Am Donnerstag stand der zweite Tag der Frankfurter Buchmesse an – und was war das für ein Tag, mit: Lotte Römer, Lin Rina, Anika Beer, Elif Shafak, Anne Sauer, Frank Schätzing, dem Kunstanstifter Verlag und Nora Bossong.
Auch an diesem Tag ging es für mich noch sehr entspannt zu. Nachdem ich erneut mit Anna die Hallen unsicher gemacht habe, stand als erste Veranstaltung eine Lesung und Buchvorstellung von Lotte Römer auf dem Plan, die für Amazon Publishing ihren neuesten, bei Montlake Romance erschienenen, Roman „Du, ich und das Rauschen der Wellen“ präsentierte. Dabei handelt es sich um den zweiten Band ihrer „Liebe auf Rhodos“-Feel-Good-Liebesromanreihe. Im Anschluss signierte sie zudem noch vom Verlag zur Verfügung gestellte Leseexemplare – vielen Dank dafür!
Bevor ich danach zur Literaturbühne schlenderte, traf ich spontan noch Lin Rina (unten links) und Anika Beer (unten rechts) am Stand des Drachenmond Verlags – so schön, dass wir endlich die bei den letzten Messen vergessenen Fotos nachholen konnten. Auf der Bühne ging es dann weiter mit Nora Bossong, die im Gespräch mit Andreas Platthaus ihren Roman „Reichskanzlerplatz“ vorstellte – ein literarisches Porträt von Magda Goebbels. Ein hochspannendes, eher wenig beleuchtetes Thema, das ich mir als Roman unglaublich interessant vorstelle.
Auch die nächste Veranstaltung auf meinem Plan fand auf der Literaturbühne statt – und ein echter literarischer Weltstar gab sich die Ehre. Im Gespräch mit Ariane Binder präsentierte Elif Shafak ihren Roman „Am Himmel die Flüsse“ und sprach engagiert über Unterdrückung und die Aufgaben und Probleme der heutigen Zeit – und über ihr Leben als Exilschriftstellerin. Es war mir eine besondere Ehre, sie danach auch kurz treffen und mir meine Ausgabe des Romans signieren lassen zu können – ein wirklich tolles Gefühl.
Die letzte Veranstaltung des Tages führte mich dann an die Bühne beim Stand der SZ – zu einem Superstar der deutschen Buchlandschaft. Frank Schätzing stellte dort seinen Roman „Helden“ vor, der nicht nur die unerwartete Fortsetzung des vor langer Zeit erschienenen Buches „Tod und Teufel“ ist, die Reihe jedoch nicht abschließt, sondern als Mittelpunkt einer Trilogie fungiert. Im Gespräch wurde zudem die etwas unglückliche Verfilmung seines Bestsellers „Der Schwarm“ debattiert – ein Thema, bei dem sich Frank Schätzing elegant aus der Affäre zog.
Damit endete auch bereits mein Programm für den Tag, da leider eine Buchvorstellung mit Dana von Suffrin ausgefallen ist – Dana war kurzfristig krankheitsbedingt verhindert. Das eröffnete mir jedoch zumindest noch die Möglichkeit, ein Foto mit Anne Sauer zu machen, die ein Buch über den wohl größten musikalischen Weltstar derzeit geschrieben hat: Taylor Swift. Nach ihrem Talk zu „Look what she made us do“, den ich leider trotzdem nicht mehr besuchen konnte, überreichte ich ihr danach immerhin ein Friendship Bracelet – und nutzte die restliche freie Zeit noch, dem Kunstanstifter Verlag zum Nachhaltigkeitspreis zu gratulieren.



Am Freitag erwartete mich dann ein enorm voller Tag – mit einigen Highlights. Doch dazu später mehr :).







Den Anfang machte, nach einer kurzen Tour durch Halle 3.0, Bundespräsident Joachim Gauck. Er stellte auf dem Blauen Sofa sein Buch „Toleranz: einfach schwer“ vor, sprach über seine Erlebnisse zur Zeit des Mauerfalls und das Konzept der auch kämpferischen Toleranz. Ein beeindruckender, intensiver Appell, für den er auch im Vorfeld viel Kritik eingesteckt hat, der aber – auch deswegen – umso wichtiger ist.
Im Anschluss ging es direkt für mich auf dem Blauen Sofa mit Sasa Stanisic weiter. Wer jetzt denkt, ich habe einfach sitzen bleiben können – liegt falsch. Denn beide Veranstaltungen waren, obwohl der Mittwoch der entspannteste Messetag ist, bereits so gut besucht, dass ich nur stehen konnte. Der frisch gekürte Träger des Deutschen Buchpreises las nicht nur aus seinem Buch „Herkunft“, sondern kritisierte auch wie bereits in seiner Preisträgerrede die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke.
Nach einer Mittagspause, in der ich zufällig auch Nora Bendzko traf und Halle 3.1 erkundete, setzte sich mein Tagesprogramm für zwei Veranstaltungen am Stand des Magazins „Der SPIEGEL“ fort. Den Anfang machte Denis Yücel, der sowohl sein Buch „Agentterrorist“ vorstellte, als auch über seine Zeit im türkischen Gefängnis sprach. Erstaunlicherweise ging er dabei kaum auf die aktuellen politischen Entwicklungen in der Region ein.
Direkt danach (dieses Mal konnte ich sitzen bleiben^^): Miku Sophie Kühmel mit ihrem Debütroman „Kintsugi“. Die junge Autorin stellte ihr Buch, ihr Kammerspiel über ein älteres, schwules Pärchen vor und las den unglaublich melodischen Anfang des Werkes. Das reichte bereits, um zu erkennen, dass sie dafür zurecht mit dem Aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde – und ganz nebenbei auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand. Beeindruckend!
Nachdem ich mir im Anschluss „Californias Next Magician“ von Isabel Kritzer (ich bin so gespannt!) signieren ließ und mich kurz bei meiner
Bevor es in den gemütlichen Teil, zur Happy Hour dort, überging, las noch Jan Erik Vold einige Gedichte in deutscher, norwegischer und englischer Sprache, teils sehr bizarr, aber immer begleitet vom wunderschönen Harfenspiel von Ellen Bodtker. Nach der Happy Hour besuchte ich noch kurz meine Freunde beim Kunstanstifter Verlag, der dieses Jahr mit dem Verlagspreis gewürdigt wurde – und mehrfach für den Jugendliteraturpreis nominiert ist. Die Daumen sind gedrückt!
Hallen. Nachdem ich mich etwas umgesehen hatte, ging es auch direkt zur ersten Veranstaltung des Tages: „The Art of Dressmaking“. darkdirndl, ein preisgekröntes deutsches Kostümstudio, stellte eine Rekonstruktion der Diamond Jubilee Robe von Queen Victoria vor. Da ich zu dem frühen Zeitpunkt der einzige Besucher am Stand war, nahm sich die Inhaberin viel Zeit, um auf alle meine Fragen zu antworten, und mir eine Ausstellung des Studios mit dem Namen „Story Behind the Dress“ ans Herz zu legen. Hochinteressant – sowohl für Mode, als auch für Geschichtsliebhaber.
Im Anschluss nahm ich mir die Zeit, Freunde und Bekannte zu treffen, zum Beispiel die Autorin Anna Hinz, und besuchte auch den Kunstanstifter Verlag. Danach ging es zur obligatorischen Vorstellung des diesjährigen Trägers des deutschen Buchpreises auf dem blauen Sofa. Inger-Maria Mahlke erzählte von ihrem Roman „Archipel“ und las auch eine kurze Passage, die so kraftvoll, so prägnant, aber vor allem so melodisch war. Da saß jedes Wort, jede Silbe passte sich in den Lesefluss ein. In jedem Fall eine würdige Preisträgerin, und eine ganz, ganz starke literarische Stimme.
Nachdem ich etwas durch Halle 3.0 geschlendert war, und ganz viele Fotos gemacht habe, besuchte ich meinen letzten Termin am Vormittag. Die Autorin und Journalistin Evi Simeoni stellte bei der FAZ das Buch „Vier Beine tragen meine Seele“ vor, das sie zusammen mit der überragenden Dressurreiterin Isabell Werth geschrieben hat. Es ist gleichsam eine Chronik von Isabells Leben, als auch eine Betrachtung des Dressursports der letzten Jahrzehnte. Eine Geschichte, von einer so starken Verbindung von Mensch und Tier, die einzigartig ist, und daher unnachahmliche Erfolge hervorgebracht hat. Auf diese Veranstaltung hatte ich mich als Pferdefan schon lange gefreut – und wer weiß, vielleicht zieht das Buch demnächst auch irgendwann bei mir ein.
Im Anschluss machte ich eine längere Pause, unterhielt mich mit anderen Autoren und Bloggern, aß etwas und genoss das Gefühl, auf der Messe zu sein, die heute noch angenehm leer war. Am frühen Nachmittag besuchte ich ein Meet & Greet, das spontan in meinen Kalender gerutscht war, nachdem sich die Bestsellerautorin der Valerie-Lane-Reihe Manuela Inusa kurzfristig für einen Messebesuch entschieden hatte. Manuelas Bücher lese ich mittlerweile seit Jahren, und freute mich daher umso mehr, mit einigen anderen Bloggern zusammen mit ihr mal wieder ins Gespräch zu kommen. Aufgrund der tollen Atmosphäre wurden aus der geplanten halben Stunde schnell zwei Stunden, bevor wir alle zu weiteren Terminen aufbrachen. Im Anschluss stieß ich bei Amazon
Publishing auf Petra Durst-Benning an, die den Meilenstein von 1.000.000 Lesern im englischsprachigen Raum über Amazon Crossing erreicht hat, feierte bei Carlsen den gelungenen Messeauftakt, und ließ bei georgischem Weißwein und Livemusik (Jazzpiano) den Messetag geruhsam ausklingen, bevor ich mich auf den Rückweg machte (und bereits am ersten Tag Verspätung hatte).
Der Vormittag begann mit einem Vortrag zum Thema „Storytelling auf Buchblogs“ von Janine Rumrich (Bloggerin auf:
Am Nachmittag traf ich auf den Wegen durch die Halle und am Burgenwelt Verlagsstand wieder viele tolle und nette Kollegen, unter anderem Jacqueline Mayerhofer, Melanie Vogltanz, Michaela Stadelmann, Stella Delaney, Nadine Muriel und die Burgenwelt-Autorinnen Yngra Wieland, Tatjana Stöckler und Ute Zembsch. Bestimmt habe ich noch viele vergessen, nach vier Messetagen bitte ich dafür um Verzeihung. Da Stella ebenfalls ein TeeTurtle-Shirt trug (so toll!), musste unbedingt ein gemeinsames Bild her.
Im Anschluss ging es zu meiner letzten Lesung auf der Messe. Sabine Giebken las aus „Wolkenherz – Eine Fährte im Sturm“, dem zweiten Teil ihrer Pferde-Buchreihe im Magellan-Verlag. Und ich bin schwach geworden – und habe mir direkt beide Teile gekauft und signieren lassen. Pferde, Kinder-/Jugendbücher, tolle Cover … damit bekommt man mich fast immer :D. Damit war meine Messe-Buchsammlung komplett. Mit vier vor der Messe gekauften Büchern, vier Signier-/Leseexemplaren und zwei auf der Messe gekauften Büchern, habe ich die stolze Anzahl von 10 Exemplaren zusammengesammelt, die ich morgen in den Koffer wuchten muss. Natürlich möchte ich Euch das Gesamtbild aller Bücher (und Funkos) nicht vorenthalten ;).
Am Ende möchte ich Euch noch einige abschließende Impressionen da lassen. Ich hoffe, ich konnte Euch die Leipziger Buchmesse etwas näherbringen und freue mich schon darauf, den ein oder anderen von Euch auf einer weiteren Messe mal persönlich kennenzulernen. Mein Messeplan für dieses Jahr sieht noch die Loveletter Convention in Berlin (leider nur teilweise), die Litblog Convention in Köln, die Frankfurter Buchmesse und das Lit.Love-Lesefestival in München vor. Vielleicht schaffe ich es auch noch zum Buchmesse Convent, das hängt aber von diversen Faktoren ab.

Vor der Mittagspause ging es dann zu einer Veranstaltung von Prof. Werner Meyer über die Burg Krak des Chevaliers in Syrien, die ganz informativ war und einige spannende Bilder enthielt und vor allem vor dem Hintergrund interessant war, dass die Burg im Rahmen des schrecklichen Krieges teilweise zerstört wurde, durch die zentimetergetreue vorherige Vermessung und Dokumentation jedoch wieder aufgebaut werden könnte.
Doch damit nicht genug der Schreibwettbewerbe. Um 17 Uhr wurde eine weitere Shortlist präsentiert: die Shortlist des Schreibwettbewerbes zur lit.lo
ve 2016 in Kooperation mit dem Magazin Jolie und Twentysix, dem Selfpublishing-Distributor von Random House. Aus mehreren hundert eingesandten Kurzgeschichten wählte die Jury eine Shortlist von fünf Titeln, die alle Freikarten zur lit.love und kostenlose Veröffentlichungen bei Twentysix gewannen. Alle Shortlist-geschichten werden zudem als kostenfreies e-Book veröffentlicht. Der erste Platz wird am 04.11.2016 bekannt gegeben und erhält zusätzlich bezahlte Unterkunft, An- und Abreise zur lit.love, sowie die Veröffentlichung der Gewinnergeschichte in einer Ausgabe des Magazins Jolie! Hier nun die Shortlist in aller Pracht:
