[Buchgedanken] Cee Neudert: „Die Hüter des magischen Waldes – Finde die geheimen Kristalle!“

Vor kurzem habe ich auch „Die Hüter des magischen Waldes – Finde die geheimen Kristalle!“ von Cee Neudert gelesen. Das Buch ist 2024 bei Baumhaus in der Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als interaktives Abenteuerspielbuch einzuordnen, für die Illustrationen zeichnet Philipp Ach verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die verlagseigene Bloggerjury.

Die mutigsten und tapfersten Abenteurer werden gesucht! Denn die große Eiche ist krank und entzieht dem Wald seine Magie. Nur die Elementkristalle können das magische Gleichgewicht wiederherstellen. Doch die sind im ganzen Land verstreut und müssen in waghalsigen Quests erlangt werden. Begib dich als Kaninchen, Maulwurf oder Maus mit Eichhörnchen Jonna Weichohr, Frosch Querk von Glugg und Eule Huluu-Wynn auf ein spannendes Abenteuer und entscheide selbst, auf welchem Weg du die Kristalle zurückbringst. Stelle dich den Wachen des Froschpalasts, feilsche mit dem Händler der Echsenfestung und überwinde ein gefährliches Labyrinth. Hast du das nötige Geschick und genug Mut, um den Wald zu retten?

„Die Hüter des magischen Waldes – Finde die geheimen Kristalle!“ ist ein interaktives Abenteuerspielbuch für Leser:innen ab neun Jahren – eine durchaus realistische Alterseinschätzung. Jedoch ist das Abenteuer hier im phantastischen Bereich angesiedelt, sodass man den Roman auch als interaktiven Fantasyroman bezeichnen könnte. Dabei wird die Handlung – rollenspielähnlich – durch Würfeln, eigene multiple-choice Entscheidungen und das Sammeln, Erwerben und Nutzen von Gegenständen gesteuert.

Die Handlung ist hierbei durchaus abwechslungsreich, aber relativ komplikationsarm – auch bei einigen Fehlern gelingt es leicht, die Geschichte sehr gut abzuschließen (bei mir hat lediglich eine gewürfelte „sechs“ den vollständigen „Sieg“ verhindert, in der Wiederholung ließ sich dieser Makel schnell und unspannend ausmerzen). Sonst macht der Rollenspielcharakter aber viel Spaß; Waffen, Tränke, Hilfsmittel – die Geschichte bietet hier viele Möglichkeiten auf leicht abweichenden Pfaden zu einem guten Ende zu kommen.

Das Setting ist gelungen. So entführen Cee Neudert und Philipp Ach die Leser:innen in ein phantastisches Tierreich – der Weltenbau wird dabei nur am Rande kurz angerissen und verbleibt sonst ungewiss, was hier aber auch nicht allzu schlimm ist. Dabei wird die Welt vor allem durch die Illustrationen von Philipp Ach mit Leben erweckt, erweitern diese doch die Handlung und treiben sie voran. Erwähnenswert hier auch noch: die tolle, farbige Karte in den Coverinnenseiten.

Die Figuren sind relativ schematisch gehalten und verkörpern im Wesentlichen ihre Charaktereigenschaften, so wie sie in deren Charakterbögen festgehalten sind. Dabei ist jedoch anzumerken, dass immerhin darauf geachtet wurde, den Mithütern positive und negative Eigenschaften zu verleihen, um sie etwas abzurunden – und um Jonna sicherlich zum Leserliebling zu machen. Cee Neuderts Schreibstil ist altersgerecht, lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen und – zusammen mit den Illustrationen – das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz setzt Bild und Text zu einem tollen Gesamtprodukt; Aufgaben, Entscheidungen und Hinweise sind gut erkennbar und innovativ umgesetzt. Der Buchumschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt und – wie schon angegeben – mit farbigen Coverinnenseiten versehen, das Titelbild und der gesamte Umschlag sind grafisch toll gestaltet, lediglich die krassen Unterbrechungen zum Buchrücken schmälern etwas den perfekten Gesamteindruck.

Mein Fazit? „Die Hüter des magischen Waldes – Finde die geheimen Kristalle!“ ist ein innovatives Abenteuerspielbuch, das vor allem durch seinen Rollenspielcharakter und eine interessante Story überzeugt, dabei aber durchaus etwas mehr Komplikationen hätte vertragen können. Für Leser:innen ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von neun Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Sonja Kaiblinger: „Ungeheuer lieb“ (Band 1)

Vor kurzem habe ich auch den ersten Band der Reihe „Ungeheuer lieb“ von Sonja Kaiblinger mit Illustrationen von Anton Riedel (Der Anton) gelesen. Das Buch ist 2024 im Baumhaus Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und als illustriertes Kinderbuch für Leser:innen ab acht Jahren einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Als Wissenschaftsnerd Ludwig mal wieder dank Klassenfiesling Egon in einer Mülltonne feststeckt, merkt er, dass er dieses Mal nicht allein ist – da ist noch etwas! Und dieses Etwas ist nicht nur haarig und hässlich, es hat auch Glubschaugen, ein Bäuchlein und spitze Schneidezähne. Außerdem hegt es eine Vorliebe für benutzte Socken und frisst kurzerhand sogar die komplette Mülltonne auf. Ludwigs Entdeckergeist ist geweckt: Was für ein Wesen ist das?! Es erweist sich als ziemlich anhänglich und folgt Ludwig bis nach Hause – dabei dürfen seine Eltern es auf gar keinen Fall entdecken! Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn dieses Wesen stellt nicht nur Ludwigs Zimmer auf den Kopf …

„Ungeheuer lieb“ (Band 1) ist der Auftakt in eine neue Buchreihe von Sonja Kaiblinger, die laut Beschreibung für Leser:innen ab acht Jahren empfohlen wird. Teils findet sich auch in Verkaufsportalen eine Leseempfehlung für 5-9 Jahre, ich würde hier aber den Angaben des Verlags folgen, sodass das Buch zwar an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch balanciert, thematisch und stilistisch für mich aber eher noch als Kinderbuch einzuordnen ist.

Die Handlung ist dabei durchaus abwechslungsreich und altersgerecht, teils aber auch vorhersehbar. Sonja Kaiblinger mischt dabei jugendtypische Themen wie Mobbing und die Unterschiede zwischen Geschwistern zu einem humorvollen Gesamtpaket, das viel Spaß macht und lediglich beim etwas übertriebenen Ende etwas schwächelt. Die Handlung wird hierbei durch die tollen, farbigen Illustrationen von Der Anton perfekt unterstützt – es gibt hier viel zu entdecken. Ein weiteres kleines Manko sind allerdings die Kapitelüberschriften, die hier durchaus teils den Inhalt des Kapitels spoilern bzw. vorwegnehmen, sodass der Überraschungseffekt abgemildert wird.

Der Kreis relevanter Charaktere ist – durchaus genretypisch – begrenzt, die einzelnen Figuren sind dabei teils auch noch etwas schematisch angelegt, können sich aber im nächsten Band oder in den nächsten Bänden noch weiterentwickeln. Derzeit überzeugt insbesondere Carla, während Egon noch etwas blass verbleibt. Sonja Kaiblingers Schreibstil ist altersgerecht, lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind durchaus Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist hingegen gelungen und setzt Bild und Text zu einem tollen Gesamtprodukt. Der Buchumschlag ist auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken leicht geprägt und mit tollen Coverinnenseiten versehen. Auch Cover und Coverrückseite sind toll gestaltet und warten mit vielen Details auf, irritierenderweise wird das Cover jedoch zum Buchrücken hin teils fortgesetzt, teils unterbrochen – eine einheitliche Linie hätte hier für ein noch runderes Ergebnis gesorgt.

Mein Fazit? „Ungeheuer lieb“ (Band 1) ist ein vielversprechender Auftakt in die neue Reihe, der vor allem durch tolle Illustrationen und eine abwechslungsreiche Handlung glänzt und lediglich zum Ende hin leicht schwächelt. Für Leser:innen ab acht Jahren dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

Von kleinen Helden und süßen Fratzen

Auch heute möchte ich Euch zwei Neuzugänge vorstellen – und sie könnten kaum zauberhafter und süßer sein. „Chiikawa – Süßer kleiner Fratz 01“ von NAGANO (Tokyopop) ist dabei ein sensationell erfolgreicher Manga, der als Rezensionsexemplar vermittelt von der Agentur Literaturtest zu mir kam. „Die Hüter des magischen Waldes – Finde die geheimen Kristalle!“ von Cee Neudert mit Illustrationen von Philipp Ach (Baumhaus Verlag in der Bastei Lübbe AG) erreichte mich hingegen – ebenfalls als Rezensionsexemplar- über die Bloggerjury. Letzteres ist ein Kinderabenteuerspielbuch für Leser:innen ab neun Jahren, die den Fortgang der Geschichte mit ihren Entscheidungen maßgeblich beeinflussen können. Ich bin schon ganz gespannt, ob es mir gelingt, mit den Tieren gemeinsam den großen Baum zu retten – und bin begeistert, von den bunten Zeichnungen, die mich in „Chiikawa“ erwarten. Das wird süß!

Wann habt Ihr zuletzt einen Manga gelesen?