[Buchgedanken] Rüdiger Bertram: „Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?“ (Robin the Hood 1)

In der letzten Zeit habe ich auch „Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?“ von Rüdiger Bertram gelesen. Das Buch ist 2025 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als illustriertes Jugendbuch einzuordnen, bei dem Horst Hellmeier für die Illustrationen verantwortlich ist. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als Robin halb absichtlich in die Falle eines internationalen Geheimdiensts tappt, landet er mittendrin in einer surrealen Mission. Zusammen mit Agentin Mary soll er eine Stadt klauen! Genauer: eine Schneekugel mit einem Stadtmodell, in der ein tödlicher Virus versteckt ist. Und diese Kugel befindet sich den Händen der Schurkin Madame Schenial, die droht, die Menschheit zu vernichten. Eine ausweglose Situation? Nicht für die beiden cleversten Kinder, die das Action-Universum zu bieten hat!

„Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?“ ist der erste Band der neuen Buchreihe um den gleichnamigen Titelhelden, der mittlerweile eingedeutscht Robin Kappe heißt, und mein zweites Buch von Rüdiger Bertram nach „Nur 300 km„. Der Roman wird seitens des Verlags für Leser:innen ab 10 Jahren empfohlen und balanciert daher auf der Grenze zwischen Kinder- und Jugendbuch – aufgrund des Alters des Protagonisten (13 Jahre) habe ich den Roman jedoch eher als Jugendbuch eingeordnet.

Die Handlung ist durchaus kurzweilig, abwechslungsreich und altersgerecht, dabei aber auch leicht antiklimaktisch und eher ereignisarm. Auch sind kleinere Logikfehler vorhanden und einige etwas fragwürdige Handlungsstränge – insgesamt hätte man hier auch für die Zielgruppe etwas mehr Komplikationen einbauen können. Immerhin kann das Ende mit einigen schönen Momenten überzeugen und lässt noch Potential und ungelöste Handlungsstränge für die Folgebände offen.

Ergänzt wird der Text durch die Illustrationen von Horst Hellmeier, die sich sogar als komplette Comic-Elemente entpuppen, die die Handlung nahtlos fortführen und daher integraler Bestandteil des Buches sind. Und auch wenn diese teils etwas überzeichnet wirken, ist es doch eine wirklich gelungene und innovative Abwechslung, die für viel Spaß bei den Leser:innen sorgt und durchaus auch den markanten Humor der Geschichte mitbestimmt.

Die einzelnen Figuren sind – bei der Kürze des Buches nicht unerwartet – etwas schematisch angelegt, hier können die Folgebände aber durchaus noch liefern und die Figuren plastischer werden lassen. Am stärksten überzeugt bislang noch Mary – und Sam ist (so konfus sein Handlungsstrang auch ist) ein wirklich willkommener Sidekick. Rüdiger Bertrams Schreibstil ist dabei altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen und im Zusammenspiel mit den Illustrationen das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung überzeugt größtenteils. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, der Umschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken leicht geprägt und mit in Grautönen gestalteten Coverinnenseiten versehen. Cover und Coverrückseite werden leider zum Buchrücken hin klar abgetrennt, das Covermotiv lässt etwas den Bezug zur Handlung vermissen, hat aber durchaus spannende Elemente. Es bleibt abzuwarten, ob sich hier zusammen mit dem Folgeband ein Wiedererkennungswert für die gesamte Buchreihe erzeugen lässt.

Mein Fazit? „Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?“ ist ein sehr innovatives Jugendbuch mit interessanter Handlung und tollen Illustrationen, aber auch mit kleineren Schwächen und etwas ereignisarm. Für Leser:innen ab dem vom Verlag angegebenen Alter bedenkenlos zu empfehlen.

Zweite Werke | Lovelybooks-Buchpost im Doppelpack

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, passenderweise mein zweites Buch des jeweiligen Autoren, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür! „Verformung“ ist hierbei der neue Roman von Bastian Kresser aus dem Braumüller Verlag, während es sich bei „Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?“ um den Auftaktband einer neuen Buchreihe von Rüdiger Bertram für den cbj Kinder- und Jugendbuchverlag mit Illustrationen von Horst Hellmeier handelt. Ich bin mal gespannt, ob mich beide Romane gleichermaßen wie die ersten Bücher der Autoren begeistern, oder ob sie sogar noch besser sind.

Welche Buchreihe habt Ihr zuletzt neu begonnen?

[Buchgedanken] Sabrina Qunaj: „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ (Hearts & Horses 1)

Vor kurzem habe ich auch „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ von Sabrina Qunaj gelesen. Das Buch ist 2025 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Jugendbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Mia liebt Pferde über alles, besonders den Lusitano ihrer Mutter. Als er verkauft wird, schwört Mia, ihn eines Tages zurückzuholen. Aber als sie den Wallach tatsächlich wiedertrifft, ist er völlig verändert und lässt niemanden mehr an sich heran – mit Ausnahme eines Jungen namens Arvid. Auch Mia fühlt sich zunehmend zu Arvid hingezogen und kann die Schmetterlinge in ihrem Bauch bald nicht mehr verleugnen. Doch dann erfährt sie, dass Arvid kein gewöhnlicher Junge ist! Diese Erkenntnis verändert alles, und die märchenhafte Zeit auf dem Pferdehof droht jäh zu enden …

„Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ ist der erste Band der gleichnamigen Buchreihe, die – entgegen der etwas einseitigen Bewerbung durch den Verlag – hoffentlich nicht nur Mädchenherzen höher schlagen lässt. Empfohlen wird das Buch dabei ab 10, tendentiell würde ich die Altersgrenze minimal höher legen und das Buch Leser:innen ab zwölf Jahren ans Herz legen, ein Alter, das auch näher an den Protagonist:innen ist. Der Roman ist übrigens mein drittes Buch von Sabrina nach „Der Ritter der Könige“ und „Ein Gefühl wie warmer Sommerregen“ (letzteres als Ella Simon). Das Buch könnte man zudem verschiedenen Genres zuordnen – als Pferderoman, als Teen-Romance, als Rockstar-Romance etc. Der Einfachheit halber habe ich mich aufgrund des bunten Themenmixes aber für die Einordnung als Jugendbuch entschieden.

Die Handlung ist abwechslungsreich, spannend und altersgerecht. Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen, personalen Erzählperspektiven erzählt, man begleitet Mia (13) und Arvid (14), die Love Interests (das kurzzeitig aufgebaute Love Triangle mit Mark kann man hier vernachlässigen). Das Buch mischt dabei jugendtypische Themen wie erste Liebe und familiäre Konflikte mit einer klassischen Rockstar-Romance und ganz viel Pferden – Ostwind-Vibes inklusive.

Dabei kann vor allem das Setting brillieren. So entführt Sabrina Qunaj die Leser:innen nach Norddeutschland, in eine Gegend zwischen Strand, verwaisten Leuchttürmen und Pferdehöfen. Vor allem der fiktive Showpferdehof Hansen berührt hier mit der tollen Einstellung zur Arbeit und zum Umgang mit den Pferden – wirklich schön. Und auch Arvids Rockstar-Leben wird anschaulich beschrieben, gern hätte ich mir hier noch mehr Einblicke in den Songwriting-Prozess und insbesondere abgedruckte Songtexte gewünscht.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – sollten in potentiellen Folgebänden die gleichen Charaktere wieder auftreten, könnten diese hier aber noch schärfer herausgearbeitet werden. Denn bislang überzeugen vor allem wichtige Nebencharaktere wie Hanna und Karo, während Mia nicht immer nachvollziehbar handelt. Sabrina Qunajs Schreibstil ist altersgerecht, lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchumschlag ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite leicht geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv setzt sich nahtlos auf dem Buchrücken und der Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht. Insgesamt ist das Covermotiv farblich eher unauffällig und genretypisch, ich hätte mir hier noch etwas mehr Anklang an die Handlung gewünscht. Alles in allem ist es aber durchaus ansehnlich, wenn auch kein Eyecatcher.

Mein Fazit? „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ ist ein toller Start in die Reihe, der vor allem durch den Themenmix und mit seiner tollen Einstellung zur Pferdearbeit punktet. Für Leser:innen – nicht nur für Mädchen – ab etwa zwölf Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Große Gefühle für Jung und Alt | Lovelybooks-Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Weil es nicht anders sein kann“ ist der neue Roman von Joanna Glen (Arche Verlag), der von Eva Kemper ins Deutsche übersetzt wurde. Bei „Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück“ handelt es sich um den Auftakt in eine Jugendbuchreihe von Sabrina Qunaj für den cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH. Beide Romane stellen dabei große Gefühle und Naturverbundenheit in den Mittelpunkt – auch wenn sie jeweils unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Ich bin daher schon sehr gespannt – und freue mich darauf, nach einem historischen Roman und einem Liebesroman von Sabrina auch endlich ein Jugendbuch zu lesen.

Welche Liebesgeschichte hat Euch zuletzt beeindruckt?

[Buchgedanken] Fabiola Turan: „Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“

In der letzten Zeit habe ich auch „Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“ von Fabiola Turan gelesen. Das Buch ist 2025 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als fantastisches Kinderbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Mit allem hätte Artemis gerechnet – nur nicht damit, sich plötzlich an Bord eines fliegenden Schiffes wiederzufinden! Die Crew der Dreamcatcher besteht aus magisch begabten Kindern, die das Meer der Wünsche vor einem machthungrigen Baron beschützen. Um ihren Teil dazu beizutragen, muss Artemis die Wolkenmagie in sich erwecken und sich auf eine gefährliche Reise begeben. Dabei wird ihr mehr abverlangt als erwartet und bald droht das Abenteuer aus dem Ruder zu laufen. Haben die Kinder gemeinsam eine Chance, gegen das Böse zu bestehen und das Meer der Wünsche zu retten?

„Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“ ist – sehr unüblich – ein Einzelband in diesem Genre, wobei für zukünftige Ausflüge über die Wolken durchaus noch viel Potential verbleibt. Dabei lässt sich das Buch relativ klar einem Genre zuordnen, ist ein fantastisches Kinderbuch und nicht wie auf Verkaufsportalen teils angegeben Science Fiction für Kinder. Empfohlen wird das Buch gemäß Altersangaben des Verlags (teils abweichend) für Leser:innen ab neun oder zehn Jahren, balanciert also auf der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, wobei ich im Ergebnis das Werk gerade noch so als Kinderbuch einstufen würde.

Denn die Handlung mischt die fantastische Idee mit kinder- und jugendtypischen Problemen wie sozialer Abkapselung, Freundschaft, ersten zärtlichen Gefühlen und familiären Konflikten. Dabei bleibt die Handlung durchaus spannend, rasant und abwechslungsreich, ist teils natürlich auch vorhersehbar und etwas antiklimaktisch, insbesondere am Ende, das nicht komplett überzeugen kann – auch für die Zielgruppe hätte man durchaus noch etwas mehr Konfliktpotential (in der realen Welt) einbauen können.

Das Setting kann größtenteils glänzen, entführt die Autorin die Leser:innen doch nicht nur an ein Eliteferieninternat sondern auch in eine fantastische Parallelwelt voller Magie mit eigenen physikalischen Gesetzen. Dabei wird durchaus einiges zum Weltenbau und Magiekonzept erwähnt – gerade bei letzterem hätte ich mir aber noch mehr Informationen gewünscht. Auch wäre eine vorangestellte Karte des Meeres der Wünsche toll gewesen und hätte zum besseren Verständnis der fremden Welt beitragen können.

Die einzelnen Figuren sind – im Wesentlichen – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, obwohl aufgrund der Kürze die Figurenentwicklung natürlich nicht vollumfänglich ausgestaltet werden kann. Hierbei brillieren insbesondere Maxim, Oliver und Nika, während gerade Artemis teils nicht nachvollziehbar handelt, mit der neuen Situation viel zu mühelos umgeht. Fabiola Turans Schreibstil ist altersgerecht, lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist sauber. Der Umschlag ist auf dem Cover und Buchrücken leicht geprägt und mit farbigen, aber eintönigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelmotiv zieht sich gut über Buchrücken und Coverrückseite, sodass ein tolles, einheitliches Gesamtbild entsteht und ist sehr ansprechend – sowohl von der Gestaltung als auch von der Farbgebung: ein wirkliches Highlight.

Mein Fazit? „Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“ ist ein fantastisches Jugendbuch, das mit einer durchaus spannenden Handlung und einem tollen Setting glänzen kann, leider zum Ende hin aber minimal abbaut. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von neun oder zehn Jahren.

Von Göttern und göttlichen Genüssen | Rezensionsexemplare im Doppelpack

Bevor es in den nächsten Tagen mit Rezensionen weitergeht, möchte ich Euch heute erstmal wieder zwei Neuzugänge vorstellen, die mich in der letzten Zeit als Rezensionsexemplare erreicht haben – vielen Dank dafür! „Marmeladensommer“ von Persephone Haasis (Penguin Verlag) kam dabei im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, während „A Curse so Divine – Die Nacht, die uns verschlingt“ von Emily Bähr (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag) auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse an Blogger verteilt wurde – beide Verlage gehören zur Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH. Und während mich in Emilys Buch ein echter, auferstandener Gott erwartet, kann Persephone (die ich übrigens ebenfalls in Leipzig getroffen habe) in ihrem Werk immerhin göttliche Genüsse vorweisen, verspricht der Roman doch auf der Coverrückseite verführerische Marmeladenrezepte. Ich bin daher schon ganz gespannt! 🙂

Welches Buch ist zuletzt bei Euch eingezogen?

Von Lastenkähnen und fliegenden Schiffen | Jugendbücher im Doppelpack

Bevor es in den nächsten Tagen wieder einige Rezensionen von mir gibt, möchte ich Euch heute noch zwei Kinder-/Jugendbücher vorstellen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Nuria“ von Sigrid Zeevaert (Tulipan Verlag) ist dabei ein von Eleanor Sommer illustriertes Buch für Leser:innen ab acht Jahren, während „Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“ von Fabiola Turan (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag) ab 10 Jahren empfohlen wird. Beide Verlage sind Teil der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH – und entführen mit den Büchern die Protagonist:innen auf ungewöhnliche Verkehrsmittel. So wird Nuria von ihrer Oma auf einen Lastenkahn mitgenommen, während Artemis sich auf der „Dreamcatcher“, einem fliegenden Schiff, wiederfindet.

Mit welchem Verkehrsmittel würdet Ihr gern einmal reisen?

[Buchgedanken] Alexandra Kui: „Was hast du nur getan?“

Vor kurzem habe ich auch „Was hast du nur getan?“ von Alexandra Kui gelesen. Das Buch ist 2025 als cbt Taschenbuch im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Jugendthriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Arthur Otto Falkenberg ist tot. Tot liegt er auf dem Schulhof unter einer Decke, damit man das Blut nicht sieht. Während die Polizei von einem Selbstmord ausgeht, werden Cassidy und ihre Clique von der Schulleiterin gebeten, sich um die anderen Schüler zu kümmern und die Ohren offen zu halten, um einen Skandal an ihrer Schule zu vermeiden. Doch bald häufen sich die Hinweise, dass mehr hinter Arthurs Tod steckt. Wie passen Drogenkäufe in das Image des Musterschülers? Wie viele Tränen der Schüler sind eigentlich Freudentränen? Während Cassidy selbst die Ermittlungen aufnimmt, geraten sie und ihre Clique ins Visier der Polizei. Denn eine von ihnen kannte den Toten besser, als sie zugibt.

„Was hast du nur getan?“ ist mein erster Roman der Krimi- und Thrillerautorin Alexandra Kui. Dabei lässt sich der Roman relativ leicht einem Genre zuordnen. Während das Buch teils als Schulthriller beworben wird – wohl ein noch tieferes Subgenre – würde ich das Buch als Jugendthriller einordnen. Zudem zeigt das Buch ganz leichte Elemente eines Entwicklungsromans und von Coming of Age, da die Protagonist:innen doch starke Wandlungen durchleben. Der Fokus liegt jedoch klar auf der Krimi- bzw. Thrillerhandlung, sodass jegliche andere Kategorisierung aus meiner Sicht ausgeschlossen sein sollte.

Denn die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich – und altersgerecht, wird der Roman doch seitens des Verlags für Leser:innen ab 14 Jahren empfohlen, ein relativ hohes (Mindest-)Alter für einen Jugendthriller. Und so spart der Roman auch nicht an körperlicher und psychischer Gewalt sowie einer Vielzahl an dysfunktionalen Beziehungen – sowohl zwischen Gleichaltrigen als auch innerhalb der Familien. Allerdings kann das Ende dann doch nicht ganz mithalten, löst zwar den Todesfall auf, lässt aber sonst vieles vermissen und wirft neue Fragen und Probleme auf, sodass ein leicht schaler Beigeschmack verbleibt.

Das Setting ist naturgemäß gelungen, aber austauschbar. So entführt uns die Autorin in ein urbanes norddeutsches Idyll, in eine Stadt mit Villenviertel, Schule, Freibad, Skaterpark und Tennisplätzen in der Nähe von Hamburg – die Geschichte hätte aber genau so gut an nahezu jedem anderen Ort funktioniert. Zentraler Ort des Geschehens ist hier die (ebenfalls sehr dysfunktionale) Schule. Jugendtypische Probleme wie Freundschaft, erste Liebe, Mobbing, Statusdenken, Cliquenbildung und familiäre Vernachlässigung werden hier mit der Thrillerhandlung zu einem Gesamtkonstrukt verflochten, das doch etwas überladen ist – und da sind die beiläufig eingestreuten Themen wie Fluchterfahrung, aufenthaltsrechtliche Probleme, Drogenkonsum und latenter Rassismus noch gar nicht mit eingerechnet.

Die einzelnen Figuren sind teils doch sehr schematisch angelegt, und handeln – vor allem, was die erwachsenen Charaktere betrifft – gelegentlich sehr abstrus und wenig nachvollziehbar. Frau Sturm, Herr Nowak, Monas Vater und Nadja sorgen für permanentes Kopfschütteln, lediglich einige der „jüngeren“ Protagonist:innen können hier punkten – vor allem Leo und Mona überzeugen. Alexandra Kuis Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen, ist altersgerecht, aber nicht aufdringlich jugendsprachlich, und lässt das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist ordentlich. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und startet die größeren Sinnabschnitte auf ungeraden Seiten. Der Buchumschlag ist genretypisch gestaltet, das Covermotiv setzt sich mit den Blutspritzern nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht. Das Covermotiv ist jedoch austauschbar und eher belanglos, es fehlt hier der konkrete Bezug zur Handlung.

Mein Fazit? „Was hast du nur getan?“ ist ein solider Jugendthriller, der vor allem mit seiner Spannung und Kurzweil punktet, aber auch in den Charakteren und zum Ende hin etwas schwächelt. Für Leser:innen ab dem vom Verlag vorgegebenen Alter von 14 Jahren dennoch zu empfehlen.

[Buchgedanken] Andreas Hüging: „Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ (Football-Freunde 1)

Vor kurzem habe ich auch „Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ von Andreas Hüging gelesen. Das von Dominik Rupp illustrierte Kinderbuch ist 2025 im cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH erschienen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die Grasdorf Rebels verbindet eins: Die Liebe zum American Football. Als die Condors aus dem Nachbarort die Jungs zu einem Feindschaftsspiel herausfordern, wollen sie allen zeigen, dass mehr als nur ein Nachwuchstrupp in ihnen steckt. Doch um ihre Gegner schlagen zu können, muss das Team zusammenhalten. Und das nicht nur auf dem Feld, sondern auch als ihrem Quarterback Jimmy wegen eines vergurkten Mathetest ein Footballverbot droht, Artem von einem wütenden Kaufhausdetektiv verfolgt wird oder ein stinkender Hund ihren allergiegeplagten Trainer verjagt.

„Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ ist der Auftaktband einer neuen Kinderbuchreihe, die sich um die titelgebende Jugendfootballmannschaft dreht. Dabei kann das Buch mit viel Football-Expertise aufweisen, ist es doch mit einem Vorwort von Football-Superstar Sebastian Vollmer versehen und mit der Hilfe von Personen aus dem Umkreis der Potsdam Royals erstellt worden. Empfohlen wird die Reihe vom Verlag für Leser:innen ab acht Jahren, eine Alterseinschätzung, die ich hier durchaus teilen kann.

Denn die Handlung ist altersgerecht und wartet mit kinder- bzw. jugendtypischen Problemen auf, geht es doch um Freundschaft, Zusammenhalt sowie schulische und familiäre Konflikte. Aufgrund der Kürze des Buches und der notwendigen Vorstellung aller Figuren, die am Anfang etwas als Infodump daherkommt, bleibt die Handlung allerdings noch etwas auf der Strecke und wird insbesondere zum Ende hin schnell und auffällig komplikationsarm aufgelöst. Hier kann es in den Folgebänden – auch für die Zielgruppe – etwas konflikt- und spannungsreicher werden, auch im Hinblick auf die brisante Lage von Kilian.

Das Setting kann ebenfalls größtenteils überzeugen. So entführt Andreas Hüning die Leser:innen in eine fiktive Kleinstadt – mit Dönerladen, Beautysalon und einem Football-Trainingsplatz. In das sportliche Setting, das mit durchaus unerwartet vielen Fachbegriffen einhergeht, die aber im Glossar für Neulinge erklärt werden, mischt der Autor gesellschaftlich relevante Themen wie den Angriffskrieg auf die Ukraine, Flucht, Armut und Ghettoisierung mit ein, verbleibt hier aber sehr an der Oberfläche.

Dominik Rupps Illustrationen sind ein kleines Highlight des Buches und illustrieren die Geschichte wunderbar. So gelingt es ihm, den einzelnen Charakteren Leben einzuhauchen und ihnen Wiedererkennungswert zu verschaffen – gern mehr davon! Andreas Hünings Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und in Zusammenspiel mit den Illustrationen das Kopfkino sofort anlaufen. Ferner ist der Schreibstil altersgerecht, was in fast bizarr anmutenden jugendsprachlichen Eskapaden von Amon gipfelt, die vielleicht minimal drüber sind.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht schmälern, der Buchsatz ist im Zusammenspiel mit den Illustrationen sehr gelungen, lediglich die Chatnachrichten hätten etwas besser gesetzt und abgegrenzt werden können. Cover und Coverrückseite sind toll gestaltet, werden aber durch den Buchrücken relativ stark unterbrochen, der Umschlag ist zudem mit wunderschönen, in Grautönen gehaltenen, Coverinnenseiten versehen. Abzuwarten bleibt, ob das Buch mit den Folgebänden für einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe sorgt.

Mein Fazit? „Die Football-Freunde – Touchdown für die Grasdorf Rebels“ ist ein gelungener Auftakt in die Buchreihe, der mit einem tollen Football-Setting glänzt, in der Handlung aber noch Potential für die Folgebände offen lässt. Für Leser:innen ab acht Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Jugendbuchliebe | Doppelte Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Was hast du nur getan?“ von Alexandra Kui aus dem cbj Kinder- und Jugendbuchverlag (Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH) ist dabei als Jugendthriller einzuordnen, während „43 Gründe, warum es aus ist“ von Daniel Handler (Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG) ein von Maira Kalman illustriertes und von Birgitt Kollmann übersetztes Jugendbuch ist, das anhand von 43 Objekten eine schnelle, intensive Liebesbeziehung nachzeichnet. Als riesengroßer Jugendbuchfan bin ich auf beide Romane daher schon sehr gespannt – und kann es kaum erwarten, in die Geschichten der Protagonist:innen einzutauchen.

Welches Jugendbuch hat Euch durch Eure Kindheit begleitet?