[Buchgedanken] Sarah Kempfle: „Mord im Rotstiftmilieu“ (Klein/Bähr 2)

Vor kurzem habe ich auch „Mord im Rotstiftmilieu“ von Sarah Kempfle gelesen. Der Roman ist 2024 bei Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als Regionalkrimi einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Ein Gasleck beschert dem jungen Englischlehrer Wonneberg einen ziemlich spektakulären Tod. Doch damit nicht genug: An seiner Schule herrscht durch sein plötzliches Ableben Personalmangel in einem wichtigen Prüfungsfach. Isa Klein ist zunächst mäßig begeistert von der Aussicht, Wonneberg zu vertreten. Erst als sie hört, sein Tod sei vielleicht kein Unfall gewesen, sondern eiskalter Mord, sieht sie ihre Chance gekommen, erneut tatkräftig zu ermitteln. Kommissar Bähr, offiziell mit der Aufgabe betreut, den verdächtigen Tod an der Schule aufzuklären, sieht ihre „Assistenz“ gar nicht gern. Denn er weiß nur zu gut, welch magische Anziehungskraft Isa auf Fettnäpfchen, brenzlige Situationen und natürlich Mörder ausübt …

„Mord im Rotstiftmilieu“ ist der zweite Band der Krimireihe um die Lehrerin Isa Klein und Kommissar Götz Bähr – und lässt sich gar nicht so einfach einem Untergenre zuordnen. Als Provinzkrimi beworben, kommt mir das Lokalkolorit doch etwas kurz, sodass man durchaus auch Argumente fände, hier über Cosy Crime nachzudenken. Schlussendlich habe ich es aber bei der Eingruppierung als Regionalkrimi belassen, denn über die Reihe hinweg sollte das Lokale doch durchaus zentral für die Handlung sein. Der Roman lässt sich hierbei durchaus als Standalone lesen – mir fehlt auch der Vorgänger „Übung macht den Mörder“, empfehlen würde ich es aber nicht, da viele Anspielungen zum ersten Band vorhanden sind und sich die Chemie zwischen den Protagonist:innen kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Handlung ist – deshalb auch der leichte Genrezweifel oben – sehr cosy, sehr spannungsarm im Hinblick auf akute Gefahren bzw. Spannungsspitzen, sie konzentriert sich vielmehr auf die Konflikte der Personen untereinander – und den verzweifelten Versuch von Isas Mutter, sie zu verkuppeln. Auch hat der Roman kleinere Längen, verliert dabei aber nie den Humor und den Charme, der den Leser dennoch an die Seiten fesselt. Dies wird durch das doch sehr ungleiche Ermittlerduo unterstützt, die Kombination aus Lehrerin und Kommissar ist erfrischend anders – auch wenn Isas Methoden teils krass übers Ziel hinausschießen und sie so erheblich an Sympathie einbüßt.

Das Setting ist – naturgemäß – gelungen, etwas anderes würde bei einem Regionalkrimi auch irritieren. So entführt Sarah Kempfle die Leser ins Ländle (neu: The Länd) – nach Grimmingen und Reutlingen. Auch wenn der Lokalkolorit fast etwas kurz kommt, wird über Isas Vater doch noch etwas Dialekt eingestreut und insgesamt kommt der Flair der Region doch noch rüber. Auch das schulische Setting wird gut beschrieben – wenn es auch im Einzelnen vielleicht etwas überzeichnet ist – insbesondere um die Gegensätze zwischen den Schulen zu verdeutlichen.

Die einzelnen Figuren sind – im Wesentlichen – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei brillieren vor allem Alfons (ja, ein Hund :)), Esma und Isas Vater, während Isa – wie oben angesprochen – durch ihr Verhalten viele Sympathiepunkte verspielt, die sie sich vorher als interessanter Charakter erarbeitet hat. Sarah Kempfles Schreibstil ist humorvoll und passend, lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schlicht, aber fehlerfrei. Der Umschlag ergibt durch die fließenden Übergänge zwischen Cover, Buchrücken und Coverrückseite ein schönes Gesamtbild – lediglich das zusätzliche Aufgreifen des Covermotivs auf dem Buchrücken stört hier etwas die Harmonie. Insgesamt ist das Covermotiv gut gestaltet, aber kein wirklicher Eyecatcher und lässt etwas den Bezug zur Handlung vermissen. Dafür fügt es sich gut in die Reihe ein und sorgt für einen einheitlichen Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Mord im Rotstiftmilieu“ ist eine gelungene Fortsetzung der Regionalkrimis um Isa Klein und Götz Bähr, die vor allem mit Humor und einer cosy Handlung punkten kann und Lust auf weitere Bände macht, aber auch kleinere Längen aufweist. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Von Berlin nach Schwaben | Lovelybooks-Buchpost

In“ den letzten Tagen erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. Während „Komm tanzen!“ von Lucia Jay von Seldeneck (GOYA Verlag, JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH) den Leser dabei auf eine Party am und auf dem Berliner Wannsee entführt, nimmt Sarah Kempfle in „Mord im Rotstiftmilieu“ (Blanvalet Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) den Leser mit ins Schwabenland zum zweiten Kriminalfall für das Ermittlerduo Bähr/Klein. Da ich in der Nähe des Wannsees aufgewachsen bin und seit vielen Jahren nicht allzu weit weg von dem schwäbischen Handlungsort in Sarah Kempfles Buch lebe, sind mir beide Umgebungen etwas vertraut. Ich bin daher mal gespannt, welche in mir die stärksten Heimatgefühle hervorruft.

In welcher Region sollte endlich mal wieder ein Roman spielen?

Farbschnitt- und Reihenliebe | Selbstgekaufte Neuzugänge

Heute möchte ich Euch zwei Bücher zeigen, die ich mir vor kurzem selbst gekauft habe – und die jeweils ihre Reihen komplettieren. „Cherish“ von Tracy Wolff (dtv Verlagsgesellschaft) ist der abschließende Band der Reihe um die „Katmere Academy“ und erreichte mich in der Exklusivausgabe der Bücherbüchse, während „Belladaire Academy of Athletes – Misfits“ von Maren Vivien Haase die im Blanvalet Verlag (Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) erschienene New-Adult-Trilogie beendet und in der Exklusivausgabe der Thalia Buchhandlungen bei mir einzog. Beide Reihen begeistern dabei (unter anderem) mit ihren Farbschnitten, die über die Bände hinweg ein tolles Gesamtbild kreieren – sehen sie nicht wunderschön aus? Tracys Roman habe ich mir übrigens auf einer Lesung bereits signieren lassen, bei Maren wartet der dritte Band noch auf eine Signatur – vielleicht ist es ja in Frankfurt so weit :).

Wie steht Ihr zu Farbschnitten?

Wunderschöne Fortsetzungen | Buchkauf x2

Diese beiden wunderschönen Fortsetzungen zogen vor kurzem bei mir ein. „Belladaire Academy of Athletes – Rivals“ von Maren Vivien Haase (Blanvalet Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) kaufte ich mir dieses Mal in der richtigen (Exklusiv-)Ausgabe bei Thalia, „Water’s War“ von Elise Kova (Carlsen Verlag) erstand ich im Rahmen einer Signieraktion bei der Buchhandlung Graff – vielen Dank dafür. „Water’s War“ ist dabei schon der vierte Band der „Chroniken von Solaris“ – ich kann es kaum erwarten, nach dem finalen Band die Reihe endlich zu lesen :).

Kennt Ihr eine der Reihen bereits?

Liebe in allen Zeiten | Doppelte Buchpost

Heute möchte ich Euch zwei Neuzugänge vorstellen, die mich in den letzten Tagen erreichten. „Schatten und Licht: Ein Leben zwischen Liebe und Krieg“ von Julia Nowak (ek2 Verlag/Leseglück) kam dabei nach Rezensionsanfrage als Rezensionsexemplar zu mir, „Belladaire Academy of Athletes – Rivals“ von Maren Vivien Haase (Blanvalet Verlag, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) habe ich mir selbst gekauft (und wie man auf dem Bild sieht, dabei den falschen Farbschnitt erwischt). New Adult Romance und ein historischer Roman nach wahren Begebenheiten – Liebe war und ist immer ein zentrales Motiv. Ich bin schon ganz gespannt darauf, die beiden so unterschiedlichen Liebesgeschichten kennenzulernen.

Welche Liebesgeschichte hat Euch zuletzt fasziniert?

Maren Vivien Haase im Doppelpack | Neuzugänge vor der Messe

Bevor es morgen mit einer Rezension weitergeht, möchte ich Euch heute noch zwei Bücher zeigen, die als Vorbereitung der Frankfurter Buchmesse bei mir eingezogen sind – weitere folgen sukzessive in den nächsten Tagen. Den Anfang macht Maren Vivien Haase mit dem abschließenden Band der „Move District“-Reihe, „Fly into my Soul“, und dem Auftakt der „Belladaire Academy“-Trilogie, „Belladaire Academy of Athletes – Liars“. Beide Romane sind im Blanvalet Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und wurden mir von Maren, die ich bereits vor einigen Jahren auf dem Lit.Love-Lesefestival kennenlernen durfte, im Rahmen ihrer Signierstunde signiert – vielen Dank dafür <3.

Sehen die Romane nicht toll aus? Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, an die „Belladaire Academy“ zu reisen!

Tolle Pakete im Doppelpack | Nachweihnachtliche Buchpost

Da ich derzeit beruflich in Berlin bin, ist es hier die letzten Tage etwas still gewesen. Heute möchte ich Euch dennoch zwei Pakete zeigen, die mich um den Jahreswechsel erreicht haben – vielen Dank dafür. Von der lieben Anna von Welt aus Tinte und Papier erreichte mich „Die Dunkeldorn-Chroniken – Blüten aus Nacht“ (Katharina Seck, Blanvalet Verlag) mit Tee und süßer Karte, von Manuela Schörghofer ihr neuester Roman „Das Gelübde der vergessenen Tochter“ (HarperCollins Deutschland) als Rezensionsexemplar mit Bedienungsanleitung und einem ganzen Sammelsurium an Goodies. Ich bin schon ganz auf die beiden Bücher gespannt!

Sind bei Euch im neuen Jahr schon Bücher eingezogen?

[Buchgedanken] Lilli Beck: „Wenn die Hoffnung erwacht“

Vor kurzem habe ich „Wenn die Hoffnung erwacht“ von Lilli Beck gelesen. Das Buch ist 2021 bei Blanvalet in der Penguin Random House Verlagsgruppe veröffentlicht worden und als historischer Roman einzugruppieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.

Deutschland 1947: Nora wird von ihrer Freundin zu einer deutsch-amerikanischen Silvesterfeier eingeladen und ist überwältigt, als sie dort den attraktiven US-Officer William kennenlernt. Lange versucht sie, die frisch entflammte Liebe vor ihrem Vater geheim zu halten, doch als sie ein Kind erwartet und William in die USA zurückbeordert wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Farbe zu bekennen. Ihr Vater ist außer sich, hat aber bald eine Lösung parat, die Nora zu einer wohlhabenden Frau werden ließe und für die Familie finanzielle Vorteile hätte. Nora, die nicht daran denkt, in den Plan einzuwilligen, flieht mit ihrem Sohn nach München, wo ihr auf der Straße eine fiebrige, verwirrte wirkende junge Frau begegnet. Sie begleitet Celia nach Hause, zur Villa der wohlhabenden Wagners, und ahnt nicht, dass ihr Schicksal eine überraschende Wendung nehmen wird …

„Wenn die Hoffnung erwacht“ porträtiert die deutsche Nachkriegszeit, beziehungsweise das Leben im von amerikanischen Truppen besetzten Bayern zwischen 1947 und 1951 anhand des Schicksals zweier Familien, deren Schicksale im Verlauf der Handlung zusammenführen. Dabei werden die damals besonders ausgeprägten Kontraste zwischen arm und reich, zwischen Besatzern und Besetzten, aber auch zwischen Männern und Frauen drastisch und eindringlich dargestellt.

Während der Roman durch sein wunderbares Setting zu brillieren weiß, hätte ich mir teils noch ausführlichere, teils noch plastischere Beschreibungen gewünscht, um das Kopfkino – was unzweifelhaft zum Laufen kam – noch zu unterstützen, um die Atmosphäre noch greifbarer, dichter zu machen. Die Handlung ist im Wesentlichen spannend, teils aber vorhersehbar – und teils ist das Verhalten einzelner Charaktere nicht nachvollziehbar.

Dies sorgt auch dafür, dass bei mir die meisten Sympathien auf den wirklich gelungen angelegten Nebencharakteren liegt – vor allem bei Marlene und Luis, während Nora teils etwas blass bleibt – was aber nicht schlimm ist, denn der eigentliche Star des Buches ist nicht Noras Werdegang, sondern die gravierenden Umwälzungen der Geschichte, die runtergebrochen werden auf den Mikrokosmos einer – bzw. zwei – Familien. So wird Geschichte durch die Figuren lebendig, das Gefühl einer Generation auf die heutigen Leser transportiert, sodass ich es auch verschmerzen kann, dass am Ende nicht gänzlich alle Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst worden sind.

Dabei lässt sich Lilli Becks Schreibstil schnell und flüssig lesen, ist authentisch und der Zeit angepasst, hätte aber – wie bereits erwähnt – mehr beschreiben, den Leser im Sinne von „Show, don’t tell“ noch stärker in die Geschichte ziehen können. Als Service übrigens wunderbar gelöst: Direkt in der ersten Zeile des Kapitels wird die jeweils handelnde Person erwähnt, um dem Leser den Einstieg in die Abschnitte zu erleichtern.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig bedruckt, das darunterliegende Buch nüchtern und schmucklos. Das Covermotiv zieht sich über den gesamten Umschlag und ist – gerade in dem Mangel an Farben – farblich gelungen, fängt die Stimmung des Buches ein. Allerdings fehlt mir etwas der Bezug des Motivs zur Handlung.

Mein Fazit? „Wenn die Hoffnung erwacht“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting punktet und das Leben im besetzten Bayern der Nachkriegszeit anschaulich und nachdrücklich porträtiert, sodass kleinere Schwächen in der Handlung verschmerzt werden können und das Lesevergnügen kaum mindern. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

Historische Leserunden im Doppelpack | Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich wieder einige Bücher, von denen ich Euch heute zwei zeigen möchte. Sowohl „Wenn die Hofnung erwacht“ von Lilli Beck als auch Catherine Aurels „Bella Donna – Die Schöne von Florenz“ wurden mir im Rahmen von Leserunden auf Lovelyooks.de von den Verlagen Blanvalet und Penguin zur Verfügung gestellt. Und obwohl beide Bücher historische Romane sind, könnte das Setting doch nicht unterschiedlicher sein, spielen sie doch im zerstörten Deutschland der Nachkriegszeit und im dekadenten, eskapistischen Florenz der Medici-Ära. Ich bin schon ganz gespannt darauf, in diese unterschiedlichen Welten einzutauchen.

[Lit.Love 2020] Bookhaul

Ende des letzten Jahres trudelten auch endlich die Bücher bei mir ein, die ich auf der diesjährigen Lit.Love bestellt habe. Zwar fehlen noch die Exlibris-Signaturen von Julia Engelmann und Geneva Lee, aber die von der bezaubernden britischen Royalexpertin und Adelstochter Sophia Money-Coutts ist bereits vorhanden. Ich kann es kaum erwarten, bald ihren Roman zu lesen. Sehen die Bücher nicht toll aus? Und welche davon kennt Ihr schon?