[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Sonea – Die Hüterin“ (Sonea 1)

In der letzten Zeit habe ich „Sonea – Die Hüterin“ von Trudi Canavan gelesen. Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band der „Saga von Sonea“, die an die erfolgreiche Reihe „Die Gilde der Schwarzen Magier“ anknüpft. Auch das Prequel „Magie“ spielt in der gleichen Welt. „Sonea – Die Hüterin“ wurde in der mir vorliegenden Ausgabe 2013 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, veröffentlicht, die Originalfassung unter dem Titel „The Traitor Spy 1: The Ambassador’s Mission“ erschien 2010 bei Orbit, einem Imprint von Little, Brown Book Group, einem Unternehmen von Hachette Livre UK, London. Das Buch ist dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

51idiyeCDoL._SX332_BO1204203200_20 Jahre sind vergangen, seitdem die Gilde die Invasion der Ichani zurückschlagen konnte, zwanzig Jahre, die Sonea zur mächtigsten Magierin Kyralias haben werden lassen. Doch diese Macht hat ihren Preis. Überwacht von Schwarzmagier Kallen ist es Sonea nur erlaubt, die Gilde zu verlassen, um in den Hospitälern zu arbeiten. Als in Imardin ein Konflikt ausbricht, in den auch Magier verwickelt scheinen, gerät sie in die Zwickmühle. Greift sie ein, oder folgt sie den Regeln? Und dann ist da noch ihr Sohn Lorkin, der – um aus Soneas Schatten zu treten – sich als Gehilfe des Botschafters nach Sachaka begibt. Geradewegs in das Land der ehemaligen Feinde seiner Mutter.

„Sonea – Die Hüterin“ ist – erneut – High Fantasy der Spitzenklasse und zementiert Trudi Canavans Status als „Queen of High Fantasy“. Die Handlung spielt zwei Jahrzehnte nach dem Ende von „Die Meisterin“ und erlaubt dem Leser, viele bekannte und liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Dabei gelingt es der Autorin die Balance zwischen den einzelnen Handlungssträngen zu wahren, beim Leser sowohl Nostalgie als auch Neugier zu wecken.

Die Handlung ist spannend und fesselnd – aber auch ein typischer Reihenauftakt. So werden viele Handlungsstränge angelegt, aber nur einige aufgelöst. Allzu starke Cliffhanger werden jedoch glücklicherweise vermieden. Auch bei den neuen Charakteren besteht noch Luft nach oben, aber sofern die Entwicklung in den Folgebänden konsequent vorangetrieben wird, ist dies zu verschmerzen. Die bekannten Charaktere aus der Vorgängertrilogie hingegen sind gut weiterentwickelt und zeigen, teils unerwartete, neue Charakterzüge.

Kernstück – und größte Stärke des Romanes – ist der brilliante, unvergleichlich-gute Weltenbau. Mit dem mittlerweile fünften Buch im Geschichten-Universum um die Länder Kyralia und Sachaka baut Trudi Canavan die Welt aus, entwickelt sie weiter. Politik, Magiekonzepte, Gesellschaftsstrukturen – alles unterliegt dem Wandel und fühlt sich natürlich und nicht konstruiert an.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß sehr sauber. Ein ordentliches Korrektorat und Lektorat und ein toller Satz runden das Buch ab. Das Coverist gut und hochwertig, fügt sich perfekt in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Auch wenn ich den gestalterischen Gedanken der Farbwechsel in den Roben auf dem Cover durchaus verstehe, habe ich damit inhaltlich leichte Probleme. Die abgebildete Magierin (Sonea?) trägt Rot, die Farbe der Krieger. Sonea trägt jedoch ausschließlich schwarze Roben, es gibt überhaupt keine weibliche Kriegerin, die bislang eine herausgehobene Rolle spielt.

Mein Fazit? „Sonea – Die Hüterin“ ist der gelungene Auftakt zur „Sage von Sonea“. Perfekter Weltenbau und eine spannende Handlung sorgen dafür, dass man die Folgebände kaum erwarten kann. Für Fans der High Fantasy ein absolutes Muss!

Ran an den Sub mit Ava 2018 – August

Endlich Urlaub. Bevor ich in meinen nächsten freien Tagen, das Geburtstagsgewinnspiel auslose und Euch Bücher wie „Tyll“ und „Die Stille meiner Worte“ vorstelle, möchte ich heute meine Monatsauswahl zu Avas „Ran an den SuB“-Challenge präsentieren. Im August dreht sich dabei alles um das Thema „Buchreihen“ – und so nutze ich die Gelegenheit, endlich einige liebgewonnene Buchreihen bzw. Buchuniversen fortzusetzen.

Dabei habe ich mich für folgende drei Bücher entschieden:

  • „Silberschwingen – Rebellin der Nacht“ von Emily Bold,
  • „Sonea: Die Hüterin“ von Trudi Canavan und
  • „Aschenputtel und die Erbsen-Phobie“ von Nina MacKay.

Das wird ein genialer Monat. Mit „Aschenputtel“ setzt Nina ihre Märchenwald-Reihe fort, die mich bereits im ersten Band „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ so unglaublich unterhalten (zurecht eines meiner Jahreshighlights 2017) hat, mit „Rebellin der Nacht“ beendet Emily ihre „Silberschwingen“-Dilogie, potentiell eines der Jahreshighlights 2018. Zwar ist „Die Hüterin“ offiziell der Beginn einer neuen Trilogie. Sie schließt jedoch an „Die Gilde der schwarzen Magier“ an und spielt im gleichen Buchuniversum, ist daher vielmehr Fortsetzung als Neubeginn. Auch hier freue ich mich schon darauf, liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen, und erneut in die Welt von Kyralia und Sachaka einzutauchen, die mich mit ihrem Weltenbau hellauf begeistert hat.

Zum Abschluss möchte ich Euch natürlich die, teils wirklich wunderschönen, Cover der Bücher nicht vorenthalten.

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Meisterin (Die Gilde der schwarzen Magier 3)“

~ Warnung! Die Buchbesprechung könnte Spoiler zu den Vorgängerbänden beinhalten. ~

In den letzten Tagen habe ich „Die Meisterin“ gelesen, den Abschlussband der fulminanten Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“ aus der Feder von Trudi Canavan, der Queen of High Fantasy. Die Rezensionen zu den anderen Büchern der Reihe findet ihr hier (Prequel, Band 1, Band 2). Der Roman liegt mir in der 18. Auflage vor (Glückwunsch!) und ist dem Genre „High Fantasy“ zuzuordnen. Die deutsche Ersteröffentlichung erfolgte 2006 bei Blanvalet, Teil der Verlagsgruppe Random House GmbH, die Originalausgabe erschien 2003 bei Voyager, HarperCollins Australia, unter dem Titel „The High Lord. The Black Magician Trilogy Book Three“.

41O7uJ1nYTL._SX339_BO1204203200_Seitdem Sonea in die Magiergilde aufgenommen wurde, hat sich ihr Leben völlig verändert. Als Novizin Akkarins, des Hohen Lords, genießt sie alle Freiheiten – und ist doch eingesperrt. Gefangen, von den Geheimnissen, die sie bei ihrem ersten Besuch in der Gilde erfahren hat. Umso misstrauischer ist die Novizin, als Akkarin sie eines Tages bittet, ihn in die Stadt zu begleiten. Stück für Stück erfährt Sonea so, was wirklich hinter den Handlungen und Absichten ihres Meisters steckt. Aber ist Kyralia wirklich in Gefahr? Oder ist doch alles nur ein perfider Plan, mit dem Akkarin die großen Kräfte der Schülerin für seine Ziele gewinnen will?

„Die Meisterin“ knüpft nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes an und setzt diese fort. Doch nicht nur inhaltlich, auch qualitativ steht der Trilogieabschluss den anderen Romanen in nichts nach. Trudi Canavan gelingt es mühelos, den Spannungsbogen bis zum fulminanten Höhepunkt dauerhaft zu halten. Durch unerwartete Wendungen, Spannungsspitzen und sorgfältig eingestreute Nebenhandlungsstränge sorgt die Autorin dafür, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte, und fesselt den Leser an die Buchseiten. Lediglich der endgültige Showdown, der – der High-Fantasy inhärente – abschließende Kampf zwischen Gut und Böse, hätte noch epischer, noch bombastischer, noch länger ausfallen können. Viel zu schnell kam das Ende, und man musste sich von den liebgewonnenen Figuren verabschieden. Glücklicherweise gibt es ja eine nachfolgende Trilogie um „Sonea“, der ich bereits entgegenfiebere und die weit oben auf meinem SuB liegt.

An der gesamten Reihe – und insbesondere am letzten Band – begeistert mich vor allem der Weltenbau. Das Magiekonzept, die Enwicklung der einzelnen Reiche, Rassen und Klassen ist brilliant und kann als Vorbild für das gesamte Genre dienen. Mit „Die Meisterin“ schließt Trudi Canavan zudem einen Rahmen, der bis zum Prequel zurückreicht. Daher bietet es sich in jedem Falle an, „Magie“ spätestens vor diesem Band zu lesen, sofern man es sich nicht eh bereits vor der ganzen Reihe zu Gemüte geführt hat.

Auch die Charaktere, insbesondere die Protagonisten Sonea und Akkarin, entwickeln sich im Laufe des Romanes, im Laufe der kompletten Trilogie fort. Dabei wird Wert auf die Stärken und auf die Schwächen jedes einzelnen Charakters gelegt, auch der Nebencharaktere, die ihre eigenen Ziele besitzen, deren eigene Motivation ihr Handeln bestimmt. Leider bleiben durch die Vielzahl an Personen, durch die diversen Handlungsstränge, einige auf der Strecke. So kam mir auch in diesem Band Lord Rothen viel zu kurz. Gefreut habe ich mich dahingegen, dass mit dem Auftritt von Regin erneut ein Bogen, diesmal zum Vorgängerband geschlagen werden konnte. Alles in allem hoffe ich, dass in den Sonea-Romanen einige der hier angelegten Handlungsstränge noch aufgegriffen und aufgelöst werden.

An der Buchgestaltung gibt es nichts auszusetzen. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet und ein hochwertiges Taschenbuch erschaffen. Eine vorangestellte Karte und ein abschließendes Glossar runden den tollen Gesamteindruck ab und sprechen ihrerseits wieder für einen exzellenten Weltenbau. Schließlich vermag mich auch das Cover zu überzeugen. Es passt sich gut in die Reihe ein, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Im Gegensatz zum Vorgängerband, habe ich auch dieses Mal an der Farbe der Robe nichts auszusetzen, da die schwarze Robe perfekt mit dem Inhalt des Buches harmonisiert.

Mein Fazit? Mit „Die Meisterin“ untermauert Trudi Canavan ihren Status als eine der besten High-Fantasy-Autorinnen und sorgt für einen fulminanten Abschluss ihrer Trilogie „Die Gilde der schwarzen Magier“. Der Roman begeistert durch eine spannende Handlung und einen brillianten Weltenbau. Für jeden, der auch nur am Rande etwas mit Fantasy anfangen kann, bedingungslos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Novizin (Die Gilde der Schwarzen Magier 2)“

Nachdem ich bereits vor einigen Wochen den ersten Teil der Trilogie (erneut) gelesen habe, war nun endlich Teil 2 an der Reihe. Die Besprechung zum Vorgänger, „Die Rebellin“, kann *hier* abgerufen werden. *Hier* findet ihr zudem die Besprechung zum Prequel-Band „Magie“

~~~ Hinweis: Die folgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband beinhalten ~~~

„Die Novizin“ erschien in Deutschland erstmals 2006 bei Blanvalet, im Original wurde der Roman unter dem Titel „The Novice. The Black Magician Trilogy Book Two“ 2002 bei Voyager / Harper Collins Australia veröffentlicht. Das mir vorliegende Taschenbuch entstannt mittlerweile der 20. Auflage, und ist – wenn auch sehr schwer – am ehesten dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

41ln9dncn9l-_sx339_bo1204203200_Nachdem Sonea in die Gilde der Magier aufgenommen wurde, beginnt ihre Ausbildung als Novizin. Schnell stellt sich heraus, dass sie weitaus stärker als ihre Mitschüler ist. Dies – und ihre niedere Herkunft – machen sie sofort zum Ziel des Gespötts ihrer Kameraden. Doch ihre eigenen Probleme sind nichts im Vergleich zu dem Geheimnis, das sie, ihr Mentor, und der Administrator der Gilde hüten. Wissen, das so gefährlich ist, dass niemand davon erfahren darf.  Und alles scheint perfekt. Bis zu dem Tag, als der Hohe Lord Akkarin Sonea in seine Obhut nimmt.

„Die Novizin“ schließt direkt an den Vorgänger an und setzt die Handlung nahtlos fort. Man ist sofort mitten im Geschehen und trifft die liebgewonnen Charaktere aus dem ersten Teil wieder. Mir persönlich kommt in „Die Novizin“ Lord Rothen etwas zu kurz, das hat aber mit der Handlung zu tun. Abgesehen davon entwickeln sich die Charaktere konsequent weiter, man erfährt neues über sie und lernt dadurch, die alten Verhaltensweisen aus dem Vorgänger noch besser zu deuten und zu verstehen. Gut gelungen ist auch, dass durch die Reisen des Botschafters Dannyl die einzelnen Völker der magischen Welt stärker vorgestellt werden, was den Weltenbau immens unterstützt und für eine homogene Darstellung der verschiedenen Gesellschaftssysteme sorgt. Gleiches gilt für das immer besser und detaillierter ausgearbeitete Magiesystem.

Der Autorin gelingt es, durch einen flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil und durch den nahezu konsequent gehaltenen Spannungsbogen, den Leser stark am Text zu halten. Durch das Auseinanderfallen der verschiedenen Handlungsstränge und -Orte ist verständlich, dass von einer Ich-Perspektive abgesehen wurde. Hätte man das Buch aber aus der Sicht von Sonea erzählt und mit mehreren personalen Erzählperspektiven verknüpft, hätte der Leser eine noch stärkere Bindung zur Protagonistin haben können.

Im Vergleich zum ersten Teil fällt das Buch aus meiner Sicht marginal ab. Durch die vielen Wechsel der Handlungsorte und -Stränge, durch die dadurch entstehenden Cliffhanger, fehlt mir etwas der innere rote Faden und das Buch hat einige Längen. Nichtsdestotrotz ist es trotzdem ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie, der das hoffentlich gigantische Finale einläutet.

Die Buchgestaltung ist gelungen, insbesondere haben Lektorat, Korrektorat und Buchsatz ordentlich gearbeitet. Das Cover ist ebenfalls gut, hochwertig geprägt, fügt sich in die Reihe ein und schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Nur inhaltlich verstehe ich es nicht ganz. Der eindeutig kriegerische Eindruck der Magierin steht im Widerspruch zu dem Grün der Robe, die den Heilern vorenthalten ist. Daher kann es sich auch nicht um Sonea handeln, deren Robe zudem mit Incals verziert ist.

Mein Fazit: „Die Novizin“ ist ein insgesamt gelungener Mittelteil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“. Das Buch kann vor allem mit einem gelungenen Weltenbau und tollen Charakteren punkten, die über leichte Längen bei der Handlung hinwegsehen lassen. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

Ran an den SuB mit Ava 2018 – Februar

61fvayoxjcl-_sx319_bo1204203200_Ein neuer Monat steht vor der Haustür, Zeit eine neue Leseliste für Avas SuB-Abbau-Challenge anzulegen. Das Thema im Februar lautet: Hardcover oder Taschenbuch, und ich habe mich für die Taschenbücher entschieden :).

Da ich die Rezensionen aus dem Januar noch nachholen muss, habe ich mich für meist kurze, knackige Bücher entschieden :).

Den Anfang macht – endlich – Mira Valentin mit „Der Mitreiser und die Überfliegerin“ – Storyteller-Award-Preisträger 2017. Ich bin ganz gespannt darauf und hoffe, dass mich das Buch 31upszl8p7l-_sx311_bo1204203200_ähnlich wie der letzte Storyteller-Gewinner (Halo Summer: „Aschenkindel“) in regelrechte Begeisterungsstürme ausbrechen lässt.

Um beim Storyteller-Thema zu bleiben möchte ich zudem einen der Finalisten des Storyteller-X-Awards lesen: „Poetische Zeiten“ von Kea von Garnier ist eine Sammlung von Gedichten über die großen und kleinen Themen der Menschheit. Als Lyrik-Fan bin ich ganz gespannt — und freue mich schon seit Langem, dass endlich mal wieder ein lyrisches Werk gewürdigt wurde. Und dann auch noch als Selfpublishing!

41ln9dncn9l-_sx339_bo1204203200_Abschließend möchte ich ein Buch von einer meiner liebsten Fantasy-Autorinnen rereaden. „Die Novizin“ von Trudi Canavan ist der zweite Band der Reihe „Die Gilde der schwarzen Magier“ und eine tolle Vorbereitung auf „Sonea“, worauf ich mich schon sehr lang freue.

Auf einen tollen Lesemonat!

Welche Bücher lest Ihr im Februar? Auf welches Buch freut Ihr Euch besonders? Wie immer rein mit Euren Lesetipps in die Kommentare :).

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Die Rebellin (Die Gilde der Schwarzen Magier 1)“

Bevor ab Morgen hier die Zeit der Jahresrückblicke beginnt, möchte ich heute noch eine Buchbesprechung veröffentlichen – und damit mein Lesejahr 2017 abschließen. „Die Rebellin“ ist der erste Teil der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“, und das erste Buch, das ich nach dem zweiten Lesen hier vorstelle, da ich es vor vielen Jahren bereits gelesen habe :). Das Taschenbuchexemplar, das ich vorliegen habe, ist bereits aus der 22. Auflage, die deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 2006 bei Blanvalet. Die Originalausgabe erschien 2001 bei Voyager / HarperCollins Australia unter dem Titel „The Magicians‘ Guild. The Black Magician Trilogy Book One“. Die Zuordnung zu einem fantastischen Untergenre ist nicht ganz einfach, in der Gesamtheit der Reihe würde ich es aber als High-Fantasy betiteln.

41lbpetdwml-_sx339_bo1204203200_Sonea ist ein ganz normales Mädchen, das auf den Straßen der Stadt Imardin ein einfaches Leben fristet. Bis zu dem Tag, als sie voller Zorn ein Mitglied der Magiergilde mit einem Stein verletzt. Aus Angst vor den mächtigen Magiern versteckt sich das Mädchen und sucht Hilfe bei den Dieben, die die Unterwelt Imardins kontrollieren. Doch schnell muss Sonea lernen, dass ihre Magie nicht nur sie selbst bedroht, sondern eine Gefahr für die ganze Stadt ist.  Ein Pulverfass, das mit jedem verstrichenen Augenblick der Explosion näher rückt…

„Die Rebellin“ ist der erste Teil eines mittlerweile größeren Buchuniversums. Zu der Trilogie um „Die Gilde der schwarzen Magier“ existiert mittlerweile eine Sequel-Trilogie (benannt nach der Protagonistin „Sonea“), sowie ein Prequel „Magie“ (das ich bereits besprochen habe). Der Weltenbau ist – gerade im Zusammenspiel der Bücher – beeindruckend. Die Geschichte der einzelnen Länder, die Rassen, Gesellschaftsstrukturen etc. sind plausibel und anschaulich dargestellt. Dem Buch ist auch eine Karte der Stadt Imardin und der Magiergilde vorangestellt, sodass die Gegebenheiten für den Leser noch nachvollziehbarer sind.

Bereits in der oben verlinkten Besprechung zu „Magie“ habe ich Trudi Canavan den Ehrentitel der „Queen der High-Fantasy“ verliehen, an dem ich natürlich festhalten möchte. „Die Rebellin“ ist ein gelungener Reihenauftakt, ein beeindruckendes Debüt, das auch durch den gelugenene Schreibstil punktet. Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, unerwartete Wendungen runden das ganze ab. Durch die gewählte Erzählperspektive hat man zudem die Möglichkeit, das Geschehen parallel aus Sicht der Magier, als auch aus Sicht von Sonea zu betrachten, was interessante Vergleiche aufwirft.

Einige Handlungsstränge – wie eine etwaige Liebesgeschichte – werden nur kurz angerissen, einige auch am Ende des Buches nicht aufgelöst oder zusammengeführt. Da es sich um den Auftakt zu einer Trilogie handelt, ist dies jedoch verzeihlich, insbesondere freut es mich, dass das Buch nicht mit einem allzu starken Cliffhanger endet, sondern durchaus abgeschlossen ist. Die Charaktere des Romans entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter, insbesondere Sonea macht natürlich eine erstaunliche Wandlung durch.

Zur Buchgestaltung muss man – glaube ich – bei Blanvalet kaum etwas sagen. Die Cover sind gelungen und bilden – nicht nur für die Reihe, sondern für das gesamte Buchuniversum – einen hohen Wiedererkennungswert. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben ebenfalls überzeugt. Einziges kleines Manko: ich hätte die Kapitel immer auf neuen Seiten begonnen.

Mein Fazit: „Die Rebellin“ ist ein gelungener Auftakt zu einer fantastischen Trilogie – und ein wahrlich überzeugender Debütroman, der vor allem mit gelungenem Weltenbau und einem tollen Schreibstil punktet. Für Fantasy-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.