Ein neuer Verlagsvertrag!

20190910_061512Es gibt tolle Neuigkeiten! Gestern war es endlich wieder soweit, und ein weiterer Verlagsvertrag lag unterschriftsreif auf meinem Tisch. Ich freue mich sehr, dass meine Kurzgeschichte „Das Sicherheitsupdate“ den Herausgeber Christoph Grimm überzeugen konnte und sie nun im Eridanus Verlag, voraussichtlich im März 2020 zur Leipziger Buchmesse, erscheinen wird.

Mindestens genauso toll ist es, dass ich mit so vielen bekannten und geschätzten Kollegen, sogar Freunden im Buch vertreten bin. Herzlichen Glückwunsch daher auch an Anna Eichenbach von „Welt aus Tinte und Papier„, Jacqueline Mayerhofer, Renée Engel und Thomas Heidemann. Das wird fast wie ein Familientreffen auf der nächsten LBM. „Das Sicherheitsupdate“ ist meine zweite Veröffentlichung bei Eridanus, und nach vier Veröffentlichungen im Burgenwelt Verlag meine sechste bei Verlegerin Jana Hoffhenke (die Arme muss mich schon jahrelang ertragen :)).

Das sind übrigens nicht die einzigen guten Nachrichten von meiner Seite. Mehr in Kürze – also bleibt gespannt =).

[Buchgedanken] Jacqueline Mayerhofer: „Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ (Teil 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ gelesen, den ersten Band einer Novellenreihe, die Jacqueline Mayerhofer für den Verlag In Farbe und Bunt unter dessen Label „Weltenwandler“ veröffentlicht hat. Band 1 erschien 2018 als e-Book und ist auch in der mir vorliegenden limitierten Printausgabe erhältlich. Das Werk ist dem 51Wl5IwaszL._SX327_BO1204203200_Genre Science-Fiction zuzuordnen.

Feynels Herkunft ist umwölkt, an seine Eltern erinnert er sich kaum mehr. Ausgesetzt auf dem heruntergekommenen Planeten Sekpton verbringt er seine Kindheit als Schrottsammler für einen Söldnerboss, bis ihm eines Tages die Flucht gelingt. Doch mit dieser beginnt sein wahres Abenteuer erst – und bis jetzt hält es keine allzu guten Aussichten für ihn bereit …

„Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ ist ein vielversprechender Reihenauftakt, entführt den Leser in weitentfernte Welten zu nicht näher definierbaren Zeiten. Durch die Kürze der Geschichte, das Buch umfasst knapp 90 Buchseiten, kommt nie Langeweile auf, die Handlung entwickelt sich rasant und kippt von einer Katastrophe in die Nächste.

Charaktere und Setting werden toll beschrieben, der Weltenbau, vor allem die Einführung der verschiedenen Lebewesen, ist hinreichend detailliert, und dank Jacqueline Mayerhofers leichtem und flüssig-lesbaren Sprachstil bilden sich sofort Bilder, die das Kopfkino anspringen lassen. Trotz der Kürze der Handlung, die auch einen längeren Zeitraum überspringt, entwickeln sich die Charaktere, vor allem Feynel, merklich und kontinuierlich weiter.

Einziges Manko des Serienauftaktes ist es dabei, dass – allerdings normal für das Genre – der Leser in eine Welt geworfen wird, die so fremd ist, die voll unbekannter Rassen und Planeten, voll neuer Technik und komplizierter Namen ist. Da das Buch jedoch so schnell vorbei ist, hat man kaum Zeit, sich daran zu gewöhnen, sich einen ausreichenden Überblick zu verschaffen. Hier hätte vielleicht ein kurzes Glossar der Schauplätze und wichtigsten Rassen, oder auch eine Dramatis Personae Abhilfe schaffen können.

Die Buchgestaltung ist durchweg als solide zu bezeichnen, Lektorat und Korrektorat haben sehr sauber gearbeitet, auch der Buchsatz kann weitesgehend überzeugen. Lediglich beim Cover bietet sich meines Erachtens nach noch Luft nach oben. Zwar ist die Farbgestaltung überzeugend und ich kann den Grundgedanken hinter der Motivwahl gut nachvollziehen, mit etwas mehr Mut und Innovation hätte man hier aber auch einen noch stärkeren Bezug zum Inhalt schaffen können.

Mein Fazit? „Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ ist ein im Großen und Ganzen überzeugender Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Ein tolles Setting lässt das Kopfkino sofort anlaufen, auch wenn es nicht immer leicht ist, den Überblick zu behalten. Für Science-Fiction-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

[FBM2018] Tag 4 – Ein Abend mit Otto

Kaum hatte man am Samstag die Messe betreten, merkte man schon den größten Unterschied zu den Vortagen. Es. War. Voll. So voll! Menschenmassen, wohin das Auge blickte, teils ging es nur im Schneckentempo, teils gar nicht durch die Gänge. Doch das hatte ich erwartet. Leider begann die Messe auch mit einer traurigen Nachricht. Emily Bold musste krankheitsbedingt ihre Teilnahme absagen, dabei hatte ich mich schon so auf ihr Meet & Greet gefreut – auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung von mir.

20181013_100906Mein Messetag begann mit einer Autorenveranstaltung. Laura Newman, die frischgekürte DSPP2018-Preisträgerin Monika Pfundmeier und die Literaturagentin Charlotte Larat diskutierten mit dem Moderator von Literaturcafe.de über den Aufbau einer Autorenmarke, sowie darüber, wie man als Autor die Qualität von Büchern sicherstellen kann. Danach ging es direkt für mich weiter zu einem Meet & Greet mit zwei weiteren bekannten Selfpublishern: J. Vellguth und Michael Meisheit (Vanessa Mansini), wo ich mir Jacquelines neuestes Werk „Der letzte Liebesbrief“ signieren ließ.

20181013_121055Im Anschluss ging der edukative Teil des Programms weiter – Halo Summer, Mira Valentin, Anika Ackermann und Laura Newman diskutierten, geleitet vom Pressesprecher von BoD, über das Schreiben von Geschichten im Fantasygenre. Leider war die Veranstaltung mit 30 Minuten bei der Anzahl von Gästen viel zu kurz, sodass leider nicht allzu viel Neues bei rumkam. Allerdings konnte ich mir nach der Veranstaltung Halos neuesten Märchenroman „Froschröschen“ signieren lassen, auf den ich mich schon sehr, sehr freue. Genauso freute ich mich darauf, danach endlich Anna Eichenbach wiederzutreffen, die auch unter „Welt aus Tinte und Papier“ bloggt, und mit der ich zusammen in mehreren Kurzgeschichtenbänden im Burgenwelt Verlag geschrieben habe. Folgt doch einfach auch ihrer Seite – vielleicht gib es dort bald große, tolle Neuigkeiten :D.

Nach der Mittagspause wollte ich eigentlich zur Signierstunde von Bianca Iosivoni gehen, doch die Schlange war so unglaublich lang, dass ich es gelassen habe, in der Hoffnung, Bianca bald mal wieder auf einer Loveletter Convention zu treffen :). Stattdessen ließ ich mir von Victoria Aveyard ihren neuesten Roman „Wütender Sturm“, sowie „Die rote Königin“ signieren. Falls Euch auf den späteren Messebildern bald auffällt, dass da zwei Ausgaben des Buches vorhanden sind, seid wachsam – das hat einen Sinn (vielleicht ist sie ja nicht für mich? :D).

20181013_161538(0)Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Zuerst besuchte ich ein Meet & Greet mit (u.a.) der frischgebackenen Skoutz-Award-Gewinnerin Caroline Brinkmann, von der ich mir endlich „Die Vereinten“ signieren ließ, lauschte für einige Zeit der Lesung von J. Vellguth aus „Der letzte Liebesbrief“, und ließ mir auch noch die neue Anthologie des Drachenmond Verlages vom Covergott Alexander Kopainski signieren. Seine Cover bezaubern mich einfach immer aufs Neue, und gehören – aus meiner Sicht – zu den besten.

20181013_172002Bevor ich mich dem Abendprogramm widmete, stand noch eine letzte Veranstaltung auf dem Programm. Der chinesische Science-Fiction Superstar Cixin Liu sprach im Pavillon mit Literaturkritiker Denis Scheck, zudem waren eine Dolmetscherin, die Literaturübersetzerin und ein Sprecher für die Lesung der deutschen Passagen zugegen. Cixin Liu lobte die Frankfurter Buchmesse als größte der Welt, es freue ihn, dass so viele Menschen zusammenkommen, weil sie Bücher lieben. Ein schöner, gelungener Abschluss für den regulären Messetag.

20181013_193746.jpgDann, dann endlich, war es soweit. Es war Zeit für Otto! Im Congress Center stellte er seine Biografie „Kleinhirn an alle“ vor und sang kleine Lieder. Standing Ovations, eine Anmoderation von Bärbel Schäfer, und eine gewisse Toleranz der Veranstalter dafür, dass er 15 Minuten überziehen durfte, rundeten den Auftritt ab. Ein rundum gelungener Abend, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch am letzten Messetag werde ich übrigens den Saal bevölkern, denn er ist auch der traditionelle Veranstaltungsort der Deutschen Cosplay Meisterschaft, auf die ich mich bereits sehr freue.

 

[Jahresrückblick] Mein Jahr als Autor

Nach meinen Jahresrückblicken als Leser und als Blogger möchte ich nun, zuletzt, auf das Jahr 2017 aus Autorensicht zurückblicken, bevor ich mich ab morgen dann mit neuen Beiträgen dem Jahr 2018 widme :).

20246157_1511196258939631_3011318163153962450_nAlles in allem, denke ich, kann ich mit 2017 durchaus zufrieden sein, auch wenn es durchwachsener war als die vergangenen Jahre. Relativ zu Beginn des Jahres konnte ich endlich meine Fantasy-Durststrecke überwinden, und erhielt zwei Zusagen des Drachenstern Verlags für Geschichten aus den Genres Fantasy und Science-Fiction (letzteres für mich eine Premiere). Die dazugehörigen Anthologien erscheinen voraussichtlich im Februar 2018. Zudem konnte ich auch in einem weiteren, für mich gänzlich neuen Genre, einen Verlagsvertrag an Land ziehen. Wer hätte gedacht, dass ich jemals eine Horror-Geschichte schreibe? 😀

Neben der Anthologie zur Horror-Geschichte, erschien auch pünktlich zum Reformationsjubiläum die Luther-Anthologie, jeweils im Burgenwelt Verlag, zu der ich ebenfalls eine Kurzgeschichte beigesteuert habe.

41mq0ygoqil-_sx320_bo1204203200_Aber auch in meinem „Parade“-Genre konnte ich etwas veröffentlichen. Sowohl ein Liebesgedicht (im Sperling Verlag) als auch eine romantische Kurzgeschichte (für die Schreibgruppe-Prosa) wurden in diesem Jahr angenommen und veröffentlicht. Ferner erschien auch endlich die Printausgabe zur femtastischen Anthologie „Heimchen am Schwert“, die eine meiner Lieblingsgeschichten aus meiner Feder enthält (Verlag Ohneohren).

Ich glaube, das wars – sofern ich etwas vergessen habe, reiche ich es nach. Leider habe ich in diesem Jahr weniger geschrieben, ich hoffe, das bessert sich im nächsten Jahr wieder =).

Shortlist-Mania!

Ein neuer Tag, eine neue Shortlist? Wer jetzt denkt, ich hätte es mal wieder mit einem Text auf eine Wettbewerbsshortlist geschafft, liegt falsch. Es sind zwei :D.

Ich freue mich ganz besonders, Euch heute mitteilen zu dürfen, dass sowohl mein Fantasy-Text „Die Lippen rot wie Blut“ als auch mein Science-Fiction-Experiment „Raysom“ auf den jeweiligen Shortlists des Drachenstern-Fantastik–Preises gelandet sind.

Damit ist endlich, endlich, der Bann gebrochen und die Negativserie, die hartnäckig von dem Fantasy-Genre Besitz ergriffen hatte, beendet. Ich kann es kaum erwarten, die beiden fertigen Bände mit den Shortlist-Texten irgendwann in den Händen zu halten. Fürs Erste bleibt es aber noch spannend: Wer räumt in beiden Kategorien einen der ersten drei Plätze ab? Daumen drücken! 🙂

Die gesamten Shortlists und Informationen zu dem Fantastikpreis findet Ihr unter: http://blog.drachenstern-verlag.de/fantastik-preis/ .

So kann man in einen Monat starten! 🙂

[Kurzrezension] Sarah Ricchizzi: „Der Sandkornzähler“

In der letzten Woche habe ich auf dem Weg zur Buchmesse die Kurzgeschichte „Der Sandkornzähler“ von Sarah Ricchizzi gelesen, die mir von der Autorin im Zuge einer Verlosung zur Verfügung gestellt wurde (Vielen Dank nochmals dafür – auch an die Losfee!) :). Die Geschichte erschien 2017 als e-Book im Selfpublishing. Ich würde sie dem Genre der Phantastik zuordnen, sie ist zudem aber auch eine Art metaphorisches oder allegorisches Gleichnis (hätte ich besser in Deutsch aufgepasst, könnte ich das noch genauer sagen).

Die Sanduhr Beta ist von Beruf Sandkornzähler – ein wichtiger, aber nicht sehr 51ahz3pm5mlangesehener Beruf in der Gesellschaft. Er ist dafür zuständig, die Sandkörner zu zählen, um zu wissen, wie viele produziert und ausgeschüttet werden, wie viele Körner der Regierung noch zur Verfügung stehen. Als Bezahlung erhält er pro Tag eine Tagesration Sandkörner, sodass sein Leben nur aus seiner Arbeit besteht, denn sollte er seine neue Tagesration nicht erhalten und sein Sand auslaufen, würde er sterben. Ohne Träume, ohne Ziele, lebt er zufrieden Tag für Tag vor sich hin. Bis er den Träumer Henry kennenlernt, dessen verzweifelter Wunsch es ist, sich selbst in eine Stoppuhr zu verwandeln.

Das Grundprinzip der Geschichte (das auch in Andrew Niccols Sci-Fi-Film „In Time“ aufgegriffen wurde) ist, dass die Zeit als Währung dient. Durchaus gesellschaftskritisch wird auf die Ungleichverteilung innerhalb von Gesellschaften, auf die schlechte Bezahlung von wichtigen Berufsgruppen und auf den Eskapismus der Medien angespielt. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und führt dazu, dass man sich intensiver mit dem Thema Zeit beschäftigt.

Dabei kann man sich als Leser gut in Beta hineinversetzen. Die Ungewissheit, das Beharren auf Sicherheit, das Aufrütteln durch Henry werden gut dargestellt. Dabei ist gattungstypisch das Ende offen gelassen worden. Der Schreibstil der Autorin lässt sich flüssig lesen, das Cover sieht auf dem Tablet ebenfalls gut aus. Lektorat und Korrektorat sind ebenfalls gelungen.

Nach „Die Geschichte des Luchris Sarberry“ (erschienen in der Anthologie: „Flucht in ein sicheres Leben“) ist das die zweite Kurzgeschichte, die ich von Sarah Ricchizzi lese. Ich bin gespannt, ob es Zufall war, dass beide Geschichten bisher gesellschaftskritische Ansätze ins Genre Fantasy transportiert haben, oder ob die Autorin dies so konsequent weiterführt. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, mehr von ihr zu lesen.