckersüßes und überzeugendes Sachbuch, das vor allem in den Anekdoten brilliert, teils aber etwas andere Schwerpunkte hätte setzen können. Uneingeschränkt zu empfehlen!
Bevor es in den nächsten Tagen mit Rezensionen weitergeht, möchte ich Euch heute erst einmal meine diesjährigen Stimmen für den Lovelybooks Community Award 2023 zeigen: mit Maja Lunde, Lucinda Riley, Harry Whittaker, Mona Kasten, Stella Tack, Bianca Iosivoni, Daniel Kehlmann, Yasmin Shakarami, Anne Lück, Jennifer Benkau, Chris Chatterton, Rhiannon Fielding, Christine Figgener, Ayla Dade, Hannah Schepmann, Rabia Dogan und Sarah Sprinz.
Da es mittlerweile nur noch eine Stimme pro Kategorie gibt, ist es unglaublich schwer gewesen, auch nur annähernd alle Autor:innen und Bücher zu berücksichtigen, die ich prämierenswert finde – ich habe daher eine bunte Mischung aus gelesenen Büchern, aus Wunschlisten- oder SuB-Werken gebildet und darauf geachtet, niemanden mehr als einmal zu bedenken. Doch nun zu den Stimmen im Einzelnen:
Literatur – Maja Lunde: „Der Traum von einem Baum“ (btb)
Unterhaltung – Lucinda Riley/Harry Whittaker: „Atlas – Die Geschichte von Pa Salt“ (Goldmann)
Liebesroman – Mona Kasten: „Fragile Heart“ (Lyx)
Fantasy/Sci-Fi – Stella Tack: „Black Bird Academy – Töte die Dunkelheit“ (Penhaligon)
Krimi/Thriller – Bianca Iosivoni: „Sorry. Ich habe es nur für dich getan“ (Penguin)
Historischer Roman – Daniel Kehlmann: „Lichtspiel“ (Rowohlt)
In den letzten Tagen habe ich auch „Nur 300 km“ von Rüdiger Bertram gelesen. Das Buch ist 2023 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Ein Flip-Flop verändert Carls Leben. Der Schuh triff ihn am Kopf, als er in einem hässlichen Strandrolli an der Ostsee sitzt. Carl verbringt dort mit seiner Mutter die Sommerferien, obwohl er lieber in einem Skater-Camp wäre. Der Flip-Flop gehört der gleichaltrigen Fee. Sie stürmt in Carls Leben wie ein Taifun, ein Orkan, ein Tornado. Alles auf einmal. Als Fee erfährt, dass Carls Verhältnis zu seinem Vater seit seinem Unfall gestört ist, überredet sie Carl, ihn in Berlin zu besuchen … sind ja nur 300 Kilometer. Unterwegs wird Carl klar, dass Fee noch ein ganz anderes Ziel verfolgt, aber da sind die beiden schon mittendrin in ihrem Rolli-Roadtrip in Richtung Hauptstadt …
„Nur 300 km“ wird als Roadmovie zum wichtigen Thema Inklusion, als Kinderbuch für Leser:innen ab 10 Jahren beworben. Ich persönlich würde das Buch jedoch eher als Jugendbuch ab einem Lesealter von 12 Jahren eingruppieren, sowohl im Hinblick auf die angesprochenen Themen, das Alter der Protagonisten und die notwendige Auseinandersetzung und kritische Reflexion mit dem Stoff.
Die Handlung ist hierbei kurzweilig, wird aber durch den Prolog schon relativ stark vorweggenommen, sodass der Roman durchaus vorhersehbar bleibt. Dabei bietet der Roman ein großes Potpourri an jugendtypischen Themen wie Inklusion, Flucht und Migration, getrennte Familien und Erwartungsdruck und arbeitet diese grundsätzlich auch altersgerecht und sensibel auf, ohne zum Beispiel die Behinderung (Carl bevorzugt den Begriff) von Carl in den Mittelpunkt zu stellen. Jedoch wird der Bogen im Bezug auf Bäcker und Fee auch klar überzogen, insbesondere letztere zeigt hier ein gestörtes Verhältnis zu fremden Eigentum und ist so verletzend, dass man ihr bereits kein Happy-End mehr wünscht – insgesamt ist das Ende ihres Handlungsstrangs auch kritisch zu diskutieren und zu hinterfragen.
Das Setting ist durchwachsen. So entführt Rüdiger Bertram den Leser an die Ostsee und nimmt ihn mit auf einem Roadtrip durch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis in die Hauptstadt. Dabei werden hier doch einige Klischees bezüglich der Handlungsorte befeuert (Ostsee langweilig, Brandenburg leer) – und auch wenn nicht verkannt wird, dass diese Betrachtung aus Sicht der Protagonisten erfolgt, hätte man hier doch ein vielschichtigeres Bild zeigen können.
Die Figuren sind im Wesentlichen mehrdimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Kim und – mit minimalen Abstrichen – Carl, während Fee in Gänze nicht nachvollziehbar handelt und auch Bäcker etwas überzeichnet wirkt. Rüdiger Bertrams Schreibstil hingegen lässt sich – überwiegend – leicht und flüssig lesen, ist humorvoll und altersgerecht.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz überzeugt mit Ausnahme der Treppenliftgeräusche. Das Covermotiv passt zwar zur Handlung und ist durchaus ansehnlich, wenn auch der Buchdeckel insgesamt sehr eintönig und unauffällig ist – genau wie die zwar farbigen, aber schlichten Coverinnenseiten.
Mein Fazit? „Nur 300 km“ ist ein solides Jugendbuch, das wichtige Themen auf durchaus sensible Art und Weise anspricht, dabei teils aber etwas überzeichnet und mit einer unsympathischen Protagonistin daherkommt. Für Leser des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – allerdings erst ab etwa 12 Jahren und nicht wie vom Verlag empfohlen bereits ab 10.
Vor kurzem habe ich auch „Batttle of Schools – Angriff der Molchgehirne“ von Nicole Röndigs gelesen. Das Buch ist 2023 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als von Tine Schulz illustriertes Kinderbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Schon an seinem ersten Tag an der Emmy-Noether-Gesamtschule wird Jo klar, dass Unterricht hier bloß Nebensache ist. Die Schüler sind nämlich vor allem damit beschäftigt, ihre Lieblingsfeinde vom benachbarten Willibald-Gluck-Gymnasium in die Pfanne zu hauen. Mit genialem Erfindungsgeist und ausgetüftelten Attacken machen „Emmys“ und „Willis“ sich gegenseitig die Hölle heiß – erst recht, als die beiden Schulen bei einem Musical-Wettbewerb gegeneinander antreten. Zu dumm, dass Jos neue Freundin Pia ausgerechnet eine „Willi“ ist …
„Battle of Schools – Angriff der Molchgehirne“ ist der erste Band der Buchreihe um die beiden Bielstedter Schulen und deren Rivalität untereinander. Dabei balanciert der Roman an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, was auch die Altersempfehlung des Verlags ab 10 Jahren zeigt. Da die Romane vom Verlag als Kinderbuchreihe beworben werden, habe ich es aber bei dieser Eingruppierung belassen. Der Roman wird hierbei von einem auktorialen Erzähler erzählt, der elementar wichtig für den allgegenwärtigen Humor ist.
Die Handlung ist kurzweilig und abwechslungsreich, teils aber auch etwas vorhersehbar, in jedem Fall jedoch altersgerecht und unglaublich witzig. Insbesondere die eingestreuten Zwischenkapitel oder auch die Passagen aus Heisenbergs Sicht machen hier besonders viel Spaß und sorgen für kleine Highlights. Dabei endet das Buch eigentlich sehr rund – mit dem Bonuskapitel wird allerdings doch noch ein großer Cliffhanger produziert, der die Fortsetzung triggert – darauf hätte man hier durchaus verzichten können, auch so hat der Roman genug Potential für die Folgebände gelassen.
Das Setting überzeugt auf ganzer Linie. So nimmt die Autorin den Leser mit auf eine Reise nach Bielstedt, in eine Stadt mit verschimmeltem städtischen Schwimmbad, mit einem ansässigen Opernstar und – nun ja – einer Schulrivalität epischen Ausmaßes. Dabei sind es vor allem die Illustrationen von Tine Schulz, die hier das Setting abrunden, die den Leser zum schmunzeln bringen und die Handlung nicht nur abbilden, sondern ergänzen.
Die einzelnen Figuren sind teils etwas schematisch und stereotyp, teils aber auch vielschichtig angelegt. Hierbei brilliert vor allem Tessa als hochspannender Charakter und auch Suleika und Pia können überzeugen. Nicole Röndigs Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, alters- und zielgruppengerecht und lässt das Kopfkino sofort anspringen – vor allem in Zusammenarbeit mit den Illustrationen von Tine Schulz.
Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchdeckel ist auf dem Cover, Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Auch das Covermotiv kann mit seinen Farben und der Detailverliebtheit überzeugen, wird aber zum Buchrücken hin unterbrochen und auf der Coverrückseite im Wesentlichen ähnlich wiederaufgegriffen. Auch die Coverinnenseiten sind jeweils gleich, sodass hier durchaus noch etwas mehr Vielfalt für ein noch runderes Gesamtprodukt gesorgt hätte.
Mein Fazit? „Battle of Schools – Angriff der Molchgehirne“ ist ein sehr gelungener Start in die Reihe, der vor allem durch seinen Humor und das tolle Zusammenspiel von Text und Illustration punkten kann. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 10 Jahren.
Vor kurzem habe ich auch „Eine Dame mit Geheimnissen“ von Hannah Conrad gelesen, dem Pseudonym des Autorenquartetts Monika Pfundmeier, Frieda Bergmann, Persephone Haasis und Laila El Omari. Das Buch ist 2023 im Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
München, 1827. Seit sieben Jahren arbeitet Nanette als Gouvernante bei den von Seybachs, seit sieben Jahren hütet sie ein düsteres Geheimnis. Als nach und nach ihre Schützlinge Johanna, Maximilian und Isabella – dank ihrer Hilfe – Glück und Liebe finden, sucht Nanette einen neuen Sinn in ihrem Leben. Heimlich beteiligt sie sich an der Veröffentlichung pikanter Fortsetzungsromane des Autors Anonymus, die für viel Empörung bei der biederen Münchner Gesellschaft sorgen und zugleich von einer wachsenden Leserschaft verschlungen werden. Nur der Zeitungsverleger Ferdinand von Rückl macht ihr das Leben schwer. Ständig fordert er sie heraus, die Diskussionen mit ihm sind hitzig. Gleichzeitig übt das Feuer, das Nanette in ihm lodern sieht, eine enorme Anziehungskraft auf sie aus. Ein prickelndes Spiel beginnt …
„Eine Dame mit Geheimnissen“ ist nach „Eine fast perfekt Debütantin“, „Ein Graf auf Abwegen“ und „Wirbel um die Komtess“ der abschließende Band der Reihe um das Lilienpalais und erneut als historische Familiensaga einzuordnen – auch wenn die Protagonistin offiziell kein Mitglied der Familie ist, ist sie doch unumstößlich mit den von Seybachs verbunden. Hierbei irritiert jedoch, dass das Buch nicht zeitlich nach den anderen Bänden spielt, sondern parallel zu den Vorgängern. Da deren Geschehen somit hier auch am Rande erwähnt wird, kann „Eine Dame mit Geheimnissen“ als Standalone gelesen werden, empfehlen würde ich es aber nicht.
Die Handlung ist abwechslungsreich und wartet immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen auf – leider sind Kernpunkte allerdings auch etwas vorhersehbar und Teile des Endes nicht zwingend logisch. Aufgrund des für die Reihe unüblich großen Zeitraums, den das Buch abdeckt, ist zudem die Handlung nicht so dicht wie in den Vorgängerbänden. Dennoch gelingt es Hannah Conrad natürlich wieder, den Leser zu fesseln, schließlich haben sich die Geheimnisse um Nanette ja bereits in den ersten Bänden aufgebaut, sodass man voller Erwartung den Auflösungen entgegengefiebert hat.
Das Setting ist naturgemäß brillant und aus den Vorgängerbänden bekannt. Mal wieder entführen die Autorinnen den Leser ins München des 19. Jahrhunderts, in eine pulsierende, sich gerade entwickelnde Stadt voller Bälle, Kultur und hoher Politik. Dabei mischt sich die Geschichte um Adel und Standesunterschiede dieses Mal ähnlich wie im Vorgängerband mit dem Thema Frauen in der Kunst – dieses Mal allerdings mit dem Schwerpunkt auf Literatur.
Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Da dieser Roman die Dauer aller anderen Romane abdeckt, ist das Charakterportfolio relativ groß – viele treten nur ganz am Rande auf. Positiv überrascht bin ich hier von Gustl, einer tollen Nebenrolle, die für Charme und Witz sorgt. Der Schreibstil von Hannah Conrad ist dabei leicht und flüssig zu lesen, zwar nur teils authentisch – aber das wird ja auch im Nachwort erneut angesprochen.
Die Buchgestaltung vermag natürlich erneut zu überzeugen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen – unter anderem mit einer tollen Karte von München. Das Cover ist schön anzusehen und fügt sich gut in die Reihe mit tollem Wiedererkennungswert ein – allerdings fehlt erneut etwas der Bezug zur Handlung.
Mein Fazit? „Eine Dame mit Geheimissen“ ist der gelungene Abschluss der „Lilienpalais“-Reihe, der vor allem durch sein Setting und die Charaktere überzeugt, aber auch kleinere Schwächen hat und somit nicht ganz an die Brillanz der anderen Bände heranreicht. Für Leser des Genres und Liebhaber der Reihe bedenkenlos zu empfehlen.
Vor kurzem habe ich auch „Ich bringe dich zum Schweigen“ von Sarah Nisi gelesen. Das Buch ist 2023 im btb Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Psychothriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.
Die Beziehung der Stiefschwestern Phoebe und Charlie ist seit ihrer Kindheit durch Konkurrenzkampf geprägt. Ein Ereignis in der Schulzeit machte daraus offene Feindschaft. Umso überraschter sind beide, als sie jetzt, mit Ende 20, gemeinsam ein größeres finanzielles Erbe antreten sollen. Die einzige Bedingung: Sie müssen sich unterstützen – denn nur durch enge Zusammenarbeit kann ihnen der Durchbruch in der Theaterszene Londons gelingen. Was sich wie eine Aufforderung zur Versöhnung anhört, wird für Charlie und Phoebe zum Albtraum. Und das Ringen um eine erfolgreiche Inszenierung ein fatales Spiel um Leben und Tod.
„Ich bringe dich zum Schweigen“ ist nach „Ich will dir nah sein“ der zweite Psychothriller von Sarah Nisi. Nachdem der erste direkt zum Bestseller avancierte und von den Kritiken gefeiert wurde, waren Druck und Erwartungshaltung für dieses Buch unglaublich hoch – und Sarah Nisi hat geliefert. „Ich bringe dich zum Schweigen“ ist einer der besten Thriller, die ich in der letzten Zeit gelesen habe – und begeistert mich auch einige Zeit, nachdem ich das Buch beendet habe, immer noch nachhaltig.
Die Handlung ist hochspannend, abwechslungsreich und wartet immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen auf. Und auch wenn man Teile der Handlung gut überblickt, durchaus vorausahnt, hat Sarah Nisi immer einen weiteren Plottwist im Köcher, um dem ganzen die Krone aufzusetzen. Dabei wird die Geschichte immer mal wieder durch Rückblenden unterbrochen, sowohl solche der nahen Vergangenheit als auch welche aus der Kindheit/Jugend der Protagonistinnen. Erzählt wird die Geschichte hierbei aus fünf verschiedenen personalen Erzählperspektiven – die Rückblenden in die tiefste Vergangenheit nicht eingerechnet. Einziges kleines Manko: das Ende. Nicht von der Auflösung, sondern von den Konsequenzen. Mehr wird hier aber nicht verraten :).
Auch das Setting vermag zu überzeugen. Sarah Nisi entführt den Leser nach London und in die Vergangenheit nach Norlington, in ein Spannungsfeld zwischen Theater-AG und der Inszenierung des Erbes einer weltbekannten Theaterautorin. Dabei gelingt es der Autorin, immer mal wieder spannende Fakten übers Theater und Theaterproduktionen einzubringen, ohne das Buch damit zu überfrachten, sodass der Kernfokus auf der Thrillerhandlung bleibt.
Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugt Charlie als allumfassend gelungene und dreidimensionale Protagonistin, während lediglich Luke etwas vernachlässigbar blass bleibt. Sarah Nisis Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, lässt das Kopfkino sofort anlaufen und das Buch zum Pageturner werden.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, lediglich die kursiv gesetzte Vergangenheitsperspektive mutet ideenlos an. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt, mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen – sehr edel. Das Titelmotiv, das auch auf der Coverrückseite und den Coverinnenseiten wieder aufgegriffen wird, ist ansehnlich und farblich toll, aber auch austauschbar und etwas beliebig.
Mein Fazit? „Ich bringe dich zum Schweigen“ ist einer der besten Psychothriller der letzten Zeit, der vor allem mit atemberaubenden Plottwists und einem tollen Setting punkten kann. Für Leser des Genres unbedingt zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.
Endlich, endlich ist es so weit, und ich kann Euch das heute erschienene Buch zeigen, das mich vor einigen Tagen erreichte: „Acht Wölfe“ von Ulla Scheler aus dem Wilhelm Heyne Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!
Ulla Schelers Bücher haben mich vor vielen Jahren begeistert, verzweifeln und hoffen lassen; mein Leserherz im Sturm erobert und gehören seitdem zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, die ich immer und immer wieder empfehle. Und nach langen Jahren der Wartezeit erscheint nun heute endlich ihr neuestes Buch – diesmal kein Jugendbuch, sondern ein All-Age Roman, ein Survivalroman aus dem größten Nationalpark Kanadas. Ich kann es kaum erwarten, in den Seiten zu versinken, und Ullas Geschichte zu inhalieren – das Buch ist sicherlich wieder ein absoluter Pageturner, den ich verschlingen werde und der Ullas Stern an meinem Autorenolymp der Lieblingsautor:innen für lange Zeit sichern wird – nicht, dass er ernsthaft in Gefahr wäre, zu verblassen.
Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass Ulla das Buch auch auf der diesjährigen FBM vorstellt – ich habe mir den Termin mal direkt als Fixpunkt in den Messeplan geschrieben und hoffe, dass nichts dazwischen kommt. Aber was sollte schon passieren – ich meine, Ladies and Gentlemen, Ulla Scheler is in the house! Und bis dahin werde ich mal ab morgen in die Geschichte eintauchen – und ganz bald davon berichten. Lange wird es ja sicherlich nicht dauern :).
Habt Ihr schon ein Buch von Ulla gelesen? Seid Ihr dieses Jahr auch auf der FBM?