[FM2025] Tag 4 – Von Weltstars und Wortakrobat:innen

Heute möchte ich Euch noch – leicht verspätet – vom diesjährigen Samstag auf der Frankfurter Buchmesse berichten – für mich ein ziemlich voller Tag mit SenLinYu, Maike Harel, Mona Kasten, Julia Engelmann, Alex Mariah Peter, Jennifer Wiley, Franzi Kopka und Marco Wanda.

Mein Tag begann dabei mit einem absoluten Weltstar. SenLinYu, gefeierte Bestsellerautorin von „Alchemised“ und gehypte Fan-Fiction-Autorin, besuchte erneut die Messe und die Signierstunde war erwartungsgemäß komplett überrannt. Dennoch gelang es mir, mein Exemplar des Buches signieren zu lassen – und ein Foto mit Sen zu ergattern – weltweit sicherlich das meist gehypte Debüt seit langer Zeit, die Verfilmung ist ebenfalls bereits geplant. Leider war daraufhin die Signierschlange bei Ava Reed schon geschlossen – einer der Wermutstropfen des Samstags, an dem erstmals aufgrund der schieren Masse an Besuchern nicht alles klappte.

Danach ging es für mich zu einer der beiden Veranstaltungen des Tages, die auf meinem Plan standen. Für den Magellan Verlag stellte Maike Harel ihren Roman „Omni-X“ vor, ein Jugendbuch für Leser:innen ab 14, das in einer dystopischen Zukunft spielt, die mit der totalen Überwachung der Bewohner einhergeht. Interessant ist hier das in Deutschland basierte Setting – auch wenn die Ideen insgesamt nicht allzu revolutionär klangen, machte die Lesung dennoch unglaublich viel Spaß und sorgte dafür, dass das Buch sich einen Platz auf meiner Wunschliste ergatterte.

Im Anschluss ging es für mich weiter zu einer Signierstunde für den LYX Verlag – ich kann immer noch nicht so recht glauben, dass es mir in diesem Jahr gelang, hier ein Ticket zu erhalten – sie waren gefühlt nach einer Sekunde vergriffen. Denn am Stand des Verlags signierte Mona Kasten, die spätestens seit der erfolgreichen Verfilmung ihrer „Maxton-Hall“-Reihe für Amazon Prime zu den absoluten Lieblingsautor:innen des Landes gehört. Ich kenne Mona ja bereits seit 10? Jahren, seit alten Loveletter-Convention-Zeiten, umso mehr freut es mich, ihren nun kometenhaften Aufstieg zu beobachten.

Zur Mittagszeit besuchte ich meine zweite Veranstaltung. Auf der Bühne der Thalia Buchhandlungen stellte Julia Engelmann ihr Romandebüt „Himmel ohne Ende“ (Diogenes Verlag) vor. Auch Julia habe ich vor ein paar Jahren schon mal getroffen, besitze all ihre Bücher und auch eine CD von ihr. Auf das neue Buch bin ich schon sehr gespannt, sind Julias lyrische Texte doch unglaublich brillant – aus meiner Sicht ist sie die lyrische Stimme unserer Generation. Im Anschluss an die Veranstaltung signierte Julia zudem ihre Werke und nahm sich auch Zeit für Fotos (siehe unten).

Den Nachmittag verbrachte ich dann bei einigen Meet & Greets und Signierstunden. So freute es mich unglaublich, Alex Mariah Peter (s. rechts) und Jennifer Wiley kennenzulernen und auch Franzi Kopka wieder zu sehen – wie immer unglaublich sympathisch. Auch konnte ich im Rahmen einer Signierstunde Marco Wanda treffen und mir „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ signieren lassen, leider lehnte er Fotos jeglicher Art ab. Beim Meet & Greet vermisste ich zudem Caroline Brinkmann – und auch die Signierstunden mit Julia Dippel und Lotta Stichler konnte ich wegen den jeweils schon geschlossenen Signierschlangen nicht wahrnehmen – alles in allem aber trotzdem ein erfolgreicher Tag.

Hier jetzt noch die versprochenen Bilder mit Julia Engelmann, Franzi Kopka, Jennifer Wiley und von Marco Wandas Roman :).

Auch der Bericht zum Sonntag folgt in Kürze – vorab nur soviel: es wurde sportlich!

[Buchgedanken] Marco Wanda: „Dass es uns überhaupt gegeben hat“

In den letzten Tagen habe ich auch „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ von Marco Wanda gelesen. Das Buch ist 2025 in der Paul Zsolnay Verlag Ges. m. b. H. veröffentlicht worden und als autobiografischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

On the road mit Marco Wanda! Der Bandleader und Songwriter von „Wanda“ hat ein Buch geschrieben. Er erzählt die Geschichte eines Erfolgs und verschweigt nicht den Preis, den man dafür zahlt, er erzählt von Wien und den Menschen, die diese Stadt ausmachen, von einer Künstlergeneration, die „zum lebenden Kult“ geworden ist. Ein bestechend ehrliches Buch über einen, der mehr erreicht hat, als er sich jemals vorstellen konnte – und der überlebt hat.

„Dass es uns überhaupt gegeben hat“ ist das Debüt von Marco Wanda, dem Frontmann der bekannten und hochdekorierten österreichischen Band Wanda. Dabei lässt sich das Buch gar nicht so einfach einem Genre zuordnen, ist mehr oder weniger ein bunter Genremix, der als literarisches Selbstporträt beschrieben wird. Teils wird es auch im Feuilleton als Coming of Age oder literarischer Roadtrip bezeichnet – ich habe es der Einfachheit halber beim autobiografischen Roman belassen.

Denn in dem Buch beschreibt Marco Wanda seine frühen Jahre, die Entstehungsgeschichte der Band, deren Hoch- und Problemphasen. Zugute halten muss man ihm hier, dass die Erzählung schonungslos ist, nichts verschweigt – lediglich das Privatleben wird nahezu vollkommen ausgeklammert. So bietet das Buch einen interessanten Einblick in die österreichische Underground-Szene und deckt dabei im Wesentlichen die Jahre von 2010 bis etwa 2023 ab.

Doch so spannend und kurzweilig das teils auch ist, so erschreckend ist es auch. Gefühlt besteht das Buch im Wesentlichen aus Alkohol – und Drogenexzessen, blinder Zerstörungswut und selbstzerstörerischem Verhalten. Die ungleich spannende Entstehungsgeschichte einiger Songs gerät dabei etwas in den Hintergrund. Lediglich zum Ende hin wird hier etwas reflektiert, nachdem den Großteil des Buches eher verharmlosend über die Exzesse berichtet wurde, die auch nicht durch den kometenhaften Aufstieg der Band entschuldigt werden können.

Am spannendsten wird das Buch, wenn Marco Wanda von seinen wenigen Reisen fernab der Band berichtet, von seiner Zeit in Kairo oder in Paris, wenn auch – in den letzten Reisen – hier teils ein problematisches Verhältnis zu Geld und zu Kellner:innen durchscheint, deren freundschaftliche Zuneigung er sich über großzügige Trinkgelder erkauft. So oder so – eine Welt, die so fernab der Realität normaler Menschen ist, dass man sich schwerlich damit identifizieren kann.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich, hätte aber durchaus Kapitel zu Seitenbeginn und nicht teils mitten auf den Seiten starten können. Der Buchumschlag ist auf dem Cover hochwertig geprägt, das unter dem Umschlag befindliche Buch eher schlicht. Das Cover“motiv“ setzt sich nahtlos auf Buchrücken und Coverrückseite fort, sodass ein einheitlicher Gesamteindruck entsteht, ist farblich ansprechend, aber ohne großen Bezug zur Handlung und kein Eyecatcher.

Mein Fazit? „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ ist ein spannender und interessanter Einblick in die Künstlerseele von Marco Wanda, der leider sehr destruktiv daherkommt und wenig Sympathien weckt. Für musikinteressierte Leser:innen dennoch zu empfehlen – nicht unter einem Lesealter von 16 Jahren.

Es wird laut | krawallige Buchpost im Doppelpack

Auch heute habe ich nochmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Dass es uns überhaupt gegeben hat“ ist dabei ein literarisches Selbstporträt von Marco Wanda, dem Frontmann der Band „Wanda“, im Paul Zsolnay Verlag, während „Krawall im Klassenzimmer – Hitzefrei für alle!“ den Auftakt in eine neue Kinderbuchreihe von Anja Janotta für Gulliver (Verlagsgruppe Beltz) darstellt. Beide Bücher versprechen dabei viel Krawall und laute Töne, aber sicherlich auch den ein oder anderen zarten, stilleren Moment. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, vor allem, da ich von Anja auch bereits „Die coolste Klasse des Planeten“ lesen durfte.

Welche Musik läuft bei Euch rauf und runter? Kennt Ihr Wanda?