[Buchgedanken] Heike Abidi/Daniela Nagel: „Achtsam jammern“

In der letzten Zeit habe ich auch „Achtsam jammern“ von Heike Abidi und Daniela Nagel gelesen. Das Buch ist 2026 in der Goldegg Verlag GmbH erschienen und als humoristisches Sachbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Raus aus der Jammerfalle – warum wir klagen und wie wir damit aufhören. Jammern gehört zum Leben: Es ist ein Ventil, um Frust, Ärger und Stress loszuwerden und manchmal macht es sogar kurzfristig den Kopf frei. Doch was passiert, wenn wir in der Jammerspirale gefangen bleiben? Wenn negative Gedanken unser Denken und Fühlen bestimmen und wir uns selbst und andere immer tiefer in die Alles-ist-schlimm-Haltung hineinziehen?

„Achtsam Jammern“ ist mein drittes humoristisches Sachbuch aus der Feder von Heike Abidi, die anderen beiden („Geschwister sind wie Gummibärchen“ und „Großeltern sind wie Eltern nur mit Zuckerguss„) wurden zusammen mit Ursi Breidenbach verfasst. Bei „Achtsam jammern“ nimmt nun Daniela Nagel, die auch unter dem Pseudonym Marie Adams veröffentlicht, an der Seite von Heike Abidi auf der Autorencouch – nicht dem Therapiesofa – Platz. Dabei lässt sich das Buch sehr klar kategorisieren. Teils auch als Selbsthilfebuch oder Ratgeber beschrieben, würde ich es dennoch – wie bei den anderen Werken und hier bereits mehrfach erwähnt – als humoristisches Sachbuch einordnen.

Denn Heike und Daniela schreiben leicht, locker und immer humorvoll übers Jammern, toxische Positivität, Whataboutism und die „self fulfilling prophecy“ – im Positiven wie im Negativen – um nur einige der Themen zu nennen. Und auch wenn hier teils etwas der rote Faden fehlt und man gelegentlich das Gefühl hat, sich etwas in einer Schleife zu drehen und die Themen immer und immer wieder durchzukauen, macht die Lektüre dennoch viel Spaß – und vielleicht ist es gerade die repetitive Vermittlung, die dafür sorgt, dass hier etwas in Erinnerung bleibt.

Unterfüttert werden die thematischen Darstellungen dabei mit Anekdoten von Interviewpartnern und aus eigenen Erlebnissen der Autorinnen, auch ein historischer Abriss des Jammerns sorgt für viel Spaß und hätte durchaus noch stärker ausgebaut werden können. Ein Quellenverzeichnis, das unter anderem auch Standardwerke der Kommunikation enthält, rundet das Leseerlebnis ab – gegebenenfalls hätte man im Nachwort auch noch einmal die zwischendurch eingestreuten Hilfsangebote gebündelt sammeln und darstellen können.

Die Buchgestaltung kann größtenteils brillieren. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht schmälern, der Buchsatz ist wirklich innovativ und sieht toll aus. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, die mit einem Jammertyp-Test einen niederschwelligen Einstieg ins Buch bieten. Zudem ist er auf dem Cover und dem Buchrücken hochwertig geprägt, das Covermotiv wird zum Buchrücken hin allerdings krass abgegrenzt. Insgesamt ist es aber durchaus ansehnlich und illustriert den humoristischen Charakter des Buches.

Mein Fazit? „Achtsam jammern“ ist ein humoristisches Sachbuch, das – wie sollte es anders sein – durch seinen Humor punktet und wichtige Akzente setzt, manchmal aber einen roten Faden vermissen lässt. Für Leser:innen ab etwa 12 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Heike Abidi/Ursi Breidenbach: „Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“

Vor kurzem habe ich auch „Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“ von Heike Abidi und Ursi Breidenbach gelesen. Das Buch ist 2023 im Penguin Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH veröffentlicht worden und als (erzählendes) Sachbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Auf Oma und Opa ist Verlass. Sie sehen die Welt mit anderen Augen, ihr Erfahrungsschatz ist unermesslich. Daher lassen sie sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Ob beim Kuchenbacken, Schiffchenbauen, Vorlesen oder Zuhören: Sie sind da, wenn man sie braucht. Springen als Babysitter ein, verwöhnen die Enkelkinder, stehen mit Rat und Tat zur Seite. Was für ein Glück, Großeltern zu haben! Und was für ein Glück, Großeltern sein zu dürfen!

„Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“ ist nach „Geschwister sind wie Gummibärchen“ mein zweites Buch des Autorinnenduos, von Heike habe ich zudem den Roman „Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert“ gelesen. Dabei ist das Buch – wenig überraschend – ein Buch über Großeltern, oder – wie der Untertitel sagt – ein Buch „vom großen Glück, Oma und Opa zu haben, zu sein oder zu werden“. Das Buch ist hierbei als (erzählendes) Sachbuch einzuordnen, die Bewerbung des Werkes durch den Verlag als Geschenkbuch verkennt etwas den doch umfassenden und wissenschaftlich untermauerten Aufbau.

Das Buch setzt hierbei in bewährter Weise auf eine Kombination aus Anekdoten der Autorinnen, auf Auszüge aus Interviews mit Gesprächspartnern und auf kurze wissenschaftliche und erklärende Einschübe. Dabei ist das Buch am besten, wenn es in den Interviews direkt einen Zugang zu den Lebenswirklichkeiten der Personen bietet, allen voran hier die gefühlvollen Briefe einer Enkelin an ihre leicht gebrechliche Großmutter – sehr berührend!

Aufgrund der Fülle an Themen, den unzähligen Beispielen (u.a. prominenter Enkel-Großeltern-Paare) werden die vielen Punkte nur sehr oberflächlich angesprochen, eine etwas stärkere, fokussierte Darstellung hätte hier für mehr Tiefe sorgen können – natürlich ein Balanceakt, damit das Buch nicht seine Frische und seinen Humor verliert. In jedem Fall bleibt das Buch jedoch eines, das Erinnerungen weckt, Vorfreude schürt und die Wichtigkeit familiärer Bande ins Zentrum rückt.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelmotiv ist gelungen, greift auf humorvolle Weise das Thema auf und passt sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein.

Mein Fazit? „Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“ ist ein zuckersüßes und überzeugendes Sachbuch, das vor allem in den Anekdoten brilliert, teils aber etwas andere Schwerpunkte hätte setzen können. Uneingeschränkt zu empfehlen!

Blau, blau, blau sind alle meine Cover | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich diese beiden Bücher aus der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Großeltern sind wie Eltern, nur mit Zuckerguss“ von Ursi Breidenbach und Heike Abidi (Penguin Verlag) ist dabei ein humoristisches Sachbuch, „Nur 300 km“ von Rüdiger Bertram (cbj Kinder- und Jugendbuchverlag) ein Jugendbuch über einen ungewöhnlichen Roadtrip. Ich freue mich schon unglaublich auf die beiden Bücher!

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