[Buchgedanken] Laini Taylor: „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ (Muse 1, Strange 3)

In der letzten Zeit habe ich „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Der Roman ist 2020 im One Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre High-Fantasy zuzuordnen. Die Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel „Muse of Nightmares“ bei Little, Brown and Company, Hachette Book Group. Er bildet den Auftakt der „Muse of Nightmares“-Dilogie, stellt gleichzeitig aber auch eine Fortsetzung der „Strange the Dreamer“-Dilogie dar, sodass er insgesamt auch als dritter Teil dieser Reihe gelten kann.

51YWG8WThzL._SX327_BO1204203200_Sarai ist die Muse der Albträume. Seit sie denken kann, quält sie die Bewohner von Weep mit ihren schlimmsten Ängsten. Sie ist sich sicher, dass sie jede noch so furchtbare Grausamkeit gesehen hat. Doch damit liegt sie falsch. Unendlich falsch. Denn plötzlich findet sich Sarai selbst in einem Albtraum wieder, aus dem sie nicht aufwachen kann. Ihre Liebe, ihr Leben und das aller Bewohner von Weep stehen auf dem Spiel …

„Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ ist ein klassischer Auftaktband – und kann definitiv nicht als Standalone gelesen werden, da keine der Handlungslinien zum Ende hin wirklich aufgelöst wird, was viel Potential für den nachfolgenden Teil eröffnet, für den Leser bisweilen aber etwas unbefriedigend sein kann. Auch empfiehlt es sich – was ich nicht getan habe – vorher in jedem Fall „Strange the Dreamer“ zu lesen, da es den Anschein macht, dass Welt und Vorgeschichte vorausgesetzt werden und nur noch wenig erklärt wird. Ich würde das Buch daher auch als dritten Teil dieser Reihe sehen, und nicht als eigenständige Dilogie. Dadurch fiel es mir teils schwer, der Handlung flüssig zu folgen, dies kann dem Buch aber nicht angelastet werden.

Die Handlung insgesamt überzeugt im Wesentlichen, hat aber Längen, da relativ wenig passiert. Auch kann es bisweilen anstrengend sein, dass permanent zwischen den einzelnen Handlungssträngen hin- und hergewechselt wird. Brillant hingegen ist das Setting. Die Welt, die Laini Taylor erschafft, ist fantastisch und bildgewaltig, und doch sehr fragil und ausgewogen. Erinnerungen und Träume, Götterwesen und Götterschlächter, die Autorin beschreibt anschaulich und mit einem leicht lesbaren Schreibstil und erlaubt es dem Leser so, sich nach Weep und in die Zitadelle zu träumen.

Trotz der Vielzahl an Charakteren entwickelt Laini Taylor diese gut und legt sie dreidimensional, mit eigenen Stärken, Schwächen und Motiven an. Insbesondere Minya überzeugt hier auf ganzer Linie – und erhält durch die Reise in ihre Träume eine ganz andere Tiefe. Ich bin gespannt, ob diese Entwicklung im Folgeband konsequent weitergeführt wird.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover ist wunderschön, ein wahrer Eyecatcher, und passt sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein. Allerdings hätte es noch etwas hochwertiger ausgearbeitet und geprägt sein können, sodass das Buch sich insgesamt etwas edler anfühlen würde. Dabei ist allerdings zu beachten, dass im Gegenzug der Preis für ein Hardcover auch deutlich am unteren Ende angesetzt ist.

Mein Fazit? „Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers“ ist ein vielversprechender Auftakt, der zwar Schwächen in der Handlung hat, aber durch tolle Charaktere und ein brillantes Setting punkten kann. Da er viele Fragen für den nächsten Teil offen lässt allerdings nicht als Standalone lesbar – und idealerweise nach „Strange the Dreamer“. Für Liebhaber des Phantastischen bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] A. J. Marini: „stromLos: odyssee“ (stromLos 2)

Vor kurzem habe ich „stromLos: odyssee“, den Abschluss der stromLos-Dilogie von A. J. Marini, beendet. Das Buch ist 2016 in der Pagina Verlag GmbH erschienen und – wie auch schon der Vorgänger – als Dystopie oder Science-Fiction-/Endzeit-Thriller anzusehen. Meine Besprechung des ersten Bandes kann *hier* abgerufen werden. Vielen Dank an dieser Stelle erneut an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

~~~ Achtung! Die Besprechung kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten. ~~~

515uYcDwGUL._SX353_BO1204203200_2039. Der Planet stöhnt unter unbarmherziger Hitze. Rätselhafte Krankheiten haben sich ausgebreitet, gewaltige Sterberaten dezimieren die Erdbevölkerung. Emi Boulder und Ben Bates, gegensätzlich wie Feuer und Wasser, sind in einer globalen Katastrophe gestrandet: Elektrizität funktioniert nicht mehr! Tag um Tag vergeht ohne Strom. In gnadenloser Hitze werden die Umstände immer alptraumhafter, alles bricht rasant zusammen, es geht bald ums nackte Überleben. Die Katastrophe konfrontiert Ben schonungslos mit sich selbst, zugleich wächst in ihm eine zarte und unbeholfene Liebe für Emi. Emi weiß, warum es zu dem globalen Ausfall von Elektrizität gekommen ist, und dass der Strom nicht mehr zurückkehren wird. Sie fasst einen abenteuerlichen Plan, wie sie aus dem kollabierten Großstadtmoloch entkommen können. Doch Ben hat gute Gründe, der schönen, wie geheimnisvollen Emi zu misstrauen. Trotz aller Anziehung, die diese Frau auf ihn ausübt, nagen Zweifel und Ängste an ihm. Da geschieht das Unerwartete …

„stromLos: odyssee“ knüpft direkt an die Handlung des Vorgängerbandes an und setzt diese nahtlos fort. Teils werden Erklärungen in die Geschichte eingebaut, die Handlungsstränge aus dem ersten Band zusammenfassen, sodass „odyssee“ wohl auch als Standalone gelesen werden kann – empfehlen würde ich es aber nicht.

Während die Handlung im Vorgänger noch eher Züge eines Politthrillers aufwies, wechselt Teil Zwei endgültig in das dystopische Endzeitszenario und fokussiert sich auf das reine Überleben der Protagonisten. Menschliche Urinstinkte, der Zusammenbruch jedes gesellschaftlichen Lebens und der Verfall aller Normen – „stromLos: odyssee“ bietet eine erschreckende Zukunftsvision, der es aber auch etwas an Realität fehlt – auch wenn versucht wird, eine wissenschaftliche Untermalung anzubieten, die aber nicht zuletzt durch das sehr esoterisch anmutende Ende etwas konterkariert wird.

Abgesehen davon bleibt die Handlung aber dauerhaft spannend und wird stringend vorangetrieben. Die einzelnen Charaktere entwickeln sich weiter und zeigen ganz eigene Stärken und Schwächen. Besonders gefreut habe ich mich, in diesem Band noch mehr von Gwen und Poona zu erfahren, leider tauchen andere Charaktere dafür gar nicht mehr auf.

Nicht ganz warmgeworden bin ich weiterhin mit dem kruden Mix der Erzählperspektiven. So wird sowohl aus der Ich-Perpektive von Ben, als auch personal aus der Sicht von Emi, allerdings mit auktorialen Einschüben erzählt. Eine stärkere Fokussierung auf die beiden Protagonisten und ihre Gedanken und Gefühle hätte hier eine noch intensivere Bindung zwischen dem Leser und den Charakteren ermöglicht. Gleiches gilt im Übrigen für den etwas zu beschreibenden Schreibstil des Autors – etwas mehr „Show, don’t tell“ hätte den Lesefluss noch verstärken können. Das Setting hingegen überzeugt auf ganzer Linie und ermöglicht es dem Leser, sich in die dystopische Umgebung zu versetzen.

Die Buchgestaltung zeigt sich leicht verbessert zum Vorgängerband. Zwar sind Lektorat, Korrektorat und Buchsatz weiterhin kleinere Fehler durchgerutscht, allerdings nicht in der Häufigkeit des ersten Bandes. Das Covermotiv ist ähnlich und sorgt für einen Wiedererkennungswert der Reihe, insgesamt ist der Buchumschlag allerdings unauffällig und verschenkt Potential, insbesondere auf der Coverrückseite und den Coverinnenseiten.

Mein Fazit? „stromLos: odyssee“ ist ein im Wesentlichen gelungener Abschluss der dystopischen Dilogie, der sich leicht verbessert zum ersten Band zeigt und vor allem durch das endzeitliche Setting und eine spannende Handlung punkten kann. Kleinere Schwächen in der Erzählperspektive und dem Schreibstil trüben das Lesevergnügen nur leicht. Für alle Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab etwa 16 Jahren.

[Buchgedanken] Kiera Cass: „Promised“ (Hollis 1)

In den letzten Tagen habe ich „Promised“ von Kiera Cass gelesen, den Auftakt zur neuen Dilogie der Autorin einer meiner absoluten Lieblingsbuchreihen („Selection“). „Promised“ ist 2020 bei FISCHER Sauerländer erschienen, die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „The Betrothed“ bei HarperTeen, HarperCollins Publishers, New York, veröffentlicht. Der Roman ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen.

51V6fLIOdVL._SX324_BO1204203200_Wie jedes Mädchen am Hofe hofft Hollis, dass sie diejenige ist, die König Jamesons Herz erobert. Als sie auf einem Ball stolpert und ihm buchstäblich in die Arme fällt, verliebt Jameson sich Hals über Kopf in sie. Er beginnt, ihr mit extravaganten Geschenken den Hof zu machen, und Hollis kann ihr Glück kaum fassen. Doch ist das wirklich das Happy End? Der mysteriöse Fremde Silas bringt Hollis‘ Welt ins Wanken. Silas ist kein König. Luxus und Macht kann er ihr nicht versprechen. Aber jeder Blick von ihm trifft sie mitten ins Herz. Die Augen des ganzen Volkes sind auf die zukünftige Königin gerichtet. Und niemand ahnt, welche Stürme in ihr toben, während sie lächelt.

Die Erwartungen, die ich an „Promised“ hatte, hätten kaum höher sein können. Kiera Cass zählt zu meinen absoluten Lieblingsautoren, ihr Meisterwerk „Selection“ fällt immer, wenn ich meine Lieblingsbücher benenne. Umso gespannter war ich, ob „Promised“ an die Perfektion anknüpfen kann. Und auch wenn der Roman nicht ganz an die Brillanz von „Selection“ heranreicht, erfüllt er doch alle Erwartungen und zählt bereits jetzt zu den Jahreshighlights.

Dabei kann der Roman mit einem tollen Setting punkten. Der Gegensatz zwischen der Pracht am Königshof und dem Leben auf dem Land, zwischen der Adelsschicht und den Flüchtlingen, zwischen den Kulturen und Traditionen der Länder – Kiera Cass beschreibt anschaulich und sorgt dafür, dass man sich direkt in die Geschichte hineinversetzt fühlt, dass ein Film vor dem inneren Auge des Lesers abläuft. Dass dabei der Weltenbau noch nicht in allen Details dargestellt wird, stört nicht, schließlich gibt es ja noch einen Folgeband, der hoffentlich dann die offenen Fragen klärt. Der Leser lernt mit Hollis mit, erkundet mit ihr die Welt.

Zu Hollis – aus deren Sicht die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird – findet man sofort eine Bindung, auch gerade dank der Erzählperspektive. Man leidet, lacht und weint mit ihr, man spürt ihre Verwirrung und Verzweiflung, aber auch gerade ihre Kraft und Entschlossenheit, ihre Impulsivität und ihren Mut. Auch die Nebencharaktere sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, insbesondere Scarlet und Lady Eastoffe überzeugen mich völlig.

Die Handlung ist – auch genrebedingt – teils vorhersehbar, mit einigen, unerwarteten Wendungen gelingt es der Autorin aber auch, den Leser zu überraschen. Insgesamt wird die Spannung die ganze Zeit gehalten, das anfangs noch eher ruhige Geschehen steigert sich unaufhörlich und gipfelt in einem starken Finale. Dennoch lässt Kiera Cass den Leser nicht mit einem gewaltigen Cliffhanger zurück, sondern sorgt für einen vernünftigen Abschluss des Bandes, der trotzdem den Boden für einen gewaltigen Folgeband bietet. Ich kann es kaum erwarten – und zähle bereits jetzt die Tage bis zum Erscheinungstermin des zweiten Teils im nächsten Jahr.

Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen sauber gearbeitet und nur Kleinigkeiten durchgehen lassen. Das Cover ist ein wahrer, glitzernder Eyecatcher mit einem brillanten, wunderschönen Titelmotiv, die Coverinnenseiten sind ebenfalls ein farblich-glitzernder Traum.

Mein Fazit? „Promised“ ist Young-Adult Romantasy in Reinform mit tollen Charakteren, einem wunderschönen Setting und einer spannenden, wenn auch teils vorhersehbaren Handlung. Bedenkenlos zu empfehlen ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14 – und ein sicheres Jahreshighlight!

[Buchgedanken] Isabel Kritzer: „America’s Next Magician“ (Next Magician 2)

Vor wenigen Tagen habe ich „America’s Next Magician“  beendet, den Abschlussband der „Next Magician“-Dilogie von Isabel Kritzer. Das Buch ist 2020 im Drachenmond Verlag erschienen und – wie der Vorgänger – eine bunte Mischung aus Dystopie, Young Adult Romantasy und fantastischem Jugendbuch. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Die Besprechung zu Band 1 kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Achtung: Die Besprechung kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

51xlJGTXLJL._SX350_BO1204203200_25 Länder. 5 mächtige Magicians. Wer herrscht?
Ein verheißungsvoller Kuss, der über die Zukunft entscheidet.
Eine neue Macht, die für das Reich kämpft.
Ein Junge aus dem goldenen Palast, der den Kaiser stürzen will.

Die Regentschaftswahl ist entschieden, die Rebellion entfacht! Eine Serie von Attentaten auf Magicians und ein teuflischer Racheplan drohen California ins Chaos zu stürzen. Gleichzeitig versucht Josephine zu begreifen, was passierte, was Wahrheit und was Lüge ist. Statt Antworten eröffnet ihr ein Besuch bei Tekre Industries, dem bedeutendsten Nachrichtendienst, beunruhigende Geheimnisse. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, als der Kaiser sie in seinen goldenen Palast einlädt. Hightechwaffen beziehen am Himmel Stellung, Totgeglaubte leben und Magie liegt in der Luft.

„America’s Next Magician“ ist ein würdiger Abschluss der Dilogie und knüpft nahtlos und unmittelbar an die Handlung des Vorgängerbandes an. Dadurch hat man die Chance, weiterhin mit den altbekannten Charakteren mitzufiebern, lernt gleichzeitig aber auch neue Figuren kennen.

Auch wenn die Handlung nur langsam in Fahrt kommt, wird der Spannungsbogen grundsätzlich die ganze Zeit gehalten und steigert sich unaufhörlich bis hin zum großen Finale, das – auch wenn ich mir teils einen anderen Ausgang gewünscht hätte – die Erwartungen doch erfüllt. Dabei gelingt es der Autorin, den Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen und neuen Enthüllungen zu fesseln und zu schockieren.

Das – dystopische – Setting ist erneut sehr gut vorstellbar, der Weltenbau wird weiter ausgebaut und angereichert. Auf einige technische Informationen, insbesondere zu den Waffensystemen, hätte ich allerdings verzichten können. Zwar ist Authentizität und Plausibilität auch in fantastischen Welten wichtig, aber es handelt sich schlussendlich nicht um einen Science-Fiction Roman.

Die einzelnen Charaktere – auch in den Nebenrollen – sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen und Ziele. In diesem Band hat mir insbesondere Yasemine sehr gut gefallen. Die Protagonisten entwickeln sich auch im Verlauf der Handlung weiter, lediglich Josis letzte Entscheidung empfinde ich persönlich als Rückschritt.

Die Buchgestaltung ist, wie zu erwarten war, brillant gelöst. Lektorat und Korrektorat haben solide gearbeitet, der Buchsatz ist mit wenigen Ausnahmen wunderschön. Als Kritik auf hohem Niveau könnte man vielleicht anmerken, dass die Initiale zu Kapitelbeginn teils den normalen Text etwas verdecken und man auf die Zusammenfassung von Band 1 hätte verzichten können. Abgesehen davon wird der Buchsatz durch eine Playlist, eine Karte und wundervolle Illustrationen ergänzt. Das Cover von Alexander Kopainski ist erneut ein wahrer Eyecatcher und bildet mit dem Vorgänger ein tolles Reihenbild, das für einen hohen Wiedererkennungseffekt sorgt.

Mein Fazit? „America’s Next Magician“ ist der gelungene Abschluss der „Next Magician“-Dilogie und kann vor allem durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein brillantes Setting punkten. Für Leser des Genres bedingungslos zu empfehlen – und bereits jetzt ein potentielles Jahreshighlight.

[Top Ten Thursday] Bücher, die ich kaum erwarten kann

Nach langem möchte ich Euch mal wieder einen Top-Ten-Thursday-Beitrag präsentieren und Euch dabei die Bücher vorstellen, deren Release ich gar nicht mehr erwarten kann – unter anderem von Emily Bold, Nina MacKay und Ava Reed. Zur Einfachheit halber werde ich dabei Buchreihen zusammenfassen und jeden Autor nur einmal aufnehmen. Die bisherigen Top-Ten-Thursday-Beiträge findet Ihr *hier auf der Übersichtsseite*.

  1. Ulla Scheler: „tbd“Seit Ulla 2018 angedeutet hat, sie arbeite an einem nächsten Buch, warte ich sehnsüchtig auf neuen Lesestoff von ihr, da ihre beiden bisherigen Romane jeweils absolute Jahreshighlights waren. Leider steht bislang weder ein Titel, noch ein Veröffentlichungstermin – aber einen Leser werden ihre Bücher in mir immer haben.
  2. Kiera Cass: „Promised“ (07.05.2020)“Selection“ ist eine meiner absoluten Lieblingsbuchreihen und Kiera Cass hat sich damit auch zu einem literarischen Vorbild entwickelt. Ich kann daher ihr neuestes Werk kaum erwarten – und ist das Cover nicht wunderschön?
  3. Suzanne Collins: „Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange“ (19.05.2020)Ich bin mit der Panem-Trilogie mehr oder weniger aufgewachsen und sie gehört nach wie vor zu den besten Dystopien. Daher kann ich die Neuerscheinung kaum erwarten, insbesondere, da sie weitere Informationen zur Vorgeschichte bringt und daher dabei hilft, die Welt von Panem noch besser kennenzulernen.
  4. Ava Reed: „Truly“ (27.05.2020)Ich liebe Avas Jugendbücher und bin auch von ihren Fantasyromanen sehr angetan. Daher bin ich umso gespannter, wie der Ausflug in das New-Adult-Programm bei einem meiner absoluten Lieblingsverlage läuft – aus meiner Sicht kann das nur grandios werden!
  5. Halo Summer: „tbd“Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Halo eine Fortsetzung von Aschenkindel schreibt, einer meiner absoluten Lieblingsmärchenadaptionen. Auch wenn bislang, meines Wissens nach, weder Erscheinungstermin noch Titel stehen, kann ich es kaum erwarten, endlich die versprochene Fortsetzung zu lesen.
  6. Emily Bold: „Stolen – Verwoben in Liebe“ (16.07.2020)
    Von Emily habe ich schon viele Bücher gelesen, aber vor allem die Silberschwingen-Dilogie hat mich restlos überzeugt. Daher setze ich große Hoffnung in die neue Romantasy-Reihe bei Planet! Die Cover und der limitierte farbige Buchschnitt sehen jedenfalls grandios aus.
  7. Nina MacKay: „Dornröschen und der Mettsommernachts-Traum“ (Juli 2020)Die Hipster-Märchen-Reihe von Nina MacKay gehört zu dem besten, was die humorige Fantasy in Deutschland zu bieten hat. Ich kann daher den Abschlussband kaum erwarten – und es sind sogar ganz viele Mettigel auf dem Cover! Wie toll ist das denn! =)
  8. Bianca Iosivoni: „The Last Goddess 1: A Fate Darker Than Love“ (25.10.2020)Bianca und Romantasy – das passt perfekt zusammen, wie schon „Soul Mates“ gezeigt hat. Umso gespannter bin ich auf das neueste Werk, was im Oktober ebenfalls wieder bei Ravensburger erscheint.
  9. Anna Godbersen: „Die Prinzessinnen von New York – Secrets“ (30.04.2020)Und noch ein Buch aus dem LYX-Verlag. Zwar habe ich die restlichen Teile noch nicht gelesen, sie subben aber alle schon – und auch Teil vier wird allein schon wegen der brillanten Cover bei mir einziehen. So göttlich – so glamourös.
  10. Bianca Iosivoni und Laura Kneidl: „Midnight Chronicles – Schattenblick“ (26.08.2020)Da Bianca hier nicht allein schreibt, zählt das nicht als Doppelnennung :D. Und wie könnte ich das Buch auslassen – wenn sich zwei der besten Autorinnen Deutschlands zusammentun, kann nur etwas göttliches dabei herauskommen. Ein Glücksgriff für den LYX-Verlag – und garantiert auch ein Glücksgriff für die Leser.

Hier nun – soweit bekannt – die tollen Cover.

Und auf welche Bücher freut Ihr Euch noch so?

[Buchgedanken] Kenzie H. Taft: „Bis nächsten Monat, Prinzessin – Band 1“

In den letzten Tagen habe ich den ersten Band der Dilogie „Bis nächsten Monat, Prinzessin“ von Kenzie H. Taft gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Der Roman ist 2020 im Selfpublishing veröffentlicht worden und wohl am ehesten dem Genre Dark Romance zuzuordnen.

51m6C2YqaUL._SX311_BO1204203200_Johanna lernt den deutlich älteren Chris bei einer Firmenfeier kennen. Zunächst ist sie von ihm alles andere als angetan, doch mit der Zeit bauen sie eine lockere Freundschaft voll zweideutiger Scherze auf und verbringen viel Zeit miteinander. Aus der kollegialen Bekanntschaft entwickelt sich ein prickelndes, leidenschaftliches Verhältnis. Johanna verliebt sich schließlich in Chris, der in vielerlei Hinsicht sehr erfahren ist und ihr aufzeigt, wie man das Leben in vollen Zügen genießen kann. Ein- bis zweimal im Monat hat sie ihn für sich allein und lebt nur für diese Zeit mit ihm. Doch warum will Chris partout keine Beziehung mit Johanna? Als sie den Grund erfährt, warum er sie immer wieder auf den nächsten Monat vertröstet, bricht Johanna zusammen.

„Bis nächsten Monat Prinzessin – Band 1“ ist ein solider Auftakt in eine Buchreihe, der den Leser nicht kalt lässt. Aufgrund der gewählten Erzählperspektive, der Erzählung in Ich-Perspektive aus der Sicht von Johanna, ist man nah an der Protagonistin und leidet, lacht und liebt mit ihr zusammen. Dabei gelingt es der Autorin, das Gefühlschaos, den Spagat zwischen Verzweiflung und Liebe greifbar und für den Leser spürbar zu machen.

Genrebedingt wartet das Buch mit teils deftiger Sprache, expliziten Sexszenen und Abhängigkeitsverhältnissen bis hin zu vergewaltigungsähnlichen Szenen auf, insgesamt aber noch so dosiert, dass der Roman knapp an der Grenze zwischen Romance und Erotik balanciert und diese nicht einreißt. Das durch die emotionale Abhängigkeit hervorgerufene, teils irrationale Verhalten der Protagonistin wird glaubhaft und eindringlich geschildert. An diesem Punkt hätte ich mir aber durchaus auch einige Punkte gewünscht. Einer Triggerwarnung bedarf es m.E.n. nicht, aber am Ende, gern auch in der Danksagung, hätte man auf weiterführende Informationen und Hilfsangebote zu diesem Problemkreis verweisen können.

Das Setting ist schön, allerdings etwas austauschbar. Die Wohnung, die Umgebung – all das wird toll beschrieben, von der Waldwanderung bis hin zu den kleinen idyllischen Dörfern – hier hätte man durch das Einstreuen von konkreten Ortsnamen (sofern ich sie nicht überlesen habe) noch mehr Authentizität erzeugen und dem Leser ein noch klareres Bild vermitteln können.

Die Handlung ist spannend, ein wahres Auf und Ab, eine Gefühlsachterbahn, die in einem allerdings moderaten Cliffhanger kulminiert, für den sich die Autorin nicht hätte entschuldigen müssen – das geht deutlich schlimmer. Allerdings erschließt sich mir der Sinn des Prologes (noch) nicht so recht. Es kann sein, dass sich das mit Teil 2 jedoch noch ändert.

Die Buchgestaltung ist hingegen insgesamt durchwachsen. Während das Korrektorat noch solide ist, hat das Lektorat – sofern durchgeführt – einige Schwächen, die leicht ausgemerzt hätten werden können. Auch der Buchsatz überzeugt nur teilweise. Positiv ist zu erwähnen, dass jedes Kapitel, jeder Monat, auf einer ungeraden Buchseite anfängt. Dahingegen ist durch den Verzicht auf die Silbentrennung am Zeilenende das Satzbild sehr unregelmäßig. Zudem ist auch – dafür kann die Autorin allerdings wohl eher nichts – die Druckqualität nicht sehr hoch. Das Cover ist unauffällig – hier wäre mit mehr Bezug zur Handlung noch deutlich mehr rauszuholen gewesen.

Mein Fazit? „Bis nächsten Monat Prinzessin – Band 1“ ist ein im Wesentlichen gelungener Einstieg in eine Dark-Romance-Dilogie, die den Leser schockt, aber auch mitreißt – schonungslos und brutal, aber auch sehr gefühlvoll. Für Leser des Genres – trotz Schwächen in der Buchgestaltung – bedenkenlos zu empfehlen, allerdings erst ab 18 Jahren.

[Buchgedanken] Ava Reed: „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ (Ashes 1)

In den letzten Tagen habe ich den ersten Band der „Ashes and Souls“-Dilogie von Ava Reed gelesen. „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ erschien 2019 als Hardcover in der Loewe Verlag GmbH und ist dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen.

51IniBPiJsL._SX351_BO1204203200_Eine Liebe zwischen Tod und Unsterblichkeit

Prag wird die goldene Stadt genannt, doch Mila sieht dort unendlich viel grau. Denn sie hat eine besondere Fähigkeit: Sie kann den Tod vorhersehen. Menschen, die bald sterben werden, verlieren in Milas Augen jegliche Farbe. Verzweifelt versucht sie, diesen Fluch loszuwerden, und gerät dabei in den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit. Schnell findet sie heraus, dass Himmel und Hölle ganz anders sind, als sie es sich vorgestellt hat. Für welche Seite wird Mila sich entscheiden?

„Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ ist ein beeindruckender Auftakt in eine phänomenale Dilogie, angesiedelt an der Grenze vom fantastischen Jugendbuch hin zu Young-Adult Romantasy, wobei die doch präsente Liebesgeschichte für mich den Ausschlag zu letzterer Genrezuordnung gab. Erzählt in mehreren personalen Erzählperspektiven und vor dem Hintergrund eines fabelhaften Settings in der Stadt Prag schafft die Autorin ein bildgewaltiges Werk, das nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grau in allen Schattierungen kennt.

Hierbei punktet das Buch vor allem auch dank seinen Charakteren. Dabei überzeugen nicht nur die Hauptprotagonisten, sondern auch die Nebencharaktere, sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Mila bin ich besonders von Reia und Zech – und natürlich von Mim und Pan angetan (ich meine, wer liebt sie nicht?!).

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, auch wenn die Handlung teils vorhersehbar ist. Zwar endet das Buch in einem Cliffhanger, dieser ist aber erstaunlich moderat. Insgesamt sorgt er jedoch dafür, dass man Teil 1 keinesfalls als Standalone lesen kann – was man aber nach der wirklich tollen Lektüre auch nicht möchte.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und flüssig lesen – und ist bildhaft, sodass das Kopfkino sofort anspringt. Trotz der personalen Erzählperspektive gelingt es Ava zudem, zwischen dem Leser und den Protagonisten, insbesondere zu Mila, ein Band aufzubauen, man leidet, lacht und weint mit ihr, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls überragend, Lektorat, Satz und Korrektorat haben sauber gearbeitet. Beim Cover hat sich Covergott Alexander Kopainski mal wieder selbst übetroffen und ein wunderschönes Titelbild gezaubert, das zudem hochwertig geprägt ist. Lediglich unter dem Schutzumschlag kommt das Buch etwas eintönig daher.

Mein Fazit? „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ ist ein wundervoller Reihenauftakt, der vor allem dank seiner tollen Charaktere und eines wunderschönen Settings punkten kann und viele Fragen für den Folgeband offenlässt. Für Genreleser bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14 Jahren. Wenn der Folgeband, der bereits auf meinem SuB liegt, das Niveau halten kann, ist der Dilogie die Aufnahme in meine Jahreshighlights wohl nicht zu nehmen.

[Buchgedanken] Bianca Iosivoni: „Flying High“(Hailee & Chase 2)

Vor kurzem habe ich „Flying High“ von Bianca Iosivoni gelesen, den zweiten Teil ihrer phänomenal-erfolgreichen Dilogie um Hailee und Chase. Das Buch, das auch die vorderen Ränge der Spiegel-Bestsellerliste eroberte, ist 2019 beim LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Romance zuzuordnen. Meine Besprechung des Vorgängerbandes kann *hier* nachgelesen werden.

~~~~ Achtung. Die folgende Besprechung kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten ~~~

518mtoB5MiL._SX312_BO1204203200_Hailee hatte ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis, das niemand kannte und niemand erfahren sollte. Am allerwenigsten Chase, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat. Hailee war klar, dass sie Chase verlieren würde. Sie wusste es von der ersten Sekunde an, als sie ihm gegenüberstand. Und doch hat er ihr Herz mit jedem Lächeln und jeder Berührung ein bisschen mehr erobert. Aber gibt es für sie beide überhaupt eine Chance? Oder müssen sie einsehen, dass manchmal nicht einmal die Liebe ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten?

„Flying High“ setzt die Handlung des Vorgängerbandes nahtlos fort und erlaubt dem Leser so, nicht nur erneut Zeit mit den Protagonisten Hailee und Chase, sondern auch mit liebgewonnenen Nebencharakteren wie Lexy zu verbringen. Und auch wenn das Buch einen so auf eine neue Reise, auf eine neue, emotionale Achterbahnfahrt mitnimt, fühlt es sich auch ein bisschen an wie das Gefühl, nach Hause zu kommen.

Die Handlung – wenn auch genrebedingt leicht vorhersehbar – ist dennoch spannend. Mit vielen unerwarteten Wendungen und neuen Entwicklungen gelingt es der Autorin, den Leser immer mal wieder in die Irre zu führen und das unweigerliche Ende hinauszuzögern. Unterstützt von Bianca Iosivonis flüssigen, authentischen und hochemotionalen Schreibstil wird der Leser so ans Buch gefesselt und möchte es nicht aus der Hand legen.

Doch wenn man „Flying High“ nur als Buch sieht, wird dies der Dilogie nicht gerecht. Es ist so viel mehr als das, es ist – wie auch die starken Jugendbücher von Ava Reed und Ulla Scheler – eine Ode an das Leben, ein Plädoyer dafür, niemals aufzugeben. Man lacht und weint, leidet und freut sich – vor allem mit Hailee, die man selbst beschützen und unterstützen möchte. Sicher bin ich nicht der Einzige, bei dem Hailee einen kleinen, besonderen Platz im Herzen erobert hat.

Doch nicht nur Hailee, auch die anderen Charaktere vermögen zu überzeugen – selbst Shaine zeigt ganz neue Seiten und eröffnet dem Leser so einen neuen Blickwinkel auf ihn. Natürlich ist auch das Setting wieder brillant und ermöglicht dem Leser, sich fortzuträumen.

Die Buchgestaltung ist erneut traumhaft. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz überzeugen auf ganzer Linie. Das Cover ist hochwertig geprägt, besitzt ausklappbare und farbige Coverinnenseiten – und ist ein absoluter Eyecatcher.

Mein Fazit? „Flying High“ ist ein mehr als gelungener Abschluss der New-Adult-Dilogie und stand zurecht auf den Bestsellerlisten. Ein traumhaftes Setting, tolle Charaktere und eine hochemotionale Handlung sorgen für ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Ein Buch, nicht nur für New-Adult-Fans – empfohlen ab 16.

 

[Buchgedanken] Laura Kneidl: „Berühre mich. Nicht.“

Vor kurzem und als Vorbereitung zur Loveletter Convention 2019 habe ich „Berühre mich. Nicht.“ von Laura Kneidl gelesen, den Auftakt zu ihrer umjubelten New-Adult-Dilogie. Das Buch ist 2017 bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Romance zuzuordnen.

51rY0YusxbL._SX312_BO1204203200_Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen …

Ich kann nicht nachvollziehen, wie „Berühre mich. Nicht.“ so lang auf meinem SuB schlummern konnte – ich wollte es schon seit einiger Zeit lesen. Dass ich jetzt endlich dazu gekommen bin, ist Fluch und Segen zugleich. Ein grandioses Buch, ein grausames Ende – für das sich Laura sogar in der Danksagung entschuldigt. Wie kann man nur? Am liebsten würde ich sofort Teil 2 nachschieben, das ist mir aber derzeit nicht möglich, da andere Bücher anstehen. Einfach grausam!

Abgesehen von dem brutalen Cliffhanger ist „Berühre mich. Nicht.“ ein in allen Punkten überzeugendes New-Adult-Buch voll großer Gefühle und grandioser Protagonisten – ein potentielles Jahreshighlight. Durch die perfekte Wahl der Erzählperspektive (Ich-Erzähler aus der Sicht von Sage) wird es dem Leser leicht gemacht, sich mit der Protagonistin zu identifizieren, mit ihr zu leiden, zu lachen, und sich in meinem Fall – ein bisschen – in sie zu verlieben.

Das Setting ist wunderbar und spiegelt das amerikanische Lebensgefühl wieder, die Handlung ist spannend und sorgt mit vielen unerwarteten Wendungen immer mal wieder für Spannungsspitzen. Tolle Dialoge und Laura Kneidls leichter und flüssiger, aber vor allem eindringlicher und gefühlvoller Schreibstil fesseln den Leser an die Seiten und lassen ihn das Buch nicht aus der Hand legen. Dabei gelingt es der Autorin, nicht nur die Anziehung zwischen den Protagonisten, sondern auch die Angst, die Panik und Verzweiflung von Sage greifbar zu machen.

Im Laufe der Handlung entwickeln sich die – vielschichtig und plastisch angelegten – Protagonisten weiter, zeigen Stärken und Schwächen. Dabei können auch die Nebencharaktere, allen voran April und Gavin, überzeugen. Ich bin schon gespannt, wie auch deren Geschichten im Folgeband „Verliere mich. Nicht.“ weitererzählt werden.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Motiv ist ein wahrer Eyecatcher und bietet zusammen mit dem zweiten Teil der Reihe einen hohen Wiedererkennungswert und ein einheitliches Design.

Mein Fazit? „Berühre mich. Nicht.“ ist ein nahezu perfektes New-Adult-Buch mit tollen Protagonisten, einer starken und gefühlvollen Sprache und ganz großen Emotionen. Auch wenn das Ende einige verzweifeln lassen wird, ist es bedenkenlos für Liebhaber des Genres zu empfehlen – allerdings meines Erachtens nach nicht wie vom Verlag empfohlen ab 14, sondern eher ab 16 Jahren.

 

 

 

[LBC2019] Ein Tag im Bücherhimmel

20190518_125201(1)Gestern war es wieder soweit, Blogger, Verlage und Autoren trafen sich zur alljährlichen LitBlog-Convention in den Verlagsräumen der Bastei Lübbe AG. Ich war in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge dabei – und wenn die Verlage diese Tradition fortsetzen, sicherlich auch nicht zum letzten Mal :). Vielen Dank an die Bastei Lübbe AG, Kiepenheuer & Witsch, DuMont Kalenderverlag, Diogenes, Droemer Knaur und alle Autoren und Sponsoren für das gelungene Event.

20190518_110906Nach der Begrüßung startete ich mit einem kulturellen Programmpunkt in den Tag. Unter dem Motto „Fauser. Lesen. Jetzt.“ stellte der Diogenes Verlag seine neue Hardcover-Reihe der Romane von Jörg Fauser vor – die ersten drei Teile der Serie erscheinen in der nächsten Woche. Neben einigen wissenswerten Informationen über den Autor gab es vor allem auch Einblicke in die Rezeption seiner Werke – sowohl zur heutigen als auch zur damaligen Zeit.

20190518_120714Nicht minder spannend – aber gänzlich anders – war die zweite Veranstaltung am Vormittag. Für den Verlag One by Bastei Lübbe stellte Kira Licht den ersten Band ihrer „Gold & Schatten“-Dilogie vor, eine Buchreihe, die geschickt mythologische Götter-Elemente verknüpft und in die heutige Zeit transportiert. Ich schleiche schon lange um das Buch herum – da Kira auch noch auf der Loveletter Convention in Berlin sein wird, werde ich mir wohl spätestens dort, oder im Anschluss dann das Buch zulegen. Schließlich habe ich mit One-Autoren, die ich im Rahmen der LitBlog-Convention kennengelernt habe, nur gute Erfahrungen gemacht (Caroline Brinkmann!).

20190518_133602Im Anschluss war bereits Mittagspause. Kleine Snacks, Getränke und Muffins – letztere gesponsort von Bookfest und von der Frankfurter Buchmesse – versüßten die Wartezeit bis zu den nächsten Veranstaltungen. In diesem Jahr gab es auch zum ersten Mal in den Pausen ein Glücksrad – an dem ich prompt eine Tasse von DuMont und einen Hauptgewinn gewann. Ich bin schon ganz gespannt, wann ich von den Verlagen bezüglich des Gewinns kontaktiert werde – und wer weiß, vielleicht ist da ja auch was für eine Verlosung dabei :D.

20190518_141335Nach der Pause ging es zu einem meiner Lieblingsverlage. Für Lyx in der Bastei Lübbe AG plauderte April Dawson mit ihrer Lektorin, erzählte aus ihrem Alltag, ihrem Schreibprozess und ihrer Liebe zu Büchern und Bookstagram. Auch April sehe ich in Berlin zur Loveletter Convention wieder – und da ich mir im Anschluss an die Buchvorstellung direkt ihren Sensationserfolg „Up all Night“ mitnahm und signieren ließ, gelingt es mir vielleicht, diesen bis dahin sogar noch zu lesen.

20190518_150925(1)Meine letzte Veranstaltung (bevor ich einen Slot aussetzte, um das Bundesliga-Finale live mitzuerleben) war eine Buchpräsentation von Diogenes mit der Autorin Katrine Engberg, deren zweiter Kopenhagen-Krimi dort als Hardcover erschienen ist. Neben dem Buch, das allen Besuchern in der Convention-Bag – die dieses Mal überragend gut gefüllt war und neben vier! Büchern noch ein kleines Notizbuch, einen Kalender, Tee, Kekse, Bonbons und Goodies enthielt – überreicht wurde, verteilte der Verlag auch noch den ersten Band als Taschenbuch, sodass ich mir im Anschluss die komplette Krimi-Reihe von der dänischen Autorin signieren lassen konnte.

Nach dem packenden Bundesliga-Finale (Mia san Mia!) stieß ich dann zum obligatorischen Get-Together hinzu. Bei 20190519_1050151.jpgEssen und Getränken konnte man den Tag noch etwas Revue passieren lassen, bevor sich dann nach und nach die Verlagshallen leerten. Eine gelungene Veranstaltung – ein toller Tag. Ich würde mich freuen, wenn ich im nächsten Jahr wieder dabei sein kann. Natürlich möchte ich Euch auch meine „Ausbeute“ des Tages nicht vorenthalten.

In zwei Wochen geht es für mich direkt weiter zur Loveletter Convention, bevor dann leider die Messesaison bis zur Frankfurter Buchmesse aussetzt. Aber noch habe ich ja die LLC – zu der es dann in den nächsten Wochen einige Posts – und ein Gewinnspiel – geben wird. Also immer schön aufpassen :).