[lit.Love2018] München im Ausnahmezustand – Tag 2

20181111_101504Auch heute zog es mich wieder früh am Morgen in die Verlagshallen von Random House – ein abwechslungsreiches Programm stand für den zweiten Tag des Lit.Love-Lesefestivals (#litlove2018) auf dem Plan. Der Veranstaltungsreigen begann für mich mit einem interessanten Talk zum Thema „Fiktion und Wahrheit im historischen Liebesroman“. Catherine Aurel, Maria Nikolai, Bettina Storks und die – mittlerweile – internationale Bestsellerautorin Petra Durst-Benning sprachen über ihre Bücher, über Recherche und darüber, wie Geschichte erlebbar wird. Für mich als Fan historischer Romane natürlich Pflicht.

20181111_111204Im Anschluss folgte die erste Veranstaltung des Tages auf der großen Bühne. Die dritte Headlinerin Rosie Walsh sprach mit Radiomoderatorin Anouk Schollähn über ihren Überraschungserfolg „Ohne ein einziges Wort“, und wie dieser ihr Leben verändert hat. Dabei sprach Rosie Walsh nicht nur über die Sonnenseiten des Erfolges, sondern auch über die Selbstzweifel, Schuldgefühle und über den Druck, den sie seitdem auf sich ausübt. Ehrlich, authentisch und sympatisch – eine wirklich gelungene Veranstaltung.

20181111_121156Vor der Mittagspause nahm ich noch an einem Workshop teil – den ich zwingend nötig habe :D. Blanvalet-Autorin Frieda Bergmann referierte zum Thema „Anfangen, Durchhalten, Fertigwerden – wie man neben Familie, Studium oder Beruf einen Roman schreibt“. Auch wenn es größtenteils nicht wirklich neue Erkenntnisse brachte, war es doch wichtig, diese mantraartig und engagiert von Frieda ins Gedächtnis geprügelt zu bekommen.

20181111_141022Nach der Pause ging es direkt mit Frieda weiter. Zum Thema „Oh bitte gib mir nur ein Wort – der Weg zum perfekt komponierten Roman“ talkten Frieda Bergmann, Anika Landsteiner und Stefanie Lasthaus. Neben den Ideen, der Plotgestaltung und den zentralen Motiven wurden auch erste und letzte Sätze besprochen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, und musste Ulla Schelers ersten Satz aus „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ anbringen: „Zu meinem achtzehnten Geburtstag schenkte mir mein bester Freund Ben eine Sachbeschädigung“ – immer noch genial, und immer noch so präsent wie vor einem Jahr, als ich das Buch las.

20181111_151818Und dann war es endlich soweit. Die zweite Bühnenveranstaltung des Tages stand an, der letzte internationale Headliner, Kate Morton, gab sich die Ehre. Befragt von Anouk Schollähn gab sie Einblicke in ihr Leben, ihren Schreiballtag und ihre Bücher. So erzählte sie nicht nur, wie sie zum Schreiben gekommen ist, sondern begeisterte das Publikum mit witzigen Anekdoten und bislang unbekannten Fakten. Auch wenn sich einige Fragen mit der gestrigen Lesung überschnitten, war es doch wirklich, wirklich interessant.

20181111_161256Den Abschluss machte eine etwas ungewöhnliche Lesung. Marie Nikolai las aus „Die Schokoladenvilla“, parallel dazu lief eine Präsentation, die passende Bilder und Stadtansichten aus Stuttgart zeigte. So weit, so gut. Etwas irritiert war ich dann aber doch darüber, dass teils Marie selbst las, teils die Lesung aber vom Band aus der Präsentation kam. Warum sie nicht auch diese Szenen selbst hätte lesen können, erschließt sich mir immer noch nicht so genau. Abgesehen davon ist die Mischung aus einer historischen Familiengeschichte um die Jahrhundertwende wie perfekt für mich geschaffen (man denke nur an Downton Abbey – oder Gut Greifenau). Interessant wäre auch, das Buch mit den „Licht & Schatten“-Büchern von Veronika Lackerbauer zu vergleichen, da das Thema ja doch sehr, sehr ähnlich ist.

20171111_170650Im Rahmen der Freixenet-Happy-Hour ließ ich die tolle Lit.Love noch einmal Revue passieren – und freue mich bereits jetzt sehr auf das letzte Jahr. Dieses Jahr war die Veranstaltung geprägt von vier internationalen Headlinern (Sophie Kinsella, Kate Morton, Estelle Maskame und Rosie Walsh). In den letzten Jahren waren unter anderem Susan Elizabeth Phillips, Lucinda Riley, Anne Jacobs, Katherine Webb, Silvia Day und Geneva Lee vor Ort. Ich bin schon ganz gespannt, wen die Verlage nächstes Jahr auf uns loslassen werden :D. Meine Wünsche? Ulla Scheler (rechts abgebildet das Plakat von 2017 mit den Büchern, die damals in meine Tasche gewandert und zu meinen Lieblingsbüchern geworden sind), Manuela Inusa, Trudi Canavan und Dan Brown :D.

[lit.Love2018] München im Ausnahmezustand

20181110_092845It’s the most beautiful time of the year …! Endlich November, endlich Zeit für das lit.Love-Lesefestival in München (#litlove2018). Nachdem ich gestern schon im … sehr speziellen … Schickeria-Hotel „Ruby Lilly Hotel & Bar“ angekommen bin, ging es heute morgen pünktlich in die Neumarkter Straße in die heiligen Hallen der Verlagsgesellschaft Random House GmbH. Nachdem ich die Goodie Bag (mit einem tollen Notizbuch, Tee, Sekt, Pralinen, Schokolade uvm.) in Empfang genommen habe, machte ich mich auch schon auf den Weg zur ersten Veranstaltung. Es begann ein Tag, der von Superstars geprägt war, ein Tag, der den Ausnahmezustand über die Verlagshallen verhängte.

20181110_101715Den Tag begann ich mit einer Lesung von Tanja Voosen aus ihrem neuesten Jugendbuch „My First Love“. Obwohl es die erste Veranstaltung war, war der Raum bereits brechend voll. Tanja las einige Szenen, beantwortete Fragen und signierte einige Bücher. Ein Schlussmachservice, eine herausfordernde Wette und eine umgefallene Leiter zum Heuboden: „My First Love“ macht Lust auf mehr und klingt ganz nach einem Buch nach meinem Geschmack – mal davon abgesehen, dass es auch ein wunderschönes Cover besitzt.

20181110_111741Starstruck – die Erste. Im Anschluss stand die erste Veranstaltung mit einem internationalen Headliner an. Die einzigartige Sophie Kinsella sprach auf der großen Bühne mit der NDR-Radiomoderatorin Anouk Schollähn über ihre Bücher, ihren Werdegang und ihr Leben. Die supersympathische Autorin deutete nicht nur an, dass ein neuer Shopaholic-Roman bevorstehen könnte, sondern gab Einblicke in ihren Alltag und stellte sich auch geduldig weiteren Fragen aus dem Publikum. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die für viel Spaß und Erheiterung im packend-vollen Zuschauerraum sorgte.

20181110_121215Vor der Mittagspause besuchte ich noch eine weitere Buchvorstellung. Michel Birbæk stellte seinen neuen Roman „Das schönste Mädchen der Welt“ vor, was bei mir aufgrund des gleichnamigen Kinofilms aus 2018 leicht für Verwirrung sorgte. Auch wenn die Veranstaltung als „Lesung“ deklariert war, sprach der Autor mehr über sein Leben, erzählte Anekdoten und echauffierte sich über die Bildzeitung, das heutige TV-Programm und über Literaturkritiker. Auch wenn es mir manchmal etwas zu heftig war, gab es keine Veranstaltung, bei der so viel gelacht wurde. Auf Drängen des Verlages las der Autor in den letzten 5-10 Minuten immerhin auch noch ein paar Seiten.

20181110_145305Starstruck – die Zweite. Auch nach der Pause begann ich wieder mit einer Lesung. Die internationale Bestsellerautorin Kate Morton las aus ihrem neuesten Roman „Die Tochter des Uhrmachers“. Auch hier wurde die Veranstaltung von Anouk Schollähn moderiert. Neben der Lesung auf Englisch wurden auch Auszüge aus der deutschen Ausgabe präsentiert. Und, bei so einer bekannten Autorin, war es somit keine Überraschung, dass auch dafür eine besondere Stimme herhalten durfte. Daher gab sich Schauspielerin und Sprecherin Esther Schweins die Ehre – und outete sich als Fan von Kate Mortons Romanen. „Die Tochter des Uhrmachers“ ist ein Buch voller Geheimnisse und Überraschungen – in verschiedenen Zeitebenen der britischen Geschichte, eingebettet in ein malerisches Setting. Klingt wie gemacht für mich.

20181110_153954Im Anschluss legte ich eine Pause ein, und besuchte spontan Frieda Bergmanns Meet & Greet. Nachdem sie den lit.Love-Schreibwettbewerb 2016 für sich entscheiden konnte, erschien nun ihr Verlagsdebüt bei Blanvalet mit dem Titel: „Einmal Liebe zum Mitnehmen“. Apropos Schreibwettbewerb: Danach ging es direkt weiter mit der Veranstaltung zum lit.Love-Schreibwettbewerb 2018. Dabei wurde nicht nur die Gewinnergeschichte gelesen, sondern auch generell über Schreibwettbewerbe gesprochen. Auch an dieser Stelle nochmal Glückwünsche an die Gewinnerin!

20181110_164920Starstruck – die Dritte! Hört das denn gar nicht auf? Versprochen – es ist die letzte (für heute). Für die zweite große Veranstaltung auf der Bühne war Estelle Maskame angereist – schottische Bestsellerautorin und Wattpad-Phänomen. Moderiert von der Lektorin Duygu Maus beantwortete Estelle viele Fragen aus dem Publikum, sprach über zukünftige Projekte und beschrieb ihren Dreamcast für eine Verfilmung (Selena Gomez!!!). Bevor es dann zu meinem letzten Programmpunkt des Tages ging, traf ich noch kurz auf Manuela Inusa, von der ich mir „Die Chocolaterie der Träume“ signieren ließ – den Nachfolger von „Der kleine Teeladen zum Glück“.

20181110_170950Zum Abschluss ging es dann in die große Runde. Zum Thema „Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Wie man einer Romanfigur Leben einhaucht“ diskutierten Michel Birbæk, Stefanie Lasthaus, Anna Paulsen und Anne Sanders. Sehr kurzweilig und witzig – ein gelungener und runder Abschluss, der nahtlos in die Freixenet-Happy-Hour überleitete (die – das muss an dieser Stelle aber auch erwähnt werden – allerdings nicht mit der letztjährigen Martini-Happy-Hour mithalten konnte).

Morgen stehen dann die Bühnenveranstaltungen mit Rosie Walsh und Kate Morton an – und sicherlich der ein oder andere Workshop. Ich freue mich jetzt schon!

 

 

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Sonea – Die Hüterin“ (Sonea 1)

In der letzten Zeit habe ich „Sonea – Die Hüterin“ von Trudi Canavan gelesen. Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band der „Saga von Sonea“, die an die erfolgreiche Reihe „Die Gilde der Schwarzen Magier“ anknüpft. Auch das Prequel „Magie“ spielt in der gleichen Welt. „Sonea – Die Hüterin“ wurde in der mir vorliegenden Ausgabe 2013 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, veröffentlicht, die Originalfassung unter dem Titel „The Traitor Spy 1: The Ambassador’s Mission“ erschien 2010 bei Orbit, einem Imprint von Little, Brown Book Group, einem Unternehmen von Hachette Livre UK, London. Das Buch ist dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

51idiyeCDoL._SX332_BO1204203200_20 Jahre sind vergangen, seitdem die Gilde die Invasion der Ichani zurückschlagen konnte, zwanzig Jahre, die Sonea zur mächtigsten Magierin Kyralias haben werden lassen. Doch diese Macht hat ihren Preis. Überwacht von Schwarzmagier Kallen ist es Sonea nur erlaubt, die Gilde zu verlassen, um in den Hospitälern zu arbeiten. Als in Imardin ein Konflikt ausbricht, in den auch Magier verwickelt scheinen, gerät sie in die Zwickmühle. Greift sie ein, oder folgt sie den Regeln? Und dann ist da noch ihr Sohn Lorkin, der – um aus Soneas Schatten zu treten – sich als Gehilfe des Botschafters nach Sachaka begibt. Geradewegs in das Land der ehemaligen Feinde seiner Mutter.

„Sonea – Die Hüterin“ ist – erneut – High Fantasy der Spitzenklasse und zementiert Trudi Canavans Status als „Queen of High Fantasy“. Die Handlung spielt zwei Jahrzehnte nach dem Ende von „Die Meisterin“ und erlaubt dem Leser, viele bekannte und liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Dabei gelingt es der Autorin die Balance zwischen den einzelnen Handlungssträngen zu wahren, beim Leser sowohl Nostalgie als auch Neugier zu wecken.

Die Handlung ist spannend und fesselnd – aber auch ein typischer Reihenauftakt. So werden viele Handlungsstränge angelegt, aber nur einige aufgelöst. Allzu starke Cliffhanger werden jedoch glücklicherweise vermieden. Auch bei den neuen Charakteren besteht noch Luft nach oben, aber sofern die Entwicklung in den Folgebänden konsequent vorangetrieben wird, ist dies zu verschmerzen. Die bekannten Charaktere aus der Vorgängertrilogie hingegen sind gut weiterentwickelt und zeigen, teils unerwartete, neue Charakterzüge.

Kernstück – und größte Stärke des Romanes – ist der brilliante, unvergleichlich-gute Weltenbau. Mit dem mittlerweile fünften Buch im Geschichten-Universum um die Länder Kyralia und Sachaka baut Trudi Canavan die Welt aus, entwickelt sie weiter. Politik, Magiekonzepte, Gesellschaftsstrukturen – alles unterliegt dem Wandel und fühlt sich natürlich und nicht konstruiert an.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß sehr sauber. Ein ordentliches Korrektorat und Lektorat und ein toller Satz runden das Buch ab. Das Coverist gut und hochwertig, fügt sich perfekt in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Auch wenn ich den gestalterischen Gedanken der Farbwechsel in den Roben auf dem Cover durchaus verstehe, habe ich damit inhaltlich leichte Probleme. Die abgebildete Magierin (Sonea?) trägt Rot, die Farbe der Krieger. Sonea trägt jedoch ausschließlich schwarze Roben, es gibt überhaupt keine weibliche Kriegerin, die bislang eine herausgehobene Rolle spielt.

Mein Fazit? „Sonea – Die Hüterin“ ist der gelungene Auftakt zur „Sage von Sonea“. Perfekter Weltenbau und eine spannende Handlung sorgen dafür, dass man die Folgebände kaum erwarten kann. Für Fans der High Fantasy ein absolutes Muss!

[Buchgedanken] Manuela Inusa: „Der kleine Teeladen zum Glück“

Ungefähr zur Buchmesse habe ich Manuela Inusas „Der kleine Teeladen zum Glück“ verschlungen, den Auftaktband zu ihrer „Valerie Lane“-Serie. Der Roman ist 2017 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Es ist bereits mein sechstes Buch der Autorin, ihr Blanvalet-Debüt „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ hat es sogar bis in meine Jahreshighlights 2016 geschafft.

51XTPz0FXiL._SX314_BO1204203200_In „Der kleine Teeladen zum Glück“ begleitet man Laurie, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat und voller Stolz einen Teeladen in der Valerie Lane in Oxford betreibt. In dem kleinen, gemütlichen Geschäft kaufen Kunden Teesorten aus aller Welt, erfreuen sich an den Gerüchen oder probieren an gemütlichen Tischen direkt eine Tasse von Lauries neuesten Entdeckungen. Dass sie ihren Kunden die ein oder andere, exotische Überraschung anbieten kann, ist auch ihrem Teelieferanten Barry zu verdanken, von dem Laurie bereits seit Monaten träumt…

„Der kleine Teeladen zum Glück“ ist ein klassischer Feel-Good-Roman, ist Wohlfühlkino in Buchform auf gut 250 Seiten. Er entführt in ein traumhaft-romantisches Setting, eine zauberhafte Welt, in eine kleine Straße in Oxford, England, in der alles noch in Ordnung ist. Die Valerie Lane bietet kleine, inhabergeführte Geschäfte, deren Besitzerinnen sich gegenseitig unterstützen, sich anfreunden und auch sonst allen helfen, die ihren Weg kreuzen, sei es ein Obdachloser oder eine alte, vereinsamte Frau aus der Gegend. Eine Straße, in der die Ladeninhaber selbst die Blumenkästen befüllen, und in der es fast keine Probleme gibt – mit Ausnahme der alltäglichen Krisen, die die Protagonistinnen in ihrem Leben so durchleben. Hier ist kein Platz für Krieg und Krisen, kein Raum für gesellschaftliche Veränderungen. Es ist fast eine Utopie, zu schön, um wahr zu sein.

Durch diese, gewollte, Überspitzung gelingt es der Autorin, nicht nur gute Laune beim Lesen zu verbreiten, sondern vor allem, den Fokus direkt und schnörkellos auf die Protagonistinnen zu legen. Und auch wenn Laurie in diesem Buch die Hauptrolle spielt, merkt man bereits, dass auch ihre Freundinnen für spätere Bände aufgebaut werden. So hat jede Ladenbesitzerin ihre Eigenheiten, ihre kleinen Probleme, die den Alltag dominieren. Auch wenn es mir hier teilweise etwas an der Charakterentwicklung fehlt, bin ich doch guter Dinge, dass sich dies konsequenterweise durch die Folgebände erledigen wird.

Die Handlung ist, naturgemäß genrebedingt, vorhersehbar, aber nichtsdestotrotz durchaus spannend. Mit einigen unerwarteten Wendungen gelingt es Manuela Inusa, das erwartete Ende immer noch etwas hinauszuzögern und den Leser so ans Buch zu fesseln. Ich bin schon ganz gespannt und freue mich bereits auf die anderen Teile, denn was könnte es schöneres geben, als gerade zur kalten Jahreszeit mit einem Kakao und einem Wohlfühlbuch die Abende auf dem Sofa zu verbringen?

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, lediglich von der (allerdings sehr sporadischen) Darstellung von Chatverläufen bin ich nicht gerade begeistert – hier hätte es noch ungenutztes Potential gegeben. Das Cover hingegen ist wunderbar gelungen, einladend und bildet mit den anderen Teilen der Reihe ein tolles Gesamtbild mit Wiedererkennungswert. Klitzekleines Manko: Im Buch wird beschrieben, wie ein metallenes Schild mit der Aufschrift „Laurie’s Tea Corner“ über der Ladentür hängt – dieses fehlt leider auf dem Cover. Mit noch etwas mehr Detailliebe hätte man hier wirklich nah an die Perfektion kommen können.

Mein Fazit? „Der kleine Teeladen zum Glück“ ein ein absolutes Wohlfühlbuch – und ein gelungener Auftakt in die neue Buchreihe der Autorin Manuela Inusa. Ein traumhaftes, utopisches Setting und tolle Protagonistinnen sorgen für entspannte Lesestunden. Bedenkenlos zu empfehlen.

 

[FBM2018] Tag 1 – Ein Auftakt nach Plan

Endlich Buchmesse, endlich Mittwoch. Auch wenn es bereits heute so viele interessante Termine gab, ließ ich es doch insgesamt ruhig angehen, um nicht gleich alle Kraftreserven für die Woche zu verschwenden.

Nachdem ich um 5 aufgestanden war und noch eine Rezension geschrieben hatte, ging es um 6:50 für mich los Richtung Frankfurt – und pünktlich kurz vor neun Uhr betrat ich die heiligen 20181010_102150(0)Hallen. Nachdem ich mich etwas umgesehen hatte, ging es auch direkt zur ersten Veranstaltung des Tages: „The Art of Dressmaking“. darkdirndl, ein preisgekröntes deutsches Kostümstudio, stellte eine Rekonstruktion der Diamond Jubilee Robe von Queen Victoria vor. Da ich zu dem frühen Zeitpunkt der einzige Besucher am Stand war, nahm sich die Inhaberin viel Zeit, um auf alle meine Fragen zu antworten, und mir eine Ausstellung des Studios mit dem Namen „Story Behind the Dress“ ans Herz zu legen. Hochinteressant – sowohl für Mode, als auch für Geschichtsliebhaber.

20181010_113808Im Anschluss nahm ich mir die Zeit, Freunde und Bekannte zu treffen, zum Beispiel die Autorin Anna Hinz, und besuchte auch den Kunstanstifter Verlag. Danach ging es zur obligatorischen Vorstellung des diesjährigen Trägers des deutschen Buchpreises auf dem blauen Sofa. Inger-Maria Mahlke erzählte von ihrem Roman „Archipel“ und las auch eine kurze Passage, die so kraftvoll, so prägnant, aber vor allem so melodisch war. Da saß jedes Wort, jede Silbe passte sich in den Lesefluss ein. In jedem Fall eine würdige Preisträgerin, und eine ganz, ganz starke literarische Stimme.

20181010_130837(0)Nachdem ich etwas durch Halle 3.0 geschlendert war, und ganz viele Fotos gemacht habe, besuchte ich meinen letzten Termin am Vormittag. Die Autorin und Journalistin Evi Simeoni stellte bei der FAZ das Buch „Vier Beine tragen meine Seele“ vor, das sie zusammen mit der überragenden Dressurreiterin Isabell Werth geschrieben hat. Es ist gleichsam eine Chronik von Isabells Leben, als auch eine Betrachtung des Dressursports der letzten Jahrzehnte. Eine Geschichte, von einer so starken Verbindung von Mensch und Tier, die einzigartig ist, und daher unnachahmliche Erfolge hervorgebracht hat. Auf diese Veranstaltung hatte ich mich als Pferdefan schon lange gefreut – und wer weiß, vielleicht zieht das Buch demnächst auch irgendwann bei mir ein.

20181010_165208Im Anschluss machte ich eine längere Pause, unterhielt mich mit anderen Autoren und Bloggern, aß etwas und genoss das Gefühl, auf der Messe zu sein, die heute noch angenehm leer war. Am frühen Nachmittag besuchte ich ein Meet & Greet, das spontan in meinen Kalender gerutscht war, nachdem sich die Bestsellerautorin der Valerie-Lane-Reihe Manuela Inusa kurzfristig für einen Messebesuch entschieden hatte. Manuelas Bücher lese ich mittlerweile seit Jahren, und freute mich daher umso mehr, mit einigen anderen Bloggern zusammen mit ihr mal wieder ins Gespräch zu kommen. Aufgrund der tollen Atmosphäre wurden aus der geplanten halben Stunde schnell zwei Stunden, bevor wir alle zu weiteren Terminen aufbrachen. Im Anschluss stieß ich bei Amazon 20181010_174753Publishing auf Petra Durst-Benning an, die den Meilenstein von 1.000.000 Lesern im englischsprachigen Raum über Amazon Crossing erreicht hat, feierte bei Carlsen den gelungenen Messeauftakt, und ließ bei georgischem Weißwein und Livemusik (Jazzpiano) den Messetag geruhsam ausklingen, bevor ich mich auf den Rückweg machte (und bereits am ersten Tag Verspätung hatte).

Obwohl es heute „nur“ mit der Fahrt 14 entspannte Stunden waren – das wird an den Tagen mit Abendveranstaltungen und/oder Besuchermassen noch ungleich anstrengender – bin ich doch leicht müde :). Morgen freue ich mich auf Signierstunden beim Drachenmond Verlag, die Verleihung des Kindle Storyteller Awards und die ein oder andere Buchvorstellung. Die restlichen Fotos, die ich außerhalb der Veranstaltungen geschossen habe, werde ich Euch nach der Woche in mehreren Galerien zeigen – hier würden sie den Artikel sprengen.

 

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 1 – Druidengeist“ (Die Shannara Chroniken)

Hiermit melde ich mich aus dem Sommerloch zurück. Nachdem ich stressbedingt etwas weniger aktiv war, möchte ich Euch heute eine neue Rezension vorstellen. In den nächsten Tagen folgen weitere Beiträge, Rezensionen und ein Meilenstein-Gewinnspiel. Zudem gibt es Neuigkeiten über mein eigenes Schreiben und meine Projekte (stay tuned!).

In der letzten Zeit habe ich „Druidengeist“ gelesen, den zweiten Band von Terry Brooks Reihe „Die Erben von Shannara“ – und mittlerweile der fünfte neuaufgelegte Band der Shannara-Chroniken. Die mir vorliegende Taschenbuchausgabe (erste Auflage) ist 2018 bei Blanvalet erschienen, die deutsche Erstausgabe wurde 1991 bei Goldmann in geteilter Form unter den Titeln „Die Schatten von Shannara“ und „Der Verräter von Shannara“ veröffentlicht. Die Originalausgabe erschien 1990 unter dem Titel „The Druid of Shannara“ bei Del Rey, New York, einem Imprint von Random House, Penguin Random House LLC. Das Buch ist dem Genre High-Fantasy zuzuordnen, wobei auch Elemente der Heroic Fantasy zu finden sind.

51MPzD5mJJL._SX332_BO1204203200_Wie Par und Wren Ohmsford hat auch Walker Boh einen Auftrag von Allanons Schatten erhalten. Er soll die Druidenfestung Paranor in die Welt zurückholen und den Orden der Druiden wieder aufleben lassen. Auf der Suche nach dem schwarzen Elfenstein gerät er in der Halle der Könige in eine Falle und wird mit einem tödlichen Gift infiziert, das ihn langsam zu Stein erstarren lässt. All seine Magie kann die fortschreitende Erkrankung nicht besiegen. Bis eines Tages eine Frau an seinem Krankenbett auftaucht. Sie behauptet, die Tochter des Königs vom Silberfluss zu sein, und bittet den Todgeweihten, sie auf eine Reise zu begleiten. Eine Reise, die nicht nur zum schwarzen Elfenstein, sondern auch zur vollständigen Heilung von Walker Boh führen soll.

„Druidengeist“ knüpft nahtlos an die Handlung von „Heldensuche“ an und setzt diese konsequent fort. Insgesamt ist der Weltenbau von Terry Brooks über die gesamten Shannara Chroniken beeindruckend und begeistert. Die miteinander verwobenen Schicksale, die fortdauernde Geschichte der Vier Lande, erneut auftretende Figuren und Sagen – dies alles lässt sich am ehesten mit dem Star Wars Kanon oder dem Marvel Cinematic Universe vergleichen.

Nichtsdestotrotz ist „Druidengeist“ aus meiner Sicht das bislang, auf hohem Niveau, schwächste Buch der Reihe. Zwar ist es spannend, unterhaltsam und führt den Leser mit unerwarteten Wendungen aufs Glatteis, es scheitert aber aus meiner Sicht in der Schwerpunktsetzung. Während in „Heldensuche“ noch allen Handlungssträngen ein signifikanter Anteil eingeräumt wurde, wird „Druidengeist“ komplett vom Handlungsstrang um Walker Boh dominiert – Par, Coll und Wren Ohmsford wird jeweils kaum mehr als ein Kapitel eingeräumt. Konsequenterweise hätte man sie sonst ganz streichen müssen. Als Leser erwarte ich jedoch, mehr über alle Figuren zu erfahren, die im ersten Band angelegt worden sind – ähnlich wie im zweiten „Herr der Ringe“-Buch, wo die Handlungsstränge ebenfalls auseinanderfallen, man aber dennoch sowohl Frodo und Sam, als auch die Wege der Gefährten verfolgt.

Und so beschränkt sich die Weiterentwicklung der Charaktere auch auf die, die im Rahmen der Handlung im Mittelpunkt stehen – Walker Boh und Morgan Leah. Beide zeigen Schwächen und Stärken und werden toll ausgearbeitet, genau wie die Charaktere, die nur in diesem Buch eine Rolle spielen: Quickening und Pe Ell.

Terry Brooks Schreibstil ist episch – und so lässt man ihm auch ausschweifende Beschreibungen durchgehen, die in anderen Genres bestenfalls verpönt waren. Doch sie gehören zu den Vier Landen und den Shannara Chroniken einfach dazu. Malerische Landschaften wechseln sich mit Ruinenstädten, paradiesische Gärten mit Sklavenbehausungen ab. „Druidengeist“ ist bestes Kopfkino!

Auch die Buchgestaltung ist erneut hochklassig. Das Cover ist gelungen und hochwertig geprägt – und passt sich in der Gesamtgestaltung gut in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls, genau wie der Preis von 9,99 Euro bei fast 600 Seiten. Lediglich eine Karte und/oder eine Figurenübersicht hätte ich mir, bei der so langsam ausufernden Charakterliste, noch gewünscht.

Mein Fazit? „Druidengeist“ ist eine gelungene Fortsetzung von Terry Brooks epischer Shannara-Reihe. Trotz einer misslungenen Schwerpunktsetzung überzeugen der Weltenbau und die spannende Handlung. Für High-Fantasy-Liebhaber ein absoluter Muss – ein Klassiker.

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Meisterin (Die Gilde der schwarzen Magier 3)“

~ Warnung! Die Buchbesprechung könnte Spoiler zu den Vorgängerbänden beinhalten. ~

In den letzten Tagen habe ich „Die Meisterin“ gelesen, den Abschlussband der fulminanten Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ aus der Feder von Trudi Canavan, der Queen of High Fantasy. Die Rezensionen zu den anderen Büchern der Reihe findet ihr hier (Prequel, Band 1, Band 2). Der Roman liegt mir in der 18. Auflage vor (Glückwunsch!) und ist dem Genre „High Fantasy“ zuzuordnen. Die deutsche Ersteröffentlichung erfolgte 2006 bei Blanvalet, Teil der Verlagsgruppe Random House GmbH, die Originalausgabe erschien 2003 bei Voyager, HarperCollins Australia, unter dem Titel „The High Lord. The Black Magician Trilogy Book Three“.

41O7uJ1nYTL._SX339_BO1204203200_Seitdem Sonea in die Magiergilde aufgenommen wurde, hat sich ihr Leben völlig verändert. Als Novizin Akkarins, des Hohen Lords, genießt sie alle Freiheiten – und ist doch eingesperrt. Gefangen, von den Geheimnissen, die sie bei ihrem ersten Besuch in der Gilde erfahren hat. Umso misstrauischer ist die Novizin, als Akkarin sie eines Tages bittet, ihn in die Stadt zu begleiten. Stück für Stück erfährt Sonea so, was wirklich hinter den Handlungen und Absichten ihres Meisters steckt. Aber ist Kyralia wirklich in Gefahr? Oder ist doch alles nur ein perfider Plan, mit dem Akkarin die großen Kräfte der Schülerin für seine Ziele gewinnen will?

„Die Meisterin“ knüpft nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes an und setzt diese fort. Doch nicht nur inhaltlich, auch qualitativ steht der Trilogieabschluss den anderen Romanen in nichts nach. Trudi Canavan gelingt es mühelos, den Spannungsbogen bis zum fulminanten Höhepunkt dauerhaft zu halten. Durch unerwartete Wendungen, Spannungsspitzen und sorgfältig eingestreute Nebenhandlungsstränge sorgt die Autorin dafür, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte, und fesselt den Leser an die Buchseiten. Lediglich der endgültige Showdown, der – der High-Fantasy inhärente – abschließende Kampf zwischen Gut und Böse, hätte noch epischer, noch bombastischer, noch länger ausfallen können. Viel zu schnell kam das Ende, und man musste sich von den liebgewonnenen Figuren verabschieden. Glücklicherweise gibt es ja eine nachfolgende Trilogie um „Sonea“, der ich bereits entgegenfiebere und die weit oben auf meinem SuB liegt.

An der gesamten Reihe – und insbesondere am letzten Band – begeistert mich vor allem der Weltenbau. Das Magiekonzept, die Enwicklung der einzelnen Reiche, Rassen und Klassen ist brilliant und kann als Vorbild für das gesamte Genre dienen. Mit „Die Meisterin“ schließt Trudi Canavan zudem einen Rahmen, der bis zum Prequel zurückreicht. Daher bietet es sich in jedem Falle an, „Magie“ spätestens vor diesem Band zu lesen, sofern man es sich nicht eh bereits vor der ganzen Reihe zu Gemüte geführt hat.

Auch die Charaktere, insbesondere die Protagonisten Sonea und Akkarin, entwickeln sich im Laufe des Romanes, im Laufe der kompletten Trilogie fort. Dabei wird Wert auf die Stärken und auf die Schwächen jedes einzelnen Charakters gelegt, auch der Nebencharaktere, die ihre eigenen Ziele besitzen, deren eigene Motivation ihr Handeln bestimmt. Leider bleiben durch die Vielzahl an Personen, durch die diversen Handlungsstränge, einige auf der Strecke. So kam mir auch in diesem Band Lord Rothen viel zu kurz. Gefreut habe ich mich dahingegen, dass mit dem Auftritt von Regin erneut ein Bogen, diesmal zum Vorgängerband geschlagen werden konnte. Alles in allem hoffe ich, dass in den Sonea-Romanen einige der hier angelegten Handlungsstränge noch aufgegriffen und aufgelöst werden.

An der Buchgestaltung gibt es nichts auszusetzen. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet und ein hochwertiges Taschenbuch erschaffen. Eine vorangestellte Karte und ein abschließendes Glossar runden den tollen Gesamteindruck ab und sprechen ihrerseits wieder für einen exzellenten Weltenbau. Schließlich vermag mich auch das Cover zu überzeugen. Es passt sich gut in die Reihe ein, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Im Gegensatz zum Vorgängerband, habe ich auch dieses Mal an der Farbe der Robe nichts auszusetzen, da die schwarze Robe perfekt mit dem Inhalt des Buches harmonisiert.

Mein Fazit? Mit „Die Meisterin“ untermauert Trudi Canavan ihren Status als eine der besten High-Fantasy-Autorinnen und sorgt für einen fulminanten Abschluss ihrer Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“. Der Roman begeistert durch eine spannende Handlung und einen brillianten Weltenbau. Für jeden, der auch nur am Rande etwas mit Fantasy anfangen kann, bedingungslos zu empfehlen.

 

Ran an den SuB mit Ava 2018 – Juni

Mit Riesenschritten nähern wir uns der Jahreshälfte – Zeit für die letzte Monatsvorschau der Challenge Ran an den SuB mit Ava 2018 im ersten Halbjahr.

Im Juni durften thematisch nur Bücher eines Verlages ausgewählt werden. Ich habe mich dabei für einen meiner Lieblingsverlage entschieden: Blanvalet, Teil der Random House Verlagsgesellschaft.

Ausgewählt habe ich zwei Bücher, die mir besonders ans Herz gewachsene Buchreihen fortführen:

  • Trudi Canavan: „Die Meisterin“ (Die Gilde der Schwarzen Magier 3)
  • Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 2 – Druidengeist“ (Die Shannara Chroniken 5)

Zudem möchte ich ein Buch lesen, das seit der LLC 2017 auf meinem SuB liegt, nachdem ich dort die großartige Ann Aguirre persönlich kennenlernen durfte:

  • Ann Aguirre: „Die Zuflucht“

Mein Gefühl sagt mir, es wird ein toller Monat! 🙂

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 1 – Heldensuche“ (Die Shannara Chroniken)

Vor einigen Tagen habe ich „Heldensuche“, den ersten Teil der „Erben von Shannara“, beendet – insgesamt mein viertes Buch aus Terry Brooks epischem Shannara-Universum. Die Rezensionen der anderen Werke könnt ihr unter folgenden Links nachlesen: „Das Schwert der Elfen„, „Elfensteine„, „Das Lied der Elfen„). Die mir vorliegende Ausgabe erschien 2017 bei Blanvalet, Verlagsgruppe Random House, die Originalausgabe 1990 unter dem Titel „The Scions of Shannara“ bei Del Rey, New York. Das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe stammt aus dem Jahr 1991. Der Roman – und die ganze Reihe – ist dem Genre „High Fantasy“ zuzuordnen, auch wenn gewisse dystopische Elemente und Anklänge an die „Heroic Fantasy“ nicht zu verneinen sind.

512bk8uwzdklHunderte Jahre nach dem Tod Allanons, des letzten Druiden, ist die Magie fast vollständig aus den Vier Landen verschwunden, und jede Nutzung von Magie wird von den Suchern der herrschenden Förderation rigoros geahndet. Da erhält Par Ohmsford von Allanons Schatten den Auftrag, das legendäre Schwert von Shannara zu suchen. Doch auch für Wren Ohmsford und Walker Boh hält der letzte Druide Aufgaben bereit. Denn nur gemeinsam durch die Kraft des Hauses von Shannara kann es gelingen, den Schattenwesen, die die Vier Lande unterwandern, Einhalt zu gebieten.

„Heldensuche“ ist ein gelungener Auftakt in eine neue Trilogie in der Welt von Shannara, auch wenn es sich gelegentlich wie der Mittelteil einer Reihe anfühlt.  Dies liegt allerdings daran, dass, vergleichbar zu „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“, die Handlungsstränge und Quests der einzelnen Auserwählten auseinanderfallen, und die Geschichte dadurch nicht stringent erzählt wird, was einerseits den Lesefluss etwas hemmt und andererseits für wirklich große Cliffhanger sorgt. Schön ist es, dass durch Verweise zu den anderen Büchern, durch Erzählungen, und nicht zuletzt durch die Familienbande zu früheren Protagonisten (z. B. Padishar Weidenkorb und Morgan Leah) die Handlung gut in den Kontext der gesamten Reihe passt, und der Weltenbau und die Entwicklung einheitlich vorangetrieben werden.

Mit dem Roman legt Terry Brooks den Grundstein für weitere Bände, viele Probleme werden nur angerissen, viele Fragen sind noch offen, viele Aufgaben ungelöst. „Heldensuche“ brilliert darin, das epische Finale, den Kampf gegen das Böse vorzubereiten. Dadurch hat es einige Längen, und es fehlt gelegentlich am großen Knall. Dem Autor gelingt es jedoch, alle Protagonisten einzuführen, ihre Besonderheiten und jeweilige Motivation zu erklären, ohne den Leser zu überlasten. Der Roman überzeugt auch dadurch, dass sich die jeweiligen Personen – so unterschiedlich sie auch sein mögen – konsequent weiterentwickeln, Stärken und Schwächen zeigen.

Der Buchsatz ist gelungen, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls. Das Cover besticht durch die hochwertig geprägte Schrift, bietet einen hohen Wiedererkennungswert und fügt sich nahtlos in das Gesamtbild der Reihe ein.

Mein Fazit? „Heldensuche“ ist ein vielversprechender Auftakt in eine neue Trilogie aus Terry Brooks Meisterwerk. Der Roman besticht durch einen tollen Weltenbau und starke Charaktere, lässt aber handlungs- und spannungstechnisch noch Luft nach oben für die Folgebände. Für Liebhaber der High-Fantasy bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Novizin (Die Gilde der Schwarzen Magier 2)“

Nachdem ich bereits vor einigen Wochen den ersten Teil der Trilogie (erneut) gelesen habe, war nun endlich Teil 2 an der Reihe. Die Besprechung zum Vorgänger, „Die Rebellin“, kann *hier* abgerufen werden. *Hier* findet ihr zudem die Besprechung zum Prequel-Band „Magie“

~~~ Hinweis: Die folgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband beinhalten ~~~

„Die Novizin“ erschien in Deutschland erstmals 2006 bei Blanvalet, im Original wurde der Roman unter dem Titel „The Novice. The Black Magician Trilogy Book Two“ 2002 bei Voyager / Harper Collins Australia veröffentlicht. Das mir vorliegende Taschenbuch entstannt mittlerweile der 20. Auflage, und ist – wenn auch sehr schwer – am ehesten dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

41ln9dncn9l-_sx339_bo1204203200_Nachdem Sonea in die Gilde der Magier aufgenommen wurde, beginnt ihre Ausbildung als Novizin. Schnell stellt sich heraus, dass sie weitaus stärker als ihre Mitschüler ist. Dies – und ihre niedere Herkunft – machen sie sofort zum Ziel des Gespötts ihrer Kameraden. Doch ihre eigenen Probleme sind nichts im Vergleich zu dem Geheimnis, das sie, ihr Mentor, und der Administrator der Gilde hüten. Wissen, das so gefährlich ist, dass niemand davon erfahren darf.  Und alles scheint perfekt. Bis zu dem Tag, als der Hohe Lord Akkarin Sonea in seine Obhut nimmt.

„Die Novizin“ schließt direkt an den Vorgänger an und setzt die Handlung nahtlos fort. Man ist sofort mitten im Geschehen und trifft die liebgewonnen Charaktere aus dem ersten Teil wieder. Mir persönlich kommt in „Die Novizin“ Lord Rothen etwas zu kurz, das hat aber mit der Handlung zu tun. Abgesehen davon entwickeln sich die Charaktere konsequent weiter, man erfährt neues über sie und lernt dadurch, die alten Verhaltensweisen aus dem Vorgänger noch besser zu deuten und zu verstehen. Gut gelungen ist auch, dass durch die Reisen des Botschafters Dannyl die einzelnen Völker der magischen Welt stärker vorgestellt werden, was den Weltenbau immens unterstützt und für eine homogene Darstellung der verschiedenen Gesellschaftssysteme sorgt. Gleiches gilt für das immer besser und detaillierter ausgearbeitete Magiesystem.

Der Autorin gelingt es, durch einen flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil und durch den nahezu konsequent gehaltenen Spannungsbogen, den Leser stark am Text zu halten. Durch das Auseinanderfallen der verschiedenen Handlungsstränge und -Orte ist verständlich, dass von einer Ich-Perspektive abgesehen wurde. Hätte man das Buch aber aus der Sicht von Sonea erzählt und mit mehreren personalen Erzählperspektiven verknüpft, hätte der Leser eine noch stärkere Bindung zur Protagonistin haben können.

Im Vergleich zum ersten Teil fällt das Buch aus meiner Sicht marginal ab. Durch die vielen Wechsel der Handlungsorte und -Stränge, durch die dadurch entstehenden Cliffhanger, fehlt mir etwas der innere rote Faden und das Buch hat einige Längen. Nichtsdestotrotz ist es trotzdem ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie, der das hoffentlich gigantische Finale einläutet.

Die Buchgestaltung ist gelungen, insbesondere haben Lektorat, Korrektorat und Buchsatz ordentlich gearbeitet. Das Cover ist ebenfalls gut, hochwertig geprägt, fügt sich in die Reihe ein und schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Nur inhaltlich verstehe ich es nicht ganz. Der eindeutig kriegerische Eindruck der Magierin steht im Widerspruch zu dem Grün der Robe, die den Heilern vorenthalten ist. Daher kann es sich auch nicht um Sonea handeln, deren Robe zudem mit Incals verziert ist.

Mein Fazit: „Die Novizin“ ist ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“. Das Buch kann vor allem mit einem gelungenen Weltenbau und tollen Charakteren punkten, die über leichte Längen bei der Handlung hinwegsehen lassen. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.