[Buchgedanken] Caryl Lewis: „Ein Sommer voller Wunder“

Vor kurzem habe ich „Ein Sommer voller Wunder“ von Caryl Lewis gelesen. Das Jugendbuch ist 2023 in der arsEdition GmbH erschienen, die Originalausgabe wurde 2022 unter dem Titel „Seed“ bei Macmillan Children’s Books, einem Imprint von Pan Macmillan veröffentlicht. Illustriert wurde das Buch von George Ermos, für die Übersetzung zeichnet Diana Steinbrede verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Marty hat nicht viel. Im Gegensatz zu seiner Mutter, die Milliarden von Dingen besitzt: Zeitungen, löchrige Schuhe, rostige Rasenmäher, kaputte Bilderrahmen – sie hebt einfach ALLES auf! Marty tut sein Bestes, um sich um sie zu kümmern und fragt sich, ob sich jemals etwas ändern wird. Doch an Martys Geburtstag macht sein Großvater ihm ein außergewöhnliches Geschenk: Einen magischen Kürbissamen! Die Kürbispflanze, die daraus erwächst, wird immer größer und bringt Marty, seinen Opa und seine beste Freundin Gracie auf eine unmögliche, wundervolle Idee. Und schon sind die drei mittendrin in einem wilden Abenteuer voller Hoffnung, Träume und Wunder! 

„Ein Sommer voller Wunder“ ist ein Roman an der Grenze vom Kinder- zum Jugendbuch, wobei ich es bei der Eingruppierung als (phantastisches) „Jugendbuch“ belassen habe, wird es doch für Leser ab 9 Jahren empfohlen – eine Alterseinschätzung, die ich im Wesentlichen für zutreffend halte. Dabei wird die Geschichte durch eingeflochtene, teils ganzseitige Illustrationen von George Ermos gut unterstützt, visualisiert und ergänzt.

Die Handlung ist altersgerecht und abwechslungsreich, durchaus inspirierend und mit wichtiger Botschaft, teils aber auch mit Logiklücken versehen und ziemlich abstrus. Caryl Lewis behandelt dabei in dem Roman eine Fülle an Problemen und Themen, seien es psychische Krankheiten, Mobbing, Inklusion, Freundschaft oder auch Vernachlässigung. Die einzelnen Themen werden hierbei durchaus präsent und nicht nur an der Oberfläche besprochen – verbleiben aber kindgerecht und werden gut aufgearbeitet.

Das Setting überzeugt ebenfalls. So entführt Caryl Lewis den Leser in ein beschauliches englisches Städtchen – Schrebergartenanlage inklusive – und auf eine abenteuerliche Reise bis hin ins weit entfernte Paris. Dabei gelingt es ihr, die verschiedenen Lebensentwürfe und Herkünfte, die Probleme und Nachteile, mit denen die Kinder aufwachsen, organisch und gleichberechtigt gegenüberzustellen.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, zumindest in altersgerechter Tiefe. Hierbei überzeugt vor allem Gracie als unerschrockene, humorvolle und starke Freundin, während gerade die erwachsenen Charaktere durchweg für Irritationen sorgen – vielleicht mit Ausnahme der Mutter von Marty. Der Schreibstil von Caryl Lewis ist hingegen leicht und flüssig lesbar, zielgruppenorientiert und sehr bildhaft.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, diese schmälern aber das Lesevergnügen nur geringfügig. Der Buchsatz überzeugt, auch wenn man die Listen vielleicht noch innovativer hätte setzen können. Cover und Coverrückseite sind farblich toll und wunderschön anzusehen, auch wenn ich mir hier noch einen etwas stärkeren Bezug zur Handlung gewünscht hätte.

Mein Fazit? „Ein Sommer voller Wunder“ ist ein Jugendbuch, das mit toller Message, wundervollen Bildern und einer kurzweiligen Handlung überzeugt, die allerdings teils ins Unlogische und Abstruse abgleitet. Für Kinder und Jugendliche dennoch zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 9 Jahren, vielleicht auch ein Jahr früher.

[Buchgedanken] Brad Meltzer: „Ich bin Marie Curie“

Heut habe ich „Ich bin Marie Curie“ von Brad Meltzer gelesen. Das von Christopher Eliopoulos illustrierte Buch wurde 2023 bei Egmont BÄNG! Comics, Egmont Verlagsgesellschaften mbH veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 2019 unter dem Titel „I am Marie Curie“ bei Rocky Pond Books. Das Buch ist als illustriertes Sachbuch einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Annica Strehlow verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Wie verändert man die Welt? Marie Curie wusste schon als Kind, dass sie ihr Leben der Wissenschaft widmen wollte. Doch trotz ihres herausragenden Intellektes hatte sie hohe Hürden zu überwinden, denn im 19. Jahrhundert waren Frauen oft von einer höheren Bildung ausgeschlossen. Sie schaffte es, sich gegen alle Widerstände zu behaupten und wurde eine revolutionäre Physikerin und Chemikerin.

„Ich bin Marie Curie“ ist der neueste Teil der Reihe „Jede*r kann die Welt verändern“ (orig. „Ordinary People Change the World“); eine Buchreihe mit Biografien inspirierender Persönlichkeiten als Bilderbuch / illustriertes Sachbuch für sehr junge Leser (Altersangabe der dt. Version: 4-7 Jahre; Originalausgabe 5-9 Jahre). Ich würde hier eher die Alterseinschätzung der Originalausgabe teilen und das Buch somit eher ab 5-6 Jahren empfehlen – für ambitionierte Erstleser oder spannende Vorleseabende.

Die Handlung hangelt sich lose entlang der Stationen von Marie Curies Leben, lässt den Leser sie in die Schule, an die Universität und zur Nobelpreisverleihung begleiten. Dabei bleibt das Buch naturgemäß sehr oberflächlich, setzt seine Schwerpunkte vor allem auf die Schwierigkeiten, die Marie Curie als Frau in der damals männlich-dominierten Wissenschaftswelt hatte. Hierbei werden die einzelnen Themen größtenteils altersgerecht behandelt – einzig einen Verweis auf die damalige geopolitische Lage und den Konflikt zwischen Polen und Russen hätte man sich für die Zielgruppe eher sparen können.

Die Illustrationen sind wunderschön anzusehen und unterstützen die Handlung, gestalten diese sogar aus und sorgen für einen enormen Mehrwert. Dabei irritiert jedoch, dass Marie sich über all die Jahre ihres Lebens nicht verändert, die gleiche, kleine Figur bleibt und so in den Bildern als sehr anders auffällt. Ich glaube schon, dass auch junge Leser*Innen hier Marie bei einer auch körperlichen Entwicklung weiterhin erkannt hätten – so bleibt die Figur als Erwachsene stark überzeichnet, fast Funko-Pop-artig mit einem großen Kopf.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, auch wenn die Texte teils noch etwas innovativer hätten gesetzt werden können, um die Synergieeffekte mit den Bildern noch zu erhöhen. Das Cover passt gut zur Geschichte und macht auf das Buch aufmerksam, auch die Coverrückseite überzeugt. zudem ist das Buch mit farbigen Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Ich bin Marie Curie“ ist ein altersgerechtes, illustriertes Sachbuch, das mit einem tollen Zusammenspiel zwischen Bild und Text punktet, allerdings auch leicht im Hinblick auf den Zeichenstil irritiert. Für interessierte Erstleser und als Vorlesebuch dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem (vom englischen Verlag) empfohlenen Alter von 5 Jahren.

Vom Mut, an seine Träume zu glauben | Doppelte Buchpost

Und auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Ein Sommer voller Wunder“ von Caryl Lewis aus dem Verlag arsEdition ist dabei ein von George Ermos illustriertes Kinderbuch über den Mut, an seine Träume zu glauben. Bei „Die Kriminalistinnen – Der Tod des Blumenmädchens“ von Mathias Berg (emons Verlag) geht es ebenfalls um Mut und Träume, konkret um die allerersten Frauen, die ihren Traum erfüllten und zu Beamtinnen der Kriminalpolizei ausgebildet worden sind. Egal ob Kinderbuch oder Kriminalroman – Träume sind wichtig! Und daher freue ich mich schon darauf, in die beiden Bücher einzutauchen.

Welchen Traum würdet Ihr Euch gern noch erfüllen?

[Buchgedanken] Nicole Grom | Jekaterina Griskjane (Ill.): „Lotta und die Wunschfabrik“

Und hier noch eine weitere Rezi, bevor es mit den Messeberichten weitergeht. Denn vor kurzem habe ich auch „Lotta und die Wunschfabrik“ von Nicole Grom gelesen, die Illustrationen stammen aus der Feder von Jekaterina Griskjane (Artket Design). Das Buch ist 2023 in der Edition Kleine Schriften veröffentlicht worden und als Bilderbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an alle Beteiligten für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Lotta liebt die stillgelegte Fabrik in ihrem Stadtviertel.
Eines Tages wird plötzlich eine Wunschfabrik daraus.
Lotta hat einen Wunsch frei.
Nur einen einzigen!
Was soll sie sich wünschen?

„Lotta und die Wunschfabrik“ ist zwar bereits das siebte Kinderbuch, aber darunter das erste Bilderbuch der Autorin und wurde von einer realen Fabrik inspiriert. Angepriesen wird es für Kinder ab vier Jahren – und macht sowohl von der Ausstattung als auch von der Länge und im Hinblick auf das Bild-Text-Verhältnis einen altersgerechten Eindruck. Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die Buchproduktion nach „Cradle to Cradle“ Standard, die CO2-Kompensation und Verwendung von Ökostrom, die das für Kinder besonders relevante Thema der Nachhaltigkeit in der Buchherstellung kompetent umsetzt.

Die Handlung ist ebenfalls altersgerecht, die mit dem Buch verbundene Message wird gut transportiert. Dabei regt die Geschichte um Lotta auch zu Diskussionen an. Das relativ abrupte – und teils offene – Ende wird über die Bilder aufgefangen, die dieses etwas näher ausgestalten. Verständlicherweise bleibt das Buch aufgrund der Zielgruppe etwas schematisch, einzelne Aspekte tragen jedoch wenig zur Handlung bei. Auch hätte ich mir gewünscht, dass bei einem so lehrreichen Buch im Rahmen der Wünsche althergebrachte Geschlechtervorstellungen durchbrochen worden wären, sich beispielhaft eine Frau das teure Auto gewünscht hätte.

Die Illustrationen sind toll anzusehen und passen super zur Handlung. illustrieren diese nicht nur, sondern ergänzen und ausgestalten diese, haben daher auch inhaltlichen Mehrwert. Dabei machen die Figuren den Eindruck, leicht vom Zeichenstil japanischer Mangas beeinflusst worden zu sein, sind sehr auffällig, individuell und ausdrucksstark. Wirklich schön!

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Das Korrektorat hat sauber gearbeitet, der Buchsatz hat die Texte und Bilder toll zusammen und ins Verhältnis gesetzt, lediglich die farblich hervorgehobenen Texte und die Typographie auf dem Cover irritieren hier leicht. Das Buch ist mit farbig akzentuierten Coverinnenseiten versehen, das wunderschöne Titelbild zieht sich über Buchrücken und Coverrückseite und ergibt so einen tollen, einheitlichen Gesamteindruck.

Mein Fazit? „Lotta und die Wunschfabrik“ ist ein überzeugendes Bilderbuch, das vor allem mit seiner Botschaft und dem tollen Zusammenspiel zwischen Illustration und Text glänzen kann und dabei nur kleinere Schwächen besitzt. Ab dem angegebenen Lese-/Vorlesealter von vier Jahren daher bedenkenlos zu empfehlen.

Von Wünschen und Entscheidungen | Doppelte Lovelybooks-Buchpost

Bevor es heute Nachmittag für mich nach Leipzig zur LBM geht, möchte ich Euch noch zwei Bücher zeigen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare erreichten – vielen Dank dafür. „Lotta und die Wunschfabrik“ von Nicole Grom und Jekaterina Griskjane (Edition Kleine Schriften) kam dabei über eine Leserunde, „Das vorläufige Ende der Zeit“ von Berni Mayer (DuMont Buchverlag) über eine Buchverlosung, jeweils auf Lovelybooks.de, zu mir. Bilderbuch und Zeitreiseroman der Gegenwartsliteratur – mehr Abwechslung geht wohl nicht ;).

Wen von Euch sehe ich bald in Leipzig?

Von blauem Blut und kuriosen Nasen | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare – vielen Dank dafür! „Das Lilienpalais – Ein Graf auf Abwegen“ von Hannah Conrad (Heyne Verlag) kam dabei über eine Leserunde auf Lovelybooks.de zu mir, „Geniale Nasen“ von Lena Anlauf & Vitali Konstantinov aus dem NordSüd Verlag direkt als Rezensionsangebot vom Verlag. Ich freue mich schon darauf, die Tierwelt genauer zu erkunden – und in den Skandalen der High Society abzutauchen. Größer könnten die Unterschiede zwischen den Büchern jedenfalls kaum sein! Das verspricht Spannung :).

Welches Buch hat Euch zuletzt gehörig überrascht?

[Buchgedanken] Akram El-Bahay: „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ (Fabula 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ von Akram El-Bahay gelesen. Das Buch ist 2022 im Baumhaus Verlag, Bastei Lübbe AG veröffentlicht worden und als phantastisches Kinderbuch ab 10 Jahren einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Bei einem Schulausflug in den Central Park machen die Zwillinge Will und Charlotte eine unglaubliche Entdeckung: Um einen Baum mit silbernen Blättern schwirrt ein kleines Wesen mit fast durchsichtigen Flügeln – eine Elfe, wie sich bald herausstellt. Als dann auch noch eine Furie bei ihnen zu Hause auftaucht und sich der Baum als Portal entpuppt, folgen die Geschwister der Elfe in die fantastische Welt von Fabula. Doch die Heimat der Fabelwesen ist in Gefahr. Und Charlotte und Will sind die Einzigen, die sie retten können. Denn auch in ihnen schlummern ungeahnte magische Kräfte …

„Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastischer Roman an der Grenze vom Kinder- hin zum Jugendbuch. So wird das Lesealter vom Verlag mit 10+ angegeben; eine Alterseinschätzung, die ich sowohl im Bezug auf die Handlung als auch auf die Sprache teile. Das Buch mischt dabei Elemente der Low Fantasy mit solchen der High Fantasy, entführt der Autor den Leser doch nach Fabula, eine Welt voller Magie, die jedoch mit der realen Welt untrennbar verknüpft ist.

DIe Handlung ist abwechslungsreich und spannend, teils aber auch vorhersehbar. Dabei kulminiert die Geschichte in einem sehr offenen Ende, das Raum für Folgebände lässt, die bislang aber zumindest noch nicht absehbar sind. Dabei ist der Schreibstil des Autors altersgerecht und lässt sich leicht und flüssig lesen.

Das Setting ist gelungen und erlaubt es dem Leser durch die sehr bildhafte Sprache, sich nach Fabula zu träumen. Hier hätte ich mir jedoch einen noch stärkeren Fokus auf die Entstehung und Verflechtung von Fabula mit der realen Welt und eine stärkere Erläuterung des Herrschafts- und Magiekonzepts von Fabula gewünscht – hier bleibt doch einiges im Dunklen.

Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig angelegt, in der Komplexität jedoch noch ausbaubar. Hierbei überzeugen vor allem Charlotte, Hoin, Thel und Side, während Will und auch Orion eher blass bleiben – auch das könnte in einem Folgeband noch aufgefangen werden.

Die Buchgestaltung ist gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Der Buchumschlag ist auf Cover, Buchrückseite und Buchrücken hochwertig geprägt und wirklich schön anzusehen, das Titelmotiv ein absoluter Eyecatcher. Abgerundet wird der wunderschöne Gesamteindruck mit farbigen Coverinnenseiten.

Mein Fazit? „Fabula – Das Portal der dreizehn Reiche“ ist ein phantastisches Kinderbuch, das vor allem mit liebenswerten Charakteren und einer interessanten Handlung glänzt, aber auch ein sehr offenes Ende bietet, das eigentlich zwingend Folgebände verlangt. Für Leser ab 10 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Gemma Merino: „Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“

In der letzten Zeit habe ich „Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ gelesen. Das Bilderbuch für Kinder ist 2021 im Baumhaus Verlag, Bastei Lübbe AG, erschienen, die Originalausgabe wurde 2021 unter dem Titel „The Dragon Who Didn’t Like Fire“ bei Macmillan Children’s Books, einem Imprint von Pan Macmillan veröffentlicht. Text und Illustrationen in der Originalausgabe stammen von Gemma Merino, für die Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche ist Jennifer Gomber verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Alle Drachen können Feuer spucken. Nur das kleine Drachenmädchen nicht. Und Flügel wachsen ihr auch keine. Dabei würde sie so gerne fliegen und mit ihren Geschwistern durch die Lüfte sausen! Doch das kleine Drachenmädchen ist erfinderisch und lässt sich so einiges einfallen, um ihren großen Traum wahr werden zu lassen. Und schließlich findet sie Erstaunliches über sich heraus …

„Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ ist – ich kann es nicht anders sagen – wirklich zuckersüß. Die einzelnen Illustrationen sind mit so viel Liebe zum Detail, mit Witz und vor allem Charme erstellt worden, dass man sich nicht nur in das kleine Drachenmädchen, sondern einfach in alle Figuren direkt verliebt. Dabei gibt es auch außerhalb der Geschichte, auf den Coverinnenseiten, dem Impressum oder dem Buchumschlag soviel zu entdecken.

Die eigentliche Handlung ist einfach und altersgerecht, gleichsam aber sehr gefühlvoll und bestärkend. Sie behandelt das Thema des Andersseins und betont dabei die große Bedeutung einer liebevollen Familie, die Zugehörigkeit und Halt vermittelt – egal, wie anders man ist oder man sich fühlt.

Das Zusammenspiel von Text und Illustration ist sehr harmonisch gelungen, da die einzelnen Textabschnitte gut in die Bilder eingebaut, teils innovativ und überraschend gesetzt worden sind. Dabei ist auch das Verhältnis von Text und Bild ausgewogen und altersgerecht und lädt zum Vorlesen oder selbst entdecken ein.

Neben dem tollen Buchsatz überzeugt auch die restliche Buchgestaltung auf ganzer Linie. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf Cover und Coverrückseite hochwertig geprägt und – wie oben bereits angemerkt – mit farbigen Coverinnenseiten versehen. Dabei sind Cover und -Rückseite auch wunderschön anzusehen, detailverliebt und wecken Lust auf die Geschichte – ein rundum gelungenes Gesamtpaket.

Mein Fazit: „Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ ist ein wundervolles Bilderbuch für Kinder, das mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde und eine wichtige Botschaft vermittelt – untermalt von wunderschönen Illustrationen. Für Leser (und Vorleser) des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von vier Jahren.

Von Drachen und Draufgängern | Doppelte Buchpost

In den nächsten Tagen möchte ich Euch wieder einige Neuzugänge und Rezensionen präsentieren. Den Anfang machen heute zwei Rezensionsexemplare, die mich von den Verlagen FISCHER Scherz, S. Fischer Verlage, und Baumhaus, Bastei Lübbe AG, über eine Leserunde bei Lovelybooks bzw. die Bloggerjury erreichten – vielen Dank dafür! „Pirlo – Gegen alle Regeln“ von Ingo Bott, ein Justizroman über einen grenzwertigen Strafverteidiger, und „Der kleine Drache, der kein Feuer spucken konnte“ von Gemma Merino, ein illustriertes Bilderbuch für Kinder, könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Umso mehr freue ich mich auf die Ablenkung – und die Ausflüge in die Welt der Fantasie und die Welt der Justiz – die mir als Jurist und ehrenamtlicher Richter nicht fremd ist. Lest Ihr gern Romane, die mit Eurer Ausbildung korrelieren?

[Buchgedanken] Anne Barns/Christin-Marie Below: „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ (Mirella 1)

In der letzten Zeit habe ich „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ von Anne Barns und Christin-Marie Below gelesen. Das Buch, der erste Teil der Mirella-Manusch-Reihe, ist 2020 bei Schneiderbuch in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und dem Genre fantastisches Kinderbuch zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorinnen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Mein Name ist Mirella, Mirella Manusch. Ich bin fast zehn Jahre alt und habe gerade erst einen neuen Eckzahn bekommen. Seitdem weiß ich: Ich bin ein Vampirmädchen. Ja, echt! Wenn die Sonne untergegangen ist, kann ich mich in eine Fledermaus verwandeln und fliegen. Außerdem habe ich einen eigenen Beschützer, meinen Kater Langstrumpf, der eigentlich Lancelot heißt. Und das Allercoolste: Ich kann die Sprache der Tiere verstehen, von Kleinkram wie Spinnen und Motten mal abgesehen. Abgefahren, oder? So kommt es auch, dass ich die Sorgen der Tiere in unserem Zoo kennenlerne. Ist doch klar, dass ich da helfen will, oder? Nur das mit der Geheimhaltung ist manchmal verflixt kompliziert …

„Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein Kinderbuch, das gute Laune versprüht. Mit kindgerechter Sprache gelingt es den beiden Autorinnen (übrigens Mutter und Tochter) Bilder in die Köpfe der Leser zu zaubern und ihnen Mirella, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, näherzubringen. Dabei glänzt das Buch vor allem durch die tollen Charaktere, allen voran Langstrumpf/Sir Lancelot, und natürlich Mirella, die in dieser kurzen Zeit bereits eine beeindruckende Entwicklung durchmacht.

Die Handlung ist ebenfalls altersgerecht und spannend, bleibt aber insgesamt etwas zu seicht und kratzt nur an der Konfliktoberfläche. Dies liegt aber im Zweifel daran, dass durch die notwendige Charaktervorstellung schlicht im ersten Band etwas zu wenig Platz übrig blieb. Ich bin gespannt, ob die Folgebände hier etwas mehr in die Tiefe gehen und wichtige, aktuelle Fragen kindgerecht aufarbeiten.

Die Buchgestaltung hingegen ist absolut perfekt. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und der Buchsatz, mit teils schwarzen Seiten, ist ein wahrer Traum. Unterstützt wird der tolle Buchsatz durch wundervolle Illustrationen von Anastasia Braun. Das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher, hochwertig geprägt auf dem Titel und Buchrücken.

Mein Fazit? „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein wundervolles und wunderschönes Kinderbuch, das mit sympathischen Figuren, kindgerechter Sprache und einer tollen Aufmachung punktet. Für Kinder – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von acht Jahren – bedenkenlos zu empfehlen.