[LLC2019] Tag 1 – Aufbruch in unbekannte Welten

IMG_20190601_083857Endlich war es gestern wieder soweit – die Loveletter Convention 2019 öffnete ihre Pforten. Dabei ging es dieses Mal – sehr ungewohnt – zu einer gänzlich neuen Location: dem Café Moskau in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin. Dabei war die Resonanz, die ich zu dem Veranstaltungsort erfahren habe und so auch teile, durchaus gemischt. So überzeugen die Veranstaltungsräume generell – auch die Bewirtung und Lage der Location sind sehr gut. Allerdings fällt es anfangs nicht ganz einfach, sich komplett zurechtzufinden – und der Außenbereich kann mit dem der alten Location nicht mithalten. Ich bin schon gespannt, wie in den Räumen am heutigen Tag die Signierstunde organisiert wird.

20190601_101018Nach dem – etwas holprigen – Einlass, begann mein Tag ganz entspannt mit einigen Meet & Greets, bevor ich zu meiner ersten Veranstaltung des Tages ging: der Verlagspräsentation des Lyx Verlages (Bastei Lübbe AG) – Goldsponsor und Dauergast auf der LLC mit tollen nationalen und internationalen Autoren. Mitarbeiter des Verlages ließen das vergangene Jahr Revue passieren und präsentierten ihre persönlichen Highlights des aktuellen Programmes.

20190601_111225Im Anschluss besuchte ich meine einzige Lesung des Tages – und was für eine. Vor einem brechend vollen Raum las Bianca Iosivoni aus ihrem neuesten Roman „Falling Fast“, der bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen ist. Auch wenn die Lesung viel zu schnell vorbei war, überzeugte allein die kurze Passage bereits mit so viel Witz und Gefühl, dass das Buch zu einem Pflichtkauf werden sollte.

20190601_121306Vor der Mittagspause stand dann noch ein Termin für Blogger auf dem Plan. Mitarbeiter von Bastei Lübbe sowie beHEARTBEAT, Thienemann-Esslinger, Oetinger, B.o.D. und eine Bloggerin berichteten über die Zusammenarbeit zwischen den Verlagen und Bloggern, über Wünsche und gemeinsame Aktionen. Ein sehr informativer Termin, allerdings auch ohne große Überraschungen oder viele neue Erkenntnisse.

20190601_141009_001Nach der Mittagspause – in der ich über den Alexanderplatz schlenderte und mir einen kleinen Imbiss aus dem Bahnhof besorgt hatte – ging es sehr humoroll weiter. Im Panel „Wenn Autoren über Sex schreiben“ diskutierten Ella Quinn, Mona Silver, Cathy Maxwell, Monika James und Julia K. Stein über Liebe und Erotik in Büchern und über das Schreiben an sich. Nachdem ich Ella Quinn bereits früher auf einem Panel erleben durfte, ist das immer wieder ein gern gesehener Termin – sie ist unglaublich toll!

20190601_171913Den Nachmittag verbrachte ich dann wieder mit einigen Meet & Greets, unter anderem mit L. J. Shen und Lara Adrian, plauderte mit Emily Bold und ließ mir Bücher von Heike Ribguth, Mona Kasten und Michelle Schrenk signieren, bevor auch schon die letzte Veranstaltung des Tages nahte: ein Panel zum Thema Klischees in Liebesromanen und ein gelungener und witziger Abschluss des Tages mit Alexandra Schwarting, Poppy J. Anderson, Emily Bold, Ellen McCoy (Elvira Zeißler), Michelle Schrenk und Anja Ahrendt (LYX).

Heute steht vor allem die große Signierstunde und ein Meet & Greet mit Bianca Iosivoni auf dem Plan – ein Bericht folgt dann wie üblich am Abend oder im Laufe des morgigen Tages :).

 

 

 

[Buchgedanken] Laura Kneidl: „Berühre mich. Nicht.“

Vor kurzem und als Vorbereitung zur Loveletter Convention 2019 habe ich „Berühre mich. Nicht.“ von Laura Kneidl gelesen, den Auftakt zu ihrer umjubelten New-Adult-Dilogie. Das Buch ist 2017 bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Romance zuzuordnen.

51rY0YusxbL._SX312_BO1204203200_Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen …

Ich kann nicht nachvollziehen, wie „Berühre mich. Nicht.“ so lang auf meinem SuB schlummern konnte – ich wollte es schon seit einiger Zeit lesen. Dass ich jetzt endlich dazu gekommen bin, ist Fluch und Segen zugleich. Ein grandioses Buch, ein grausames Ende – für das sich Laura sogar in der Danksagung entschuldigt. Wie kann man nur? Am liebsten würde ich sofort Teil 2 nachschieben, das ist mir aber derzeit nicht möglich, da andere Bücher anstehen. Einfach grausam!

Abgesehen von dem brutalen Cliffhanger ist „Berühre mich. Nicht.“ ein in allen Punkten überzeugendes New-Adult-Buch voll großer Gefühle und grandioser Protagonisten – ein potentielles Jahreshighlight. Durch die perfekte Wahl der Erzählperspektive (Ich-Erzähler aus der Sicht von Sage) wird es dem Leser leicht gemacht, sich mit der Protagonistin zu identifizieren, mit ihr zu leiden, zu lachen, und sich in meinem Fall – ein bisschen – in sie zu verlieben.

Das Setting ist wunderbar und spiegelt das amerikanische Lebensgefühl wieder, die Handlung ist spannend und sorgt mit vielen unerwarteten Wendungen immer mal wieder für Spannungsspitzen. Tolle Dialoge und Laura Kneidls leichter und flüssiger, aber vor allem eindringlicher und gefühlvoller Schreibstil fesseln den Leser an die Seiten und lassen ihn das Buch nicht aus der Hand legen. Dabei gelingt es der Autorin, nicht nur die Anziehung zwischen den Protagonisten, sondern auch die Angst, die Panik und Verzweiflung von Sage greifbar zu machen.

Im Laufe der Handlung entwickeln sich die – vielschichtig und plastisch angelegten – Protagonisten weiter, zeigen Stärken und Schwächen. Dabei können auch die Nebencharaktere, allen voran April und Gavin, überzeugen. Ich bin schon gespannt, wie auch deren Geschichten im Folgeband „Verliere mich. Nicht.“ weitererzählt werden.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Motiv ist ein wahrer Eyecatcher und bietet zusammen mit dem zweiten Teil der Reihe einen hohen Wiedererkennungswert und ein einheitliches Design.

Mein Fazit? „Berühre mich. Nicht.“ ist ein nahezu perfektes New-Adult-Buch mit tollen Protagonisten, einer starken und gefühlvollen Sprache und ganz großen Emotionen. Auch wenn das Ende einige verzweifeln lassen wird, ist es bedenkenlos für Liebhaber des Genres zu empfehlen – allerdings meines Erachtens nach nicht wie vom Verlag empfohlen ab 14, sondern eher ab 16 Jahren.

 

 

 

[LBC2019] Ein Tag im Bücherhimmel

20190518_125201(1)Gestern war es wieder soweit, Blogger, Verlage und Autoren trafen sich zur alljährlichen LitBlog-Convention in den Verlagsräumen der Bastei Lübbe AG. Ich war in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge dabei – und wenn die Verlage diese Tradition fortsetzen, sicherlich auch nicht zum letzten Mal :). Vielen Dank an die Bastei Lübbe AG, Kiepenheuer & Witsch, DuMont Kalenderverlag, Diogenes, Droemer Knaur und alle Autoren und Sponsoren für das gelungene Event.

20190518_110906Nach der Begrüßung startete ich mit einem kulturellen Programmpunkt in den Tag. Unter dem Motto „Fauser. Lesen. Jetzt.“ stellte der Diogenes Verlag seine neue Hardcover-Reihe der Romane von Jörg Fauser vor – die ersten drei Teile der Serie erscheinen in der nächsten Woche. Neben einigen wissenswerten Informationen über den Autor gab es vor allem auch Einblicke in die Rezeption seiner Werke – sowohl zur heutigen als auch zur damaligen Zeit.

20190518_120714Nicht minder spannend – aber gänzlich anders – war die zweite Veranstaltung am Vormittag. Für den Verlag One by Bastei Lübbe stellte Kira Licht den ersten Band ihrer „Gold & Schatten“-Dilogie vor, eine Buchreihe, die geschickt mythologische Götter-Elemente verknüpft und in die heutige Zeit transportiert. Ich schleiche schon lange um das Buch herum – da Kira auch noch auf der Loveletter Convention in Berlin sein wird, werde ich mir wohl spätestens dort, oder im Anschluss dann das Buch zulegen. Schließlich habe ich mit One-Autoren, die ich im Rahmen der LitBlog-Convention kennengelernt habe, nur gute Erfahrungen gemacht (Caroline Brinkmann!).

20190518_133602Im Anschluss war bereits Mittagspause. Kleine Snacks, Getränke und Muffins – letztere gesponsort von Bookfest und von der Frankfurter Buchmesse – versüßten die Wartezeit bis zu den nächsten Veranstaltungen. In diesem Jahr gab es auch zum ersten Mal in den Pausen ein Glücksrad – an dem ich prompt eine Tasse von DuMont und einen Hauptgewinn gewann. Ich bin schon ganz gespannt, wann ich von den Verlagen bezüglich des Gewinns kontaktiert werde – und wer weiß, vielleicht ist da ja auch was für eine Verlosung dabei :D.

20190518_141335Nach der Pause ging es zu einem meiner Lieblingsverlage. Für Lyx in der Bastei Lübbe AG plauderte April Dawson mit ihrer Lektorin, erzählte aus ihrem Alltag, ihrem Schreibprozess und ihrer Liebe zu Büchern und Bookstagram. Auch April sehe ich in Berlin zur Loveletter Convention wieder – und da ich mir im Anschluss an die Buchvorstellung direkt ihren Sensationserfolg „Up all Night“ mitnahm und signieren ließ, gelingt es mir vielleicht, diesen bis dahin sogar noch zu lesen.

20190518_150925(1)Meine letzte Veranstaltung (bevor ich einen Slot aussetzte, um das Bundesliga-Finale live mitzuerleben) war eine Buchpräsentation von Diogenes mit der Autorin Katrine Engberg, deren zweiter Kopenhagen-Krimi dort als Hardcover erschienen ist. Neben dem Buch, das allen Besuchern in der Convention-Bag – die dieses Mal überragend gut gefüllt war und neben vier! Büchern noch ein kleines Notizbuch, einen Kalender, Tee, Kekse, Bonbons und Goodies enthielt – überreicht wurde, verteilte der Verlag auch noch den ersten Band als Taschenbuch, sodass ich mir im Anschluss die komplette Krimi-Reihe von der dänischen Autorin signieren lassen konnte.

Nach dem packenden Bundesliga-Finale (Mia san Mia!) stieß ich dann zum obligatorischen Get-Together hinzu. Bei 20190519_1050151.jpgEssen und Getränken konnte man den Tag noch etwas Revue passieren lassen, bevor sich dann nach und nach die Verlagshallen leerten. Eine gelungene Veranstaltung – ein toller Tag. Ich würde mich freuen, wenn ich im nächsten Jahr wieder dabei sein kann. Natürlich möchte ich Euch auch meine „Ausbeute“ des Tages nicht vorenthalten.

In zwei Wochen geht es für mich direkt weiter zur Loveletter Convention, bevor dann leider die Messesaison bis zur Frankfurter Buchmesse aussetzt. Aber noch habe ich ja die LLC – zu der es dann in den nächsten Wochen einige Posts – und ein Gewinnspiel – geben wird. Also immer schön aufpassen :).

[LCB2019] Die Vorfreude steigt

Liebe Grüße aus dem ICE 1014 – ich befinde mich gerade im pünktlichen Zug von Mannheim nach Köln Messe/Deutz. Wie in jedem Frühling zieht es mich auch dieses Mal wieder zur Litblog Convention in die Domstadt. Ein Tag in den heiligen Hallen von Bastei Lübbe, ein Tag voller Programmpunkte von Diogenes, Droemer Knaur, DuMont, Kiepenheuer & Witsch und – eben – der Bastei Lübbe AG. Nachdem ich die letzten Jahre tolle Erlebnisse hatte, zum Beispiel Rebecca Gablé und Anne Reinecke traf, Benne Schröder wiedersah und Caroline Brinkmann mit ihrer dystopischen Dilogie für mich entdeckte, freue ich mich auch in diesem Jahr wieder auf einen bunten Mix an Autoren und Programmpunkten. Zu den Highlights zählen sicherlich die Veranstaltungen von Lyx mit Superstar April Dawson, von One by Bastei Lübbe mit Kira Licht und von Diogenes mit Katrine Engberg.

Bereits zwei Wochen später geht es für mich übrigens in Berlin weiter – dann auf der LLC mit einem fabelhaften Line-Up, u.a. mit Mona Kasten, Bianca Iosivoni, Laura Kneidl, Emily Bold und J. Vellguth! Aber dazu dann mehr zu gegebener Zeit :).

Wen von Euch sehe ich denn auf der LBC oder der LLC? Was für Messen/Conventions stehen bei Euch in nächster Zeit an? Rein damit in die Kommentare – ich melde mich dann morgen oder übermorgen mit einem ausführlichen Bericht zur LBC zurück =). Als kleiner Teaser hier noch drei Bilder von 2017 :).

[Buchgedanken] Mona Kasten: „Trust Again“ (Again 2)

In den letzten Tagen habe ich „Trust Again“ von Mona Kasten gelesen, den zweiten Teil ihrer wundervollen „Again“-Reihe. Das Buch ist 2017 bei Lyx in der Bastei Lübbe AG, Köln, erschienen und dem Genre New-Adult Romance zuzurechnen. Meine Besprechung des Vorgängers kann *hier* abgerufen werden.

41euzRjPVaL._SX312_BO1204203200_In dem Moment, in dem sie Spencer Cosgrove zum ersten Mal gegenübersteht, weiß Dawn, dass sie ein Problem hat. Ein großes Problem. Spencer ist sexy, charmant und lustig, genau ihr Typ – und er beginnt augenblicklich mit ihr zu flirten. Doch Dawn hat sich geschworen, die Finger von Männern zu lassen. Zu tief sitzt der Schmerz, den sie empfindet, weil sie der falschen Person vertraut hat, zu groß ist die Wunde, die sein Verrat hinterlassen hat. Aber Spencer gibt nicht auf. Und als Dawn herausfindet, dass auch er ein herzzerreißendes Geheimnis verbirgt, wird ihr klar, dass sie keine Chance hat gegen die Art und Weise, wie er ihre Welt auf den Kopf stellt …

„Trust Again“ spielt kurz nach der Handlung von „Begin Again“ und schreibt die Geschichte fort. Auch wenn der Fokus auf anderen Protagonisten liegt, fühlt es sich doch wie eine Fortsetzung an. Man trifft liebgewonnene Charaktere wieder und lernt neue Figuren kennen. Die einzelnen Figuren werden dabei konsequent weiterentwickelt, werden mit jeder Seite, jedem Kapitel dreidimensionaler und plastischer. Besonders gefallen hat mir dabei auch Sawyer – daher freue ich mich schon sehr darauf, mehr von ihr im dritten Band zu lesen.

„Trust Again“ ist eine emotionale Achterbahnfahrt, ist – wie der Name es schon andeutet – auch ein Buch über Vertrauen, über Bindungsängste und Geheimnisse. Es ist ein Buch voller Stärke und Zerbrechlichkeit, voller Verzweiflung, Kraft und Mut. Und natürlich voller Liebe – eindringlich, romantisch und erotisch. Mona Kasten gelingt es dabei, den Leser an die Buchseiten zu fesseln und nicht mehr loszulassen. Dies wird auch durch die gelungene Wahl der Erzählperspektive begünstigt. Die Geschichte aus Dawns Sicht erleben zu können, hilft dem Leser, sich mit ihr zu identifizieren, mit ihr zu leiden und zu lachen.

Das Setting ist, wie bereits bei „Begin Again“ gelungen, der Schreibstil der Autorin leicht und flüssig. Die einzige Kleinigkeit, die ich anmerken möchte, ist weniger Kritik, sondern viel mehr eine vertane Chance. So kleinlich es auch klingen mag, ich hätte mir gewünscht, dass Spencers und Dawns „27. Kapitel“ – ein zentrales Handlungselement – sich schlussendlich im 27. Kapitel des Romanes wiederfindet. Das hätte noch für einen zusätzlichen „Wow“-Moment beim lesen gesorgt. Abgesehen davon ist „Trust Again“ ein wundervoller, atemberaubender und hochemotionaler New-Adult-Titel, der sicherlich mitgeholfen hat, Mona Kastens kometenhaften Aufstieg zur #1-Bestsellerautorin zu bewerkstelligen.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Satz sind gelungen, das Cover ist wunderschön und sorgt – auch in Kombination mit den anderen Covern der Reihe – für einen hohen Wiedererkennungswert. In der Hoffnung, nicht zuviel hineinzuinterpretieren, begeistert mich auch die Wahl der jeweiligen Grundfarbe des Covers. Während das Weiß von „Begin Again“ für den Neuanfang steht, kann das Schwarz dieses Buches die dunklen Geheimnisse, die düsteren Seiten in jedem von uns, aber vor allem auch in den Protagonisten, symbolisieren. Ich bin schon gespannt, was es mit dem Pink des dritten Teiles auf sich hat.

Mein Fazit? „Trust Again“ ist nahezu perfekt, New-Adult in Reinform. Das Buch überzeugt durch tolle Charaktere, starke Emotionen und ein gelungenes Setting. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Caroline Brinkmann: „Die Vereinten“

Passend zum Weltfrauentag möchte ich Euch heute eine starke, schöne und wundervolle Protagonistin vorstellen. Ich muss gestehen, es hat viel zu lang gedauert … Aber nachdem ich im letzten Jahr „Die Perfekten“ gelesen habe, bin ich nun endlich zu dem mehr als würdigen Nachfolger gekommen. „Die Vereinten“ von Caroline Brinkmann erschien als Hardcover 2018 im One Verlag, Bastei Lübbe AG, und ist als dystopischer Jugendroman einzuordnen.

41eDQteOmjL._SX338_BO1204203200_Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang. Er ist Lark. Der Verräter. Das Ende.
Gemeinsam werden sie dem Land Hope Frieden bringen – oder seinen Untergang besiegeln.

Rain und Lark haben während der Rebellion schwere Verluste erlitten, doch der Kampf um die Vorherrschaft in Hope ist noch nicht vorbei. Ein Kampf, bei dem sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Und ausgerechnet Lark, der sie damals an die Spines verraten hat, ist der Einzige, dem Rain jetzt trauen kann. Aber wird er wirklich hinter ihr stehen, wenn es darauf ankommt?

„Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Nachfolger und Abschluss der Dilogie um Rain und Lark. Die Handlung schließt direkt an das Ende des Vorgängerbandes an und setzt diese nahtlos fort. Auch wenn neue Charaktere hinzutreten (die übrigens überwiegend toll und interessant sind – ich liebe Wren und Cassian), hält sich dies sehr in Grenzen, sodass vor allem die bereits bekannten und liebgewonnenen Charaktere weiter ausgebaut und entwickelt werden, was die Bindung zu ihnen noch verstärkt. Ich vermisse RoseSuperBot jetzt schon – was war das bitte für ein Ende?

Auch der Weltenbau wird konsequent weiterentwickelt. So erfährt man in diesem Teil noch mehr über die einzelnen Zirkel und besucht diese. Vor allem aber lernt man mehr über die Geschichte von Hope, über die Entstehung und über den großen Krieg. Dadurch werden auch die beiden großen Haupthandlungen miteinander verknüpft. Und auch wenn das Buch erneut ambitioniert ist, an der Grenze zur Überfrachtung entlanggleitet, gelingt es der Autorin in diesem Band besser, den Leser nicht zu erschlagen.

„Die Vereinten“ ist spannend, bietet viele überraschende Wendungen und neue Entwicklungen. Der Leser wird durch den flüssig und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin an die Seiten gefesselt, er lacht und leidet (okay – in aller Regel letzteres) mit den Protagonisten. Auch das sehr bildhaft gehaltene Setting vermag ebenfalls zu begeistern – und würde sicherlich bei einer Verfilmung grandiose, epische Szenerien ergeben.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut größtenteils. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ebenfalls in Ordnung, wenn auch wenig innovativ. Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher und gefällt mir durch die außergewöhnliche Farbintensität noch besser als beim ersten Teil – und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert der Reihe. Erneut ist mir die Gesamtgestaltung des Hardcovers allerdings etwas lieblos.

Mein Fazit? „Die Vereinten“ ist ein gelungener und würdiger Abschluss der Dilogie um Rain und Lark, der vor allem durch ein tolles Setting und eine konsequente Weiterentwicklung der Charaktere und der Welt begeistert. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – und sicherlich nicht mein letztes Buch der Autorin.

[Buchgedanken] Mona Kasten: „Begin Again“

In den letzten Tagen habe ich (endlich) „Begin Again“ von Mona Kasten gelesen, den Auftakt zu ihrer erfolgreichen „Again“-Reihe. Das Buch ist 2016 bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Liebesroman zuzurechnen.

41RayocONLL._SX312_BO1204203200_Neuer Name, neue Stadt, neue Frisur – ein kompletter Neubeginn, fernab von ihrer dunklen Vergangenheit. Das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium gegen den Willen ihrer Eltern in die Kleinstadt Woodshill zieht. Damit ihr Traum nicht bereits zu Beginn scheitert, muss sie in eine Wohngemeinschaft mit Kaden White ziehen. Der Badboy ist zwar unfassbar attraktiv, aber mindestens genauso unausstehlich – und stellt direkt zu Beginn eine ganze Reihe an Regeln auf. Die wichtigste: Wir fangen nie etwas miteinander an. Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter Kadens grober Fassade viel mehr verbirgt, als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, umso schwerer fällt es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren.

Ich kann mir nicht erklären, weshalb es so lang gedauert hat, bis Monas Bücher sich in meinem SuB nach oben gekämpft haben – schließlich ist man in den letzten Monaten an Mona Kasten ja kaum vorbeigekommen, wenn man eine Buchhandlung betreten hat. Ihre „Save“-Reihe hat schließlich nicht nur die Herzen der Leser, sondern auch die Spiegel-Bestsellerlisten erobert, und Mona Kasten zu einer der gefragtesten Autorinnen des Genres gemacht. Umso froher bin ich darüber, dass ich nun endlich auch eines der Werke gelesen habe. Und – es hat sich gelohnt!

Schon mit Beginn des Werkes bin ich Allie komplett verfallen – ich meine, wer Taylor Swift liebt, hat bei mir als Taylor-Swift-Superfan ohnehin gewonnen. Aber auch abseits des grandiosen Musikgeschmacks hat sie mich als Protagonistin komplett beeindruckt. Sie zeigt Stärken und Schwächen, ist loyal, verletzlich, treu und – auf eine positive Weise – auch leicht verrückt. Man kann sich mit ihr identifizieren, leidet, lacht und weint mit ihr. Dies alles wird durch die gelungene Auswahl der Erzählperspektive perfekt unterstützt. Endlich mal ein Buch in dem Genre, das nur eine Ich-Perspektive nutzt! Trotz – oder gerade wegen – der fehlenden eigenen Erzählperspektive schafft die Autorin es, Kaden als Love Interest mysteriös zu gestalten – und ihn nur langsam, nach und nach dem Leser und Allie vorzustellen, was der Spannung zuträglich ist.

Auch wenn die Handlung genrespezifisch bedingt teils vorhersehbar ist, gelingt es Mona Kasten jedoch, durch mehrere unerwartete Wendungen den Leser immer mal wieder aufs Glatteis zu führen, immer neue Probleme und Konflikte zu kreieren, die sich aber in keinem Fall konstruiert, sondern immer natürlich anfühlen. Dadurch wird die Spannung dauerhaft gehalten. Auch das Setting vermag vollends zu überzeugen. Eine amerikanische Kleinstadt mit unberührter Natur – Mona Kasten schreibt nicht nur über Freiheit, man hat als Leser sogar den Eindruck, diese auch zu fühlen.

Angenehm überrascht bin ich auch davon, dass nur sporadisch erotische Passagen auftauchen, dem Buch die Schwerpunktsetzung gut gelingt. Das Knistern, die Anziehung ist spürbar und wird gut transportiert – übrigens nicht nur zwischen den Hauptprotagonisten. Der Autorin gelingt es, auch den Nebencharakteren eigene Motive und Handlungen, eigene Geschichten zu geben – hier sehe ich noch viel Potential für die Folgebände, und hoffe, dort noch mehr über Dawn und Spencer zu lesen.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß überzeugend, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Vollkommen begeistert bin ich jedoch von dem Cover – ein wahrer Eyecatcher, mit einer leichten und hochwertigen Prägung auf Cover, Buchrücken und Coverrückseite.

Mein Fazit? Mona Kasten gelingt mit „Begin Again“ ein in allen Punkten überzeugender New-Adult-Liebesroman, der vor allem durch tolle Protagonisten, ein wundervolles Setting und ein spürbares Prickeln begeistert. Ich kann die Folgebände kaum erwarten und schiele schon einmal perspektivisch auf die bald anstehenden Jahreshighlights – vielleicht komme ich nicht umhin, Mona dort ebenfalls ein Plätzchen einzuräumen.