[Buchgedanken] Anne Barns: „Kirschkuchen am Meer“

In den letzten Tagen habe ich „Kirschkuchen am Meer“ von Anne Barns gelesen. Das Buch ist 2020 bei HarperCollins erschienen und als Roman zu klassifizieren. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde.

51LIqzUx1ML._SX334_BO1204203200_Völlig unerwartet taucht eine Fremde auf der Seebestattung von Maries Vater auf, zu dem sie selbst in den letzten Jahren kaum noch Kontakt hatte. Niemand scheint sie zu kennen. Es gibt nur einen Hinweis zu dieser Frau, und der führt nach Norderney. Mit zwiespältigen Gefühlen, aber festentschlossen das Geheimnis zu lüften, das Marie hinter dem Erscheinen dieser Frau vermutet, fährt sie von Hooksiel aus auf die beschauliche Nordseeinsel. Und wirklich: Zwischen Dünen und Meer lernt Marie ihren Vater hier noch einmal neu kennen. Es kehren Erinnerungen zurück an warmen Kirschkuchen und Sommertage voller Genuss, Sonne und Glück.

„Kirschkuchen am Meer“ von Anne Barns ist – trotz durchaus schwerer Themen – ein klassischer Feel-Good-Roman mit Happy-End-Garantie, ein Buch, um sich wegzuträumen, in die Ferne zu schweifen und – dank der tollen Rezepte – auch zu genießen. Ein Buch über das Leben in all seinen Facetten, über Glück und Trauer, Liebe, Sehnsucht und die Verwirklichung seiner Träume.

Dabei überzeugt das Buch, unter anderem, durch sein wunderschönes Setting. Juist, Norderney und Niedersachsen, tolle Läden, Cafés und Pensionen – ich hätte mir teils noch ausführlichere Beschreibungen gewünscht, um noch klarere, gewaltigere Bilder beim Lesen zu erzeugen.

Die Protagonisten – auch und gerade die Nebencharaktere – sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Motive und Ziele. Gut gefallen mir hier insbesondere Theda und Merle. Mit Marie kann man sich – auch aufgrund der clever gewählten Erzählperspektive, einer Ich-Erzählung aus Sicht von Marie – sofort identifizieren, leidet und lacht mit ihr.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig und leicht lesen. Dabei strotzt der Text vor Authentizität, insbesondere in kleinen nebensächlichen Details lässt sich die Liebe der Autorin zur Region und dessen Bewohnern erkennen. Da das Buch dabei durchaus auch auf reale Personen und Firmen zurückgreift, konnte ich nicht widerstehen und habe direkt mal bei einem der Unternehmen einige Kleinigkeiten gekauft.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat und Korrektorat haben überwiegend sauber gearbeitet und nur kleinere Fehler durchrutschen lassen, die den Lesegenuss aber nicht schmälern. Auch der Buchsatz überzeugt größtenteils, allerdings ist mir die Einbindung der Chat-Nachrichten zu uninspiriert und wird nicht einheitlich durchgehalten. Zudem werden diese Nachrichten optisch vom „normalen“ Text abgesetzt, gleichsam aber mit dem Text vermischt. Auch finde ich das Buch etwas überladen. Zwar ist es toll, dass dem Haupttext die im Buch angesprochenen Rezepte anhängen um das Leseerlebnis noch stärker abzurunden, da den Rezepten jedoch noch eine weitere, relativ lange Leseprobe folgt, wird der schlanke, 287 Seiten lange Roman um mehr als 30 Seiten verdickt.

Mein Fazit? „Kirschkuchen am Meer“ ist ein wunderbares Buch für den Urlaub, ein Feel-Good-Roman, der vor allem dank seines wundervollen Settings und toller Protagonisten glänzen kann. Minimale Schwächen in der Bucherstellung schmälern dabei das Lesevergnügen nicht – für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Manuela Inusa: „Wintervanille“ (Kalifornische Träume 1)

In der letzten Zeit habe ich „Wintervanille“ von Manuela Inusa gelesen, den Auftaktroman ihrer dreibändigen (aber jeweils unabhängig voneinander lesbaren) Reihe „Kalifornische Träume“. Das Buch ist 2019 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bei dem Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse. „Wintervanille“ ist das 7. Buch, das ich von Manuela lese, mit „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ gelang ihr sogar der Sprung in meine Jahreshighlights 2016.

51KEGTXyJlL._SX332_BO1204203200_Mit viel Liebe führt Cecilia ihre Vanillefarm im kalifornischen Napa Valley. Sie handelt aber nicht nur mit dem Gewürz, sondern stellt auch leidenschaftlich gern köstliche Produkte damit her. Leider lässt ihre Passion Cecilia kaum Zeit für ihre beste Freundin Julia, geschweige denn für ein Liebesleben. Ein TV-Bericht über Cecilias Plantage und ihre besonderen Vanillekreationen weckt das Interesse von Richard Banks, dem Inhaber eines luxuriösen Hotels, der sie prompt einlädt, dort an einem Gewürzseminar teilzunehmen und selbst Vorträge zu halten. Cecilia ist begeistert, denn das Resort liegt am verschneiten Lake Tahoe – die perfekte Gelegenheit, echte Winterstimmung zu erleben! Sie ahnt nicht, dass Richard nicht nur ihre Vanillekekse zuckersüß findet …

„Wintervanille“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der perfekt zur anbrechenden Weihnachtszeit passt. Mit viel Gefühl, aber auch einer gehörigen Portion Humor schenkt Manuela Inusa den Lesern einige unbeschwerte Lesestunden. Dabei umschifft sie größtenteils schwere Themen, die nur am Rand in der Kindheit der jeweiligen Charaktere auftauchen. Hier hätten durchaus noch einige äußere Konflikte zu den Beziehungsdramen der Protagonisten hinzustoßen können, um die, genrebedingt teils vorhersehbare, Handlung noch runder, noch spannender zu halten.

Das Setting hingegen ist – erwartbar – brillant. Das sonnige Napa Valley, die verschneite Gegend des Lake Tahoe und das ganz eigene Flair von San Francisco – Kalifornien bietet dem Leser atemberaubend schöne Regionen und sorgt dafür, dass dieser sich an das andere Ende der Welt träumen kann.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich durchaus im Roman auch weiter, sind mir aber etwas zu glatt geraten und hätten noch die ein oder andere Schwäche, die ein oder andere dunkle Seite vertragen können, um dem Leser eine noch bessere Identifikation zu ermöglichen.

Die Buchgestaltung überzeugt dafür auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet und das wunderschöne Cover ist mit ausklappbaren, farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild passt gut zur Geschichte, und erschafft zusammen mit den Folgebänden ein einheitliches, rundes Gesamtbild mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Wintervanille“ ist ein überzeugender Feel-Good-Roman, der ideal zur Weihnachtszeit passt und mit einem grandiosen Setting brilliert, auch wenn ich mir etwas mehr Ecken und Kanten bei der Handlung und den Protagonisten gewünscht hätte. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Anna Fischer: „Herz im Schneegestöber“

In der letzten Zeit habe ich „Herz im Schneegestöber“ von Anna Fischer gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Das Buch ist 2019 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. erschienen und dem Genre Liebesroman zuzurechnen. Das Buch ist der vierte Band der – nicht zusammenhängenden und jeweils eigenständig lesbaren – Herz-Romane von Anna Fischer. Bereits erschienen sind: „Herz in Reparatur“, „Herz sucht Callboy“ und „Herz trifft Prinz“.

51t357jQSkLWie jedes Jahr will Umweltaktivistin Josie Weihnachten bei ihrer Familie in den USA verbringen. Auf dem Weg dorthin macht sie unfreiwillig Bekanntschaft mit dem gut aussehenden, aber arroganten Finanzmanager Adam Harper. Sehr schnell prallen ihre Weltanschauungen aufeinander. Dann legt auch noch ein Jahrhundert-Schneesturm den gesamten Flugverkehr lahm. Weil Josie es zu Weihnachten nach Hause schaffen und Adam zu seinem wichtigen Geschäftstermin kommen will, schließt das ungleiche Paar notgedrungen Waffenstillstand und begibt sich auf einen abenteuerlichen Roadtrip. Und plötzlich kommen bei beiden wider Erwarten mitten im Schneegestöber Frühlingsgefühle auf …

„Herz im Schneegestöber“ ist der ideale Begleiter für die anbrechende Weihnachtszeit. Ein Feel-Good-Roman mit Tiefgang, der sich nicht scheut, auch schwierige Themen anzusprechen. Dabei verliert er jedoch nie den auf die Beziehung der Protagonisten gerichteten Fokus. Auch wenn mir das Buch dabei an manchen Stellen fast zu moralisch, fast zu belehrend daherkommt, ist es doch wichtig, gerade in der heutigen Zeit, über das Thema Umwelt zu schreiben – elegant verpackt in der Figur von Josie – und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen.

Dagegen punktet der Roman vor allem durch das malerische Setting. So erlaubt es das Buch dem Leser, durch Nordamerika zu reisen, verschiedenste Städte, Plätze und Menschen kennenzulernen. So abstrus die Wendungen teils auch sein mögen, so gelungen porträtiert die Autorin die Begleiter, die Josie und Adam auf ihrer Reise treffen – sinnbildlich für die vielschichtige Gesellschaft.

Die Figuren der Handlung sind mehrdimensional angelegt und entwickeln sich konsequent weiter. Auch wenn mir das fast zu schnell geht, ist dies im Zweifel der Extremsituation geschuldet – und dem erwartbaren Ende, auf das der Roman unweigerlich zusteuern muss. Insbesondere gefallen mir daher die Nebenfiguren, die mit viel Liebe zum Detail dargestellt werden.

Die Buchgestaltung überzeugt weitgehend. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Auch das Cover und der Buchrücken sind schön angesehen, wenn mir auch erneut etwas der Bezug zur Handlung fehlt, auf die man hier noch stärker hätte eingehen können. Insgesamt fügt sich das Cover jedoch gut in die Reihe ein und sorgt somit für einen hohen Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Herz im Schneegestöber“ ist ein gelungener Liebesroman – und ein idealer Begleiter für die Weihnachtszeit. Dabei kann das Buch vor allem mit einem zauberhaften Setting punkten, das es dem Leser ermöglicht, sich wegzuträumen. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

Neue Buchpost – Teil 1

Noch während der Messe erreichte mich gleich doppelte Buchpost. Heute möchte ich Euch den ersten Teil davon vorstellen: „Herz im Schneegestöber“ von Anna Fischer. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag Montlake Romance für das Rezensionsexemplar.

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„Herz im Schneegestöber“ ist der vierte und abschließende Band der „Herz“-Reihe der Autorin – jeder Band kann hier eigenständig gelesen werden. Die anderen drei Bände, „Herz in Reparatur„, „Herz sucht Callboy“ und „Herz trifft Prinz„, gefielen mir ausnehmend gut. Daher bin ich schon ganz gespannt, welche tolle, weihnachtliche Feel-Good-Story mich in „Herz im Schneegestöber“ erwartet.

[Buchgedanken] J. Vellguth: „Der letzte Liebesbrief“

In der letzten Zeit habe ich „Der letzte Liebesbrief“ von J. Vellguth gelesen. Der Roman ist 2018 im Selfpublishing veröffentlicht worden und dem Genre Romance/Liebesroman zuzuordnen. Es ist bereits mein viertes Buch der Autorin, ihr Roman „Das Päckchen“ schaffte sogar den Sprung in meine Jahreshighlights 2017.

513EkPcSAaL._SX326_BO1204203200_Nell wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Tante endlich wieder glücklich zu sehen. Als sie bei ihrem Umzug einen versteckten Liebesbrief findet, der an Bernadette gerichtet ist, wittert sie ihre Chance. Voller Elan begibt sie sich auf eine verschlungene und geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit. Dabei trifft sie auf einen attraktiven Fotografen, der einfach viel zu gut ist, um wahr zu sein.

Sam ist Mode-Fotograf, erfolgreich, berühmt und … er hat seine Muse verloren. Erst ein berührender Liebesbrief in den Ruinen eines alten Gebäudes und das Funkeln in den Augen einer ganz besonderen jungen Frau lassen ihn hoffen, dass seine Inspiration noch nicht ganz erloschen ist. Doch je länger er Nell folgt, desto deutlicher wird, dass noch wesentlich mehr hinter ihrer Geschichte steckt, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Sind die beiden stark genug, um die Schatten ihrer Vergangenheit zu besiegen?

„Der letzte Liebesbrief“ ist Entspannung, ist Balsam für die Seele. Die Geschichte um Nell und Sam berührt und begeistert – und erlaubt dem Leser, sich wegzuträumen. Auch wenn die Handlung genrebedingt teils vorhersehbar ist, gelingt es der Autorin doch mit ihrem locker-leichten Schreibstil den Leser an die Seiten zu fesseln – Feel-Good-Garantie inklusive.

Eine der großen Stärken des Romans ist das bezaubernde Setting, das den Leser mit den Protagonisten unter anderem zu Lost Places oder in die Natur führt: J. Vellguths Auswahl athmosphärischer Orte unterstützt die Handlung perfekt – übrigens genau wie die Playlist, da jedes Kapitel mit einem gefühlollen Song überschrieben ist (Jason Mraz, Demi Lovato, James Blunt, Ed Sheeran, Owl City uvm.).

Die Charaktere des Romans, insbesondere die beiden Protagonisten und Love Interests Sam und Nell sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen und entwickeln sich im Laufe des Romans weiter. Beide tragen Probleme aus der Vergangenheit mit sich herum, die die Jagd nach den Briefen, die Schatzsuche, nicht nur zu einer Suche nach dem ominösen Verfasser, sondern auch zu einer Art Vergangenheitsbewältigung machen. Dabei nehmen die ernsteren Themen jedoch nie den Schwerpunkt der Handlung ein und lassen das Buch nicht zu einem Schicksalsroman werden.

Die Wahl mehrerer personaler Erzählperspektiven erlaubt es dem Leser, die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten hautnah zu fühlen, mit ihnen zu leiden und zu lachen. Ich persönlich hätte allerdings auf Perspektivwechsel innerhalb eines Kapitels, innerhalb einer Szene verzichten können.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls größtenteils. Das Cover ist durch die tolle Farbkombination sehr auffällig, und die Schmetterlinge nehmen direkten Bezug auf die Handlung. Nichtsdestotrotz wäre hier mit etwas mehr Mut sicherlich noch ein stärkerer Eyecatcher möglich gewesen, wenn man zum Beispiel die Lost Places – oder Nells Narbe – in die Gestaltung miteingebunden hätte. Der Buchsatz ist fehlerfrei, lediglich die Chatverläufe hätten besser optisch dargestellt/abgegrenzt werden können. Am Korrektorat von Corinna Rindlisbacher gibt es erneut nichts auszusetzen.

Mein Fazit? „Der letzte Liebesbrief“ ist ein überzeugender Liebesroman, der perfekte Begleiter für Sommer und Urlaub dank Feel-Good-Garantie. Ein atemberaubendes Setting und ein locker-leichter, aber gefühlvoller Schreibstil sorgen für ein gelungenes Lesevergnügen – für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Manuela Inusa: „Der kleine Teeladen zum Glück“

Ungefähr zur Buchmesse habe ich Manuela Inusas „Der kleine Teeladen zum Glück“ verschlungen, den Auftaktband zu ihrer „Valerie Lane“-Serie. Der Roman ist 2017 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Es ist bereits mein sechstes Buch der Autorin, ihr Blanvalet-Debüt „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ hat es sogar bis in meine Jahreshighlights 2016 geschafft.

51XTPz0FXiL._SX314_BO1204203200_In „Der kleine Teeladen zum Glück“ begleitet man Laurie, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hat und voller Stolz einen Teeladen in der Valerie Lane in Oxford betreibt. In dem kleinen, gemütlichen Geschäft kaufen Kunden Teesorten aus aller Welt, erfreuen sich an den Gerüchen oder probieren an gemütlichen Tischen direkt eine Tasse von Lauries neuesten Entdeckungen. Dass sie ihren Kunden die ein oder andere, exotische Überraschung anbieten kann, ist auch ihrem Teelieferanten Barry zu verdanken, von dem Laurie bereits seit Monaten träumt…

„Der kleine Teeladen zum Glück“ ist ein klassischer Feel-Good-Roman, ist Wohlfühlkino in Buchform auf gut 250 Seiten. Er entführt in ein traumhaft-romantisches Setting, eine zauberhafte Welt, in eine kleine Straße in Oxford, England, in der alles noch in Ordnung ist. Die Valerie Lane bietet kleine, inhabergeführte Geschäfte, deren Besitzerinnen sich gegenseitig unterstützen, sich anfreunden und auch sonst allen helfen, die ihren Weg kreuzen, sei es ein Obdachloser oder eine alte, vereinsamte Frau aus der Gegend. Eine Straße, in der die Ladeninhaber selbst die Blumenkästen befüllen, und in der es fast keine Probleme gibt – mit Ausnahme der alltäglichen Krisen, die die Protagonistinnen in ihrem Leben so durchleben. Hier ist kein Platz für Krieg und Krisen, kein Raum für gesellschaftliche Veränderungen. Es ist fast eine Utopie, zu schön, um wahr zu sein.

Durch diese, gewollte, Überspitzung gelingt es der Autorin, nicht nur gute Laune beim Lesen zu verbreiten, sondern vor allem, den Fokus direkt und schnörkellos auf die Protagonistinnen zu legen. Und auch wenn Laurie in diesem Buch die Hauptrolle spielt, merkt man bereits, dass auch ihre Freundinnen für spätere Bände aufgebaut werden. So hat jede Ladenbesitzerin ihre Eigenheiten, ihre kleinen Probleme, die den Alltag dominieren. Auch wenn es mir hier teilweise etwas an der Charakterentwicklung fehlt, bin ich doch guter Dinge, dass sich dies konsequenterweise durch die Folgebände erledigen wird.

Die Handlung ist, naturgemäß genrebedingt, vorhersehbar, aber nichtsdestotrotz durchaus spannend. Mit einigen unerwarteten Wendungen gelingt es Manuela Inusa, das erwartete Ende immer noch etwas hinauszuzögern und den Leser so ans Buch zu fesseln. Ich bin schon ganz gespannt und freue mich bereits auf die anderen Teile, denn was könnte es schöneres geben, als gerade zur kalten Jahreszeit mit einem Kakao und einem Wohlfühlbuch die Abende auf dem Sofa zu verbringen?

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, lediglich von der (allerdings sehr sporadischen) Darstellung von Chatverläufen bin ich nicht gerade begeistert – hier hätte es noch ungenutztes Potential gegeben. Das Cover hingegen ist wunderbar gelungen, einladend und bildet mit den anderen Teilen der Reihe ein tolles Gesamtbild mit Wiedererkennungswert. Klitzekleines Manko: Im Buch wird beschrieben, wie ein metallenes Schild mit der Aufschrift „Laurie’s Tea Corner“ über der Ladentür hängt – dieses fehlt leider auf dem Cover. Mit noch etwas mehr Detailliebe hätte man hier wirklich nah an die Perfektion kommen können.

Mein Fazit? „Der kleine Teeladen zum Glück“ ein ein absolutes Wohlfühlbuch – und ein gelungener Auftakt in die neue Buchreihe der Autorin Manuela Inusa. Ein traumhaftes, utopisches Setting und tolle Protagonistinnen sorgen für entspannte Lesestunden. Bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Ashley Gilmore: „Geller Girls“

Vor einiger Zeit habe ich „Geller Girls“ von Ashley Gilmore gelesen (und bereits auch schon bei der Challenge #DiesesBuchHatEinenHypeVerdient vorgestellt). Das Buch ist 2017 im Selfpublishing erschienen, wurde bei CreateSpace gedruckt und ist eine Mischung aus Liebes- und Familienroman. Ashley Gilmore ist ein Pseudonym einer erfolgreichen Hamburger Hybridautorin.

„Geller Girls“ ist eine Hommage an die erfolgreiche Kult-TV-Serie „Gilmore Girls“. Im 51ea4yw0adl-_sx311_bo1204203200_Roman begleitet man das Mutter-Tochter-Paar Melody und Joanna Geller durch ihr Leben in einer Kleinstadt in Connecticut, erlebt mit ihnen witzige Geschichten aus dem Alltag, lernt die anderen Bewohner Woodburys kennen und lieben. Sei es die erste große Liebe, die Suche nach einer verschwundenen Ratte oder die alljährliche Überraschungsparty zum Geburtstag, Langeweile kennt das impulsive Gespann nicht. Eine Familie, die man einfach gern haben muss!

Mit „Geller Girls“ schafft die Autorin einen vielversprechenden Auftakt ihrer neuen Buchreihe. Mit (mehr oder minder subtilen) Querverweisen gelingt es der Autorin, einen Teil des Charmes des berühmten Vorbilds Stars Hollow auch in das benachbarte Woodbury zu ziehen. Zwar ist es teilweise sehr nah am Vorbild angelegt, gleichwohl hat „Geller Girls“ auch eine ganz eigene Prägung.

Der Roman lebt von seinen vielschichtigen und interessanten Charakteren, zu denen man sofort eine Bindung aufbaut. Die Handlung plätschert dabei episodenhaft vor sich hin, es bleibt daher spannend, ob es der Autorin gelingt, über mehrere Romane hinweg einen roten Faden und eine Spannungskurve zu entwickeln.

Das Cover ist auf den ersten Blick unscheinbar, es bietet jedoch etwas, was mir bei vielen anderen Covern heutzutage fehlt: die Bindung zur Geschichte. Lektorat und Korrektorat (sofern durchgeführt) verfügen leider über leichte Schwächen, seien es Beziehungsfehler, Silbentrennungsfehler oder kleinere stilistische Ungereimtheiten – jedoch nicht in dem Ausmaß, dass der Lesefluss darunter leiden würde.

Mein Fazit? „Geller Girls“ ist ein solider Feel-Good-Familienroman, der durch seine vielschichtigen und verrückten Charaktere punkten kann. Kleinere Schwächen in der Aufmachung des Romanes lassen für die Folgeromane noch etwas Luft nach oben. In jedem Fall ein ordentlicher Reihenauftakt, ich freue mich schon auf die nachfolgenden Bände der Reihe.