[Buchgedanken] Matthias Soeder: „TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ (Tinte und Schwert 1)

In den letzten Tagen habe ich auch „TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ von Matthias Soeder gelesen. Das Buch ist 2026 im FeuerTanz Verlag, einem Imprint des VA-Verlag erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Herbst 1618, Bistum Würzburg. Der 30-jährige Krieg ist erwacht. Nach einem brutalen Überfall, bei dem seine Familie getötet wird, verschleppen Söldner den jungen Priesteranwärter Jacob Wolffen nach Böhmen. In der Armee des gefürchteten Generals Mansfeld wird er zum Schanzdienst gezwungen. Knapp dem Tod entkommen, erkennt Jacob seine göttliche Bestimmung: Ein unbarmherziger Rachefeldzug gegen den skrupellosen Leutnant Heinrich von Hohenfels und seine Schergen. Eine scheinbar unlösbare Aufgabe, doch in der jungen Heilerin Anna Dillenberger – die ihre eigenen dunklen Geheimnisse hat – findet er eine starke Verbündete. Sie unterstützt ihn mit scharfem Verstand und unerschrockenem Mut. Doch zwischen Belagerung und Verrat stellt sich bald eine grausame Frage: Dürfen sie Todsünden begehen, um die finsteren Mächte zu bezwingen?

„TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ ist der erste Band der gleichnamigen Trilogie, mit der der Thriller-Autor Matthias Soeder in die Vergangenheit eintaucht und sich so seiner Reenactment-Leidenschaft annähert. Dabei ist das Buch – passend zur Zeit – sehr düster, brutal und fast hoffnungslos, sodass die ausgesprochene Leseempfehlung ab 16 Jahren wirklich die Untergrenze darstellen sollte – und selbst dies nur möglich erscheint, in dem Teile der Handlung großzügig ausgeblendet sind.

Abgesehen davon ist die Handlung durchaus spannend und abwechslungsreich und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, auch wenn zuweilen eine Unwucht in der Gewichtung der Handlungsstränge besteht – gerade Anna kommt hier teils etwas kurz. Zudem empfinde ich auch den Handlungsstrang bzw. die Perspektive um den General Graf Mansfeld eher als historischen Infodump als wirklich handlungstreibend – für die Geschichte um Anna und Jacob hätte es diese Perspektive wirklich nicht gebraucht.

Das Setting hingegen glänzt auf ganzer Linie. So nimmt der Autor die Leser:innen mit ins 17. Jahrhundert, mitten hinein in die Anfänge des 30-jährigen Krieges, unter anderem in meinen Wohnort Heidelberg und dann vor allem nach Böhmen zur Belagerung der eigentlich uneinnehmbaren Stadt Pilsen. Dabei werden die Schrecken des Krieges anschaulich dargestellt, Themen wie Hexenverbrennung, religiöse Konflikte und Standesdünkel gestreift. Insgesamt zeigt sich hier eine gelungene und umfassende Recherche, die sicherlich auch durch Matthias Soeders Reenactment-Leidenschaft befeuert wurde.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Meister Sedlák, Sofie und Rosina, während Jacob wenig nachvollziehbar handelt und sich immer weiter vom Leser entfernt, sodass man ihm gar kein Happy End mehr wünschen kann, ihn scheitern sehen will. Matthias Soeders Schreibstil lässt sich dabei im Wesentlichen leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist noch solide. Lektorat und Korrektorat sind doch einige Fehler durchgerutscht, die sich gerade so noch im vertretbaren Rahmen halten, der Buchsatz ist ordentlich, die Kapitelüberschriften aber mild spoilernd. Der Umschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt, das Covermotiv setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitliches Gesamtbild entsteht, das zwar mit tollen Farbakzenten punktet, insgesamt aber eher kein Eyecatcher ist.

Mein Fazit? „TINTE und SCHWERT – Verwandlung“ ist ein solider Auftakt in die Reihe, der mit einem tollen Setting und einer schonungslos brutalen aber spannenden Handlung punkten kann, gleichzeitig aber kleinere Schwächen in der Gewichtung und Auswahl der Handlungsstränge hat. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen, definitiv aber nicht unter dem Lesealter von 16 Jahren.

Männer und Frauen auf gefährlicher Mission | Doppelte Buchpost

Heute habe ich mal wieder zwei Neuzugänge für Euch. Während in „Tinte und Schwert: Verwandlung“ von Matthias Soeder (Feuertanz Verlag, VA-Verlag), das mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de erreichte, Jacob – unterstützt von Anna – einen unbarmherzigen Rachefeldzug vor dem Hintergrund des 30-jährigen Krieges unternimmt, gehen in „M VS F“ von Johannes Ulbricht (Blond Verlag) Venni und Isabella auf eine Reise nach Ruhm, bei der die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Letzteres Buch kam dabei als Rezensionsexemplar nach einem Rezensionsangebot auf Social Media zu mir – vielen Dank jeweils. Ich bin auf beide Geschichten schon sehr gespannt und freue mich darauf, die Protagonist:innen auf ihren gefährlichen, eskapistischen und sicherlich immer spannenden Reisen zu begleiten.

Wohin seid Ihr zuletzt gereist?

[Buchgedanken] Joy Styx: „Skinborn – Heiße Küsse, scharfe Krallen“

Vor kurzem habe ich „Skinborn – Heiße Küsse, scharfe Krallen“ von Joy Styx gelesen. Das Buch ist 2021 im Feuertanz Verlag, einem Label des VA-Verlags erschienen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Skinborn – Hautgeburt. Nur eine von vielen Bezeichnungen, die ich mir anhören muss. Die beschreiben, wer ich bin. Oder besser: was ich bin. Mein Name ist Lynn, ich bin sechzehn Jahre alt und Expertin im Nicht-dazugehören, Zwischen-den-Stühlen-sitzen und allgemeinem Außenseitertum. Dazu vielleicht noch ein wenig frühreif, aber es wäre nett, wenn ihr das gegenüber meinen Pflegeeltern nicht erwähnt, sonst gibt’s nur wieder Ärger. Wie arg es um mich wirklich bestellt ist, erfahre ich allerdings erst, nachdem ich eines Morgens mitten im Wald aufwache. Ohne einen Fetzen Stoff am Leib und mit ebensowenig Ahnung, wie ich da hingekommen bin. Doch die Suche nach meiner Herkunft geht weit darüber hinaus, den Weg aus dem Wald zu finden. Was ich dabei erfahre, stellt mein ohnehin nicht geradliniges Leben endgültig auf den Kopf – und zwar mit Anlauf und Doppelsalto. Beziehungsweise mit Fell und Fangzähnen. Und dass in dem ganzen Chaos mein heimlicher Schwarm kräftig mitmischt, macht die Sache zwar ausgesprochen reizvoll, aber nicht unbedingt einfacher. Begonnen hat die Geschichte allerdings schon vorher und ohne meine Beteiligung, mit einer scheinbar harmlosen, wenn auch nicht jugendfreien Begegnung am Straßenrand, auf dem Weg von L.A. nach Las Vegas …

„Skinborn – Heiße Küsse, scharfe Krallen“ ist eigentlich eine Sammlung von drei Kurzromanen, so werden die ersten 120 Seiten aus der Sicht von Doug, die nächsten 130 aus der Sicht von Lynn und die letzten Seiten aus der Sicht von Chenny erzählt. Und während Teil 2 & 3 noch nahtlos ineinander übergehen, liegen zwischen den ersten beiden Teilen etwa 16 Jahre, sodass der Bruch doch schon sehr heftig ist – hier hätte man mindestens 2 (und eher 3) Romane draus machen sollen.

Auch die Genrezuordnung fiel mir nicht einfach. Während das Buch als „Werwolf-Romance“ auf dem Cover beworben, und vom Autor als Paranormal Romance betitelt wird, ist dies nicht so ganz korrekt. Während der zweite Teil – und in dem Zusammenang auch der dritte – vielleicht noch gerade so als Paranormal Romance bzw. Romantasy durchgehen würden (auch wenn hier der Erotikanteil ebenfalls schon zu ausgeprägt ist), geht es doch um ein Mädchen, was paranormale Fähigkeiten entwickelt und sich verliebt, ist der erste Teil schlichtweg dem Genre „Erotik“ – bzw. wenn man es bilden möchte „Paranormal Erotic“ zuzurechnen. Die Handlung ist – und bleibt – wichtig, der Autor gleitet nicht ins Pornografische ab, aber die Sexszenen sind doch so zahlreich und dominant, dass sich eine andere Einschätzung schlicht verbietet (was auch die vom Verlag empfohlene Leseempfehlung ab 18 zeigt, ist Romance doch eher so ab 15, 16, 17 Jahren eingeordnet).

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, lediglich der große Zeitsprung stört etwas. Da jedoch auch Lynn – mit der man sich gut identifizieren kann – gerade erst ihre paranormalen Fähigkeiten entdeckt, lernt man mit ihr zusammen die Welt kennen, bzw. neu kennen – die Geschichte spielt ja in der realen Welt. Dabei hätte hier im Sinne eines noch besseren Weltenbaus vielleicht noch stärker auf die Entwicklung der unterschiedlichen Stämme eingegangen werden können, aber vielleicht geschieht dies ja in den potentiellen Folgebänden.

Das Setting hingegen überzeugt auf ganzer Linie. Abgelegene Diner und Motels, Naturparks und idyllischer Kleinstadtflair auf der einen Seite, Los Angeles und amerikanische Sandstrände auf der anderen – der Autor führt den Leser auf eine Reise quer durch die USA, zeigt die Facetten des spannenden Landes auf. Auch die Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben stärken und Schwächen, Ziele und Motive. Hierbei überzeugt vor allem Lynn mit ihrer Ich-Perspektive, während auch Nebencharaktere wie Bob oder Sue glänzen können.

Die Buchgestaltung ist insgesamt solide. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet. Die Covergestaltung ist jedoch durchwachsen. Während Buchrücken und Coverrückseite noch gelungen sind – sieht man mal davon ab, dass die Coverrückseite so von Text überfrachtet ist – können weder die Covergestaltung, noch der doch eher schlechte Druck überzeugen. So ist der Autorenname kaum lesbar, der Titel geht ebenfalls unter. Und auch das Covermotiv an und für sich ist etwas nichtssagend – hier ist viel Potential verschenkt worden.

Mein Fazit? „Skinborn – Heiße Küsse, scharfe Krallen“ ist ein Paranormal-Erotic Roman, der vor allem durch eine spannende Handlung, eine tolle Protagonistin und ein gelungenes Setting überzeugt, der aber auch in (mindestens) zwei Bücher hätte aufgespalten werden sollen. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – allerdings nicht unter dem vom Verlag empfohlenen Lesealter ab 18 Jahren.

Rezensionsexemplare im Doppelpack | Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich wieder zwei Rezensionsexemplare, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: der Werwolf-Romance-Titel „Skinborn“ von Joy Styx aus dem Feuertanz Verlag und „Mama“ von Jessica Lind aus dem Verlag Kremayr & Scheriau, das mir von der Agentur Buchcontact vermittelt wurde. Vielen Dank an die beiden Verlage und die Agentur für die Bereitstellung der Rezensionsexemplare, die unterschiedlicher kaum sein könnten. So kommt Abwechslung in die Leseliste!