[FBM2022] Tag 3 – Viel Politik, aber auch Musik

Gestern stand auch schon der dritte Messetag, der erste Publikumstag auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse an. Mein Plan war dabei geprägt von einem starken politischen Block, mit Politikern, politischen Autoren oder politischen Büchern, aber auch von einem absoluten deutschen Musiksuperstar – mit: Anabelle Stehl, Paola Mendoza, Abby Sher, Stefanie Frida Lemke, Dmitri Glukhovsky, Bärbel Schäfer, Isabel Kritzer, Julia Dippel, Teresa Sporrer, Julia Fraczek, Nancy Faeser, Florian Prokop, Vanessa Mai und Josephine von Blueten Staub.

Den Anfang machte dabei die Buchpräsentation zu „Sanctuary“ (Loewe). Die Autorinnen Paola Mendoza, Abby Sher und die Übersetzerin Stefanie Frida Lemke stellten dabei im Gespräch mit Anabelle Stehl (stehlblueten) den dystopischen Roman über Flucht und Vertreibung vor und sprachen über Aktivismus, aktuelle politische Herausforderungen in den USA und ihre eigene Arbeit. Zudem las Frida auch eine Passage aus der deutschen Ausgabe des Buches.

Im Anschluss ging es hochpolitisch weiter. Im Gespräch mit Bärbel Schäfer präsentierte Dmitri Glukhovsky sein neuestes Buch „Geschichten aus der Heimat“, sprach aber vor allem auch über die aktuelle Lage in Russland, die Erlebnisse, die er als im Exil befindlicher Schriftsteller macht und mögliche weitere Entwicklungen in der nahen Zukunft. Erschreckend, wie nah seine dystopischen Romane sich nun der Wirklichkeit angenähert haben.

Danach ging es weiter zum Talk von Loomlight by Thienemann-Esslinger. Die Autorinnen des Verlags, Isabel Kritzer, Julia Dippel und Teresa Sporrer stellten im Gespräch mit Julia Fraczek (booksdream) ihre neuen Titel vor und sprachen über ihren Weg in den Verlag und das Autorensein an und für sich. Eine gelungene und informative Abwechslung nach den ganzen harten Themen.

Den Politblock beendete danach Nancy Faeser, Bundesministerin des Innern und für Heimat, im Gespräch mit Florian Prokop. Am Stand der Bundesregierung diskutierte sie dabei über Themen wie das Chancenaufenthaltsrecht, die Durchführung von Sportgroßereignissen in der Bundesrepublik Deutschland oder die Sicherheit kritischer Infrastruktur und stellte sich auch den Fragen aus dem Publikum.

Dann kam es auch schon zum absoluten Highlight des Tages. Die bekannte Sängerin Vanessa Mai signierte am Stand der Verlagsgruppe Droemer Knaur ihr dort erschienenes Buch „I DO IT MAI WAY“ und nahm sich Zeit für ihre Fans, machte Fotos, Selfies oder plauderte kurz mit den Leuten. Absolut sympathisch – und einfach toll. Ein wunderschönes Erlebnis, das sicherlich noch lange nachhallen wird.

Zum Abschluss des Tages ließ ich den Nachmittag gemütlich bei einem Poetry Slam ausklingen. Josephine von Blueten Staub präsentierte dabei auf der ARD Bühne für Arte Texte aus ihrem Buch „Nachtschattengewächse“ sowie auch einige neuere Werke – teils sehr nachdenklich, aber immer auch mit einer Prise Humor.

Damit endete mein Messetag – und heute geht es weiter mit einigen Signierstunden, aber auch mit einem vollen Programm – und noch volleren Messehallen. Schließlich ist heute Samstag …

[FBM2022] Tag 2 – Von Weltmeistern und Weltverbesserern

Gestern fand auch schon der zweite Messetag der Frankfurter Buchmesse statt. Dieses Mal standen für mich Veranstaltungen mit Sven Pfizenmaier, Maja Göpel, Wolodymyr Selenskyj, Philipp Lahm, Prof. Dr. Yurdagül Zopf und Sheila Blanco auf dem Plan – insgesamt also wieder ein eher ruhiger Tag, bei dem ich noch Zeit hatte, durch die Hallen zu stöbern.

Den Anfang machte – auch dies Tradition – die Verleihung des Aspekte Literaturpreises 2022 für das beste literarische Debüt auf dem Blauen Sofa. In diesem Jahr ging der Preis an Sven Pfizenmaier für seinen Roman „Draußen feiern die Leute“ (Kein & Aber), ein spannend klingender bunter Genremix aus Coming of Age, Dorfroman, Mystery und magischer Realismus – und das alles in der niedersächsischen Provinz.

Im Anschluss, nach einer kurzen Pause, wieder eine Veranstaltung auf dem Blauen Sofa – aber absolutes Kontrastprogramm. Maja Göpel, Politökonomin und Nachhaltigkeitsexpertin, stellte ihr neues Buch „Wir können auch anders: Aufbruch in die Welt von morgen“ (Ullstein Verlag) vor und beschrieb, wie gemeinsam die Transformation in eine zukünftige Gesellschaft möglich ist – eine Botschaft, die Mut macht.

Mittags stand dann das emotionale Highlight auf dem Plan. Bei einem Treffen zur Zukunft der ukrainischen Buchbranche und Literatur wurde eine am Vortag aufgenommene Rede von Präsident Wolodymyr Selenskyj für die Frankfurter Buchmesse eingespielt – sehr ergreifend und bewegend. Die Standing Ovations des vollbesetzten Saales mit einigen hundert Leuten, von denen nicht wenige Tränen in den Augen hatten, – nur ein schwaches, aber nichtsdestotrotz wichtiges Zeichen der Solidarität.

Am Nachmittag hatte ich nur noch eine Veranstaltung – und die war weltmeisterlich. Philipp Lahm und Prof. Dr. Yurdagül Zopf stellten das gemeinsame Werk „Gesund kann jede*r – Mein Weg für einen aktiven Lebensstil“ (Südwest Verlag) vor. Dabei plauderte Philipp Lahm aus der Zeit seiner Karriere, der Transformation zum Leben danach und wie es ihm gelungen ist, dauerhaft (zumindest größtenteils) fit und gesund zu bleiben.

Den Messetag ließ ich im Anschluss noch bei einem gemütlichen Konzert im Ehrengastpavillon ausklingen. Die spanische Musikerin Sheila Blanco, klassisch ausgebildete Sängerin und Pianistin – was man in jedem Ton merkte, trug Stücke aus ihrem Album „Cantando a las poetas del 27“ vor, ene Hommage an eine Gruppe von Poetinnen, die Vorreiter von Frauen in der Lyrik waren, und widmete dabei die Stücke jeweils einer Dichterin, zu der sie kurz dann auch noch deren Lebensgeschichte und ihre Intention hinter dem Lied vortrug.

Heute steht der erste Publikumstag auf der Messe an – und es wird voll. Mit dabei sind heute unter anderem Dmitri Glukhovsky, Vanessa Mai und Isabel Kritzer. Doch dazu dann später – oder morgen – mehr :).