[Buchgedanken] Volker Gerling: „Die Todesfalle“ (Skalla & Krampe 1)

In der letzten Zeit habe ich auch „Die Todesfalle“ von Volker Gerling, einem der Pseudonyme des Autors Volker Schulz gelesen. Das Buch ist 2025 bei SAGA Egmont, Egmont Verlagsgesellschaften mbH erschienen und als Thriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Investigativjournalistin Rachel Skalla arbeitet an einem Artikel über illegale Medikamententests, als sie Mark Kreutzer kennenlernt. Mark kann ihr die richtigen Türen für die Story öffnen. Um sich dafür bei ihm zu bedanken, will Rachel Mark dabei helfen, einen mysteriösen Fall aufzuklären, der ihn bis heute belastet. Marks Vater sitzt im Gefängnis. Er soll auf grausame Weise eine Prostituierte ermordet haben, beteuert aber bis heute seine Unschuld. Bei ihren Recherchen entdeckt Rachel sieben weitere Fälle, die dem von Marks Vater gleichen. Alle vermeintlichen Täter waren betrunken und wachten neben ermordeten Prostituierten in einem Hotelzimmer auf. Nur ein Zufall? Oder handelt es sich um das Werk eines raffinierten Serienmörders? Mit Hilfe des Hamburger Fallanalytikers Daniel Krampe begeben Rachel und Mark sich auf die Suche nach der Wahrheit – und geraten dabei selbst ins Visier des gnadenlosen Killers!

„Die Todesfalle“ ist nach „Redemptio: Sie wissen alles“ mein zweites Buch des Autors und der erste Band um die Investigativjournalistin Rachel Skalla und den Fallanalytiker Daniel Krampe, der bereits in Volker Gerlings vorheriger Trilogie zusammen mit Kommissarin Laura Graf Fälle löste. Dennoch kann man das Buch gut ohne Vorwissen als Standalone lesen, wenn auch die vorherigen Romane einem die Figur von Daniel sicherlich noch näher gebracht hätten. Zudem balanciert das Buch auf der Grenze zwischen Krimi und Thriller, der Einfachheit halber habe ich es bei der vom Verlag getroffenen Einordnung als Thriller belassen.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, auch wenn antiklimaktisch der Täter schon früh für alle aufgedeckt und präsentiert wird. Dennoch gelingt es dem Buch, die Leser:innen durch das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Täter und Ermittelnden nicht zu verlieren. Kleinere Schwächen verbleiben jedoch bei der teils implausiblen Polizei- und Justizarbeit und auch bei dem Handlungsstrang über die illegalen Medikamententests, der sang- und klanglos vernachlässigt und nicht wieder aufgegriffen wird.

Das Setting ist ebenfalls gelungen, aber austauschbar, entführt uns der Autor doch in eine schnelllebige Welt zwischen JVA, Luxushotels, abgeschiedenen Blockhütten, nimmt uns mit in die USA, nach Kanada und Indien. Dabei mischt der Autor in die Krimi-/Thrillerhandlung weitere, gesellschaftlich relevante Themen wie dysfunktionale Familien, illegale Medikametentests und Justizirrtümer mit ein, verbleibt hier aber jeweils sehr an der Oberfläche, was insbesondere bei den Medikamententests sehr ärgerlich ist, sind diese doch so prominent im Klappentext erwähnt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Rachel und Johannes, während Mark nicht immer nachvollziehbar handelt und Daniel aufgrund der fehlenden Vorgeschichte wenig greifbar erscheint. Volker Gerlings Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, wenn auch die Kapitellänge etwas zu kurz ist und die personalen Erzählperspektiven daher ständig wechseln.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich und unauffällig. Das Covermotiv ist genretypisch, bietet aber wenig Anklänge zur Handlung und ist – zusammen mit dem gesamten Buchumschlag – eher unauffällig. Abzuwarten bleibt, ob der Roman mit den Folgebänden für einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe mit Wiedererkennungswert sorgt.

Mein Fazit? „Die Todesfalle“ ist ein spannender Thriller, der ungewöhnliche Wege geht und vor allem aufgrund der Interaktionen zwischen Täter und Ermittelnden brilliert, dabei aber auch kleinere Schwächen und Logikfehler aufweist. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Rezensionsexemplare im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Bevor es in Kürze mit weiteren Buchbesprechungen weitergeht, habe ich heute erst einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Limerick Love. Break the Rules“ ist der Auftaktband der historischen Sports Romance von Kristin MacIver aus dem Knaur Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG), während Volker Gerling mit „Die Todesfalle“ (SAGA Egmont) in eine neue Reihe um die Investigativjournalistin Rachel Skalla und den Fallanalytiker Daniel Krampe startet. Hochspannung und ganz große Gefühle – ich freue mich schon darauf, beide Romane zu lesen.

Mögt Ihr historische Liebesromane?

[Buchgedanken] Lorenza Cingoli / Martina Forti: „Theseus und der Entotaurus“

Vor kurzem habe ich auch „Theseus und der Entotaurus“ von Lorenza Cingoli und Martina Forti gelesen. Die Illustrationen stammen aus der Feder von Gonzalo Kenny, für die Übersetzung zeichnet Michelle Luis Markau verantwortlich. Das Buch ist 2024 bei Egmont BÄNG! Books, Egmont Verlagsgesellschaften mbH erschienen und als Bilderbuch für Kinder einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Vor langer, langer Zeit im antiken Griechenland: Der steinreiche König Minos lässt ein Labyrinth bauen, um Touristen auf die Insel Kreta zu locken. Doch bald geht das Gerücht um, dass ein Monster durch die Gänge des Irrgartens spukt. Kann der mutige Theseus das Geheimnis lüften?

„Theseus und der Entotaurus“ ist die Nacherzählung der klassischen griechischen Sage mit den altbekannten Figuren aus Entenhausen. Das Bilderbuch richtet sich an jüngste Leser:innen ab 4-5 Jahren (die Angaben variieren hier). Bei der hiesigen Ausgabe handelt es sich um eine Übersetzung – Michelle Luis Markau ist ja oben bereits als Verantwortliche dafür benannt. Obwohl das Buch als Übersetzung aus dem Englischen betitelt wird, ist die einzige andere Ausgabe, die ich finden kann, die italienische von 2023 mit dem Titel „Teseo e il Papertauro“, erschienen bei Giunti Editore. Dies würde als Originalausgabe auch besser zu den italienischen Autorinnen passen.

Die Handlung ist natürlich für jeden, der entfernt mit der Sage vertraut ist, durchaus vorhersehbar, aber dennoch abwechslungsreich und wird durch die tollen Illustrationen von Gonzalo Kenny nicht nur unterstützt, sondern maßgeblich ergänzt. Dabei wird die Geschichte kind- und somit altersgerecht dargestellt, die einzelnen Figuren spiegeln nicht nur optisch sondern auch in den Eigenschaften ihre bekannten Pendants aus Entenhausen wider, teils wurden nicht einmal die Namen angepasst.

Auch Gonzalo Kennys Zeichenstil lässt Kindheitserinnerungen wach werden – und baut als Easter Egg nicht nur die Bewohner von Entenhausen in die Geschichte ein, sondern lässt Minnie und Micky Maus auch einen kurzen Auftritt als Artemis und Apollo absolvieren. Dabei spiegeln die Bilder durch die Farbgebung gut die Grundstimmung des jeweiligen Abschnitts der Handlung wider und sind insgesamt das Highlight des Kinderbuches. Der Schreibstil der Autorinnen ist altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen.

Die Buchgestaltung ist solide, der Buchsatz ist gelungen, Bild und Text werden hier zu einem tollen Gesamtprodukt verwoben. Lektorat und Korrektorat sind jedoch bei der Kürze des Textes ein kapitaler Fehler durchgerutscht – das sollte normalerweise nicht passieren. Der Buchumschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt, das Covermotiv wird leider zum Buchrücken drastisch unterbrochen, auf der Coverrückseite findet sich ein anderes, detailliertes Bild. Insgesamt ist das Covermotiv durchaus ansehnlich und spiegelt einige Details der Geschichte wider, jedoch fehlt mir etwas der konkrete Bezug zur Handlung.

Mein Fazit? „Theseus und der Entotaurus“ ist eine altersgerechte Nacherzählung der griechischen Sage, die vor allem durch tolle Zeichnungen punktet, aber auch kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen ab fünf Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

Von großen Gefühlen und großen Geschichten | Lovelybooks-Buchpost

In der letzten Zeit erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Vulkanherzsommer“ von Eva Floris (S. Fischer Verlag GmbH, S. Fischer Verlage) ist dabei „ein Roman über die Suche nach sich selbst und das Ankommen“ – große Gefühle sind hier garantiert. „Theseus und der Entotaurus“ von Lorenza Cingoli und Martina Forti mit Illustrationen von Gonzalo Kenny (Egmont BÄNG!, Egmont Verlagsgesellschaften mbH) erzählt hingegen in der Übersetzung von Michelle Luis Markau eine der großen Geschichten der griechischen Mythologie neu – mit den allseits bekannten und beliebten Disney-Charakteren aus Entenhausen. Wenn das mal kein vielversprechendes Duo ist!

Mögt Ihr die griechische Mythologie?

Seeschlangen und (Ost-)Seeromane | Doppelte Buchpost

Und auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare – vielen Dank dafür! „Die kleine Farbmühle an der Möwenbucht“ von Kajsa Arnold (SAGA Egmont Verlag) kam dabei als Gewinn einer Verlosung der Autorin zu mir, „The Sea Serpents Heir – Das Vermächtnis der Seeschlange 1: Die Piratentochter“ von Mairghread Scott und dem Illustrator Pablo Tunica (Cross Cult Verlag) im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de. Ein Ostseeroman und ein Graphic Novel über Seeschlangen: Ob es hier mehr Gemeinsamkeiten als die See gibt, gilt es in den nächsten Wochen herauszufinden :).

Wann wart Ihr zuletzt- wenn überhaupt schon einmal – an der Ostsee?

[Buchgedanken] Brad Meltzer: „Ich bin Marie Curie“

Heut habe ich „Ich bin Marie Curie“ von Brad Meltzer gelesen. Das von Christopher Eliopoulos illustrierte Buch wurde 2023 bei Egmont BÄNG! Comics, Egmont Verlagsgesellschaften mbH veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 2019 unter dem Titel „I am Marie Curie“ bei Rocky Pond Books. Das Buch ist als illustriertes Sachbuch einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Annica Strehlow verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Wie verändert man die Welt? Marie Curie wusste schon als Kind, dass sie ihr Leben der Wissenschaft widmen wollte. Doch trotz ihres herausragenden Intellektes hatte sie hohe Hürden zu überwinden, denn im 19. Jahrhundert waren Frauen oft von einer höheren Bildung ausgeschlossen. Sie schaffte es, sich gegen alle Widerstände zu behaupten und wurde eine revolutionäre Physikerin und Chemikerin.

„Ich bin Marie Curie“ ist der neueste Teil der Reihe „Jede*r kann die Welt verändern“ (orig. „Ordinary People Change the World“); eine Buchreihe mit Biografien inspirierender Persönlichkeiten als Bilderbuch / illustriertes Sachbuch für sehr junge Leser (Altersangabe der dt. Version: 4-7 Jahre; Originalausgabe 5-9 Jahre). Ich würde hier eher die Alterseinschätzung der Originalausgabe teilen und das Buch somit eher ab 5-6 Jahren empfehlen – für ambitionierte Erstleser oder spannende Vorleseabende.

Die Handlung hangelt sich lose entlang der Stationen von Marie Curies Leben, lässt den Leser sie in die Schule, an die Universität und zur Nobelpreisverleihung begleiten. Dabei bleibt das Buch naturgemäß sehr oberflächlich, setzt seine Schwerpunkte vor allem auf die Schwierigkeiten, die Marie Curie als Frau in der damals männlich-dominierten Wissenschaftswelt hatte. Hierbei werden die einzelnen Themen größtenteils altersgerecht behandelt – einzig einen Verweis auf die damalige geopolitische Lage und den Konflikt zwischen Polen und Russen hätte man sich für die Zielgruppe eher sparen können.

Die Illustrationen sind wunderschön anzusehen und unterstützen die Handlung, gestalten diese sogar aus und sorgen für einen enormen Mehrwert. Dabei irritiert jedoch, dass Marie sich über all die Jahre ihres Lebens nicht verändert, die gleiche, kleine Figur bleibt und so in den Bildern als sehr anders auffällt. Ich glaube schon, dass auch junge Leser*Innen hier Marie bei einer auch körperlichen Entwicklung weiterhin erkannt hätten – so bleibt die Figur als Erwachsene stark überzeichnet, fast Funko-Pop-artig mit einem großen Kopf.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, auch wenn die Texte teils noch etwas innovativer hätten gesetzt werden können, um die Synergieeffekte mit den Bildern noch zu erhöhen. Das Cover passt gut zur Geschichte und macht auf das Buch aufmerksam, auch die Coverrückseite überzeugt. zudem ist das Buch mit farbigen Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Ich bin Marie Curie“ ist ein altersgerechtes, illustriertes Sachbuch, das mit einem tollen Zusammenspiel zwischen Bild und Text punktet, allerdings auch leicht im Hinblick auf den Zeichenstil irritiert. Für interessierte Erstleser und als Vorlesebuch dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem (vom englischen Verlag) empfohlenen Alter von 5 Jahren.

Von großen Entdeckern und ganz normalen Menschen | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Putin im Wartezimmer“ von Lou Bihl, erschienen im Unken Verlag ist dabei ein mit Illustrationen von Daniel Horowitz gespickter, so beworbener, politischer (Arzt-)Roman, über ganz normale Menschen, die im Wartezimmer die Weltpolitik diskutieren, während „Ich bin Marie Curie“ von Brad Meltzer, illustriert von Christopher Eliopoulos (Egmont BÄNG! Comics) den Kindern als neuester Band der Reihe „Jede*r kann die Welt verändern“ das Leben der weltberühmten Forscherin näherbringt. Zwei Hardcover, beide mit Illustrationen – und doch so unterschiedlich. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf beide!

Welcher berühmten Persönlichkeit würdet Ihr ein Sachbuch für Kinder widmen?