Hochspannung im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Poyais. Ein Land, das es nie gab“ von Uli Aechtner (Emons Verlag) thematisiert dabei einen der größten, historischen Betrugsfälle der Geschichte, während Ken Jaworowski mit „What About the Bodies“ (Pendragon Verlag) einen teils düsteren, aber schwarzhumorigen Kriminalroman veröffentlicht hat. Beide Romane garantieren also gleichermaßen Hochspannung – auch wenn sie jeweils ganz unterschiedliche Genrevarianten bedienen. Ich freue mich!

Welche Form von spannungsgeladenen Romanen bevorzugt Ihr?

[Buchgedanken] Marcel Huwyler: „Frau Morgenstern und die Offenbarung“ (Violetta Morgenstern 7)

Vor kurzem habe ich auch „Frau Morgenstern und die Offenbarung“ von Marcel Huwyler gelesen. Das Buch ist 2025 bei GRAFIT in der Emons Verlag GmbH erschienen und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Violetta Morgenstern, pensionierte Lehrerin und Auftragskillerin im Namen des Staates, hat ein neues Privatleben: Sie wohnt als Patchwork-Oma mit ihrem Kollegen Miguel Schlunegger und dessen Zwillingstöchtern zusammen. Zum Glück rettet sie ein neuer Auftrag vom Killerministerium „Tell“ aus dem Familien-Chaos. Violetta und Miguel sollen einen Archäologen eliminieren. Der hat in Ägypten einen rätselhaften Fund gemacht, der die Geschichtsschreibung verändern könnte. Doch als die beiden zur Tat schreiten wollen, kommt ihnen ein Unbekannter zuvor …

„Violetta Morgenstern und die Offenbarung“ ist mein erster Roman der bisher siebenteiligen Reihe um die pensionierte Lehrerin und Auftragskillerin Violetta Morgenstern – und es wird sicherlich nicht mein letzter bleiben. Dabei lässt sich das Buch gut als Standalone lesen, die Reihe sich jedoch gar nicht so einfach kategorisieren, zeigt sie doch parodistische Ansätze, ist eine Mischung aus Agententhriller und in einem Handlungsstrang sogar fast Cosy Crime. Ich habe es der Einfachheit halber daher bei der auf dem Cover festgehaltenen generalisierten Eingruppierung als Kriminalroman belassen.

Die Handlung ist unglaublich humorvoll, spannend und kurzweilig – ein wahrer Pageturner und Jahreshighlight. Dabei gelingt es Marcel Huwyler ernste Themen und absurde Situationen und Konstellationen aneinanderzureihen, sodass man sich als Leser:in zu jeder Zeit gut unterhalten fühlt. Auch das Ende vermag zu überzeugen, wenn es auch etwas schnell und hastig kommt – ein paar mehr Seiten zum Schluss hätten der Story sicherlich nicht geschadet. So oder so verbleibt aber viel Potential für noch viele weitere Morgenstern-Geschichten – ich denke, ich spreche für alle, wenn wir uns hier noch mehr wünschen.

Denn auch das Setting brilliert. So entführt Marcel Huwyler die Leser:innen nicht nur geografisch in die Schweiz, sondern vor allem auch sprachlich und kulturell – Dialekt, kreative Wortschöpfungen und ganz viel schweizerisches Lebensgefühl inklusive. Dabei vermengt der Autor zudem gekonnt die Thriller-/Krimihandlung mit parodistischen Elementen, die auf jeder Seite einen unglaublichen Humor durchscheinen lassen. Gleichsam werden dennoch auch wichtige Themen angesprochen wie Einsamkeit im Alter, die Situation von Alleinerziehenden und die Rebellion gegen gesellschaftliche Konventionen.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei glänzen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Ida, Frida und Werner Gottlieb, aber auch Violetta Morgenstern brilliert in ihrer Rolle als pensionierte Lehrerin und Auftragskillerin, lediglich Miguel überzeugt mich nicht vollends – aber ggf. können die anderen Bände hier das Bild abrunden. Marcel Huwylers Schreibstil ist hingegen – wie bereits angedeutet – unglaublich humorvoll und lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet, der Buchsatz ist solide, das Buch insgesamt eher schmucklos. Das Covermotiv und die Coverrückseite werden jeweils zum Buchrücken hin krass unterbrochen, der Buchumschlag insgesamt ist farblich durchaus ansprechend aber kein Eyecatcher. Das Covermotiv bietet zumindest abstrakte Anklänge zur Buchreihe, wenn auch nicht zur konkreten Handlung des Bandes, passt sich insgesamt aber gut in das Gesamtgefüge der Reihe ein und sorgt für Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Frau Morgenstern und die Offenbarung“ ist ein fast perfekter, parodistischer Kriminalroman, der vor allem mit seinem unglaublichen Humor und viel Lokalkolorit überzeugen kann. Für Leser:innen des Genres – auch als Neueinstieg in die Reihe – bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Von Auftragskillern und mysteriösen Jungen | Doppelte Buchpost

Auch heute hab ich zwei hochspannende Krimi-Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten“ von Davide Morosinotto (Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH) entführt die Leser dabei nach Nürnberg auf der Suche nach Kaspar Hauser, während „Frau Morgenstern und die Offenbarung“ von Marcel Huwyler (Grafit in der Emons Verlag Gmbh) bereits der siebte Band um die Auftragskillerin Violetta Morgenstern ist. Ich bin auf beide Bücher schon sehr gespannt!

Mögt Ihr es, auch mal eine Killerin als Protagonistin eines Kriminalromans zu lesen?

[Buchgedanken] Kai Bliesener: „Hotel Silber – neue Zeit, alte Schuld“ (Hotel Silber 1)

In der letzten Zeit habe ich auch „Hotel Silber – neue Zeit, alte Schuld“ von Kai Bliesener gelesen. Das Buch ist 2024 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Stuttgart 1945. Der Polizeibeamte Paul Kramer muss mithelfen, im berüchtigten Hotel Silber die neue Kriminalpolizei aufzubauen – genau an jenem Ort, an dem er wenige Tage vor Kriegsende noch von der Gestapo gefoltert wurde. Doch Hass und Ideologie sind mit der Kapitulation nicht verschwunden. Als die ersten Verbrechen aufgeklärt werden müssen, zeigt sich schnell, wer auf welcher Seite steht – und Pauls Ermittlungen werden für ihn selbst zur Gefahr.

„Hotel Silber – neue Zeit, alte Schuld“ ist – potentiell – der Auftakt einer Buchreihe um den Aufbau der Kriminalpolizei im Stuttgart der Nachkriegszeit. Dabei wird das Buch als historischer Kriminalroman beworben – und das Genre auch auf dem Cover angegeben. Meines Erachtens ist zumindest dieser Band jedoch eher als historischer Roman zu bewerten, porträtiert er doch die Epoche, führt die Figuren – auch mit komplexen Hintergrundgeschichten – ein und verschiebt so den Fokus weg von den beiden Kriminalfällen, die auch nicht in Gänze zu Ende erzählt werden. Es bleibt jedoch durchaus möglich, es erscheint sogar wahrscheinlich, dass durch die potentiellen Folgebände die Reihe sich insgesamt mehr in Richtung historischer Kriminalromane entwickelt – und dieser Band dann in seiner Funktion als Auftaktband, als Exposition vor allem Figuren, Atmosphäre und Setting für die Leser:innen greifbar und sichtbar macht.

Generell ist die Handlung jedoch durchaus abwechslungsreich und spannend – und natürlich aufgrund der Themen durchaus schonungslos brutal, beklemmend und bedrückend. Natürlich sollte es jedem klar sein, worauf man sich bei Büchern über diese Epoche einlässt – es hätte dennoch nicht geschadet, dem Roman vielleicht Content Notes hintenanzustellen. Etwas schade finde ich es zudem, dass der Roman etwas unbefriedigend offen endet, auch wenn das natürlich wieder die Probleme der Zeit verdeutlicht, umfassend und konsequent die Täter des Nationalsozialismus zu verfolgen.

Das Setting ist – erwartbar – brillant. So entführt der Autor die Leser:innen ins Stuttgart der letzten Kriegstage und in die unmittelbare Nachkriegszeit zwischen Hunger, Wiederaufbau und zarten, ersten Bestrebungen der Demokratisierung. Dabei gelingt es Kai Bliesener, die bedrückende Atmosphäre, die Hoffnungslosigkeit der Insassen im Hotel Silber für die Leser spürbar zu machen – auch durch die eingestreuten Perspektivwechsel in die Tätersicht. Gern hätte ich hier noch etwas mehr über den täglichen Überlebenskampf in der Nachkriegszeit gelesen – aufgrund der sehr privilegierten Lage von Hilde und Paul wird hier das Bild etwas verzerrt, durch die Szenen im Lager der Displaced Persons aber etwas relativiert.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive, sind aber aufgrund der Kürze des Romans auch durchaus noch mit Entwicklungspotentialen für die Folgebände versehen. Hierbei überzeugen insbesondere Hilde und wichtige Nebenfiguren wie Lemke und Thiele, während gerade den Antagonisten aus meiner Sicht noch etwas die Tiefe und Komplexität fehlt, um diese nicht nur zu dämonisieren. Kai Blieseners Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen, das Kopfkino sofort anlaufen und zeugt von guter Recherche.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, diese schmälern aber das Lesevergnügen kaum, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchumschlag ist relativ düster und eintönig, das passt aber gut zur Stimmung und Atmosphäre des Buches, die typographische Gestaltung brilliert. Das Covermotiv passt gut zur Handlung, wird jedoch leider zum Buchrücken hin abrupt unterbrochen. Auf die eindeutige Positionierung des Autors im Nachwort hätte ich zudem verzichten können – sie ist m.E. auch unnötig, steht das Buch doch mit seinem Grauen bereits für sich als Mahnmal und macht weitere Erklärungen überflüssig.

Mein Fazit? „Hotel Silber – neue Zeit, alte Schuld“ ist ein bedrückender historischer Roman, der vor allem mit seinem Setting und einer durchaus spannenden Handlung glänzt, dabei aber auch kleinere Schwächen aufweist und genug Entwicklungspotential für Folgebände bietet. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[FBM2024] Tag 5 – Ein krönender Abschluss

Bevor es in der nächsten Woche mit Neuzugängen und Rezensionen weitergeht und ich irgendwann auch noch die Messeausbeute sichte, möchte ich Euch heute noch einige Impressionen vom fünften Tag meines Besuches auf der Frankfurter Buchmesse zeigen, mit: Anabelle Stehl, Christina Wermescher, Alicia Zett, Lilly Lucas, Yasmin Shakarami, Josi Wismar, Bianca Iosivoni, Lea Kaib, Tina Lurz, Ursula Poznanski, Bülent Ceylan und Evren Gezer.

Der Tag begann dabei für mich mit zwei aufeinanderfolgenden Buchvorstellungen in der 30-Minuten-WG von Stern und Penguin Random House. Zuerst nahm hierbei die unglaubliche Yasmin Shakarami auf der Bühne Platz, die ich am Freitag ja schon bei ihrer Signierstunde treffen durfte. Im Gespräch mit – der ebenfalls tollen – Tina Lurz stellte Yasmin ihren Roman „Sturmflirren“ vor und sprach darüber, was das Buch persönlich für sie bedeutet, über ihre Erlebnisse auf der Recherchereise nach Dubai und teaserte bereits ein nächstes Projekt an. Ich bin jedenfalls schon unglaublich gespannt!

Im Anschluss ging es sogar mit zwei Autorinnen weiter. Bianca Iosivoni und Josi Wismar – frisch gekürte Booktok-Autorin des Jahres (herzlichen Glückwunsch!) – stellten im Gespräch mit der bekannten Buchbloggerin Lea Kaib ihre Neuerscheinungen vor und sprachen über ihre Liebe zu und die Recherchereisen nach Kanada, dem Setting ihrer aktuellen Romane. Ein unglaublich spannendes Thema, das sicherlich bei uns allen das Fernweh geweckt hat.

Danach führte mich mein Weg zu meinem ersten – und einzigen – Termin im Frankfurt Pavillon. Dort stellte nämlich Ursula Poznanski ihren neuesten, dystopisch anmutenden Jugendthriller „Scandor“ vor und las aus dem Roman – einfach hochspannend und super interessant. Direkt anschließend ging es weiter mit einer Veranstaltung auf der nahgelegenen Open Stage, auf der Bülent Ceylan im Gespräch mit Evren Gezer seinen komödiantischen Krimi „Yallah Mord!“ vorstellte und eine kurze Passage daraus – erwartbar humorvoll – las.

Die zweite Tageshälfte verbrachte ich dann bei Signierstunden und Meet & Greets, traf Freunde und schlenderte durch die Hallen. Dabei lernte ich am Stand der Emons Verlag GmbH endlich einmal Christina Wermescher persönlich kennen, und konnte auch bei der Verlagsgruppe Droemer Knaur die Autorinnen Lilly Lucas und Alicia Zett treffen und mir von Alicia den dritten Band ihrer „Liebe ist“-Trilogie um das Internat Schloss Mare signieren lassen. Mein offizielles Programm endete daraufhin mit einem krönenden Abschluss: einer Signierstunde der wundervollen Anabelle Stehl für den LYX Verlag, die ich ja bereits am Freitag treffen durfte – mehr oder minder ein Fixpunkt der letzten Messen. Und so freue ich mich jetzt bereits auf die LBM – und das Pen and Paper mit ihr vor der SERAPH-Preisverleihung. Danach schlenderte ich noch etwas durch die Hallen, nahm an einigen Verlosungen teil und suchte mir das ein oder andere Buch bei Verschenkaktionen von PAN und vom Selfpublisher Verband aus.

Kurze Zeit später endete dann auch die FBM für mich – und der Messeblues setzte ein (und hat auch immer noch nicht nachgelassen). Glücklicherweise stehen für mich im November noch einige Lesungen an – das mildert das ganze etwas ab. Auf welches buchige Event freut Ihr Euch als nächstes?

[FBM2024] Tag 4 – Zwischen Meet & Greet und Mia San Mia

Am letzten Samstag stand bereits der vorletzte Tag der Frankfurter Buchmesse an – und für mich war dieser Tag gefüllt mit wundervollen Begegnungen und tollen Erlebnissen, die mich überwältigt (eine schlechte Übersetzung von „starstruck“) zurückgelassen haben, mit: Lena Oberdorf, Julia Quinn, Franzi Kopka, Caroline Brinkmann, Sabine Schoder, Julia Kuhn, Viktoria Etzel, Manuela Inusa, Kai Bliesener und Robert Preis.

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, war auch mein Samstag gefüllt mit einigen Begegnungen und nur wenig Veranstaltungen. So konnte ich am Morgen nicht nur vor ihrer Lesung Viktoria Etzel kennenlernen, sondern auch später bei einem Meet & Greet Franzi Kopka (rechts abgebildet), Caroline Brinkmann und Sabine Schoder treffen. Insbesondere auf Franzi habe ich mich hier besonders gefreut, habe ich doch „Gameshow – Der Preis der Gier“ von ihr geliebt und auf den ersten Platz meines Seraph-Juryvotings gesetzt, eines meiner absoluten Lesehighlights der letzten Zeit. Natürlich ließ ich mir daher auch die ersten beiden Bände ihrer neuen Trilogie signieren, jeweils in der wunderschönen Exklusivausgabe der Bücherbüchse – ich bin schon ganz auf „Honesty“ gespannt!

Mittags ging es dann zu einer absoluten Traumveranstaltung für mich, denn am Stand der „Zeit“ nahm Julia Quinn auf der Bühne Platz, Weltbestseller-Autorin und Schöpferin der legendären „Bridgerton“-Reihe, die durch die Verfilmung als Serie auf Netflix unzählige Herzen erreicht, gebrochen und erobert hat. Julia Quinn war unglaublich sympathisch, nahbar und plauderte im Talk über ihre Schreibroutine, ihr Leben und die Grundlagen ihrer Bücher. Bitte, bitte mehr davon! Auf dem Weg durch die Hallen zum nächsten Meet & Greet traf ich dann zudem noch zufällig Manuela Inusa, die ich auch schon viel zu lange nicht mehr gesehen hatte – es ist immer wieder toll!

Mein Nachmittag begann im Anschluss mit einem Termin, der mein Fanherz höher schlagen ließ. Denn Lena Oberdorf, Spielerin des FC Bayern München und der Deutschen Fußballnationalmannschaft stand für Autogramme zur Verfügung – leider ließ die Beleuchtung des Standes kaum vernünftige Fotos zu – dennoch ein unvergesslicher Moment! Über den ganzen Tag verteilt besuchte ich zudem noch die Signierstunde von Julia Kuhn sowie Meet & Greets beim Emons Verlag, bei denen ich Robert Preis und Kai Bliesener traf und mir jeweils von ihnen Bücher signieren ließ – ein wirklich gelungener Tag.

Am Sonntag sollte dann alles wieder entspannter werden – obwohl ich mir einiges an Programm vorgenommen hatte. Doch dazu in Kürze mehr!

Von neuen Gefühlen und alten Ideologien | Rezensionsexemplare im Doppelpack

In der letzten Zeit erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare – vielen Dank dafür! „Hotel Silber – neue Zeit, alte Schuld“ von Kai Bliesener (Emons Verlag GmbH) kam dabei im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, „Mein Herbst voller Küsse, Chaos und Graffiti“ von Michaela Thewes (One Verlag in der Bastei Lübbe AG) über die verlagseigene Bloggerjury. Dabei könnten die Romane kaum unterschiedlicher sein. Während Kai Blieseners historischer Kriminalroman ein wenig beleuchtetes Kapitel Stuttgarter Nachkriegsgeschichte ins Rampenlicht rückt, setzt Michaela Thewes‘ Jugendbuch die Geschichte um Charly und Noah fort – Liebeswirbel und Herzflattern inklusive. Ich bin auf beide gleichermaßen gespannt!

Zu welchem Genre greift Ihr am häufigsten, wenn Ihr nach neuen Büchern sucht?

[Buchgedanken] I.L. Callis: „Doch das Messer sieht man nicht“

Vor kurzem habe ich auch „Doch das Messer sieht man nicht“ von I.L. Callis gelesen. Das Buch ist 2024 in der Emons Verlag GmbH erschienen und als historischer Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Berlin, 1927: Anaïs Maar ist jung und schwarz, boxt und schreibt für ein Boulevardblatt. Als sie über eine Reihe von Prostituiertenmorden berichten soll, wittert sie ihre langersehnte Chance auf Anerkennung. Währenddessen tanzen die Berliner auf dem Vulkan – Luxus, Spekulation und nächtliche Exzesse stehen Arbeitslosigkeit, Inflation und menschlichem Elend gegenüber. Anaïs kämpft nicht nur gegen den „Ripper von Berlin“, sondern auch mit den gefährlichen Vorzeichen eines dramatischen Epochenwandels.

„Doch das Messer sieht man nicht“ ist eine bunte Mischung aus historischem Roman, Kriminalroman (wie auf dem Cover angegeben) und Thriller. Um die Selbsteinschätzung des Verlages beizubehalten, aber auch um den zentral wichtigen, handlungstreibenden historischen Hintergrund herauszuheben, habe ich mich schlussendlich für die Eingruppierung als historischen Kriminalroman entschieden, auch wenn sicherlich mindestens genau so viel für die Kategorisierung als historischer Thriller spricht.

Denn die Handlung startet zwar lose mit einem ungelösten Kriminalfall, weitet sich aber schnell aus zu einem Porträt der damaligen Zeit, deren Gefahren weit über das ursprüngliche Verbrechen – so grausam es auch war – hinausgehen. Dabei gelingt es der Autorin, ein authentisches und lebhaftes Porträt der damaligen Gesellschaft zu schaffen, das jedoch, selbst für mich als Brandenburger, durchaus anstrengend ist. So kann ich die in Berliner Mundart abgedruckten Dialoge durchaus noch verstehen und würdigen, dass die Charaktere jedoch auch im Dialekt denken, geht mir dann doch etwas zu weit. Auch ist die Auflösung der Handlung leider relativ früh absehbar, der Weg dorthin jedoch dennoch spannend und abwechslungsreich.

Das Setting begeistert hingegen auf ganzer Linie. So entführt I.L. Callis den Leser ins pulsierende Berlin der 20er Jahre, eine Zeit zwischen Aufbruch, internationalem Glamour und ersten nationalistischen Bestrebungen. Dabei gelingt es der Autorin gut die krassen Gegensätze zwischen arm und reich, zwischen Männern und Frauen, verschiedenen politischen Strömungen abzubilden, ohne zu sehr einen mahnenden Zeigefinger für die heutige Zeit durchscheinen zu lassen. Lediglich Josefines Handlungsstrang ist hier vielleicht etwas überproportional vertreten.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere Valerie Maar und Matze als wichtige Nebenfiguren, aber auch Anais kann glänzen, während Maxim eher blass verbleibt. Der Schreibstil von I.L. Callis lässt sich dabei im Wesentlichen flüssig lesen, eine gezieltere Einbindung des Dialekts hätte hier jedoch für eine noch bessere Lesbarkeit gesorgt.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist mit Klappen und farbigen, aber eintönigen, Coverinnenseiten versehen. die den Farbton des Buchrückens aufgreifen. Das Covermotiv mag zwar kunsthistorisch durchaus zur im Buch beschriebenen Epoche passen, für den heutigen Lesergeschmack empfinde ich es allerdings als zu stilisiert und nicht wirklich als Eyecatcher. Auch wird es leider drastisch zum Buchrücken hin unterbrochen, lediglich die Coverrückseite kann hier in ihrer Schlichtheit aufgrund der tollen Typographie etwas glänzen.

Mein Fazit? „Doch das Messer sieht man nicht“ ist ein im Wesentlichen überzeugender historischer Kriminalroman, der mit einem tollen Setting und einer abwechslungsreichen Handlung glänzt, dessen Ende jedoch leider auch etwas vorhersehbar ist und der etwas zu stark auf den Berliner Dialekt setzt. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Lucie Flebbe: „Bad Business. Deal mit dem Tod“

Vor kurzem habe ich auch „Bad Business. Deal mit dem Tod“ von Lucie Flebbe gelesen. Das Buch ist 2024 im GRAFIT Verlag in der Emons Verlag GmbH erschienen und als Thriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Mieke Jentsch macht ihren Job als stellvertretende Klinikverantwortliche schon deutlich zu lange. Als ihr Vorgesetzter unerwartet Suizid begeht, rückt sie in die Chefposition auf und wird beauftragt, Kliniken an einen Medizinkonzern zu verkaufen. Ist der Milliardendeal die Chance, ihre Fähigkeiten endlich unter Beweis zu stellen? Doch je tiefer Mieke in die Materie vordringt, desto größer werden ihre Zweifel daran, dass ihr Vorgänger freiwillig aus dem Leben gegangen ist. Als sie das Opfer mehrerer Anschläge wird, beginnt sie zu ahnen, dass sie längst zur Schachfigur in einem tödlichen Spiel geworden ist …

„Bad Business. Deal mit dem Tod“ ist der neueste Roman der Krimiautorin Lucie Flebbe, die 2009 für ihr Debüt mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde. Dabei ist der Roman als Einzelband konzipiert, lässt sich jedoch nicht ganz einfach einem Genre zuordnen. Auf dem Cover – passend zur Vita der Autorin – als Kriminalroman betitelt und beworben, erfüllt das Buch für mich eher die Genreanforderungen eines Thrillers, daher habe ich diese Eingruppierung übernommen, die Genregrenzen sind ohnehin fließend. Hierbei könnte man sogar noch stärker differenzieren und den Roman als Wirtschafts- oder Politthriller sehen, mit viel gutem Willen vielleicht sogar als Wissenschaftsthriller, aber da ich hier keine eindeutige Zuordnung treffen konnte, habe ich es bei der allgemeinen Bezeichnung als Thriller belassen.

Die Handlung ist hochspannend und abwechslungsreich und wartet auch mit der ein oder anderen überraschenden Wendung auf. Aufgrund der vielen Perspektivwechsel und sehr kurzen Sinnabschnitte ist der Start zwar durchaus herausfordernd und zäh, mit dem Verlauf der Handlung entwickelt sich diese jedoch immer stärker zum Pageturner, während das aus meiner Sicht für einen Einzelband deutlich zu offene Ende hier wieder etwas abfällt. Auch mischt die Autorin das zentrale und wichtige Thema der Privatisierung im Medizinbereich mit einer Lovestory und – unter anderem – den Komplikationen beim Familiennachzug von ehemaligen afghanischen Ortskräften, wobei sich letzteres nicht gerade homogen in die Story einfügt und etwas gewollt rüberkommt.

Das Setting hingegen überzeugt auf ganzer Linie. So entführt Lucie Flebbe den Leser ins Ruhrgebiet – auch wenn die Region hier eher zweitrangig ist. Vielmehr nimmt sie den Leser mit in das hochaktuelle Thema der Privatisierung von Medizinleistungen, in das Spannungsfeld (teils) konkurrierender Interessen zwischen Rentenversicherungen, Wirtschaftsunternehmen, Krankenhäusern und deren Beschäftigter. Als Abwechslung geht es dann auf einen Pferdehof, wobei das dortige Führungskräftetraining mit Pferden zwar der Fantasie der Autorin entspringt, aber gar nicht so weit weg von der Realität ist, gibt es doch bereits Bildungsurlaube mit Pferden zum Thema „authentisches Miteinander im Beruf“.

Die Figuren sind – im Wesentlichen – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Lana und Sami, während Mo und Bille teils etwas unlogisch handeln und daher etwas blass verbleiben. Lucie Flebbes Schreibstil ist zudem leicht und flüssig zu lesen und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben im Wesentlichen ordentlich gearbeitet, das Covermotiv ist sehr schlicht und wird zum Buchrücken abrupt unterbrochen. Insgesamt ist der Umschlag eher einfach gestaltet und kein Eyecatcher, auch wenn die Farbkombination durchaus gelungen ist. Gewünscht hätte ich mir zudem, dass bei den im Roman verstärkt auftretenden psychischen Erkrankungen und Problemen bis hin zu Selbstverletzungen im Nachwort für Betroffene Hilfsangebote angeführt worden wären.

Mein Fazit? „Bad Business. Deal mit dem Tod“ ist ein im Wesentlichen überzeugender Thriller, der ein wichtiges Thema auf spannende Weise anspricht, leider aber auch ein zu offenes Ende bietet, sonst jedoch nur kleinere Schwächen hat. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Hochspannung im Doppelpack | Krimi-Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Bad Business. Deal mit dem Tod“ von Lucie Flebbe ist im Grafit Verlag in der Emons Verlag GmbH veröffentlicht worden, „Doch das Messer sieht man nicht“ von I.L. Callis direkt bei Emons. Bei beiden Büchern handelt es sich um Kriminalromane, die jedoch gänzlich andere Subgenres/Themen bedienen, haben wir hier doch einen (Wirtschafts-)Krimi im medizinischen Sektor und einen historischen Kriminalroman, der im Berlin der Goldenen Zwanziger spielt. So oder so ist sicherlich Hochspannung garantiert – ich freue mich schon darauf, in die verschiedenen Fälle einzutauchen.

Lest Ihr gern Kriminalromane?